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Art sich aus dem Gange der großen Aussperrung ableiten ließen. Er kommt dabei, da die Entwicklung im Kampfe zwischen Unternehmern und Arbeitnehmern immer mehr zum Abschluß von Reichstarifverträgen drängt, zur Forderung des Reichseinigungsamtes, das die allgemeinen Konflikte ebenso vor sein Forum ziehen tkann, wie die Gewerbegerichte die lokalen Streitigkeiten be­handeln. Im Hinblick auf die schwere Schädigung, welche die öffentlichen Interessen durch zentral geführte Kämpfe er­leiden, kann sehr wohl die Frage aufgeworfen werden, ob den Parteien überhaupt die Führung eines Kampfes schon gestattet werden soll, che noch Verhandlungen vor dem Reichseinigungsamt stattgefunden haben. Im Interesse der Autorität und Würde der Reichsregierung kann freilich nur dann ein Reichseinigungsamt besirwortet werden, wenn dieses in sich selbst eine respektable Machtfülle darstellt. Die Parteien dürfen ihm gegenüber nicht das Gefühl haben, was willst du armer Teufel geben? Wirtschaftlichen Mächten im­poniert im allgemeinen nur wirtschaftliche Macht. Die wirt­schaftliche Macht der Reichsämter ist nicht sehr beträchtlich. der Günstiger stehen die Landesregierungen schon wegen also Es müßte Beherrschung des Eisenbahnwesens da. ein Reichseinigungsamt mit den maßgebenden Landezzen­tralbehörden so nahe verknüpft sein, daß ihm deren wirk­same Unterstützung sicher wäre.

des

Die Ereignisse, die wir in der letzten Woche erlebt ha­ben, dürften auch weiteren Kreisen den gewaltigen Um­schwung flarer zum Bewußtsein gebracht haben, welche in der ganzen Verfassung unserer Voltswirtschaft vor sich geht. Es vollzieht sich hier der Uebergang aus dem privatkapi= talistischen Systeme der freien Konkurrenz in ein System der Staats- und Verbandswirtschaft. Es handelt sich um nicht mehr und nicht weniger als um eine Wiedergeburt Zunstwesens, um eine Verwirklichung uralter zünftiger Ge­danken, freilich nicht im Sinne der Innungsbewegung, son­dern auf ganz moderner Grundlage. Wie sich das Zunft­wesen des Mittelalters und der neueren Zeit an handwerks­mäßige Betriebe und stadtwirtschaftlich beschränkte Verhält­nisse anschloß, so ruht dieses moderne großgewerbliche Zunstwesen mit seinen Kartellen, Syndikaten, Genossen= schaftsverbänden, Arbeitgeber- und Arbeiterverbänden auf den Errungenschaften der Ingenieurtechnik, des Großbetrie bes, der Reichs- und Weltwirtschaft.

Die

Es entstehen wieder Staaten im Staate. deutsche Geschichte zeigt, wie gefährliche derartige autonome Körperschaften gerade für uns sind. Wir fännen und wol­len die Entwickelung der Verbandsmacht nicht unterbinden. Aber wohltätig ist des Verbandes Macht nur, wenn sie ein wirtschaftlich starter Staat bezähmt, bewacht!

Wie die Regierung das Handwerk schützt.

Der Schutz des Handwerks findet an den Regierungs­stellen in der Praris leider nicht diejenige Beachtung, wie am Tische der Minister im preußischen Abgeordnetenhause oder des Reichstages. Dort läßt man sein Herz für den Mittelstand nicht falt werden, in der Praris aber gibt man dafür, wie man dem Handwerk helfen könnte, das schlech­teste Beispiel, indem man stets nach dem Billigsten sucht.

Eine Wanderung im Vogelsbera.

Am Sonntag, den 3. Juli, unternahm der Zweigver­ein des Vogelsberger Höhenflubs zu Offenbach a. M. seine diesjährige siebente Vereinswanderung, die von Il­beshausen über Hochwaldhausen durch das Schwarzbachtal nach dem Taufstein, dem Hoherodstopf, dem Lehrerheim ul Schotten führte. In früher Morgenstunde versammelten sich die V. H. C.- Brüder und Schwestern am Bebraer Bahn­hof, um mit dem Zug um 5.14 die Fahrt nach dem An­fangspunkt der Wanderung anzutreten. Die in der vorher­gehenden Woche herrschende schlechte Witterung und der in der Nacht von Samstag auf Sonntag ununterbrochen nie­dergehende Regen hatte viele Wanderlustige abgehalten, sich der Wanderung anzuschließen. Nur wenige Mitglieder, denen selbst das schlechteste Wetter die Lust zum Wandern in Gottes schöner freier Natur nicht verleiden tann und die jede Gelegenheit benußen, ihre liebe Heimat, den Vogels­berg besuchen zu können, bestiegen den, mit etwas Ver= spätung eintreffenden Zug und fuhren dem Heimatgebirge entgegen. Der einstündige Aufenthalt in Gelnhausen sollte benutzt werden, um die alte Barbarossaburg in dieser Stadt zu besichtigen. Leider mußte von diesem Vorhaben Abstand genommen werden, denn der Schlüsselverwahrer dieser Burg schlief noch den Schlaf des Gerechten und hatte jedenfalls nicht damit gerechnet, daß schon in so früher Morgenstunde Besucher dieser alten Burg zu erwarten seien. Von Geln­hausen führte der Zug die Wanderer nach Stockheim. Ohne in langen Aufenthalt an dieser Station ging die Fahrt einem anderen bereit stehenden Zuge dem Ziel Jlbes­hausen entgegen. Die Fahrt auf dieser Bahnstrecke ist äußerst unterhaltend. Mit Muße fann man vom Eisen= bahnwagen die Schönheiten der umliegenden Berge und Wälder genießen und sich an den gerade jetzt in üppiger Pracht stehenden Wiesen und Feldern erfreuen. In vielen Windungen schlängelt sich die Bahn bis zu den höchsten Höhen des Vogelsberges hinauf und bringt für den Wan­derer das Gute; daß er ohne Mühe und Anstrengung die Höhe zum Teil erreicht.

Kurz nach 11 Uhr war Jlbeshausen erreicht, und die Wanderung nahm ihren Anfang. In wenigen Minuten fam man in Hochwaldhausen an. Dieser Luftfurort fann jedem auf das wärmste empfohlen werden. Hier fann sich Körper und Geist gesund baden, und wer sich draußen im Weltge= triebe, im harten Kampf ums Dasein abgemüht und seine Nerven überanstrengt hat, findet hier Erholung und Ruhe und neue Kraft, die sicher wieder auf lange Zeit vorhält zum Wirfen im Alltagsleben. Wem's darum zu tun ist, sich in Hochwaldhausen für die weitere, bevorstehende Wan­derung zu erfrischen, der findet in dem Kurhotel dazu die beste Gelegenheit. Mit frischem, frohem Sinn begann die Wanderung durch das reizende Schwarzbachtal. Durch schat­tigen Hochwald führte zunächst unser Weg an dem linfen Ufer der Schwarzbach entlang, die ihr Wasser laut plät­schernd und sprudelnd zu Tal sendet. Nach einiger Zeit durchschritten wir einen herrlichen Wiesengrund, in welchem das saftige Gras verlangend des Mähers wartet. An der Schutzhütte vorbei führt rechter Hand der Weg wiederum durch prachtvollen Hochwald nach dem Taufstein. Hier an­gekommen, besichtigten wir zunächst den herrlichen marckturm. Martig und wuchtig steht er da, dieser Turm, wie wohl der erste, eiserne Kanzler dagestanden haben mag,

Bis=

Damit noch nicht genug, überläßt man Arbeiten, die dem Handwerker gehören, die man aber bei diesem zu Spott preisen nicht bekommen konnte, den Gefängniswert stätten.

Ein solcher Fall liegt aus Erfurt vor. Das dortige Amtsblatt der föniglichen Regierung wurde bisher in einer Erfurter Buchdruckerei gedruckt. Der dafür bezahlte Druck­preis entsprach schon längst nicht mehr den Anforderungen, die durch die Löhne 2c. an die Druckerei gestellt werden, und deckte nicht mehr die Selbstkosten. Da dieser Zustand sich auch mit den in diesem Falle naheliegenden Rücksich= ten auf die Regierungsbehörden nicht mehr vereinbaren ließ, ersuchte die Druckerei um Erhöhung der Preise ließ den Auftrag fahren, als hierauf nicht eingegangen durch wurde.. Zunächst verhte der Regierungspräsident

und

die

eine Submission einen anderen billigen Drucker zu erlangen. Der Versuch mißlang aber, weil die Ausführung zu den bisherigen Preisen eben ganz unmöglich war. Nun überwies der Regierungspräsident die Druckausführung der Strafanstalt Moabit in Berlin, und das wenige Wochen nach den von Regierungsvertretern im Abgeordne tenhause abgegebenen Erklärungen, daß man den mehrfach geäußerten Wünschen auf Beseitigung der Gefängnistonfur­renz entsprechen werde. Was nüßen dem Handwerkf schönen Worte der Minister, wenn in der Praxis dagegen gehandelt wird? Die Regierung wird doch nicht glauben, mit dieser Art Sparsamkeit mehr Anerkennung zu finden, als durch eine odnungsgemäße Bezahlung der Arbeiten, die sie zu vergeben hat. Es dürfte sich empfehlen, daß bei einer späteren Behandlung der Frage der Gefängnistonfur­renz in der preußischen Abgeordnetenkammer auf diesen Fall hingewiesen und der Regierung das Gewissen geschärft wird.

Lokales.

Gießen, 12. Juli 1910.

eine

Heinrich Hengst für Licherstraße 57. 22. Ferien der Sta verordneten- Versammlung. h= Elettrizitätswert. Das neue Verwal ungsgebäude des Elektrizitätswertes wird binnen furz seiner Bestimmung übergeben werden können. Es zeigt n dernisierte Barockformen und gewährt in seinem gelblich Anstrich einen ganz hübschen Anblick.

-h Schönes Wetter. Man traute seinen Aug nicht, als gestern morgen die Sonne vom blauen Himm herab lachte und, was beinahe noch unglaublicher auch weiter sich siegreich gegen die aufziehenden Wolken hauptete. Die Landleute in der Umgegend von Gießen h ren deshalb gestern überall auf den Wiesen mit der h ernte beschäftigt. Der heutige Tag fonnte sich dem gestrig würdig anschließen. Hoffen wir, daß das Wetter auch der nächsten Zeit anhält.

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* Entwendet wurde am Samstag von einem der Ludwigstraße haltenden Milchwagen etwa 15 Pfu frische Butter. Angesichts solcher immer wiederkehrend Diebstähle kann nicht genug davor gewarnt werden, Wagen auf der Straße längere Zeit unbeaufsichtigt steh zu lassen.

* Fußballklub. Der von dem Gießener F ballklub 1900 bereits vor längerer Zeit geplante Sportpl wird am 23. Juli anläßlich der 10jährigen Jubelfeier d Klubs seiner Bestimmung übergeben. Der Plaz gliedert in einen für die Fußballspiele bestimmten Raum und zwei zur Abhaltung von Wettläufen dienende Flächen. * In der Ziehung der preußischen Klasse lotterie( 1. l.) fielen am Freitag vormittags 16 winn von 100 000 Mt. auf Nr. 272 918, 1 von 40 000$ auf Nr. 118 995, 1 von 5000 Mt. auf Nr. 204 484, von 500 Mt. auf Nr. 102 901 199 103 206 330. Na mittags: 1 Gewinn von 3000 Mt. auf Nr. 43 558, 1 b 1000 Mart auf Nr. 43 005, 3 von 500 Mt. auf 118 233 216 534 245 940. In der Vormittagssigung Samstag fielen: 20 000 Mt. auf Nr. 174 602, 10 000 0 auf Nr. 66 889, 3000 mt. auf Nr. 18 784. Ind Nachmittagsziehung wurden teine größeren Gewinne zogen. Die Ziehung der 2. Klasse beginnt am 12. A gust.

Aus Hessen und Nachbargebiet.

* Rodheim a. d. B. Das Kreisfriegerverband fest des Kreises Biedenkopf fand am Sonntag hier sta Aus den 81 Vereinen des Kreises waren Delegierten schienen. Von den Vereinen seien besonders erwähnt B denkopf, Battenberg, Gladenbach, Wald- Girmes, Franke bach, Krofdorf, Hermannstein, Königsberg und die hessisch und Allendorf a. d. Lda.

sein

* Münzenberg. Der hiesige Bürgermeister Me ler, der sich schon seit einiger Zeit in schlechten finanziell Verhältnissen befand, ist nach Unterschlagung von 100 Ueber Mart des Hospitalfonds flüchtig gegangen. 8. Aufenthaltsort weiß man nichts. Seine Familie ist erst den letzten Tagen von hier fort und befindet sich bei Ve wandten in der Provinz Hessen- Nassau.

* Stadtverordneten Versammlung. Am nächsten Donnerstag, nachmittags 4 Uhr, findet Situng der Stadtverordneten mit folgender Tagesordnung statt: 1. Mitteilungen. 2. Erweiterung des Em= pfangsgebäudes auf Bahnhof Gießen. 3. Baugesuch Karl Wiegandt für Löberstraße 5. 4. Baugesuch Birkenstock u. Schneider für Friedrichstraße 15. 5. Bauge suche Paul Eim für den Weylarerweg. 6. Baugesuch Wil­helm Balthaser Büttner für die Marburgerstraße. 7. Er­richtung eines Anbaues Seltersweg 63; hier: Dispens. Errichtung eines Häuschens in der Sandgrube von H. W. Rinn an der Marburgerstraße. 9. Gesuch Jakob Heilbron= ner um Anbringung von Schaufasten am Haus Marktstraße 17. 10. Gesuch der Gail'schen Dampfziegelei um Verleg­ung ihrer Anschlußgeleise über städtische Wege. 11. Miete für den der Häute- und Fettverwertungsgenossenschaft über­lassenen Raum im Schlachthofe. 12. Abgrenzung der Grüfte auf dem Friedhof am Rodtberg. 13. Heizung der Kapelle auf dem Friedhof am Rodtberg. 14. Einbau eines Teer­scheiders im Gaswerf. 15. elektrische Kabel in der Rodhei­merstraße, Brandgasse und Lonystraße. 16. Vergebung von Arbeiten und Lieferungen. 17. Genehmigung von Rechnun gen. 18. Ausführung einer Gas- und Wasserzuleitung für den Neubau von Professor Walter in der Liebigstraße. 19. Gesuch des Theodor Bäuffe um Erlaubnis zum Schant- wirtschaftsbetriebe im Hause Wolfstraße 9. 20. Desgleichen wirtschaftsbetriebe im Haule Wolfstraße 9. 20. Desgleichen

als er seine, für ewige Zeiten unvergeßlichen Worte Wir Deutschen fürchten Gott, sonst nichts auf der Welt" sprach. Natürlich bestiegen wir den Turm, denn ein unwidersteh liches Verlangen, von diesem Punkte die liebe Heimat in ihrer ganzen Größe und Schönheit zu überschauen, hat sich unserer Brust bemächtigt. Neunundneunzig Treppenstufen führen auf die Plattform. Herrlich, unbeschreiblich und für Mein erster Blick immer unvergeßlich ist der Ausblick. schweifte, wie nicht anders zu erwarten, nach Westen, nach jener Gegend, aus welcher der Dünsburg freundlich dem herüber grüßt. Ein alter vertrauter Freund, hinter

ich

ich als Kind mehr als hundertmal die Sonne untergehen sah, nicht ahnend, daß ich in späteren Jahren in seiner Nähe, in dem lieben Gießen, meinem Beruf nachgehen würde. Zur zweiten Heimat war mir diese freundliche, auf­blühende Stadt geworden. Im Geiste durchwanderte die Straßen und grüße die alten, lieben, zahlreichen Be­kannten und Freunde; die Stadt sollte mir zur zweiten Heimat bleiben, hoffte ich doch im Stillen, täglich aus ihrer Umgebung einen freundlichen Blick nach meinem Vogels­berg senden zu können. Doch das Geschick trieb mich fort von hier; ich mußte den Wanderstab ergreifen, mußte schei­den.

,, Doch laß uns dieser Stunde schönes Gut

Durch solchen Trübsinn nicht verfümmern!" Suchen wir das Bittere zu vergessen und wenden den Blick nach Südwesten, von wo die Taunusberge herübergrüßen, wo die neue Heimat zu finden ist. Wenn wir auf der Plattform umherwandern, da tauchen im Südosten die Spessartberge am Horizont aul. Nach Osten genießen wir den Anblick der Rhön. Und nun beschauen wir die Land­schaft zu unseren Füßen. Welch manch trauter Bergkegel grüßt heraus; mir war als riefen sie mir ein Willkomm in der Heimat" zu. Da liegt sie, die reich gesegnete Wet­terau in ihrer ganzen Pracht und Fülle, zum Greisen nah. Dem Beschauer bot sich hier das seltene Schauspiel, in ein und derselben Stunde und Minute verschiedenes Wetter in einer einzigen Provinz zu beobachten. Hier herrlicher, hei­Nur schwer terer Sonnenschein, dort talte Regenschauer. aber an­fonnten wir uns trennen von diesem Schauspiel, dere V. H. C- Brüder rückten heran und wollten auch einen Blick in die Ferne werfen; auch ist ein allzulanger Aufent­halt auf dem Turm wenig empfehlenswert, herrschte doch eine bittere Kälte und scharfer Wind in dieser hohen Re­gion. Ehe wir jedoch den Abstieg antraten, besahen wir uns ein wenig den Turm selbst. Es soll gewiß feine Nör­gelsucht sein, denn die liegt mir vollkommen sern, Das Gelän= ich hier auf einen Mangel aufmerksam mache. der um die Plattform herum erfüllt nur unvollkommen seinen Zweck und fann als ausreichender Schutz nicht Zunächst ist es nach meinem Dafürhalten gesehen werden. viel zu niedrig. Große Personen muß beim Herantreten daß das Gefühl, ein unbehagliches Gefühl beschleichen; man hier leicht das Uebergewicht bekommen fonne, wird man nicht los. Auch lassen die beiden Querschienen einen Kindern tann viel zu großen Zwischenraum am Boden. man das Besteigen des Turnes und das Betreten der Platt­form nicht erlauben. Die Sache ist zu gefährlich. Die Zwi­schenräume müssen unbedingt durch ein geeignetes Gitter ausgefüllt werden.- Endlich mußten wir uns doch los­reißen und wanderten nach dem nahen Hoherodskopf, um an dem est des Gesamt- V.H.C. teilzunehmen. Von weitem

wenn

an=

Bad Nauheim. Herzog Friedrich Paul v Mecklenburg, ein langjähriger, treuer Kurgast, wird in d nächsten Tagen wieder zur Kur hier eintreffen.

* Bad Nauheim. Gerüchten zufolge sollte Hessische Staat beabsichtigt haben, sein Salinengelände, d gegenüber der neuen Trinffuranlage gelegen, einer Ber ner Hotelgesellschaft zu verkaufen. Da die Verwirklichu dieses Planes die Hotelbesitzer geschädigt haben würde, begab sich eine Deputation von hiesigen Hotelbesißern z Finanzminister Braun nach Darmstadt, um gegen das P jeft persönlich Protest zu erheben. Finanzminister Bra erklärte der Deputation, daß er seine Zustimmung zu d Projeft nicht geben werde. Sonach dürfte der Plan gesch tert sein.

hörte man schon Stimmengewirr und Jubel, und mir len unwillkürlich die Worte aus" Faust" ein:

Ich höre schon des Dorfs Getümmel; Hier ist des Volkes wahrer Himmel, Zufrieden jauchzet Groß und Klein:

wa

Hier bin ich Mensch, hier darf ich's sein." Auf dem Hoherodskopf hatte sich eine ungeheuere M schenmenge angesammelt. V. H. C.- Leute aus allen Gau Landleute aus der nahen und weiteren Umgegend zu Wagen, zu Roß und zu Fuß herbeigeeilt. Das Kl haus und die vor demselben aufgeschlagenen, geräumig Zelte waren dicht gefüllt. Es währte nun auch nicht lai und der Vorsitzende des Zweigvereins Frankfurt a. M. 1 Vorstandsmitglied des Hauptvereins, Herr Prof. Bend eröffnete das Fest mit einer von glühender Heimatliebe tragenen Rede, an welcher sich das gemeinsam gesunge Lied Stimmt an mit hellem, hohen Klang" anschloß. den Zelten und im nahen Wald entwickelte sich mun frohes Treiben. Leider wurde, wenn auch nicht die F freude, so doch das Treiben im Freien durch häufig nied gehende, fräftige Regenschauer etwas beeinträchtigt. Geg 3 Uhr forderte Herr Professor Bender die Festteilnehm aus, sich nach der wenig Schritte vom Klubhaus entfern Naturbühne zu begeben, denn das in Aussicht stehende F spiel nehme bald seinen Anfang. In wenigen Minuten h der riesige Zuschauerraum, wenn man den unermeßlich g ßen Raum so nennen darf, mit Schaulustigen dicht gefü Eine undurchdringliche Menschenmauer hatte sich vor Bühne aufgetürmt und wartete der Dinge, die da fomm sollten. Die Geduld der Zuschauer wurde auch nicht lan auf die Probe gestellt, die Vorbereitungen waren so v züglich getroffen, daß das Spiel alsbald seinen Anfang ne men konnte. Das Festspiel Am Wildfrauborn", dem ei

alte Sage zugrunde gelegt war, verfaßt von dem V. C.- Bruder C. Steiniger in Frankfurt a. M., wurde eine leitet durch einen von einer Frankfurter junger Dame sprochenen Prolog Heimatliebe", der von der entfernt a gestellten Musit, die aber dennoch etwas leiser hätte gen dürfen, begleitet wurde. Auf den Inhalt des Festipi näher einzugehen, würde hier zu weit führen. Die D steller des Stückes waren Mitglieder des Zweigvere Frankfurt, die von Mädchen und Burkchen aus Ruding hain unter der Leitung des Herrn Lehrer Lint kräftig terstützt wurben. Herzerquickend waren die einzelnen der, die sich vor den erstaunten Augen der Zuschauer spielten; herzerquickend waren auch die Voltsgefänge Tänze der Burschen und Mädchen. Den Schluß des de spiels bildete das von den Darstellern, zu denen sich Schluß der gesamte V. H. C.- Frankfurt gestellt hatte, m einem Teil der Zuschauer gesungene, unvergeßlich schö Lied Dir meinem Vogelsberg". Von neuem hatte Heimat ihren Zauber um die Herzen gewoben. Nach de Festspiel entwickelte sich im Klubhaus und den Zelten w derum ein äußerst fröhliches Treiben, dem selbst die hän einsetzenden Regenschauer feinen merklichen Abtrag t

fonnten.

Nur allzubald mußten wir der Heimat den Rücken ke ren, um allerdings erst nach Mitternacht unser liebes fenbach mit seinen 189 Prozent Gemeindesteuern zu reichen. F. in D.

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