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Gießener Zeitung

( Neueste Nachrichten)

Bezugspreis 40 Pfg. monatlich Enthält alle amfl. Bekanntmachungen

vorauszahlbar, vierteljährlich 1,20 Mk., durch die Post

1,50 Mt. frei ins Haus.

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Erscheint Dienstags, Zwei Extrabeilagen:

Donnerstags und Samstags. Humoristische Blätter" und die Neue Lesehalle", liegen wöchentlich einmal gratis bei. Redaktion: Seltersweg 83. Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert.

Nr. 42.

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Telephon: Nr. 362.

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Erstes Blatt.

Vergebung von Bauarbeiten.

Die für die Erbauung eines Schulhauses in Steinbach

der Großherzoglichen Bürgermeisterei

des Großherzoglichen Polizei Amtes Behörden Oberhessens Erpedition: Seltersweg 83.

sowie vieler anderer

Truck und Verlag der Gießener Verlagsdruckerei( Albin Klein).

Samstag, 12. März 1910

( Gießener Tageblatt)

Anzeigenpreis 15 Pfg.

die 44 mm breite Petitzeile oder deren Raum, auswärts 20 Pig.; die 90 mm breite Petitzeile im Reklameteil 50 Pfg., auswärts 60 Pfg.; Tabellen mit 50% Aufschlag. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungs­zieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Telephon: Nr. 362.

Amtliche Bekanntmachungen.

nebst Abortgebäude und Einfriedigung, sowie für die Ver­längerung des Kanals in der Kirchstraße erforderlichen Ar­beiten und Lieferungen wie:

Frühjahrs- Pferdemarkt

verbunden mit der Feier des 10jährigen Bestehens der Gießener Pferdemärkte

Mittwoch, den 6. April 1910.

Um Uhr beginnt die Pferde- Prämiier­ung, für welche mit den Jubiläumspreisen über 3000 Mr. zur Verfügung stehen, darunter 300 Mt. aus Mitteln des

Erd: und Maurer, Steinmetz:( Lungstein), Landwirtschaftskammer- Ausschusses für die Provinz Ober­Zimmer:, Dachdecker, pengler:, Schlosser:, Glaser, Schreiner, Weißbinder, Tapezier: u. Kanalarbeiten, die Blitzableiteranlage, Eisen-, Röhren: und Zementlieferung

sollen im Wege öffentlichen Angebotes vergeben werden.

Die Angebotsunterlagen liegen auf dem Amtszimmer des Unterzeichneten, Zimmer Nr. 18, während der Dienst­stunden zur Einsicht offen.

Angebote mit entsprechender Aufschrift versehen, sind verschlossen und postfrei bis spätestens

Freitag, den 18. März 1910, nachm. Uhr auf Großh. Bürgermeisterei Steinbach einzureichen, wo­selbst die Eräffnung in Gegenwart etwa erschienener Be­werber erfolgt. Freie Wahl unter den Bewerbern bleibt vorbehalten.

Gießen, den 5. März 1910.

Der Gr. Kreisbauinspektor des Kreises Gießen. J. V.: Knöll.

Gelände- Verpachtung.

Montag, den 14. März, vormittags ½ 9 Uhr, wird die Verpachtung von Grundstücken der Stadt und des städt. Hospitals insbesondere auf dem Seltersberg, hinter den Kliniken, bei der Margaretenhütte und an der Crednerstraße fortgesetzt.

Zusammenkunft auf der Schönen Aussicht. Gießen, den 10. März 1910.

Großh. Bürgermeisterei Gießen. Keller.

Hessischer Landtag.

Bei schwach besetztem Hause wurden am Donnerstag die Beratungen des Etats für das Ministerium des Innern fortgesetzt und die Kapitel Landwirtschaftiiches Versuchs­und Unterrichtswesen"," Landwirtschaftliches Vereins- und Genossenschaftswesen" und" Boden- Melorations- und Wasser­versorgungswesen" ohne wesentliche Debatte genehmigt. Eine längere Diskussion entspann sich über Kapitel 75 För­derung einzelner Zweige der Landwirtschaft", das in Ver­bindung mit dem Antrag Bähr- Köhler auf Einstellung eines Betrages von 9000 Mt. zur Bekämpfung der Rebschädlinge beraten wurde.

In der Debatte verlangten die Abgg. Molthan und Finger größeren Schutz für den rheinischen Wein­bau, während der Abg. Ra a b die Abänderung des Wild­schadengesetzes anregte. Minister des Innern v. Hombergt erklärte, daß er bei der Reorganisation der Verwaltungs­gesetzgebung auf die angeregte Frage der Schaffung einer höheren Instanz für den Wildschaden zurückkommen werde.

Der Antrag Bähr wurde schließlich abgelehnt und die Einnahmen und die Ausgaben des Kapitels genehmigt. Der Etat des Ministeriums des Innern wurde dann er= ledigt bis auf den Artikei 65 über den Fonds für öffentliche und gemeinnüßige Zwecke".

Das Haus begann darauf die Beratung des Ju­fizetats bei Kapttel 88-97, die unbedingt heute noch festgestellt werden sollen. Abg. Gutfleisch beleuchtete eingehend die Anstellungsverhältnisse der Gerichtsassessoren und Referendare, die oft fünf bis zehn Jahre auf An= ftellung warten müßten, wobei ihre beste Arbeitskraft ver­loren gehe. Der Redner verlangte, daß sich die Gerichts­schreiber mehr stenographische Kenntnisse aneignen sollten. Abg. Dr. Winkler weist die von sozialdemokratischer Seite im Hause gegen einzelne Richter erhobene Angriffe zurück und spricht dem hessischen Richterstande unter lautem Bravo des Hauses das volle Vertrauen aus.

Nach weiteren Ausführungen der Abg. Osann, Stöpler, 3uckmayer und Schmitt, welche die Verhältnisse in dem Rechtswesen bemängelten, wurde die Vormittagssigung geschlossen.

*

In der Nachmittagssigung nimmt bei der fortgesetzten Generaldebatte zunächst das Wort Abg. Dr. Fulda, der die bekannten Klagen über die richterliche Tätigkeit vor­brachte. Er regt an, daß es den Arbeitersekretären ermög­licht werde, Arbeiter vor Gericht zu vertreten. Zum Schluß verbreitet er sich über die Not der kleineren und mittleren Justiz beamten. Abg. Wolf bringt Beschwerden vor über die Handhabung des Feldbereinigungsgesetzes und des neuen Weingesetzes. Abg. Schönberger bespricht die Praris bei Grundstücksübertragungen. Abg. von Brentano: Der hessische Richterstand habe sich niemals

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Mit dem Pferdemarkt verbunden ist eine Ausstell= ung von Wagen, Geschirren, Stallutensilien und landw. Geräten 2c.

Für hervorragende Leistungen. bei der Ausstellung wird Diplom erteilt.

Von 10 Uhr ab: Konzert. Restauration. Nachmittags 2 Uhr finden auf dem Radrenn­plaß auf Bichlers Hardt zur Feier des 10jährigen Bestehens der Gießener Pferdemärkte sportliche Ver­anstaltungen mit folgendem Programm statt:

1. Vorführung der auf dem Pferdemarkt prämiierten Pferde.

2. Preisreiten. Offen für Offiziere, Mitglieder des Gießener und Wetterauer Reitervereins und deren Damen.

3. Spring- Konkurrenz. Offen wie bei Ord.-Nr. 2. 4. Vorfahren von Herrschaftswagen im Privatbesih. 5. Vorfahren von Geschäfts- und landwirtschaftlichen Wagen.

6. Jagdreiten mit Auslauf über ausgeflaggtes Gelände. Offen wie bei Ord.-Nr. 2.

7. Landwirtschaftliches Rennen, Trabreiten und Ga­Toppreiten( ie 3 Geldpreise).

In allen Abteilungen werden Ehren Preise ge­geben.

Konzert der gesamten Kapelle des Inf.- Regiments Kaiser Wilhelm.

Am 7. April, nachmittags 2 Uhr, findet in der Stadt­fuabenschule eine Verlosung statt von Pferden, Wa­gen, landw. Maschinen und Gerätschaften, Fahrrädern, Näh­maschinen, Haushaltungs- und Gebrauchsgegenständen. Der Vertrieb der Lose a 1 Mt. ist dem Herrn Richard Buch­acer Gießen übertragen.

Die städt. Pferdemarktkommissiou Gießen. Gg. Bichler.

über schlechte Behandlung seitens der Kammer zu beklagen gehabt. Umsomehr müsse die Kritik zurückgewiesen werden, die sich in einem Protokoll einer Sißung des Richtervereins vom Mai 1909 finde. Vizepräsident Korell behält sich vor, auf diese Angelegenheit nach Rücksprache mit dem Präsidenten Haas zurückzukommen. Abg. Ulrich ver­breitet sich ausführlich über den Fall des Amtsgerichtsrats Meyer, der sich beleidigt fühle, weil seine Briefe veröffent­licht worden seien. Nach weiteren Bemerkungen der Ab­geordneten Winkler und v. Brentano nimmt Ju­stizminister& wald das Wort. Er freut sich über die An­erkennung der Tätigkeit des Richterstandes. Von einer Be­vorcugung der Mainzer Juristen bei der Besetzung der Rich­terstellen in Mainz sei nicht die Rede. Auch im Justizetat müsse Sparsamkeit angewandt werden.

Ministerialrat Lorbacher gibt auf eine Reihe von Anfragen und Anregungen Auskunft. Nach weiteren Be­merkungen der Abgg. Dr. Winkler und Dr. Fulda und einem Schlußwort des Berichterstatters Dr. Gut= fleisch, in dem dieser nochmals eindringlich davor warnt, die Eramennoten bei der Anstellung maßgebend sein zu lassen, wird die Generaldebatte geschlossen.

Die Sigung am Freitag wurde um Uhr durch Vizepräsident Korell eröffnet, und es wurde vorerst Ka­pitel 65, Fonds für öffentliche und gemeinnüßige Zwecke, beraten. Es wird beschlossen, von dem Fonds, der zurzeit auf 1 099 300 Mart angewachsen ist, den Betrag von 40 000 wird der Justicetat weiter beraten und zu Kapitel 89, Ge­Mark für Provinzialsichenanstalten zu entnehmen. Hierauf richte, Land- und Amtsgerichte, nach längerer und teilweise sehr scharfer Debatte ein Antrag des Abg. Lutz angenom men, 8 Landrichter- und 25 Amtsrichterstellen nur auf den Inhaber zu bewilligen. Sowohl Regierung als Ausschuß traten den Antrag scharf entgegen. Der Rest des Justiz­etats wird debattelos genehmigt. Ebenso eine ganze Reihe weiterer Kapitel aus dem Vermögensteil bis Kapitel 137. Bei Kapitel 138, Anlegung neuer Grundbücher, hält Abg. Leun eine längere Rede, in der er den vom Bauernbund seinerzeit eingenommenen Standpunkt verteidigte, daß mit der Anlegung der Grundbücher langsamer vorgegangen wer­den müsse. Nach vollständiger Erledigung des Justizetats wird in die Beratußg des Etats des Finanzministeriums eingetreten. Finanzminister Braun bittet mit Rückſicht auf die Geschäftslage sich möglichst kurz zufassen, da der Etat unter allen Umständen heute erledigt werden müsse. wesentliche Debatte genehmigt. Die Kapitel" Finanzministerium" werden darauf ohne Ohne Debatte wurden auch nach dem Ausschußantrag die einzelnen Kapiteln des Vermögensetats er­ledigt. Auch das Kapitel Sta atseisenbahn" fand ohne Debatte Annahme.

Eine längere Debatte entspann sich dann noch bei Ka­pitel 40 der Bauverwaltung Territorial, Fluß- und Damm­

21. Jahrg.

Gebäude- Abbruch.

Die Gebäude der Hofreiten Tiefenweg Nr. 9 und 13, Kieine Mühlgasse Nr. 3, Große Mühlgasse Nr. 10, 12, 13, 15 und 21( Vorderhaus) sollen

Freitag, den 18. März d s. I s., vormittags 10 Uhr,

im Wege öffentlicher Verdingung auf den Abbruch verkauft werden. Die Besichtigung der Gebäude ist Interessenten ge­stattet. Die Bedingungen liegen bei uns zur Einsicht offen. Angebote auf Vordruck, der daselbst erhältlich, sind bis zum genannten Termin an uns einzureichen.

Zuschlagsfrist 14 Tage.

Gießen, 10. März 1910.

Städtisches Hochbauamt.

Gerbel.

Vergebung von Weißbinderarbeiten. Die zur Unterhaltung des Gebäudes Seltersweg Nr. 9 erforderlichen Weißbinderarbeiten sollen

Mittwoch, den 16. März ds. J s. vormittags 10 Uhr,

öffentlich vergeben werden.

Die Unterlagen liegen bei uns zur Einsicht offen. An­gebote auf Vordruck, der daselbst erhältlich, sind bis zum genannten Termin an uns einzureichen.

Zuschlagsfrist 14 Tage.

Gießen, den 10. März 1910.

Städtisches Hochbau am t.

Gerbel.

Arbeits- Vergebung.

Die Pflaster- und Chauſſierarbeiten für den Ausbau der Verbindungsstraße zwischen Hamm und Lahnstraße sollen

Montag, den 21. d3. Mts., vorm. 11 Uhr, öffentlich vergeben werden. Die Verdingungsunterlagen lie gen während der Dienststunden bei uns zur Einsicht offer Angebote auf Vordruck, der daselbst erhältlich, sind späte stens bis zum vorgenannten Zeitpunkt verschlossen und mi entsprechender Aufschrift versehen an uns einzureichen. Zuschlagsfrist 4 Wochen.

Gießen, den 8. März 1910.

Städtisches Tiefbaua m t.

Braubach.

bauten" und bei dem Antrag des Abg. Winkler auf Streichung der Restsumme von 450 000 Mt. für Dammbau­ten und die Rheinstromregulierung bei Oppenheim. An der Debatte beteiligten sich die Abg. Dr. Wintler, Rein hart, Dr. Osann und Minister Dr. Braun. Schließ­lich wurde der Ausschußantrag genehmigt, der dahingeht, die 400 000 Mark zu bewilligen und den Rest erst dann zu bewilligen, wenn das Projeft der Regierung in dem Gut achten als das beste anerkannt worden sei. Nachdem auch die Resttapitel und das Finanzgeseß genehmigt worden waren, schloß der Präsident die Sißung furz vor 2 Uhr.- Nächste Sigung Dienstag, den 22. März.

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** Die Erste Kammer der Stände wird am nächsten Mittwoch zu einer Plenarsizung zusammentreten.

Lokales.

12. Gießen, März 1910.

** Die Großherzogin hat am 11. März, als am Geburtstage der Prinzessin Elisabeth, folgende Ehren­zeichen für langjährige, treugeleistete Dienste in ein und der­selben Familie u. a. an folgende Dienstboten verliehen. Das Goldene Kreuz mit Brillanten: Elisabeth Stern von Düdelsheim, 40 Jahre bei Frau Morib Bial Ww. in Offenbach; das Goldene Kreuz: Sidonie Alt von Lauter­bach, 25 Jahre bei Herrn Ludwig Trapp in Darmstadt, Margarete Bauer von Blizenrod, 25 Jahre bei Herrn 2. Trapp in Darmstadt, Anna Martha Meßger von Schrecs­bach, 25 Jahre in der Familie des Herrn Zahnarzt D. Köhler in Darmstadt, Marie Ehrmann von Wallhausen, 25 Jahre bei Herrn Professor Dr. Karl Groos in Gießen, Emilie Wehn von Biedenkopf, 25 Jahre bei der Familie des Herrn Rechtsanwalt Homberger in Gießen, Johannette Dörr von Münster, 25 Jahre bei der Familie Joh. Georg Hahn in Bellersheim, Karoline Lepper von Alten- Bused, 30 Jahre bei Herrn Friedrich Klug in Alten- Buſect und Marie Rau von Berstadt, 25 Jahre bei Herrn August Wolf 3. in Berstadt.

** Provinzial- Ausschuß. Nächsten Mitt­woch findet eine Sißung des Provinzial- Ausschusses der Provinz Cberhessen mit folgender Tagesordnung statt: 1. Returs des Ph. Pfeffer 3. zu Bad- Nauheim gegen einen Polizeibefehl Gr. Kreisamts Friedberg; 2. Klage der Orts­franfenfasse Gießen gegen die Ortstranfenfasse Buzzbach we­gen Unterstützung des Wilhelm Becker 15.; 3. Klage der Betriebsfrantentasse der Domäne Marienburg gegen die Ge meindefrankenkasse Laubach wegen Unterstübung des St. Scimala; 4. Baumpflanzung zwischen Bahnhof und Ort Ranstadt; 5. Polizeibefehl gegen Fr. Heil 1. Ww. zu Schlitz.