Einzelbild herunterladen

Das Neueste vom Tag.

Gießen, 10. Febr. Nach einer soeben vom Reichsbankdirektorium erfolgten Bekanntmachung ist der Reichsbankdiskont auf 4 Prozent ermäßigt wor

den.

Berlin, 9. Febr. Die preußische Wahl- rechtsvorlage, welche bekanntlich jetzt nun endlich zur Beratung kommen soll, wird auf der ganzen Linie des Volkes scharf gegeißelt. Erregte Debatten im Land­tag stehen darüber bevor.

Berlin, 9. Febr. Die Budgetkommission des Reichstages bewilligte heute das neu angeforderte Veterinär- Offizierkorps mit allen Konsequenzen gegen die Stimmen der Sozialdemokraten. Die Vom Zen­trum eingebrachte Resolution, die Kontroll- Ver­sammlungen alljährlich nur einmal stattfinden zu lassen, wurde trotz der ablehnenden Haltung der Re­gierung mit 12 gegen 10 Stimmen angenommen.

Prag, 9. Febr. Der böhmische Landtag ist vertagt, weil die Verhandlungen zwischen Deutschen u. Tschechen zu einer Einigung nicht geführt haben. Die Obstruktion der Deutschen setzt also wahrscheinlich wie­der ein, wenn die Landtagssigungen beginnen.

London, 9. Febr. Die englischen Bergar­beiter in den Kohlenrevieren stehen vor einem A u 3- st and wegen Einführung des achtstündigen Arbeits­tages.

Madrid, 9. Febr. Der deutsche Botschafter Graf Tattenbach ist lebensgefährlich erkrankt. New York, 9. Febr. Roosevelt kehrt zum Nationalfest nach hier zurück und wird mit gro­Ben Ehren empfangen werden.

A

*

Hochwasser

wird aus den Niederungen der Donau, des Rhein, der Mosel, des Main, der Nahe und der Lahn gemeldet. Der Rhein ist über 2 Meter gestiegen.- Dieselbe Hiobspost kommt auch wieder aus Frankreich. Durch große Regenniederschläge und Schneeschmelze sind die Seine und die Vogesenflüsse weit über ihre Ufern getreten und haben große Flächen und viele Stadtteile überschwemmt. In Paris sind 6 Bahnhöfe ge= sperrt.

- Posen, 9. Febr. Der russische Deserteur Michael Koczinski, der als der Täter bezw. Mittäter bei dem achtsachen Raubmord in Boguslawice angesehen wird, ist nach Mitteilung des Pleschener Untersuchungs­richters nun endlich in Bendzin in Rußland ver= haftet worden. Es erscheint noch fraglich, ob die russischen Behörden ihn sogleich ausliefern werden, da er bekanntlich auch als russischer Deserteur bestraft wer­den muß.

Die preußische Wahlrechtsvorlage

und politische Reife.

Die preußische Wahlrechtsvorlage wirbelt nun, nachdem ihr Wortlaut bekannt geworden, erst recht viel Staub auf, und setzt besonders die enttäuschten Gemüter der mehr links stehenden Parteien in Bewegung. Die Sprache der radita leren Blätter klingt überaus heftig. Aber auch beim Zen trum hört man scharfe Urteile. Selbst in konservativen Krei­sen findet man manches Haar in der Suppe und hätt die Bevorzugung von abhängigen Beamten nicht für unbedent­lich.

Eigentlich kann man ja sagen, so schreibt die Deutsche Warte", daß die vielen und zum Teil willkürlich herausge griffenen Wählergruppen, denen man das Privilegium eines höheren Wahlrechts zugesteht, mit dem Geiste der preußi­schen Verfassung nicht sonderlich zusammenstimmen, denn ihr Artitel 4 besagt: Alle Preußen sind vor dem Gesetze gleich. Standesvorrechte finden nicht statt."

Wenn Erfahrung und Bildung bevorzugt werden, so läßt sich allerdings theoretisch vieles dafür anführen. Aber es müßte sich dann doch in erster Reihe um politische Bil­dung und politische Reife handeln. Da wird man nun sin­

Uneingeschränktes, lautes Lob verdient die prächtige, wirtungs- und effektvolle Inszenierung unter der Leitung Rudolf Golls; prächtig gestellt war das Schlußbild, das lebhaften Beifall erntete.

Auch die von der Balletmeisterin Lina Oldini ge­schmackvoll arrangierten und von den fleißigen Ballet- Ele­ven exakt und grazios ausgeführten Tänze: Tanz der Fräsche ( im 2. Bilde), Tyrolienne( im 3. Bilde) und Tanz der Wickelkinder( im 5. Bilde) muß ich lobend erwähnen.

Die Darsteller, die jeder an seinem Plaß das ihrige beitrugen zum Gelingen des komischen Elementes, einzeln aufzuführen, würde zu weitführen. Zu nennen wäre vor allem Fränzi Koch als Aschenbrödel, ebenso warm, innig und lieb im grauen Kittel als im Prinzessinnenschmuck. Gut gab auch Curt Goldberg den schwärmerischen, seufzen­den Prinzen Wunderhold.

Das lauteste Lachen entfesselte wohl Edgar Pauly mit seinem zipfelmüßigen, ewig unruhigen Baron v. Mon­tecontecuculorum, dem wenig Herm. Nordens sächseln der König Kakadu nachstand.

Erwähnen will ich noch Elly Gühne( Gräfin von Knitterfnatterschnatterhausen), Erna Güldener und Lore Scholz( ihre Töchter) und schließlich noch Ada Pauly ( Fee Walpurgis).

Vielleicht nehme ich nächstens im Anschluß an diese Kindervorstellung Gelegenheit, einiges über Kinderspiele, im besonderen Weihnachtsspiele, nachzutragen oder auszuführen.

Abends wurde zum zweiten Male Renaissance" wiederholt; wenn ich auch bei der ersten Besprechung be­tonte, daß ich das Lustspiel" als solches wenig hoch ein­schätze, so tann ich einen Besuch empfehlen einzig und allein der ausgezeichneten Aufführung wegen. Die Rolle des Vit­torino, neben dem Pater( K. Vol c), die einzig interes­sante des Stückes, ward, auch heute, durch Gusti Ney zu einer wahrhaft prächtigen und künstlerisch abgerundeten Dar­stellung gebracht, die sich den reichsten Beifall nach jedem Afte sicherte. H. J. D.

Der Fall Welshofen.

Kriminalvoman von M. Kossak.

28) ( Nachdruck verboten.) Ihr war es so leicht, so wohl zumute, wie lange nicht. Bei dem starten Interesse, das sie für den Italiener hegte, freute sie sich aufrichtig, das es ihr vergönnt gewesen, et­was zu seiner Entlastung beitragen zu können. Denn sie hielt Lanzani nicht für schuldig, sie nicht. Sie hatte zwar mit eigenen Augen gesehen, daß er im blinden Jähzorn nahezu getötet, aber andererseits stand ihr auch sein schönes edles Gesicht vor Augen, das ihr von einer Seele sprach, die eines gemeinen Hinterlistigen Verbrechens unfähig war.

den, daß gewisse Wählerkreise schwer zurückgesetzt werden, obwohl ihnen politische Bildung und Reise in weit höherem Maße zuzutrauen sind, als den anderen. Das sind z. B. alle berufsmäßigen Politiker: erstlich die Redakteure und Mitarbeiter von politischen Zeitungen; die Verleger solcher Zeitungen; die Versammlungsredner und Mitglieder politi

scher Vereine 2c.

Wir haben Tausende von Zeitungen und Zehntausende von Journalisten, von denen manche über politische Dinge im allgemeinen oft nicht schlechter unterrichtet sind, als die regierenden Minister. Weshalb sollen diese dem Leutnant oder Amtsvorsteher und dergleichen mehr nachgestellt wer­den, falls ihnen ein akademischer Grad fehlt? Weshalb soll ein Gelehrter, der sich durch bedeutende volkswirtschaftliche oder politische Schriften bekannt gemacht hat, nicht die häheren Rechte genießen, wenn er etwa zufällig nur an einer Uni­versität des Auslandes studiert hat?

Man sieht, in welche Schwierigkeiten man mit diesen Bestimmungen tommt, auch wenn man sich auf den Boden der Wähler- Vorrechte begibt, aber nur einigermaßen gerecht sein will.

Und werden gebildete Kaufleute und Industrielle ohne höhere Zeugnisse nicht die gleichen Rechte für sich beanspru­chen, wie sie die oft bei ihnen angestellten Offiziere a. D. erhalten? Jedenfalls geben uns die§§ 8-10 viel zu denken. Die geheime Stimmabgabe aber wird auch selbst von gemäßigten Parteien, wie Zentrum und Nationallibe­rale es sind, gefordert. Bisher erscheinen die Aussichten der Vorlage nicht gerade günstig. Jedenfalls wird sie starke Aenderungen erfahren.

Parlamentarisches aus Hessen.

Der Finanz ausschuß der zweiten Kammer hat am Dienstag in zwei längeren Sibungen am Vor- und Nachmittag seine Statsberatungen in Gegenwart der Herren Staatsminister Ewald, Finanzminister Gnauth, Minister Braun und der Geheimräte Best, Becker, sowie der Mini­sterialräte Lorbacher und Süffert ein bedeutendes Stück wei­ter ge- ördert, auch mit den Abstimmungen begonnen.

Zunächst rechtfertigte und begründete der zu dieser Sitz­ung eingeladene Abg. Be st seinen Antrag auf Aufhe b- ung der Untererhebestellen, wobei er die Ge­samtersparnisse auf 316 080 Mt.( und zwar 183 000 Mart für Fortfall der Hebgebühren, 34 080 Mt. Kosten der Kon­trollbeamten, 17 000 Mt. Beitrag zur Fürsorgetasse, 35 000 Mark für Verzinsung einer Million Betriebskapital, 20 000 Mark für Porto- und Geldsendungen, 25 000 Mart für Ver­minderung der Schreibhilfekosten und 2000 Mt. für For­mularien und Papierkosten) berechnete, während sich die Mehrkosten auf 136 877 Mt. ſtellen, sodaß ein Reinerspar nis von 179 203 Mt. erzielt werden würde. Geh. Rat Best wandte sich in längeren Ausführungen gegen diesen Antrag und seine Begründung. Er betonte besonders, daß die Steuern entschieden besser bezahlt werden würden, wenn die Zahlung durch die Untererheber überwacht würde, weil diese ja infolge der Hebgebühren einen direkten Vorteil an dem Eingang der Steuern hätten.

Geheimrat Dr. Becker meint, daß eine Erhöhung der Gebühren vermieden werden könne, wenn der Gebührensatz entsprechend herabgesetzt werden würde; es könne aber auch die eine oder andere Bezirkstasse aufgehoben werden. Dem stimmt auch Abg. Brauer zu. Abg. Be st erklärt schließlich, daß er eventuell von seinem Antrag abstehen fönne, wenn einzelne Bezirkskassen eingehen sollten und die Herabminderung der Bezüge der Untererheber beschlossen

würde.-

Beim Etat der Forstverwaltung wurde beschlossen, für das Jahr 1911 eine Erhöhung des Holzgewinnes zu ver­anlassen und die Beiträge der Gemeinden zu den Besold­ungen der Oberförster auf 50 Pfg. pro Heftar zu erhöhen, sodaß eine Mehreinnahme von 45 000 Mt. erzielt wirdi Von den verlangten 85 Oberförsterstellen wurden vom Aus­schuß 7 auf den Inhaber bewilligt und der Regierung auf­gegeben, eine neue Organisation der Bezirke in Vorschlag zu bringen. Bis dahin sollen die jetzigen 10 Forstassisten­tenstellen weiter bestehen bleiben. An den Tagegeldern der Oberförster wurden 3650 Mt. gestrichen; es soll auch nicht mehr von Tagegeldern, sondern von Dienstaufwand- Ent­

Am Abend ging sie in die Kaiserhallen, um sich zu überzeugen, daß die Tarantellatänzerin Anita mit der ge feierten Anita Brusio, die des Grafen Welshofen erklärte Braut gewesen, identisch war. Sie erkannte die Italienerin auf den ersten Blick, denn sie hatte sich inzwischen nicht verändert, abgesehen davon, daß ihre Haltung vornehmer und ihr ganzes Wesen gehaltener und königlicher geworden

war.

*)(* Die le pter Beit beric wurde eine grö Hauteverwertung die Ergreifung *)(* Der feine Wirksamt niffen, weshalb feinen Bücherbe

schädigung" gesprochen werden. Von den mit 26 500 Mt. angeforderten Kosten für Vogelschutz wurden 6500 Mt. ge­strichen. Die Anforderung für die Weinbaudomänen wurde bewilligt, ebenso die für Bad Nauheim. Die Absicht, 50 000 Mart mehr, als die jährlichen 100 000 Mart an die Staats­tasse abzuführen, wurde für dieses Jahr fallen gelassen, weil sonst die für 1910 geplanten Neubauten und die Schul­dentilgung aus dem Erneuerungsfonds des Bades nicht be­stritten werden könnten. Beim Kapitel Staatseisen­b a hnen" war die Einnahme auf 12 000 000 Mart an­gesezt. Der Ausschuß beschloß jedoch, diese Einnahme um 650 000 Mt. höher einzustellen, wie sie auch der preußische Finanzminister als Anteil Hessens für 1910 berechnet hat. Beim Kapitel Dirette Steuern" erfolgte auch die Abstimm­ung über die" Untererhebestellen und es wurde beschlossen, dieselben weiter bestehen zu lassen, da das platte Land und namentlich ärmere Gegenden durch deren Aufhebung erheblich geschädigt werden würden.

ftigung feiner Sache, hilft der breiten Bollsschi

amftaltet der Afo Rezitationsabend Reinertrag der Tefung werden ten Freund und hoffen, daß die 3vedes recht zal -dh Ob ft­Liebhaber im O und größerer G abends 8% Uhr mann aus Fri obftbau in Ha halten wird. befonderer Bede großen Garten& an Mauern von mit Erfolg Obft Obftbauverein? Bortrage ein.

Beim Kapitel Landstände regte Abg. Dr. Osann an, bei den Druckfosten 9488 Mt. zu streichen.( Die Kosten für die zweite Kammer allein sind mit 99 488 Mt. ange­fordert.) Ueber diese Position soll zunächst noch das Kam­merpräsidium befragt werden. Beim Kapitel Oberrech= nungskammer" wird beschlossen, zwei Oberrechmmgsräte, und einen Sekretär und Kanzlisten nur auf den Inhaber zu bewilligen.

Ueber die ersten Kapitel des Ministeriums des Innern referierte Abg. Dr. Osann. Beim Kapitel ,, Ministerium" wurde der neuangeforderte 5. Hilfsarbeiter ( für die Zentralstelle für Säuglingspflege und Mutterschutz) gestrichen, ebenso bei den mit 27 000 Mt. angeforderten sach­lichen Ausgaben 3000 Mtr Beim Kapitel Allgemeiner Fonds für Vertretungs- und Aushilfskosten", die mit 86 000 die Kosten im Zentralbauwesen für laufende Unterhaltung Mark angefordert waren, wurden 11 000 Mt. gestrichen und der Gebäude von 209 000 m. auf 203 000 Mt., wie im Vorjahr, festgesetzt, bei den nichtstaatlichen Bausachen eben­falls die mehr angeforderten 1000 Mt. Weiter wurde beim Kapitel Bergbau" der Betrag von 2400 Mt. für einen neuen Martscheider gestrichen und der Oberbergratsgehalt auf den Inhaber bewilligt. Beim Kapitel Kunststraßenwesen" wur­den von den angeforderten Gehalten für 18 Kreisbau- In­spektoren 8 nur auf den Inhaber bewilligt, um damit zu erreichen, daß die Regierung für das Hochbau und Tief­bauwesen eine Organisationsänderung vornimmt. Ferner wurde noch der Bauassistent von Erbach zum Straßenbau für den südlichen Odenwald auf den Inhaber gesetzt. Die Kapitel Zentralstelle für die Gewerbe, Gewerbeschulen 2c." bei denen besondere Neuforderungen nicht gemacht sind, wurden bewilligt.

Aber was war das für ein Mensch, der da hinter ihr schlich und alle ihre Bewegungen verzerrt nachmachte? Auch den hatte sie doch gesehen. Diese magere, wie aus Gummi gemachte Gestalt, dies pergamentene, häßliche Ge­sicht, das gegenwärtig zwar mit einer dicken Kreideschicht bedeckt war, tonnte niemand, der dem Manne einmal be­gegnet war, jemals vergessen. Da war jeder Zweifel aus­geschlossen, daß dieser Clown, der sich auf dem Programm Long- Bell nannte, derselbe Mann war, den Lanzani da= mals in Neapel in toller Eifersucht niedergestochen hatte. Wie ein Wirbelwind schoß ihr ein ganzes Heer wirrer! Vermutungen durch den Kopf. Mit der echt weiblichen Neigung, für einen Menschen, der ihr sympatisch war, lei denschaftlich Partei zu nehmen und einen anderen, der ihr mißfiel, das Schlimmste zuzutrauen, faßte sie sosort Miß trauen gegen den Clown.

Worauf es sich gründete, hätte sie nimmermehr sagen fönnen, ihr genügte, daß er widerwärtig häßlich, und Felir Olfers- Lanzanis Feind war, um ihm in dem Worddrama des Grasen Welshofens die Rolle des Verbrechers zuzutei­len. Sie erwog nicht, was ihn dazu hätte bewegen tönnen, den Grasen zu ermorden, aber doch hielt sie ihn für schuldig. Manche Leute sprechen in solchem Falle von dem Instinit des ungeschulten und unbefangenen Geistes, der in seiner Einfalt sieht, was dem Sinn der geschulten Verständigen verborgen bleibt und es mag ja auch vielleicht etwas Wah­res an dieser Theorie sein.

An diesem Abend hatte eine Verschiebung des Reper­toires stattgefunden, derart, daß Fridas beide Nummern in eine verschmolzen, erst gegen Ende der Vorstellung, be= trächtlich später als Anita Brusios, tamen. Natürlich wußte Paula, daß dies findliche Geschöpf, das so ganz und gar nicht einer Artistin glich, Offers Braut war, aber seit sie Kenntnis davon hatte, daß der angeklagte Offers ihr italie­nischer Lehrer war, besaß das Mädchen erst Interesse für sie. Vom ersten Augenblick an faßte sie eine lebhafte Sym­pathie für das junge Ding, das, seine Geige im Arm, mit so todestraurigen Augen ins Publifum starrte.- Augen, die doch nichts zu sehen schienen, als vielleicht nur etwas, das niemand sonst sah. Genau so wie auf Brümmel machte es einen widerwärtigen, sie empörenden Eindruck auf sie, daß die dürre Clownsgestalt mit dem fraßenhaften Gesicht alle Bewegungen des holden Geschöpfes nachahmte und be­ständig mit den knöchernen Armen den zarten Körper be­rührte. Armes Ding, was mag sie leiden!" dachte die

|

Beim I u st i zetat wurde ein Antrag des Abgeord­neten Ulrich auf Strich von 25 Amtsrichtern resp. Be­willigung nur auf den Inhaber abgelehnt, und dabei von der Regierung auf die Konsequenz hingewiesen, daß dann auch 25 Gerichtsschreiber auf den Inhaber gesetzt werden müßten.

Die gemeinschaftliche Sibung der Finanz aus= schüsse beider Ständekammern ist auf Dienstag, 15. Fe bruar, nachmittags anberaumt worden.

Lokales.

Gießen, den 10. Februar 1910. ** Ernannt wurde der Attache Dr. jur von Schön, der Sohn des Staatssekretärs von Schön, zum Hofjunter.

** Befördert wurde Lehrer Stroh in Gam­bach zum Leutnant der Reserve des 2. Kgl. Bayr. Jäger­Bataillons in Aschaffenburg.

*)(* Von der Universität. Die venia le­gendi wurde erteilt dem Oberlehrer am Gymnasium Lic. theol. Dr. phil. Freiherrn von Gall für das Fach des Alten Testaments und dem Assistenzarzt an der chirurgischen Klinik Dr. Thies für das Fach der Chirurgie.

tt Stadttheater. Auf zahlreiche Anfragen sei mitgeteilt, daß am nächsten Sonntag zum 10. Male Der fidele Bauer" und abends Romeo und Julia" gegeben werden. Für Dienstag, den 15. Februar, ist die Pre­miere von Sudermanns Strandfindern" angesetzt.

junge Frau. Könnte ich ihr doch helfen!" Es war ihr förmlich wie eine Erlösung, als die Nummer zu Ende war und die beiden verschwanden.

Am nächsten Vormittag um die Visitenstunde meldete Paulas Zimmerfrau ihr einen Herrn.

Hat er Ihnen nicht seinen Namen genannt?" fragte die junge Frau. Nein, er will ihn der gnädigen Frau selbst nennen, aber er läßt die gnädige Frau bitten, ihn nicht abzuweisen, da er in einer wichtigen Angelegenheit kommt."

Paula bedachte sich eine Minute lang, entschied dann aber, den Besucher anzunehmen.

sich

Dieser war ein unansehnlicher, schmächtiger Mann mit ausdruckslosen Zügen, der sich höflich vor Paula verneigte. Die gnädige Frau mögen verzeihen, daß ich Sie store, aber wie ich glaube liegt die Sache, die mich zu ihnen führt, Ihnen ebenfalls am Herzen", begann er. Vorerst aber möge die gnädige Frau gestatten, daß ich mich vor­stelle Brümmel, Detektiv. Ich komme" fügte er rasch hinzu, da er Paulas Erstaunen bemerkte ,, wegen des Rezitators Olfers, der des Mordes, begangen an dem Gra­sen Welshofen, angeklagt ist. Wie ich inzwischen erfahren, hat die gnädige Frau dem Untersuchungsrichter Doktor Heil­mann wichtige Eröffnungen bezüglich Ölfers gemacht. Mir ist der Inhalt derselben wohlbekannt und ich möchte, um jedes Mißtrauen der gnädigen Frau mir gegenüber zu be­schwichtigen, bemerken, daß ich meinerseits den Angeklagten auch für unschuldig halte."

Und womit kann ich Ihnen dienen?" erfundigte sich Paula, nachdem sie den Detektiv eingeladen, Platz zu nehmen. Ich möchte die gnädige Frau um einen Dienst bitten. Könnten Sie sich entschließen, die junge Frieda Sasse, Ol­fers Braut, zu besuchen?"

Paula war betroffen. Sie hatte seit dem gestrigen Abend so viel und mit so herzlicher Teilnahme an das un­glückliche Kind gedacht, daß Brümmels Anliegen ihr in diesem Augenblick fast wie ein Wint des Himmels vorkam. " Ich soll das Mädchen besuchen?" fragte sie. Aber zu

welchem Zweck?"

" Ich meine, daß von der Kleinen doch etwas über Olfers Vergangenheit zu erfahren sein müßte. Wer kann wissen, ob sie nicht im Besitz eines für die Aufklärung der Sache wichtigen Geheimnisses ist, ohne selbst eine Ahnung davon zu haben! Ich setze voraus, daß die gnädige Frau sich genügend für Olfers interessieren, um zu seiner Ent­lastung beitragen zu wollen?"

Wenn es in meiner Macht liegt, einem Unschuldigen zu seiner Freiheit zu verhelfen, ihn von einem falschen Ver­dacht zu befreien, so werde ich das natürlich in jedem Falle tun", entgegnete die junge Frau fühl.

( Fortsetzung folgt.)

Tidh.

Aus

* Aus trizitätswertes folgen, da der gewärtigende bei Jnheiden ab Medizin. und te Chemisch

Begründet 1883. Plein- und Grof

Heute fändet in den

Konzert d

statt.

Gro

5- lägiges G

wild eingega

Tiger

Saftspiel O

des men

Sie an e

dadurch

Kopfich

Mager

ein gan

lich, vo

außeror

der fah

Es

Ma

Pat

Dr. Schäffer& Co., Berlin 44, Friedrichstr. 243.1