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Gefahren für deutsche Arbeiter in Brasilien. preußischen Ansiedelungskommiffion am 19. d. M. auch die

Die Weltkorrespondenz" veröffentlicht folgenden Be­richt aus Rio de Janeiro: Beunruhigende Nachrichten kom­men aus dem Amazonasgebiet, wo zurzeit an der Marmore­Bahn gearbeitet wird. Bet diesem Bahnbau sind auch viele Deutsche und Desterreicher beschäftigt. Wie es möglich war, für diese Arbeiten in so ungesunder Gegend deutsche Ar­better zu bekommen, und sei es auch unter den glänzendsten Bedingungen, ist gar nicht zu verstehen. Jedenfalls haben sich die Agenten die Unwissenheit der Leute zu nuze gemacht, und ihnen verschwiegen, wie gefährlich iene Gegend ist. Schon wiederholt find Klagen der deutschen und österreicht­schen Arbeiter an die Oeffentlichkeit gedrungen, und die deutsche und österreichische diplomatische Vertretung in Bra­filten haben deshalb auch bereits Schritte tm Interesse der Arbeiter getan, die wahrscheinlich auf Kosten der Bundes­regierung entweder heimbefördert oder sonstwte in ge= fundere Gegenden untergebracht werden dürften.

In den letzten Wochen sollen sich nun die Arbeiter em­pört haben, weil die Unternehmer thren Verpflichtungen nicht nachkommen. Unter solchen Umständen dürfte der Be­richt des Ingenieurs, der den Bahnbau im Auftrage der Regierung zu kontrollieren hat, von Interesse sein. Der Bericht besagt u. a. folgendes: Die Gesellschaft will die Bahn in zwei Jahren fertigstellen, und ich glaube, daß sie dazu imstande ist, da sie über bedeutende Kapitalten, mo­derne Maschinen und über eine große Zahl von Arbeitern verfügt. Augenblicklich beträgt deren Zahl 8000, und viele sind unterwegs( noch im September sollen 350 deutsche Ar­beiter von Hamburg dorthin abgereist sein), um die Zahl zu vermehren und die Lücken auszufüllen, die fortwährend entstehen infolge der endemischen Krankheiten und infolge der Tatsache, daß auch die kräftigsten und widerstandsfä­higsten Arbeiter dem mörderischen Klima nicht lange wt­derstehen können. Wie bekannt, ist die von der Madeira­Mamore Bahn durchschnittene Gegend eine der ungesun­desten der Welt, und trotzdem die Gesellschaft neun Aerzte in ihren Diensten hat, die auf verschiedenen Stationen ver­teilt sind, ist die Zahl der Kranten im Hospital sehr groß und die Zahl der Arbetter, die dem Sumpffieber erliegen, außerordentlich hoch. Augenblicklich scheinen sich die Ver­hältnisse etwas zu bessern, immerhin aber find im Juni im Hospital von Candelaria allein 35 Personen gestorben. Die Bahl derjenigen, die seit Beginn der Arbeiten gestorben find, ist sehr groß.

Hoffentlich werden es sich nunmehr deutsche Arbeiter doppelt und dreifach überlegen, sich für solche Gegenden an­werben zu lassen. Denn auch, wer lebend davonkommt, wird den Aufenthalt in diesen Fiebergebieten meistens mit einer dauernden Schwächung seiner Körperkonstitution zu bezahlen haben.

Vereitelter Anschlag gegen Kaiser Wilhelm.

Ein anarchistischer Anschlag auf den Deutschen Kaiser soll angeblich 1907 geplant gewesen sein. Das Peters­burger Blatt ,, Rußkoje Slowo" veröffentlicht Auszüge aus einem für die Beamten des russischen Ministeriums des Innern bestimmten amtlichen Leitfaden über die Entwicke­lung des Anarchismus in Rußland. Darin wird nach der St. Petersburger 8tg. erzählt: Anfang 1907 bildete fich in Warschau ein Geheimbund mit dem Ziele: Grmor­dung des Deutschen Kaisers. In Charlottenburg siedelten fich zu diesem Zwecke vier Anarchisten an, denen der deutsche Anarchist Senna Hoy( August Waterlos) Beistand leistete. In Bialystok wurde beschlossen, daß auch ,, Leibele von Bialystok, der Verrückte", und ,, Meitke von Bialystok nach Charlottenburg reisen sollten. Unterwegs wurde Meitke getötet, Leibele verhaftet. Die Mitglieder des Geheim bundes zogen nun ganz ins Ausland."

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Rundschau vom Cage.

Politisches.

Zur preußischen Wahlreform. Nach dem Hann. Cour." soll es sich bestätigen, daß die Reform des Landtagswahl­rechts in Preußen die geheime Wahl nicht bringen wird. Der B. L. A. schreibt hierzu: Wie wir melden können, ist schon innerhalb der ersten vier Wochen des Zusammenseins des Landtags auf den Eingang des Entwurfs zu rechnen. Damit steht es nicht im Widerspruch, daß bis jetzt über ein­zelne wesentliche Bestandteile der Vorlage endgültige Be­schlüsse in der Ministerialinstanz noch nicht gefaßt find.

Der Verband pensionierter deutscher Reichs- und Staatsbeamten( E. V.) zu Hannover hat sich die Aufgabe gestellt, dahin zu wirken, daß die Pensionsgesetze vom Jahre 1907 abgeändert werden, und zwar so, daß 1) die neuen Ge­seze für sämtliche Pensionäre rückwirkende Kraft erhalten; 2) die Pension vom 30. Dienstjahre ab nicht um 1/120, sondern um eo weiter steigt, so daß die Höchstpension nach 40jährt= ger Dienstzeit nicht 5/ co, sondern eo des bezogenenGehaltes beträgt. Es soll auch dahin gewirkt werden, daß den ehe­maligen Privat- Eisenbahnbeamten sowie den Unfall- Ben­sionären eine Erhöhung ihrer Pensionen zuteil wird. Keine Zwangsenteignung volnischer Güter. Die Nach­richt. daß auf der Tagesordnung der nächsten Sitzung der

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Der Fall Welshofen.

Kriminalroman von M. Kossak. ( Nachdruck verboten.)

preußischen Ansiedelungskommission am 19. d. M. auch die Zwangsenteignung einer Reihe polnischer Güter stehe, wird für falsch erklärt. Als Begründung wird angegeben, die An­siedelungskommission set hierzu gar nicht kompetent, son­dern es wäre ein besonderer Beschluß des Staatsministe­riums erforderlich.

Reichstagsabgeordneter Dr. Potthoff hat, wie gemeldet wird, sein Amt als Syndikus des deutschen Werkmeisterver­bandes niedergelegt. Der Demokrat" bemerkt hierzu: Wie in den Kreisen der Demokratischen Vereinigung verlautet, soll Dr. Potthoff auch daran denken, nicht mehr für den Reichstag zu kandidieren und Herrn Dr. Breitscheid an diese Stelle treten lassen.

Der deutsche Botschafter Graf Bernstorff in Washington erhielt zu Weihnachten den Noten Adlerorden 2. Klaffe mit Eichenlaub in Anerkennung seiner bedeutenden Ver­dienste. Diese Ordensverleihung ist in Deutschland gar nicht bekannt geworden und erst durch die amerikanischen Blätter zu ersehen. Die Rheinisch- Westf. 3tg. deutet diese Ordensauszeichnung im Sinne der vielumstrittenen Rede des Botschafters gegen die Andeutschen.

Graf Witte dementiert. In einer in Berlin eingetroffe­nen Depesche des Grafen Witte dementiert dieser auf das energischste die in einer russischen Zeitung wiedergegebenen, thm zugeschriebenen angeblichen Aeußerungen zur Ange= legenheit der Beschlagnahme russischer Staatsdepots. Graf Witte erklärt es als durchaus unwahr, daß er sich in dieser Weise geäußert habe; es handle fich dabet augenscheinlich um eine Erfindung, die lediglich den Zweck verfolge, Miß­stimmung hervorzubringen.

Traurig trat sie von Felix fort, um sich in ihrem be­scheidenen Ankleidezimmerchen, das sie in den Kaiser­hallen" mit Louison teilte, zum Fortgehen anzuziehen, denn die Vorstellung neigte sich ihrem Schluß zu und da sie nicht mehr aufzutreten brauchte, wollte sie sich, ohne auf der Freundin Begleitung zu warten, sofort nach Hause be­geben. Das Herz war ihr zu schwer, als daß sie Lust ge­habt hätte, mit jemanden zu plaudern. Als sie dann aber im Jakett und mit dem dunklen Tellermüßchen auf dem Kopf herausfam, fand sie zu ihrer freudigen Verwunde­rung ihren dunkeflockigen Schaß ihrer harrend.

,, Willst Du mich nach Hause geleiten?" fragte sie zag­haft, denn sie hatte auf seine Begleitung gar nicht mehr zu hoffen gewagt.

,, Aber natürlich," entgegnete er. Ich bringe Dich doch stets nach Hause, wenn ich nicht anderweitig verhindert bin." Dabei zog er ihren Arm durch den seinen und drückte ihn leise.

Frida schwoll das Herz vor Freude. Felix" hauchte fie hast Du mich lieb?"

,, Aber das weißt Du doch, Kleinchen," gab er zärtlich zur Antwort. Niemand als Dich."

Aber die Anita?"

Kleine Nachrichten.

Der älteste Offizier des deutschen Heeres, der er im vorigen Sommer geworden war, der bayerische Infanterie­Hauptmann a. D. Cajetan Rechenmacher, ist, 94 Jahre alt, in München gestorben. Er hat von der Pike auf gedient und tst 1849 nach 11jähriger Dienstzeit Offizier geworden. Sett 1870 lebte er im Ruhestand.

Vierzig Jahre einen Granatsplitter in der Brust. Der Hauptmann a. D. v. Schweinichen, der in Görlitz im Ruhe­stand lebt, hatte in der Schlacht bet Gravelotte dret schwere Verwundungen erlitten. U. a. war ihm ein Granatsplitter oberhalb der Lunge in die Brust gedrungen, der durch Ope­ration nicht entfernt werden konnte. Jest nach vierzig Jahren hat die Natur sich selbst geholfen, indem sie den Splitter aus der immer wieder aufbrechenden Wunde aus­schted.

Sonst war er immer mutwillig aufgefahren, wenn sie die Italienerin erwähnte, heute aber entgegnete er weich, wenn auch mit tiefem Ernst in der Stimme: ,, Du brauchst nie mehr auf die Anita eifersüchtig zu sein, Liebling- nie mehr, hörst Du? Die Anita ist tot für mich oder vielmehr er brach ab und Frida glaubte eine halb unterdrückte Verwünschung zu vernehmen.

Eng aneinandergeschmiegt, gingen sie durch die stillen Straßen. Jeder, dem sie begegneten, jah ihnen lächelnd nach, denn niemand konnte verkennen, daß das ein Liebes­pärchen war. Von Zeit zu Zeit drückte Felix zärtlich Fri­bas Arm.

Armer Liebling!" meinte er einmal leise.

Die Ehe König Leopolds. Das katholische Blatt Va Croix in Paris veröffentlicht interessante Einzelheiten über den Tod König Leopolds, aus denen u. a. hervorgeht, daß die kirchliche Trauung des Königs 11 Tage vor seinemt Tode und zwar durch den Pfarrer von Laeken voйzogen wurde.

Entdecktes Schmugglernest. Aus Pfalzdorf bet Cleve melden die Blätter die Entdeckung eines großen Schmugg­lerherdes durch die Zollbehörde. Eine große Anzahl der Bewohner des Ortes( er zählt annähernd 3000 Einwohner) set in die Sache verwickelt.

Kein Fluchtversuch Haus. Die Meldung des Berl. Tgbl. daß der frühere Rechtsanwalt Karl Hau einen Fluchtversuch aus dem Zuchthaus in Bruchsal unternommen hat, ist un­zutreffend. Es handelt sich bei dem fraglichen Fluchtversuch um zwei andere Sträflinge.

Der Polizeihund soll nun auch bühnenfähig gemacht werden. Das Gastspieltheater in der Köpentderstraße in Berlin hat ein Kriminalschauspiel erworben, in dem ein echter Polizeihund selbständig eine Rolle spielen und in die Handlung eingreifen soll.

Die liebe Eitelkeit hat eine Zittauer Kellnerin in etne böse Situation gebracht. Das Mädchen wurde wegen Ur­fundenfälschung in Haft genommen, weil es in etnem amt­lichen Ausweispapiere das Geburtsjahr fälschte, um etwas jünger zu erscheinen.

Furchtbare Malariaepidemie auf Java. Wie das Am­sterdamer Handelsblad aus Batavia meldet, ist auf Privat­besitzungen in der Nähe von Batavta eine Malariaepidemte ausgebrochen, der bereits 500 Personen zum Opfer ge­fallen sind.

Einbruch in ein Bahnhofsgebäude. In Bad Lippspringe ist in der Nacht zum Sonabend eine Einbrecherbande in das Bahnhofsgebäude eingestiegen, und hat alle Kassenschränke in den Bureaus, der Bahnhofswirtschaft und der Güter­abfertigung erbrochen und geplündert. Nur der Hauptgeld­schrank leistete den Dieben Widerstand.

Die schwarzen Poden greifen in Sandhof- Marienburg ( Westpr.) noch weiter um sich. Amtlich sind wieder zwei neue Erkrankungen an den echten Pocken dort konstattert worden, sodaß die Zahl der Erkrankungen dort auf zehn gestiegen ist. Jedoch ist bis jetzt kein Fall tödlich verlaufen.

Verhaftung eines ungetreuen Postbeamten. In Berch­tesgaden ist ein Postbeamter verhaftet worden unter dem Verdacht, kurz vor Weihnachten Postbeutel mit 13 000 M Inhalt gestohlen zu haben. Damit scheint Aufklärung zu kommen über die ziemlich bedeutenden Postdiebstähle, die auf bayerischen Stationen in den letzten Jahren regelmäßig um die Weihnachtszeit vorgekommen sind.

Von einem Papagei totgebiffen. Auf sonderbare Weise bükte in Heiliabaus im Rheinland ein Lehrer sein Leben

,, Warum arm, Felix, da ich Dich doch habe? Besseres kann die Welt mir doch nicht geben, als Dich."

,, Denn Du bist ja für mich die ganze Welt," rezitirte er mit ein wenig spöttischer Betonung. ,, Das kommt näm­lich im ,, Sommernachtstraum" vor, den ein gewisser Sha­tespeare geschrieben hat."

ein. Er zog sich durch den Biß eines Papagets eine Bluts vergiftung am Finger zu, die gestern seinen Tod herbei­führte. Mutter und Kind verbrannt. In Mülheim a. d. Nuhr find bet einem Wohnungsbrande die Frau und das sechs Wochen alte Kind deß Bergmanns Bellfeldt in den Flam­men umgekommen.

,, Ach, Felir, wie flug Du bist!" seufzte das blonde Kind, mit einem fast ehrfurchtsvollen Blick der Bewun­derung zu ihm aufsehend. Ich denke oft, daß Du mich nur deshalb nicht so recht lieben kannst, weil ich zu dumm für Dich bin."

Aber, Kind, was willst Du nur- gab er unwillig zurück ,, ich liebe Dich doch ich liebe Dich, glaub mirs nur. Und was das bißchen anbetrifft, was ich mehr gelernt habe, als Du damit macht feine Frau glücklich. Du hättest besser wählen können, Kind."

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,, Warum denn aber nur, Felix? Ich kenne keinen Feh ler an Dir." Es war mit soviel Ueberzeugung gesagt, daß er lächeln mußte.

Aus Eifersucht gefteinigt. Eine unglaubliche Rohett haben in Bäumenhain( Bayrisch- Schwaben) drei eifersüch­tige Bauernburschen verübt. Ste haben einen jungen Mann gesteinigt. Der Bedauernswerte ist nach einer Operation im Augsburger Diakonissenhause gestorben. Die Täter sind bereits ermittelt.

Familiendrama. Der Posamentier Franz Jasuiker in Breslau hat gestern nacht seine Frau und sein ein Jahr altes Töchterchen erschossen; er beging dann Selbstmord. Als Grund werden zerrüttete Familienverhältnisse ange­geben.

Verhaftung einer Kindesmörderin. In Bündingen t. W. wurde die Tochter eines Dekonomen unter dem Verdacht verhaftet, thre beiden im Oktober geborenen, unehelichen Kinder ermordet zu haben. Die Leichen wurden im Garten des Dekonomen aufgefunden.

Im Kampf mit Pariser Apachen". In einer Straße in Paris wurden in der Nacht zum Sonnabend dret Schuß­leute im Kampfe mit Apachen durch Revolverschüsse ge­tötet und ein vierter Polizist tödlich verlebt.

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Wissenschaft, Kunst und Literatur.

Vom Altertumshandel. In Westerheim in Württem= berg hat ein Ulmer Altertumshändler aus einem Privat­hause etne Statue des heiligen Georg in romanischem Stil um ganze 4 Mark gekauft und sie dann in Ulm um 2400 M weiter verkauft. Aus der dritten Sand ist sie dann um 5000 Mark weitergegangen. Es heißt, der erste Besitzer wolle den Kauf anfechten.

Erforschung des Kaiser Wilhelm- Landes. Wie die Köln. 3tg. meldet, hat das Reichskolonialamt für das Jahr 1910 die längst geplante Erforschung des Kaiser Wilhelm- Landes ( Neu- Guinea) in Aussicht genommen. Es ist eine Daner von acht Monaten für die Erforschung angefeßt. Sie soll sich auch auf das westliche Grenzgebiet erstrecken.

Eine amerikanische Südyolarerpedition. Man hat ar­-mählich gemerkt, daß am Nordpol nicht mehr viel Lorbeeren zu holen sind. So beginnt jetzt zum Südovl ein internatio­nales Wettrennen. Kaum ist die Nachricht von dem Plan des Engländers Scott in die Oeffentlichkeit gedrungen, so taucht auch schon ein anderes Profeft auf, welches dasselbe Ziel hat. Auch die Amerikaner läßt der Forschereifer nicht ruhen. Es soll das alte Erpeditionsschiff Roosevelt", das Beary am Nordpol qute Dienste getan hat, angekauft mer­den. Man hofft, daß der Konareß einen Beitrag für die Expedition gewähren werde. Die drei tüchttaften Teilneh mer an der Pearnerpedition sollen das neue Unternehmen leiten. Die amerikanische Expedition wird nicht den von Leutnant Shackleton eingeschlagenen Weg mählen, sondern wahrscheinlich von Coates Land ons( südlich von Kay Horn) nach dem Bol vordringen.

,, Du kennst mich ia im Grunde gar nicht, Kleinchen." Ich Dich nicht fennen, Felix?" fragte sie mit aufrich­tiger Verwunderung. , Gewiß, Kind, was weißt Du von dem, was in mir steckt und was Ach Kind brach er plößlich in leidenschaftliche Klage aus. Könnt ich zwei, ach nur zwei Jahre noch einmal leben oder hätte ich damals, als ich Dich fennen lernte, schon so gefühlt und gedacht, wie ich heute fühle und denke, dann, ja dann würde ich eine glückliche Frau aus Dir machen, aber so

Ja, inwiefern hast Du Dich denn verändert, Felix?" forschte sie ängstlich.

Mein Baby merkt es nicht! Gott erhalte dem Kinde seine Unschuld!" Er lächelte trübe. Laß gut sein, Lieb­chen, und zermartre Dir nicht Deinen hübschen Kopf, um zu verstehen, was ich Dir sagte. Man redet eben manchmal so allerhand dummes Zeug, was einem durch den Kopf geht."

Sie waren vor Fridas Haustür angekommen und sie drückte auf den Knopf der elektrischen Glode. In Wien ist es nicht üblich. daß iemand als Mieter eines Hauses

Aus den Gerichtssälen.

Ein interessanter Beitrag zur Beurteilung der Fahrs fartenstener wird vom Bunde der technisch industriellen Be­amten mitgeteilt. Ein Ingenieur hatte mit Hilfe des Rechtsschußes des Bundes gegen eine Firma Klage erhoben auf Ersatz der Reisekosten, die ihm aus einer von der Firme gewünschten Vorstellungsreise entstanden waren. Das Gericht hat grundsätzlich auch dem Klageantrag entsprochen, den eingeforderten Betrag aber soweit herabgesezt, als es statt der zweiten Wagenklasse dem Kläger nur das Recht auf Benußung der dritten Wagenklasse zugebilligt. In den Gründen, die das Gericht für seine Stellungnahme an­gibt, heißt es: Was aber die Höhe der Auslagen betrifft, so ist zu berücksichtigen, daß sett Erhöhung der Fahrpreise noch mehr wie früher auch besser situierte Reisende keine Bedenken tragen, dritter Klasse zu fahren, und so augen­scheinlich kein Anlaß vorliegt, die Auslagen für die Fahrt zweiter Klasse zuzubilligen.

Vermischtes

Eine Erinnerung an die Kaiserin Elisabeth von Oester reich. Die soeben in Paris erschienenen Memoiren des be tannten Kommissars Paoli, der seinerzeit allen Frankreich besuchenden Fürstlichkeiten als Begleiter attachiert worder ist, bringen mancherlei amüsante und interessante Geschicht chen von Paolis hohen Schüßlingen. So erzählt er nach­stehende Anekdote von der unglücklichen Kaiserin Elisabeth, die später in Genf durch Mörderhand fiel: Die Kaiserin traf zum erstenmal in Cap Martin an einem Sonnabend ein und wünschte in einem bis dahin als Billardsaal be= nußten Hotelraume die sofortige Errichtung eines Haus­altars für die Sonntagsmesse am folgenden Tage. Lächelnd hörte sie die Einwendung, hierzu sei die bischöfliche Ge­nehmigung erforderlich, an und winkte ihrem ersten Kava­lier General Berzeviczy. Dieser erschien kurz darauf in Malteserrittertrachi, ließ in einer Saalecke seinen Mantel fallen und die Stelle galt nun nach den der Kaiserin wohl=

einen Hausschlüssel erhält, man klingelt vielmehr abends und der Hausmeister oder Hausmeisterin öffnen und er­halten dafür jedesmal 20 Heller. Dies Sperrgeld" be trägt einen wesentlichen Teil ihrer Einnahmen. Während die Mieter dann nach ihrer Wohnung gehen, entnehmen sie einer auf dem Treppenpfosten stehenden Schachtel ein Wachs­lichtlein, das der Hausmeister ihnen nach Zahlung des Sperrgeldes gratis liefert, entzünden es an einer da­neben befindlichen Kerze und leuchten sich damit nach ihrem Heim.

Während die beiden jungen Leute auf den Hausmeister warteten, zog Felix seinen Schatz in seine Arme und küßte heiß die jungen roten Lippen.

Wirst Du immer an mich glauben, Liebling?" fragte er leise.

Immer, Felix."

" Was man Dir auch über mich sagen möge?"

,, Was man mir auch über Dich sagen möge. Aber was rum fragst Du nur, Felix? Was hast Du? Du bist so seltsam."

,, Aber nichts, Kind. Ich sagte Dir ja schon, daß einem manchmal allerhand durch den Kopf geht. Vergiß meine Reden und schlafe süß."

Von drinnen näherten sich schlürfende Schritte, ein alter, weißhaariger Mann kam aus dem Hintergebäude her­aus und schloß die Tür auf. Felix trat grüßend zurück und Frida suchte mit ihrem brennenden Wachslichtlein, das sie vorsichtig in der Hand trug, ihr und Louisons Bim mer auf.

Sie vergaß aber doch nicht, wie er es gewünscht hatte, die wunderlich dunklen Reden ihres Verlobten. Halb aus gefleidet saß sie auf ihrem Bett und grübelte, grübelte. Die ganze Geschichte ihrer jungen Liebe zog an ihrem geistigen Auge vorbei und vielleicht zum erstenmal fand sie manches Fremdartige darin.

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