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bührenordnung für den neuen Schlachthof mit der Begründ­ung erklärt, daß die Einzelsäte derselben zu hoch seien. Zur Vornahme weiterer Maßnahmen und Schritte bei dem Ministerium wurde ein Ausschuß von 6 Mitgliedern gebil=; det, dessen Ausgabe es auch sein soll, bei der Stadtverwalt­ung dahin zu wirken, daß namentlich die Gebühr für die Nachuntersuchung des von außerhalb gekommenen Fleisches vom 1. April wesentlich erhöht wird. Diese scharfe Stell­ungnahme rechtfertigt die Ansicht, daß bei einem ablehnen­den Verhalten der Stadtverwaltung eine Erhöhung der Fleischpreise eintritt und es wäre gerade im Hinblick auf die allgemeine Lebensmittelteuerung wünschenswert, daß die Parteien zu einer Einigung gelangen.

*)(* Französischer Vortrag. Der Vortrag von Berryer, Professeur de francais, fann leider erst heute abend um 6 Uhr stattfinden und dürfte einen beson deren Reiz durch die Vorführungen von Lichtbildern und durch den Umstand gewinnen, daß der Redner in seinen Ausführungen auch dem nicht französisch sprechenden Teil der Zuhörer gerecht werden wird. Von den durch ihn be- j handelten Themen ist namentlich sein Vortrag über Belgien interessant, das bekanntlich in dem Schoß seiner Städte eine Fülle von Denkmälern der gotischen Bautunst birgt.

-ft Vorsicht am Fernsprecher! Durch zu schnelles und häufiges Drehen der Kurbel am Fernsprech apparat werden so starke elektrische Ströme erzeugt, daß die Beamten des Vermittlungsamts förperliche Beschädigungen erleiden können. Ein solcher Fall ist kürzlich in Teutschen thal bei Merseburg vorgekommen. Die Ober- Postdirektion in Halle( Saale) hat gegen den Schuldigen, einen Inge nieur aus Leipzig, Strasantrag wegen fahrlässiger Körper­verlegung gestellt; der Angeklagte ist zu einer Geldstrafe von 60 Mart verurteilt worden. Also nochmals Vorsicht am Fern, precher!

Aus Hessen und Nagbargevict.

Hungen, 23. Febr. 91 Jahre alt geworden ist der Förster Emmel aus Obornhosen. Beim Kartenspiel erlitt er einen tödlichen Schlaganfall.

* Mörlenbach, 23. Febr. Im Steinbruch der Firma Hartsteinwert Ober- Mengelbach ereignete sich ein er­schütternder Unglücksfall. Die Mutter des im Bruche beschäftigten Arbeiters Johannes von Steht hatte diesem das Mittagessen in den Steinbruch gebracht. Der 20jährige Bursche schickte sich gerade zum Essen an, als ein von der Felswand abstürzender Stein herabsauste und dem jungen Mann vor den Augen seiner entsetzten Mutter den Kops zertrümmerte, so daß der Tod augenblicklich eintrat.

* Aus dem Nistertal. Der Bau der Tal­sperre, mit dem im Frühjahr begonnen werden sollte, scheint wieder aufgeschoben zu sein, denn es sind neue um­fangreiche Vorarbeiten und Erhebungen geplant, wozu staat­liche Beihilfe bereits bewilligt ist. Wie das Herborner Tagblatt" hört, tommt ein neues Hindernis dazu. Das Brauntohlenwerb Caaden bei Westerburg will die wegen Ueberproduktion unverfäuflichen Braunkohlen und Rückstände zur Erzeugung elektrischer Kraft verwerten und die Kilo wattstunde für 15 Pfennige abgeben. Für den Kreis Alten­firchen ist das Unternehmen vorläufig nicht zugelassen wor= den, aber so billig könnte die Nistertalsperre die Elektrizi­tät nicht abgeben.

* Frankfurt. Obstpreise: Aepfel 2. Qualität 14 bis 16 M., Aep el 1. Qualität 18 bis 28; Tafeläpfel 30 bis 50, Birnen 2. Qualität 12 bis 16, Birnen 1. Quali­tät 18 bis 30, Tafelbirnen 30 bis 50, Trauben 60 bis 70, Nüsse 20 bis 25, Haselnüsse 33 bis 35, Kastanien 10 bis 14, Orangen 12 bis 14 pro Zentner.

* Offenbach, 25. Febr. Der verheiratete Schuß mann Groh, Vater zweier Kinder, ist unter Mitnahme einer fürzlich gemachten Erbschaft in Höhe von zirka 4000 Mart mit der Frau eines hiesigen Glasermeisters durch­gegangen. Der leichtsinnige Mensch, dem von seiner vorgesezten Behörde in dienstlicher Hinsicht das beste Zeug­nis ausgestellt wird, war früher in einem Bankgeschäft als Auslaufer tätig.

e Homberg a. O., 24. Febr. Der Ortsge= werbeverein beginnt am Sonntag einen weiteren Buchführungstursus, zu dem sich 11 Teilnehmer gemeldet haben. Außer der Traber'schen Buchführung wird in Ar­beiterversicherung, Gewerberecht, Kaltulation 2c. unterrichtet

werden.

Literarisches,

Die Schaubühne", Wochenschrift für die ge­samten Interessen des Theaters, herausgegeben von Sieg­fried Jacobsohn, enthält in der achten Kummer ihres sech­sten Jahrgangs u. a. auch den Regieplan zu Hermann Bahrs Konzert", das demnächst in Gießen aufgeführt wird. Die Schaubühne" erscheint wöchentlich im Umfang von 32 Seiten und kostet: 40 Pfg. die Nummer, 3,50 M. vier­

35)

Der Sall Welshofen.

Kriminalroman von Wi. Kossat

( Nachdruck verboten.)

Im Grunde Ihres Herzens glauben. Sie, daß man Sie freisprechen wird und darum haben Sie bis jetzt bei aller Verhoren die Aussage verweigert- weil Sie überzeugt sind, auch ohnedies nicht verurteilt Zu werden."

Offers hob den Kopf ein wenig und sah Brümmel mißtrauisch an.

,, Was Sie alles wissen, Sie fluger Mann!" spottete er. Nicht nur meine Vergangenheit haben Sie ausge­forscht, sondern auch meine geheimsten Gedanken. Aber das ist ja jetzt alles gleichgültig!" murmelte er wieder in seinem verzweifelten, trostlosen Ton. Mir hilft niemand mehr, und wenn ein Engel vom Himmel käme, mich zu retten es wäre vergebens Also lassen Sie mich was wollen Sie noch von mir?"

teljährlich, 12 Mark jährlich. Probenummern gratis durch alle Buchhandlungen, Postanstalten, sowie durch den Ver­lag Erich Reiß, Berlin- Westend, Kaiserdamm 26.

Landwirtschaftliches.

Die Kopfdüngung der Wintersaaten soll frühzeitig ausgeführt werden, weil dann bei Beginn des Wachstums den jungen Saaten sofort genügende Nahrung, besonders Stichstoff zur Verfügung steht, sodaß sie sogleich kräftig em­porwachsen können. Solche Pflanzen widerstehen dann besser dem Befall und neigen auch weniger zum Lagern als Saa­ten, die erst spät im Frühjahr eine Kopfdüngung erhalten. Für die frühe Kopfdüngung, die etwa Februar März aus geführt wird, wendet man schwefels. Ammoniat an und gibt 50-100 Pfund auf den Morgen in einer Gabe. Ir­gendwelche Verluste an Stichstoff sind auch bei dem frühe­sten Ausstreuen des Ammoniats, das vom Boden festgehal­ten wird, nicht zu befürchten.

Oeffentlicher Sprechlaal.

chentlich erscheinenden Im Interesse unserer Leser werden wir dem jetzt wö­Sprechsaal,

der allen Abonnenten unentgeltlich zur Verfügung steht, besondere Beachtung schenfen. Gleichzeitig bitten wir von dieser Einrichtung, besonders in Kranten, Unfall-, Invalidenversicherung, Gesinde- und Gewerbegerichts- An­gelegenheiten, Steuersachen, sowie Fragen des bürgerlichen Rechts ausgiebig Gebrauch zu machen. Die Redaktion.

H. B. Lollar. Personen, die wohl zur Zeit, aber noch nicht dauernd invalide sind, haben nach 26wöchentl., mit Erwerbsunfähigkeit verbundener Krankheitsdauer An­spruch auf Krantenrente. Wenden Sie sich an die dortige Bürgermeisterei.

2. Die Unfallversicherung hat vom Beginne der 14. Woche ab Entschädigung zu leisten; außerdem hat der Un­fallverletzte vom Beginn der 5. Woche ab Anspruch auf er­höhtes Krankengeld( mindestens zwei Drittel des Arbeits­verdienstes).

2. W. hier. Räumt der Mieter die innegehabte Wohn­ung nicht nach Beendigung des Mietverhältnisses, so fann der Vermieter für die Dauer der Verzögerung als Entschä­digung den vereinbarten Mietzins fordern. Die Geltend machung eines weiteren Schadens ist nach§ 557 des B. G. B. nicht ausgeschlossen.

Kirchliche Nachrichten für Gießen.

Evangelische Gemeinde.

Sonntag, den 27. Februar, Oculi. Gottesdienst.

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In der Stadtkirche. Vormittags Uhr: Pfarrer Schwabe. Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Marfusgemeinde. Pfarrer Schwabe. Abends 6 Uhr: Pfarrer D. Schlosser.

der konfirmierten weiblichen Jugend der Matthäusgemeinde. Montag, den 28. Februar, abends 8 Uhr: Versammlung Mittwoch, den 2. März, abends 6 Uhr: 4. Passions­Pfarrer Schwabe.

andacht.

In der Johanneskirche. Vormittags Uhr: Professor D. Eck.

Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Johannes= Ge­meinde.

Abends 6 Uhr: Pfarrer Bechtolsheimer.

Abends 8 Uhr im Johannessa a l: Versammlung u. Bibelbesprechung.

Mittwoch, den 2. März, abends 8 Uhr, wird Pfarrer 3öckler aus Stanislau über evangelische Rettungsar­beit im österreichischen Karpathenlande" reden.

Freitag, den 4. März, abends Uhr: Versammlung der konfirmierten weiblichen Jugend der Lukas- und Jo­hannesgemeinde.

Bath lische Gemeinde Samstag, den 26. Februar.

Nachmittags 5 Uhr und Abends 8 Uhr: Gelegenheit zur Hl. Beicht.

Sonntag, den 27. Februar. 3. Fastensonntag.

| Vormittags 7 Uhr: Die erste hl. Messe.

Vormittags Uhr: Gelegenheit zur hl. Beicht.

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16.

Vormittags 8 Uhr: Austeilung der hl. Kommunion. Vormittags 9 Uhr: Hochamt mit Predigt. Vormittags 11 Uhr: Heilige Messe mit Predigt. Nachmittags Uhr: Christenlehre; darauf Passions- An­dacht.

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Nach Altenbuse ck. Die von fremder Hand einge­worfene Fensterscheibe hat, wenn vertraglich keine gegen= teiligen Vereinbarungen getroffen sind, der Vermieter ein­setzen zu lassen.

Auf Ihre Rechnung und Gefahr", ſo schreiben fast alle Fabrikanten und Großkaufleute auf ihre Rechnungen und wollen damit sagen, daß sie für Schaden der Ware, der während der Versendung entsteht, nicht auf­kommen. Wie gerichtlich festgestellt ist, hat aber dieser Ver­merk nur dann Giltigkeit, wenn vor dem endgültigen Ab­schluß des Kauss ausdrücklich vereinbart ist, daß die Ware | ,, auf Rechnung und Gefahr" des Käufers gesandt wird. An­| dernfalls fann der Käufer mit Recht die Annahme der wäh rend des Transportes beschädigten Waren verweigern. H.

Ihnen helfen," sagte der Detektiv, der mit Staunen beobachtete, wie dieser junge Mensch sich ganz wider­sinniger Weise von seinen Stimmungen hin- und hera werfen ließ. Ich bin zwar kein Engel vom Himmel, aber ein, wie ich mir einbilde, ganz tüchtiger Detektiv. Wenn Sie sich bemühen wollten, ein wenig vernüftig und be­sonnen zu sein und offen mit mir zu sprechen, so bin ich überzeugt, daß ich Ihnen recht gut nüßlich sein fönnte."

Mir kann niemand nützlich sein, ich bin verloren," beharrte der Italiener eigensinnig. ,, Wie kann man sich verloren geben, wenn man das Bewußtsein hat, unschuldig zu sein?"

Unschuldig? Halten Sie mich denn wirklich für un­schuldig?" fuhr Olfers auf."

Mein Wort darauf, daß ich es tue. So sicher, wie ich weiß, daß ich hier vor Ihnen stehe, so fest bin ich überzeugt, daß Sie an Graf Welshofens Tod unschuldig sind," sagte der Detektiv fest.

Offers betrachtete ihn mit unsäglichem Erstaunen, un­gefähr so, als ob er ein fremdländisches Tier wäre.

Troßdem Sie meine Vergangenheit kennen, von meiner

Eingesand t.

Der Genuß an den gesanglichen Leistungen im gestrigen Konzert des Konzertvereins ist den in den ersten Reihen sitzenden Zuhörern durch das Orchester zum Teil verloren wesen, daß die Orchestermitglieder ein wenig nach den Sci­gegangen. Wäre denn nicht leicht dadurch abzuhelfen ge­ten gerückt, so daß wenigstens die Solisten etwas freier gewesen und mehr in den Vordergrund gelangt wären?

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die besten!

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Schmugglergeschichte wissen, und vielleicht noch mehr?" Das letztere war sehr zögernd gesprochen.

Noch mehr das heißt von jener Geschichte in Ne­apel- damals, als Sie aus Eifersucht auf Anita Brusio den Long- Bell niederstachen."

Er weiß auch das!" murmelte der Unglückliche. ,, Auch das! Ja, Mensch, sind Sie denn allwissend?"

Brümmel vermochte sich in diesem Augenblick einer Regung geschmeichelter Eitelkeit nicht zu erwehren.

Ich bin Detektiv und, wie ich bereits bemerkte, ein, wie ich mir einbilde, ganz tüchtiger," äußerte er mit stol­zer Bescheidenheit.

Eine Pause entstand. Offers schien wieder in sein dumpfes Brüten verfallen zu sein und Brümmel beobach­tete ihn nachdenklich. Dann begann der lettere:

,, Da Sie nun doch sehen, Herr Olfers, daß ich über alles, was Sie betrifft, orientiert bin, so sollten Sie wirk­lich nicht zögern, eine ganz rückhaltlose Beichte mir ge­genüber abzulegen. Denn manche Zusammenhänge sind mir doch nicht ganz klar, und wenn ich Sie retten soll, muß ich auch die kennen."

Ja, aber inwiefern haben Sie denn ein Interesse daran, mich zu retten?" erfundigte sich Olfers.

,, Eben weil ich Detektiv bin das ist doch sehr ein­fach. Ich will Ruhm ernten. Also nochmals- erzählen Sie mir alles. Es hat ja doch keinen Zweck weiter mir etwas verbergen zu wollen. Da ich die Hauptsachen alle kenne wahrscheinlich auch noch einiges, das selbst Ihnen verborgen ist."

In Olfers Brust ging ein heftiger Kampf vor. So lange hatte er sich Schweigen zum Geseß gemacht, daß es ihm jezt schwer wurde, es zu brechen, troßdem er eigent lich feinen Grund mehr dafür sah. Er stand von seinem Stuhl auf und ging unruhig im Zimmer auf und ab, um dann vor Brümmel stehen zu bleiben.

,, Was wollen Sie denn eigentlich wissen?" fragte er müde. Sie sollen mir Ihr ganzes Leben erzählen, soweit der" Clown Long- Bell und Anita Brusio darin verwickelt find", entgegnete Brümmel. Da jener schwieg, sagte er: Sie kennen den Long- Bell seit Ihrer Kindheit Sie kannten ihn damals schon, als Ihre Eltern noch nicht

Freitag um 7 Uhr ist Segensmesse.

Dienstag und Freitag, abends um Uhr ist Fasten­

Andacht.

Methodisten- Gemeinde.

Dienstag, den 1. März 1910: Singstunde 9 Uhr abends. Mittwoch, den 2. März 1910: Jugendbund ½ 9 Uhr abends. Donnerstag, den 3. März 1910: abends 9 Uhr: Bibel­und Gebetsstunde.

Verantwortlich: Albin Klein, Gießen.

Nach Spiel und Tanz

bereitet köstlichen Genuss die Cigarette des Feinschmeckers: ..Salem Aleikum". Keine Aus­stattung, nur Qualität. Echt mit Firma: Orientalische Tabak- und Cigarettenfabrik

,.Yenidze"

Inh. Hugo Zietz. Dresden.

Salem Aleikum- Cigaretten sind ausser zu 32, 4, 5 Pfg. das Stück auch in Luxusqualitäten zu 6, 8 u. 10 Pfg. erhältlich. Diese Cigarette wird nur ohne Kork, ohne Goldmundstück verkauft. Bei diesem Fabrikate sind Sie sicher, dass Sie Qualität. nicht Konfektion. bezahlen.

geschieden waren und Sie noch mit ihnen in Neaser lebten?"

Offers nickte. Dann sette er sich auf den Stuhl, den er vorhin verlassen und sprach träumerisch:

Der James Todd und die Anita waren meine Spiel­gefährten, trotzdem Todd acht Jahre mehr zählte als ich. Anitas Vater, der Seile und Nebe fabrizierte, hatte sich, nachdem sein Vater bei seinen Gymnastikervorstellungen das Genick gebrochen, seiner angenommen. Er war unser Nachbar und wir Kinder schienen unzertrennlich. Aber der James war immer schon ein hinterlistiger, falscher Bursche und ich so wahnsinnig eifersüchtig auf ihn, daß es, wie man sich leicht denken kann, fortwährend Schlä­gereien zwischen dem James und mir gab. Einmal bin ich sogar mit dem Messer auf ihn losgegangen und wer weiß, ob ich ihn nicht getötet hätte, wenn die Anita sich nicht zwischen uns geworfen hätte. Einen Kuß und eine Locke von ihrem Haar versprach sie mir, wenn ich von dem James abfieß, und da freilich- Ach, es weiß ja teiner, wie schön sie damals schon war! Ihre Augen glänzten wie Sterne und ihr kleiner Mund war rot wie Die Granatblüten die sie sich so gern ins Haar steckte, und wenn sie tanzte, sie tanzte die Tarantella so schön dann dann

Offers Augen verloren sich ins weite und minutenlang träumte er vor sich hin. Dann fuhr er auf und sprach mit bedeckter Stimme weiter:

,, Es war eine Zeit voll Süßigkeit und Bitternis mein Kinderparadies, in dem giftige Schlangen wohnten, die sich mir um den Hals ringelten. Aber ein Paradies doch! Und noch schöner wurde es, als plöblich eines Tages eine indische Gauklerin erschien, die sich für die Mutter des James ausgab und ihn mit sich fortführte. Er ging, sagte er, um Geld zu verdienen und dann die Anita als seine Frau holen zu können. Ich glaubte aber, daß er nie wiederkehren würde und war glückselig, weil ich mein findliches Lieb jetzt allein für mich hatte. Aber nicht lange, dann nahm mein Vater mich von der Mutter fort und zog mit mir nach Deutschland.

( Fortsetzung solgt.)

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