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Pateteinsammlung durch die Poſt! 63 ist noch nicht genügend bekannt, daß die Poſt abzusen­dende Pakete auf Bestellung aus den Wohnungen abholen läßt. Man braucht nur ein offenes Schreiben, eine Karte oder einen Zettel mit den Worten:" Patet abzuholen bei ( Name und Wohnung)" unfrantiert in den nächsten Brief= laften zu werfen oder einem Briefträger mitzugeven, und die Sendung wird bei der nächsten Patetbestellfahrt gegen eine Gebühr von 10 Pfg. vom Hause abgeholt. Das Ver­fahren ist einfach und bequem und besonders solchen Per­fonen zu empfehlen, denen ein Dienstbote nicht zur Verfüg­ung steht.

* Die Jagdzeit in Hessen ist in folgender Weise geregelt: Schwarzwild, männliches Edel- und Dam= wild, alles Raubzeug, wilde Kaninchen, wilde Tauben, alles Wild, das im Großherzogtum Hessen oder in dessen nächster Nähe nicht hegt und nistet, fann das ganze Jahr geschossen werden. Männliches Rehwild hat im März und April Hegezeit, weibliches Rehwild nur vom 15. Oftober bis 15. Dezember Jagdzeit, der Dachs hat vom 15. Febr. bis 15. Mai Hegezeit, Auer, Birt-, Fasanen- und Trut hähne haben Juni, Juli und August Hegezeit, Enten von März bis Juni, Trappen, Schnepfenarten, Brachvögel und Ribize Mai und Juni, Rebhühner dürfen nur von Septem­ber bis November geschossen werden, alles übrige Wild, mit Ausnahme der Stare, deren Schonzeit mit dem 31. Juli endigt, hat vom Februar bis August Hegezeit.

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Aus Hessen und Nachbargebiet.

Lüzellinden. Die Gemeindesandgrube im Markwalde, an der Straße von Großenlinden nach Klein­Linden gelegen, wurde an Herrn Schuchmann von hier zum Preise von 705 Mt. jährlich verpachtet. Der bisherige Bachtpreis betrug 130 Mt.

* Birflar. Ein hiesiger Einwohner wurde durch einen Lotteriegewinn erfreut. Er gewann den 6. Preis der Frankfurter Pferdelotterie. Es wurden ihm 1500 Mart aus­bezahlt.

* Lich, 18. April. Der Großherzog, die Großher­zogin und die beiden Prinzen verließen gestern wieder un­sere Stadt, in der sie seit Dienstag zum Besuch der fürst lichen Familie weilten. Täglich konnte man die Großher­zogliche Familie im Schloßgarten sehen. Der Großherzog interessierte sich besonders für die Erbauung einer Veranda.

* Leihgestern, 18. April. Wiederholt hat unsere Wasserleitung versagt, die erst vor zwei Jahren mit einem Rostenaufwand von 90 000 Mt. erbaut worden war. Die Gemeinde beabsichtigt, neue Quellen am Neuhof zu erwer­ben und noch dieses Jahr eine Erweiterung vorzunehmen. * Wieseck. Ein 11jähriger Junge von hier fand auf dem Ererzierplaß eine Plaßpatrone. Zu Hause brachte er sie mit einem Steine zur Entladung, wobei ihm das Gesicht und die Hände arg mitgenommen wurden.

* Butzbach. Unter äußerst zahlreicher Beteiligung etwa 70 wackere Tauniden waren es machte der hie sige Hausberg- und Verschönerungsverein am Sonntag seine erste diesjährige größte Wanderung über den Hausberg­Hubertus- Ziegenberg- Winterstein Bad Nauheim und von da mit der Bahn zurück.

* Friedberg. Der Kursus für kirchliche Kunst u. Dentmalspflege am Predigerseminar zu Friedberg wird in diesem Jahre von Geh. Baurat Professor Walbe gehalten. Hessische evangelische Theologen dürfen an dem Kursus un­entgeltlich teilnehmen.

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Bad Nauheim. Mit einem Konzert Hans Windersteins und seiner Kurtkapelle, die bereits in voller Stärke ihre Tätigkeit aufgenommen hat, begann die Sai­son. Sämtliche Badehäuser sind geöffnet und alle Kurmit­tel, Tvintquellen, Inhalatorsum, Gradierwerke, Zanderin­stitut sind im Betrieb. Im Park sind reizende Durchblicke geschaffen; die ehrwürdige Parkallee ist durch lange Rasen­beete vom direkten Straßenverkehr isoliert und dadurch in­timer gestaltet. Das Theater unter Direktor Hermann Stein­goetter wird am 15. Mai eröffnet.

* Wetzlar. Das hiesige Gymnasium wurde zu Be­ginn des neuen Schuljahres von 239 Schülern besucht. Von diesen sind 44 zu Ostern neu aufgenommen worden.

* Mainz. Im Mainzer Krematorium fanden im 1. Quartal 1910 103 Einäscherungen statt. Unter den einge­äscherten Personen waren 70 männlichen und 33 weibli­chen Geschlechts. Der Religion nach waren 69 evangelisch, 16 fatholisch, 8 israelitisch, 2 altkatholisch, 1 freichristlich, 7 Dissident.

* Mainz, 18. April. Wie in militärischen Kreisen bestimmt verlautet, kommt der Kaiser voraussichtlich im August d. I. wieder hierher, um auf dem großen Sande die übliche Truppenschau abzuhalten.

* Mainz. Die in den Gemarkungen Heidesheim, Wackernheim, Essenheim, Ober- Olm, Marienborn und Ebers­heim angelegte Armierungsstraße der Festung Mainz ist ist nunmehr dem öffentlichen Verkehr freigegeben worden. Durch diese Straße werden die Staatsstraßen Al­zey- Nieder- Olm- Ober- Olm- Mainz mit der sogenannten Kai­ferstraße( Mainz, Finthen, Nieder- Ingelheim, Bingen), ver­bunden.

* Wiesbaden, 18. April. Heute früh Uhr wurde im Kurhaus der 27. Kongreß für innere Medizin in Anwesenheit von zahlreichen Aerzten aus Deutschland und Desterreich durch Geh. Medizinalrat Professor F. Kraus= Berlin eröffnet. Schüß- Berlin und Peuzoldt- Erlangen re­ferierten sodann über spezifische Erkennung und Behandlung der Tuberkulose. Gleichzeitig mit dem Kongreß wurde eine Ausstellung, ebenfalls im Kurhaus, von ärztlichen Ge­brauchsartikeln eröffnet.

* Wiesbaden. In der hier stattgefundenen Lan­desversammlung des Bundes der Landwirte für Nassau u. Hessen, sprach der württembergische Landtagsabgeordnete Schrempf über die politische Lage. Zum Schlusse wurde in einer Resolution dem Bundesvorstande das Vertrauen aus­gedrückt und für seine Arbeit und seine Stellungnahme in der Reichsfinanzfrage gedankt.

* Darmstadt. Dem Vernehmen nach hat Finanz­minister a. D. Gnauth auf seine Ministerpension ver­zichtet. * Homburg v. d. H., 17. April. Gestern bestie­gen das Kaiserpaar, Prinzessin Viktoria Luise und Gefolge den großen Feldberg. Heute vormittag besuchten der Kaiser, die Kaiserin, Prinz Oskar und Prinzessin Vit­toria Luise den Gottesdienst in der Erlöserkirche. Darauf statteten die Majestäten dem Offizierheim Taunus in Fal tenstein einen Besuch ab. Heute nachmittag gegen 5 Uhr fuhren die Majestäten, der Prinz und die Prinzessin mit Gefolge in Automobilen bis zur Saalburg und schlossen daran einen Spaziergang über den Fröhlichen Mannstopf".

Aus aller Welt.

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* Berlin. Prinz Dr. jur. August Wilhelm Preußen wird demnächst das Referendarexamen ablegen. Augenblicklich werden ihm mehrere staats- und firchenrecht­liche Vorlesungen gehalten.

* Erfurt, 16. April. Das Reichsgericht hatte zwei­mal das Todesurteil gegen den Glasbläser Lutz aus Fried­richsdorf aufgehoben. Gestern abend wurde der Angeklagte zum dritten Male zum Tode verurteilt. Er wurde für schul­big befunden, den Forstausseher Walther erschossen und einen

Wilddiebstahl im Forst Gehren ausgeführt zu haben. Das Schwurgericht verurteilte den Angeklagten zum Tode und zu 3 Jahren Zuchthaus.

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Münster. Der in unserer Gemarkung gelegene Steinbruch der Oberh. Kalt- und Stein- Industrie" in Buzz­bach wurde bedeutend vergrößert.

* Saßniz. Die Leiche des Reichstagsabgeordneten Delbrück ist durch den Taucher Lunck geborgen worden und ist im Hafen gelandet.

)( Der große Frühjahrspreis wurde am Sonntag im Sportpart Steglitz in einem 100 Kilometer= Rennen hinter Motorführung von Fr. Theile überlegen auf der Marke Brennabor gewonnen. Im Preis von Friede nau sicherte sich O. Peter, der gleichfalls Brennabor fährt, vor Schürmann und Stabe den ersten Platz.

)( 3wei Brennaborfahrer, der Belgier Fr. Huybrechts und der Zehlendorfer Ad. Schulze, waren die ersten Preisträger im 80 Kilometer- Rennen hinter Motoren um den Großen Frühjahrspreis, der am 17. d. Mts. in Ghemnitz bestritten wurde.

Die Felten und Guilleaumte- Lahmeyerwerke.

Ueber die Felten u. Guilleaume Lahmeyerwerke in Mül­heim a. Rh., deren Direktor kürzlich unser früherer Fi­nanzminister Dr. Gnauth geworden ist, dürften folgende Notizen von Interesse sein: Die mit einem Aktienkapital von 55 Millionen Mark und 25 Millionen Mark proz. Teilschuldverschreibungen arbeitende Gesellschaft, die aus der Vereinigungsbewegung der großen deutschen Elektrizitäts= firmen als dritte Gruppe hervorgegangen ist, beschäftigte zuletzt 11 357 Beamte und Arbeiter, wovon 6038 auf das Karlswert in Mülheim und 5319 auf das Dynamowerf in Frankfurt a. M. entfallen. Das Arbeitsfeld umfaßt nahe­zu das gesamte Gebiet der Start- und Schwachstromtechnik, sowie fast alle Erzeugnisse der Drahtindustrie. Das mit Betriebsmaschinen von zusammen 10 400 PS. arbeitende Karlswerk ist am meisten durch seine Kabelfabrik bekannt, die als die älteste in Deutschland die meisten unterirdischen Telegraphentabel der Reichspostverwaltung lieferte und auch an der Herstellung von Seetelegraphenfabeln regen Anteil nahm. Auch in Telephonkabeln nahm die Firma von vorn­herein eine führende Stellung ein; Starkstromkabel lieferte sie an mehr als 100 Großstädte. Die Drahtseilerei ist die älteste und größte des europäischen Festlandes. Ferner er­baute die Firma eine Reihe elektrischer Kraftwerke größ ten Stils und Ueberlandzentralen. Das Kapital für die fürzlich gegründete Treuhandbank für die elektrische Indu­strie, die größere elektrische Unternehmungen finanzieren und deren Aufträge den Werken vermitteln soll, ist von den Lahmeyerwerken fast ganz übernommen worden. Der Kurs der Aktien bewegt sich bei einer durchschnittlichen Dividende von 9 Prozent um 140 herum.

Oeffentlicher Sprechsaal.

Eine zivilrechtliche Haftung wird für die Einsendungen nicht übernommen.

Von dem Kilbinger'schen Anwesen am Seltersweg führt ein Weg nach der Südanlage, als Fahrdamm allerdings zu­nächst nur bis an den Schorgraben; für Fußgänger aber über den Schorgraben hinweg in die Anlagen. Der Holz­st eg jedoch, der den Graben überbrückt, ist, namentlich bei Dunkelheit, geradezu lebensgefährlich: Seit längerer Zeit schon weist er bedenkliche Lücken und Löcher auf, neuerdings aber fehlen sogar zwei oder drei Bretter nebeneinander vollständig! Wer bat für die Instandhaltung dieses Verkehrsmittels zu sor­gen? Die Aufsichtsbehörde müßte den Eigentümer zur sofortigen Ausbesserung dieses Steges anhalten, ehe ein Unglück, daß dort sehr leicht entstehen kann, passiert ist.

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ph Studentisches. Wenn auch die Vorlesun gen noch nicht anfangen, so haben doch die meisten studen­tischen Verbindungen schon offiziell das Sommersemester be­gonnen, um einstweilen sich dem Füchse- Keilen" zu wid men. Allmählich wird daher unser Straßenbild wieder " bunt" und lebhaft. Besonders stark beleben zur Zeit die Mitglieder der neuen Freien Landsmannschaft Thuringia"

gegründet durch Verschmelzung zweier früheren Verbind­ungen: Hasso- Guestphalia und Normannia, mit den Farben blau- weiß- grün und dunkelblauer Müze den täglichen Bummel, hauptsächlich natürlich zu Propagandazwecken.

-ph Gestern Abend kurz nach 7 Uhr konnte man in der Südanlage gegenüber dem evangelischen Schwesternhaus ein " Freudenfeuer" bewundern: der dort aufgestellte höl­zerne Papiersammelkasten war, jedenfalls mehr durch bös­willige Absicht als durch Zufall, in Brand geraten. Der Flamme nach zu urteilen, hatten die( oder der?) Uebel= täter den papiernen Inhalt noch durch andere brennbare Gegenstände vervollständigt. Das Feuer mußte mit Wasser geläscht werden, besonders um eine Beschädigung der Bäume durch die mehrere Meter hohe Flamme und die intensive Hiße zu verhüten. Es ist bedauerlich, daß infolge solcher Vorkommnisse die Verwaltung genötigt wird, die hölzernen Papierhäuschen, die sich doch der Umgebung hübsch an­passen, durch die weniger schmucken metallenen Kästen zu ersetzen.

* Provinzial- Ausschuß. In der letzten Sitz­ung des Provinzialausschusses stand die Wahl des Abg. Jouß zum Bürgermeister von Buzzbach zur Beratung, welche jedoch kein Abschließendes Urteil in der Angelegenheit brachte. Aus diesem Grunde wird sich die nächste Tagung nach einmal damit befassen.

Vermischtes.

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ph Ich traut mich nicht! Bezeichnend für die " Freiheit" im sozialdemokratischen Lager ist folgender Vor­fall beim gestrigen Kaiserbesuch. Zu einem Manne, scheinend Arbeiter im Festgewand, der den Uebungen der Soldaten auf dem Exerzierplay mit Interesse folgt, gesellt sich ein anderer Zuschauer mit den Worten:

" Haste aach or'ntlich Hurra! getrische?"- Der Gefragte mustert den Fragesteller erst schnell mit fritischem Blick und antwortet dann in Berliner Dialekt: " Ik werd mer hieten!" Warum denn?"

" Ich bin bei die Sozialdemokraten."

" Dat schad't doch nir, deswegen tannste doch emol Hurra! freische."

Nee, det is uns nich jestattet."

" Awer et hört un sieht dich doch niemand." " Meenste? Da biste aberst jewaltid uff'm Holzweje! Weeste denn nich, daß bei solche Gelegenheiten det Kartell seine ertra Uffpasser mittemang det Publikum rumloofen lassen dhut? Die schreiben jeden Jenossen uff, der' t Maul zu' ne patriotische Kundjebung uffohut, un hinnerher jibt et erheehte Beiträje, verschtehste, un wenn' t jut jeht, ooch noch wat janz annerschs, verschtehste!"

Dat es mir awer ebbes ganz neuet! Do dhät ich's Maul nadierlich aach net off!"

Und doch hatte der Berliner die Unwahrheit gesagt: er hatte vorher und zwar ganz kräftig! zur Be= grüßung Hurra! gerufen, aber es dem andern jedenfalls nicht zu sagen gewagt, vielleicht weil er ihn für einen der heimlichen Aufpasser hielt, der ihn reinlegen wollte!

Literarisches.

Farbenveränderung der Edelsteine durch Radium. Ein äußerst merkwürdiges und in seinem Wesen noch vollkommen unaufgeklärtes Mittel, die Farbe der Edelsteine zu beeinflussen, hat man in den von dem Element Radium ausgehenden Strahlungen. Durch nur stundenlanges Belassen eines Edelsteines in der Nähe eines start radioaktiven Präparates wird die Färbung oft ganz erheblich verändert. So färben sich, wie Geheimrat Prof. Dr. Adolf Miethe von der Technischen Hochschule in Char­lottenburg gefunden hat, blaue Saphire schon nach wenigen Stunden prächtig gelb, farblose Topase braun, farblose Turmaline je nach Umständen grün oder rot, durchsichtiger Quarz grau und Amethyst rotviolett. Geheimrat Miethe hat über diese merkwürdige Erscheinung sorgfältige Beo­bachtungen angestellt, die er in einem Aufsaße Gewinnung und Verarbeitung der Edelmineralien und Schmucksteine" mitteilt, veröffentlicht von Hans Kraemer in dessen illustr., populär wissenschaftlichem Monumentalwerke Der Mensch und die Erde"( Deutsches Verlagshaus Bong u. Co., Berlin W. 57, Lieferung 60 Pfg.), das seinen hohen Ruf durch jede neue Lieferung bestätigt und vermehrt. Ge­heimrat Miethe bespricht in seinem Beitrag alles, was für dieses wichtige und interessante Gebiet irgendwie in Be= tracht kommt, und widmet auch speziell der Herstellung künstlicher Edelsteine äußerst fesselnde Ausführungen, die um so mehr ins Gewicht fallen, als der Verfasser durch seine praktischen Erfindungen selbst unbestritten zu den er­sten Autoritäten auf diesem Gebiet zählt. Unterstützt wer­den seine Darlegungen durch eine Fülle prachtvoller Illu­strationen, die das ganze Wissensgebiet dem Leser bildlich veranschaulichen. In erster Linie die großen Bunt- Tafeln Edel- und Schmucksteine" zeichnen sich durch subtile Be­handlung der Farben aus und bieten in ihrer wundervol­len Ausführung wohl das Vollkommenste, was die mo derne Reproduktionstechnik auf diesem Gebiete bisher ge­leistet hat.

Das Zahnen bei den Kindern ist eine sehr wichtige Angelegenheit, der die Eltern die größte Auf­merksamkeit schenken sollten. Jede Mutter lese daher, ehe ihr Kind Schaden erleidet, den außerordentlich faßlichen und unterrichtenden Artikel darüber, der in der neuesten Nummer der in ihrer Art einzig dastehenden Monatsschrift Kindergarderobe", Verlag von John Henry Schwerin, Berlin W. 57, steht. Dieses billigste u. groß­artig redigierte Blatt bietet in jeder Nummer vielfältige Beschäftigung und Unterhaltung der Kleinen, sowie Belehr ung der Mütter auf allen Gebieten bis zur Selbstanfertig­ung von Kinderkleidern.

- Anselm Feuerbach- Wert. 10 Lieferungen in gr. 4 mit je 8 Blatt Abbildungen in Kunstdruckausstatt ung einzeln auf Rupfentarton geheftet in elegantem Um­schlag. Die einleitenden Worte und eine der letzten Lie ferung beizugebende biographische Würdigung schreibt Dr. Herm. Uhde- Bernays. Preis der Lieferung 2.50 Mt. Ueberall zu begrüßen ist es, daß sich die Kunstanstalt Fr. Hanfsta engl in München nunmehr zur Herausgabe einer Publikation entschloß, die in einheitlicher Weise der edlen klassischen Kunst Anselm Feuerbachs, wie sie aus seinen besten Gemälden und Handzeichnungen zu uns spricht, ein volkstümliches Denkmal seßen soll. Die durchaus vornehme und eigenartige Ausstattung der soeben erschienenen ersten Lieferung verleiht den einzelnen Wiedergaben eine antite und feierliche Wirkung. Neben seinem bekannten Selbst= bildnis begegnen wir einer seiner idealen Iphigenienge. stalten am Meeresgestade, der Dresdner Madonna, der Ama­zonenschlacht, einigen charakteristischen Zeichnungen in Fat­simile Reproduktion und anderem mehr. Mit der letzten ( 10.) Lieferung ist die Beilage einer biographischen Ab= handlung aus der Feder des bekannten Feuerbachforschers Hermann Uhde- Bernays in Aussicht gestellt, der auch die einleitenden Worte in der ersten Lieferung schrieb.

Die Fürstin der Fürstinnen. Von Oz­far Brüssau. Ein Gedenkblatt zum 100jährigen Todestage der Königin Luise( 19. Juli 1910). 32 Seiten mit 15 Jl­lustrationen.( 1 Eremplar gegen Einsendung von 20 Pfg. in Briefmarken), 25 Expl. a 18 Pfg., 50 Erpl. a 16 Pfg., 100 Erpl. a 14 Pfg., 500 Expl. a 12 Pfg., 1000 Expl. a 10 Pfg., 3000 Expl. und mehr a 9 Pfg. G. Schloeß­manns Verlagsbuchhandlung( Gustav Fic) Hamburg 36, Königstraße 21-32. Der Verfasser der bekannten Königin Luise- Biographie hat hier mit liebevoller Hand ein ergrei­fendes und volkstümliches Bild der hohen Dulderin ge­schaffen, das leuchtend aus dem düsteren Rahmen jener ver­hängnisvollen Zeit hervortritt, und sich vortrefflich für Mas­senverbreitung in Schulen, Vereinen 2c. eignet. Möchte das mit vielen Bildern geschmückte Heft am 19. Juli vielen Tausenden das Gedächtnis an die Fürstin aller Fürstinnen wachrufen.

" Monira", Schauspiel in 5 Aufzügen von J. Rabitsch Bey. Preis brosch. Mt. 2.50, geb. Mt. 3.50.­Verl. der Hofbuchh. J. Singer in Straßburg E. u. Leipzig. In dem Schauspiel Monira hat uns Irma Rabitsch Bey zum ersten Male in das moderne ägyptische Gesellschafts­und Familienleben eingeführt. Die Heldin Monira, mit ihrer europäischen und türkischen Erziehung, ist das gelun­genste Bild einer modernen jungen Dame aus hoher tür fischer Familie. Ein interessanter Charakter, schelmisch, flug, dem Vater untertänig, aber auch fühn und unterneh­mend, wo es sich um ihr Lebensglück handelt, das sie nur in der Verbindung mit dem grillenhaften Beduinen Issa hofft.

Paul Linda us illustrierte Romane und No­bellen. In 10 Bänden a Mt. 3.- broschiert, Mt. 4.- ge­bunden, bezw. in 75 Lieferungen a 40 Pfg. S. Schott­laender's Schlesische Verlagsanstalt G. m. b. H., Berlin W. 9.- 8. Lieferung. Das achte Heft bringt eine voll­tommen abgeschlossene Novelle Sollege Schnabel". Lindau hat bekanntlich in jüngeren Jahren seinen fenntnis reichen Geist in den Dienst der Tagespresse gestellt, und da stand er eines Tages allein mit den anderen Redakteuren eines großen Provinzblattes am Grabe eines lieben Kolle gen, der jung starb und in gleicher Weise durch seine Vor­züge wie durch seine Fehler die Sympathien des Autors und aller Leser hat. Und da führt uns nun Lindaus Er­innerung von dem frischen Grabe des Verstorbenen weg, in die Räume der Redaktion zurück, als Kollege Schnabel noch dasaß und für drei schaffte und nach Schluß des Blat­tes fröhlich gewesen ist und dröhnend lachte, während er arm war, wie eine Kirchenmaus und schwertrant, ohne je zu klagen und ohne Freunde und ohne Verwandte, ohne je zu stöhnen. Außer den Kollegen war nur noch ein Frem der da. Der Allerweltsmensch Lindau tommt natürlich mit ihm ins Plaudern und erfährt nun, welchen großen Dienst einmal der Tote dem Fremden einem höheren Richter

- erwiesen hat, wie er ihm sein ganzes Lebensglück ge­rettet hat und in seiner geräuschlosen Art nicht nur jeden Lohn ablehnte, sondern nicht einmal zu Dantesworten Ge­legenheit gab. Die Situation, in der Kollege Schnabel so viel Edelmut zeigte, ist ebenso dramatisch wie pitant.

Wie erhalte ich Stellung im Aus­land und Uebersee? Winte, Ratschläge und Aus­tünfte für junge Kaufleute; von H. Junten- Paris, in Kom­mission bei Otto Weber, Leipzig. Preis Mt. 2.40. Ein lehrreiches Buch für alle, die nach dem Ausland wollen. Berantwortlich: Albin klein, Gießen.