noch nicht festgestellten Gründen aneinander gerieten. Glücklicherweise führte die Schlägerei nicht zu irgend welchen Verlegungen.
** Der Großherzo und die Großherzo= gin werden an der Beise zung des Königs von England teilnehmen und sich zu diesem Zweck nach London begeben.
* Bunsengesellschaft. Die 17. Generalversammlung der deutschen Bunsengesellschaft wurde am Donnerstag mit einem Begrüßungsabend in Steins Garten eröffnet. Der Freitag und Samstag galten der Erledigung geschäftlicher Dinge. Am Sonntag fand ein Ausflug nach Bad Nauheim statt, welcher in schönster Weise die Tagung abschloß.
* Ein Zeichen der Zeit. Die Herberge zur Heimat besuchten in dem Monat April 1910 1390 Personen, während sich die Benutzungsziffer in dem gleichen Monat des Vorjahres nur auf 1310 Personen belief. Der Arbeitsnachweis vermittelte im ganzen 84 Stellen.
* Sonderfahrt nach Paris. Das bekannte Reisebureau L. Lyssenhop u. Co., Mainz, veranstaltet auch in diesem Jahre wieder einige seiner beliebten Gesellschaftsreisen nach Paris, London 2c. Zunächst findet eine solche vom 23. bis 29. Mai d. I. nach Paris statt und kann eine rege Beteiligung bei dem billigen, alle Kosten für Hotels, Verpflegung 2c. einschließenden Preise nur bestens empfohlen werden, sodaß wir unsere Leser auf diese Gelegenheit aufmerksam machen. Näheres siehe Inserat.
* Reise nach der Wassertante. Diese beliebte alljährliche Mainzer Veranstaltung, wofür die Arrangements ebenfalls wieder wie seither in den Händen des bewährt! n Reisebureaus L. Lyssenhop u. Co., Mainz, liegen, findet vom 20. bis 26. Juli d. J. statt, Bremen, Bremerhaven, Helgoland, Hamburg und Kiel einschließend, mit Anschlußfahrt nach Kopenhagen und Berlin. Das aus= führliche Programm ist in unserer Expedition kostenlos erhältlich.
Aus Hessen und Nachbargebiet
* Rodheim, 9. Mai. Der Kreisfriegerverband für das ehemalige hessische Hinterland, Kreis Biedenkopf, feiert hier im Juli sein diesjähriges Verbandsfest. Der Fest= platz befindet sich am Fuße der Burg Vetberg.
* Schli. Infolge des Ablebens König Eduards hat der Kaiser seinen für heute geplanten Besuch abgesagt. Die städtische Behörde, die Einwohnerschaft und Vereine hatten große Vorbereitungen getroffen und schon mit dem Schmuck der Straßen begonnen. Der Kriegervereinsbezirk Lauterbach- Schlitz hatte seinen Bezirkstag hierher gelegt, um den Kaiser zu begrüßen. Er beschloß nun sein Bezirksfest mit 25jährigem Jubiläum in Reuters abzuhalten.
* Hungen. Vergangene Woche fand der Auftrieb auf der Jungviehweide Tiergarten statt. Es wurden 36 Fohlen und über 80 Rinder auf die Weide gebracht. In nächster Zeit sollen noch 9 Fohlen und auch noch einige Rinder hinzukommen, so daß sich dann im ganzen 45 Fohlen und etwa 100 Rinder auf der Weide befinden. Auch ein Zuchtbulle ist daselbst untergebracht. Mit dieser Zahl hat die Viehweide Tiergarten den stärksten Auftrieb Jungvieh von den oberhessischen Weiden zu verzeichnen.
an
* Alsfeld, 9. Mai. Unsere Stadtverwaltung be= absichtigt der in diesem Jahre voraussichtlich wieder stark auftretenden Mäuseplage energisch entgegenzutreten. Es wird versuchsweise der Loefflersche Mäusethphusbazillus angewendet werden, der absolut ungefährlich für Menschen und andere Tiere außer Mäusen ist. Mit der in Milch gezüchteten und in Flaschen transportablen Typhuskultur wird Hafer aufgeweicht und die Frucht dann etwas in die Mäuselöcher hineingeschoben. Die Tiere verenden nach einigen Tagen in ihren Löchern.
* Biedenkopf, 9. Mai. Der Hinterländer Geschichtsverein erläßt einen Aufruf zur Sammlung eines Fonds für Errichtung eines Gedenksteines bei der Philipps= buche bei Simmersbach, wo bekanntlich Philipp der Großmütige bei seiner Rückkehr aus der Gefangenschaft zuerst wieder hessischen Boden betrat.
* Buzz ba ch. Die ursprünglich für den 1. Mai geplante Eröffnung der Strecke Bußbach- Oberkleen, die aber wegen der Verzögerung von einzelnen baulichen. Ausführungen noch verschoben werden mußte, findet nunmehr am 13. Mai statt.
#Bad Nauheim. Unser Kurtheater hat seine Voranzeige veröffentlicht und ladet gleichzeitig zum Bezug von Karten zu Vorzugspreisen ein. Herr Direttor Steingoetter gibt ein Neuheiten- Verzeichnis heraus, aus dem man entnehmen kann, daß er gewillt ist, seine Bühne in die Reihe der ersten und besten zu stellen.
Bad Nauheim, 9. Mai. In kurzer Zeit soll mit dem Erweiterungsbau unseres Bahnhofs, der Anleg ung eines neues Güterbahnhofes und der Vergrößerung des Empfangsgebäudes begonnen werden. Bis jetzt waren 3160 Rurgäste angekommen, wovon noch 2060 anwesend sisid. Bäder wurden 26 555 abgegeben.
34)
Die Freundinnen.
Originalroman von Irene v. Hellmuth.
( Nachdruck verboten.)
„ Na, icht mal an," lachte dieser, richtig, Leon der Ausceiker! Also wieder glücklich gelandet in der alten Heimat! Das wird eine Ueberraschung geben! Wissen Sie schon, daß Ihr Vater jetzt in Neunlinden wohnt? Ja? Sie werden viel gut zu machen haben an dem alten Mann, er litt schwer unter Ihrer Flucht. Es ist seitdem so manches über ihn hereingebrochen, was er wohl nie mehr ganz verwindet. Das Schicksal hat ihm übel mitgespielt. Seit seine Frau ihm genommen wurde--
* Friedberg, 8. Mai. Flugtechniker Scheithauer, der früher bei Latham arbeitete, hat neuerdings einen Flug apparat verfertigt und will in der Nähe von Roßbach Flugversuche unternehmen. Er hat bereits eine an der Straße nach Friedberg gelegene Feldscheuer gemietet, die zur Unterbringung seines Fliegers dient.
* Frankfurt a. M. Die Zusammenkunft d eut scher Standesherren fand hier unter dem Vorsize des Fürsten zu Stolberg- Wernigerode statt. Unter den Teilnehmern befanden sich u. a. Fürſt und Fürstin zu Solms- Hohensolms- Lich, Fürst und Fürstin zu Bentheim Steinfurt, Fürst zu Erbach- Schönberg, Fürstin Mutter zu Vienburg- Büdingen, Prinz und Prinzessin Viktor zu Erbach- Schönberg, Graf und Gräfin zu Pückler- Limpurg, Graf und Gräfin zu Neipperg, Graf von Bentinck- Waldeck- Limpurg, Graf und Gräfin zu Isenburg- Meerholz und Prin zessin zu Ysenburg- Büdingen.
* Frankfurt a. M. Eine Konferenz von StaatsGe angestellten und Arbeiterverbänden, einberufen vom samtverband der christlichen Gewerkschaften Deutschlands, tagte hier am Sonntag. Insgesamt waren rund 85 000 Mitglieder vertreten, die sich verteilen auf Organisationen der Eisenbahner, Postangestellten, sowie der Militär- und sonstigen Staatsarbeiter Nord- und Süddeutschlands. Nach einer eingehenden Aussprache wurde einmütig die Bildung eines Kartellverbandes beschlossen. Gegenüber den neuerdings zutage tretenden schädlichen sozialistischen und ver- wandten radikalen Strömungen soll der Gedanke der Not wendigkeit fruchtbarer positiver Standesarbeit verbreitet und ferner die staatsbürgerliche Erziehung der Mitglieder nachdrücklichst gepflegt werden.
„ Meine Mutter?" fragte Leon, hastig auffahrend. „ Ja," nickte Reinau, Ihre Mutter ist tot!" " Tot?" wiederholte Leon, als fönne er nicht so gleich faffen, was da ausgesprochen wurde. Er legte einen Augenblick die Hand an die Augen. Als aber Anton jetzt mit der Suppe erschien, hatte er sich schon wieder gefaßt und schielte interessiert nach der gefüllten Schüssel. Man nahm am Tische Plaß und Leon ließ sich die aufgetragenen Speisen und den Wein kräftig munden.
Wie lange waren Sie denn nun fort von hter?" fragte Reinau im Laufe des Gespräches.
„ So etwa zwölf Jahre."
" Und warum hat man in der ganzen Zeit niemals etwas von Ihnen gehört?"
Er zuckte die Achseln.
* Darmstadt. Zum Erbfolgestreit im gräflichen Hause Erbach- Erbach wird gemeldet: Nachdem die Ver= nehmungen von etwa 60 Zeugen an den Gerichten Frankfurt a. M., Königstein i. T., Würzburg, Brückenau, Dresden, Michelstadt i. O. und Bern in der Klage der Grasen Konrad, Eberhard und Alerander zu Erbach Erbach gegen den Familienchef, den Grafen Georg Albrecht, beendet worden, wird nunmehr am morgigen Tage vor der 1. Zivil= fammer am hiesigen Landgericht unter dem Vorsitz des Landgerichtsdirettors Dr. Rüster weiter verhandelt werden. Der Hauptpunkt in der Sache ist der, ob der Erbgraf Erasmus zu Erbach- Erbach bei Eingehung seiner Ehe mit Dora Fischer, Tochter einer Waschfrau aus Erbach, geistesgestört war. Das Landgericht Frankfurt a. M. hat bekanntlich die Ehe deshalb für nichtig erklärt.
Je nun, Gutes gab es nicht zu berichten und an all dem Schlimmen, das ich erlebte, hätte niemand Freude ge= habt. So unterließ ich es ganz."
„ Sie versprachen sich wohl etwas ganz besonders Großartiges, als sie fortgingen, was?"
„ Ja, das tat ich! Leider hat sich keine meiner Hoffnungen erfüllt."
Sie haben nichts erreicht de draußen?"
Leon schüttelte den Kopf.
* Darmstadt, 9. Mai. Der Jungliberale Landesverband für das Großherzogtum Hessen hielt gestern Vormittag hier seine ordentliche Vertreterversammlung ab. Da der bisherige erste Vorsitzende, Finanzamtmann Bangel, sein Amt niederlegte, weil er die vorgeschriebene Altersgrenze von 40 Jahren erreicht hat, wurde Diplomingenieur Ritsert- Darmstadt zum ersten und Lehrer Schmeher- Worms zum zweiten Vorsitzenden gewählt. In seinem Referat über die politische Lage erwähnte Finanzamtmann Bangel die bevorstehende Reichstagswahl in Friedberg- Bi dingen und betonte, daß die Jungliberalen die Kandidatur des Professors Dr. v. Calfer eifrig unterstützen werden. * Darmstadt. In der Vorstandssitung der Landwirtschaftskammer wurde beschlossen, bei der Großherzog= lichen Regierung dahin vorstellig zu werden, daß von die ser zur Bekämpfung der in letzter Zeit in großem Umfange aufgetretenen Schweineseuche bezw. Schweinepest Versuche durch Schußimpfungen, ähnlich wie bei der Rotlaufbekämpfung, vorgenommen werden. Weiter wurde, nach Erledig= ung einer größeren Anzahl anderer Punkte, die Gewähr ung von Unterstützungen an Züchter von Gemüsesamen durch die Ausschüsse angeordnet. Dem landw. Institut in Gi e= ßen wurde ein größerer Zuschuß zur Vorprüfung Winterweizen und Hafer zur Verfügung gestellt.
„ Nein, nichts. Aber ich gebe die Hoffnung nicht auf; es muß sich zwingen lassen das Glück. Ich werde Geduld haben und warten."
30 Kilometer gediehen. Die Weiterführung über Friedem dorf, Holzhausen, Gladenbach, Eisenroth, im ganzen etna 80 Kilometer, hofft man bis zum Nachsommer zu voller den. Ueber 50 Gemeinden des Dill- und Hinterlandere ses sind dann an das Kabelnetz angeschlossen.
* Marburg, 9. Mai. An der Universität sind 2197 Studenten, darunter 60 Damen, immatrikuliert. * Marburg. Die Bautätigkeit in den ländlichm Ortschaften ist in den letzten Wochen ganz außerordentli lebhaft geworden. Die ausgesperrten Bauarbeiter, die me ſtens auf dem Lande wohnen, haben hierdurch vtelfach Be schäftigung gefunden. Auch in Marburg selbst wird noch auf Bauten gearbeitet.
von!
* Worm 3. Zur Unterstützung der Opfer des Büdinger Banffrachs, der Mitglieder des Vorschuß- und Kreditvereins zu Ober- Mockstadt, hatte dieser Tage auch der hiesige Verein der Oberhessen mit der Freifrau Mathilde von Heyl an der Spitze in einem Aufruf an die Bevölkerung zur Beteiligung an einer im Theatersaal des Spielund Festhauses veranstalteten großen Wohltätigkeits- Aufführung eingeladen. Der Erfolg war ein außerordentlicher; es wurde ein Reinertrag von rund 9000 Mt. erzielt.
* Aus Rheinhessen. Eine größere Zahl von Gemarfungen sind von starken Frösten heimgesucht worden. In den niedergelegenen Weinbergen haben die jungen Triebe sehr gelitten. Viele Weinbergsbesitzer suchen durch Rauchentwickelungen dem Frostschaden zu begegnen.
* Wezlar. Der erst kurze Zeit in Homburg sta= tionierte Oberbahnhofsvorsteher Rasche ist zum 1. Juni nach Frankfurt auf ein Direktionsbureau verseßt. Sein Nachfolger ist der zur Zeit hier stationierte berbahnhofsvor steher Göbel.
* Dillenburg, 4. Mai. Die elektrische Ueberlandzentrale des benachbarten Oberscheld ist bis jetzt die größte im Regierungsbezirk Wiesbaden. In ihrem Hochspannnes ist sie bis Wilhelmshütte bei Biedenkopf über
Er schielte dabei auf Maja, die sich schweigend verhielt und ihn kaum ansah.
,, Und jetzt," nahm Reinau wieder das Wort ,, verzeihen Sie die Frage- welche Pläne haben Sie für die Zukunft? Was führte Sie gerade jetzt in die Heimat zurück? Haben Sie bestimmte Absichten?"
„ Allerdings," gab jener zu.„ Vor allem muß ich die Verzeihung meines Vaters zu erlangen suchen. Und nimmt er den reuigen Sohn wieder an, so ist schon manches ge= wonnen. Ich werde ihm dann meine Pläne vorlegen. Es böte sich mir gerade günstige Gelegenheit, ein gutes Geschäft zu machen. Ich könnte ein schönes Bermögen erwerben und mir auf solidem Grundsatz eine Zukunft aufbauen, so daß ich Zeit meines Lebens gesichert wäre. Aber natürlich ohne Geld läßt sich so etwas nicht anfangen- Geld ist eben überall die Hauptsache. Und da dachte ich"
„ Da dachten Sie das nötige Kapital von Ihrem Vater erhalten zu können?" fiel ihm Reinau etwas scharf in die Rede.
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* Berli gismund und zen Friedrich Hohenzollernbra ung vor dem z Tiner Handwert mund hat das Schlofferhandwe * Berl
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* Marburg, 8. Mai. Nachdem kürzlich die Probe fahrt des vom Kurhessischen Verein für Luftschiffahrt ange fauften Ballons glücklich von statten gegangen war, fard heute früh in Anwesenheit einer nach Tausenden zählenden, aus Marburg und der ganzen Umgebung zusammengeström den Menschenmenge die Ballontaufe und anschließend der Aufstieg des Vereinsballons Marburg" statt. * Vom Westerwald. Die Neubaustrecke Westerburg- Montabaur soll mit dem 1. Juli dem Verkehr übergeben werden.
„ Ja, ich hoffe, er zerstört mir durch seinen Starrsinn nicht meine ganze Zukunft."
" Da werden Sie allerdings eine große Enttäuschung erleben, Herr von Schmettwitz."
* Hofgeisma r. In diesen Tagen begeht das hier garnisonierende Dragonerregiment sein 50jähriges Ju biläum. Es sind hierzu zahlreiche ehemalige Regimentsan gehörige aus allen Teilen Deutschlands eingetroffen.
* Berlin. Der Bundesrat stimmte in seiner let ten Sigung dem Geseßentwurf über die Haftung des Reich für seine Beamten in der vom Reichstage beschlossenen Fass ung zu.
* M e z.
gen des Luftfch ungen der bete gelegt werden. * Lond reits eine fremb dos, Ingenieur werbung seines Lagen öffentlich mitgeteilt, daß lofen Telephonic abredet hat, we Steuerung des Herzwellen erfo flärt, diesen V finden wird. * Wien. fen und in An
* Berlin, 9. Mai. Der Nordpolfahrer Peary ist von London aus hier angekommen. Er wurde am Bahn hof vom amerikanischen Militärättachee und zahlreichem Bublifum begrüßt und begab sich sofort nach dem Hotel Kaiserhof, wo er die Fürstenzimmer bezog. Dort begrüßte ihn kurz danach eine Abordnung der Gesellschaft für Erdfunde.
* Göttingen, 8. Mai. Das hiesige Gewerbege richt hatte sich bei den Vertretern der Arbeitgeber und Ar beiter im Baugewerbe ais Eintgungsamt angeboten. Währ end sich die Arbeiter hierzu geneigt zeigten, haben die Ar beitgeber eine Anrufung des Einigungsamtes abgelehnt.
Heide landen.
* Wass Staaten Ameri träfte wegen i
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werden in de von den Beh
* Leipzig. Das Reichsgericht verwarf die Revi sion des Hausdieners Franz Selzer, der vom Schwurgericht in Mainz am 12. März zum Tode verurteilt wurde, weil er in der Nacht zum 11. November in Worms Lehrer Christian Kruger auf Anstiftung der inzwischen verstorbenen Witwe Scheid ermordet hat.
* Köln.
Aus aller Welt.
Hervorragende Parlamentarier werden,
mit den nätigen Unterlagen ausgerüstet, Gelegenheit neh= men, im Reichstage die Gründe darzulegen, die die Katastrophe des„ 3 2" verursacht haben. Diese soll in der Hauptsache darin zu suchen sein, daß zwischen militärischer und technischer Leitung der 3.- Kreuzer nicht das Einver nehmen herrschte, das namentlich dann von nöten ist, wenn ein Offizier das Kommando über den Ballon führt, der noch nie eine Dauerfahrt geschweige denn eine Nachtfahrt bei stürmischem Wetter mitgemacht hat. Als in Homburg die Rückfahrt erfolgen sollte, wurde im letzten Augenblick noch ein Offizier als Gast aufgenommen und an dessen Stelle, da das Schiff sonst überlastet war, ein erprobter Steuermann ausgesetzt.
* Erfurt, 9. Mai. Der Verband der Thüringer Metallindustriellen beschloß die Unterstützung der Bauar beitgeber bei Aussperrungen und die Stärkung ihres Un | terſtüßungsfonds.
„ Sie meinen, der alte Herr wird nichts herausrücken wollen?" lächelte der andere.„ Unbesorgt, Herr Reinau. Mein Plan ist wohl durchdacht. Es läßt sich nichts dagegen einwenden. Und außerdem, mein mütterliches Erbteil muß er herauszahlen, wenn meine Mutter tot ist. Wenn er sich weigert, nun, dann bleibt mir nichts anderes übrig, als daß ich eben das Gericht zu Hilfe nehme. Läßt er mir feine andere Wahl, so muß er selbst die Folgen tragen. Doch das wäre allerdings der äußerste Fall. Ich hoffe, ein Vater läßt es nicht so weit kommen."
„ Wenn Ihr Vater aber nichts herauszahlen kann, was dann, Herr von Schmettwitz?"
Der redliche Reinau war im Innersten empört über die Pläne und Ansichten dieses Menschen.
Wie so, was heißt das, nicht fann?" fragte Leon, nachlässig die Asche von der Zigarre stiebend, die der Hausherr thm angeboten.„ Meine Mutter besaß ein großes Vers mögen und unsere Familie, das heißt, die meines Vaters,
München, 9. Mai. Die Organisationen der Bauarbeiter haben dem Magistrat der Stadt München auf sein Anerbieten eines neuen Vermittlungsversuches bereits ge antwortet, daß sie jederzeit zur Wiederaufnahme der Ver handlungen gern bereit seien.
* Nordhausen, 9. Mai. Der Bauarbeiterstreit hat zu schweren Ausschreitungen geführt. Eine große Volks menge sammelte sich vor einem Neubau, auf dem italie nische Bauarbeiter beschäftigt waren, und nahm eine droh ende Haltung ein. Die Arbeiter mußten unter polizeilicher Bedeckung zurückgeführt werden. Ein Maurerparlier wurde von der Menge umzingelt und schwer mißhandelt, so daß er in das Gebäude der Harz querbahn flüchtete. Eine mehr hundertköpfige Menge hielt das Gebäude umlagert und bom bardierte es mit Steinen. Die Polizei wurde gezwungen, mit blanker Waffe vorzugehen, um den Eingeschlossenen zu befreien.
* Essen( Ruhr), 9. Mai. Der Arbeitgeber- Verband der Metallindustrie für die Kreise Hagen und Schwelm tün digte infolge der Weigerung der Ausführung von Streit arbeit 2500 Arbeitern, das sind 50 Prozent der Gießerei arbeiter.
* Wismar, 9. Mai. Die Staatsanwaltschaft er ließ einen Steckbrief hinter dem Rechtsanwalt Schlotimam
zählte von jeher zu den begütertsten des Landes. Ich wußte schon als Sutube, daß wir sehr reich sind."
„ Aber was ist nun alles vorbei! Ihr Vater hat bei de Zusammenbruch der Kreditbank, welcher er sein ganzes Vetmögen anvertraut hatte, alles verloren! Da war nichts mehr zu retten. Der Verlust seines ganzen Vermögens warf ihn völlig nieder."
Leon war so heftig von seinem Site in die Höhe ge schnellt, daß der Stuhl mit lautem Gepolter umfiel. Seine Hände klammerten sich krampfhaft an der Tischplatte fest und die Augen hefteten sich starr wie in jähem Entsetzen auf den Sprecher. Ein wilder, häßlicher Ausdruck erschien auf seinem Geficht, daß es beinahe abstoßend aussah. Mau merfte es, was dieser Verlust für ihn bedeutete. Vorhin, bei der Nachricht von dem Tode seiner Mutter, da hatte er eine rein äußerliche Trauer geheuchelt, in Wirklichkeit empfand er feinen Schmerz, die betrübende Nachricht störte nicht einmal seinen Appetit. Aber als er vernahm, daß es zu Hause nichts für ihn zu holen gab, da zeigte er erst seit wahres Gesicht.
Mit einer heftigen Bewegung schleuderte er die Zigarre fort und ließ ein zorniges Auflachen hören. Er schien ganz vergessen zu haben, wo er sich befand.
Das ist ja eine furchtbare, niederschmetternde Nachricht!" rief er endlich heftig. lnd Sie teilen mir das so ruhig mit. als handle es sich um einen Pappenstiel. Freilich Sic, der reiche Mann, werden davon nicht betroffen! Was kümmert es Sie, wenn die ganze Zukunft anderer mit einem Schlage in Trümmer geht! Sie begreifen nicht einmal, was das bedeutet!"
„ Es hilft Ihnen nichts, wenn Sie den Kopf verlieren, Leon," versetzte Reinau ruhig, ohne den brutalen Ton be achten zu wollen.„ Das Unglück hat viele Familien be troffen. Viele wurden dadurch ruiniert und mußten ver suchen, sich eine neue Eriüenz zu schaffen. Sie werden sich sicher auch darein finden müssen."
Das kann ich nicht!" schrie der Erregte, mein Erbtell will ich haben- ich muß es haben!" Ja, wo nichts ist, hat selbst der Kaiser das Recht ver loren; erzwingen läßt sich da nichts."
( Fortseßung folgt.)
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* Buen Republik Argen Unabhängigkeit Mai veranstal Kriegsschiffe e fleinen Kreuz ( 3250 Tonnen * St. P
rita ausgewan ftein, bat jeine fleinen Sandw
* Salo mid befindet gealtert und ift gebückt. G den Tag. G Jahrestages ießAbdul Ha * Kon die Nachricht, Erjultans Ab
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* At über große amte und bundes leite und erließ i auffordert, al vorliegt, ohne
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75 Stilomet
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