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Kreisstraße, nach Huzdorf, Quech, Rimbach, Ober- und| lin geplant ist und vom deutschen Luftschiffer- Veraand or­

Unter- Wegfurth führen und in Nieder- Jossa in den Bahn­hof der projektierten Nebenbahn Alsfeld- Nieder- Aula ein­münden. Für die Orte Ober- und Unter- Wegfurth ist ein gemeinschaftlicher Bahnhof in Ober- Wegfurth vorgesehen, Rimbach erhält eine Haltestelle und Qued einen Bahnhof, der auch für den Verkehr der Gemeinde Unter- Schwarz bor­gesehen ist.

* Ockstadt. Bei der Gemeinderatswahl wurden Johann Georg Müller, Joh. Schaupp, Johannes Eduard Kipp und Heinrich Klein 1. gewählt.

* Wening 3( Kr. Büdingen). Zur Förderung der unter dem Protektorate des Großherzogs und der Großher­zogin stehenden Bestrebungen für Säuglingspflege und Mut­terschutz ist in Wenings eine Beratungsstelle für Säuglinge und Mütter er" chtet worden.

* Groß Karben. Eine Ackerbau- und Obstaus­stellung, verbunden mit Tierschau, sand auf der Gehspiße In den beiden zwischen Groß und Klein- Starben statt.

Hauptabteilungen wurde vorzügliches geleistet. Bei der Tier­schau wurden Simmentaler Rindvieh und Saanenziegen prä' miiert. An Preisen wurden auf der Ausstellung insgesamt etwa 1200 Mart verausgabt. Der Besuch der Ausstellung

war sehr stark.

* Bensheim. Der Kreistag hat dem Projekt der Continental- Eisenbahnbau und Betriebsgesellschaft" in Ber­lin betreffend die Erbauung einer Eisenbahn zwischen Bens­den heim und Lindenfels im Prinzip zugestimmt. Nach Angaben des Vorsitzenden Kreisrat Eckstein, soll die Bahn nach dem gemischten Adhäsions- und Zahnradsystem gebaut

werden.

* Hanau. Auf eine Anfrage der hiesigen Handels­fammer wegen der wirtschaftlichen Förderung des Vogels­berges durch eine geeignete Eisenbahnverbindung teilte der Vorsitzende des Kreisausschusses Schlüchtern mit, daß so­eben ein Projekt zum Bau einer Kleinbahn von Freien= steinau über Ulmbach nach Saalmünster ausgearbeitet werde.

Stadttheater Gießen.

ganisiert wird.

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* Köln. Hier kam es im Vorort Deutz zu sehr schweren Streitunruhen, die an die Vorgänge in Moabit erinnern. Die Arbeiter des Unternehmers waren in den Ausstand getreten. An ihrer Stelle Arbeitswillige von auswärts zum ersten Male an die Ar­beit gegangen. Als sie unter polizeilicher Bewachung nach dem Bahnhof geführt wurden, um die Heimfahrt anzutre­ten, stürzte sich eine Menge von 200 Personen auf sie und die begleitende Schuhmannschaft. Die lettere, nur 5 Mann start, war den Tumultanten gegenüber machtlos und mußte ver­sich zurückziehen. Ein Polizeibeamter wurde schwer letzt und liegt mit 3 Zivilisten im Krankenhause darnieder. Man befürchtet weitere Ausschreitungen.

* Königsberg. Der Reichstagsabg. Arendt, der fonservative Vertreter des Wahlkreises Königsberg 2, 20­biau- Eylau, ist in Spannägeln bei Poelfen gestorben.

ein * Peking. In China soll im Jahre 1915 Reichsparlament zusammentreten. Um die Vorarbeiten für seine Einberufung zu erledigen, hat die Regierung ein Vor­parlament einberufen, daß vor kurzem durch den Regenten von China eröffnet wurde.

)( Forst i. 2. Der Große Herbstpreis, ein 50 Kilo­meter- Rennen hinter Motorschrittmachern, an welchem sich Bruni, Ebert, Rießner und Waterreus beteiligten, sah den letzteren auf seinem flinken Brennaborrade als Sieger.

ver­

)( Brennabor im Ausband. Der bekannte Flieger Oskar Peter beteiligte sich während der letzten Zeit erfolgreich an russischen Rennen. Auch am letzten Sonn­tag war es ihm möglich, wiederum zwei Siege zu zeichnen, indem er in Warschau das Große Internationale Hauptfahren und das Zweistundenrennen auf dem deutschen Rade Brennabor gewann.

Aus dem Gerichtssaal.

Straffammer.

Gießet, 4. Oftober 1910.

Das Schäffengericht Lich hatte den Taglöhner Theodor Kamka aus Proschowitz wegen unerlaubter Rückkehr zu 14 Tagen Gefängnis verurteilt. Er ist vom Kreisamt Heppen­

Wieder wie im vorigen Jahre hat Direktor Steingoet­ter zu der am vorgestrigen Dienstag erfolgten Eröffnung der diesjährigen Spielzeit ein Shakespeare's chesheim ausgewiesen worden, kam aber doch wieder in das Stück erwählt. Er hat damit ohne Zweifel dem hiesigen Theaterpublikum gezeigt, daß die Theaterbühne eine volle Stätte der Kunst sein muß von Anfang an und daß diese ihre Bedeutung und Wirkung auf das breite Leben nicht ohne Einfluß sein darf.

Der Kaufmann von Venedig, dieses wuchtige Stück in 5 Aften, eines der letzten Schöpf­ungen Shakespeares, bürgt Wahrheit und eine fesselnde Sprache in sich, zumal wie es am Dienstag durch die großartige Aufmachung des Direktor Steingoetter geschah in allen seinen Teilen packend und hochinteressant wenn es in ausgestattet und inszeniert wird. Die Hauptrollen lagen in den Händen der uns aus dem letzten Winter wohlbe­tannten und beliebten Künstern. Oberregisseur Bakos spielte den Kaufmann Antonio, der Namensträger des Stü­des, mit ruhiger Berechnung; vielleicht wäre etwas mehr Temperament im vorletzten Alte beim Spruch des Gerichts erwünscht gewesen. Dasselbe ist auch für Rudolf Go II, der des Kaufmanns besten Freund, den Brassanio, verför­perte, anzuwenden. Die Hauptfigur des ganzen Stückes, den Juden Shylock, wußte Curt Gühne mit bewunderns­wertem Talent zu geben; allen Stellungen und jedem seiner Worte verlieh er die erforderliche Kraft, so daß ihm das Hauptverdienst der ausgezeichnet schönen Aufführung zu tommt. Allerliebst war des Juden Diener Lanzelot Gobbo, dargestellt von Charlotte Hill, dessen alter Vater( Her­mann Norden) in der kurzen Rolle recht altväterlich sich zeigte. Fränzi Koch spielte die reiche Erbin Porzia fein, liebenswürdig und wußte mit lobenswertem Geschickt ihre zwei ersten Freier den Prinzen von Marocco( Direktor H. Steingoetter), der siegesbewußt dommt und so auch gegeben wurde, den Prinzen och Arragon( C. Gold­berg), jedem nach seiner Art wieder abzufertigen ihren dritten willkommenen Bassanio mit lieblichem Lächeln die Verlobungsszene zu geben. Sie wie auch ihre Beglei­terin Nerissa( Hilda Enge) hatten ein famoses Zu­

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diese Theatersaison, daß diese beiden Damen im Verein mit Olga Nietschmann, die des Juden Tochter Jessica angemessen gab, uns noch manche voll ausgefüllte Rollen geben. Karl Marr, als Liebhaber dieser jungen Jüdin, spielte gut.

Die Direktion hat mit dieser ersten Vorstellung bei Wie­dereröffnung der diesjährigen Spielzeit eine Visitenkarte wenn man es einmal so bezeichnen soll- abgegeben, die von dem Publikum, dem vollbesetzten Hause mit gro bem Dank entgegengenommen wurde. Reichen Beifall ern teten die einzelnen Spieler.

Welt.

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* Berlin. Das preu? ische Kriegsministerium be absichtigt einen 100 000 Mart Preis für einen deutschen Ue­berlandflug zu stiften, welcher auf der Strecke Aachen- Ber­

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in der Entwicklung zurückgebliebene Kinder.

Großherzogtum und bettelte anscheinend. Zu Nieder- Bessin­gen wurde er von einem Gendarmen betroffen und ver= haftet. Er focht das Urteil an, da er nach Kassel wollte und keinen anderen Weg habe nehmen können als durch das Großherzogtum Hessen; übrigens will er sich gar nicht bewußt gewesen sein, daß er sich in Hessen befinde. Auf seine Angaben wurde kein Gewicht gelegt und seine Be rufung verworfen mit der Maßgabe, daß ihm eine Woche Untersuchungshaft anzurechnen ſei.

Ein Standesbeamter hat die Trauung einer geschiede­nen Ehefrau vorgenommen, ohne daß ihm das Zeugnis vorlag, wonach bezüglich der Kinder der Braut das Er= forderliche in Beziehung auf die Vormundschaft gewahrt sei. Es handelt sich um ein Versehen, so daß die Minimalstrafe von 3 Mart angezeigt erschien.

Gegen den Taglöhner Peter Josef Eger aus Grünberg, der wegen Diebstahls angeklagt ist, wurde wegen unent schuldigten Ausbleibens Vorführungsbefehl und gegen den Knecht Johann Blößer aus Gießen, der ebenfalls wegen Diebstahls unter Anklage steht und unentschuldigt ausgeblie ben ist, Haftbefehl erlassen.

Die Berufung der Emilie Rehme in Trohe, die einen Gießener Rechtsanwalt wegen Beleidigung verklagt hatte, wurde zurückgewiesen. Der Angeklagte hat der Klägerin in ge= einer Verteidigungsrede den Vorwurf des Ehebruchs macht. Wegen diesem wurde er aus§ 193 freigesprochen. Er soll aber die Aeußerung während der Beratung des Ge­richts wiederholt haben, was aber nicht als erwiesen an­genommen wurde, weshalb in dieser Beziehung ebenfalls Freisprechung erfolgte.

Die Berufung des Schuhmachermeister Wilhelm Schar­mann aus Restrich, der wegen Bedrohung und Beleidigung eines Feldschüßen zu 14 Tagen Gefängnis und 20 Mart da Geldstrafe verurteilt war, wurde zurückgewiesen, nicht erschien.

Literarisches.

Ratgeber. Es heißt Galinsogea, stammt aus Peru und ver­mag in einem einzigen Jahre drei Generationen von Nach­femmen zu erzeugen. Seine Vermehrungsfähigkeit ist in­folgedessen ungeheuer. Wer sich für das Wachsen dieses Unkrautes oder seine Bekämpfung interessiert, sollte sich die neueste Nummer des praktischen Ratgebers im Obst­Gartenbau in Frankfurt a. O. senden lassen, die Ausführ­liches darüber enthält. Zusendung erfolgt kostenfrei.

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Die Schaubühne" erscheint wöchentlich im Um­fang von 32 Seiten und kostet: 40 Pfg. die Nummer, 3.50 Mark vierteljährlich, 12 Mr. jährlich. Probenummern gra­tis durch alle Buchhandlungen, Postanstalten sowie durch den Verlag Erich Reiß, Berlin W. 62, Wichmannstraße 8a.

- Wie verhütet man die Uebertrag ung der Lungentuberkulose? Unter diesem Titel ist in der Verlagsanstalt Emil Abigt, Wiesbaden 35 eine Aufklärungsschrift des Kurarztes Dr. med. O. Amrein aus dem weltbekannten Lungenfurort Arosa erschienen. Pr. Mt. 1.-, geb. M. 1.40.( Porto 10 Pfg.) Wie der Ver­fasser schreibt, sterben allein in Preußen alljährlich zirka 100 000 Menschen an der Lungentuberkulose, Millionen in der ganzen Welt. Ein bekannter Züricher Universitätspro­fessor weist sogar an Hand eingehender Untersuchungen nach, daß heute bereits die Mehrzahl der Menschen eine von Tu­berkulose angegriffene Lunge aufweist, also angesteckt ist. In vielen Fällen hilft sich die Natur selbst, in der Mehr­zahl aber fordert diese Seuche frühzeitig ihr Opfer. Die Hunderttausende von Kranken und ihre Aerzte, vor allem aber jeder noch Gesunde sollten diese Schrift lesen, um für sich die Uebertragung der Lungentuberkulose verhüten zu helfen.

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Mar Hesses Voltsbücherei. Nr. 556 bis Heſſez Boltzbüch Preis jeder Nr. 20 Pig. Mar Hesses Verlag, Leip­Auch die neueste Reihe von Max Hesses Volksbü­cherei bietet eine reiche Auswahl des Besten, das für das Volf gerade gut genug ist. Bertha Kehrens Erzählung Der Wahrheit die Ehre" ist eine gewöhnliche Liebesgeschichte, aber ungewöhnlich gut geschaut und erzählt.( Nr. 556 bis 557.) Bret Harte, der vielgelesene, erfreut mit seinem fali­fornischen Goldgräberhumor, der bei derbster Realistik doch Meisterstücke zarten Empfindens zu schaffen vermag, in Nr. 558 und 559. Harmloser Witz und viel Behagen stecken in Ludwig Staves Humoresken. Im stärksten Gegensate dazu bietet Helene Böhlau in ihrem Roman Herzenswahn"( Nr. 561-562.) in psychologischer Feinheit und fast bedrückender Kunst das Glücksuchen, Leiden und Sehnen eines leiden= schaftlichen Mädchenherzens. Karl Bienensteins 3 Humores­fen( Nr. 563) gewähren eine wohltuende Abwechsamg. Ernste Heimatkunst trotz aller Lustigkeit, echte Dorfgeschich­ten, die eigenes genug bieten. Nr. 564-565 enthalten ebenfalls Heimatskunst. Felix von Stenglin schildert in schnell vorübergleitenden und doch lebenswahren Bildern die letzte Ernte des im vergeblichen Ringen mit der neuen Zeit zugrunde oder doch von Grund und Boden gehenden Uradels, des alten erbangesessenen Landadels. Geschichten aus der bösen alten Zeit, die selbst an die gute alte Zeit gemahnen, wo die Ansprüche an die Unterhaltung noch et was bescheidener waren, sind die historischen Erzählungen von Gustav Nieris( Nr. 566-567), die ein Wiederausgra­ben für die Jugend und weite Voltstreise wohl rechtferti­gen. Den würdigen Schluß der Reihe bilden Geschichten eines ebenfalls und mit vollstem Recht wieder auferstan denen Lieblings der Jugend und des fleinen Mannes: Friedrich Gerstäckers.( Nr. 568-569.)

Verantwortlich: Albin Klein, Gießen.

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Ueber ein wanderndes Unkraut, das neuerdings an einigen Orten große Verbreitung angenom men hat, berichtet in seiner neuesten Nummer der praktische

Frohe Botschaft für Asthmatiker.

Es wird von Tausenden bestätigt, daß Dr. Elswirth's Astmol- Asthmapulver das zuverläßigste Mittel ist, diesem lästigen Uebel abzuhellen und vielfach gänzlich zu beseitigen. Ernst Ney in Lauenburg, Elbestraße 102, empfiehlt jedem Asthmaleidendem Astmol- Asthmapulver in folgenden Worten: " Hierdurch spreche ich meinen verbindlichsten Dank für die Güte des Astmol- Asthmapulvers aus. Leide schon seit 15 Jahren an chronischem Asthma, fein Arzt konnte mir hel= fen; habe schon verschiedene andere Asthmapulver gehabt, aber über allen anderen steht Astmol ooch am höchsten. Während mir die anderen Pulver wenig oder gar feine Linderung brachten, war das bei Astmol gerade das Ge­genteil. Ich konnte Nachts ruhig schlafen, auch sonst werde ich die Güte des Pulvers gewahr, habe auch schon seit 2 Jahren wieder einen Beruf ergriffen."

Preis der großen Schachtel Dr. Elswirth's Astmol- Asthma- Pulver Mt. 2.50, in Apotheken erhältlich. Um jeder­mann von der Wirkung des Astmol- Asthmapulvers zu über­zeugen, werden gratis Muster franto versandt durch die En gel- Apotheke in Frankfurt a. M. Man sende Postkarte mit genauer Adresse. ( 94)

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