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ter den Bewerbern veranstalteten Vorrennen statt, da die Lahn an dieser Stelle nur das Fahren von 3 Booten nebeneinander gestattet, während meistens mehr als 3 Fahrzeuge zu den einzelnen Wettkämpfen in den Hauptrennen fich gemeldet hatten. Zahlreiche Zuschauer hatten sich auch bereits zu diesen Wettfahrten eingefunden, um namentlich mit besonderem Interesse die Boote der Rudergesellschaft zu verfolgen.
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Im Anschluß an das erste Vorrennen am Samstag fand um 9 Uhr abends am Bootshaus ein Kommers statt, dem sich außer den Mitgliedern der Ruder- Gesellschaft auch die erschienenen Brudervereine beteiligten und welcher einen glänzenden Verlauf nahm. Den Abschluß des 2. Vorrennens am Sonntag bildete um 11 Uhr vormittags ein Frühschoppen auf dem Festplatz. Mittags 1 Uhr fand ein Festessen im Hotel„ Großherzog von Hessen" statt. Der Glanzpunkt, des zweiten Festtages lag aber wohl in den um 3% ühr nachmittags beginnenden Hauptrennen, welche erst um 8 Uhr ihr Ende erreichten. Gegenüber der großen Schar der Zuschauer erwiesen sich die Tribünen und überhaupt der Festplay bald als zu flein. Viele zu spät lommende Regattabesucher waren daher genätigt, sich irgend einen Platz längs des Flusses zu suchen oder auf der anderen Lahnseite Aufstellung zu nehmen.
Besonders start bei dem Rennen in Anspruch genommen war das Motorboot der Ruder- Gesellschaft, in welchem die beiden Schiedsrichter Justus Laun- Frankfurt a. M. und Prof. Dr. Ulrich- Heidelberg den um die Siegespalme rinUnd wenn einmal der Ausgenden Fahrzeugen folgten.
gang eines Wettkampfes zweifelhaft erschien, so fielen hüben und drüben ermunternde zurufe, welche regelmäßig die waderen Ruderer zu einer Verdoppelung ihrer Sträfte anspornten. Ein Anblick, wie man ihn selten in Gießen genießt! Die den Sonnenstrahlen ausgesetzten Besucher hatten auch nicht so sehr unter der sommerlichen Wärme zu leiden, und da von dem Wasser eine erquickende Kühle aufstieg meistens ein frischer Wind aus dem Norden zu dem Fest play Zugang sand. Von den Ehrengästen waren u. a. Provinzialdirektor Dr. Usinger, Oberbürgermeister Mecum, Kommerzienrat Heichelheim, Kommerzienrat Heyligenstaedt und Geh. Kommerzienrat W. Gail zu bemerken.
Größeres Interesse erweckten die für die Regatta neu gestifteten Preise: Der Herausforderungspreis der Familie des verstorbenen Ehrenvorsitzenden der Gießener Rudergesellschaft Jean Stirch, ein von einem Sportsfreund gestifteter Preis für Zweier ohne Steuermann und der Preis der Studierende. Am Universität Gießen für immatrifulierte meisten gespannt aber war man auf den Ausgang dez Großen Achterrennens, in dem die Gießener Rudergesell= schaft den im Jahre 1908 errungenen Wanderpreis des Groß herzogs von Hessen zu verteidigen hätte, welcher aber in den Besitz der Offenbacher Ruder- Gesellschaft„ Undine" überging, während die Gießener Ruder- Gesellschaft durch Lorrennen als Wettbewerber ausgeschieden war.
Das Ergebnis der Hauptrennen war folgendes:
das
1. Jean Kirch- Gedächtnis- Vierer Ren nen. Es beteiligten sich Gießener Ruder- Gesellschaft und Weilburger Ruder- Verein. Herausforderungspreis der Familie Stirch: Weilburger Ruder- Verein mit einem Abrudern der Rennstrecke in 6 Min. 58 Set.( Gießener Ruder- Gesellschaft gab das Rennen auf).
2. Junior Achter. Es starteten Ruderverein „ Hellas"-Offenbach und Gießener Ruder Gesellschaft. Ehrenpreis des Regatta- Ausschusses: Ruderverein Hellas"
mit
6 Min. 8 Sef.( Gießener Ruder- Gesellschaft: 6 Minuten u. 11 drei Fünftel Sef.)
3. Einer. Um die Siegespalme stritten Mainzer Ruder- Gesellschaft und Frankfurter Rudergesellschaft„ Germania". Lahnpokal des Deutschen Ruder- Verbandes: Mainzer Ruder- Gesellschaft mit 7 Min. 56 Sef.( Frankfurter Ruder- Gesellschaft„ Germania": 8 Min. 12 ein Fünftel Set.) 4. Prinz Eitel Vierer. An demselben beteilig= ten sich Hanauer Ruder- Gesellschaft und Mainzer Rudergesellschaft. Preis des Prinzen Eitel Friedrich von Preußen: Hanauer Ruder- Gesellschaft mit 7 Min. 5 Set.( Mainzer Ruder- Gesellschaft, welche anfänglich führte, gab später das Rennen auf).
5. 3 weier ohne Steuermann. Es starteten Gießener Ruder- Gesellschaft und Ruderklub Bamberg. Her
" Nun, so bleibe, wie du bist!" rief ärgerlich die Försterin. Geh geh nur zu deinem Unkraut in den Garten!"
-
Klara wollte das Zimmer verlassen, aber im Begriff, die Tür zu öffnen, blieb sie stehen und lauschte.
" Horch, ich glaube der Vater kommt!" sagte sie.
Eine Sekunde später ward die Tür wirklich heftig aufgerissen und auf der Schwelle stand die nicht eben große, aber fraftvoll untersetzte Gestalt des Försters Reiner.
Eine Wolke des Unmuts lag auf seiner Stirn, und unter dem dichten braunen Vollbart, der seltsam von dem schon ergrauten Haupthaar abstach, zuckten die Mundwinkel wie von Arger und Trozz.
Aufgeregt trat er ins Zimmer, warf den grünen Jägerhut auf den Sofatisch und ging, die Hände auf dem Rücken gefreuzt, mit haſtigen Schritten auf und nieder.
Ohne die Anwesenheit seiner Frau und Tochter zu beachten, grollte er, die Hände in die Taschen verkrampft, in sich hinein:
„ Eine Schande ist's, eine Schande!"
Ein wenig zaghaft näherte sich ihm die Försterin:„ Kommst du endlich zurück, Lorenz?"
Barsch fuhr er sie an:
„ Siehst ia, daß ich da bin! Was soll immer das Wortemachen und überflüssige Fragen!"
Klara war an der Tür stehen geblieben.
Du bist verstimmt, Vater," sagte sie.
Der Förster setzte noch immer seinen unwilligen Gang durch das Zimmer fort.
fein!"
" Freilich bin ich das! Wie sollte man's auch wohl nicht ( Gerichtet 2 Nr. 8.) „ Hat die Verhandlung so lange gedauert?" begann von neuem die Försterin. Den ganzen Vormittag und ist nichts dabei herausgefommen!"
" Die Verhandlung gegen Hellborn, Vater?" Klaras Stimme zitterte leicht; sie schien jezt die Erregung des Vaters zu teilen.
Argerlich blieb der Förster in seinem Gang durchs Zimmer stehen.
Was fragst du? Hast du nichts zu tun? Geh an die Arbeit! Die Dummheiten sind nichts für Weibsleute! Genug, wenn sie mir den schönen Sommertag rauben!"
Aber das Mädchen zögerte noch, glättete verlegen ihre blaue Schürze und stieß nach einer Bause hastig die Frage heraus:
„ Ist er freigesprochen?"
.Ja, freigesprochen ist er, der Lump!" braufte der Förster
ausforderungspreis eines Gönners der Ruder- Gesellschaft: Gießener Ruder- Gesellschaft mit 8 Min. 5 Set.( Ruderklub Bamberg gab das Rennen nach einem guten Anlauf später auf.
6. 3 weiter Vierer. Bei demselben traten Ofs fenbacher Ruder Gesellschaft„ Undine", Ruderverein Ems und Hanauer Ruder- Gesellschaft als Kämpfer auf. Ehrenpreis: Offenbacher Ruder- Gesellschaft Undine" mit 6 Min. 38 ein Fünftel Set.( Ruderverein Ems 6 Min 49 Sef. u. Hanauer Ruder- Gesellschaft 7 Min. 8 ein Fünftel Sef.) 7. Junior Vierer. Um die Siegespalme stritten Ruder Verein" Hellas"-Offenbach, Gießener Ruder- Gesell schaft und Frankfurter Ruder- Gesellschaft„ Sachsenhausen". Ehrenpreis: Ruder- Verein„ Hellas" mit 6 Min. 42 Sef., welcher bald nach Beginn des Kampfes die Führung übernommen hatte.( Gießener Ruder- Gesellschaft 6 Min. zwei Fünftel Set., während Frankfurter Ruder- Gesellschaft " Sachsenhausen" das Rennen aufgab.)
49
8. Junior Einer. Es starteten Ruder- Verein Ems und Mainzer Ruder- Gesellschaft. Ehrenpreis: Mainzer Ruder- Gesellschaft mit 8 Min. 5 Set.( Ruder- Verein Ems 8 Min. 10 ein Fünftel Set., wurde bald von der Mainzer Ruder- Gesellschaft überholt).
waren
Teilnehmer 9. Akademischer Vierer. Ruder- Gesellschaft Heidelberg und Gießener Ruder Gesell= schaft. Herausforderungspreis der Universität Gießen: Ru der Gesellschaft Heidelberg, welche schon im Anfang führte, mit 7 Min. 42 Sef.( Gießener Ruder- Gesellschaft 7 Min. 55 drei Fünftel Sef.).
10. Junior Vierer. Als Kämpfer traten Gießener Ruder- Gesellschaft und Weilburger Ruder- Verein auf. Ehrenpreis des Apotheker Schwieder: Gießener Ruder- Gesellschaft, welche bald nach dem Beginn der Fahrt den 1. Platz eroberte, mit 7 Min. 14 ein Fünftel Set.( Weilburger Ruder Verein 7 Min. 16 vier Fünftel Set.) 11. Großer Vierer. An dem Start befanden sich Hanauer und Mainzer Ruder- Gesellschaft. Wanderpreis der Stadt Gießen: Hanauer Ruder- Gesellschaft, welche im Laufe des Rennens mehrmals mit dr Mainzer Ruder Gesellschaft einen harten Kampf bestehen mußte, aber schließlich als Sieger durch das Ziel mit 6 Min. 40 ein Fünftel S. ging.( Mainzer Ruder- Geselschaft 6 Min. 45 Sek.)
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12. Er munterungs- Vierer. Teilnehmer waren hier Ruder- Gesellschaft Heidelberg, Frankfurter RuderGesellschaft„ Sachsenhausen" und Gießener Ruder- Gesellschaft. in Ehrenpreis: Ruder- Gesellschaft Heidelberg, welche erst der Nähe des Zieles die 1. Stelle eroberte, mit 6 Min. 46 zwei Fünftel Set.( Frankfurter Ruder- Gesellschaft„ Sachsenhausen" 6 Min. 50 ein Fünftel Set. und Gießener Ruder- Gesellschaft 6 Min. 50 zwei Fünftel Sef.)
13. Großer Achter. Um die Siegespalme fämpften hier Ruderverein" Hellas"-Offenbach und Offenbacher Ruder- Gesellschaft„ Undine". Wanderpreis des Großherzogs von Hessen( Silberner Potal): Offenbacher Ruder Gesell= schaft Undine", welche nach scharfem Kampfe die„ Hellas" mit 5 Min. 49 zwei Fünftel Set. überholte.( Ruderverein " Hellas" 5 Min. 52 Sef.)
Auf die Hauptrennen folgte eine mit Konzert verbun dene gesellige Vereinigung der Mitglieder und Gäste der Ruder Gesellschaft in" Steins Garten", auf welcher sich jung und alt den Freuden des Tanzes hingeben konnte. So fand auch der zweite Festtag einen harmonischen Abschluß. Ge= stern entführten Wagen die Teilnehmer an der Regatta nach dem Schiffenberg, wo immer und immer wieder die Augen der frohen Ruderer über Tal und Hügel, Wald und Feld und friedliche Dörfer bis zu den blauen Höhen des Taunus schweiften, um nach der anderen Seite der Aussicht hin die schöne Umgebung von Gießen zu bewundern, deren Wahrzeichen, dem Veßberg und dem Gleiberg, gleichsam der Blick einen wohltuenden Ruhepunkt fand. Möge die nächste Regatta der Gießener Ruder- Gesellschaft einen gleichen Verlauf nehmen! = h=
Aus Hessen und Nachbargebiet.
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* Buzzbach. 50 Jahre sind verflossen, seit der Lahn taliänge bund in Bußbach auf Anregung des Ge
auf.„ Es ist nicht zu glauben, die heutige Zeit hat keine Ge rechtigkeit mehr!"
,, Und sie haben auf deine Aussagen nichts gegeben? Du hast ihnen alles gesagt?"
" Nichts habe ich verschwiegen!" erwiderte Reiner auf die Frage seiner Frau.„ Lang und breit hab' ich es ihnen erzählt, wie der Narr durch das Geschrei seines Kindes das Wild verscheucht, wie der Rauch seiner Hütte die schönsten Bäume schädigt, alles, alles!"
Die Wut erstickte ihm die Stimme; wieder begann er, die Fäuste ballend, seinen stürmischen Gang durch das Zimmer.
„ Es ist wirklich unerhört," unterstützte ihn Frau Adelheid, ,, einen solchen Menschen hier dulden zu müssen!"
" Ja, unerhört," fiel der Förster ein, denn verdienen tät er es, daß man ihn zeitlebens sicher setzte. Statt dessen sprechen fte ihn frei, weil der alte, verlassene Steinbruch und der Plaz davor niemand gehöre und die Gemeinde Grünwald also nicht das Recht habe, ihn von dort zu vertreiben. Ach, ich mag gar nicht daran denken, es ist zum Tollwerden!"
Er unterbrach sich, um auf die Uhr zu blicken. Dann wandte er sich plötzlich zornig zu Frau und Tochter um:
Was steht ihr da und gafft? Gibt es nichts zu tun im Hause? Kann nicht Otto in einer Stunde hier sein? Er schrieb doch, daß er um zwei Uhr mit dem Wagen des Löwenwirts von Fernau komme!"
Ich wäre zu Fuß gegangen," meinte Klara,„ das hätte mir Spaß gemacht an seiner Stelle, ein fräftiger junger Mensch, wie er ist!"
„ Er wird's verlernt haben drinnen in der Stadt, seine Glieder zu gebrauchen!" kam es ingrimmig von des Försters Lippen.
Frau Adelheid aber wandte sich wieder tadelnd zu der Tochter. ( Gerichtet 3 Nr. 8.) ,, Was du nur wieder daherredest! Gibst ihm eine Schuld, die gar nicht die seine ist! Er ist nun einmal Student, ein feiner Mann, verkehrt in der besten Gesellschaft, da muß er auch an anderen Orten den Anstand wahren!"
„ Aber ist es denn in der feinen Gesellschaft nicht anständig, zu gehen?" meinte Klara naiv.
„ Mit dem Mädchen ist es nicht zum Aushalten!" wandte Frau Adelheid sich an ihren Mann. Nicht einmal ein Festtagskleid will sie anziehen, wenn der Bruder kommt!" Der Vater blickte die Tochter prüfend an. ,, So, sie will nicht? Und warum nicht?" Wenn der Bruder mich nicht lieb hat, so wie ich bin,
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( Fortsetzung folgt.)
sangberein„ Orpheus" ins Leben trat, und so bestloß er legte Bund stag, sein goldnes Jubiläum berbunden dem 28. Bundesfeft in der Geburtsstadt des Buntes abzuhalten, das nun letzten Samstag, Sonn: tag und Montag hier cefeiert wurde. Bei Gründung traten dem Bund neun Vereine bei, und zwar aus den Städten Marburg, Wizlar, Herborn, Laubach, Hunger, Bich, Usingen und Buzzbach, bald folat Bießen und Grün berg. Heute zählt der Bund 16 Vercine.
* Grünberg. In dem benachbarten Lehnheim wurde der dienstältefte Bürgermeister Hessens, Bürge meister Seng, nach 35 Amtsjahren zum fünften Male einnimmig wiedergewählt.
Helpershain. Hier starb die Witwe Marie Korell im Alter von 72 Jahren. Die Frau, welche im Itzten Mai erst in Helpershain zugezogen war,( chre in den denkbar ä miten Verhältnissen. Bei der Leiche wurden nun 360 Waf in bar vorgefunden. Es wurde sodann noch festgestellt, daß die Verstorbene bei zwe Sparkassen Ginlagen von 1600 Mark und 990 Maif stehen hat.
* Bad Salzschlirf. Sin seltenes Ereignis wurd dieser Tage im Hause Hotel Jller" dahier gefeiert. Herr C. V. Schäfer aus Frankfurt a. M. besucht schon jeit 25 Jahren alljährlich das hiesige Bad und nahm zum fünfundzwanzigsten Male bei Herrn Jller Wohnung Aus diesem Anlaß war das Hotel festlich geschmückt. Der Jubilor wurde festlich begrüßt und dankte gerüh für die Aufmerksamkeit Er gedachte im Rückblick our die bergangenen Zeiten des großen Emporblühens des Bades mit seinen vorzüglichen Heilquellen.
* Schlitz. Ein tödlicher Unfall ereignete sich im be nachbarten Dorse Hemmen. Der Landwirt Eifert hatte beim Einfahren des Heues zwei beladene Wagen aneinander gehängt, auf die Deichsel des zweiten Wagens seẞte er seinen 7½ jährigen Sohn. Aus unbekannter Ursache fiel dieser un terwegs herab, geriet unter die Räder und ward so schwer verletzt, daß er nach kurzer Zeit starb.
* Rüdesheim. Die Folgen des Eltviller Winzerkraches treten mehr und mehr in die Erscheinung. Beim hiesigen Winzerversin sind im verflossenen Geschäftsjahr 2 Mitglieder gestorben. Deren Angehörige wurden jetzt auf gefordert, ihren Verlustanteil an den Winzerverein binnen 14 Tagen zu zahlen. Beim hiesigen Winzerverein beträgt der Verlust pro Mitglied über 3000 Mt.! Die Angehörigen weigern sich, die Forderung anzuerkennen resp. zu zahlen, und wollen es auf einen gerichtlichen Entscheid antommen lassen.
* We B- l a r. An der Straße zwischen Wetzlar und Altenberg ist, in einem zusammengewickelten Lumpen eingebunden, die Summe von 980 Mt. in 49 3wanzigmarkstücken gefunden worden. Es ist anzunehmen, daß das Geld von einem Diebstahl herrührt. Mitteilungen wollen an die Kgl. Staatsanwaltschaft in Limburg gerichtet werden.
* Weilburg. Auf dem Verbandstag der nassauischen ländlichen Genossenschaften Raiffeisenscher Organisation waren 44 Vereine vertreten. Der Jahresbericht fonstatiert eine solide sichere Entwickelung. Die neue Rechtsaustun t= stelle ist viel benutzt. Die Filiale Frankfurt ist durch Veruntreuungen des früheren Rendanten schwer geschädigt. Die Zentralgenossenschaftstasse wird sich der Angelegenheit des Eltviller Winzertrachs annehmen, ebenso wird das auch durch die einzelnen Unterverbände geschehen. Die Camberger Kornhausgenossenschaft wird im Herbst in Liquidation treten. Die Genossenschaftstasse soll in Zukunft nur noch Geldvermittelungsinstitut sein.
* Marburg. Zum Rektor der Universität für das Jahr 1910-11 wurde der Theologieprosessor, Geheimer Konsistorialrat Bud de gewählt.
* Vilbel. Hier rettete der 13jährige Wilhelm 11 Sohn des Maurers Philipp Dich, den 13jäbrigen 1- ger, der beim Baden untergangen war. Gc bra te ihn, auf dem Rücken schwimmend, an das Ufer.
Mainz. Um den Schülern der Volksschule d. Möglichkeit der Erlernung fremder Sprachen zug bn. hat sich hier ein Schulverein gebildet. Bei genügend Anmeldung soll die Stadtverwaltung angegangen wir den, das Unternehmen zu unterstützen.
*
Darmstadt. Staatsminister Dr. Ewald hat einen längeren Urlaub angetreten. Er begab sich nach Egern in Oberbayern.
* Heidelberg. Ein jähes Ende fand am Sonntag die Schloßbeleuchtung durch ein plötzlich einsehendes furchtbares Unwetter. Auf der Neuheimer Seite hatte sich eine nach Tausenden zählende Menge angesammelt, die bei dem einsetzenden wollenbruchartigen Regen nach der alten Neckarbrücke floh. Auf der Brücke entstand hierdurch eine wilde Panik. Ein Kind wurde hierbei getötet. Mehrere Kinder und Erwachsene werden als vermißt gemeldet.
* Essen. Bei dem Wechsel im Oberpräsidium der Rheinprovinz wurde in einem Teile der Presse die Frage der eventuellen Teilung der Provinz erörtert. Entgegen den bisherigen Veröffentlichungen fann die hiesige„ Sozial und Wirtschaftspolitische Korrespondenz" nun mitteilen, daß die Bildung einer Industeieprovinz nicht nur geplant ist, sondern daß sogar bereits ein fertiger Entwurf im Ministerium liegt. Es werde aber, so fügt die„ Korrespondenz" dessen hinzu, noch gute Wege haben. bis dieser Entwurf, Einzelheiten geheim gehalten werden, zur Ausführung gelangt. Vor allen Dingen steht die Geldfrage im Vordergrund und ehe nicht die finanziellen Schwierigleiten beseifigt werden, fann weder von einer Teilung der Rheinprobing, noch von зи der Bildung einer Industrieprovinz, welcher der westfälische Regierungsbezirt Arnsberg ges agen würde, die Rede sein.
)( Drei Brennaborfahrer, R. Scheuermann, H. Przyrembel und Fr. Huybrechts behaupteten am letzten den Sonntag in Frankfurt a. M. im Stundenrennen um „ Großen Arenapreis" die drei ersten Pläße; Scheuermann berbesserte bis 70 Kilometer alle Weltrekords.
)( In Zehlendorf war der letzte Sonntag wieder ein Ehrentag für Brennabor. Ad. Schulze gewann vor Jante und Bäumler das„ Deutsche Derby" und den„ Preis von Brandenburg" und O. Peter siegte in den Rennen um den„ Preis von Schildhorn", den Preis von Wannsee" und den„ Preis von Schlachtensee".
Verantwortlich: Albin Klein, Gießen.
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Nahrung für:
sowie schwächliche, In der Entwicklung zurückgebliebene Kinder.


