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* Vilbel. Bei neuen Rabelarbeiten in der Nähe von Vilbel ist man auf alte Gewölbe gestoßen, die römi­schen Ursprungs sein sollen. Prof. Wolff, der bekannte Al­tertumsforscher, hat sich zur Besichtigung an Ort und Stelle begeben.

*

Chattia" Lindenstruth. Der Sängerbund veranstaltete am Sonntag hier sein Bundesfest, damit war zugleich die Fahnenweihe unseres Gesangvereins verbunden. Außer den 9 Bundesvereinen waren noch 15 Gaftvereine er­schienen.

)( Das Sechsstunden- Rennen in Mag= deburg wurde am Sonntag von O. Peter mit seinem ge= Partner vor Messori, Carappezzi, Kudela und Budel wonnen. Peter, welcher Brennabor benußt, hatte sich auch schon am Sonnabend im Meilenrennen und im Ausscheid­ungsfahren den ersten Platz gesichert.

)( Der große Industriepreis wurde am Sonntag in Barmen in einem Stundenrennen hinter Mo­torführung von Fr. Huybrechts auf Brennabor vor Stell­brint und van Gent gewonnen. Dieselben Gegner schlug der Brennaborfahrer A. Schulze, als er sich im 20 Kilome terrennen um den Preis der Barmer Sportausstellung als Erster plazierte.

Ans dem Gerichtssaal.

zur

Wegen unlauteren Wettbewerb verurteilt wurde der Kaufmann August Winkler zu Hannover, Inha­ber der Firma J. H. Gevede Wwe., Papierhandlung. Der sie aber Bellägte, der Drudarbeiten annimmt, nicht selbst druckt, sondern von einem Buckdrucker in Hannover drucken läßt, hatte auf seinem Firmenschild die Bezeichnung Anfertigung von Drucksachen" angebracht und sich auch auf seinen Adreßtarten und Briefbogen Anfertigung von Drucksachen empfohlen. Wegen dieser im Widerspruch zu den Tatsachen stehenden Reflame wurde er von einem Hannoverschen Buchdrucker mit Unterstüßung des Deutschen Buchdrucker- Vereins auf Grund des Gesetzes ge­gen den unlauteren Wettbewerb mit dem Antrag auf un­in terlassung verflagt. Das Königliche Oberlandesgericht Gelle hat dem Antrag gemäß den Beklagten fostenpflich= tig verurteilt, bei Meidung einer Strafe von 100 Mart für jeden Zuwiderhandlungsfall die Bezeichnung Anfertigung von Drucksachen" zu unterlassen, solange er nicht in seinem Die Be­eigenen Geschäft selbst Drucksachen anfertigt. gründung des Urteils hebt hervor, daß das Publikum ent­gegen der Behauptung des Betlagten annimmt, daß er eine Buchdruckerei habe, maßgebend sei aber, was die Allge meinheit unter der Bezeichnung Anfertigung von Druc sachen" verstehe, nämlich, daß der Beklagte sie selbst druckt und nicht nur vermittelt. Insofern liege eine Angabe über geschäftliche Verhältnisse unrichtiger Art vor, d. h. die Be­hauptung, eine Buchdruckerei zu besitzen, während er

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keine befize. In zweiter Linie sei der Anschein eines be­sonderen Vorteils dadurch gegeben, daß der Beklagte mit der Täuschung über seine geschäftlichen Verhältnisse den Glau ben erwede, er tönne Drucksachen ebenso billig liefern wie eine Buchdruckerei.

Eingesandt.

In der hiesigen Presse tobte vor einigen Tagen ein etwas ungewöhnlicher Streit. Gegenstand waren die all­bekannten, alten Wünsche und Beschwerden des nord östlichen Teiles unserer Vaterstadt. Und zwar hatte der zuerst auf dem Turnier"-Boden reitende Kämpe für den von ihm versuchten historischen Nachweis, daß die Gegenwart dieses Stadtteils ihrer großen Vergangenheit nicht mehr ent­spräche, die poetische Form a la Nibelungenstrophe gewählt. ohne Auch der Gegner im Ringelrennen, welcher offenbar die Absicht der ernstlichen Widerlegung seinen Widersacher zu verulfen suchte, bediente sich des Reimes. Dem Publi fum blieb es überlassen, wem es die Palme zuerkennen

will.

Heute nun wird uns von dem ersten Streiter um die Ehre seines Stadtbezirks eine Replit zur Verfügung gestellt, Sie der wir die Veröffentlichung nicht versagen wollen.

lautet:

Antwort!

Nun so höre denn oberbayrischer Seppel, Der sich auf Dichterheroen seltsamerweise beruft. Gerne laß ich mich lehren, durch wirklich bessere Verse, Lieber noch allerdings, durch gerechteren Sinn. Was wir wollen, steht keinem Rechte ent gegen, Gleichberechtigung nur, heißt die Parole für uns. Ja wir sind wirklich verbittert, wir duldenden Bürger der Altstadt, Weil uns ein widrig Geschick, weil böse Absicht uns trifft. Gerne gönnen dem Süden wir seinen Reichtum an Sonne, Doch wir bitten für uns auch unser Anteil uns aus. Ach, wir können geblendet das viele Gute nicht sehen, Das uns der hohe Rat milden Herzens geschenkt! Doch wir seh'n umsomehr die ungerechte Verschiebung Allen Verkehrs nach Südwest, wir schauen auch die Ruine, Ehemals Semmler's ches Haus, Eulen und Ratten ein Nest.

An der Dammstraße warten wir längst auf Der uns den Straßenverkehr endlich, wann Sonst bist du Stadt ja groß und findig in

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den endlichen Dammriß, endlich?, Zwangsenteig­

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Hier aber stehest du just müßig und ratlos beiseit. Ach und wie hat uns zu Tränen gerührt das flägliche Schicksal, Mit dem boshaften Fiskus, der so dich gute verkannte,

An die Schwerhörigen.

Einfache Behandlung im eigenen Heim wälzt die Methode, Schwerhörigkeit behandeln, um.

zu

Ausführliche Beschreibung frei zugesandt.

Der Welt ist soeben eine wunde bare Entdeckung beschert worden, die einen neuen Sieg

der Wissenschaft über Krankheit bezeichnet.

Die Schwerhörigen werden wieder hörend!! Nicht mehr brauchen Schwerhörige jenen durch ihr Leiden Fervorgerufenen gespannten, schmermütigen Gefichtsausdrück 1 baben, niát mehr brauchen Sie fich selbst und ihren Nächsten zur Last zu fallen. Sie brauchen sich nicht mehr den Kosten und Schmerzen einer immerhin gefährlichen Ope: ration zu unterziehen, nicht wertlose Heilmethoden oder um­ständige Appurate anzuwenden.

Ahergeb auchie Vorurteile und eingesessene falsche Anfid ten werden binweggefegt. Tie wunderbare Entdeckung ermög icht es den Leidenden, sih sel st schnell und sicher in ihrem elgenen Heim u bellen, ohne den Arzt rufen zu müssen oder einen besonderen Apparat zu tragen.

Die reueste Nummer der Dibologischen Revue" enthält eine ausführliche Beschreibung der neuen Behandlungeme hode. Jeder Leser dieses Blattes," der über Schwerhörigkeit od i sonst ein Gebörleiden zu flagen hat, erhält auf Verlangen eine Nummer dieser Revue gratis zugesandt.

Schreiben Sie heute noch( eine 10 Pf.- Postkarte genügt, für Briefe beträgt das Porto 20 Bf.), urd lassen Sie sich die Nummer kommen, bebor die Auflage vergriffen ist. Ihre Ruschriften deswegen richten Sie an:

The Aural- Institute 371, Craven House, Kingsway, London, England.

Herr Ja Jankowski, Wanne, Westfalen, Apothekerstraße, schreibt: Ihre einfache Behandlung hat mine Tochter gänz lich fuiet. Sie hat 12 Jahre an Schwerhörigkeit und Ge­räuschen im Kopfe gelitten, jett fann sie wieder die Taschen­ubr tiden hören, und sind auch die Geräusche im Kopfe ver sd wunden."

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Gegr. 1846.

Als er trotz heftigen Fleh'ng die Halteste II e versagte. Drum widerlege fühn den flagenden Vorwurf der Bürger, Baue auch dort die Straßen in's Feld, wie am südlichen Berge!

Und dann zeige dich nicht so fleinlich, bei fleinen Wünschen, Betreffs der elektrischen Bahn, betreffs des elektrischen Lichts. Nach der Braugasse schauen ratlos die Straßenbahngäste, Die man zum Streisamt beries oder zum Lazarett; Doch schon entschwindet das Ziel dem ängstlich suchenden Auge Und es entführt sie der Draht in ein fremdes Gefild. Ach, es hat uns Erstaunen die Sinne befangen, als wir Lasen den Seppel- Erguß, der so die Wahrheit entwertet. Woher stammt denn das Rathaus, die Aula, neue Kaserne, Frauenklint, Theater, Peichsbank und Wer um den Rest des alten Besitzes uns auch noch Den macht die Habsucht fürwahr blind und töricht

Post? be neidet, gleich!

Ja das Gerichtsgebäude hättet Ihr auch nach Selters Freundlich lächelnd versetzt, wenn nicht der Staat sich er barmt. Statt des Musentempels fränft uns das Kolosseum Und statt der Polizei, Altertumssammlung uns blieb Als man mit eisernen Besen die übrigen Straßen gereinigt Kehrte nach Norden den Schmuß man behaglichen Muts. Ja, man ließ uns den Tod, moralisch und physisch, Kirchhof und Wieseckerweg, Denksteine Euerer Lieb! Fehlt nur der Galgen alles als Drittes der edlen Dreizahl, Diesen hätten wir längst, wenn wir den Boden geschenkt. Technische Schwierigkeiten fennet man nicht bei der Steuer­verteilung, Unser Geld ist kein Blech in dem Beutel der Stadt. Mit dem Stimmzettel kämpft die Jezztzeit gegen das Un­recht, Wehe dem guten Sepp, wenn er fürchtet die Wahl. Und dann hütet Euch ferner zu reizen den ruhigen Bürger, Denn noch glänzt unser Schwert, es sind noch Pfeile in Rächer.

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