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* Preußische Klassenlotterie. Die Zieh­ung der 1. Klasse der 223. preußischen Klassenlotterie fin­det am 8. und 9. Juli statt.

* Ermäßigung der Brennstofffracht­sätze. In der lezten Sizung des Landeseisenbahnrates zu Berlin, an welcher der Vorsitzende der Handelstammer, Herr Generaldirektor Kaiser, persönlich teilnahm, wurde über gemeinsame Anträge der Handelskammern Dillenburg, Gießen und Wezlar verhandelt, welche eine Ermäßig­ung der für die Lahn, Dill- und benachbarten Reviere bestehenden Brennstofffrachtsäße zum Gegenstande hatten u. hauptsächlich auf eine völlige tarifliche Gleichstellung des Lahn- und Dillgebietes mit dem Siegerlande abzielten. Der Landese enbahnrat beschloß nun einstimmig die übrigens schon lange angestrebte tarifliche Gleichstellung mit dem Siegerlande zu befürworten. Wenn, was aussichtlich der Fall sein dürfte, die Staatsregierung feinen gegensätzlichen Standpuntt einnimmt, so wäre damit nicht nur dem Eisengewerbe der Umgebung von Gießen Wetzlar eine Erzeugungsverbilligung gesichert, sondern auch Voraussetzungen für eine allgemeine Besserung der wirt schaftlichen Lage der inbetracht kommenden Bezirke geschaffen.

vor=

und

* Die oberhess. Jungviehweiden sind wie folgt besetzt: Lauterbach 14 Fohlen, 52 Rinder; Tiergarten 39 Fohlen, 105 Rinder; Zell 20 Fohlen, 63 Rinder; Wer­nings 15 Fohlen, 62 Rinder, im ganzen 88 Fohlen und 302 Rinder gegen 120 Fohlen und 313 Rinder im Vor­jahr.

* Der Evangelische Arbeiterverein plant für Sonntag den 17. Juli auf der Liebigshöhe ein Gar- tenfest, bei dem Ueberraschungen aller Art in Aussicht genommen sind. Außer dem Gemischten bezw. Frauenchor Ses Vereins wird der Kinderchor bei dem Feste mitwirken. Den musikalischen Teil hat der Orchesterverein übernom­

men.

* Ausflug. Der hiesige P o stunterbeamten­verein unternahm einen Ausflug nach Lich und Kloster Arnsburg. Im Anschluß an die Besichtigung dieser beiden Orte fand eine gesellige Zusammenfunft im Holländischen Hof" zu Lich statt.

Geldpreise und Ehrenpreise standen zur Verfügung. Die Preisverteilung hatte folgendes Ergebnis: Dauerfahrt Gruppe A, Bundesvereine: Ehrengabe Radfahrerverein Gie­ßen 1885, 1. Preis Weylar 1887, 2. Kirchheim 1894, 3. Stockheim 1906; Gruppe B, Nichtbundesvereine: Ehren= gabe Brabant- Alsfeld, 1. Preis Teutonia- Gießen, 2. Klein­Linden 1904, 3. Germania- Wißmar. Preistorso: Gruppe A: 1. Herborn 1893, 2. Blitz- Kirchhain; Gruppe B: 1. Germania- Gießen, 2. Kirchhain 1904, 3. Nidda 1894; Gruppe C: 1. Brabant- Alsfeld, 2. Teutonia- Gießen, 3. Klein- Linden, 4. Neustadt. Niederrad Reigen: Ehrengaben Nidda Aug. Schmidt, Kirchhain Heinr. Lang, Radballspiel: 1. Preis Herborn R. Schumann. Weylar siegte gegen Herborn und darauf gegen Marburg 1891. Jm Radpolospiel siegten A. Schirmer und F. Thieme gegen Kirchhain. * Alsfeld. Zur Beaufsichtigung des Baues der Bahn Niederaula Alsfeld sowie der Abzweigung Nieder= aula- Schlitz ist in Alsfeld ein Baubureau errichtet worden. Mit dem Bau der Strecke dürfte alsbald begonnen werden. * Londorf. Anläßlich des 25jährigen Jubiläums des Londorfer Kriegervereins fand hier das Bezirksfest des Hassiabezirks Gießen statt. Am Festzug beteiligten sich 50 Vereine. Pfarrer Hofmann hielt die Festrede. Die Ueber­reichung der Kaiserschleife erfolgte durch Regierungsrat Wel­cer. Im Auftrag des Hassia Präsidiums sprach Ritter- Lau­bach und namens des Bezirks Gießen Lehrer Daab- Lollar. Der Verein ernannte sein langjähriges Mitglied Freiherrn Oberst Röder von Diersburg zum Ehrenvorsitzenden.

* Rauferei. In der Wetzsteingasse gerieten zwei Fuhrknechte in einen Wortwechsel, welcher schließlich zu Tät­lichkeiten führte. Hierbei verwundete der eine der Rauf= bolde den anderen durch Messerstiche an den Armen, Hals und Gesicht. Die Polizei verhaftete den Messerhelden.

Hus Hessen und Nachbarg ebiet.

* Klein Linden. Wie gefährlich der Genuß un­reifen Obstes ist, zeigt der plötzliche Tod des 5jährigen Knaben Martin Ludwig. Das Kind erfrankte sehr schwer, die Eltern brachten es sofort in die Gießener Klinik, wo es schon nach einigen Stunden starb. Bei der Untersuch­ung ergab sich, daß der Tod infolge Vergiftung durch un­reise Aepsel und Stachelbeeren eingetreten war.

*)(* Lang- Göns, 3. Juli. In einer heute statt­gefundenen Vorstandssitung des Gesangvereins Ger= mania" wurde als Termin für den vom Verein für 1911 beschlossenen Gesangwettstreit der 11. Juni fest gesetzt. Die ganze Gemeinde, deren Verwaltung, wie ganz besonders der Bruderverein" Frohsinn" und die anderen Ortsvereine haben größte Unterstüßung zugesagt, damit die ser Gesangwettstreit= unparteiisch aufgebaut zu einem

Die seltsamen Schulver * Ilsdorf bei Mücke. hältnisse unseres Doppeldorfes gehen ihrem Ende entgegen. Mit Freuden wird es begrüßt, daß die beiden Gemeinden, Solms- Ilsdorf und Hessisch- Ilsdorf, jetzt ein gemeinsames Schulhaus besißen. Es ist nahezu vollendet und wird in den nächsten Wochen eingeweiht. Das neue stattliche Schul­haus enthält einen Schulsaal und eine Lehrerwohnung.

sehr großen Fest sich ausgestaltet. Mit demselben wird ein Heimat- und Trachtenfest verbunden. In Lang Göns, dem Mittelpunkt der oberhessischen Tracht, hat sie dieselbe heute wohl noch am meisten erhalten. Eine wohl­habende Bürgerschaft wird auch dazu das Beste vorbereiten. Lauterbach. Frau Fink von Dirlammen, die von ihrem Mann schwer verletzt worden war, ist wieder so­weit hergestellt, daß sie in wenigen Tagen das Kranten= haus verlassen kann.

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* Bettenhausen. Die Getreidefelder des Abg. Köhler- Langsdorf in hiesiger Gemarkung, die nach der An­baumethode v. Demtschinsky bestellt sind, wurden vom Ver ein junger Landwirte aus dem Kreise Höchst a. M. be­sichtigt. Sehr erfreulich war, daß unter dieser Gruppe, die 50-60 Personen zählte, auch die Damen nicht fehlten. In längerer Erklärung führte Herr Köhler die Besucher in die Art und Weise seiner Saatbeet- Kulturen ein.

jeßigen Angehörigen des Regiments erhielten die geschmack­volle Erinnerungsmedaille an das Jubiläum, die an einem schwarz- blauen Bande getragen wird. Am Dienstag unter­nahm das Regiment mit seinen Gästen eine Rheinfahrt nac dem Niederwald. * Mainz. In einem Rundschreiben an die Stadt­verordneten weist die Bürgermeisterei auf die Kosten grö­ßerer Bauunternehmungen in den nächsten Jahren hin, wo­zu ein Anleihebedarf von 16 Millionen Marf er­forderlich ist.

Bad Nauheim. Der französische Chauffeur, welcher wegen Verdachts der fahrlässigen Brandstiftung bei dem Automobilunglück in der Hahn'schen Garage verhaftet worden war, ist gegen eine Kaution von 2000 Mt., die sein aus Frankreich zugereister Vater stellte, wieder auf freien Fuß gesetzt worden.

* Lauterbach. Trotzdem die Meßger in Lauter­bach und Umgebung seit längerer Zeit die Schlachtschweine für 59-61 Pfg. das Pfund einkaufen, beträgt der Laden­preis immer noch 80 Pfg. Ebensowenig hält es die Bä­derinnung für notwendig, ihren Kollegen in anderen Städ­ten zu folgen und den Preis für Brot herabzusetzen, troß-. dem das Mehl viel billiger geworden ist.

fie den Boden ftets eine reiche daß die Schwed wefen ist, fonde und Volt bei I Sohlmann." * Dresd in den umfangr Der Brand entf zahlreichen Da machtlos gegeni das Feuer auf wehrmann ift u erhebliche Brand auf zwei Millio Magde fen die Wieder Minorität.

* Die Motorenfabrit Daran stadt A.-G. erhielt auf der in voriger Woche stattgefundenen Gewerbe­und Landwirtschaftlichen Ausstellung in Leer im Wettbe­werb mit den Erzeugnissen der ersten und größten deut­schen Motorenfabriken die alleinige erste Aus= zeichnung.

* Friedberg. Nachdem Polizeifommissar Weiß aus Wien einen Drohbrief mit der Aufforderung erhalten hat, Mt. 150 000(!) bei der Reichsbant niederzulegen, hat auch die Firma Megerle einen solchen erhalten, mit der An­fündigung, daß die Fabrit nächstens in Brand gesteckt würde. Das Schreiben an Polizeifommissar Weiß trägt die Unterschrift Die Schwarze Hand" und ist mit geheimen Zeichen versehen; der andere Brief war nach Wien gerich tet, wo sich der Inhaber der Firma z. 3t. befindet. Wenn diese Briese auch durchgängig als üble Scherze bezeichnet werden können, sind sie immerhin geeignet, eine gewisse Be­unruhigung zu schaffen.

* Alsfeld. Der Gauverband 9a Lahn- Sieg des Deutschen Radfahrerbundes feierte hier aus Anlaß des 20­jährigen Stiftungsfestes des Alsfelder Radfahrervereins 1890 sein Gausest. Es wurde am Samstag abend durch Kon­zert und Reigenfahren auf dem Festplaß eröffnet. Das Kon­furrenzfahren wurde nachts 1 Uhr von den Vereinen aus ihren Wohnorten begonnen, galt es doch 100 Kilometer zu­rückzulegen und um 9 Uhr in Alsfeld zu sein. Doch das schwere Regenwetter, das nachts niederging, verzögerte die Fahrtdauer um fast zwei Stunden. Am Sonntag mittag war Festessen im Hotel" Deutsches Haus", auch die Spi­Ben der staatlichen und städtischen Behörden nahmen daran teil. Um 2 Uhr bewegten sich zahlreiche Radfahrer im Korso durch die geschmückte Stadt nach dem Festplay. Hier be­die gannen nun die Konkurrenz- Niederrad- Reigenfahrten, ein zahlreiches Publikum herbeilockten.

Daran schlossen sich die hochinteressanten Radball- und Radpolospiele. Zahlreiche

Stadttheater Gießen. Dienstag, den 5. Juli 1910.

Die lustige Witwe".

Operette in 3 Atten von V. Leon und L. Stein. Musik von Franz Leha r.

Bad Kreuznach, 7 Juli. Goet kommt nach Kreuznach! Die Turner, welche zum 29. Mittel­theinischen Kreisturnfest 30. Juli bis 4. August gen Kreuznach wallen, werden jubelnd die Kunde ver­nehmen, daß mit ziemlicher Sicherheit auf das Er­scheinen des greisen Führeis der deutschen Turnerschaft zu rechnen ist. Dr. Ferdinand Goetz ist der einzige noch unter uns weilende Mitbegründer dieses mächtigen Bundes und durfte dessen 50jähriges Bestehen am 17. Juni 1910 zur großen Freude der vielen Tausende seiner begeisterten Anhänger in seltener Frische erleben. Auf einer der fünstlerisch ausgeführten Postkarten, die auf dem Kreuznacher Feste zur Ausgabe gelanger, grüßt uns bereits freundlich sein mildes Antlig, tritt er aber erst persönlich in diesem Jubeljahre vor die Turner des Mittelrheinkreises im weinfröhlichen Kreuznach, so ift eine unauslöschliche Erinnerung an die Tage des 29. Kreisturnfestes erst recht berbürgt. In Kreuznach

* Wezlar. Die Buderusschen Eisenwerke verhan= deln mit der Stadt Weylar wegen Lieferung von elektri­schem Licht und Kraft und wollen die zu errichtende An­lage als u eberlandzentrale ausbauen. Zu diesem Zwecke wird die Gesellschaft auch mit den benachbarten Ge­meinden in Unterhandlungen treten.

hat ab=

* Frandfurt a. M. Der Schneiderverband den mit dem Verband süddeutscher Kleiderfabrikanten geschlossenen Tarif gefündigt. Der Bezirk umfaßt die Städte Frankfurt, Mainz, Darmstadt, Worms, Heidelberg Speyer.

Es wäre müßig gegen die Aufführung dieser viel be­jubelten Operette zu streiten. Lohnte doch ein wenigstens in den oberen Rängen und im Parterre nicht gerade schlech­ter Besuch die heutige Vorstellung; auf den übrigen Plä­Ben dagegen waren die Zuhörer zu zählen. Der Schluß: ,, die lustige Witwe", scheint doch an ihrer altbewährten An­ziehungsfraft eingebüßt zu haben.

und

* Berge Prinzen Heinrich hier ein und gi Antunft begab Ehren des Prin beim deutschen * Aachen dem Rheinischen Eisenbahnunglück belgischen Perfor und 10 Schwert * Kiel. Werftprozeß be gen den Kaufma verstorbenen Bat Mart angeftreng dem Geständnis Magazinauffeher der Werft Del benen Kaufmann fauft und den chen Teilen get feinerzeit einen Paris

schon ohnedies wegen seiner reizenden Lage im lieb lichen Nahetal an jedem schönen Sonntag das Ziel zahlreicher fremder Vereine und einzelner Ausflügler, so wird beim bevorstehenden Kreisturnfest auf einen ganz besonders starken Zustrom zu rechnen sein. In erfreu­licher Menge sind die Anmeldungen der Turnvereine ein­gelaufen, selbst der deutsche Turnverein in Paris fen­det eine Riege zum Kreuznacher Feste.

Aus Rheinhessen In sämtlichen Kreisen der Provinz Rheinhessen ist eine Erhöhung der Fletsch­beschaugebühren durchaeführt worden.

* Cleeberg. Am nächsten Sonntag findet hier die Feier des Detanats- Missionsfestes statt. Festprediger ist De­fan Dr. Lindenbein- Delkenheim, sowie Missionar Spaich= Wiesbaden. Der Festgottesdienst beginnt um 2 Uhr, die Nachversammlung, bei günstigem Wetter im Freien, um 4

Uhr.

* Kabenelnbogen. Kaßenelnbogen, im herr­lichen Dörsbachtal gelegen, ist von allen Seiten leicht zu erreichen, vom südlichen Taunus, vom Westerwald, aus Hes­sen und vom Rhein. Es bietet sich von hier aus Gelegen­heit zu hübschen Touren nach dem Rhein hin oder Lahn auf und abwärts. Steil ansteigende, mit Niederwald be wächsene Hänge schließen das enge Tal ein. Den Abschluß des Tales bildet das bei Obernhof im Lahntal gelegene Kloster Arnstein, das freundlich zu einem Besuch einladet. In Kaßenelnbogen ist im Hotel Bremer für beste Verpfleg= ung und Unterfunft gesorgt.

* Mainz. Als erster der Gratulanten beim Jubel­fest der 6. Dragoner überreichte am Montag Generalleut­nant v. Raabe eine Stiftung der früheren Garnisonstädte des Regiments Schmiedeberg, Gräfenhainichen und Hallers­leben und des Magdeburger und des Berliner Vereins Ehemaliger" in Höhe von 5600 Mt., die einen Unterstütz­ungsfonds für Unteroffiziere und Mannschaften bilden sol­len. Die ehemaligen Offiziere überreichten dem Offizier forps als Jubiläumsgabe drei große Bildnisse der drei Kaiser, unter denen das Regiment bis jetzt gestanden, so= wie eine Büste des ersten Reichskanzlers Fürsten Bismarck. Im Namen der Stadt Mainz überreichte Oberbürgermeister Dr. Göttelmann deren Festgeschent, zwei prächtige, große, mit Silber beschlagene Kristallbowlen. Fabrikant Henschel­Kassel stiftete 20 000 Mart, deren Zinsen hilfespendend bei inaftiven Unteroffizieren und Mannschaften, sowie unver­schuldet in Not geratenen aktiven Offizieren Verwendung finden sollen, Major Mosel von dem Ulanen- Regiment Nr. 8 für hilfsbedurftige Unteroffiziere und Mannschaften 6000 Mart, und die Stadt Schmiedeberg alljährlich eine tosten­freie Badefur für attive und ehemalige Angehörige des Re­giments. Weiter wurden noch Geschenke überreicht von den Reserve- Offizieren des Regiments ein silberner Tafelaufsatz und von den Damen des Offizierstorps eine Weinkanne 2c. Im Namen des Offiziertorps überreichte der Regiments= Bommandeur dem Wachtmeister Schuder für seine langjäh= rigen Dienste im Regiment ein Geschenk. Die früheren und

Doch was man auch gegen ein Stück wie Die lustige Witwe", die gesehen zu haben ungefähr zum guten Ton gehört, ich meine besonders gegen eine Wiederaufführung zu einer Zeit, wo die geschiedene Frau" von Leo Fall, sein Graf von Luremburg" auf allen Theaterzetteln prangi Die und von Wien aus schon 2. Falls neueste Arbeit Sirene" nach den Erfolgen der geschiedenen Frau" ange= fündigt wird, sagen wollte und könnte, es bleibt hier un ausgesprochen, da man es seit Jahren so oft in den Pro­vinzkritiken lesen kann; es muß hier zurücktreten, da abge­hinlänglich aufgewogen wird durch die im ganzen rundete Wiedergabe der Operette. Was man immer gegen ein dichterisches oder musikalisches Werk als solches einwen­den tönnte, es darf dann und wann dem Wert des Mimen weichen.

es

Ich sage das warum?- der Kunst des Mimen zu Liebe; unter Mime verstehe ich wie Richard Wagner Schauspieler und Sänger, und das sind ja mehr oder min­der die Mitglieder des Bad Nauheim- Gießener- Ensembles.

* Gonterskirchen. Eine Typhusepidemie hat sich hier ausgebreitet. Mehr als 32 Erfrankte wurden bis jetzt gezählt. Am Sonntag verweilte der Vertreter des Kreis­gesundheitsamts Schotten hier, um die Ursache der Erkrank ung festzustellen. Als diese wurde ein Ortsbrunnen erkannt, der sofort geschlossen wurde. Vor einigen Jahren hat eben­falls der Typhus hier geherrscht und einige Opfer gefordert.

Aus aller Welt.

im

* Chemnit. Eine Vertrauensmänner Versammlung der Fortschrittlichen Volkspartei und der Nationalliberalen Partei beschloß, für die am 24. August stattfindende Reichs­tagsersatwahl in Zschoppau- Marienberg den fortschrittlichen sächsischen Landtagsabgeordneten R o ch Annaberg und 21. Wahlkreis für die Hauptwahl 1912 den nationalliber­alen Dr. Stresemann als gemeinsame Kandidaten aufzu­stellen. Beide Parteien verpflichten sich, die gegenseitigen Kandidaten bei den Wahlen zu unterstüßen.

* Berlin. Der Bundesrat hat von der ihm er­teilten Befugnis, die gesetzlich vorgesehenen Zölle für Spi­rituosen und Schaumwein herabzuseßen, für die Zeit bis Ende Juni 1910 Gebrauch gemacht. Da eine Verlänger­ung der Ermäßigung nicht erfolgte, traten am 1. Juli d. Js. die gesetzlich vorgesehenen höheren Zollfäße in Kraft. * Berlin. Dem Obmann der deutschen Redakteure auf der Schwedenfahrt 1910, Chefredakteur G. Schweißer, ist folgendes Telegramm zugegangen: Der Schwedische Publicist Klubben bittet Sie, unseren lieben deutschen Kol­legen und Freunden herzlichen Dank zu sagen für den war­men Gruß, den sie in dem Augenblick abgesandt haben, da

Für Else Rosarita und Hans Wenert bedeu­tete der Abend einen schönen fünstlerischen Erfolg; von beiden behaupte ich in gleicher Weise, daß sie ihre Rollen lieb gewonnen hatten und sich darin heimisch und sicher fühlten. Beider Spiel war bis in einzelne Feinheiten treff­lich ausgearbeitet, leidenschaftlich, nechiſch, gewandt ohne etwa ins Derbe, Drastische herabzusinten, am Her= fömmlichen zu fleben und so an Frische, an Farbe einzu­büßen. Was ich neulich über das Organ der Sängerin sagte, bleibt an sich bestehen; angenehm berührt die Sicher­heit in der Tongebung, und gefällige Rundung, auch in der Kopfstimme; geschickt vermeidet ihr Gesang alles Rissige, Schrille. Hans Wernert verfügt über einen nicht ganz so ausgiebigen, wohlflingenden Tenor; dabei finde ich es weise, daß er anfangs an Tonstärke spart, ohne dadurch etwa unverständlich zu werden. Ließe sich das schleifende " i" in Mädel( Maidel), das den Vortrag wohl erleichtert, nicht durch einfaches Ableben vermeiden( wobei ich zu be achten bitte, daß Abseßen und Atemholen zweierlei ist). Doch, in allem, beide, Else Rosarita" Hanna" und H. Wernert Graf Danilo", dürfen für sich den größten Teil des Beifalls in Anspruch nehmen; ihr Zusammenspiel, ihre anmutigen, eleganten Walzer der Balletmeisterin, L. Oldini, gleichfalls mein Kompliment, die auch die üb­rigen Tänze, im 3. Att den Grisettentanz, sehr gut ein studiert hatte- vor allem die gesangliche Leistung ver= dienen die vollste Anerkennung. Die einzelnen Lieder und Duette sind so bekannt, daß ich von einer besonderen Her­vorhebung absehen kann; das Tanzduett vom Dummen Rei­tersmann" wurde übrigens zweimal verlangt. Nicht auf der­selben Höhe stand das zweite Paar, dem der Komponist eine größere Aufgabe zugeteilt hat: Valencienne, die Gat tin des Gesandten und Herr von Rosillon. Grete Brill

leistete im 1. Afte als Erzellenz" nicht gerade Hervorra­gendes, erst im 2. und vollends im 3. Att tam die fesche Soubrette in's rechte Fahrwasser; die Töne lingen nicht immer ganz rein, das" i" in der Höhenlage sehr schrill; ihr Flitterstaat als Grisette war echt Variete. Ihr Partner, Fri Seybold, zeigte im ersten Att beinahe ein lin­fisches Benehmen( mit Absicht?). Am besten gelang beiden das Duett im 2. Afte mit dem wiegenden Refrain Wie eine Rose...".

Hermann Norden, immer eine sehr bürgerliche, joviale Erzellenz, bleibt immer der gute Spaßmacher, sefun diert in seinen Späßen von seinem Gesandtschaftskanzlisten ( Otto Conradi); lautes Lob verdient seine Regie, die schob und belebte, soweit sich eben Menschen Feuer einbla­sen lassen gegen Steifheit ist auch ein Regisseur schließ­lich machtlos die schöne Szenenbilder schuf. Sehr gut flappte das Septett, Ja das Studium der Weiber...", δας feck, flott und voll Leben gegeben und wiederholt

wurde.

Curt Gühne farifierte den äh, äh"-Ton in seinem Gesandtschaftsrat zu start. Alle übrigen Darsteller blieben im Rahmen des Ganzen, füllten da ihren Play, so gut sie fonnten, aus. Entweder lasse man alle Tänzer in Glace und Claque erscheinen oder, wenn anders nicht gut mög­lich, lieber feinen.

Auch das Orchester unter A. Mourotz geschickter Leitung tat seine Schuldigkeit.

Es ist, zumal bei uns Deutschen selten, daß uns ein Mime vergessen macht, daß er Theater spielt. Wir Deut­sche möchten alle gern Theater spielen, aber wir ersticen oft ich könnte sagen immer, das Genie ist zu zählen in Nachahmung, Pathos, Angelerntem. H. F. O.

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fchen Zollfriege in ihren Kräft Handelsminifte daß von Seiter als bon Deutic Angelegenheite es darin jetzt Deutschland u Frankreich mit die Schuld dar * Pari land und Fran

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