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jetzt vorgeschlagene Fassung des Entwurfs könne, so führte der Minister aus, allerdings keinen Anspruch darauf ma­chen, eine vollkommen ideale Lösung der Materie mit sich zu bringen. Sie stelle aber gegenüber dem geltenden Recht eine so bedeutende Verbesserung dar, daß ihre Annahme im Interesse der Gemeinden und einer gerechteren Verteil­ung der Steuerläſten dringend zu empfehlen sei. In dem Maße, in dem das Haus hierzu bereit sein werde, wachse die Hoffnung, daß auch das andere Haus seinen Beitritt nicht versagen werde, um nach zehnjähriger Arbeit dem Lande und den Gemeinden auf diesem wichtigen Gebiete die Ruhe und die Arbeitsmöglichkeit zu verschaffen, die sie brauchten und forderten. Auf Antrag des Abg. Molthan wurde hierauf die Situng abgebrochen.

Lokales.

Gießen, 23. Juni 1910.

** Ernannt wurde zum Geometer 2. Kl. für den den Kreis Gießen Wilh. Lehr- Daubringen.

** Zur Rechtsanwaltschaft bei dem Landgericht der Provinz Oberhessen wurde Gerichtsassessor Schneider­Gießen zugelassen.

* Universität. Das Jahresfest der Universität am 1. Juli wird sich auch in diesem Jahre wieder den gleichen Festlichkeiten der früheren Jahre würdig an­schließen können. Die Feier wird mit dem Vortrag des Einzug der Gäste auf der Wartburg" und des Denn die Herrlichkeit Gottes des Herrn" aus dem Haendelschen Oratorium Messias" eröffnet. Es folgt die Festrede des Rektors, der sich der Vortrag des " Halleluja" aus dem Messias" anschließt, während mit der Jubel Ouvertür von Karl Maria v. Weber die Feier ihr Ende erreicht.

** Militärisches. Befördert zu Oberleutnants die Leutnants: Koch( Gießen) der Rese: ve des Kaiser­Regiments und Bernhard( Gießen) der Landwehr- In­fanterie 1. Aufgebots.

* Städttschee. Die Stadtverwaltung hat jetzt neue Kehrichtwagen angeschafft, welche mit dem Vorzug einer großen Bequemlichkeit eine ebenso große Haltbar­feit verbinden und als eine besondere Neuerung: Vor­richtung zur Aufnahm des Kehrichts von der Straße besitzen.

* Mathilden stiftung. Die Hauptversamm lung der Mathildenstiftung der Provinz Oberhessen wird am nächsten Dienstag im Regierungsgebäude stattfinden.

* Goldenes Jubiläum. Dieser Tage konnte die Obsthändlerin Elisabethe Weber aus Großen- Linden auf eine 50jährige Tätigkeit als Obstverkäuferin zurückblicken. Ihre Verkaufsstelle befindet sich am Eingang des Selters­weg.

Schutzmann Bernhard * Silberne Hochzeit. Krause und Frau begingen gestern das Fest der silbernen Hochzeit. Seitens der Vorgesetzten wie der Berufs­kollegen wurd n dem Jubelpaar zahlreiche Glückwünsche zuteil.

* Unfall. Der Müllerknecht Philipp hatte sich aus dem Fenster seiner in dem Hause Schüßenstraße 17 befind­lichen Wohnung gelehnt. Er verlor hierbei den Halt und stürzte in den Hof, wo er erheblich verlebt liegen blieb. Der Verunglückte wurde nach der Klinik gebracht.

* Sonnenwendfeier. Am Dienstag versam melte sich abends die hiesige Freie Studentenschaft auf dem Schiffenberg, um die Sonnenwende feſtlich zu begehen. Die Feier gestaltete sich gleichzeitig zu einer Ehrung für den Dichter Freiligrath, seit dessen Geburt in diesem Jahre be­kanntlich 100 Jahre verflossen sindh Universitätsprofessor Kinkel widmete dem vom nun ab immer tiefer sintenden Tagesgestirn ein hinreißendes Gedicht, während Redakteur Kühler in einer längeren Rede des Lebens und Wirkens Freiligraths gedachte.

* Städtet a g. Der hess. Städtetag, der unter Beteiligung der Bürgermeistereien von Mainz, Darmstadt, Offenbach, Worms und Bingen im Stadthaussaale in Mainz stattfand, beschäftigte sich mit dem Antrag der Ersten Kam mer betreffend die Besteuerung der forst- und landwirtsch. Betriebe nach dem Ertrage statt nach dem gemeinen Wert und es wurde hiergegen entschieden Stellung genommen. Bezüglich der einzuführenden Besteuerung sollen die ört= lichen Verhältnisse in erster Linie maßgebend sein.

* Siechenanstalt. In dem Jahre 1908-1909 zählte die Provinzial- Siechenanstalt im ganzen 325 Krante, von denen 162 männlichen und 163 weiblichen Geschlechts waren. Die Armenpflege hatte die Unterhaltungskosten von 286 Besuchern zu bestreiten. Im Laufe des genannten Zeitabschnittes verschieden 31 Kranke, während 19 Personen

entlassen wurden. Der Rechnungsbericht schloß in Einnah­men und Ausgaben mit 143 040 Mt. ab.

Stadttheater Gießen.

Dienstag, den 21. Juni 1910. Der Vogelhändler.

Operette in 3 Atten von M. West und L. Held, Musik von Carl Zeller.

* Obstbauverein. Für die Obstzüchter unseres Kreises dürfte es wohl von Interesse sein, daß am tom­menden Sonntag in Grünberg im Gasthaus zum Hirsch", nachmittags 3 Uhr, die Bezirksversammlung des Oberhess. Obstbauvereins für den Kreis Gießen stattfindet. Die Ver­sammlung bringt unter anderen wichtigen Punkten der Ta­gesordnung zwei Vorträge. Dr. Hoffmann- Friedberg spricht über Das Zusammenarbeiten des Oberh. Obstbauvereins mit dem Landwirtschaftskammer- Ausschuß", Obstbautechniker Wenck behandelt das Thema Die Bekämpfung des Schorf­pilzes durch Sprizmittel". Gerade letzterer Vortrag wird für manchen Obstzüchter neue Winke bringen. Alle Obst= züchter wie besonders die Mitglieder des Vereins, die Gr. Bürgermeister und Lehrer sind herzlichst eingeladen.

Ein

reger Besuch der Versammlung wäre im Interesse des im­

mer weiter fortschreitenden Obstbaues sehr erwünscht.

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=? Die hess Krantentassen. Im Großher­zogtum gibt es sieben Ortsfrankenkassen, 5 Innungsfran­tentassen und 34 Betriebs-( Fabrit) Krantentassen, die das Reichsarbeitsblatt berichten. Diese Kassen haben rund 64 000 männliche und 30 200 weibliche, zusammen also 94 200 Mitglieder. Hessen zählt jetzt etwa 1 300 000 Ein wohner; diese Krankenkassenmitglieder machen also den 13,8 Teil der Gesamteinwohnerschaft Hessens aus.

* Lehrer und Kirchendienst. Der hessische Landeslehrerverein hat an die zweite Kammer eine Ein­gabe gerichtet, in der um Aufhebung des Artikels 50 des Volksschulgesetes ersucht wird, nach dessen Bestimmungen die Lehrer an Volksschulen verbunden sind, die kirchlichen Funktionen als Organist, Kantor oder Vorleser in denjeni= gen Gemeinden gegen angemessene Vergütung zu überneh­men, in welchen die Verbindung dieser Funktionen mit der diese Funktionen nicht in die ordentliche Schulzeit fallen. betreffenden Schulſtelle herkömmlich ist, vorausgesezt, daß Der Landeslehrerverein beantragt die Uebernahme firch= licher Funktionen in das freie Ermessen des Lehrers zu stellen.

* Halbe M art. Mit dem 30. September 1910 läuft die Frist ab, innerhalb deren die außer Kurs gesetz­ten Fünfzigpfennigstücke der älteren Geprägeformen mit der Wertangabe 50 Pfennig" durch die Reichs- und Landes­tassen noch einzulösen sind.

Aus Hessen und Nachbargebiet.

* Buzzbach. Nach dem finanziellen Ergebnis vom kürzlich hier stattgefundenen oberhess. Feuerwehrfest dürfte dem festgebenden Verein ein Ueberschuß von mehreren hun­dert Mart verbleiben. Buzbach. In einer hiesigen Fabrik wurde der 20jährige Arbeiter Konrad Heßler von dem Treibriemen erfaßt und an die Wand geschleudert. Er verstarb bald da­rauf. * Friedberg. Ein großer Automobil- Omnibus, welcher etwa 24 Personen faßt, soll von nächster Woche ab den Personenverkehr zwischen Friedberg und Bad- Nauheim vermitteln.

* Fernspcechanschlüsse Im Interesse möglichst frühzeitiger Inangriffnahme der Arbeiten zum weiteren Ausbau der Fernsprechanlagen ist es erforderlich, daß die Anmeldungen neuer Fernsprechanschlüsse spätestes n bis zum 25. Jult den Kaiserlichen Telegraphenan. ftalten vorliegen. Verspätet angemeldete Anschlüsse, die infolgedessen außerhalb des Bauplans nur mit mehr­aufwendungen( z. B. durch besondere Entsendung einer Baufolonne usw.) herzustellen sind, werden in dem laufenden Bauabschnitt nur dann ausgeführt, wenn die Antragsteller zu den entstehend. Mehrkosten, die den Be­trag von 50 M. übersteigen, den wirklich aufgewendeten Kostenbetrag erstatten.

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* Friedberg. Ein sehr aufregender Vorfall spielte sich gestern hier ab. Im Laufe des Nachmittags wurden die Bewohner von Friedberg durch einen heftigen Knall erschreckt. In dem Rathaus war eine Bombe ex plodiert! Während alles nach der Bürgermeisterei eilte, deren Treppenhaus vollkommen zerstört war, versuchte ein Fremder sich in die Reichsbank gewaltsam Eingang zu verschaffen. Er wurde jedoch durch den herbeieilenden Di­rektor an seinem Vorhaben gehindert und war genötigt, auf einem bereit gestellten Rade die Flucht zu ergreifen. Während derselben ließ der Einbrecher kein Mittel unver­sucht, seine zahlreichen Verfolger von sich abzuschütteln. Einer der Schüsse, welche er aus seinem Revolver abgab, traf ein 10jähriges Kind in den Unterleib. Die wilde Jagd ging bis Bad Nauheim, wo sich der Fremde, in die Enge getrieben, durch einen Schuß lebensgefährlich letzte. Er starb bald nach seiner Einlieferung in das Kran­tenhaus. Die später eingeleitete Untersuchung ergab, daß der Unbekannte im Burg- Hotel abgestiegen und aus Halle gebürtig war. Gleichzeitig konnte ein Zusammenhang zwi­schen dem Einbruch und der Bombenexplosion in dem Rat­haus festgestellt werden, welche die Aufmerksamkeit der Be­wohner von Friedberg von dem Einbruch in der Reichsbank ablenken sollte.

** Von der preußischen Klassenlotterie! Es bestätigt sich, daß die Stammlose der preußischen Klassen­lotterte am 1. Januar t. Ihrs. um 76 000 Nummern vermehrt werden, während jedoch die Zahl der Freilose, 32 000, bestehen bleibt. Man hofft durch die Ver­mehrung das Spielen in auswärtigen Lotterien zu ver­hüten und die Spieler aus den Händen von Prämien­und Serienlosschwindlern zu befreiten, gegen die auch in Preußen gesetzlich vorgegangen werden soll.

Man lacht, man freut sich, aber man macht sich doch auch seine Glossen! Ich habe mich schon oft gewundert, daß sich in Operetten leichter streichen läßt, ohne daß scheinbar der Gesamteindruck dabei litte; bei Dramen wird ja manch mal auch gestrichen und manche Stücke verdienten wirklich, ganz gestrichen zu werden. Dazu gehört der Vogelhändler" nun nicht; vielmehr werfe ich die Frage auf, ob der letzte Aft nicht durch seine Lücken und Kürze etwas dürftig drein­schaute? Das Fehlen der musikalischen Nummern wird nur mangelhaft oder gar nicht ersetzt durch die Szenen, in denen das gesprochene Wort den Ausschlag gibt, auch wenn mit allen erlaubten und unerlaubten Mitteln eine drastisch- ko­mische Wirkung angestrebt wird. Für Kalauer und an den Haaren herbeigezogene Wortwißeleien und Späße, die nur zünden vermöge ihrer Abstammung von der Zirkuskomit, haben nicht alle Zuschauer das gleiche Interesse; wenn ich auch nicht abstreiten will, daß man zuweilen dem Publikum eine nur manchmal berechtigte Interesselosigkeit an verbor­genen Feinheiten vorwirft, wenn man auch gern behaup= tet, es sei abgeftumpft gegen jede leise Regung unauf­dringlicher, vornehmer Komit und geistreichen Wizzes, der so selten ist, so heißt es doch die Psyche der Menschen, die im Schauspielhaus nach Logen, Parket und Rang getrennt zusammenkommen, verkennen, will man sie mit plumpen Späßen zufriedenstellen. Der Komiter ist in meinen Au­gen kein guter Komiter, der eine Pointe, die oft gar keine ist, so dressiert und durch Betonung und Ins- Publikum sprechen so forziert, daß sie lediglich durch diese Mittelchen einschlägt; es ist ja ganz nett, zu wissen, jetzt müssen sie lachen wenn auch nur der Olymp- sie lachen, schütteln sich vor Lachen, das ist die Hauptsache. Ob's fünstlerisch ist?

Als guten Spaßmacher wie immer zeigte sich Hermann Norden als Kurfürstlicher Wald- und Wildmeister, Ba­ron Weps, wählerischer in seinen komischen Mitteln im 1. Aft als in den beiden folgenden. Als Regisseur baut er in das Ganze gern seine Späßchen, die meistens auch den gewünschten Erfolg nach sich ziehen.

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* Friedberg. An der Großh. Obstbauschule fin­det vom 18.- 20. Juli ein Beerenobst- Werwertungskursus statt. Es werden erteilt theoretische und praktische Unter­weisungen in der vollkommenen Verwertung sämtlicher Bee­renobstarten, zu Wein, Säfte, Liköre, Gelee 2c. Der Un­terricht beginnt vormittags 9 Uhr und nachmittags 2 Uhr. Das Honorar beträgt für Teilnehmer und Teilnehmerinnen aus Hessen 3 Mart, sonst 5 Mt. Weitere Auskünfte erteilt Gr. Direktion der Obstbauschule.

* Münzenberg. Ein größerer Wandelvogelton­vent wurde hier abgehalten. Gegen 200 lustige Wander. vögel der Ortsgruppen Gießen, Marburg, Laubach, Bad­Nauheim und Frankfurt a. M. hatten sich auf dem nahen Steinberg zu fröhlichem Treiben zusammengefunden.

* Alsfeld. Das Jahresfest des Alsfelder zweig­vereins der Gustav Adolf- Stiftung wurde in Brauerschwend begangen. Im Festgottesdienst, bei dem der Posaunenchor aus Wallenrod mitwirkte, predigte Pfarrer Knöpp aus Darmstadt.

* Marburg. Der hier vor einigen Jahren gegrün­dete Marburger Spar- und Bauverein, der bereits mehrere Familienwohnhäuser erbaute, hat jetzt wieder ein größeres Baugelände erworben, um noch weitere Häuler zu errich­tau

Recht gut war das belebte Spiel der Chor- Szenen; nur im Finale des 1. Aktes war scheinbar für das ganze ver­sammelte Landvolk und die Gemeindeausschüsse, die von Franz Wiederhold, Albert Ruch, Rolf Gunolt und Kurt Goldberg gut als Herren von Dumbach dar­gestellt wurden, die Parole ausgegeben: Rechts, richtet Euch!" Eine rühmliche Ausnahme machten zeitweise die beiden Tiroler, Luise v. Gloeden und Lotte Wen= de l, aber nur zeitweise. Daß man die Menschen nicht in einer Reihe aufstellt, ist eine alte und doch neue Weisheit; daß man Volksszenen, oder Massen- Szenen, wie man es nun nennen will, in wechselnde, bewegliche Gruppen auf läst, das wenigstens sollte heute noch manches Theater von den oft zu Unrecht geschmähten Meiningern ler­nen. Leider hat man sie in manchem falsch verstanden und - übertrieben!- Noch eine Frage: nimmt die Komtesse zur Rechten oder zur Linken der Kurfürstin Platz?

Ueber das Werk der Libeettisten kann ich mich kurz | fassen; sie haben in die kleinen Verwickelungen Lieder ein­gestreut, die es dem Komponisten Earl 3 eller gestat­teten, gefällige Melodien anzubringen; denn Zellers Haupt­stärke, die sich in seinem Obersteiger" fund gibt und in den Liedern seines Nachlasses sich bestätigt, liegt in der Behand­lung des volkstümlichen Liedes. Doch vermißt man feines­wegs eine sorgfältige Instrumentation; so kam auch vor dem dritten Akt der Vogelhändler- Walzer sehr schön zum Vor­trag. Ein Lob, das in gleicher Weise dem Orchester und dem Dirigenten Alfons Mourot gilt.

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Langsdorf. Unter Führung des Schulrats Kleinschmidt- Gießen fand eine Besichtigung der nach dem Langsdorf- Gießener System eingerichteten Fortbildungs­schulen zu Langsdorf und Bettenhausen statt. Die Besich­tigung hatte den Zweck, den kursisten in landwirtschaft­licher Naturkunde für Fortbildungsschulen nach dem System Leidich- Gisevius eine praktische Anschauung zu vermitteln. Außer einer Anzahl Reichsdeutscher nahmen mehrere der österreichischen Regierung zum Studium nach Gießen be­orderte Herren teil, welche sämtlich von den Vorführungen in Langsdorf und Bettenhausen sehr befriedigt waren.

Die beiden Hauptrollen, Vogelhändler und Briefchri­stel, lagen bei Frizz Seybold und Grete Brill in den besten Händen; Frizz Seybold, mehr Salontiroler, ver­suchte sich z. A. glücklich im Dialekt und im Schuhplattler;

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* Goddela u. Landwirt Fint von Dirlammen, der vor kurzem seine Frau mit der Art übel zurichtete, ift als Geisteskranker in die Landesirrenanstalt Philippshospi tal bei Goddelau verbracht worden. Das Strafverfahren ist bereits eingestellt.

* Offenbach a. M. Die drohende Aussperrung in den Schuh- und Schäftefabriken Offenbachs, Frankfurts und der Umgegend ist beseitigt worden, nachdem die Ar­

sehr schön sang er im 2. Aft das Lied: Wie mein Aehndl 20 Jahr" mit dem wiegenden Walzerrefrain Noch einmal"; sehr gut gefiel mir der Vortrag des 2. Verses, wie aus dem Munde des alten 70jährigen. Auch in dem Duett( 1. Akt) mit der Kurfürstin Marie- Else Rosarita Schenkt man sich Rosen in Tirol", ernteten beide wohlver­dienten Beifall; entweder war die Sängerin heute besser disponiert als neulich, oder- wie dem auch sei- hente flang ihre Stimme gleichmäßiger, abgerundeter; sie gab die Töne leichter, weniger angestrengt. Noch ein Wort Grete Brill, die sich fesch und geschmackvoll im Kostüm, ausdrucksvoll und ganz bei Stimme mur an zwei Stel­len fielen die Töne etwas brüchig, nicht ganz richtig aus heiter, ernst, troßig und feck im Spiel, schön mit ihrem Eingangsliedchen: Ich bin die Christel von der Post" ein­führte und dabei in einem so anmutigen, graziösen Polka­Pas! Hervorheben muß ich unbedingt ihr Tanzduett mit Schau mir Graf Stanislaus Hans Wernert

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nur recht ins Gesicht", das lebhaft bejubelt wurde und wiederholt werden mußte. Hans Wernert sang u. spielte den Grafen und Pseudo- Kurfürsten recht gewandt; auch am Arm seiner Millionenbraut, der Baronin Adelaide, die durch Lore Scholz die typische Verkörperung als verliebte Alte oder alte Verliebte fand.

Der Professoren- Marsch, die ganze Prüfungsfarce ähnelte schon mehr einem besseren Bierulf einer fidelen Stu­dentenkneiperei. Curt Gühne und Friedrich Timian fühlten sich scheinbar in diesen übertrieben derben Karita­turen sehr wohl.

Otto Conradi, der den Dorfschulzen gab, ver­stand man beim Singen faum; erwähnen will ich noch die Wirtin( Hilda Thede) und Jette( Charlotte Hill) im 1. Att.

Das Haus war gut besucht und amüsierte sich recht gut an den Späßen des Regisseurs, mehr hoffentlich an dem H. F. O. Werk des Komponisten.

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