Wie Frankreich ausstirot.
Die immer zunehmende Entvölkerung Frankreichs, die eine so schwere Gefahr für das Wohl und die Zukunft diefes Landes bedeutet, enthüllt sich in ihrer ganzen Ausdehnung in den statistischen Zahlen, die ein inhaltsreicher Aufsatz von Charles Torquet in einer viel gelesenen französischen Zeitschrift zusammenträgt. Das Ende Frankreichs", so lautet der Schreckensruf, den man schon ießt anstimmen kann und der in hundert Jahren bereits zur Wahrheit werden könnte, wenn nicht bis dahin eine Aenderung der rapiden Geburtsabnahme eintritt. In den Jahren 1896 bis 1901, in denen Deutschland an Einwohnerzahl mehr als vier Millionen zunahm, wuchs die Bevölkerung Frankreichs im ganzen um 330,000 Einwoh ner. Da die Einwohnerzahl eines französischen Departements im Durchschnitt 447 815 Seelen beträgt, so hat sich also Deutschland in dieser Zeit um eine Bevölkerung von 9 französischen Departements vermehrt, während Frankreich faum die Einwohnerzahl einer größeren deutschen Stadt für sich gewann. So wird das Wort Moltkes: Die Franzosen verlieren jeden Tag eine Schlacht", zu stets bitterer Wahrheit. 1950 wird Frankreich an letzter Stelle unter den Großmächten Europas stehen, auch von Italien um 2 Millionen überholt. Dabei ist das französische Land an Hilfsquellen reicher als jedes andere, und doch wird es bei diesem Zusammenschrumpfen seiner Menschenkräfte den Konkurrenzkampf nicht mehr aushalten. Vor 35 Jahren waren die Militärkräfte numerisch denen des vereinigten Deutschland. noch gleich; im Jahre 1911 werden wir Deutsche noch einmal so viel Männer besißen, die im Kriegsfall unter die Waffen treten, um das Vaterland zu verteidigen, und nicht nur militärisch, auch in Handel und Industrie muß Frankreich darauf verzichten, an dem groBen Weltwettkampf sich zu beteiligen. Da die Rivalen mehr Arbeiter haben, können sie mehr Waren produzieren und die französischen Fabrikate vom Weltmarkte verdrängen. Da die Franzosen fast gar nicht mehr auswandern, sind sie natürlich auch in fremden Ländern als Kaufleute nicht mehr stark vertreten, während Deutsche, Italiener, Belgier, Engländer als Arbeiter und Händler überall zur Stelle sind.
Alle die Maßregeln, die man bisher gegen die Entvölkerung zu ergreifen versuchte, waren umsonst; das viele Kopfzerbrechen der Gelehrten und der Behörden hat nichts genußt. Die Bevölkerungsziffer nimmt von Jahr zu Jahr mehr ab, und in einigen Gebieten ist die Entvölkerung fo gewaltig, daß man die Verödung bereits für eine bestinumte Beit voraussagen kann. So läßt sich berechnen, daß die Bourgogne in 126 Jahren ausgestorben sein wird, wenn feine Alenderung eintritt. Alle die Ursachen, die man gewöhnlich für dieses Hinschwinden der Volkskraft angibt, sind nicht ausreichend und nicht stichhaltig. Die gewaltigen Kriege der Republik nach der Revolution während des ersten und des zweiten Kaiserreiches sind wohl ein tüchtiger Aderlaß für Frankreich gewesen, aber ein gesundes Land hätte sich von ihnen wieder erholen müssen. Die Sterblichkeit ist bei unseren westlichen Nachbarn geringer als bei uns, als in Italien und in Oesterreich, und doch nimmt in all diesen Ländern die Bevölkerung ständig zu, obgleich die Zahl der Todesfälle größer ist. Auch die Ehelosigkeit ist in Frankreich geringer als in den meisten anderen Staaten; Gefeße also, die gegen die Junggesellen gerichtet wären, würden keinen Gewinn bringen. Ebenso wenig wird Frankreich durch Auswanderung geschwächt. Alle Not und alle Schwächung des Landes geht allein von der Abnahme der Geburtsziffer aus, die wirklich erschreckend ist.
Für diese schwache Geburtsziffer, die Frankreich langsam tötet, sind zunächst physiologische Gründe verantwortlich zu machen, da die Tuberkulose, der Alkoholismus und andere furchtbare Krankheiten die Kraft Frankreichs sehr geschwächt haben; dann aber auch moralische Ursachen, da der Franzose eine größere Kinderzahl fürchtet und seine Nachkommen in günstigen Lebensbedingungen zurücklassen will. Um einen normalen Bevölkerungszuwachs zu haben, müßten aus jeder Ehe vier Kinder hervorgehen, während die Durchschnittsziffer kaum zwei beträgt. Diese übergroße Sorge für den Nachwuchs ist kein Glück für die Entwicklung des Landes. Wenn der verhätschelte Lieblingssohn, der heute so oft in französischen Familien anzutreffen ist, Brüder und Schwestern hätte, mit denen er das Erbe teilen müßte, dann würde er wenn er ins Leben tritt, nicht reicher sein, als es sein Vater war, und müßte sich seine Stellung in der Gesellschaft erst selbst erringen. Gerade dieser Konfurrenzkampf, der jungen Leute, der ihre Kräfte ſtählt, ist die Hauptursache für das Glück und die Macht eines Landes. Wäre man in Frankreich weniger sparsam und vorsichtig, sondern kühner, wagemutiger, jünger, dann wäre vielleicht eine Regeneration möglich, ein Aufblühen, wie es in höchstem Maße in den Vereinigten Staaten herrscht, die sich in 100 Jahren um 72 Millionen vermehrt haben und wo Neuhork in 9 Jahren unt 1 200 000 gestiegen ist.
Rundschau vom Cage.
Politisches.
Die Beileidskundgebung des Deutschen Reichstags aus Mulak des Brandes des türkischen Parlamentsgebändes.
17
Der Fall Welshofen.
Kriminalroman von M. Kosfat
( Nachdruck verboten.)
Sie sah wohl, wie er alles betrachtete, jedes Fläschchen, jede Büchse, die auf Signoras Toiletten- und Waschtisch standen, ergriff und untersuchte, wie er die Karten in der Schale umwühlte und überhaupt jedes Ding in den Zimmern anstaunte, aber sie hielt dies einfach für harmlose Neugier. Daß die Augen des Herrn Smetana adlerscharfe Spüraugen waren, welche die Gegenstände ringsumher gleichsam durchdrangen, bemerkte sie nicht. ,, Gin feiner, galanter Mensch und dabei so bescheiden, so harmlos, beinahe wie'n Mädchen!" lautete das Ürteil, das sie über ihn fällte.
Als Brümmel das Haus verlassen hatte, in dem Anita Brusio wohnte, zog er aus seiner Baletotasche den aus der Visitenkartenschale entwendeten Gegenstand und betrachtete ihn beim Schein einer Gaslaterne eingehend. Es war ein Glas aus einem Pincenez, das offenbar aus der Umrahmung herausgefallen war.
Wie kam das Glas unter die Visitenkarten? Und wem gehörte es? Graf Welshofen trug ein Monokel, also tonnes nicht von ihm stammen. Anitas schwarze Augen aber waren scharf genug, um feiner künstlichen Hilfsmittel zum Sehen zu bedürfen. Das Gleiche traf für Felix Offers zu. Also noch einmal: wem mochte das Glas gehört haben?
Wie schon ungezählte Male seit Welshofens Tod ließ der Detektiv den ganzen damit verknüpfetn Tatbestand an seinent Geist vorüberziehen und wie jedesmal, wenn das geschah, löste sich aus dem Wust von Indizien, Vermutungen und Erwägungen eine Frage los- eine schwerwiegende Frage, die aber merkwürdigerweise so recht eigentlich noch niemand gestellt, als dieser von seinen Vorgesezten wenig beachtete kleine Detektiv. Sie Iautete:
oran ist Graf Welshofen gestorben?"
Alle anderen fragten: ,, Wer ist der Mörder?" Brümmel dagegen schien es vorerst für noch wichtiger, zu erfahren, wodurch des Grafen Tad hervorgerufen war. Er glaubte
die als erste von allen parlamentarischen Körperschaften noch am Abend des Brandtages in Konstantinopel eintraf, hat dort sehr sympathisch berührt. Angesichts der in London wie in Parts 1. 3. erhobenen Behauptung, das Verhältnis Deutschlands zur Türkei sei fühler geworden, seitdem diese eine Verfassung befize, war die Anregung zu einem Beileidstelegramm seitens des Erbprinzen zu Hohenlohe nicht nur ein Zeichen menschlichen Mitgefühls, sondern auch ein solches politischer Klugheit.
Ueber die deutsch= amerikanischen Handelsvertragsver: handlungen wird halbamtlich bekanntgegeben: Amerika verlange nur die volle Meistbegünstigung. Falls diese Deutschland gewähre, gehöre es zu den meistbegünstigten Staaten. Graf Bernstorff hatte gestern eine längere Unterredung mit dem Staatssekretär Knor. Ersterer bot Deutschlands Zugeständnisse im Handelsprovisorium an, falls Amerika den Minimaltarif gewähre. Staatssekretär Knox besteht auf den Fleischkonzessionen.
Für die Reformierung nuserer Staatsverwaltung im kaufmännischen Sinne erteilt der Hansabund folgende Ratschläge: Der Ein- und Verkauf von Material sowie Kalfulation und Kontrolle müssen lettenden und wirtschaftlich vorgebildeten Personen anvertraut werden. Mit der umständlichen sog. kameralistischen Buchführung muß in allen Staatsbetrieben die kaufmännische doppelte Buchführung zur Anwendung gelangen. Von sämtlichen Geschäftsbrie= fen ist erst ein Konzept anzufertigen, dieses ist in die Reinschrift zu übertragen, die kopiert wird. Briefe sind mög= lichst umgehend oder doch in fürzester Zeit zu beantworten. Der Entwurf eines preußischen Wassergesetzes ist so gut wie fertig. Auf Grund der stattgehabten Verhandlungen ist eine Umarbeitung erfolgt, die sich zurzeit bei dem Landwirtschaftsministerium und dem Ministerium für öffentliche Arbeiten befindet. Er geht von da an das Staatsministerium und es ist Aussicht vorhanden, daß die Vorlage in diesem Jahr fertiggestellt und bei der nächsten Tagung des Landtags eingebracht wird.
Ueber die Lage der bayerischen Industrie sprach sich in dem bayrischen Abgeordnetenhaus Ministerpräsident von Podewils recht wenig befriedigt aus. Die schlechte geogra= phische Lage Bayerns stehe einer befriedigenden Entwicklung der Industrie im Wege. Trotzdem aber lasse die Regierung es sich angelegen sein, Bayerns Industrie, namentlich durch Ausnüßung der Wasserkräfte, konkurrenzfähig zu Halten.
Weiteres aus Kattowitz. Der Gymnasialoberlehrer Hoffmann, der bei den Stadtverordnetenwahlen polnisch ge= wählt hatte, ist im Interesse des Dienstes nach Strehlen versetzt worden. Das Komiteemitglied der Ferrerversamm= lung, der freisinnige Gymnasialoberlehrer Hacks wird vom Provinztalschulkollegium zur Verantwortung gezogen.
Die englischen Wahlen. Bisher sind von den vorgestrigen Wahlen 5 weitere von den Unionisten eroberte Size zu melden. Die Liberalen eroberten keinen neuen Sib. Die Parteien stehen augenblicklich wie folgt: 138 Unionisten, 119 Liberale, 22 Arbeitervertreter, 44 Nationalisten. Die Unionisten eroberten 6 Size, die Liberalen 12, die Arbeiter 2. 249 Wahlkreise bleiben unverändert. Es gilt für immer sicherer, daß die Liberalen mit einer geringen, von den Iren abhängigen Majorität siegen werden.
Kirche und Schule in Frankreich. Der Bischof von Nizza hat an die Priester seiner Diözese einen Hirtenbrief gerichtet, in dem er sagt, er würde sich für einen schlechten Bürger halten, wenn er zum Kampfe zwischen Lehrern und Familienväten aufrufen würde, wie vielleicht ordere aus politischem Interesse täten. Wie immer, so fordece er auch jetzt die Geistlichen auf, den Lehrern Sympathie entgegenzubringen und sie gegen ungerechte und undankbare Eltern in ihrer schweren und edlen Aufgabe zu ver= teidigen.
Bewegung in China. Vertreter aller Landtage sind in Pefing eingetroffen, um die Einberufung des Reichstages zu fordern, und haben eine Voltsversammlung abgehalten. Der Staatsrat hält eine von ihnen an den Regenten ge= richtete Eingabe zurück. Die Landesvertreter, die sehr erregt sind, versammelten sich gestern zu einer geheimen Situng.
Kleine Nachrichten.
Die Weltansstellung in Brüssel. Die Eröffnung der Weltausstellung in Brüssel wurde auf den 23. April fest= gesetzt.
Eine neue Heimat. Die Auswanderung von pfälzischen Landwirten nach Posen hat immer noch nicht nachgelassen. So haben in dem Orte Böhl bei Schifferstadt nicht weniger als zehn Familien, darunter auch ein größerer Gutsbesitzer, ihr Hab und Gut verkauft, um sich in Posen anzusiedeln.
Ein gesunder Ort ist das meiningische Dorf Holzhausen. Dort ist in den Jahren 1897, 1898, 1902, 1904 und 1906 überhaupt niemand gestorben. In den letzten 22 Monaten wurden vier Personen zu Grabe getragen, die zusammen 340 Jahre, 2 Monate und 25 Tage gelebt hatten. Im Durchschnitt hat also jedes dieser vier das Alter von 85 Jahren und 21 Tagen erreicht. Drei von ihnen hatten die diamantene Hochzeit gefeiert.
Die größte Dampfmaschine der Welt ist nach einer Mitteilung des Iron Age" bei der Firma Allis Chalmers & Cie. für ein Walzwerf der Carneaie- Gesellschaft im Bau.
nicht an die Morphiumvergiftung, auf die Richter und Polizeibeamte schworen. Von einer so kleinen Dosis Morphium, wie sie aller menschlichen Voraussicht nach der Graf genommen, stirbt kein Mensch, sofern nicht ganz besondere Umstände obwalten," sagten die Aerzte. Sie waren ja schließlich durch die Sicherheit, mit der der Untersuchungsrichter bei seiner Annahme von der tödlichen Wirfung des Giftes beharrte, stubig geworden, sodaß sie anfingen, sich seiner Ueberzeugung zuzuneigen. Eine solche übt ja meist eine gewisse Suggestion selbst auf die vorurteisslosesten Gemüter, und Brümmel war jedenfalls der Einzige, dessen klarer, durchdringender Verstand sich nicht in dieser Hinsicht beeinflussen ließ. Auch hatte er sich bei Welshofens Hausarzt erfundigt, ob der Tote an einem Herzübel gelitten, was jener verneint. Welshofen war durch Sas etwas wüste Leben, das er in seiner Jugend geführt, zwar etwas schwächlich, aber wie sein Hausarzt aussagte, innerlich völlig gesund. Auch die Sektion hatte dies bestätigt. Also fort mit der Annahme der Morphiumvergiftung! Wer mochte wissen, aus welchem Grunde er in der Nacht seines Todes Morphium genommen? Es kam ja wenig genug darauf an.
Aber ermordet war er, davon hielt auch Brümmel sich überzeugt. Den Gedanken eines Selbstmordes verwarf er durchaus, denn es sprach nicht das mindeste dafür. Er liebte das Leben mit leidenschaftlicher Inbrunst und versprach sich noch viele Freude von seiner Zukunft an der Seite der schönen, heiß begehrten Italienerin. Jedermann bekundete, daß er während der letzten Tage seines Erdenwallens sich in bester Laune befunden. Ueberdem, wenn er selbst Hand an sich gelegt, so wäre mit der Ueberzeugung von dieser Tatsache, die Frage, woran er geschafft gestorben war, keineswegs aus der Welt gewesen.
Die Sektion ergab keinerlei Anhaltspunkte. Man fragte: ,, st es nicht möglich, daß den ältlichen Mann ein Herzschlag getroffen, ganz unebhängig von äußeren Ursachen?" Die Aerzte meinten, daß diese Vermutung zu verwerfen sei, da sich im Körper des Sezierten organische Veränderungen vorfanden, die bei einem Herzschlag ohne geflissentliche Einwirkung sich nicht erklären ließen. In Brümmets Phantasie spukten allerlei Fälle. bei denen der
Es handelt sich um eine Dampfmaschine von 25 000 Pferde kräften, die ohne Schwungrad und Fundamentplatten 550 Tonnen wiegt.
Einen neuen Lenkballon soll der Ingenieur Webel in Stuttgart zu konstruieren beabsichtigen. Das Luftschiff soll angeblich 300 Personen tragen können und aus einem neuen Leichtmetall gebaut werden, das einen Gasverlust nicht mehr zuläßt.
Ausbruch eines Verbrechers. Der sett dem vergangenen Jahre in der Anstalt Brauweiler untergebrachte berüchtigte Ausbrecher Toeller aus Duisburg, der durch seine vielen Ueberfälle auf Frauen und Mädchen Duisburg und Umgebung unsicher machte, ist wieder aus der Anstalt entsprungen. Man nimmt an, daß er sich nach Duisburg be= geben hat, um dort seine alten Räubereien wieder aufzunehmen.
Im Irrsinn. Ertränkt hat sich in Ellrich am Harz in dem augenblicklich hochangeschwollenen Rorgeflusse, gleich hinter ihrem Wohnhause, die Ehefrau L. mit ihrem fünf Monate alten Kinde, welches sie auf ihrem Rücken festgebunden hatte. Die Frau hat die unglückliche Tat in einem Anfall geistiger Umnachtung ausgeführt.
Eifersuchtsdrama. In Rixdorf bei Berlin versuchte ge= stern Nacht der 29jährige Gärtner Josef Mollik seine Geliebte, die 25jährige Marie Kasten, auf offener Straße zu er= schießen, worauf er in seiner Wohnung den Versuch machte, sich mit Leuchtgas zu vergiften. Beide liegen schwer verletzt im Krankenhause.
Raubanfall auf offener Straße. Freifrau Cornelia von Zedlitz- Neukirch ist gestern abend in Berlin, als sie auf dem Wege gegenüber der Tiergartenstraße spazieren ging, von einem Räuber überfallen worden, der ihr eine silberneHandtasche mit 20 M Inhalt entriß und verschwand. Der Räuber fonnte nicht ergriffen werden.
Drei Knaben ertrunken. An der Mündung eines in die Saar mündenden Baches trieb, wie aus Saarbrücken gemeldet wird, ein aus angeschnallten Planken gebildetes Floß. Das Floß fenterte und sechs Knaben fielen ins Wasser. Drei von ihnen ertranfen.
Selbstmord durch Einatmen von Leuchtgas verübte gestern nacht die 18jährige Tochter eines hohen Justizbeamten in Berlin. Sie hatte abends einen Strett mit ihrem Vater. Nachdem alle zur Ruhe gegangen waren, begab sie sich in die Küche, schloß sich dort ein und öffnete die Gashähne. Gestern früh wurde sie tot aufgefunden.
Das Schachtunglück auf Zeche„ Holland". Die Arbeiten zur Sicherung des Schachtes auf Zeche Holland" nehmen schnellen Fortgang, so daß man hoffte, gegen Mitternacht mit dem Aufräumen des Schuttes beginnen zu fönnen. Falls nicht unvorhergesehene Ereignisse eintreten, Hofft man im Laufe des heutigen Tages auf die Verschütteten zu stoßen.
Ein schweres Eisenbahnunglück ereignete fich gestern früh in der Nähe der Station Dehault. Devartement Sarthe in Frankreich. Dort stürzte ein Lokalzug infolge der Erdrutsche, die durch die schweren Regengüe hervorgerufen worden waren, in eine Schlucht, mobei der Maschinenführer und der Heizer gets and der Zugführer lebensgefährlich verlegt wurde. Sechs Reisende wurden mehr oder weniger schwer verletzt.
Entgleißer Güterzug. In der Nacht zum Tonnerstag brach bei der Durchfahrt des Ferngütetzages 6222!

