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Eine Moltke- Erinnerung. Der V. 3. wird geschrieben: Ein hübsches Scherzwort des großen Schweigers, das einst im intimen Kreise viel belacht wurde, dürfte noch wenig In die Deffentlichkeit gedrungen sein. Bei einem der ge­selligen Abende im gastlichen Moltkeschen Hause, bei dem immer nach dem Essen, bei Rauchen und Plaudern, Ernst und Scherz in so wohltuender Mischung zu Worte tamen, wurde einmal die Frage über die Entstehung von Rassen und Arten sowie die Möglichkeit der Abstammung des Men­schen vom Tier erörtert und dabei auch der Unterschiede zwischen Mensch und Tier gedacht. Schließlich wurde auch der Feldmarschall, der bis dahin nur tiefe Züge aus seiner Pfeife getan hatte, gefragt, welcher Unterschied zwischen Mensch und Tier ihm wohl am markantesten erschiene. Lakonisch und verblüffend erfolgte die Antwort: Kein Tier raucht!"

Pugzeuggeld für Rekrnten. Das Armee- Verordnungs­blatt veröffentlicht einen kaiserlichen Erlaß, wonach, auf Grund der Beschlüsse des Reichstages, den Refruten in Zu­kunft für die erstmalige Beschaffung von Putzzeug eine Entschädigung Putzeuggeld", gewährt wird. Von nun an erhält jeder in das Heer zur Ableistung seiner Dienstpflicht Einberufene Puzzeuggeld, und zwar ist dies für Berittene auf 8,80 M, für alle übrigen auf 7,10 M normiert worden. Mit Ausnahme der Einjährig- Freiwilligen erhalten alle Eingestellten die Gebühren, die als Geldentschädigung zur erstmaligen Beschaffung solcher Gegenstände, die ihnen von der Heeresverwaltung nicht geliefert werden, die sie aber als Privateigentum im dienstlichen Interesse unbedingt be­siben müssen, bezeichnet wird. Auch wenn der Rekrut sich schon einzelne Gegenstände mitgebracht hat, steht ihm das volle Bußgeld zu. Die gekauften Gegenstände verbleiben Privateigentum des Soldaten.

Gewalttaten eines Geistesfranken. Der Milchhändler Wendt aus der Reuterstraße in Rixdorf verursachte in der Nacht zum Sonntag aufregende Szenen. Er sprang aus dem Bett und gab aus einem Revolver auf seine Frau und seine beiden Töchter mehrere Schüsse ab, die jedoch ihr Biel verfehlten, dann ergrif er einen Besenstiel und miß­handelte seine Frau, die mit der Tochter fliehen mußte. Einem Schlosser, der den Frauen zu Hilfe eilte, erging es nicht besser. Auf das Ersuchen des Hauswirts erschienen mehrere Schußleute, die ebenfalls bedroht wurden. Mit Fist gelang es schließlich. den Wüterich zu überwältigen, zu fesseln und nach der Wache zu bringen. Dort unter­suchte ihn ein Arzt, der gemeingefährliche Geisteskrankheit feststellte und sofort die Ueberführung nach einer Anstalt anordnete.

leben, sondern sich mit einem Schuß töten solle. Ich. der ich ja nicht viel auf mein Leben hielt, schlug ein und verlor das Spiel. Dies erzählte ich nur Ilse, sonst sprach ich mit nie­mand darüber, und sie drängte mich so lange, bis ich ihr ver­sprach, sie mit mir zu nehmen."

Der Lehrling als Revolverheld. In dem etwa eine Stunde von Hildesheim entfernten Dorfe Sorsum wurde am Freitag abend von einem Schneiderlehrling eine Blut­tat verübt. Der Schneidermeister Stillig hatte seinem 16­jährigen Lehrling vor einiger Zeit eine Ohrfeige gegeben, was den Burschen so aufbrachte, daß er auf Rache sann. Als er am Freitag abend mit seinem Meister und dessen 16 Jahre alter Tochter in der Stube saß, hielt er den Zeit­punkt zur Ausführung seines Racheplanes für gekommen. Er gab aus einem sechsläufigen Revolver mehrere Schüsse auf seinen Meister ab, sodaß dieser schwer verletzt zu Bo­den sank. Als dann die Tochter zum Schuße ihres Vaters dazwischen sprang. erhielt auch sie einen Schuß in den Kopf. Nun eilte die Meisterin herbei, auf die der Unhold auch einen Schuß abgab, doch ist die Kugel an einer Korsett­stange abgeprallt. Der Meister hat eine schwere Verletzung der Lunge und des Herzens davongetragen. Die Tochter hat einen Schuß in die Stirn erhalten; die Kugel ist noch nicht gefunden. Beide Verletzte sind nach Hildesheim ins Krankenhaus gebracht worden. Der Täter, welcher ent­flohen war, wurde im Dorfe Himmelsthür festgenommen und ins Untersuchungsgefängnis gebracht.

Ueber einen eigenartigen Selbstmord berichten einem Telegramm zufolge Pariser Blätter. In der Sedainestraße zu Paris wohnende Schweineschlächter Bonnier, dessen Ge­hilfen gestern früh den sonst schon um 8 Uhr geöffneten La­den veriegelt fanden. Ihr Meister hatte sich an einem Haken an dem sonst die geschlachteten Schweine aufgehängt wurden, erhängt und sich den Unterleib aufgeschlißt, so daß die Ein­geweide bis auf den Boden hingen. Mit einer Stecknadel hatte er sich einen Zettel an der Brust befestigt, auf dem folgendes stand: Ich bin lebensmüde, ich will sterben, wie meine Schweine."

Durch einen Champagnerkorken ein Auge verloren. Ein eigenartiger Unfall hat sich dieser Tage in einem Hotel in Rom ereignet. Mehrere Gäste saßen noch spät nachts zusammen, und man beschloß, das Zusammensein mit eint­gen Flaschen Sekt zu beenden. Da alle Kellner bereits schla= fen gegangen waren, erklärte sich der mit den Gästen zut­sommensitzende Sohn des Hoteliers bereit, den Wein aus dem Keller zu holen. Als er eine Flasche öffnen wollte, flog ihm deren Pfropfen so unglücklich gegen sein Pincencz, daß dies in Trümmer ging und die Scherben dem jungen Mann in die Augen drangen. In der Klinik mußte ein Auge herausgenommen werden, das andere hofft man zu vetten.

Seit mehreren Schülerinnen und Ladendiebinnen. Wochen waren zahlreiche Geschäfte in Steglitz bei Berlin durch Ladendiebe erheblich geschädigt worden, so daß die Inhaber ihre Verkäufer anwiesen, ein besonderes Augen­mert auf die Kunden zu haben. Doch gelang es nicht, den Urhebern der Dieberelen auf die Spur zu kommen. Die Kriminalpolizet hat jetzt zur allgemeinen Ueberraschung in den Dieben eine ganze Reihe von Schulmädchen im Alter von elf bis vierzehn Jahren ermittelt. In den meisten Fällen hatten die Kinder im Einverständnis mit den Eltern gehandelt. Bet den sofort vorgenomenen Haussuchungen entdeckte man ganze Warenlager. Da waren Delikatessen, Konserven, Kleidungsstücke, Wäsche. Wollwaren. Bücher, Lederwaren, usw. in großen Mengen aufgestapelt. Beson-. ders arg hatte die vierzehnjährige Schülerin Eltse Hasse ge­haust; hier mußte die Polizei mit einem Wagen vorfahren, um das gestohlene Gut aus der Wohnung nach der Polizet­direktion zu schaffen.

Die Apachen im französischen Heere. In Vienne wurde der Sohn eines Lyoner Polizeikommissars, der tm 99. Re­giment dient, von drei im gleichen Regiment eingestellten Lyoner Apachen, die sich durch den Sohn am Vater rächen wollten, überfallen und schwer verwundet.- Eine in der Wohnung zweter Diebe zu Romans veranstaltete Haus­suchung förderte einen charakteristischen Fund zutage. Die Polizei entdeckte nämlich den Brief eines Soldaten vom 75. Infanterieregiment, der bereits elfmal vorbestraft ist, und auf dessen Einladung die beiden Diebesgesellen nach Romans famen. Eine Stelle des Briefes lautete: Die Arbeit" ist leicht in Romans. Ich ersuche euch, zu kommen. Mir geht es gut." Die Entrüstung der Bürgerschaft über die Apachensoldaten ist sehr groß.

Ein imposantes Bild vom Reichtum Neuyorks gibt eine neue Statistik, die den Wert der Bauten und Grundstücke zusammenfaßt. Sie schließt ab mit einer Endziffer von 8 400 000 000 Dollars, 285 000 000 Dollars mehr als im Vor­fahre. Als das teuerste Bauwerk Neuvorks erscheint das Haus der Metropolitan- Lebensversicherung, das einen Wert von 12½ Millionen Dollars darstellt. Annähernd den glet­chen Wert besitzt das Waorf- Astoria- Hotel; daneben wer­den fünf andere Baumerke aufgeführt. die zusammen einen Wert von 55 000 000 offers Hedeuten.

Apachenfrechheit. Der Pariser Eclair schreibt: Beim Reichenbegängnis für den verstorbenen Schutzmann Deray haben 200 Apachen sich erdreistet, dem amtlichen Geleite zu folgen und, von fröhlichen Banden umschwärmt, thr Opfer zu verhöhnen. Die Haltung die Bewegungen, die Klei­dung dieser Gruppe konnte keinen der Pariser im unklaren über sie lassen. Inmitten einer tragischen Zeremonie hatte diese freche Bande, die ihre Kraft und Verwegenheit zur Schau stellte und gewissermaßen ihre Fahne entfaltete, den Anschein einer ungeheuerlichen Herausforderung. Die öffentliche Meinung, die vor dieser Macht nicht länger die Augen schließen darf, muß endlich den dekadenten Parla= mentariern ernste Gesete abnötigen, deren Wirkung die Säuberung von Paris sein soll. Das ist die richtige Art, den Schutzmann Deray zu ehren. Unfruchtbare Tränen an sei­nem Grab zu vergießen, hat keinen Wert. Genug Schutz­leute sind geopfert worden. Jetzt ist an den Apachen die Reihe!"

Der Sportfehrlina. A.:,,Warum hat denn der Orts­polizist das verdächtige Individuum nicht verhaftet, wenn es ihm begegnet ist?" B.: Ja wiss'n S', der Orts­polizist war auf dem Rad, und er kann noch nicht allein absteigen."

Treiben wir heute zuviel Lurns?

3arin erlangte darauf gas Bewußtsein wieder, blieb aber noch drei Stunden in einem Dämmerzustande. Die Aerzte traten gestern dreimal zu einer Beratung zusammen und konstatierten, daß keine Gefahr vorhanden sei. Die Krank heitserscheinungen beruhen auf hysterischer Basis und ner. vösen Herzzuständen. Die englischen Wahlen. London, 18. Januar. Bis gestern abend 11 Uhr lagen folgende Wahlresultate vor: 62 Unionisten, 49 Liberale, 10 Arbeiterpartei, 13 Nationalisten. Die Untonisten gewannen also bisher 22, die Liberalen 6 Sitze, die Arbeiterpartei 1. London, 18. Januar. Der Ausgang des gestrigen Wahlkampfes wurde mit großer Spananung erwartet. Man wartete mit aller Aufregung auf die Nachricht, ob der Tag eine entschiedene Wendung nach der einen oder anderen Richtung nehmen würde. Ueber 104 Wahlmandate war ge­stern der Würfel gefallen. 31 fommen auf London und 78 auf die Provinz. In allen Wahlkreisen herrschte fieberhafte Aufregung und das Leben in den Straßen und besonders vor den Wahllokalen glich einem Volksfeste. Auf vielen Häusern wehte die britische Fahne. Die Ruhe und Ordnung ist überall gewahrt worden. Die Unionisten behaupteten, daß in den Wahllokalen wieder ein erhebliches Vorwiegen ihrer Wähler zu bemerken war. Der erbittertite Wahlkampf wurde gestern in dem Londoner Wahlkreise Battersea ge­führt, dessen langjähriger Vertreter John Burns sich schon vom frühen Morgen an persönlich unter dem Voff auf­hielt. Bald nach 8 Uhr sah man ihn in ein Automobil sprin gen und in die als Wahllokal dienende Schule treten, Tau­sende von Konstablern hielten gestern in den Straßen Ord­nung, da die Wogen der Parteileidenschaften hoch gingen. Prinz Georg.

Daß wir heute, im Vergleich zur Vergangenheit. durch­aus nicht allzu fururiös leben, dafür führte Dr. Friedrich Naumann den Beweis in einem hochinteressanten Vortrag über das Thema ,, Alter und neuer Lurus", den er fürz­lich im Verein Berliner Kaufleute und Industrieller hielt. Gewiß zeigt sich heute an vielen Orten, so führte der Redner aus, ein gewisser Lurus. Man braucht nur an alle die eleganten, modernen Hotels. die Riesenpassagier­dampfer des Ozeans, den enormen Verbrauch von Tabak, Bier. Baumwolle, und Seide zu denken; aber sind die Lobredner der ,, guten alten Zeit" denn wirklich im Recht? Beigt sich nicht vielmehr in der Vergangenheit ein Lurus­aufwand, wie er heute nicht im geringsten erreicht wird? Zur Zeit der römischen Kaiser z. B. hielten sich viele vornehme Leute gegen 400 Haussflaven- welcher moderne Haushalt unserer Zeit verfügt über ein derartiges Per­sonal? Und das Volk von Rom verlangte Sirekt den Lurus von seinen Herrschern; außer Brot forderte es Spiele, riesenhafte Massenveranstaltungen in den Zirkussen, die da­mals zehmal so groß waren als die heutigen. Da wur­den manchmal an einem Tage 500 Bären und Tiger ge­schlachtet. Der Redner erinnerte ferner an die Riesenbeu­ten des Altertums. Dieser Lurus war damals eben nur möglich, weil das Menschenmaterial nichts fostete; die kosten­Yose Arbeit der Unfreien verhalf den Großen zu ihrem Pomp. Im Gegensaß zu heute trieb man im alten Rom einen Quantitätslurus, es fam auf die Masse des Gebo­tenen, auf das Prunken nach außenhin an. Aehnlich war es auch noch zu Ausgang des Mittelalters, als die italie­nischen Städte sich zu Stätten üppigster Pracht entwickelten, als man in Florenz Brücken über den Arno schlagen ließ, auf denen große Gastmähler veranstaltet wurden, nach deren Beendigung die Teilnehmer die güldenen Teller und Schüs­seln zur Frude des zuschauenden Pöbels in den Strom warfen. So war es auch in Gent, Brügge und Brüssel, ja selbst der Lurus des französischen Hofes unter Ludwig XIV. war nur möglich, weil die bäuerliche Bevölkerung alles Erforderliche in Naturalien liefern und die Fron­dienste ohne Entgelt leisten mußte.

Morgans nenester Trust. Das neueste Unternehmen Pierpont Morgans ist die Schaffung eines Trusts, der alle Verkehrsmittel Neuyorks vereinigt. Die schon bisher unter der Kontrolle Pierpont Morgans stehende Metropolit Sc= curity Company wurde gestern mit der Inter- Borough Ra­pid Transit Company vereinigt. Gleichzeitig kaufte Pier­pont Morgan die Mehrheit der Aktien der Neuyork Trans­port Co. auf, sodaß er jetzt alle drei Neuyorker Verkehrs­gesellschaften mit einemt kapital von 5 Millionen Dollars in seiner Hand hat. Die Inter- Borough Company ist die Besitzerin der Neuyorker Hochbahnen und der elektrischen Straßenbahnen der Stadt, während der Transport Co. die meisten Omnibuslinien gehören. Pierpont Morgan beab­fichtigt, die Fahrpreise auf einzelnen Strecken zu ernied­itgen.

Amerikanisches Duell eines Gymnasiasten. Ein ſieb­zehnjähriger Gymnasiast hat am Neujahrstage in der Nähe Wiens zuerst seine Geliebte und dann sich selbst erschossen. Das Motiv der Tat ist, wie sich jetzt herausstellt, ein ameri­fantsches Duell. An seine Mutter hat er einen Brief hin­terlassen, in dem er schreibt:" Liebe Mutter! Vor kurzem traf ich einen Burschen, den ich fahrelang nicht gesehen hatte. Wir unterhielten uns eine geraume Zeit ganz gut, bis er zu sticheln begann. Ich ließ es mir eine Zeit lang gefallen. Als es mir aber zu bunt wurde, antwortete ich ihm in schar­fer Weise. Er fühlte sich beleidigt und wollte mir drohen. Als ich ihm darauf mit Lachen erwiderte, forderte er mich zu einem Würfelspiel unter der Bedingung, daß der Be­fleate den ersten Tag des kommenden Jahres nicht üher­

Die gleiche Erscheinung kann man im Deutschland der damaligen Zeit beobachten, wo große und fleine Herren den Lurus von Versailles nachzuahmen bestrebt waren. Erst die Aufhebung der Leibeigenschaft schaffte hier Wan­del. Heute aber zeigt sich der Lurus nicht mehr nach außen; das soziale Fühlen des Volkes würde das gar nicht mehr zulassen. Wer heute Lurus freibt, tut dies zumeist innerhalb des Hauses, und ein Millionär, der im Mittelalter mit sechs Vorläufern und Fackelträgern auf der Straße erschienen wäre, geht heute, wenn er wahr­haft vornehm ist, so einfach angezogen wie ieder andere Bürger. Von den Damen kann man das allerdings nicht i uзuvɓ gun ugo u

heute allerdings viel breitere Schichten an dem, was wir Lugus nennen. Die strahlende Beleuchtung, an die wir heute so gewöhnt sind wer hätte zu unserer Väter Beiten sie für möglich gehalten? Die Kulturerziehung hat viele eben eine andere Grundstimmung geschaffen, und Dinge, die wir gar nicht mehr entbehren können, sind Lurusgegenstände. Wer aber möchte sie deshalb missen und uns moderne Kulturmenschen um ihretwillen schelten?

Belgrad, 18. Januar. Wie bereits gemeldet, wet­gerte sich König Peter, den Beschluß des Ministerrates, den Prinzen Georg aus Serbien zu entfernen, zu genehmigen. Der König begründete seine Weigerung damit, daß Ge­fahr bestehe, der Prinz könne im Auslande, Serbien noch mehr blosstellen. Dagegen erklärte sich der König bereit, den Hofstaat des Prinzen Georg aufzulösen, seine Apanage herab zu setzen und ihn zum Truppendienst zu komman­dieren. Bemerkenswert ist, daß auch die beiden Regier­ungsorgane den Zwischenfall beim Neujahrsball in Artikeln besprechen und heftige Worte gegen den Brinzen Georg und seine Handlungsweise gebrauchen. Sie fordern die Regierung auf, entsprechende Maßregeln zum Schuße der Beamtenschaft gegenüber dem Prinzen Georg zu treffen. Explosion von Feuerwerkskörpern.

Mit einem interessanten Hinweis auf den Lugus in handels- und sozialpolitischer Bedeutung schloß Dr. Frieda rich Naumann seine fesselnden Ausführungen.

Drabtnachrichten und Deuestes.

Das Verfahren gegen Bruhn.

Berlin, 18. Januar. Die Voruntersuchung gegen den Herausgeber der Wahrheit", Reichstagsabgeordneten Bruhn, wegen Erpressung, verübt mit Hilfe des genannten Blattes, nähert sich ihrem Ende. Es soll zur Anklage kom­men, denn es sollen 30 Fälle festgestellt sein, durch die Herr Bruhn belastet wird.

Der Südpolforscher Shackleton.

Berlin, 18 Januar. In der Fabrik von Feuerwerks­körpern des Pyrotechnikers Bock zu Niederschönhausen ent­stand gestern eine Explosion, durch die 6 Angestellte mehi oder weniger schwer verletzt wurden.

Berlin, 18. Januar. Shackleton hat gestern Berlin ver­lassen und sich nach Breslau begeben, um in der Hauptstadt Schlesiens seine Vorträge fortzusehen. Von Breslau be gibt sich der Forscher nach Dresden, Frankfurt a. M. und München, um dann für kurze Zeit nach Berlin zurückzu­kehren, von wo er die Reise nach Petersburg antritt.

Explosion auf einer Lokomotive.

Effen, 18. Januar. Auf dem Bahnhof in Reckling­hausen erfolgte auf der Lokomotive eine Erplosion. Der Lokomotivführer wurde getötet, der Heizer Hoffnungslos verbrannt.

Meeresfegen.

Kiel, 18. Januar. Ungeheure Fänge von Sprotten, wie sie in der Geschichte unserer Fischerei nur höchst sel­ten vorkommen, sind an der ganzen schleswigschen Ost­füste gemacht worden. Ganz besonders bei der Insel Alsen, von wo sich schon rund 2 Millionen dieser Fische auf dem Wasserwege nach Kiel befanden, während von Apenrade be­reits 4 Eisenbahnwaggons voll davon hier eingetroffen sind. Die gleiche Menge ging von dort nach Eckernförde ab, wo die dortigen Fischer selber schon 10 000 Wall Sprot­ten a 80 Stück abgeliefert haben. Wie stark die Fänge insgesamt sind, läßt sich noch garnicht feststellen aber ficher ist, daß die Räuchereipläße Kiel und Eckernförde die Men­gen unmöglich bewältigen können, sodaß große Massen des delikaten Fisches in die Düngerfabriken wandern müs­sen und die Preise start herabgegangen sind.

Cook in einem deutschen Sanatorium? Frankfurt a. M., 18. Januar. Wie man der Frkf. 3tg." mitteilt, soll sich der Nordpolfahrer" Cook inkognito in einem Sanatorium in der Nähe von Heidelberg aufhal­ten. Sein Gesundheitszustand soll infolge der letzten Er­eignisse sehr stark gelitten haben.

Das Befinden der Zarin.

Petersburg, 18. Januar. Die 3arin fiel gestern in eine tiefe Ohnmacht, die über eine Stunde dauerte. Ihr Leib­arzt wurde hinzugezogen und machte Einspritzungen. Die

Bankdefraudanten.

Wien, 18. Januar. Der Prokurist des Salzburger Bankhauses Mar Cohn, Sietard, hat Selbstmord durch Er­Schießen begangen. Die Ursache des Selbstmordes soll in verfehlten Börsenspekulationen in großem Umfange zu suchen sein, die Sietard gemeinsam mit seinem seit meh­reren Tagen unbekannt verreisten Chef ausgeführt hat. Cohn hatte unter der Salzburger Geistlichkeit und Bürgerschaft eine große Kundschaft und soll über Depots von 10 Millionen verfügt haben.

Das Erbe König Leopolds. Wien, 18. Januar. In Brüssel fam gestern mit dem Vertreter des Prinzen Philipp von Koburg und mit den übrigen Gläubigern der Prinzessin Luise eine Einigung zustande, so daß die Aufteilung des Erbes König Leopolds morgen beginnen fann

Massenansstand.

Paris, 18. Januar. In Halluin an der belgischen Grenze streifen 4000 Weber, von denen die meisten auf belgischem Gebiet wohnen.

Ein Herzog als Falschmünzer.

Madrid, 18. Januar. Zu der Affäre des Her­zogs von Benavente, der, wie heute an anderer Stelle be­richtet als Falschmünzer entlarvt wurde, werden noch fol­gende Einzelheiten gemeldet: Der Herzog liegt mit seiner Frau in Ehescheidung. Zwecks Pfändung von Gerichts­fosten begaben sich einige Beamten in die Wohnung des Herzogs. Sie kamen schließlich an einen sorgfältig abge­sperrten Raum, dessen Tür gesprengt wurde. In diesem Bimmer entdeckte man eine regelrechte Falschmünzerwerk­stätte. Es wurde eine große Menge Halbfertiger Fünf­pesetas- Stücke beschlagnahmt. In der Angelegenheit steht noch eine ganze Anzahl sensationeller Verhaftungen bebor.

Handel und Verkehr.

Frankfurt, 17. Januar. Viehmarktpreise vom 17. Ja muar. Breise für 1 Bentner: Rinder: Dchfen: a) vollfleischine ausgemäftete böchsten Schlachtwertes böchstens 6 Jahre alt ( Lebendaewicht) 42-45 m.,( Schlachtgewicht) 73-82 Mt., b) junge fleischige, nicht ausgemäftet und ältere ausnemäftete ( Lebendgewicht) 38-41 Mr.,( Schiachtaewicht) 74-77 Mr., c) mäßig genährte junne, aut aenährte ältere( Lebendaewicht) 33 bis 35 Mr.,( Schlachtgewicht) 69-73. Bufen: a) voflfleischiae, ausaewachfene, höchsten Schlachtwertes( Lebendgewicht) 39-41 Mart,( Schlachtgewicht) 67-69 m., b) pofleischige jüngere ( Lebendaewicht) 34-36 Mart,( Schlachtgewicht) 60-64 Mark. Färsen und Kübe a) vollfleischige, ausaemästete ärfen höchsten Schlachtwertes( Lebendgewicht) 33-38 Mt.,( Schlachtaewicht) 65-74 Mr., b) voflfleischige ausaemäftete Rühe höchsten Schlacht­wertes bis zu 7 Jahren( Lebendgewicht) 33-38 Mt.,( Schlacht­gewicht) 64-68 Mt., c) ältere ausaemäftete Kühe und menig gut entwickelte jüngere Kühe und Färfen( Lebendgewicht) 26 bis 30 Mt.,( Schlachtgewicht) 51-59 M., d) mäßig genährte Kühe und Färfen( Lebendaewicht) 20-26 Mr.,( Schlachtgewicht) 41-49 Mt., e) gering genährte Kübe u. Färfen( Lebendaewicht) 14-19 Mr.,( Schlachtgewicht) 33-39 Mr., a) feinfte Mast( Vollm.) Maft) u. beite Saugfälber( Lebendgem.00-00 mt.,( Schlachtgew.) 00-00 Mr., b) mittlere Mast und gute Saugfälber( Lebend­gewicht) 45-50 Mt.,( Schlachtgewicht) 76-85 Mr., c) geringe Saugfälber( Lebendgewicht) 40-45 mt,( Schlachtgewicht) 70 bis 73 Mr. Schafe: a) Maftlämmer und jüngere Maftbammei ( Lebendaewicht) 33-34 Mr.,( Schlachtgewicht) 74-75 Mr., b) ältere Masthänimel und gut genährte Schafe( Lebendgewicht) 28-00 W.,( Schlachtgewicht) 70-71 Mr, c) mäßig genährte Hammel und Schafe( Merzfchafe)( Lebendgewicht) 00-00 m., ( Schlachtaewicht) 00-00 m., a) vollfleischige Schweine über 28tr. ( Lebendgewicht) 582-60 Mart,( Schlachtgewicht 74-76 Mark b) vollfleischige Schweine bis zu 2 Zentner( Lebendgewicht) 58-60 mt.,( Schlachtaew.) 73-76 Mt., c) fleischige Schweine ( Lebenden) 58--60 mt.,( Schlachtgewicht) 71-75 ME