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neuer Wagen notwendig, während die durch die Neuan­schaffung eines Wagens größer gewordene Zahl der im Be­trieb befindlichen Wagen auch noch mehr Reservewagen er­heischt. Aus diesem Grunde möchte ich beantragen, es dem Ermessen des Ausschusses zu überlassen, bei Bedürfnis einen zweiten Wagen anzuschaffen, aber vorläufig nur einen zu bewilligen. Die Versammlung stimmte dem Vorschlage des D.-B. Mecum zu.

Punkt 3: Niederschlagung uneinbring licher Ausstände aus 1908. Gegenüber dem Jahre 1907 mit einem uneinbringlichen Ausstand von 12 800 Mt. betrugen 1908 diese nicht mehr zu erlangenden Gelder nur 11 800 Mt. Sie setzten sich aber wieder wie in den früh­eren Jahren hauptsächlich aus den uneinbringlichen Steuern zusammen, weiche der Stadt durch Verzug 2c. verloren gin­gen.

dez

4. Punkt war: Vorlage der Rechnung und

Verwaltungsbericht für 1908.

Die Rechnung und der Verwaltungsbericht für 1908 liegt nun im Druck vor und bedarf nur noch der Prüfung durch die Finanz- Kommission. Auf Antrag des Oberbür germeisters beschloß die Versammlung, den Bericht dem ge­nannten Ausschuß zu überweisen. Wir möchten folgendes aus diesem Verwaltungsbericht hervorheben:

1. Betriebsrechnung: Einnahmen 2 900 959,77 Mart, Ausgaben 2 648 889,54 Mr. Mithin Rest 252 070,23 Mr. Derselbe besteht: a) in barem Vorrat 229 483,56 Mt., b) in Vorlagen 815,85 Mt., c) in Ausständen 27 770,82 Mr. 2. Vermögensrechnung: Einnahmen 2 303 776,91 Mt., Ausgaben 1 337 998,35 Mit. Mithin verbleibt ein Rest von 965 778,56 Mt. Derselbe besteht a) in barem Vorrat Mt. 953 518,59 Mt., b) in Ausständen 12 259,97 Mt. Der so­wohl bei der Betriebsrechnung wie bei der Vermögensrech= nung sich ergebende Barvorrät ist teils für Ausgaben des folgenden Rechnungsjahres verwendet worden, teils bei der Mitteldeutschen Kreditbank Filiale Gießen verzinslich an­gelegt.

3. Gemeindesteuern: Es waren in dem genannten Rech-| nungsjahr veranlagt: zur Grundsteuer 3104 Personen, zur Gewerbesteuer 1648 Personen, zur Kapitalrentensteuer 1682 und zur Einkommensteuer 8302 Personen.

Für das Rechnungsjahr 1908 wurden 120 Prozent zu schlag zur Einkommensteuer und 240 Prozent Zuschlag zu den Realsteuern erhoben.- Die Einnahme an Verbrauchs­steuern betrug:

a) Schlachtvieh

b) Fleisch, Fleischwaren und Wildbret

c) Brennstoffe

d) Mühlenfabrikate und Hafer e) Getränke

Im ganzen also

41 869,33 Mr.

4 245,00 Mt. 43 845,28 Mt. 5 166,32 Mr. 31 165,78 Mr. 126 291,71 Mt. Die Rückvergütungen erreichten die Höhe von 13 496,15 Mart, während die Verwaltung eine Ausgabe von Mark 9228,81 verursachte. Mithin verblieb ein Reinertrag von 103 566,75 Mi. Der Stadt brachte die Besitz we ch= selabgabe eine Einnahme von 34 567,43 Mit., welcher eine Ausgabe an Hebgebühren von 1037,02 Mt. gegenüber­stand. Die Einnahme aus dieser Steuer belief sich auf Mt. 8810, während sie im Jahre 1907 mur 8360 Mt. betrug. Dieser obigen Summe von 8810 Mt. stand eine Ausgabe von 1091,17 Mt. gegenüber.

4. Gewerbe- und Kaufmannsgericht: a) Gewerbegericht. Im Jahre 1908 waren 206 Klagen anhängig, wozu als unerledigt aus 1907 10 Klagen tamen. b) Kaufmannsge­richt. Im Jahre 1908 lagen 18 Klagen vor, wozu sich eine im Jahre 1907 unerledigt gebliebene Klage gesellte.

5. Wohnungsnachweis: Der städt. Wohnungsnachweis vermittelte in dem Berichtsjahr 31 unmöblierte und 7 möb= lierte Wohnungen, während die Gesamtzahl der vermittel­ten Wohnungen in 1907 sich nur auf 13 belief.

6. Marttwesen: Es fand an 22 Tagen Viehmarkt, an 23 Tagen Schweinemarft, an 3 Tagen Pferdemarkt und an 19 Tagen Krämermarkt statt. Bei den Viehmärkten waren im ganzen 29 372 Stück Rindvich, 10 489 Schweine, 820 Pferde und 41 Fohlen aufgetrieben. An Standgeld brach­ten die Viehmärkte im ganzen 3588,75 Mt. ein, während die Krämermärkte einen Erlös von 216,75 Mt. ergaben.

ein Rest von 54 817,28 Mt. verblieb. Schlachthos und Fleischbeschau: Die Einnahmen betrugen im ganzen Mt. 57 428,59, denen Ausgaben in Höhe von 56 302,54 Mark gegenüberstanden. Geschlachtet wurden 24 882 Tiere. Land- und Forstwirtschaft: Der städt. Grundbesitz( ohne Ge­bäude und Hausgärten) umfaßte am Schluß des Berichts­jahres 103,06 Heftar Acker- und Gartengelände, 122,38 Hettar Wiesen und 1324,2 Heftar Wald. Hiervon ergab das Acker- und Gartengelände 17 637,43 Mt., die Wiesen Mt. 15 800 Mt. und die Waldungen 70 000 Mt.

9. Stadtgebiet und Bevölkerungsverhältnisse: Der Flä cheninhalt der Gemartung Gießen betrug am Schlusse des Berichtsjahres 3421 Hettar 78 Ar und 90 Quadratmeter. Davon entfielen u. a. auf die Hofreiten über 176 hektar, auf Ackerfeld und Grabgärten über 1242 hektar, auf Wie­sen und Grasgärten über 456 Hektar, auf Waldungen über 1239 Hektar, auf Wüstungen 1 Heftar 13 Ar und 74 Quadratmeter, auf Straßen und Anlagen über 141 hektar.

Im Kalenderjahr 1908 wurden in Gießen 594 Knaben und 538 Mädchen geboren. Die Zahl der Sterbe= fälle betrug bei dem männlichen Geschlecht 353 und bei dem weiblichen Geschlecht 291 einschließlich der Totgeborenen. Ehen wurden 184 geschlossen.

Der 5. Punkt der Tagesordnung befaßte sich mit dem Voranschlag für 1910.

Derselbe gliedert sich ebenfalls in eine Betriebs- und Vermögensrechnung. An Einnahmen sieht die Betriebsrech nung 3 149 938,76 Mt. vor, während sie an Ausgaben mit einer ebenso hohen Summe rechnet. Bei der Vermögens= rechnung betragen Einnahmen und Ausgaben je Mark 1 754 986,47. Mithin schließt der Voranschlag mit Mt. 4 904 925,23 in Einnahmen und Ausgaben ab, er ist ge= genüber der vorjährigen Bilanz in Höhe von 6 352 975,32 Mart also wesentlich niedriger.

Im einzelnen umfaßt die Betriebsrechnung 64 Titel, von denen die ersten 3 debattelos Genehmigung fanden.

Bei Titel 4( Waldungen) entspann sich eine größere Aussprache über die von den städt. Forstwarten erbetene Zu lage, welche die Stadtverwaltung in Höhe von 150 Mart festzusetzen beantragte. Stadtv. Wimmenauer:

Ich möchte die Stadtverordneten doch bitten, in Anbetracht der gegenwärtigen allgemeinen Teuerung, eine Zulage von 300 Mt. zu bewilligen, welche doch wenigstens die Beam­ten für ihre größeren Ausgaben angemessen entschädigen würde. Stadtv. Huhn: Der von Herrn Stadtv. Wim­menauer gestellte Antrag ist meiner Unterstüßung sicher, weil das Gehalt der Forstwärte mit 1600 Mart den Ansprüchen der Stellung nicht entspricht. Stadtv. Krumm: Die Gewährung einer so hohen Zulage wird meines Erachtens nach auf die anderen Beamten feinen günstigen Eindruck machen und schon dieser Grund läßt eine Zulage von nur 150 Mt. geboten erscheinen. Stadtv. Wallenfels: Die hohen Nebenbezüge der Forstwarte können eine Zulage von 300 Mt. erübrigen und höchstens eine solche von 150 Mark rechtfertigen. O.-B. Me cum: Ich konnte des­halb nicht eine höhere Zulage beantragen, weil eine der artige Besserstellung einer Beamtenklasse die anderen städt. Angestellten veranlassen, würde, an die Stadt mit dem glei­chen Gesuch um Gehaltszulage heranzutreten. Der Antrag der Stadtverwaltung wurde hierauf mit großer Mehrheit angenommen und dementsprechend 150 Mt. Zulage mit der Maßgabe bewilligt, daß sich die nächste Gehaltserhöhung der anderen Beamten nicht auf die Forstwarte erstrecken soll. Damit erhält der Titel 4( Waldungen) folgende Fassung: 103 102,95 Mt. Einnahmen, 42 832 Mt. Ausgaben. Titel 5-14 fanden einstimmige Annahme: Titel 5( Elektrizitäts­werk) liefert feinen Ueberschuß. 5a( Gaswerk): 87 860 Mt. Einnahmen. 6.( Wasserwerk) liefert teinen Ueberschuß. 7. ( Schlachthof und Fleischbeschau) 100 382 Mt. Einnahmen, 102 282 Mt. Ausgaben. 8.( Jagden): 4538 Mt. Einnah= men, 425 Mt. Ausgaben. 9.( Märfte): 8700 Mt. Einnah= men, 3658 Mt. Ausgaben. 10.( Eichanstalten): 200 Gin= nahmen, 245 Mt. Ausgaben. 11.( Waganstalten): 5500 M. Einnahmen, 2030 Mt. Ausgaben. 12.( Kirchen): 64 000 Mart Einnahmen, 64 070 Mt. Ausgaben. 13.( Friedhöfe): 30 129 Mt. Einnahmen, 38 200 Mt. Ausgaben. 14.( Vo.ks­schule und Fortbildungsschule): 1677,02 Mt. Ennahmen, 224 507,96 Mt. Ausgaben. Zu einer regeren Aussprache gab Titel 15: Höhere und Erweiterte Mädchenschule Anlaß. Stadtv. Krumm: Es erfüllt mich mit aufrichtigen Bedauern, daß der Lehrplan der Höheren Mädchenschule den Unterricht in Mathematik auf Kosten des Turnens er­meiner Wichtigkeit ist. Ebenso beklagenswert ist auch die durch die Neuerungen geringer gewordene Stundenzahl des Handarbeitsunterrichts, der doch gerade der Bedeutung der Stadtv. Frau in dem Hause Rechnung trägt. Bier mer: Der neue Lehrplan stellt an die Mädchenschule viel zu hohe Ansprüche, während der Unterricht der Gymnasien immer weniger Schwierigkeiten bietet. Derselben Ansicht lieh Beig. Georgi Ausdruck, welcher dazu riet, den Diret tor der Höheren Mädchenschule zu ersuchen, bei dem Mini­sterium bezüglich einer anderweitigen Gestaltung des Lehr­

7. Gebäudeversicherung, Brandschäden, Feuerlöschwesen: Anträge auf Versicherung von Gebäuden in der Landes= versicherungsanstalt wurden 209 gestellt. Brandschäden wur­den 15 gemeldet, unter denen sich 13 Zimmerbrände be fanden. Die Zahl der versicherten Gebäude bezw. Hofrei- weitert hat, daß doch gerade für den Körper von unge= ten betrug 2344.

8. Städt. Unternehmungen. E lettrizitätswert: Die gesamten Einnahmen beliefen sich auf 353 132,60 Mt., während die Ausgaben die Höhe von 352 781,69 Mt. er­reichten, so daß mithin ein Rest von 350,91 Mt. verblieb. Gaswert: Die Einnahme betrug 826 025,80 Mart, während sich die Ausgabe auf 644 374,76 Mt. belief, so daß ein Rest von 181 651,04 Mt. verblieb. Wasser= werk: Die Einnahme erreichte die Höhe von 390 563,50 Mt., während die Ausgabe 335 746,22 Mt. betrug, so daß

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Die Freundinnen.

Originalroman von Frene v. Hellmuth. Nachdruck verboten.) Kommst du morgen?" fragte Sylvia. Lilly schmiegte sich bittend an Maja.

Gelt, du kommst morgen wieder, liebe Tante? Darf ich dann wieder in deinem schönen Wagen fahren? Ja? Kommst du auch ganz gewiß?"

Ja, mein Liebling. Aber nun gehst du auch nach Hause!"

Maja wandte sich noch oft zurück, um dem lieblichen Kinde zuzuwinken. Dieses warf den Abfahrenden ununter­brochen Kußhändchen nach. Maja sah den Vater betroffen und fragend an, sie wartete noch immer auf eine Erklärung wegen seines plöblichen Ueberfalles.

,, Das scheint ja ein recht zärtliches Verhältnis zu sein zwischen dir und der kleinen Range", begann Reinau end­lich in spöttischem Ton, nachdem er umständlich neben seiner Tochter Plazz genommen und sich mehrmals ge­räuspert hatte." ,, Weshalb erzähltest du mir nie etwas von dieser innigen Freundschaft?"

Maja sentte unter dem forschenden Blick errötend die Augen. Sie fonnte sich eigentlich selbst nicht Rechenschaft darüber geben, warum sie dem Vater diese häufigen Be­gegnungen verschwiegen hatte.

Ich dachte nicht," begann sie ein wenig unsicher ,,, daß du dich dafür interessieren würdest" Sie ſtockte. Deni Vater war die Befangenheit des Mädchens nicht ent­gangen. Er segte sich ferzengerade auf und zog mit einem plöblichen Ruck die Zügel so straff an, daß die Pferde in rasendem Galopp den Berg hinabsausten und die In­sassen des Wagens in Gefahr gerieten, herausgeschleudert zu werden. Herr v. Brandt, der gerade im Begriffe war, nach Hause zugehen, stand mit schreckensbleichem Gesicht mitten auf der Straße und machte Miene, sich den Tieren entgegenzuwerfen. Doch Maja rief ihm schon von iveitem zu: Ohne Sorge, Herr v. Brandt, die Pferde gehen nicht durch! Ich bitte Sie, treten Sie rasch auf bie Seite!"

Sie wintte ihm lächelnd einen Abschiedsgruß zu. Er

aber stand und schaute dem davonrollenden Wagen nach, so lange er denselben sehen konnte. Aber den Blick voll ban­ger Sorge hatte Maja aufgefangen und es war ihr ei­gentümlich warm dabei geworden.

Was denkt sich denn eigentlich diefer Mensch? brumm te Reinau verdrießlich. Ich werde wohl die Pferde noch im 3aum halten können? Der wird doch nicht glauben, daß ich seine Hilfe dazu nötig babe? Was gaffte er dich denn so an? Wer war denn das?"

Maja erwiderte arglos: Der Herr dort? Das war der Vater des kleinen Mädchens, das ich vorhin an der Hand führte-

Diese Worte übten eine ungeahnte Wirkung aus, Maja konnte heute aus dem Vater nicht flug werden.

Also der", rief Reinau heftig ,,, na ia, ich hätte es mir denken tönnen!"

Er wandte sich noch einmal zurück. Aber von dem Gegenstand seines Zornes war nichts mehr zu sehen.

,, Deshalb diese Angst um dein teures" Leben, die ihm so deutlich auf dem Gesicht geschrieben stand. Frei­lich, er hofft doch stark, mit deinem Gelde seine Schulden bezahlen zu können! Aber er täuscht sich, der Herr Offi­zier! Ich halte die Augen schon offen!"

,, Um Gotteswillen, Vater, was sprichst du da für ungereimtes Zeug? Ich begreife gar nicht, wie du auf so etwas kommst!" rief Maja ehrlich erschrocken.

,, Ungereimtes Beug? Na, ich dante! Ich habe mich mit eigenen Augen überzeugt, wie weit die Sache schon ge­tiehen ist! Es war die höchste Zeit, daß ich dahinter kam. Dummtöpfe wie dieser Stolze sind manchmal auch zu etwas gut. Wäre er nicht, ich lebte ganz ahnungslos dahin! Denn diesem sauberen Patron mein gutes Geld opferen - das werde ich wahrlich nicht tun!"

Majas Augen funketten von zornigen Tränen. ,, Wer hat dir denn das alles gesagt, Vater? Hinter was bist du denn eigentlich gekommen?"

,, Hinter deine Liebschaft mit diesem Herrn." Liebschaft?"

Das junge Mädchen stieß das Wort fast atemlos her­aus.

,, Dergleichen ist wohl weder ihm noch mir jemals in den Sinn gekommen. Wir unterhielten und meistens bon

planes vorstellig zu werden. nach dieser Richtung hin wirken zu wollen, um die Ueber! O.-B. Mecum sagte zu, bürdung der Besucherinnen der Mädchenschule nach Mög lichkeit zu beseitigen. Titel 15-22 fanden alsdann ein­stimmige Annahme: 15.( Höhere Mädchenschule): 52 694 nasium und Oberrealschule): 230 Mt. Einnahmen, 62 499 Mt. Einnahmen, 100 244 Mt. Ausgaben. 16.( Realgym Mi. Ausgaben. 17.( Vorschule des Gymnasiums): 9000 Mt. Einnahmen, 12 090 Mt. Ausgaben. 18.( Gewerbe ( Aliceschule): 100 Mt. Einnahmen, 1570 Mt. Ausgaben. schule und Ortsgewerbeverein): 6000 Mt. Ausgaben. 10. 20.( Deffentliche Feierlichkeiten): 2500 Mt. Ausgaben. 21. ( Denkmäler): 840 M. Ausgaben. 22.( Gemeinnüßige Zwecke) 10 532 Mt. Ausgaben.

Titel 23( Straßenunterhaltung) veranlaßte den Stadtv. Krumm zu längeren Ausführungen, welche die Behand lung der städt. Arbeiter seitens des Stadtbaumeisters rüg­ten. Stadtbaumeister Bra u ba ch, der selbst zu den Ver­handlungen erschienen war, wies in seiner Beantwortung darauf hin, daß die ihm von den einzelnen Arbeitern vor= getragenen Wünsche jederzeit hätten auf Berücksichtigung rech nen können und daß ihn beispielsweise der Winter von der Entlassung nicht befriedigender Arbeiter abgehalten hätte,

Stadtv. Krumm: Die Ausführungen des Stadtbau­meisters Braubach können mich nicht ganz überzeugen, denn möglichst schonende Behandlung der Arbeiter bei Krankhei gerade die Notlage der unteren Erwerbsstände gebietet eine ten und eine möglichste Beschränkung der Entlassungen. Stadtv. Wallenfels: Die Unparteilichkeit darf nicht in einseitiger Weise urteilen und gerade aus diesem Grunde veranlaßt mich dieser Fall, den angegriffenen Herrn Stadt­baumeister in Schuß zu nehmen. Titel 23 und 24 wur­den genehmigt: 23.( Straßenunterhaltung): 6350 Mt. Ein­nahmen, 83 515 Mt. Ausgaben. 24.( Straßenreinigung): 75 700 Mt. Ausgaben. Titel 25( Straßenbeleuchtung) legte den Stadtv. Troß und Grünewald nahe, auf die unzureichende Beleuchtung der Neustadt hinzuweisen und um die Anbringung elektrischer Lampen auf dieser Straße zu bitten. D.-B. Mecum: Die gegenwärtige Inanspruch nahme des Elektrizitätstvertes gestattet bis auf weiteres noch nicht eine Ausdehnung der elektrischen Beleuchtung. Doch wird es mein Bestreben sein, möglichst bald dem Wunsche der Bewohner des dortigen Stadtteiles entgegen­zukommen.- Titel 25 bis 28 fanden alsdann Annahme: ( Straßenbeleuchtung): 48 000 Mt. Ausgaben. ( Deffentliche Anlagen): 150 Mt. Einnahmen, 19 560 Mt. Ausgaben. 27.( Brunnen): 3050 Mt. Ausgaben. 28. ( Bäche): 220 Mt. Einnahmen, 5790 Mt. Ausgaben.

25.

26.

Titel 29( Kanäle) veranlaßte den Stadtv. Grüne wal v, über den Geruch des Kanales an der Südanlage Klage zu führen. Stadtbaumeister Braubach: Der Geruch ist auf den Schlamm zurückzuführen, welcher den Landwirten nur in getrocknetem Zustand willkommen ist. Alle Mittel, den dem Schlamm während des Trocknens ent strömenden Geruch zu beseitigen, haben sich bis jetzt noch nicht bewährt. Andererseits würde die Wegschaffung des Schlammes durch die städtischen Arbeiter andere Arbeiten unmöglich machen. Titel 29-64 wurden genehmigt; darun ter sind u. a. noch enthalten Kanäle 237 056 t. Gin­nahmen, 238 056 Mt. Ausgabe, Feuerlöschanstalten mit 15 180 Mt. Einnahme und 4940 Mt. Ausgabe, Versicher­ung der städt. Arbeiter mit 10 300 mt. Einnahme 17 600 Mt. Ausgabe, Polizei 11 340 Mt. Einnahme und 82 925 Mt. Ausgabe, Allgemeine Verwaltung 24 630 Mt. Einnahme und 187 073 Mt. Ausgabe, Schuldentilgung Mt. 359 249 Einnahme und 362 995 Mt. Ausgabe, Oktroi Mt. 118 400 Einnahme und 35 190 Mn Ausgabe, Kapitalzin sen 421 519 Mit. Einnahme und 680 940 Mt. Ausgabe, Besizwechselabgabe 30 000 Mt. Einnahme und 800 Mari Ausgabe und Gemeindesteuern 1 063 275 Mt. Einnahmen und 108 760 Mt. Ausgaben.

und

Die 11 Titel der Vermögensrechnung gaben nicht zu irgend welchen Bemängelungen Anlaß. Die Gesamt- Einnah­men und-Ausgaben sind mit 4 904 925,23 Mt. vorge sehen.

6. Punkt der T.- D.: Hundeausstellung. Der Verein für Hundesport veranstaltet bekanntlich am 29. Mai auf der Elisenhöhe eine Hundeausstellung und hatte zu die­sem Zweck bei der Stadt um einen Ehrenpreis nachgesucht. Die Stadtverwaltung beschloß zu diesem Zweck 30 Wit. zu stiften, womit sich die Versammlung einverstanden erklärte.

Punkt 7 befaßte sich mit dem Baugesuch des Jakob Löb für die Steinstraße. Jakob Löb beabsichtigt, auf seinem Grundstück an der Steinstraße die Erbaining eines Stalles, der mit der Rückseite an das Eulersche Grundstück stößt. Zur Errichtung dieses Baues ist jedoch der Besitz der das Grundstück an dieser Seite einschließenden Mauer notwen dig, welche zur Hälfte Eigentum der Stadt ist. Auf Be fürworten des Ausschusses genehmigte die Versammlung den aus dem obigen Grund von Jakob Löb nachgesuchten Ver­kauf des der Stadt gehörenden Mauerteiles mit der Maß­gabe, daß der Verkaufspreis 27,50 M. beträgt.

sehr ernsthaften Dingen, wenn wir zufällig zusammen­trafen. Und Schulden hat der Herr v. Brandt ebenfalls nicht. Da irrst du dich sehr. Er würde lieber Hunger leiden als Schulden machen, das hat er mir selbst gesagt. Ich gebe dir die Versicherung, daß du keine Veranlassung hast, dir deshalb irgendwie Sorgen zu machen."

Gerade deine lebhafte Verteidigung beweist mir, daß du ein besonderes Interesse an diesem Manne hast," be harrte der Vater.

Maja saß eine Weile ganz still im Wagen. Ihr war, als würde von ihrem Inneren ein Schleier hinweggezogen und was sich ihr da enthülle, ertschreckte sie fast. Wes­halb tat es ihr so wehe, wenn man von dem Manne, der ihr doch eigentlich ein Fremder war, Uebles redete? Was ging es sie an, wenn die Leute sagten, er hätte Schulden?-

Sie wußte teine Antwort auf diese Fragen. Aber er­fahren wollte sie, wer ihren Vater derartig auf­geftachelt hatte.

Wer sprach dir denn von diesen Dingen?" begann sie deshalb nach einer Weile.

Stolze war doch heute mit seinem Sohne bei mir, und da erfuhr ich von der Sache." Ach so," machte Maja geringschäßig und zuckte die Achseln. Die Herren haben, wie es scheint, über Herrn v. Brandt Erkundigungen eingezogen, aber was man ihnen da gesagt hat, stimmt doch nicht so ganz. Nur kann ich nicht begreifen, daß du den Verleumdungen dieser Men schen so unbedingt glaubtest und daß du es duldetest, daß man mich derartig verklatschte. Bosheiten sind es, die die Nachsucht diftierte. Ich an deiner Stelle hätte die beiden einfach hinauswerfen lassen! Daß iene Herren nur auf mein Geld spekulieren, ist mir klar und müßte aud dir klar sein. Diese Herren hast du nicht durchschaut, aber was sie dir von Herrn von Brandt übles erzählten, das hast du sofort für bare Münze genommen. Du hast dich ganz umſtonft aufgeregt, lieber Bater, und du weißt doch. wie schädlich dir das immer ist. Wenn ich einmal eine Liebschaft" habe",- sie le e einen spöttischen Nach druck auf das Wort so sollst du der erste sein, der es erfährt. Habe ich dir nicht sofort von den Bewerbs ungen Albert Stolzes erzählt?"( Fortseßung folgt.)

Der 8. Puntt Steinhauer betriebe Weblarer Berfammlung fan persönliche Beden

* Provir ung vom 4. Sept die Einweisung be

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* Elettr bereits rühmlichst pflege und Bäder 8, wird sich ganz trischen Bäder un erwerben, da gera elettrijche Licht üb zielt hat. Nähere

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