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Ein großer Waldbestand von nahezu 3000 Morgen gehört zum Besitze des Dorfes Schwanheim, Reg.- Bez. Wiesbaden. Der Wald wirft jährlich etwa 50 000 M ab, und diesem Umstande hat Schwanheim eine glückliche Ausnahmestelle unter den Main­orten zu verdanken, besonders in bezug auf Steuerverhältnisse. Während die meisten Gemeinden im Maingau ihre Steuern über 100 Proz. haben erhöhen und daneben noch erhebliche Anleihen machen müssen, um ihre wirtschaftlichen Aufgaben zu lösen, hat Schwanheim den niedrigen Steuerfuß von 60 Proz. beibehalten können und ist außerdem in der Lage, Geld zur Ausleihe zu bringen. Wie der Landbote des Wiesbadener Tageblatts", Nr. 1 1910, mitteilt, macht der Schwan­heimer Bürgermeister bekannt, daß 6000 bis 7000 M vom 1. April 1910 ab gegen 4 Proz. zum Ausleihen bereit seien. Man sieht, welche Vorteile die All­mende mit sich bringt für Land­gemeinden.

Aus einem Tagebuch. Ver­suche bei jeder Meinungsver­schiedenheit zuerst, deine Ansicht und die Ansicht deines Gegners klar zu formulieren! Du siehst dann meist, daß der Streit über­flüssig ist; entweder ist man schon einig, oder man wird es nie­mals.

Bei Diskussionen versuche erst die Ansicht des anderen so klar als möglich werden zu lassen, gib ihr dann alles Recht, das ihr zukommt, und bemühe dich schließ­lich, deine eigene Meinung in Frageform daran anzuknüpfen! Das ist für die anderen wie für dich das erfolgreichste und fruchtbarste Verfahren.

Dankbarkeit eines Schülers. Als Napolon I. zum Kaiser ausgerufen war, kam ein Mann in ziemlich ärmlicher Kleidung nach St. Cloud und bat den Marschall Duroc dringend, ihm bei dem Herrscher eine Privataudienz auszuwirken. Er wurde in das Kabinett des Kaisers geführt. Was wollen Sie von mir?" fragte der Kaiser." Sire" antwortete schüchtern der Mann, ich habe das Glück gehabt, Ew. Majestät fünf Vierteljahre hindurch auf der Schule zu Brienne Schreibunterricht zu erteilen"." Nun, da haben Sie bei meiner Treue keinen üblen Schüler gebildet,

BLEME.

Fröhlice stern!

Halte niemals einen Dunst für einen Glorienschein,- auch nicht bei dir selbst!

Erkenne an, wo du nur irgend anerkennen kannst, und es wird ein unbeschreiblicher Zauber von dir ausstrahlen! Dies ist der schönste und sicherste Weg, der Menschen Liebe zu erwerben und zugleich ihr strengstes Gewissen zu werden.

Sprich über das Böse, was du mußt, und über das Gute, wo du kannst! Denk an das Böse, wo du mußt, und an das Gute, wo du kannst!

Abstrichrätsel.

Chrom Geist Listen

:

Vorstand

Wein

ich gratuliere Ihnen dazu!" er­widerte Napoleon lachend, sagte ihm noch einige freundliche Worte und entließ ihn mit den Wor­ten:' s ist gut, recht gut; ich werde meinen Schreiblehrer nicht vergessen". Und wirklich wurde dem Manne ein Jahrgehalt von 1200 Frank angewiesen.

Heitere Ecke.

Gute Beute. A: Nun, Herr Assessor, was haben Sie denn auf der Jagd beim Ritterguts­besitzer von G. erbeutet?" B.: ,, Seine Tochter!"

Faule Fische! Vater:" Wo bleibst du denn so lange, Karl? Die Schule ist doch längst aus!" " Ja, weißt du, Vater, wir haben jetzt so schrecklich viel zu tun, daß wir Ueberstunden machen müssen." Stoßseufzer. Freundin: Du Glückliche, deine Hochzeit steht vor der Tür!" Braut: Ja, die Hochzeit, aber auch die Kochzeit!"

-

Wink. Onkel( zu seinem stu­dierenden Neffen): Ist das dein Geldbriefträger? Donner und Doria ist der Kerl dick!" Neffe: Du strapazierst ihn zu wenig, Onkel!"

"

Pech. A.: Ich denke, die reiche Witwe sollte Ihre Frau werden.' B.. Sie wär's auch beinahe geworden, da lernte sie aber kürzlich einen hübschen Zeichner kennen, und der machte mir einen Strich durch die Rechnung."

Inserat des zerstreuten Professors. Sechsjähriger Witwer ( Professor) mit fünfzig Kindern sucht sich wieder zu ver­heiraten.

Unsere Rätselecke

Von jedem Wort sind zwei Buchstaben an beliebiger Stelle zu streichen. Die übrigen Buchstaben müssen dann, im Zusammenhang cele en, die religiöse Bedeutung eines Festes bezeichnen.

Magisches Zahlenquadrat.

In die 13 leeren

459 250

492

Felder sind die Zahlen

470

283

316, 327, 338, 349, 360, 371, 382, 393,

261

503

404, 415, 426, 437,

481

294

448 so einzutragen, daß die fünf Zahlen

272

514 305

in jeder wagerechten und in jeder der

beiden Diagonalen als Summe unsre Jahreszahl 1910 ergeben.

Rätsel.

In Orleans, doch nicht in Minden Kann man den ersten immer finden. Das nächste Paar wird nicht am Rhein, Doch in Triest zu finden sein.

In Moskau nie, doch stets in Bern Die letzten drei sich zeigen gern. In jedem Jahr im Festesglanze Begrüßen wir das schöne Ganze. Zahlenpyramide.

7

7 3

763

36 17

7 6 3 5 1

3145 7 6

Rätsel.

Von Gold, wirds sehr geschätzt: Von Erde, bleibts uns zuletzt, Von Menschen, ziehts durch die Gassen, Sie wollen die Stadt verlassen.

Nachdruck der Rätsel und Aufgaben verboten. Die Auflösungen erfolgen in der nächst. Nummer. Auflösungen der Rätsel und Aufgaben in voriger Nummer:

Diagonalrätsel:

O S t e r n

SAAA

S++ A

A

u a

n

Die Zahlen sind durch Buchstaben

N

a t ha

n

L a

t e i n

so zu ersetzen, daß

Ta n

e r a

der oberste Buch­

stabe eine Note

nennt. Die wage­

1 2 3 4 5 6 7 rechten Reihen sollen bezeichnen: 1. einen Keim neuen Lebens; 2, 4 und 5 je einen biblischen Namen; 3. einen weiblichen Vor­namen; 6. eine Schneckenlinie.

Nan sen

Worträtsel:

Osterferien( Osten, Fersen).

Gleichung:

Märzveilchen.( a Mähne, b Heine, c Et, d Reiz, e Vase, f Ase, g Leichen.

Verantwortlicher Redakteur: Paul Oschmann, Verlag und Druck des Christlichen Zeitschriftenvereins, Berlin SW. 68, Alte Jakobstr. 129.

13.

Neur Lelehalle

Beilage zur Gießener Zeitung.

Russisches Ostern.

stern ist in Rußland das Hauptfest des ganzen Jahres. Weihnachten, Pfingsten und auch des Zaren Ge= burtstag treten weit dahinter zurück. Der Gottes= dienst der Osternacht ist eines der schönsten und ergreifend­sten Schauspiele, die man sehen kann. Bis Mitternacht ist noch Leidenszeit. Die Liturgie, voll von schönen und ergreifenden Gebeten, die prachtvollen, wehmütigen Chorgesänge haben nur auf das Leiden und Sterben des Heilandes Bezug; von den Lichtern sind nur wenige an­gezündet; das Ganze ist feierlich ernst und traurig. Vor der goldenen Tür, hinter der der Hauptaltar steht, liegt die Statue des gekreuzigten Erlösers auf der Bahre; zu beiden Seiten die klagenden Chöre. Gegen Mitternacht wird die Bahre aufgehoben, das Klagen der Chöre ver­stärkt sich, und der Zug verläßt mit der Bahre unter immer mehr in der Ferne der Kreuzgänge verhallendem

1910.

Grabgesang die Kirche. Die Grablegung beginnt. Im Kirchenraum ist es dunkel und still, weder Gesang, noch Vorlesung; die Andächtigen warten stehend oder kniend; jeder hat das Licht, das er in der Hand hält, gelöscht. Das dauert etwa eine Viertelstunde. Auf dem Turme schlägt es Mitternacht der Ostertag ist angebrochen

-

im Nu werden die Kerzen entzündet. Verwandte, Freunde, Bekannte, ja selbst einander Fremde, die in der Kirche nebeneinanderstehen, küssen sich;" Christ ist er­standen!" ruft der eine," Er ist wahrhaftig auferstanden" lautet die Antwort. Von der Ferne her kommt festlicher, jubelnder Ostergesang der Chöre; und in einer Flut von Licht und Gesang kommt der Priesterzug mit den Chören zurück, das Christusbild in der Mitte: Christ ist erstan den! Und nun beginnt der fröhliche Osternacht- Gottes­dienst.

Ein menschenfreundlicher Osterbrauch in Rußland: Einsegnung der Ostertafel durch den Priester. Am Osterfeste, das die russische Kirche etwa 14 Tage später als wir feiert, ist es Sitte, in den Häusern offene Tafeln aufzuschlagen, zu benen jeber Arme Zutritt hat. Unser Bild stellt die Osterspeisung ruffischer Schüler bar.

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