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Steingoetter feine Kosten scheute, denn Gastspiele während der Sommermonate sind immer ein Glücksspiel bem Gießener Publikum die neuen und neuesten Operetten ich verweise auf die Dienstag stattfindende Erstaufführ ung der geschiedenen Frau" zu Gehör zu brin­H. F. O. gen.

Aus Hessen und Nachbargebiet.

* Lich, 16. Mai. Durch den Tod König Eduards ist die Vermählung der Prinzessin Dorothea zu Solms­Lich mit dem Prinzen Hermann zu Stolberg- Wernigerode boni 21, auf den 24. Mai endgültig festgelegt worden. Der Großherzog und die Großherzogin von Hessen nehmen an der Hochzeitsfeier teil und treffen tags zuvor in Lich ein. Auch der Großherzog von Mecklenburg hat sein Erscheinen zugesagt. Abends vorher wird seitens der Stadt Lich ein Facelzug, woran sich sämtliche Vereine beteiligen, darge­bracht. Die Jungfrauen von Lich bilden Spalier beim Zug nach und aus der Kirche.

* Hungen, 16. Mai. Weil sein Vater unehelicher Geburt war, bestritt die Gemeinde Hungen einem Eisen­bahnbeamten das jährliche Holzdeputat im Werte von etwa 25 Mr., indem sie behauptete, daß er zu Unrecht Ortsbür­ger sei. Kreisausschuß und Provinzialausschuß belehrten aber die Gemeinde, daß sie mit ihren mittelalterlichen Rechtsgründen nicht durchdringen fönne und entschieden für bas Holzrecht des Beamten.

* Alsfeld. Nach fast 50jähriger Dienstzeit am hiesigen Kreisamt starb der im ganzen Kreise geachtete Kanzleirat Wurstius. Viele Kreisräte und Amtsmän­ner sah er seit 1860 fommen und gehen.

* Ulrichstein. Hier starb ein Kind an Blutver­giftung, das trotz einer Wunde an der Lippe auf einer ihm geschenften Mundharmonika gespielt hatte.

* Lauterbach, 16. Mai. Rentner J. Schloß beging hier in voller förperlicher Rüstigkeit und Geistes= frische seinen 94. Geburtstag. Der alte Herr ist nie frank gewesen, beschäftigt sich noch in Haus und Garten und macht noch täglich seinen Spaziergang.

*

Darmstadt. Die Fürsorge für Krüppel findet in neuerer Zeit erhöhte Aufmerksamkeit und führte in Hes­sen zur Gründung eines Komitees, das eine größere Ver­einigung von Menschenfreunden für diese Bestrebungen ins Leben rufen will. Im Großherzogtum wurden 1436 schul­pflichtige Strüppel festgestellt, von denen nach ärztlichem Ur­teil etwa 93 Prozent durch geeignete Behandlung ganz oder teilweise erwerbsfähig gemacht und so 70 Prozent voll­fommen geheilt. werden fönnten. Die vorhandenen Ein­richtungen reichen aber nicht entfernt aus, auch nur einen nennenswertem Bruchteil von ihnen zu helfen.

* Auz Rheinhessen, 16. Mai. Wie die Bau­leitung der Rheinischen Schuckert- Werte mitteilt, sind die Projektarbeiten für die Ueberlandzentrale zur Versorgung von Landgemeinden der Provinz Rheinhessen mit Elektrizi= tät seit dem Abschlusse des Vertrages mit dem Ausschuß des Rheinhessischen Elektrizitätsverbandes( 1. Febr. d. J.) erfreulich fortgeschritten. In der Hauptsache sollen vier Hoch spannungs Fernleitungen gebaut werden und zwar eine Li­nie von der Osthofener Zentrale aus in der Richtung nach Bodenheim zu längs des Rheines, eine zweite etwa über Guntersblum- Nieder- Olm nach Drais, die dritte über Gau Odernheim, Nieder- Saulheim in der Richtung nach Groß­Winternheim und die vierte durch den südlichen Teil der Kreise Worms und Alzey nach Gensingen. Diese vier Hauptlinien sollen durch drei Querstränge verbunden wer­den, deren einer etwa von Erbes- Büdesheim über Gaut= Odernheim nach Guntersblum und deren zweiter über Ens­heim- Spiesheim, Nieder- Olm nach Bodenheim ziehen soll, während der dritte die Verbindungslinie zwischen den an der Peripherie des Verbandsgebietes gelegenen Orten bil­den wird.

* Frankfurt a. M. Am 13. März veranstalteten die Sozialdemokraten bekanntlich Wahlrechts- Demonstrations­versammlungen, worauf sich etwa 10 000 Teilnehmer in den Stadtwald begaben, wo auf dem Aepfelweinhügel Dr. Quard und Wittich Ansprachen hielten. Diesen beiden sind polizeiliche Strasbefehle zugestellt worden, weil sie ohne polizeiliche Erlaubnis eine Versammlung unter freiem Himmel veranstaltet hatten. Quarck erhielt 6 Wochen, Wit­tich 4 Wochen Haft.

nun

* Marburg, 16. Mai. Eine Anzahl Studenten veranstalteten dahier einen ulkhafton Umzug," Die Flucht vor dem Kometen" darstellend. Ein mit fröhlichen Zechern besetzter, mit Kühen und Pferden bespannter Wagen, ein Eselsgespann und allerhand seltsame Gestalten belebten den Zug, dessen Schluß zwei Kometenträger bildeten.

Aus aller Welt.

* Berlin. Der Bundesrat erteilte den Gesetzent= würfen betr. die Zuständigkeit des Reichsgerichts, die Aen­derung der Rechtsanwaltsordnung und dem Gesetzentwurf

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Die Freundinnen.

Originalroman von Irene v. Hellmuth. ( Nachdruck verboten.) " Du bist noch ein rechtes Kind, Sylvia. Was bedeutet heutzutage eine Ausstener! Wenn man es bezahlen kann, dann regen sich Hundert Hände zugleich, und was man braucht, wird in der denkbar kürzesten Zeit hergestellt. Denkst Du vielleicht, ich kann warten, bis Du in müh­feliger Arbeit eine neunzadige Krone in jedes einzelne Wäschestück einnähst? Das lassen wir schon von anderen besorgen. Oder bis irgend ein Meister unsere Einrichtung ansammenzimmert? Das mag ja ganz schön sein für die, welche Zeit haben zu beobachten, wie Stück für Stück ent= steht zu dem Nest. das sie sich zu bauen beabsichtigen. Aber wir beide, wir müssen halt in Gottesnamen in ein Maga­zin gehen und uns auswählen, was wir brauchen. Eine Ausstattung fann man in der Stadt in einigen Tagen ausammentragen. Wenn Du von hier fortgehst, so gehst Du am besten so, wie Du bist. Alles andere schenkst Du Deiner lieben, verehrten Tante."

Er lachte vergnügt, doch Sylvias Mienen wollten sich nicht aufhellen. Fast schen begann sie wieder:

Aber Hermann,- das kostet alles sehr viel Geld, und Du bekommst doch eine arme Frau, wenn Du mich Heiratest!"

Er lachte noch übermütiger denn zuvor.

Lasse doch diese Bedenken, Schat! Schau, Geld habe ich genug und was mein ist, das ist auch Dein. So lange ich singen kann, hat es keine Not. Und ich stehe ja erst am Anfang meiner Laufbahn. Wir haben also vorläufig gar feinen Grund, uns Sorgen zu machen."

Sylvia nickte ihm heiter zu. Aber dann ging es wie leichtes Grschrecken über die lieblichen Züge. Sie wandte sich zum Gehen.

" Qu willst schon wieder fort?" fragte er. " Ich muß, Hermann. Lebe wohl!"

" Lebe wohl denn, bis morgen, mein Lieb!" Dann stand er und sah ihr nach, wie sie behende über die leuchtende, weiße Schneedecke hinweglief. Einmal blieb fie aufatmend steher und schaute sich nach ihm um. Er nicte the zärtlich zu, dann entschwand sie seinen Blicken.

zur Ausführung der revidierten Berner Uebereinkunft zum Schuße der Werke der Literatur seine Zustimmung. Ange­nommen wurden ferner die Vorlagen betreffend Ausführ­führungsbestimmungen zum Wechselstempelgesetz und betr. Erstattung zu viel erhobener Reichsstempelbeträge.

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Roosevelt in Berlin.

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* Berlin, 14. Mai. Roosevelt nahm einer großen Frühstückstafel im Hause des amerikanischen Botschafters Hill teil. Er saß dabei zwischen dem Staats­sekretär Delbrück und dem Grafen 3 eppelin. Mit beiden unterhielt er sich lebhaft. Besonders seinem Nach bar zur Linken, dem Staatssekretär, schilderte er in seiner drastischen Weise, lebhaft gestikulierend, das am Morgen Gesehene. Nach Schluß des Frühstücks erhob er sich, griff sein Glas und sprach mit erhobener Stimme: Ich trinke auf das Wohl Sr. Kaiserlichen Majestät und die Zu funft des deutschen Volkes!" Am Abend fand im intimsten Kreise ein fleines Diner beim französischen Botschafter Cam­bon statt, der aus der Zeit seiner Tätigkeit als Vertreter der französischen Republik in Washington ein persönlicher Freund Roosevelts war. Den Abend beschloß ein Empfang im Hause des amerikanischen Botschafters für die ameri fanische Kolonie.

* Berlin. Die Abreise des Präsidenten Roosevelt von Berlin erfolgte am 1. Pfingstfeiertag.

* New York. Expräsident Roosevelt kehrt nach Beendigung seiner Europa- Reise mit dem Dampfer, Kaiserin Auguste Vittoria" nach Amerika zurück. Seine Ankunft in New- Yort erfolgt am 18. Juni.

*

* Köln. Im Industriebezirk steht eine große Aus­sperrung der Maschinenarbeiter bevor. Der Arbeitgeberver­band von Hagen- Schwelm hat am 4. Mai 1200 Former u. Gießerei Arbeiter ausgesperrt. Es ist bisher nicht gelungen, mit den Arbeitern ein Einvernehmen zu erzielen. Morgen am 18. Mai werden sämtliche Arbeiter im Gießereigewerbe ausgesperrt und am 1. Juni 50 Prozent der gesamten Ar­beiterschaft des Industriegebietes, wenn bis dahin keine Einigung zustande gekommen ist.

* Aschaffenburg. Kürzlich starb dahier der als Spessart- Dichter weithin bekannte Bezirksgerichts- Rat a. D. Franz Englert im 94. Lebensjahre.

* Heidelberg. Von dem mehrfach, zuletzt noch bei den Budgetberatungen in der badischen Ersten Kammer erwähnten Vermächtnis des verstorbenen Themifers Mond in London ist jetzt die Universität Heidelberg offiziell in Kenntnis gesetzt worden. Demnach erhält sie nach dem Tode der Gattin Monds die Summe von 1 Million Mark zur Förderung der naturwissenschaftlichen Forschung, vorzugs­weise, doch nicht ausschließlich auf physikalischem und chemi­schem Gebiet.

* Gotha. Dem Rennverein für Mitteldeutschland in Gotha unter dem Protektorat des Herzogs Carl Eduard ist die 54. Geldlotterie genehmigt worden. Diese Lotterie hat, wie die früheren, 125 000 Lose a 1 Mart. Der Haupt­gewinn beträgt ev. 25 000 Mt., bestehend in einer Prämie von 15 000 Mark und einem Hauptgewinn von 10 000 Mr. Die Ziehung findet am 25. und 26. Mai in Gotha unter Leitung des Notars Herrn Dr. Kirsten statt. Das Gene­ral- Debit der Lotterie hat das bekannte Bankhaus Carl Heinße übernommen.

* Paris. Der Aviatiker Jacques de Lesseps be= absichtigt, am 22. Mai mittelst Aeroplans über den Aer­melfanal von Calais nach Dover und dann von Dover nach Calais zu fliegen.

Vermischtes.

!!! Woher stammt die Melodie von Heil Dir im Siegertranz"? Eine interessante Untersuchung über den Ursprung der Melodie von Heil Dir im Siegerkranz" wird von dem Genfer Musikprofessor H. Kling veröffent­licht. Die Weise, die in Deutschland, England, und in der Schweiz zum Nationallied erhoben wurde, ist schon oft der Mittelpunkt von Forschungen gewesen. Nacheinander ist sie John Bull, Carey, Smith, Purcell, Lully, Haendel und Schumacher zugeschrieben worden. Klings Untersuchungen führen zu einem anderen Resultat. Er hat in einem alten Genfer Nationallied, dem Ce qu'e l'Aino" den Ursprung der Weise aufgefunden, in einem Liede, das den Genfer Sieg über die Truppen des Herzogs von Savoyen vom Jahre 1602 verherrlichen sollte und im Jahre 1603 bei einem patriotischen Festmahl zuerst gesungen wurde. Das Cod save the King" ward dann in England vier Jahre später bei einem Feste, das 1607 zu Ehren Jakobs 1. ge­geben wurde, gesungen; der englische Organist John Bull hatte die Bearbeitung geliefert und es ist anzunehmen, daß die Wetse durch Engländer von Genf nach London gebracht

Die finstere Miene, mit welcher der Vater sie empfing, verriet ihr nichts gutes, ebensowenig das höhnische Lächeln auf dem Gesichte des Bruders, der unter halb gesenkten Lidern hervor sie verstohlen betrachtete.

Wo warst Du denn so lange?" fragte der Vater auch sogleich in strengem Tone, der ihr wie Eis durch alle Glie­der drang.

" Ich?"-

Das junge Mädchen stand da, ohne ein weiteres Wort hervorzubringen.

,, Nun, ich warte auf Antwort!" gebot der Vater streng, die Tochter scharf anblickend. Rede!" " Ich war drunten im Dorfe, wollte-"

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Ha, ha," lachte Leon schadenfroh, gib Dir doch keine Mühe. Liegt denn das Dorf drüben beim Walde, wo Du seeben herfamst? Ich dächte, das liegt immer noch auf der anderen Seite. Ich will es Dir sagen, wo Du warst, bei Deinem sauberen Liebhaber. Ich sah ihn vorhin vorübergehen, die Tante machte mich auf ihn aufmerksam. Gleich darauf warst Du verschwunden."

Sylvia richtete sich hoch auf. Sie hatte mit einem Schlage ihre Fassung zurückgewonnen.

Run gut," sagte sie mit blitzenden Augen, wenn Du es doch schon weißt, so ist jede weitere Frage unnötig." Sie wandte sich und wollte zur Türe hinaus. doch ein energisches Halt, hier geblieben!" hielt sie zurück.

Erst sollst Du mir Rede stehen," gebot der Vater streng. Es ist also wahr, daß Du Dir mit einem Komödianten heimlich Stelldicheins gibst? Hast Du denn alle Scham ver loren? Hast Du vergessen, was Du unserem Namen soul­dig bist. vergessen, daß Dein Betragen neuen Kummer auf mich häufen muß? Draußen im Walde läufst Du mit Deinem Liebhaber herum?"

" Vater", rief Sylvia und trat furchtlos und ohne die Augen niederzuschlagen, vor den erzürnten Mann, ich ge­stehe Dir jetzt frei und offen, daß ich Hermann Walter mein Wort gab, daß ich ihn liebe und nie von ihm lassen will daß ich seine Frau werde!"

Leon brach in ein unbändiges Gelächter aus. " Da hörst Du es, Vater, wen Deine Tochter sich zum Gatten ausgesucht hat! Viel Ehre für uns, das muß ich

wurde. Zu Beginn des 18. Jahrhunderts finden wir die Melodie in Frankreich wieder; ein Nationalgesang zur Ver­herrlichung Ludwig 14. ist aus ihm geworden, Madame de Brisson hat den Tert gedichtet, Lully die Musik arrangiert. Dann taucht die Weise auch in Deutschland auf; Haendel komponiert das Lied zu Ehren des Königs von Hannover. Am Ende des gleichen Jahrhunderts dringt sie von neuem nach Deutschland; diesmal von Norden, auf dem Weg über Dänemark. Dort hatte der Geistliche Henry zum Geburts­tag Christians 7. die Melodie zu einem Liede verarbeitet, das 1790 veröffentlicht wurde. Es wurde eine Art Voltz­lied, elf Strophen wurden gesungen, deren Zahl 1793 von Schumacher auf fünf modifiziert wurde. Schumacher es auch, der den Sang für die preußischen Verhältnisse um­arbeitete. Zu Anfang des neunzehnten Jahrhunderts hielt die Melodie dann auch in der Schweiz ihren Einzug und 3wissig dichtete die Verse, die dann ins italienische und Französische übertragen wurden.

*

war

- Das neueste Wertpapier. Der Lehrer hat den Schülern auseinandergesetzt, was ein Wertpapier ist. Er will nun die Kinder zur Veranschaulichung der Sache auf das Papiergeld bringen und wendet sich des= halb an die Klasse mit der Frage: Wer fann mir Wert­papiere, also Papiere mit wertvollem Inhalte nennen, die man in der Tasche bei sich trägt, und die täglich zu vielen Millionen überall ausgegeben und eingenommen werden?" Da hebt der kleine Frizz den Finger und antwortet prompt: Die Salem Aleitum- Cigaretten!"

Literarisches.

auf

- Wohlfahrts post farten" mit den Bild­nissen des Großherzoglichen Paares von Hessen und bei­Rhein, sowie der beiden Prinzen, erscheinen soeben im Auftrage des Patronats der Großherzoglichen Zentrale für Säuglings- und Mutterschutz in Hessen" und werden deren Veranlassung von der Firma W. Leschhorn, Spe zialgeschäft photographischer Artikel, Darmstadt, vertrieben. Für die hervorragend schön ausgeführten, reizvollen Bild nis- Karten haben die allerhöchsten Herrschaften noch nicht veröffentlichte Aufnahmen des Hofphotographen Heren Stein­acker in Darmstadt bestimmt. Der Ertrag des Verkaufs wird zum Besten der Säuglings- und Mutterfürsorge ver­wendet. Bei dem Interesse, das diesen Bestrebungen ent' gegengebracht wird, ist zu hoffen, daß die Karten in den weitesten Kreisen Absatz finden werden. Der Preis der Rare beträgt 10 Pfennig.

Geschäftliches.

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Ich nehme Globin! das beste und feinste Schuhpußmittel von der Fritz Schulz jun. Attiengesellschaft, Leipzig. Zur Neuherrichtung jedes Leders, für den ge= wöhnlichen Stiefel, wie für den feinsten Chevreauschuh gleich vorzüglich geeignet, ist Globin ein Präparat, welches an Güte und Glanzkraft einzig dasteht und von keinem an­deren ähnlichen Pußmittei erreicht wird. Mit Globin hält man mühelos einen prächtigen andauernden Hochglanz, der selbst bei Nässe bestehen bleibt, nicht abfärbt und so ein Beschmußen der Kleidungsstücke verhindert. Globin ist frei von Säuren und sonstigen schädlichen Bestandteilen, e enthält die zur Lederkonservierung nötigen Fette und ver­hütet ein Brüchigwerden des Leders. Kurzum, Globin übertrifft alles bisher dagewesene und alle Welt benutzt dieses hervorragende Schuhpußmittel. Es ist in großen Do­sen a 20 Pfg. überall erhältlich; man verlange aber aus­drücklich Globin und lasse sich wertlose Nachahmungen nicht aufdrängen.

Der heutigen Auflage liegt ein Prospekt der 54. Gothaer Geldlotterie bei, worauf wir unsere Leser besonders aufmerksam machen.

Wer eine Wohnung zu vermieten hat, Wer eine Wohnung sucht

Wer etwas zu verkaufen hat, Wer etwas zu kaufen sucht

Wer überhaupt etwas bekannt zu machen hat, inseriert mit dem besten Erfolge in der

Giessener Zeitung

Telephon 362.

Expedition:

Seltersweg 83.

sagen! Fortan wird die Familie von Shinettwitz einen Komödianten zu ihrem nächsten Verwandten zählen! Einen Sänger bah--!"

Von ihm weiß man doch, was er ist! Aber was Du all die Jahre draußen getrieben hast, das weiß man bis jetzt noch nicht! Und ich fürchte, es war- Schlimmeres, als wir ahnen!"

Sylvia hatte es mit bebenden Lippen hervorgestoßen. Doch gleich darauf fühlte sie ihr Handgelenk wie mit eiser­nen Klammern umspannt und eine von Zorn und Wut entstellte Stimme zischte dicht an ihrem Shr: Mädchen, hüte Dich! Woher hast Du das? Ist es die Weisheit jenes Komödianten? Hat er Dir etwas vorgeflunkert? Er mag sich vor mir in Acht nehmen."

Er? Woher sollte er Dich kennen? Er sah Dich ja nie? Was weiß er, wer Du bist? Wie wäre es möglich, daß er oder bist Du draußen in der Welt schon mit ihm zusammengetroffen?"

Sylvia sah starr auf den Bruder. Leon biß sich auf die Lippen und ließ die Hand des Mädchens sofort los. Wie ein Blitz durchzuckte es Sylvias Kopf- der Gedanke an jenes Vorfommnis, von dem Walter einmal erzählt hatte. Die Erkenntnis drängte sich ihr unwillkürlich auf, daß Leon jener Falschspieler gewesen sein könnte; deshalb sein wildes Auffahren, sein Haß und Grimm.

Doch nein", wehrte sie den auf sie einstürmenden Ge­danken, nein- nein, es kann nicht es darf nicht wahr sein!" Da tönte die Stimme des Vaters dazwischen: Du laß Dir sagen, daß ich Dir nicht das Recht zu­gestehe, irgend einem hergelaufenen Menschen Dein Wort zu geben, noch dazu ohne mein Vorwissen. Das Versprechen ist null und nichtig. Du bist noch viel zu jung, um über Deine Zukunft eigenmächtig entscheiden zu können! Und diese Wahl will und werde ich nie gutheißen. Ich gebe meine Einwilligung nicht! Merfe Dir das! Versuche nicht, mich umzustimmen, denn das ist zwecklos! Ich werde Mittel und Wege finden, Dich zum Gehorsam zu zwingen! Es wäre noch schöner, wenn ich nicht die Macht befäße, den Willen eines eigensinnigen Kindes zu brechen. Für Tor­chen! Du hast einfach zu gehorchen!" heiten, die Du begehst, wird man mich verantwortlich ma

( Forts. folgt.)