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Nr. 61.
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Gießen, den
Grokb
Termitenbauten.
Hervorragend eigenartige Termitennester, wie man ste in unseren afrikanischen Kolonien trifft, sind die sogenannten Hutpilznester einiger Entermesarten( s. Abb.). Diese aus Erde mit Quarzkörnern vermengten Bauwerke stehen wie Riesenpilze im feuchten Buschwald zu Gruppen um die Stämme der Bäume. Gigantischen Herenringen gleich, gewähren sie einen merkwürdigen Anblick. Eine noch seltsamere Abart dieser Pilznester sind solche, deren ,, Stiel" nicht bloß schlicht glatt, sondern der mit
Von K. Diederichs. on jeher haben die seltsamen Nester der Termiten die zu den schwersten Werkzeugen, ja zu Pulver und anderen höchste Bewunderung aller Tropenreisenden erregt. Sprengmitteln greifen mußten, wenn sie das Innere der Und das mit Recht, denn zweifellos übertreffen diese Bauwerke aufdecken wollten. alles, was man an tierischen Bauwerken überhaupt kennt, bei weitem. Dazu treten die Termitennester innerhalb begrenzter Bezirke nicht selten in so großer Anzahl auf, daß sie der Landschaft ein besonderes, höchst eigenartiges Gepräge verleihen können. Zum Beispiel ist das der Fall in gewissen Distrikten Australiens, deren ,, Termitenstädte" berühmt sind. Hinsichtlich der Größenverhältnisse variieren die Bauwerke der Termiten sehr. Man trifft solche, deren Erbauer gleichsam erst in den Anfangsstadien der Baukunst stecken, neben riesengroßen, höchst vollendeten Bauten. Solche große Bauwerke sind z. B. die Hügelnester der kriegerischen Ter
miten Afrikas, die eine Höhe von zwei bis drei Meter erreichen, bei einem Basisumfang von acht bis zehn Meter, also tierische Bauwerke, die die Wohnungen der Einge
Geöffnete Königszelle eines Termitenbaues mit der Puppe.
borenen bei weitem überragen. Das Verblüffendste aber, was diese Insekten fertig bringen, leisten einige Termitenarten Australiens( 3. B. Entermes pyriformis), deren Nester wahre Turmbauten, von sechs bis sieben Meter Höhe und einem Basisdurchmesser von anderthalb Meter, darstellen. Diese Kolossalbauten sind nicht nur die größten Termitennester, sondern zugleich die großartigsten tierischen Bauwerke überhaupt. Beim Anblick derartiger Wunderwerke muß man staunen, wie es möglich ist, daß so winzige Tiere die Erbauer sind. Man lernt hier die Macht
Hutpilznest einer Termitenart in Kamerun.
des Kleinen in seinerganzen Wucht begreifen. Ebenso zahlreich wie die Termi tenarten selbst sind auch ihre Nestertypen. Keine einzige Art baut nach dem= selben Sche ma, ja nicht einmal immer die Mitglie= der derselben Fa= milie. Als Baumaterial dient zerkautes Holz und Erde; entweder beides zusammen oder jedes für sich allein. Den Kitt zum Verbinden der Masse liefert den kleinen Baumeistern ein Sekret, das aus besonderen Drüsen ausgeschieden
wird.
Damit
führen sie ihre Häuser auf, die eine enorme Wi
derstandskraft und Härte besitzen. Forscher berichten darüber, daß ste
mehreren etagenförmigen Krausen verziert ist.
Aber nicht allein auf dem Erdboden bauen die Termiten ihre Nester, sondern auch bisweilen hoch oben im Geäst der Bäume; auch dort gibt es reine Erdnester, meistens jedoch sind die Baumnester aus Holzkarton verfertigt.
So verschiedenartig das Aeußere der
Termitenhäuser ist, so übereinstimmend ist meistens die innere Einrichtung derselben. Im Zentrum des Nestes befindet sich immer das wichtigste Gemach, die Kammer der Königin. Um diesen Kern, der ganz besonders fest und stark gebaut ist, gruppieren sich zahlreiche mehr oder minder umfangreiche Räume für die Brut und die übrigen Mitglieder des Staates, die Arbeiter und Soldaten. Das hervorragendste Wesen des Familienstaates ist die Königin. Sie ist von enormer Größe und in ihrer Zelle fest eingemauert. Ihrer alleinigen Aufgabe der Vermehrung und Ergänzung der Kolonie wird sie im größten Maßstabe gerecht. Ihre Fruchtbarkeit
ist so
enorm,
wie vielleicht bei keinem andern Tier der
Erde. Tag um Tag er
folgt eine wahre Sand- am- MeerProduktion von Eiern; man hat bis zu 30 000 Stück am Tage gezählt. Und man bedenke: das dauert jahrelang fort!
Zweifellos spie len die Termiten vermöge ihrer kolossalen Anhäufung und ihres Zusammenlebens von Millionen einzelner Individuen eine große Rolle in der Tierwelt. Das wird sogar der Mensch zu seinem eigenen Schaden gewahr. Kenner der Tropen haben oft gebehauptet, nug
daß nicht die
Durchschnittenes Hutpilznest einer Termitenart in Kamerun.
großen Raubtiere am meisten zu fürchten seien, sondern vielmehr jenes Kleingetier: Mücken, Ameisen und Termiten. Tatsächlich gehören die letzteren zu den gefährlichsten und gefürchtetsten Schädlingen der Tropen. Nichts ist vor den gewaltigen Kiefern dieser Insekten sicher. Balken, Bretter, Leder usw., alles fällt ihnen zum Opfer. Besonders der Umstand, daß die Termiten
Sprüche der Lebensweisheit. Die Wünsche des Volkes, die selten auf gründlicher Forschung beruhen oder aus etwas anderem als ihren augenblicklichen Empfindungen hervorgehen, stimmen selten mit echter Politik und wahrem Vorteil überein.
Ein Hochzeitslied.
Photographie und Verlag von Franz Hanffstaengl, München.
völlig im verborgenen wühlen, macht sie so unheimlich und erschwert auch ihre wirksame Bekämpfung. Bis zum letzten Augenblick bleiben die Wände des befallenen Gegenstandes äußerlich intakt, um dann plötzlich und unerwartet in sich zusammenzubrechen. Auf diese Weise sind ganze Zimmereinrichtungen, ja so= gar Häuser den Kiefern der Termiten zum Opfer gefallen. 國
G. Washington.
Der Mensch, wie sehr ihn auch die Erde anzieht mit ihren tausend und abertausend Erscheinungen, hebt doch den Blick sehnend zum Himmel auf, weil er tief und klar in sich fühlt, daß er ein Bürger jenes geistigen Reiches sei, woran wir den Glauben nicht abzulehnen, noch aufzugeben vermögen. Goethe.
Wer euch sagt, daß ihr anders reich werden könnt als durch Arbeit und Sparsamkeit, der betrügt euch, der ist ein Schelm. Benjamin Franklin.
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