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Parlamentarische Vertretung der Städte und

Hebung des Mittelstandes.

In der Etatdebatte in den städtischen Kollegien der Stadt Hannover hat der Stadtdirektor Tramm zur Frage der parlamentarischen Vertretung der Städte Stellung ge­nommen und folgende Ausführungen von allgemeinem In­teresse gemacht:

" Man wird billigererweise verlangen können, daß die Städte dort eine angemessene Vertretung erhalten, wo die Möglichkeit dazu vorliegt, im Herrenhause. Ich habe schon im vorigen Jahre ausgesprochen, daß ins Herrenhaus be­rufen sind die Vertreter der Städte, denen im Jahre 1860

in den neueren Provinzen in den Jahren 1866-67 das Recht der Präsentation verliehen ist. Seit dieser Zeit ist nur zwei Städten die Präsentation verliehen worden: Charlottenburg und einer Stadt im Rheinlande Wenn daher nur auf Grund ihrer gegenwärtigen, modernen Entwicklung den Städten mit mehr als 50 000 Einwoh­nern das Recht verliehen würde, einen Vertreter in das Herrenhaus zu entsenden, so würde die Zahl der städtischen Vertreter um 16 wachsen.

Auch in der letzten Sitzung des Hansabundes ist da­rauf hingewiesen worden, daß nur 9 Vertreter des Handels und des Gewerbes im Herrenhause neben den Hunderten Vertretern der Landwirtschaft sißen. Selbstverständlich ist auch diese Zahl zu gering. Daß die Vertreter der Städte und des Handels und Gewerbes sich im Herrenhause eines großen Radikalismus befleißigen würden, ist nicht zu be­sorgen... Jedenfalls ist es aber erwünscht, daß die Städte mehr als bisher in die Lage kommen, im Herren­hause ihre berechtigten Interessen zu vertreten."

Der Redner wendet sich dann der Frage der Hebung des Mittelstandes und führt dazu folgendes aus:

" Ich habe mit großer Befriedigung die Verhandlungen begrüßt, welche vor wenigen Tagen im Hansa- Bund statt­gefunden haben, wo man den Schuß des gewerb lichen Mittelstandes auf die Fahne ge= schrieben hat. Es wird ja sehr viel vom Schuße des Mittelstandes geredet; von Taten sieht man aber weniger. Nun ist zwar zuzugeben, daß es schwer ist, dem Mittel= stande zu helfen. Es spielen in diese Frage eine Reihe von Faktoren des Weltverkehrs hinein, auf welche der ein­zelne feinen Einfluß gewinnen tann. Troßdem aber sind solche Gedanken, wie man sie in Berlin geäußert hat, da ß man den Kredit des Mittelstandes auf eine andere Basis stellen müsse, durchaus zeitgemäß und von uns nur lebhaft zu begrüßen, und wenn der Hansabund nach dieser Richtung tätig sein will, so werden ihm die Städte ihrerseits alle Unterstützung zollen müssen. Der Schuß des Mittelstandes ist das, was uns am meisten bewegt. Sehen Sie hinein in die Gesetzgebung, besonders in die Steuergesetzgebung, da finden Sie, daß die meisten Lasten vom Mittelstande am schwersten empfunden werden müssen. Es ist oft schmerzlich anzusehen, wie der Gewerbe­treibende aus dem Mittelstande unter dieser Belastung leidet, und es ist unsere Pflicht, Maßnahmen zu treffen, die ihn aus diesen Schwierigkeiten herausbringen können."

Hessischer Landtag.

Die beiden Kammern traten am Mittwoch zum letzten Male vor Ostern zu einer Beratung zusammen. In der Ersten Kammer wurde das Kapitel des Ministeriums der Finanzen unverändert angenommen; ebenso der Rest des Verwaltungsetats. Bei Kapitel 123 Bad Nauheim" 2c. stimmte das Haus der Forderung von 647 000 Mr. für Ko­lonnadenbauten zu, jedoch wurden hierzu drei einschränt­ende Resolutionen angenommen. Der Rest des Etats wurde ohne wesentliche Debatte angenommen.

Die 3 weite Kammer beschäftigte sich zunächst auf Antrag des Abg. Dr. Gutfleisch mit einem für dring­lich erklärten Antrag von Mitgliedern aller bürgerlichen Parteten, worin die Regierung ermächtigt werden soll, froß der Bewilligung von 15 Richterstellen auf den In­haber, freiwerdende Richterstellen an Amtsrichter, die dau­ernd erforderlich sind, alsbald wieder definitiv zu besetzen.

Nach längerer Debatte wurde der Antrag gegen die Stimmen der Sozialdemokraten angenommen. Weiter wurde ohne Debatte der Antrag Haas, Noack und Genossen auf Vereinfachung der Staatsverwaltung und Reorganisation der Staatsbehörden angenommen.

Zum Schluß entspann sich eine längere Debatte über die dringliche Anfrage der Abgg. E r c und Dr. Weber betreffend die Notlage der ehemaligen Mitglieder der Ge= nossenschaftstasse in Ober- Mock st a dt.

Punkt 5: Unterhaltung des Plates vor dem Universitätsgebäude. Die Unterhaltung des vor dem Universitätsgebäude befindlichen Plates hatte bis jetzt immer der Universitätsbehörde obgelegen, welche auch die Reinigung der denselben durchkreuzenden Wege übernahm. Da jedoch dieses Recht der Instandhaltung mit dem 1. April erlischt, so sah sich die Universitätsbe= hörde veranlaßt, an die Stadt mit dem Ersuchen heranzu­treten, ihr die Unterhaltung auch in dem nächsten Jahr zu gewähren. Dazu soll die Stadt den früheren Zuschuß lei­sten. Die Versammlung erklärte sich damit einverstanden.

Puntt 6 betraf den Verkauf von Gelände an Philipp Euler 4. Erben. Die Philipp Euler 4. Erben richteten vor kurzem an die Stadt ein Gesuch, worin sie zwecks Erweiterung ihres Grundstückes um den Verkauf von Gelände baten. Diesem Ersuchen beschloß die Ver= sammlung mit der Maßgabe zu entsprechen, daß der Ver­faufspreis 6 Mark für den Quadratmeter beträgt.

Punkt 7: Verpachtung von Gelände an das landwirtschaftliche Institut. Das land­wirtschaftliche Institut beabsichtigt einen Kompler von 6-7 Morgen von der Stadt zu pachten. Dazu schlug die Kom­mission vor, ein etwa 15 000 Quadratmeter großes Ge­lände an das Institut zum Preise von 250 Mt. zu ver= pachten, welcher dem durchschnittlichen Erlös des Bodens entspricht. Die Versammlung stimmte dem obigen Vorschlage

zu.

Punkt 8: Druck des Hydranten Verzeich nisses. Das alte Hydranten Verzeichnis läßt schon seit langem infolge der baulichen Veränderungen der Stadt zu wünschen übrig, namentlich kann es nicht mehr die von den Feuerwehrleuten an dasselbe inbezug auf die Erleichterung der Auffindung der Hydranten gestellten Ansprüche befrie­digen, also seinem Zweck nur noch teilweise entsprechen. Aus diesem Grunde ist ein Neudruck des Verzeichnisses not­wendig geworden, dessen Herstellung 131 Mt. erfordert. Wird genehmigt.

Die übrigen zur Beratung stehenden Punkte betrafen sämtlich Wirtschaftsgesuch e. Bei der Stadt such­ten in der letzten Zeit um Erlaubnis zum Wirtschaftsbe­triebe nach: Herr Wilh. Back haus für das Haus Son­nenstraße 13, Herr Emil Kalbfleisch für Brandgasse 3, Herr Wilhelm Valentin für das Haus An der Hardt 12 und Herr Friedrich Wilhelm Schmidt für Bahnhof­straße 77. Da gegen alle diese Gesuche keinerlei Bedenken vorlagen und auch der Ruf der Gesuchsteller in jeder Hin sicht ein vollkommen makelloser ist, so wurden die Geneh­migungen zum Betriebe der obigen Schantwirtschaften ein­stimmig von der Versammlung dem Vorschlage des Wirt­schaftsausschusses gemäß befürwortet.

Der heutigen Ausgabe der Gießener Zeitung", die 8 Seiten umfaßt, ist die 5. Nummer der Humo­ristischen Blätter beigegeben.

Lokales.

Gießen, 26. März 1910.

-ph- Vom Regiment. Vorgestern haben die Mann­schaften unseres Regiments ihren Osterurlaub ange= treten und können sich nun 7 Tage bei Muttern von den Anstrengungen des Friedens- Kriegsdienstes erholen. Be= kanntlich ist seinerzeit vom Kriegsministerium ein Erlaß an­geordnet, daß man möglichst ausgiebig Urlaub erteilen sollte aus Sparsamkeitsrücksichten! Denn die in Ur­laub befindlichen Mannschaften bekommen während der Zeit ihres Urlaubes teine Löhnung und dergleichen. Die Mann­schaften sind natürlich nicht böse über die Verfügung und ihre weitgehendste Befolgung.

*)(* Alice- Schulverein Gießen. Das Schuljahr 1909-1910 von Abteilung 1 des Alice- Schul­Vereins:" Alice Schule für Frauenbildung und-Erwerb", fand am 17. März mit dem Examen der Handarbeitslehr­erinnen seinen Abschluß. Die Gesamtzahl der Schülerinnen betrug 140. Diese verteilten sich auf die folgenden Ein­zelfächer: 1. Kursus für Handarbeitslehrerinnen 13, 2. für Weißnähen 48, 3. für Sticken 34, 4. für Schneidern 22 und 5. für Bügeln 23. Der staatlichen Prüfung unterzo­gen sich 11 Aspirantinnen, die sämtlich bestanden; 2 mit sehr gut", 5 mit gut", 3 im ganzen gut" und 1 mit ge­nügend". Der vom Großh. Ministerium ernannte Prüf­ungskommissär sprach mündlich wie schriftlich seine Aner­kennung über die Leistungen der ausbildenden Lehrerin, wie auch der Schülerinnen aus. Die vorschriftsmäßigen Ar­beiten und zahlreichen Nebenarbeiten fanden großen Bei­fall. Die am 19. und 20. März folgende Ausstellung, wel­cher die. Arbeiten der Kurse für Weißnähen, Sticken und Schneidern angeschlossen waren, boten Jedermann Gelegen­heit, sich ein Urteil zu bilden. Leider war durch Erkrank­

Sihung der Stadtverordneten Giekens. ung der Lehrerin der Bügelturfus nicht vertreten. Der Un

Gießen, 24. März 1910.

Da die Tagesordnung der Stadtverordnetensißung, es standen hauptsächlich nur Baugesuche, Wirtschaftsgesuche und Grundstücksangelegenheiten zur öffentlichen Erörterung, feinen besonders wichtigen Punkt brachte, so konnte die äffentliche Sizung bereits nach Ablauf einer halben Stunde ihren Ab­schluß finden.

Puntte 1-3 waren Bauge su che. Herr Karl Ri t- ter beabsichtigt an der Goethestraße einen Neubau zu er­richten. Derselbe wird eine Breite von 11,80 mtr. und eine Länge von 13,50 Mtr. erhalten und zwei Stockwerke auf­weisen. Ganz besonders dürfte das gefällige Aeußere des Gebäudes dem dortigen Stadtteil zur Zierde gereichen und mit seinem etwa 5 Meter breiten Vorgarten jeden Be­schauer für sich einnehmen. Da es jedoch einen Giebel in Fachwert und ein Holzgitter besißt, so war Dispens von dem§ 18 des Ortsstatuts und Dispens von der Polizei verordnung des Jahres 1897 notwendig, welche die Bau deputation aber im Hinblick auf die großen Vorzüge des Neubaues befürwortete. Die Versammlung beschloß demge­mäß. Herr Christoph Schmidt plant an der Bis­marckstraße die Errichtung eines Wohnhauses, das 2 Stock werte erhalten und 17,20 Mtr. lang und 13,95 mtr. breit sein soll. Auch dieser Neubau wird jedermann durch seinen vornehmen modernisierten Barockstil gefallen. Da er aber anstatt der im Ortsstatut bestimmten 3 Meter bis auf eine Entfernung von nur 2,40 Meter an die Nachbargrenzen her­antritt, so war Dispens von§ 2 des Outsstatuts erforder­lich, mit welcher sich die Versammlung auf Befürworten der Baudeputation einverstanden erklärte. Heinrich Spieß und Friedrich Groß wünschen in den Eichgärten am Eichwege eine Gartenhütte zu errichten. Die selbe entspricht mit einer Länge von 2 Meter und einer Breite von 4 Meter allen Vorschriften der Bauordnung. Es war Dispens von§ 5 des Ortsstatuts erforderlich, den die Versammlung genehmigte.

Die Herren

Punkt 4 befaßte sich mit dem Ortsbaustatut für die Gutenbergstraße, gegen das bekanntlich Hert Guttmann Ein­spruch erhob. Derselbe ist jedoch zurückgewiesen worden, so daß dieses Ortsstatut nun dem Ministerium des Innern unterbreitet werden kann.

Der

terricht in Abt. 1 wurde erteilt durch die Oberlehrerin, 3 Lehrerinnen und 1 Lehrer. Abt. 2 des Alice- Schulver­eins: Koch- und Haushaltungsschule, verbunden mit Se­minar für Haushaltungslehrerinnen( beide letzteren am 13. Oktober 1909 eröffnet), hatte in dem ersten Halbjahre im Ganzen 82 Schülerinnen: 1. Kochschule 38, 2. Haushalt­ungsschule 12, 3. Backkurse 20, 4. Abendkursus 12. Unterricht wurde geleitet durch die Vorsteherin, 4 Lehrer­innen und 2 Lehrer. Die Schülerinnen, welche sich als Haushaltungslehrerinnen auszubilden beabsichtigen, haben am 13. März ihre halbjährige Lehrzeit durch Besuch der Haushaltungsschule beendet und treten mit dem 4. April in das Seminar ein. Im Auguſt müssen sie sich einer Die beiden Abteilungen staatlichen Prüfung unterziehen. des Alice- Schulvereins beginnen am 4. April mit dem un­terricht. Die Oberlehrerinn Frl. Möser nimmt für Ab­teilung 1, die Vorsteherin Frl. Deutsch für Abteilung 2, Anmeldungen entgegen. Schülerinnen beider Abteilun gen finden in dem der Haushaltungsschule angeschlossenen Pensionate sehr gutes Unterkommen. Das neu eingerich­

*)(* Vom Stadttheater. Wenn wir unseren verehrlichen Lesern mitteilen, daß Herr Dirkor Stein- goetter unserer Bühne während der nächsten 5 Jahre er­halten bleibt, so dürfen wir sicher sein, daß diese Nach- richt in weiteren Kreisen freudig begrüßt werden wird. Denn der fünstlerische Sinn des Herrn Steingoetter wußte in unserer Stadt das Interesse für das Theater durch Her­beiziehung erstklassiger Kräfte zu beleben und die Bühne zu einem Mittelpunkt des geistigen Lebens zu machen. Aber nicht nur Gießen zeigte ein größeres Interesse für unseren Musentempel, sondern es war auch die ganze Provinz Oberhessen, welche mit gesteigerter Aufmerksamkeit den Werdegang des Stadttheaters verfolgte und seinen fünst lerischen Ausschwung begrüßte. Möge es Herrn Direktor Steingoetter beschieden sein, noch lange seiner Bühne vor­zustehen, um dieselbe auch in Zukunft zu fördern. Streit. Die Angestellten eines hiesigen Der Weißbindergeschäftes sind in den Ausstand getreten. Anlaß zu diesem Vorgehen liegt darin, daß das Geschäft die tarifmäßige Lohnerhöhung ablehnte, welche 2. Pfennige für die Stunde betragen hätte.

*)(*

tete Haus, in ruhiger, gesunder Lage bietet für jung Mädchen alles Erwünschte und Notwendige in gesundhei licher, förperlicher und geistiger Beziehung.

-tt- Stadttheater. Der tommende Diensta bringt im Abonnement das berühmte Schauspiel Basante sena" des indischen Königs Sudrala, das wohl das ältes Drama ist, das die Menschheit besitzt. Die Entstehung de Werkes wird um 400 Jahre vor Christo vermutet. In de Läuterung der Bajadere Vasantasena durch wahre, rein Liebe, welche in ihrer Erhebung zur Gattin des Reichs verwesers gipfelt, weiß der Dichter die höchsten sittliche Fragen und ewig wahre Empfindungen in Charaktern un Situationen als gebildeter Geist seiner Zeit auszupräge was unwillkürlich an Goethes" Der Gott und die Bajader erinnert. Der hiesigen Aufführung dürfte die glänzen Ausstattung besonders zu statten kommen, da zum T prächtige Dekorationen bei dieser Gelegenheit zum erst Male gezeigt werden können. Außerdem hat die Direkti eigens einige Neuanschaffungen für das Stück besorgt.

-h Biograph. Da der Biograph" seinen Be suchern mit seinem neuen Programm wiederum auserlesen Genüsse zu bieten versteht, so wird er sich auch diesma wieder ganz gewiß des Zuspruches weiterer Kreise erfreun dürfen. Bei der Reichhaltigkeit der Darbietungen ist schier unmöglich, alle Punkte des Programms einzeln au zuführen, wir müssen uns daher darauf beschränken, auf de farbigen Kunstfilm Des Siegers Wahn" aus der Glan zeit des römischen Weltreiches und auf die trefflich gelu genen humorvollen Szenen Der verliebte Kammerdiener Ein schwärmerisches Mädchen und Mißgeschick eines Chau feurs" zu verweisen. Die so vielen eigene Liebe zur Ne tur und zur hehrer Schönheit der Berge wird ferner ni minder gut auf ihre Rechnung durch den vorzüglichen Lan schaftsfilm Wintersporte in dem Harz" kommen, der jed Sportsfreund entzücken dürfte. Der Biograph" hat es s auch diesmal wieder angelegen sein lassen, seine Besuc in seiner bekannten vorzüglichen Weise zu unterhalten, d jedenfalls den verdienten Beifall finden wird.

= h Kinematograph. Das Programm des k nematograph" bietet wiederum eine Fülle von auseriesen Bildern. So schildert uns der 300 Meter lange Kunstfil Cid" die so treu wiedergegebenen Helden des spanische Nationalepos, das bekanntlich den Kampf der Christen g gen den andringenden Islam behandelt und darum gar besonders des Interesses der gebildeten Besucher sicher sen dürfte. Von den übrigen Darbietungen genügt es, die h moristischen Bilder Das unleserliche Rezept"," Die Herze oberung des Generals" und" Empfindliche Füße" anzu führen, um einen weiteren Beweis für die Reichhaltigte des Programms des Kinematograph" zu liefern, welche somit des ungeteilten Beifalles der Besucher sicher sein kann

** Preußisch- Hessische Eisenbahnge meinschaft. Die Betriebseinnahmen der Preußisch Hessischen Staatseisenbahnen haben im Februar 1910 gegen über dem Februar des Vorjahres ergeben: im Personen verkehr 4 Millionen Mark gleich 13,02 Prozent, im Güter verkehr 6,3 Millionen Mart gleich 6,63 Proz. me h r, in gesamt nach Abzug der geringen Mindereinnahme der sor stigen Quellen 10,2 Mill. Mart gleich 7,49 Prozent meh Die Zahl der Sonn- und Werktage im Februar war den beiden Jahren gleich.

*** Ans dem Gerichtssaal.

Strafkammer.

Gießen, 23. März 1910. In der Angelegenheit des Verkaufs der Dörrmühl bei Willofs, lautete das Urteil gegen den Installateur Franz Josef Jöckel von Frankfurt a. M. auf 2 Jahre um 6 Monate Gefängnis nebst 5jährigem Ehrverlust. Auf die Strafe sind 2 Monate Untersuchungshaft anzurechnen. Der Landwirt Medardus Weber von Dorsborn, wurde ebenfalls des Betrugs für schuldig befunden und zu 6 Monaten Ge fängnis verurteilt; auch diesem wurden die bürgerlichen Ehrenrechte abgesprochen und zwar auf 3 Jahre. Die Frau des letzteren wurde mangels Beweises freigesprochen. Das Gericht hielt für festgestellt, daß sowohl Jöckel als auch Weber vermögenslos waren; sie haben diesen Umstand nicht blos verschwiegen, sondern sich auch so gestellt, als seien se vermögend. Auch die Manipulationen mit den wertloset Gewerkschaftspapieren, sowie die von den Angeklagten aus gestellten Wechsel, zielten offensichtlich auf einen Betrug ab. Nicht weniger der Umstand, daß die Angeklagten versuchten, eine Hypothet auf das Anwesen aufzunehmen, ohne daß der frühere Besüßer in einer Weise gesichert war und über haupt noch nichts bezahlt bekommen hat, mußte auf einen Betrug schließen lassen. Die Frau Weber, die als willen loses Werkzeug ihres Mannes angesehen wurde, hatte ar gegeben, sie habe nur getan, was ihr Mann ihr vorsagt. Es wurde ihren Angaben Glauben geschenkt, weshalb ihre Freisprechung erfolgen mußte.

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Ein

guter deutscher

Ostergruss

der auch zugleich ein Hochgenuss, ist eine feine Cigarette,

die hergestellt an deutscher Stätte:

Salem Aleikum"

Salem Alelkum- Cigaretten sind außer zu 312, 4, 5 Pfg. das Stück auch in Luxusqualitäten zu 6, 8 und 10 Pfg. er­hältlich. Diese Cigarette wird nur ohne Kork, ohne Gold­mundstück verkauft. Bei diesem Fabrikate sind Sie sicher, daß Sie Qualität, nicht Konfektion bezahlen. Echt mit Firma:

Jadon Orient.Tabak- u. ,, Yenidze Inh. Hugo Zietz

Cigarettenfabrik"

Dresden.

Zu haben in den Cigarren- Geschäften.

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Vormittags 9% U Bermittags 11 Uh fusgemeinde g Abends 6 Uhr: P

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