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Erscheint täglich außer Sonntags. Bezugspreis: vierteljährlich durch die Träger frei ins Baus 1.35 Mt., durch die Post bezogen 1.50 Mt.
Grpcbition: Gichen, Geltersweg 82
Dientsaa, den 11 Januar 1910
Gießener
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Juferate: die 44 mm breite Petitzetle 30 Dennis, Reklame: 90" Beilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet
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Telephon- Anschluß: Gießen, Nr. 368.
Neueste Nachrichten
( Gießener Tageblatt)
Anabhängige Tageszeitung
( Gießener Beitung)
für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wezlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen. Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen, des Großh. Polizeiamtes Gießen und anderer Behörden von Oberhessen
Die hessischen Finanzen.
Im Finanz ausschuß der 3 weiten Ka m= mer ist am Freitag das vorläufige Abkommen näher formuliert worden, das zur Ordnung der Finanzen und Gestaltung des Budgets für 1910 die Grundlage für eine gemeinsame Beratung zwischen den Finanz ausschüssen beider Ständekammern und der Regierung bilden soll. Die festgestellten Vorschläge gehen von der Annahme aus, daß dem hessischen Steuerzahier unter feinen umständen eine Steuererhöhung von 30 Prozent zugemutet werden könne; es müsse vielmehr das ernsteste Bestreben von Regierung und Voltsvertretung sein, den geforderten Prozenisaß so weit als irgend möglich herabzudrücken.
Vor allem ist eine so ungeheuerliche Erhöhung des Steuersatzes, wie sie die Regierung vorschlug, für ein Land, das, wie Hessen, hinsichtlich der Höhe der Steuern ohnedies an der Spitze der deutschen Bundesstaaten steht, eine sehr gefährliche Maßregel, die unter Umständen Folgen haben tann, die auf Jahrzehnte hinaus nicht gutzumachen sind. Da auch die Gemeindesteuern überall in die Höhe gehen, steigt damit die Gefahr, daß gerade die besten Steuerzahler, die Industriellen ihre Betriebe in andere Staaten terlegen, die günstigere Steuerverhältnisse haben. Das würde dann eine weitere und sehr bedenkliche Verschlechterung der Finanzlage des Großherzogtums zur Folge haben. Und daß diese Gefahr der„ Abwanderung" leistungsfähiger Steuerzahler durchaus nicht auf die leichte Schulter zu nehmen ist, wie dies von manchen Leuten geschieht ,, das zeigt z. B. folgender Stimmungsbericht aus der Offenbacher Schuhindustrie, der im„ Schuhmarkt" zu finden ist. Es heißt da:
,, Die bevorstehenden enormen Erhöhungen der Gemeinde- und hessischen Staatssteuern legen der hiesigen In dustrie neue erhebliche Lasten auf und werden speziell unsere Branche gegenüber der Hauptkonkurrenz in Schlesien, Sachsen, Thüringen und Württemberg, wo die Arbeitslöhne, Steuern und sonstigen Lasten schon seither we sentlich niederer waren, noch weiter benachteiligen und auch die Arbeitslöhne weiter hinauftreiben. Es wäre deshalb sehr zu wünschen, daß bei den bevorstehenden Beeine ratungen in der Kammer die Regierungsvorlagen erhebliche Einschränkung erfahren, andernfalls auch Schuhindustrielle des hiesigen Bezirkes eine teilweise oder gänz= It a ch liche Verlegung ihrer Fabrikation v vorteilhafteren Industriegebieten, wie z. B. Schlesien oder Thüringen, ernstlich in Erwägung ziehen müßten, wenn sie konkurrenzfähig bleiben wollen."
Das ist nur ein Beispiel- in anderen Industriezweigen liegen die Dinge genau so. Jedenfalls sind das Anzeichen, die dafür sprechen, daß das Manipulieren mit Steuererhöhungen ein Spiel mit dem Feuer ist, bei dem äußerste Vorsicht geboten erscheint.
Der Finanzausschuß hat sich mit der vorgeschlagenen Schuldentilgung im allgemeinen einverstanden erflärt, jedoch nur unter der Bedingung, daß für 1910 nicht, wie der Finanzminister verlangt, der ganze Rest des Ausgleichs. fonds mit 1 059 000 Mt. und dazu 650 279 Mart aus allgemeinen Staatsmitteln, in Summa rund 1700 000 Mark, sondern nur der zweitgenannte Betrag zur Schuldentilgung terwendet, der Rest des Ausgleichsfonds aber zu allgemeinen Staatszwecken bereitgestellt wird. Aus diesem Betrag soll nach den Vorschlägen des Ausschusses die Hälfte, rund 500 000 Mart, zur Verbesserung der Beamtengehälter für 1910 dienen, und zwar wird beabsichtigt, bei Einkommen bis 2000 Mart 5 Prozent und bei Einkommen darüber 2 bis 3 Prozent als einmalige Teuerungszulage zu gewähren; wodurch die allgemeine Revision der Besoldungsordnung natürlich nicht berührt wird. Man hofft, diese Zulagen vom nächsten Jahre ab, verdoppeln zu können, doch behält sich der Ausschuß alle weiteren Entschließungen darüber vor. Die andere Hälfte des Restbetrages vom Ausgleichsfonds soll in die Staatskasse fließen, so daß dadurch eine Herabsetzung der 30prozentigen Steuererhöhung auf 25 Prozent ermöglicht werden würde. Weiter hofft der Ausschuß, daß es bei der Etatsberatung gelingen wird, durch Erhöhung der Einnahmen und wesentliche Verfürzung der Ausgaben nicht unerhebliche Ersparnisse zu ma chen, und er knüpft an seine Vorschläge außerdem die Be dingung, daß die Regierung bis spätestens Ende 1911 der Kammer eine Vorlage machen soll, in der durchgreifende Vorschläge zur Vereinfachung der Staats- Verwaltung und Verbilligung des ganzen Verwaltungsapparates enthalten sind. Weiter wünscht der Ausschuß, daß eine Revision des Einkommensteuergesetzes vom Jahre 1899 in die Wege geleitet wird mit der Tendenz, eine ähn liche Progression der höheren Einkommen herbeizuführen, wie sie in Preußen besteht, und die kleinen Einkommen bis zu 900 Mark von jeder Steuererhöhung auszuschließen; auch sollen die Aktiengesellschaften zur Besteuerung herangezogen und der preußische Modus des Kinderprivilegs eingeführt werden. Auf diese Weise hofft der Ausschuß we i- fere 5 Prozent an der geforderten Steuererhöhung sparen zu können; auch soll bestimmt werden, das die& r- höhung nur provisorisch und, wie in Preußen, auf drei Jahre festgelegt werden darf, und da nach eine Neuordnung der Steuerverhältnisse stattzufinden hat.
Lokales und Provinzielles.
Die Großherzoglichen Herrschaf= ten wohnten am Samstag nachmittag 4 Uhr dem Reitersest des Leib- Dragoner- Regiments Nr. 24 bei. Am Abend folgten der Großherzog und Prinz Reinhard zu Solms= Lich einer Einladung der Offiziere zum Diner im Kasino des Regiments und am Sonntag wohnten sie dem Feldgottesdienst und Regimentsappell desselben Regiments auf dem Ererzierplatz bei.
Kommerzienrat Grünewald- Alsfeld; Rechner wurde das Mitglied C. Röhr.
tt Gießen.( Stadttheater.) Aus den be= reits gestern mitgeteilten Umständen hat sich eine weitere Aenderung des Repertoirs nötig erwiesen. Es wird des halb am kommenden Freitag Ludwig Thomas Komödie ,, Moral", deren 1. Aufführung eine so starte Wirkung er
** Parlamentarisches. Wie in Abgeord= netenfreisen der Zweiten Kammer verlautet, wird bei der demnächstigen Beratung des Etats der Antrag gestellt, die Diätenbezüge der hess. Staatsbeamten in der Weise zu kürzen, daß an Stelle der firierten Tagegebühren nur diejenigen Beträge treten, die von den Beamten tatsächlich aufgewendet worden sind. Für die Dienstleistungen außerhalb des Amtssizes sollen Verzielte, wiederholt werden. Frl. Koch wird bis dahin in gütungen nicht mehr gewährt werden, weil der Beamte ja seine Besoldung erhält. Für eine ganze Reihe von Beamten soll beantragt werden, daß sie bei den Reisekosten an Stelle der 2. Wagentlasse die 3. Wagentlasse berechnen dürfen. Ferner soll eine Bestimmung beantragt werden, wonach die Vergütung für Benüßung eines Fuhrwerks aus öffentlichen Mitteln nicht gewährt werden soll, wenn der betreffende Ort mit der Bahn zu erreichen ist. Bei Durchführung dieser Anträge würde dem hess. Staate alljährlich eine erhebliche Summe gespart.
:)(: Von einem eigenartigen Vorgehen der hess. Steuerbehörde wird in der sozialdemokratischen Presse berichtet. Die Tochter eines Friedberger Arbeiters hatte das Schneidern erlernt und wurde deswe gen mit dem daraus bezogenen Einkommen versteuert. Im März 1907 erlitt das Mädchen einen Blutsturz. Da die Steuerpflichtige sortdauernd krank war, wurde die Steuer für einige Monate erlassen. Die weiteren Ziele mußten, weil nichts zu holen war, niedergeschlagen werden. Da das Mädchen am 1. April noch am Leben war, fam auch prompt der neue Steuerzettel; die fortdauernde schwere Krankheit, die der Steuerbehörde bekannt war, gab ihr feine Veranlassung, von der Zusendung abzusehen. Selbst verständlich könnte das Mädchen, da es am 24. April star b, teine Steuern für das Jahr 1908 mehr ent richten. Nun sollte man denken, durch den Tod sei alles erledigt. Aber weit gefehlt. Am 1. Dezember1909 kommt der Psandmeister zu den Eltern des Mädchens, um die Steuer der Tochter für das ganze Jahr zu pfänden und da die Mutter das nicht haben möchte, zahlt sie willig die
Steuer für sechs Ziele. Auf sodann erhobene Beschwerde
kommt die Steuerbehörde mit folgender tiefgründigen Gesebesauslegung: Nach Artikel 9 des Gesetzes betr. die allgemeine Einkommensteuer sind die Er ben im Falle des Ablebens eines Steuerpflichtigen zur Fortentricht ung der Steuer für das laufende Jahr verpflichtet. Sofern das Einkommen durch das Absterben erlischt, kön nen sie im Wege der Berufung Erlaß der Steuer verlan gen. Da eine solche Berufung aber nicht erhoben wurde, der Vater aber nach dem Gesetz seine Tochter beerbt hat, so ist er auch zur Fortentrichtung der Steuer für das ganze Jahr verpflichtet. Daß dieses Vorgehen in einem Falle in dem tatsächlich nichts zu erben war nicht dem Sinne des Gesetzes entspricht, liegt auf der Hand, und es ist anzunehmen, daß ein nachträglicher Einspruch gegen die Pfändung erfolgreich sein wird.
* 17. Deutsche Turnlehrer VersammI ung. Vom 12. bis 14. Mai dieses Jahres wird die Deutsche Turnlehrerschaft zu ihrer regelmäßig alle 3 Jahre stattfindenden Tagung in D a r m st a dt zusammenkommen. Man hat auf Antrag des hessischen Lehrerturnvereins die hessische Residenz bei der letzten Versammlung in Stettin besonders deshalb gewählt, weil im Jahre 1910 der 100. Geburtstag von Adolf Spieß, des Begründers des hess. und deutschen Schulturnens, wiederkehrt. Im Jahre 1872 waren die Turnlehrer Deutschlands schon einmal in Darmstadt zu Gast; damals wurde das von ihnen gestiftete Spieß Dentmal auf dem hiesigen Friedhof enthüllt. Mit der nächstjährigen Versammlung wird eine besondere Ge= denkfeier für Spieß verbunden sein. Zur Bildung eines Ausschusses für die erforderlichen Vorbereitungen hatten sich, eingeladen durch Schulrat Schmuck, vor einigen Tagen Direktoren, Schulmänner und Lehrerinnen von jämtlichen Darmstädter Schulen im oberen Saale der Turngemeinde eingefunden. Gewählt wurde ein geschäftsführender Ausschuß und die Bildung eines Ehrenausschusses beschlossen.
)( Die Einführung des Nähmaschinen- Unterrichts in den oberen Klassen an Mädchen- Volt 3- schulen in der Handarbeitsstunde hat der Minister des Unterrichts in folgender Verfügung an die Kgl. Regierung zu Wiesbaden erlaubt: Auf den Bericht, betreffend Maschinennähen im Handarbeitsunterricht der Mädchenvolksschulen, eriläre ich mich damit einverstanden, daß die Königliche Re gierung diejenigen Städte und Gemeinden ihres Bezirks, in denen sich hochentwickelte Schulsysteme befinden, zur Anschaffung von Nähmaschinen für die ersten Mädchenklassen in geeigneter Weise anregt. Ich bemerke jedoch, daß das Maschinennähen nur mit den Mädchen geübt werden darf, die im Handnähen genügend gefördert sind."
* Gießen, 8. Jan. In diesem Herbst finden die regelmäßigen Ergänzungswahlen für ein Drittel der Mitglieder unserer Stadtverordnetenver= sammlung statt. Es scheiden aus der Versammlung aus und sind wieder wählbar die Stadtverordneten Rentner Karl Brück, Fabrikant Herm. Eichenauer, Kommerzien rat Emmelius, Spenglermeister K. A. Faber, Justizrat W. Grünewald, Rentner Helfrich, Weinhändler Helm, Architekt Huhn, Real ehrer Jann und Schreinermeister Orbig. Außer= dem sind zwei weitere Mitglieder zu wählen, da vom 1. Januar 1911 ab die Zahl der Stadtverordneten von 32 auf 34 steigt.
*)(* Gießen. Der Eisenbahn- Fahrbeamten Verein hatte für seine Mitglieder und dessen Angehörige lebten Samstag in der Turnhalle am Oswaldsgarten den Weihnachtsbaum geschmückt. Die ganze Feier war recht familiär und so zahlreich besucht, daß der große Raum voll besetzt war.
*)(* Gießen. In der gestern stattgefundenen Sißung der Handelskammer erfolgte die Vor st an dswa hl. Es wurden gewählt zum 1. Vorsitzenden Kvm merzienrat S. Heichelheim, zu dessen 1. Stellvertre ter Kommerzienrat Schir mer und zum 2. Stellvertreter
der nicht sehr anstrengenden Rolle der„ Mme. Hautwille" wieder auftreten können. Die Aufführung findet wieder außer Abonnement bei gewöhnlichen Preisen statt; doch zahlen Abonnenten gegen Vorweis des Abschnittes des Ermäßigungsfupons für Gastspiele nur kleine Preise.
-r Gießen. Im Kolosseum wird am tommenden Sonntag das Frankfurter Intime Thea ter ein furz es Gastspiel eröffnen, welche Nachricht bei unserer Bevölkerung großes Interesse erwecken dürfte. Die Leitung dieses renomierten Theaters liegt in den Händen des Kgl. Kommissionsrats Hasemann, welcher das Residenztheater in Wiesbaden und Köln, sowie das Wallnertheater und Thaliatheater in Berlin glänzend leitete. Zunächst sei nur soviel mitgeteilt, daß von hervorragenden Kräften Hans Fredy bekannt von Wollzogens Buntem Thea ter", der Tenorist Walter Renard, Fräulein Mia Cassati, Frißi Krauz, Rita Marlow und Hedwig Danko als erste Kräfte sowie das Ballet ocardi gastieren werden. Der Clou der ersten Gastspieltage wird jedoch das Ziehrer'sche Singspiel„ Bieder meier und Frau" sein, welches im Biedermeiertostüm und mit eigenen Dekorationen aus Frankfurt aufgeführt wird.. Diese Wiener Novität erzielte überall stürmischen Beifall und dürfte auch in Gießen große Anziehungsirast ausüben.
p Gießen. Herrn Schneidermeister S ch i ch wur den vor kurzem alle Firmenschilder am Fenster zertrümmert. Der Wärter Schäfer der Wachund Schließgesellschaft bemerkte in derselben Nacht junge Leute, welche sich am Fenster zu schaffen machten und die, nachdem sie seiner ansichtig geworden, die Flucht ergriffen. Schäfer verfolgte dieselben bis in die Bahnhofstraße, wo sie verschwanden.
-p Gießen, 7. Jan. Gestern Abend um 7 Uhr stieß ein Straßenbahnwagen auf dem Lindenplatz mit einem Bier wagen zusammen, ein Unfail, der glücklicherweise nicht zu irgend welchen Verletzungen von Menschen führte, sondern vielmehr nur die Zertrümmerung der Seitenfenster des elektrischen Wagens verursachte.
* Kirch- Göns, 9. Jan. Heute Morgen fand man an der Straße zwischen unserem Ort und der Haltestelle den Adam Müller von hier tot vor. Als Todesur= sache wird Erfrieren angenommen.
* Friedberg, 8. Jan. Ein Reiterverein für die Wetterau mit dem Siz in Friedberg scheint zur Tatsache zu werden. Der Verein bezweckt, alljährlich auf der„ Seewiese", dem einstigen Ererzierplatz in der hiesigen Gemartung, mehrere Pferderennen zu veranstalten. In den Vereinsausschuß wurden gewählt: Stadtv. F. Damm- Friedberg, W. Fluhrer- Friedberg, H. Fauerbach- Nieder- Wöllstadt, C. Brückmann- Burghof bei Großfarben, A. Coburger 2.Reichelsheim i. W. und Tierarzt Zipp in Assenheim.
* Frankfurt, 9. Jan. Die Eröffnung der elettrichen Bahn Frankfurt- Homburg und FrankfurtOberursel ist auf den 1. März dieses Jahres festgesetzt. Der Bau ist bis Ende dieses Monats vollendet. Nach Eintref= fen der Wagen beginnen im Februar die Probefahrten, sodaß der Eröffnungstermin für den 1. März bestimmt angenommen werden kann.
Literarisches.
- Das Jahnhaus in Freyburg a. U., das 1839 dem durch einen Brand hart betroffenen Turnbater Jahn aus den Ergebnissen einer Sammlung errichtet wurde, hat merkwürdige Schicksale im Laufe der Zeit erfahren. Wie das Jahrbuch der Turnkunst( Leipzig, E. Stock) berichtet, verkaufte es die Witwe Jahns 1853 an Q. v. Glü mer für 2500 Taler. Später erwarb es Major Serre als einen Hauptgewinn für die Schillerlotterie 1859, worin es ein Grünaer Arzt gewann. Im Jahre 1865 wurde es zu einer Gastwirtschaft umgewandelt und als solche 1889 von einem Freyburger Brauereibesißer für 48 000 Mt. erwor ben. Ein späterer Besitzer baute einen großen Saal an und richtete u. a. Jahns Sterbezimmer als Raum zum Billardspielen ein. Jetzt besteht in Turnerkreisen die Absicht, das Jahnhaus für die Deutsche Turnerschaft zu er werben und darin ein Erholungsheim für erfrantte Turnwarte und andere verdiente Turner unterzubringen.
Redaktion, Druck und Verlag von Albin Klein,
Sieken.
Schutz
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die besten!
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