Graf Oriola+.
Aus Berlin brachte am Sonntag vormittag der Draht die Nachricht, daß der Reichstagsabgeordnete Graf Oriola im Palast- Hotel in Gegenwart seiner Cemahlin und seines Bruders gestorben sei, ohne das Bewußtsein wieder erlangt zu haben, das er infolge eines Tags vorher erlittenen Schlaganfalls verloren hatte. Der Tod des Grafen Oriola, der gewissermaßen in den Sielen" und fern der Heimat starb, weckt namentlich bei uns in Hessen ein lebhaftes Echo und zwar nicht nur in den Reihen jener, die ihm im politischen Kampfe nahe gestanden, sondern auch in den Kreisen seiner Gegner. Denn der Da hingeschiedene war mag man zu ihm sich stellen, wie man will eine markante Persönlichkeit im politischen Leben des Reiches sowohl wie in dem Hessens.
Graf Waldemar von Oriola war kein Hesse von Geburt: Seine Wiege ſtand am sonnigen Rhein, in Bonn, wo er am 27. August 1854 als Sohn des Generalleutnants Graf Eduard von Oriola und dessen Gattin Marimilane( einer Tochter Achim von Arnims und der Bettina Brentano) ge= boren wurde. Er besuchte später das Gymnasium in Berlin, wo er auch die Universität zum Studium der Rechts= wissenschaften besuchte. Nachdem er von 1878 bis 1880 Referendar in Charlottenburg, Berlin und Wiesbaden gewesen, schied er 1880 nach seiner Verehelichung mit Anna Maria Christ. Mortimer aus dem Staatsdienst, um sich der Landwirtschaft zu widmen. Das große Rittergut in der Wetterau, das er übernahm, wurde bald zu einem landw. Musterbetrieb. Er wurde später Mitglied des oberhessischen Provinziallandtages, des Kreisausschusses und Kreistages für Friedberg, Vorsitzender des oberhessischen Obstbaubereins und Vertreter sonstiger Ehrenämter. Auch im politischen Leben spielte Graf Oriola bald eine hervorragende Rolle: im August 1887 wurde er als Vertreter des ersten oberhessischen Wahlkreises Vilbel in die 3 weite Kam mer gewählt, deren eifriges Mitglied er war, bis er 1904 das Mandat niederlegte, weil seine Tätigkeit als Reichs tagsabgeordneter ihn zu sehr in Anspruch nahm, als daß er die Last eines weiteren Mandats hätte weitertragen fönnen. In das Reichsparlament hatte ihn erstmals bei den Wahlen von 1893 der zweite hessische Wahlkreis FriedbergBüdingen entsandt, den er seitdem vertrat, bis ihm jest der Allbezwinger Tod das Mandat abgenommen hat.
möchte im Sinne einer Eingabe des Handelsvereins in Lauterbach der Personenzug( ab Gießen 3.15 nachmittags) in einen Eilzug umgewandelt und die Einlegung eines weiteren Abendeilzuges Kassel- Frankfurt a. M. erfolgen.
Die hessischen Handelskammern haben gemeinsam zu dem neuen Vorschlage für die Gewerbesteuer Stellung genommen. Die Handelskammern konnten jedoch eine befriedigende Lösung in dem neuen Regierungsvorschlage nicht erblicken und haben an ihren Vorschlägen festgehalten.
Revisionen in bürgerlichen Rechtsstreitigkeiten. Um eine Entlastung des Reichsgerichts herbeizuführen, schlägt der Gesezentwurf über die Zuständigkeit des Reichsgerichts als Hauptmittel vor, daß eine Revision in bürgerlichen Rechtsstreitigkeiten dann ausge= schlossen sein soll, wenn gleichlautende Erkenntnisse des Land- und Oberlandesgerichts vorliegen. Die Handels= tammer erkannte die Forderung nach einer Entlastung des Reichsgerichts als völlig berechtigt an, gleichwohl vermag sie den hierfür vorgeschlagenen Weg nicht gutzuheißen, da von ihm eine Gefährdung der Rechtssicherheit und Rechtseinheit zu befürchten sei, unter der alsdann Handel u. Industrie in erster Linie zu leiden haben würden.
Entwurf einer Reichsversicherungs ordnung. Der Syndikus berichtete über den Inhalt des Reformwerkes und hob im wesentlichen die besonderen Unterschiede, die zwischen dem ersten und dem neuen Entwurfe bestehen, hervor. Als solche kommen in Betracht die engere Anlehnung des Versicherungsamtes an die untere Verwalt ungsbehörde, Verfahren der Rentenfestseßung in der Unfallund Invalidenversicherung, Zulassung von Betriebskrankenkassen bei einer Mitgliederzahl von 100( früherer Entwurf 250), Regelung der Aerztefrage bei den Krankenkassen durch Schaffung von obligatorischen Tarifverträgen zwischen Kassen und Aerzten für Regierungsbezirke. Im übrigen stimmte die Handelskammer den Beschlüssen zu, welche die Kommission des Deutschen Handelstages für Sozialpolitik in ihrer dreitägigen Sißung vom 31. März bis 2. April dieses Jahres zu dem neuen Entwurfe gefaßt hat.
Graf Oriola hatte sich der nationalliberalen Partei angeschlossen, bis ihn die bekannten Vorgänge des vorigen Sommers von seinen bisherigen Parteifreunden trennten. Die Frage der Erbschaftssteuer gab den Anstoß zu der Trennung. Mit dem Frhrn. von Heyl und dem Abgeordne= ten Lehmann erklärte er seinen Austritt aus der nationalliberalen Reichstagsfraktion, doch konnte er sich, ebenso wie die beiden anderen„ Sezessionisten", nicht zu einer Niederlegung des Mandats entschließen. An scharfen Kritiken hatte es damals nicht gefehlt und wenn schließlich in Darmstadt nach heißem Turnier ein Friede zu Stande tam, so hatte baren Verdienste, die sich Graf Oriola in jahrzehntelangem und es waren ihrer nicht wenige- doch die unbestreitbaren Verdienste, die sich Graf Oriola in jahrzehnteiangem Schaffen erwarb, höher einschätzten, als die Tatsache, daß er in Sachen der Erbschaftssteuer fahnenflüchtig geworden war. Graf Oriola war eine durchaus edle, charaktervolle, dem gesunden sozialpolitischen Fortschritt huldigende Per= sönlichkeit, ein von Gradheit und Leutseligkeit beseelter Charakter, und sein so tragisches, frühzeitiges Hinscheiden wird gewiß weithin mit aufrichtiger Teilnahme empfunden werden. Durch den Tod des Grafen Oriola ist eine Nachwahl im Reichstagswahlkreise Friedberg- Büdingen erforderlich geworden. Bei den Wahlen von 1907 wurden von 23 887 Wahlberechtigten 20 521 Stimmen abgegeben. Davon erhielt Graf Oriola 8492 Stimmen, 7234 entfielen auf den sozialdemokratischen, 3299 auf den antisemitischen und 1472 auf den freisinnigen Kandidaten. Bei der Stichwahl siegte dann Graf Oriola mit 11 515 gegen 8524 Stimmen seines sozialdemokratischen Gegners. Schon aus diesen Ziffern geht hervor, daß sich um das Mandat ein heißer Kampf ent= spinnen wird, dessen Ausgang sich nicht voraussagen läßt, umsoweniger als heute die Parteilonstellation in dem Wahlfreise eine ganz andere ist als vor drei Jahren.
Großh. Handelskammer Gießen.
Aus den am 21. März und 8. April stattgefundener Sigungen sei folgendes hervorgehoben:
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Patetein ist noch nicht ge dende Patete auf Tafft. Man braucht der einen Zettel m Mame und Wohnu farften zu werfen od die Sendung wird cine Gebühr von 10 fahren ist einfach un fonen zu empfehlen, ung steht. Die Jagd Weise geregelt: Scho wild, alles Raubze alles Wild, das im nichfter Nähe nicht h gefchoffen werden. April Hegezeit, weib bis 15. Dezember F bis 15. Mai Hegeze hähne haben Juni, März bis Juni, Tr Ribize Mai und Ju ber bis November mit Ausnahme der Juli endigt, hat vom
78 vermehrte, also 24 960 betrug. Im einzeinen entfielen in dem erstgenannten Zeitabschnitt u. a. auf Ochsen 1052, auf Rinder 1058, auf Kälber 7515, auf Schweine 12 491 und auf die Hämmel 865. In dem letzteren Jahr betrug dagegen die Zahl der geschlachteten Ochsen 964, der Rinder 1277, der Kälber 8168 und der Schweine 11 390. Die Zah len bringen durch den Rückgang der Ochsen- und Schweineschlachtungen die gegenwärtige ungünstige wirtschaftliche Lage zum Ausdruck, welche vielen Familien den Kauf besserer Fleischsorten untersagte. Eigentumswechsel. Seifenfabrikant Sternberg- Weilburg faufte soeben die Hanau'sche Besitzung an der Marburgerstraße. Vom Gießener Baugewerbe. Der von uns bereits mitgeteilte Beschluß der Arbeitnehmer, nach den Entschließungen des Arbeitnehmerverbandes zu handeln, der bekanntlich für die ersten 14 Tage der Aussperrung feine Unterstützung gewährt und welcher die Verbandsmitglieder für die übrige Zeit der Arbeitslosigkeit zu erhöhten Beiträgen heranzieht, veranlaßte am Samstag die Bauunternehmer zu einer 2. Versammlung, in der die sofortige Aussperrung der Arbeitnehmer beschlossen wurde. Die in der ersten Zusammenkunft der Arbeitgeber beschlossene Aufschieb ung der Arbeiterentlassung hatte überall die Hoffnung auf einen endgültigen friedlichen Ausgleich der Meinungsver schiedenheiten aufsteigen lassen, welche sich nun nicht erfüllt hat. * Verhaftung. Am Sonntag erfolgte wegen ruhestörenden Lärms die Festnahme eines Taglöhners. Da der Verhaftete in dem Haftlokal die Fenster einschlug, so wird jedenfalls noch Aflage wegen Sachbeschädigung er hoben werden. * Bei der Landesversicherungsanstalt Großh. Hessen sind im Monat März 340 Rentenge suche( 320 Invaliden- und Krankenrentenanträgesi sowie 20 Altersrentenanträge) eingegangen. Unerledigt wurden in den genannten Monat übernommen 349 Rentengesuche, so daß 689 Gesuche in Bearbeitung standen. Es fanden Erledigung: 267 durch Rentenbewilligung, 37 durch Ablehnung, weil unbegründet, 13 durch andere Weise, zusammen 317, sodaß 372 Gesuche als unerledigt auf den Monat April übernommen werden mußten. Ferner wurden im Monat März 231 Anträge auf Beitragserfstattung gestellt. Unerledigt wurden in den genannten Monat übernommen 93 Erstattungsanträge, sodaß zu bearbeiten waren 324 Gesuche. Bewilligt wurden 227 Anträge, abgelehnt wurden 18 Anträge. Unerledigt blieben 79 Erstattungsanträge. In welchem Umfange die Landesversicherungsanstalt Großh. Hessen Heilverfahrungskosten für ihre Versicherten übernimmt, ergibt sich aus nachstehenden Erläuterungen.
Entwurf eines Hausarbeitsgesetzes. Der dem Reichstag unterm 11. Februar d. Js. vorgelegte Entwurf eines Hausarbeitsgesetzes hält sich im allgemeinen von übertriebenen Forderungen frei und kann deshalb als eine brauchbare Grundlage für die Regelung der Hausarbeit bezeichnet werden; zu bemängeln ist nur, daß den Polizeibehörden ein zu großes Mitwirkungsrecht bei der Durchführung des Geseßes eingeräumt wird. Die hessischen Handelskammern haben gemeinsam zu dem Geseßentwurfe Stellung genommen und Abänderungsvorschläge gemacht. Entwurf eines Gesetzes betreffend die Aenderung der Gewerbeordnung. Derselbe enthält Bestimmungen über Lehrbücher und Arbeitszettel, Ausdehnung der Fortbildungsschulpflicht auf weibliche Arbeiter, übermäßige Dauer der täglichen Arbeitszeit, Lohnzahlungsbücher für Minderjährige, strengere Strasbestimmungen für vorsätzliche und wiederholte Uebertretung gewerbepolizeilicher Vorschriften. Auch zu diesem Gesezentwürfe haben die hess. Handelskammern in gemeinsamer Situng Stellung genommen und einige Abänderungsvorschläge beschlossen. Insbesondere haben sie sich gegen die auch in diesem Geseßent wurfe vorgesehene Erweiterung der Befugnisse der Polizeibehörden gewendet und diese als bedenklich abgelehnt.
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Beim Großh. Ministerium der Finanzen ist die Kammer dahin vorstellig geworden, daß der Verkauf von Holz aus den Großh. Domanialwaldungen fünftig nicht mehr an einem Tage in Darmstadt stattfindet, sondern daß jede Oberförsterei für sich allein die Verkäufe vornimmt. Der Antrag ist jedoch aus einer Reihe von Gründen abgelehnt worden. Eine Eingabe der Handelskammer Altena an die Eisenbahndirektion Elberfeld, betreffend die Einlegung von zuschlagsfreien Gilzügen auf den Strecken Hagen- Siegen- Betzdorf- Gießen und Siegen- Betzdorf- Köln wurde Auf der Strecke Stockheim- Lauterbach
befürwortet.
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Die Freundinnen.
Originalroman von Irene v. Hellmuth. ( Nachdruck verboten.)
Es war merkwürdig, aus Sylvia machte sich Lilly gar nichts, nur an Maja hing sie mit einer geradezu schwärmerischen Liebe; sie empfand es als höchstes Glück, wenn sie bei der ,, Tante" sein durfte.
Maja hatte das Kind auf den Arm genommen und eilte mit ihm so rasch als möglich vorwärts. Sie beachtete es nicht, daß das herabrieselnde Blut ihr Kleid beschmußte.
Entwurf eines Stellenvermittlerge= sebes. Die in der Novelle zur Gewerbeordnung vom 30. Juni 1900 getroffene Regelung des Stellenvermittlungsgewerbes habe nicht ausgereicht, um die in diesem Gewerbe hervorgetretenen Mißstände zu beseitigen. Die Handels= fammer fonnte ein Bedürfnis nach Schaffung eines Reichsgesetzes nicht anerkennen; sie war vielmehr der Ansicht, daß die bestehenden Bestimmungen der Gewerbeordnung völlig ausreichend seien, um den vorhandenen Mißständen wirksam zu begegnen; es fäme nur darauf an, daß die Landesregierungen von den ihnen in der Gewerbeordnung einge räumten Rechten auch in vollem Umfange wirklich Gebrauch machten, was zurzeit im Großherzogtum Hessen nicht der Fall sei.
Herr von Brandt protestierte eifrig: Ich bitte, gnädiges Fräulein, Sie werden sich überanstrengen, die Last ist zu groß für Sie! Bitte, lassen Sie Villy doch mich tragen!"
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,, Aber nein das Kind ist ja leicht wie eine Feder", lächelte Maja.
Als die Gesellschaft an dem von wildem Wein umrankten Häuschen des Herrn v. Brandt ankam, wollte Maja die Kleine behutsam niedersehen. Doch diese schlang beide Aermchen uni den Hals des Mädchens und bat schmeichelnd:
,, Komm doch mit, liebe, liebe Tante, bitte, bleibe noch ein wenig bei mir!"
Lokales.
Gießen, 19. April 1910. * Vom Hofe. Die Großherzoglichen Herrschaften, der Erbgroßherzog und Prinz Ludwig sind am Sonntag abends 6 Uhr von Lich wieder im Neuen Palais einge= troffen.
* In den Ruhestand versetzt wurde von der Handelstammer auf seinen eigenen Wunsch hin Bureauvorsteher H. Bruch häuser. Die treueſte und gewissenhafteste Pflichterfüllung hatten dem scheidenden Beamten während der Dauer seiner 22jährigen Tätigkeit in hohem Maße die Zufriedenheit der Handelskammer erworben. Die Stelle des Bureauvorstehers Bruchhäuser ist Herrn Hans Geist übertragen worden.
Da Maja nicht loskommen konnte und da sie bemerkte, wie die Augen des Herrn v. Brandt in stummer Bitte die ihrigen suchten, so entschloß sie sich, nachzugeben. Mit einigen entschuldigenden Worten verabschiedete sie sich von den andern, nahm Lilly bei der Hand und trat, wenn auch zögernd, über die Schwelle. In dem Häuschen war alles ungemein gemütlich und nett eingerichtet. Man gelangte zunächst in das Arbeits- und Wohnzimmer des Hausherrn An der einen Wand stand ein zierlicher Schreibtisch, auf dem Hefte, Bücher, Papier und Federn in bunter Unordnung herumlagen. Ueber dem Tisch hing das Bild einer sehr schönen Frau. Doch die Augen blidten den Beschauer talt und stolz an, ein verächtliches Lächeln schien um die vollen Lippen zu spielen.
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Vom Schaathof. In dem Jahre 1908 konnte der Schlachthof 24 882 Schlachtungen verzeichnen, während sich in dem Jahre 1909 die entsprechende Zahl um
Dem Schreibtisch gegenüber befand sich ein bequemer Divan, der rasch mit Hilfe der herbeigeeilten jammernden
Aus Helle * Lüzellin Martwalde, an der Linden gelegen, wur Preise von 705 Bachtpreis betrug 18 * Birklar. inen Lotteriegewinn Frankfurter Pferdelo bezahlt.
Ende März 1910 waren in den nachverzeichneten Anstalten versicherte Personen untergebracht: Ernst Ludwig- Heilstätte bei Sandbach 112, Eleonoren- Heilstätte bei Winterkasten 54, Göttmannsche Heilanstalt bei Reichelsheim 40, Dr. Liebes Lungenheilanstalt in Waldhof- Elgershausen 4, Kuranstalt von Dr. Schmitt in Lindenfels 15, Konitkystift in Bad Nauheim 21, Ernst Ludwig' Heilanstalt von Dr. Lossen in Darmstadt 4, Klinik von Dr. Grein in Offenbach Verschiedene Anstalten, wie Krankenhäuser, Kliniken und dergleichen mehr 20.
Wirtschafterin zu einem Lager für Lilly hergerichtet wurde. Nun brachte die Alte weiches Linnen nebst frischem Wasser und Maja begann die Wunde behutsam auszuwaschen und kalte Umschläge zu machen. Herr v. Brandt stand unbeweglich dabei und schaute nur immer auf die schlanken, weißen Hände des jungen Mädchens, die alles so geschickt anzupacken wußten, als hätten sie nie etwas anderes getan. Und doch war es das erste Mal, daß die verwöhnte Tochter des Millionärs solche Arbeit verrichtete. Sie war auch nicht wenig stolz, als die alte Katharine sie lobte:
,, Nein, Fräulein, das muß ich sagen, kein Doktor tönnte es geschickter machen! Wer hat Ihnen denn das alles gelernt?"
,,, niemand, das lernt man in der Not von selbst; was ist denn auch weiter dabei!" lächelte Maja.
,, Wie ich mich freue", sagte Rathrine wieder, daß ich Sie auch mal zu sehen bekommen habe; Villy hat mir schon so viel von Ihnen erzählt!"
* Lich, 18. 2 zogin und die beiden sere Stadt, in der si lichen Familie weilt zogliche Familie im interessierte sich beso Leihgest Bafferleitung verfag Softenaufwand von Gemeinde beabsichtig ben und noch dieses * Wieseck. auf dem Grerzierplat er sie mit einem Geficht und die Här * Buzbach etwa 70 wadere fige Hausberg- und rite diesjährige g Subertus Ziegenberg mit der Bahn zurü
= p Folgende gewerbepolizeiliche Revisionen wurden in der Stadt Gießen im 1. Vierteljahr 1910 vorge nommen: Es wurden revidiert: 38 Bäckereien inbezug auf Reinhaltung der Bäckereien( in 12 Betrieben ergaben sich Anstände auf Reinlichkeit und Anstrich der Räume); Bantgeschäfte betr. Beschäftigung von Gehilfen an Sonnta gen; Trödlergeschäfte, inbezug auf Führung der vorgeschriebenen Bücher; 20 3igarrenfabriken, bezüglich Reinhaltung der zur Anfertigung von Zigarren bestimmten Räume; 60 Milchrevisionen wurden vorgenommen; Die Sitzgelegenheit für Angestellte in öffentlichen Verkaufsstellen; Die Gesinde vermitterinnen und Stellenvermittler, bezüglich Führung von Geschäftsbüchern( in einem Falle wurde Anzeige wegen vollständig unterlassenem Eintrag in das Geschäftsbuch bei Ver mietungen und Anträgen erhoben); 21 Wäsche und Kleiderfabrikations- Werkstätten, inbezug auf Beschäftigung ju gendlicher Arbeiterinnen, Einhaltung der Arbeitszeit und Pausen, Führung der Verzeichnisse und Arbeitsbücher; 37 Gast und Schankwirtschaften, betr. Ruhezeiten der Gehilfen und Lehrlinge,( die Ruhezeit wurde gewährt, jedoch fehlte in einigen Büchern der Eintrag); 38 Barbier- und Friseurgeschäfte( Anstände ergaben sich keine); Assistenzleistung bei der Revision der landwirtschaftlichen Maschinen durch den Vertrauensmann( es ergaben sich hierbei viel Anstände); die Feuersicherheit der Warenhäuser, der Hausterhandel nach 9 Uhr abends, Sonntag nachmittags nach 3 Uhr, und der Verkauf von Obst 2c. Sonntag nachmittags nach gesetzlichem Ladenschlusse, auf Privatpläßen; Lagerung und Aufbewahrung von Mineralölen, insbesondere Petroleum und Benzin; bei 45 hiesigen und auswärtigen Bädern und Brod- Verfäufern das Brod auf Gewicht und die Lagerung Sprengstoffen in den Steinbrüchen; Eß- und Aufenthaltsräume der Arbeiter in Fellhandlungen und Gerbereien, sowie die Güterhändler inbezug auf Führung von Geschäftsbüchern.
Maja saß neben ihrem Lager; sie hielt des Mindes Hand in der ihren. Und während draußen ein heftiger Regenguß herniederprasselte, der Herbststurm heulend durch den Wald fuhr und die gelben Blätter von den Zwetgen riß, erzählte Maja der kleinen Patientin alle Märchen, die sie noch von ihrer Kinderzeit her kannte. Lilly lag ganz still in den Kissen. Auch Herr v. Brandt rührte fich nicht. Er saß dem jungen Mädchen gegenüber. Seine Augen hingen unverwandt an dem rosig angehauchten Ge sichte der eifrigen Erzählerin. Er schien sich gar nichts anderes zu wünschen, als nur immmer so sißen und sie ansehen zu dürfen.
Die alte Katharine batte rasch eine Ranne duftenden Tees bereitet. Sie deckte den Tisch und stellte Brot, Butter und Schinken und alles nötige zurecht. Herr von Brandt bat seinen Gast, zuzufangen. Maja ließ sich nicht lange nötigen, sie hatte in der Tat Hunger bekommen. Sie machte für den Hausherrn appetitliche Brötchen zurecht und versorgte das Kind, furzum, sie waltete am Tee tisch wie ein rechtes Hausmütterchen und tam sich ungemein wichtig dabei vor.
Ah, so gut hat es mir lange nicht geschmeckt", vers sicherte Herr v. Brandt mehrmals.
bon
Die Dämmerung brach an. Maja hatte ganz vergessen, daß es längst 3eit war für die Heimfahrt. So lange durfte sie nicht ausbleiben, wollte sie den Vater nicht ernstlich böse machen.
Nun muß ich aber eilen, nach Hause zu kommen", rief sie erschrocken. Lilly, die bisher ganz still gelegen, brach in Tränen aus.
,, Du solltest immer bei uns bleiben, Tante Maja" klagte sie. ,, Aber Lilly, wie unbescheiden du bist, rief Herr von Brandt. Das verstehst du nicht, Kind! Fräulein Maja ist an andere Umgebung gewöhnt. Sie würde sich bei uns sehr bald langweilen. Wie dürften wir hoffen, daß es ihr hier gefallen könnte! Hier in diesen ärmlichen Verhältnissen! Was hätten wir der verwöhnten Tochter eines so reichen Mannes zu bieten!"
Er sprach das leßere mehr zu sich selbst als zu der Kleinen, die natürlich den Sinn seiner Worte gar nicht verstand. Seine Augen blickten wieder finster und um seinen Mund lagerte sich ein herber, bitterer Zug. Die vorige Heiterkeit war plößlich verschwunden und in seine Stirn grub sich eine tiefe Falte.
,, Und wenn ich Ihnen nun die Versicherung gebe, daß es mir hier sehr gut gefallen hat, wird dann die finstere Wolfe wieder verschwinden, die auf Ihrer Stirn lagert?" lächelte Maja. Wissen Sie, daß Ihnen etn heiteres Gesicht viel besser steht, als die Leichenbitter miene, die Sie immer zur Schau tragen? Die Hetdet Ste gar nicht und ein mürrisches Gesicht mag ich nicht lela, ben! Ich habe nur fröhliche Menschen gern!"
,, Sie sind eine Bauberin!" murmelte er und seine Büge erhellten sich wieder. A13 Maja gegangen war, tam es ihm vor, als fet es plößlich finstere Nacht um ihn her geworden. Wit raschen Schritten eilte die junge Dame nach dem Herrens hause, wo Friß schon voll Ungeduld auf sie wars tete. Auch Sylvia war höchst verwundert über das lange Ausbleiben der Freundin.
Billy wollte mich durchaus nicht fortlassen"; entschul bigte sich diese.
( Fortsetzung folgt.)
* Friedbe Denkmalspflege am diesem Jahre von Hessische evangelisch entgeltlich teilnehme * Bad- N Windersteing und Starte ihre Tätigt son. Sämtliche Bad tel Trinfquellen, titut find im Betri geschaffen; die ehr beete vom direkter timer gestaltet. D goetter wird am
* Webla ginn des neuen diesen sind 44 zu * Mainz. Quartal 1910 103 äscherten Personen chen Geschlechts. 16 tatholisch, 8 is 7 Diffident. * Mainz, bestimmt verlautet August d. J. wie
die übliche Trupp
* Mainz Wadernheim, Effe
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Anwesenheit von Desterreich durch
Berlin eröffnet. ferierten sodann
der Tuberkulose. Ausstellung, ebe brauchsartikeln er * Wiesb desversammlung Hessen, sprach de Schrempf über die einer Refolution gedrückt und für
Der Reichsfinanzfr
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