Zweiten Kammer schon früher, als seither, zur Beratung vorzulegen, dagegen andere Teile, wie den Eisenbahnetat, erst etwa Ende Dezember einzubringen, wenn das voraussichtliche Ergebnis für das neue Etatsjahr besser überblickt werden kann. Bekanntlich war das Erträgnis der Staatseisenbahnen im vorigen Etat nur auf 12 Millionen Mark eingeschätzt worden, während es in Wirklichkeit sich aus weit über 13 Millionen beziffern wird. Der Finanzminister teilte ferner mit, daß zur Bewältigung der wachsenden Steuergeschäfte ein weiterer vortragender Rat notwendig geworSen ist; die Regierung beabsichtigt jedoch, dafür keine neue Kraft einzustellen, sondern eine Ratsstelle in der Forstabteilung zu streichen und dafür einen weiteren vortragenden Rat für die Steuerabteilung zu berufen.
Rosevelts Heimkehr.
Roosevelt ist am Samstag unter stürmischen Ovationen einer großen Menschenmenge aus allen Staaten Amerikas an Bord der„ Kaiserin Augusta Viktoria" in der Quaran= tänestation am" Hudson eingetroffen. Er ging an Bord eines Zolliutters, begrüßt von Sirenensignalen sämtlicher Schiffe. Eine große Menge Fahrzeuge mit verschiedenen Korporationen folgten. Am Batterypart, wo Roosevelt landete, war eine Tribüne errichtet, auf der sich 2500 geladene Gäste, Mitglieder des Kabinetts, Bundessenatoren, Kongreßmitglieder, Mitglieder des diplomatischen Korps in Washington, Gouverneure verschiedener Staaten, Bürgermeister verschiedener Städte und andere im öffentlichen Leben bekannte Persönlichkeiten, befanden. Bürgermeister Gaynor hielt eine offizielle Begrüßungsansprache, auf die Roosevelt erwiderte. Namens des Präsidenten Taft wurde Roosevelt von dessen Adjutanten, Kapitän Butt, dem Marinesekretär Meyer und dem Sekretär des Ackerbaudepartements Wilson bewillkommnet. Alsdann fuhr er, begleitet von einer 300 Mann starten Abteilung seiner alten Raugreiter, über den festlich ge= schmückten Broadway nach dem Zentralpart, wobei er von zahlreichen Organisationen, der Vereinigung der Veteranen des spanisch- amerikanischen Krieges und einer unabsehbaren Voltsmenge stürmisch begrüßt wurde.
Lokales.
Gießen, 21. Juni 1910.
tt' Stadttheater. In der heutigen Aufführung der bekannten Operette„ Der Vogelhändler" wirken sämtliche ersten Operettenkräfte, wie die Damen Brill und Roſarita, sowie die Herren Seybold und Wernert mit. Die Regie liegt in den bewährten Händen des Herrn Norden und es darf nach allen Vorbereitungen wiederum eine sehr hübsche, abgerundete Vorstellung erwartet werden.
* Kriegerverein. Auf dem am 3. Juli in Londorf stattfindenden Fest des Kriegervereinsbezirk Gießen werden ungefähr 40 Vereine vertreten sein. Die Eisen= bahn- Verwaltung hat zur Bewältigung des auf der Strecke Gießen Lollar- Londorf zu erwartenden starken Verkehrs zwei Sonderzüge eingelegt.
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1897-1906 nur 8,2. Die wesentliche Verteuerung der Le-| benshaltung in der letzten Zeit scheint nicht zuletzt manchen heiratsfähigen Mann von dem Entschluß, eine Ehe einzugehen, zurückgehalten zu haben.
* Den Einjährig Freiwilligen ist es in Zukunft nicht mehr erlaubt, sich während des Aufent= haltes ihrer Truppenteile auf den Uebungspläßen in benach barten Gasthäusern oder in Privathäusern auf eigene Kosten einzumieten. Sie werden, wie das bisher schon bei den meisten Fußtruppen der Fall war, mit den übrigen Mannschaften zusammen in Baracken und Zelten untergebracht werden. Die Anordnung soll auf eine Kaiserliche Willensäußerung zurückzuführen sein, da der Kaiser den von den Einjährigen betriebenen Lurus aufs nachdrücklichste eingeschränkt wissen will.
Baugenossenschaft des ev. Arbeitervereins.
Am vergangenen Samstag hatte die Baugenossenschaft des ev. Arbeitervereins ihre Mitglieder in die Herberge zur Heimat zu ihrer diesjährigen Generalversammlung eingeladen. Vorlage der Bilanz und Jahres- Rechnung pro 1909, Rechenschaftsbericht, Bebauung des Geländes am" Erdkauterweg und Neuwahlen in den Vorstand und Aufsichtsrat standen u. a. auf der Tagesordnung. Die Mitglieder waren recht zahlreich erschienen, wie es bei einer so wichtigen Tagesordnung gar nicht anders zu erwarten war.
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8. Odenhausen 30,26 P., 9. Annerod 30,16 P., 10. Oden hausen 29,32 P., 11. Launsbach Zöglinge 29,03 P., 122. Redheim 27,96 P., 13. Annerod Zöglinge 25,84 P., 14. Garbenteich 25,53 P., 15. Allendorf 22,84 P., 16. Dorlar 22 P., 17. Daubringen 21,24 P. Abends 7 Uhr nahm Bundesvorsitzender Daubert- Wieseck die Preisverteilung vor und ermahnte die stattliche Turnerschar( ießt 24 Vereine mit 1700 Mitgliedern) rastlos weiterzustreben und einzig und allein die edle Turnsache im Auge zu behalten. Am letzten Julisonntag gehts zur Bundesturnfahrt nach Launsbach und für den September ist ein Bergturnen, wahrscheinlich aus dem Schiffenberg, geplant. Das nächstjährige 6. BundesTurnfest wurde dem Turnverein Aßbach übertragen.
* Nieder- Weisel. In der hiesigen Komthurfirche wurde wiederum die alljährliche Kapitelsübung der Johanniter- Ritter aus Hessen und Hessen- Nassau unter dem Vorsitze des Grafen Görß- Schlitz abgehalten. Etwa 25 Herren nahmen daran teil. Später fand gemeinsames Mittagessen im Hotel„ Hessischer Hof" in Bußbach statt. Be= tanntlich war zu der vorjährigen Versammlung Prinz Eitel Friedrich von Preußen erschienen.
* Frankfurt a. M. Der Deutsche Fliegerbund plant einen Ueberlandflug Frankfurt a. M.- Mainz- Wiesbaden- Mannheim, der mit 50 000 Mt. an Geldpreisen dotiert und nur deutschen Fliegern zugänglich sein soll.
* Friedberg. Hier wurden 2 Bäcker und ein Schlosser verhaftet, die vor kurzer Zeit in Ansbach einen Einbruchsdiebstahl ausgeführt hatten, wobei ihnen Staatspapiere in die Hände fielen; als sie die Kupons umzuwechseln versuchten, wurden sie von der Polizei in Gewahrsam genommen.
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* Weilburg. Bekanntlich wurde der Polizeihund „ Greif" anläßlich des Mordes bei Obershausen nach dem Tatort gesandt. Ueber das Verhalten des Hundes gibt ein Augenzeuge nun folgende interessante Schilderung: „ Greif" umkreiste mehrmals den Platz, wo der Tote legen hatte und verfolgte dann, wiewohl sein Führer ihn mehrmals nach Obershausen richtete, die Spur nach dem
4 Stunden entfernten Dorfe Nenderoth. Hier meldete sich beim Anblick des Polizeihundes alsbald ein Mann, der von der Sache zu wissen erklärte.„ Greif" verfolgte jedoch die Spur weiter und bog endlich, nachdem man bereits einen Teil des Dorfes herum war, in einen Hof ein, lief die Treppe eines Hauses hinauf und in eine Schlafstelle hinein. Hier zerrte er von dem Bett einen Anzug, der dem auf der Arbeit in Ehringshausen befindlichen Maurer Ernst Pfeiffer gehörte und start mit Blut befleckt war. heute hat Pfeiffer so wenig wie die anderen Verhafteten ein Geständnis abgelegt.
* Bruchenbrücken. Ein Landwirt machte einem Arbeiter einen Vorwurf daraus, daß dieser dem sozialdemokratischen Kandidaten bei der Reichstagsersazwahl die Stimme gegeben. Der Arbeiter zog sein Messer, stach auf den Landwirt ein und brachte ihm eine Wunde am Kopfe bei. Der Unhold wurde verhaftet.
Kommerzienrat Heyligen sta e dt eröffnete als Vorsitzender des Aufsichtsrats die Versammlung, indem er den Mitgliedern für ihr Erscheinen dankte und der Freude Auzdruck darüber verlieh, daß sich die Genossenschaft im vergangenen Jahr recht günstig weiter entwickelt habe. Hierauf nahm Sparkassendirektor Doering das Wort, um Angaben über die Mitgliederzahl, den Kassenbericht und die sonstigen Unternehmungen der Genossenschaft zu machen. Danach war der Mitgliederstand Ende 1908 111, zu denen im Laufe des Hahres 4 Personen hinzutraten und 4 ausschieden, so daß sich die Mitgliederzahl der Genossenschaft auch im Jahre 1909 auf derselben Höhe wie 1908 hielt. Die ev. Kleinkinderschule hat sich ferner auch in dem abgelaufenen Geschäftsjahr in segensreicher Weise weiter entwickelt und es fonnte eine Einlage von mehreren hundert Mark bei der Sparkasse gemacht werden. Bezüglich der Kassen verhältnisse schloß das Rechnungsjahr 1909 mit einem Reingewinn von 1340,69 Mart ab, der nach Abzug der Ueberweisungen an den Reservefonds und den Spezial- Reservefonds eine Verteilung von 4 Prozent Dividende an die Mitglieder gestattet. Das Mitglieder guthaben erreichte Ende 1909 die Höhe von 13569,59 Mt., während die Bilanz in Aktiva und Passiva 433 188,85 M. betrug. Von besonderem Interesse waren die Mitteilun gen, welche Kommerzienrat Heyligenstaedt über die bauung des Geländes am Erdkauterweg machte. Bekanntlich hatte die Genossenschaft behufs Bebauung des genannten Grundstückes ein Preisausschreiben veranstaltet, dessen Ergebnis eine der früheren Nummern der „ Gießener Zeitung" bereits mitzuteilen in der Lage war. Die in den verschiedenen Plänen dargelegten Schwierig= feiten veranlaßten nach den Angaben des Kommerzienrats Heyligenstaedt den Vorstand jedoch, in der Ausführung der Bebauung zurückhaltender als früher zu sein und namentlich erst für eine genügende Deckung der durch den notwendigen straßenmäßigen Ausbau des Erdkauterwegs entstehenden ziemlich hohen Baulosten zu sorgen. Aus diesem Grunde | wandte sich die Genossenschaftsleitung mit einem Gesuch um ein Darlehen an die Eisenbahndirektion in Frankfurt a. M., deren recht schwere Bedingungen den Vorstand bis jetzt abhielten, von dieser Seite eine Hilfe anzunehmen. Außerdem richtete die Genossenschaftsleitung an das Reichsamt des Innern ein Gesuch, auf das bis jetzt aber noch keine Antwort eingelaufen ist. Deshalb erschien dem Vorstand eine Bebauung des Geländes am Erdkauterweg vorläufig noch nicht spruchreis. Auch die Versammlung hatte gegen ein00% datin Aufschieben der Bebauung nichts einzuwenden. Die auf Grund des Genossenschaftsgesetzes in jedem 2. Jahr stattfindende Kassenrevision, welche auch diesmal wieder der Direktor des Verbandes der Erwerbs- und Wirtschaftsgenossenschaften, Mayer, vornahm, hatte nichts Belastendes ergeben. Auf Antrag des Kommerzienrats Hey und ligenstaedt, welcher dem Sparkassen- Direktor Doering dem Sparkassen Kontrolleur Haas, dem Rechner und Schriftführer der Genossenschaft, den Dank des Aufsichtsrates aussprach, wurde den beiden genannten Herren von der Versammlung Entlastung erteilt. Die aus dem Vorstand beziehungsweise Aufsichtsrat ausscheidenden Herren Heyligenstaedt und Doering wurden durch Zuruf wiedergewählt, womit die Tagesordnung erschöpft war.
* Vom Gewitter. Die meisten Gewitter in Hessen( mehr als 30 Tage im Jahre) treten auf an der nordöstlichen Grenze Oberhessens zwischen Reimenrod und Lauterbach, in einem kleinen Teil der Wetterau zwischen BadNauheim und Echzell und in der Gegend von Worms. Von diesem nur wenige Stunden entfernt, in der Gegend Mainz bis Nieder- Saulheim und in der Mainspitze, im Gegensatz hierzu die wenigsten Gewitter in Hessen zu verzeichnen( weniger als 15 Gewittertage im Jahre). Die Rheinebene hat überhaupt im Durchschnitt die wenigsten Gewitter( 18 Tage) aufzuweisen, dann folgen das_nord= westliche Oberhessen mit 19 Tagen, die Mainebene und Ausläufer des Odenwaldes mit 21 Tagen, das Rheinhessische Hügelland mit 22 Tagen, die Wetterau und der Odenwald mit 25 Tagen, die Südabhänge des Vogelsberges mit 26 Tagen und die Nordostabhänge des Vogelsberges mit 28 Tagen.
-h Tierschutzverein. Am nächsten Donnerstag, abends 8½ Uhr, hält der Gießener Tierschußverein in der Restauration Spuck, Nordanlage, seine diesjährige Generalversammlung ab. Wir möchten daher nicht verfehlen, alle Tierfreunde auf die Versammlung aufmerksam zu machen, deren Tagesordnung außer Jahres- und Rechnungsbericht auch einen interessanten Vortrag über den Tierschutz umfaßt.
* Zusammenstoß. In der Nähe des Felsen= fellers ereignete sich ein Zusammenstoß eines Wagens mit der Straßenbahn, welche hierbei ein Rad des Fuhrwertes zertrümmerte. Der Wagenführer kam mit dem Schrecken da
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* Post Automat. Seit dem letzten Samstag verfügt das Stadtpostamt über einen Briefmarken- und einen Postkarten- Automat, der ganz sicher den Beifall der Bürgerschaft Gießens finden wird.
* Straßenbahn. Die Zeit vom 1. bis 15. Juni brachte der Straßenbahn einen Verkehr von 80 561 Personen. Mithin belief sich die durchschnittliche, tägliche Benuzungsziffer auf 5370 Fahrgäste.
* Vom Schlachthof. Auf dem Schlachthof wurde dieser Tage die Schlachtung eines 750 Pfund schweren Rindes vorgenommen, welches das 3. Lebensjahr noch nicht vollendet hatte. Eigentümer des Prachttieres ist Metzger= meister Rotschild zu Gießen.
* Ersparnis in der Staatsverwalt= ung. Das Staatsministerium hat das bestehende Portoablösungsabkommen mit der Reichspostverwaltung aus Er= sparnisgründen auf den 1. Juli d. Is. gekündigt. Von diesem Tage ab kommt das frühere Verfahren der Kontierung der frantiert aufzuliefernden Dienstsendungen der großherzoglichen Behörde mit Stundung der Frankobeträge wieder zur Einführung.
-b- Unfall. Von dem zweiten Stockwerke eines Neubaues auf der Wilhelmstraße stürzte ein 8jähriger Knabe herab, ohne jedoch eine Verlegung zu erleiden. Der Knabe hatte im Verein mit gleichaltrigen Kindern in dem unbeaufsichtigten Bau gespielt.
!! Das heirats müde Deutschland. Die Zeit für die heiratslustigen jungen Damen wird bei uns immer schlechter, denn es ist festgestellt, daß die Heirats= müdigkeit in Deutschland in den letzten 10 Jahren unverkennbar zunimmt. Während in dem Jahrzehnt 1861-70 auf 1000 Einwohner 8.5 Eheschließungen und 1871-80 8,6 entfielen, tamen auf dieselbe Einwohnerzahl in der Zeit
In seinem Schlußwort gedachte Kommerzienrat Heyligenstaedt noch einmal der Geschäftslage des verflossenen Jahres, tobei er der Hoffnung Ausdruck verlieh, daß sich der Verein auch in diesem Jahre segensreich entwickeln möge und daß die Mitglieder auch fernerhin ihr Vertrauen = h= der Genossenschaft schenken möchten.
Aus Hessen und Nachbargebiet.
* Großen Linden. Im Besitze einer fleißig legenden Gans ist der Landwirt Ludwig Stamm 2. Sie legte von August 1907 bis April 1908 112 Gier, im Jahre 1909 allerdings nur 25 Stück. Jetzt hat sie ihre Eierpro= duktion wieder erhöht und bis jetzt 50 Eier gelegt, sie ist immer noch fleißig an ihrer Arbeit.
* Leihgestern. Am 26. d. Mts. begeht der Gesangverein„ Eintracht" hier im Rahmen des Vereins die Feier seines 49jährigen Bestehens. Mit dem 50jährigen Jubiläum, das 1911 vom 3. bis 5. Juli gefeiert werden soll, wird ein nationaler Gesangswettstreit verbunden
werden.
* Kinzenbach. Am Donnerstag wurde kurz nach 12 Uhr der Landwirt und Metzger Adam Mandler von dem Mittagszug Lollar- Wetzlar überfahren. Außer bedenklichen Kopswunden trug der Verunglückte innere Verlegungen davon. Bahnarzt Hoffmann, welcher die erste Hilfe leistete, ordnete die Ueberführung in die Gießener Klinik an, wo Mandler am Sonntag seinen Wunden erlag.
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== Odenhausen a. d. Lahn, 20. Juni.( 5. Bundesturnfest des Lahn- Dünsberg- Turnerbundes.) Am gestrigen Sonntag wurde hierselbst unter starker Beteiligung das 5. Bundesfest des Lahn- Dünsberg- Turnerbundes feiert. Es galt gleichzeitig, die Weihe der von der Firma Hischen- Lich gelieferten neuen Fahne ihrer Bestimmung zu übergeben. Der Vorsitzende Bechthold stattete nach einer furzen Begrüßung allen edlen Spendern, insbesondere dem Grafen von Schwerin, seinen Dant ab. Fräulein Rohrbach sprach darauf den Prolog, der Gesangverein Odenhausen trug unter Leitung des Herrn Schönhaber einen mit großem Beifall aufgenommenen„ Turnerfestgruß“ vor. Währ end am Morgen 96 Wetturner zum ernsten Wettkampf antraten, wurden am Nachmittag die 19 Musterriegen( 140 Turner) unter der bewährten Leitung des Turnwartes Schmidt- Launsbach vorgeführt. Das Ergebnis war folgendes: 1. Launsbach 34,92 P., 2. Wieseck 33,80 P., 3. Gr.Buseck 33,32 P., 4. Lollar 31,90 P., 5. Wißmar 31,18 P., 6. Lollar 3öglinge 31,08 P., 7. Steinbach 30,32 P.,
* Wisselsheim. Zur Vorfeier der Fahnenweihe versammelte sich der hiesige Kriegerverein am Samstag abend im Vereinslokale und marschierte in einem Zuge unter dem Vorantritt der Musit nach dem Festplate. Dort begrüßte Kamerad Lehrer Schäfer die Erschienenen in einer Ansprache und gab die wichtigsten Ereignisse aus der Vereinsgeschichte fund. Am Sonntag fand von 11-1 Uhr der Empfang der geladenen Vereine statt. Um 3 Uhr folgte ein Umzug durch die Ortsstraßen, an dem auch die Festdamen und die Schulkinder teilnahmen. Nach der Anfunft auf dem Festplate hielt Pfareer Weck die Fest- und Weiherede. Der übrige Teil des Festes, begünstigt von dem schgnen Wetter, nahm einen großartigen Verlauf.
Hus aller Welt.
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* Berlin. Das Befinden des Kaisers hat sich weiterhin durchaus günstig gestaltet. Die Schwellung am rechten Knie ist fast völlig geschwunden. Es wird erwartet, daß der Kaiser dem überwiegend größten Teil der Kieler Woche beiwohnen kann.
* Berlin. Die Vorerpedition nach Spißbergen, die die Aufgabe hat, die Möglichkeit einer späteren arktischen Expedition mit Zeppelin- Luftschiffen festzustellen, wird be tanntlich am 2. Juli Kiel mit einem Dampfer verlassen. In Spitzbergen liegt der kleine holländische Eisdampfer " Phönir" zum Vorstoß in die Eisregion bereit. An dieser Expedition nehmen teil: Prinz Heinrich von Preußen, Graf Zeppelin, die Geheimen Räte Hergesell, Friedländer- Fuld, Lewald und Miethe, die Professoren von Drygalski, Reich, Graf Zedliß- Trüßschler, die Kapitänleutnants v. Knesebeck und Hilmers.
* Dillingen. Bei einem Familienstreit wegen einer Wohnung tötete ein hier beschäftigter Italiener seine Schwägerin durch einen Stich ins Herz mit einem sogen. Zimmermannsnagel und verwundete seinen Bruder und seine Frau lebensgefährlich. Der Mörder wurde verhaftet.
* Kassel, 17. Juni. Die Kaiserin wird mit der Prinzessin Viktoria Luise Ende dieses oder Anfang näch sten Monats zum diesjährigen Sommeraufenthalt in Wilhelmshöhe eintreffen.
* Trier. Ein Sergeant vom hiesigen Feldartillerie regiment Nr. 44 wurde in dem Orte Elewer bei Trier er stochen aufgefunden; sein Säbel lag gezogen neben ihm Ueber die Täter und die Veranlassung zur Tat ist noch nichts bekannt.
* Hagen i. W. Jetzt sind in der Metallindustrie von Hagen und Umgegend wieder etwa 10 000 Arbeiter entlassen und ebenso vielen ist gekündigt worden.
* München. Der Prinzregent verlieh der Tierärzt lichen Hochschule in München das Promotionsrecht zur Er langung der Würde eines Dr. med. Vet., welches bis jetzt in Deutschland noch keine gleichartige Anstalt besitzt.
* München. Eine Anzahl von bayrischen Offizie ren wird demnächst auf dem Oberwiesenfeld in München zu Fliegern ausgebildet werden. Vor kurzem fanden in Anwesenheit des Chefs des Ingenieur- Korps, Generalleutnant von Bong, Probeflüge statt.
* Altenahr. Die Abschäßung der Wasserschäden hat bisher ergeben: an den Gemeindeanlagen in Altenahr 125 000 Mt., in den privaten Anlagen 740 000 Mt.; in Ahrweiler beträgt der Gemeindeschaden 100 000 Mr., der Schaden an Privatbesitz ist noch nicht festgestellt und stellt sich auf etwa 140 000 Mt., der Schaden in Neuenahr wird aur etwa 200 000 Mt., in Bodendorf auf 50 000 Mt. be ziffert.
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* New York. Die Bundesbehörden ließen den Präsidenten und den Vizepräsidenten der United Wireleß Telegraph Companie verhaften, weil sie beschuldigt werden, nach einem großartigen Plan ihre Aktionäre betrügen. Es wird behauptet, daß sie den Wert der Attien der Gesellschaft durch verschiedene Manipulationen willfürlich bedeutend gesteigert hätten. Ein Beamter hätte dadurch 8 Millionen Dollar erbeutet.
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