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enthaltenen Vorschriften finden auf die in dem gegenwär tigen Gesetze mit Strafe bedrohten Handlungen Anwend ung, soweit nicht durch dieses Gesetz abweichende Bestimm­ungen getroffen sind.

Artikel 9. Auf Anteilscheine von Anleihen, deren Ver­zinsung und Tilgung mit einer Verlosung und mit Prämien verbunden ist, finden die Bestimmungen dieses Gesetzes keine Anwendung.

Aufklärungsarbeit des Hansa- Bundes.

( Hansabunds- Lehrgänge und Diskussionsabende.) Schon in den Richtlinien" hat es der Hansabund für eine seiner ersten und vornehmsten Aufgaben bezeichnet, in allen Schichten der Bevölkerung Aufklärung zu verbreiten über die Bedeutung von Gewerbe, Handel und Industrie und der sonstigen Erwerbsstände im Staate, insbesondere auch des gewerblichen Mittelstandes und Handwerks sowie auch der Landwirtschaft, über ihre Stellung in der Ge­samtwirtschaft, über ihre Ziele und ihre bisherigen Leist ungen sowie über Inhalt und Charakter der für sie wich­tigen Gesetzgebung. Auf der ersten Tagung des Gesamt ausschusses des Hansabundes hat der Präsident Landrat a. D. Rötger auf die Wichtigkeit dieser Aufgabe wiederum nachdrücklich hingewiesen und dann hinzugefügt:" In offe­ner Aussprache und, wenn es sein muß, in offenem Kampfe wollen wir jedem einzelnen und unserem Volte zeigen, was nach unserer gemeinsamen Ueberzeugung allen frommt, immer mit dem Ziele, die Lebensbedingungen aller ohne Bevorzugung einzelner Erwerbstreise möglichst zufriedenstellend zu gestalten. Wir wollen ausbauen und zusammenführen, nicht zerstören, und wir hoffen, daß dank unserer Arbeit das Verständnis für die Bedeutung jeder einzelnen unserer Erwerbsgruppen für unser nationales Wirtschaftsleben, für unsere nationale Wohlfahrt sich Bahn brechen wird."

Zur Erreichung dieses nationalen Zieles sind in der größeren Zahl der Ortsgruppen Hansabunds- Lehrgänge u. Diskussionsabende eingerichtet.

Von den bereits behandelten Themen mögen hier nur folgende genannt sein:

Reichs, Staats- und städtische Verfassung. Reichs- Einnahmen und Reichs- Ausgaben. Finanz- und Steuergesetzgebung in Preußen u. Deutsch­land.

Die Selbstverwaltung in Preußen. Parlamentarismus und Parteien in Deutschland, ihre Entstehung und historische Entwickelung. Das bisherige Verhalten der Gesetzgebung und Ver­waltung des Staates gegenüber den verschiedenen

Erwerbsständen.

Das Recht des Staatsbürgers.

Die wirtschaftlichen Grundlagen der verschiedenen Er­werbsstände.

Regelung des Submissionswesens.

Die Befämpfung des Borgunwesens. Pensionsversicherung der Privatangestellten.

Die neuen Bedürfnisse und Wünsche des gewerblichen

Mittelstandes.

Reichsversicherungsordnung.

Grundtatsachen der Arbeiterfrage.

Die Interessen der einzelnen Bundesstaaten Ausfuhr zur See und an den Kolonien.

Lokales.

an

der

Gießen, 5. April 1910. -h- Jubiläum. Dieser Tage konnte Obermeister Reinhardt auf eine 25jährige Tätigkeit im Dienste des Fabrikbesitzers Schaffstädt zurückblicken. Vom Chef der Firma und seinen Kollegen erhielt der Jubilar reiche Ehr­ung.

Stadtverordneten Versammlung. Die Tagesordnung der nächsten Sizung, die Donnerstag, den 7. April, nachmittags 4 Uhr, stattfindet, umfaßt fol= gende Punkte: 1. Sommerfahrplan der Straßenbahn. 2. Niederschlagung uneinbringlicher Ausstände aus 1908. 3. Vorlage der Rechnung und des Verwaltungsberichts für 1908. 4. Voranschlag für 1910.- 5. Gesuch des Joh. Steinhauer jr. um Erlaubnis zum Schankwirtschafts­betriebe Weßlarerweg 77.

** Ausstellung. Am 29. Mai findet auf der Liebigshöhe eine Hunde Ausstellung statt, veran­staltet vom Verein für Hundesport. Die geplante Veran staltung wird durch ihre Reichhaltigkeit und Gediegenheit ganz gewiß das Interesse für die Hundezucht neu beleben und auch dem Hundesport viele Freunde zuführen.

* Elektrische Straßenbahn. Die elektri­sche Straßenbahn beförderte in dem Monat März 94 369 Personen; die durchschnittliche tägliche Benußungsziffer be­lief sich somit auf 3045 Passagiere. Zu einer größeren In­anspruchnahme der Bahn führten die beiden Osterfeiertage, welche insgesamt eine Beförderung von 9659 Personen

8)

Die Freundinnen.

Originalroman von Irene v. Hellmuth. ( Nachdruck verboten.)

Du darfst mir nicht das Haus mit all dem Kram vollstopfen, dafür habe ich nicht Raum genug," wieder­holte sie immer. Und du mußt auch froh sein, ein paar Groschen in die Hand zu bekommen, denn wenn ihr euch auch noch so bescheiden einrichtet und wenn man in Neun­linden auch viel billiger leben kann, als in einer großen Stadt, Geld braucht man deswegen doch. Deine Toilette ist auch viel zu reichhaltig," fuhr sie dann fort und ließ ihre falten grauen Augen prüfend über die ge­schmackvoll gearbeiteten Kleider der Nichte hinschweifen. Du lieber Gott, wozu braucht man denn so unglaub­lich viel Sachen! Das muß nun in der Zukunft alles anders werden. In Neunlinden hast du gar keine Ver­wendung für solchen Lurus, man lebt dort sehr einfach.

Artikel 10. Das vorstehende Gesetz tritt gleichzeitig mit dem Staatsvertrage zwischen den Hessisch- Thüringischen Staaten und Preußen vom 17. Juni 1905 in Kraft. Gleichzeitig treten außer Kraft:

1. Die Artikel 234, 235 des Polizeistrafgesetzes vom 30. Oktober 1855, soweit sie den Vertrieb von Lo­sen 2c. außerhessischer Lotterien und Ausspielungen betreffen;

brachten. Ein Vergleich mit der durchschnittlichen Benutz­ung in den letzten drei Monaten zeigt, daß die Verkehrs­verhältnisse mit einer täglichen Inanspruchnahme der Bahn von 3127 Personen im Januar, von 3106 Fahrgästen im Februar und 3045 Personen im März bereits stetig gewor­den sind. Landwirtschaftlicher Verein. Der landwirtschaftliche Verein hielt kürzlich in Gießen eine Ausschußsibung ab, welche eine erhöhte Bedeutung durch die Anwesenheit unseres neuen Provinzialdirektors Dr. Usin ger gewann, den der Vorsitzende, Dekonomierat Schlenke, ganz besonders warm begrüßte. Nach dem Jahresbericht zählte der Verein 1800 Mitglieder, obwohl er im abgelau fenen Geschäftsjahr ungefähr 200 Mitglieder verlor. Aus den Verhandlungen dürfte der bemerkenswerte Beschluß her­vorzuheben sein, die Bestrebungen der Landwirte durch Geldmittel zu unterstützen und in dieser Angelegenheit ge­meinsam mit dem Provinzialausschuß und der Landwirt­wirtschaftskammer vorzugehen.

So war nun endlich der für den Umzug festgesetzte Tag gekommen. Am meisten schmerzte Sylvia die Trenn­ung von ihrer über alles geliebten Freundin. Denn da Maja in der Stadt nur wenige Häuser entfernt wohnte, war es den beiden Mädchen möglich gewesen, sich zu sehen, so oft sie Lust hatten. Das ging nun freilich nicht mehr. Doch zum Glück konnte man Neunlinden in etwa einer Stunde erreichen, und Maja versprach, oft zu kommen. Ihr standen ja jederzeit Wagen und Pferde zur Verfüg­ung, ein Besuch in Neunlinden bot also keinerlei Schwierig teiten. Frau v. Schmettwiß hielt allerdings keine Kut­Schierpferde, weil man das nach ihrer Ansicht nicht nötig hatte.

Bu Fuß gehen ist viel gesünder," pflegte sie zu sagen, und auch viel billiger. Wozu hätte denn der Mensch zwei Beine, wenn er sich im Wagen spazieren fahren las­fen wollte!"

Sie besaßen daher n ein paar schwerfällige Acker­gäule, die sie zum Feldbau brauchten.

Sylvia war noch nicht sechs Wochen in Neunlinden, als bte Tante schon mit allerlei Heiratsplänen hervortrat. Ste forgte mit großem Eifer, das Mädchen so bald als mög

== Streif. Gestern ist ein großer Teil der Arbei­ter der Dämpfziegelei Gabriel am Abendstern verschiedener Differenzen mit der Betriebsleitung halber in den Ausstand getreten.

= p Spielen in auswärtigen Lotter i en. Eine Bekanntmachung des Gr. Polizeiamts auf der 1. Seite unseres Blattes beschäftigt sich mit dem Spielen in auswärtigen Lotterien, das in Hessen leider noch allge­mein an der Tagesordnung ist und doch nur unser Geld nach dem Ausland bringt. Aus diesem Grund möchten wir alle unsere Leser darauf aufmerksam machen, daß hohe Geldstrafen oder bei Zahlungsunfähigkeit eine entsprechende Haft auf dem Spielen in den in Hessen nicht zugelassenen Lotterien steht.

Aus Hessen und Nachbargebiet.

** Bauern se st. Am 5. und 6. Juni findet auf Veranlassung der landwirtschaftlichen Parteien in Widders­heim bei Nidda ein Bauernfest statt, das bei den oberhessi­schen Landwirten reges Interesse erweckt hat. Vertreter der Agrarparteien werden hierbei Ansprachen halten, so daß jedenfalls mit einem starten Besuch der Veranstaltung zu rechnen sein wird.

* Mück e. Ein plötzlicher Tod überraschte eine fast 80 Jahre alte Greisin auf der Wiese. Sie war dorthin ge­gangen um einige Frühjahrsarbeiten zu verrichten, daber erlitt sie einen Herzschlag.

4 Lehrer tätig, die mehr als 40 Dienstjahre zählen. Es * Alsfeld, 3. April. Im Kreise Alsfeld sind noch sind dies die Lehrer: Walther zu Schwarz, Volk zu Scha­denbach, Becker zu Flensungen und Döring zu Windhausen. Walther ist sogar noch auf seiner ersten Stelle und ver­sieht dort schon 45 Jahre mit der größten Treue sein Amt. Döring ist auch schon 41 Jahre im hiesigen Kreise tätig.

* Alsfeld. Eine unglaubliche Rohheit beging ein Schweizer im nahen Sickendorf. Einer unruhig gewordenen Suh stach er mehrmals mit der schmußigen Mißgabel in die Weichen. Das Tier mußte geschlachtet werden.

* Wenings. Die hiesige Jungviehweide wird ge­genwärtig von der Landwirtschaftskammer ganz beträchtlich erweitert. Mit einem Kostenauswand von etwa 15 000 M. werden Schutzbauten, Gehege, Ställe 2c. vergrößert.

* Vom Vogelsberg. Es werden lebhafte Kla­gen geführt über Beschädigungen der Saaten durch raben­artige Vögel und über die Abnahme der nüßlichen Vogel­arten. Um dem Ueberhandnehmen der Raben, Krähen, Dohlen, Häher und Elstern zu steuern, sollen sie durch ge­eignete Personen geschossen werden.

* Bad Nauheim. Hier fand die landespoli­zeiliche Abnahme der neuen Wettertalbahn Bad­Nauheim- Rockenberg statt.

* Bad Nauheim, 3. April. Etwas über 300 Bäder werden eben täglich im staatlichen Badehaus 8 ge= geben, wozu noch nahezu 80 im Konißfistift kommen. Vom 15. d. Mts. ab wird noch ein weiteres Badehaus eröffnet, nach Bedarf auch ein drittes. Ebenso wird am 15. April das Inhalatorium dem Gebrauche übergeben.

* Inheiden. Die Hochbauten für die Pumpsta­tion des Provinzialwasserwerks sind jetzt von der Neubau­verwaltung der Provinz Oberhessen ausgeschrieben und wer­den noch Ende dieses Monats in Angriff genommen. Der Gleisanschluß von Bahnhof Treis bis zum Quellgebiet ist fast vollendet und der Rohrstrang bis Geiß- Nidda ge= legt.

lich wieder los zu werden. Und als sie bemerkte, daß ein benachbarter Gutsbesißer sich ernstlich um Sylvias Gunst bewarb, da redete sie der Nichte so lange zu, bis diese endlich in die Verlobung mit Herrn Hugo von Trost­berger willigte.

Die Tante freute sich innerlich ungeheuer über den gelungenen Plan. Denn wenn Sylvia heiratete, nahin sie selbstverständlich auch ihren Vater mit sich in das neue Heim, und man war auf diese Weise die Verwandtschaft wieder los. Sie hatte kaum gehofft, daß sich die ihr unan­genehme Sache so schnell würde erledigen lassen. Daß Herr Hugo von Trostberger viel älter war als Sylvia, erschien ihr durchaus kein Hindernis. Die Nichte machte eine gute Partie, das war die Hauptsache. Frau von Schmettwit war eine höchst prosaische Natur, die für romantische Ju­gendschwärmereien kein Verständnis hatte! Und außerdem war Herr Hugo von Trostberger bis über die Ohren in Sylvia verliebt, was wollte diese denn noch mehr? Die Sache war nach der Meinung der Tante in bester Ordnung.

III.

2. das Gesetz, die Einführung einer staatlichen Klassen­lotterie betreffend, vom 12. August 1899. Urkundlich unserer eigenhändigen Unterschrift und bei­gedrückten Großherzoglichen Siegels. Darmstadt, den 14. Februar 1906.

( 2. S.)

ERNST LUDWIG.

Ewald. Gnauth.

* Schotten, 4. April. Eine neue Schulklasse wird von heute ab an unserer Volksschule errichtet. Die neue fünfte Stelle wurde dem bisherigen Einjährigen bei den 117ern, Schulverwalter W. Lenz aus Klein- Linden, über­tragen.

figender des Fahrte tehenden Pogimer berunglückte Ballon Führerqualität, do ning, da er schon n

Daher anzunehmen felbft war. Die a geringe aeronautif gen Jahrbuch des nicht aufgeführt find mern" gesteuert hat borigen Sommer. Luftschiffahrt noch a ben, das heißt nach wohl 7-8 Fahrten genheit, zu beobacht Allerdings hat er Bereins eine Fahrt mitten auf das Hilfe einiger hin Ende nahm. Der tember 1907 unter Ben Preis des bel das Unglück wiede für die Luftschiffe zu suchen sind. Gaßnib find die Leichen D duhn noch nicht ge

* Nidda. Die Schlußfeier der Gewerbeschule fand in den neuerbauten Schulräumen unter recht reger Beteilig ung der Eltern der Schüler und einer ansehnlichen Zahl Gäste statt. Der Leiter der Schule trug den Jahresbericht über das abgelaufene Schuljahr vor und entwarf alsdann ein Programm, welches die fünftige Betätigung der Schule außerhalb des Rahmens der Unterrichtserteilung erkennen ließ.- Bei dem an die Schlußseier sich anschließenden ge­meinschaftlichen Rundgang durch die reichhaltige Ausstellung von Zeichnungen und Modellen wurden von dem Haupt­lehrer die nötigen Erläuterungen gegebent Die Ausstellung bleibt bis zu dem morgigen Tage geöffnet.

* Ulrichstein, 4. April. Die goldene Hochzeit be­gingen in Köddingen Schneidermeister Oppermann und seine Ehefrau. Der Großherzog schenkte dem Jubelpaare sein Bild. * Ulrichstein. Den ältesten Polizeidiener Hessens dürfte das Dorf Dirlammen haben. J. Merz ist jetzt 83 Jahre alt und versieht sein Amt 43 Jahre lang.

* Offenbach a. M. Mit einem Kapitalaufwand von 400 000 Mark wird hier ein neues Theatergebäude er­richtet werden. In Anbetracht der schlechten Finanzlage der Stadt soll das Unternehmen aus privaten Mitteln geschaf­fen werden. Bis jetzt stehen 250 000 Mt. unverzinslich zur Verfügung.

Ein furchtbares Ballonunglück.

Von der Ostsee kommt die Nachricht von einer Schreck­ensfahrt im Fernballon, die am Sonntag in Stettin ihren gefordert hat.

Anfang genommen und, wie man annehmen muß, 3 Opfer Sonntag vormittag um 10% Uhr sollte der Ballon Pommern" mit 4 Insassen eine Fernfahrt mit Leuchtgas füllung unternehmen. Führer war Reichstagsabgeordneter

Dr. Delbrück, Mitfahrende die Herren Kaufmann Hein, Stadtbaurat Benduhn und Bankbeamter Semmelhack. Es ging ein scharfer Wind, der flotte Fahrt verhieß. Die Füll­ung und der Start geschahen bei der Zabelsdorfer Gasan­stalt. Unmittelbar nach dem Aufstieg kollidierte der Ballon mehrfach mit dem Fabrikgebäude und dem Telegraphenge­stränge. Durch diese Kollisionen wurden die Insassen, und besonders der Führer, schwer verletzt und das Ballonne zerriß, sodaß die Gefahr bestand, die Hülle werde heraus­schlüpfen und der Korb zur Erde stürzen. Aber das noch schlimmste war: die Leinen für Ventil und Reißbahn hat ten sich verwirrt und waren unbrauchbar, sodaß der Bal­lon völlig hilfslos treiben mußte. Schließlich gelang es, über dem Meere, kurz vor der Insel Rügen, die Reißbahn zu ziehen. Offenbar war dies aber zu früh geschehen, der Ballon stürzte ins Meer und drei Insassen verloren ihr Leben.

Semmelhack konnte gerettet werden, ebenso Hein, doch ist letterer an den erlittenen Verlegungen gestorben. Del | brück und Benduhn werden vermißt und sind jedenfalls er­trunken.

Der alte Friß war, nachdem die beiden jungen Mäd­chen ihn verlassen hatten, auf seinem Baumstumpf sanft eingeschlafen. Er nickte mehrmals mit dem dicken Kopfe; ein gutmütiges Lächeln spielte um seinen bartlosen Mund; denn der Traumgott gaufelte ihm bunte Bilder vor: Ihm war, als sähe er seine geliebte junge Herrin immer vor sich herlaufen, sie rief ihm zu, er soll sie haschen, doch da kam Herr von Brandt und schlang den Arm um sie und füßte sie. Das wollte Friß nicht leiden, er versuchte das lachende Mädchen wegzuziehen, und plumps- lag er mit der Nase im Sande. Verwundert, im ersten Augenblick kaum wissend, wo er sich befand, richtete er sich schwerfällig auf und kratte sich mit leisem: Hm, bin, ich glaube, ich habe geträumt," hinter dem Ohr. Dann blin­zelte er nach allen Seiten hin und da sich ringsum nichts regte, setzte er sich beruhigt wieder auf seinen Plaz. Bald verkündeten die tiefen Atemzüge, daß er fest einge­schlafen war.

Er hörte auch nicht, daß ein Wagen in schnellem Tempo den Berg herauffuhr und gleich darauf dicht bei den Lin­что лодша игралфилә лә аnd 1 крош

Aus Saßnitz wird gemeldet: Sofort, als man im Ha­fen das Niedergehen des Ballons bemerkte, ging der Dam pfer Moltke in See und suchte die Unglücksstelle auf. Der Ballon wurde mit dem Korb von Fischern geborgen. Sämt liche Instrumente fehlen. Die Leichen wurden bisher noch nicht gefunden. Fischer suchen noch die Unglücksstätte ab. Der Ballon ist start beschädigt. Am Strande von Saßnitz hatte sich eine große Menschenmenge angesammelt.

Der Fahrtenleiter des Berliner Vereins für Luftschiff fahrt, Dr. Bröckelmann, äußert sich über das Unglück fol gendermaßen: Es unterliegt nach meinem Dafürhalten kei­nem Zweifel, daß die Kollision des Ballons mit dem Ge bäude, die gleich beim Start erfolgte, als die mittelbare Ursache der Katastrophe angesehen werden müsse. Sicherlich ist durch den Anprall die Bemannung des Aerostaten der artig erschüttert worden, daß sich der Herren eine starke Benommenheit bemächtigte, die sie einer einsichtigen und gei­stesgegenwärtigen Handlung unfähig machte. Andernfalls wäre es nicht zu begreifen, daß der Führer nicht zu einer sofortigen Landung schritt. Da Verletzte sich an Bord be­fanden, hätte er dies sicher sofort oder wenigstens auf der Ueberlandfahrt bis Heringsdorf getan. Stadtbaurat Ben­duhn, der sich gleichfalls in der Gondel befand, war Vor­

ihn jemand heftig an den beiden Schultern rüttelte und eine ihm bekannt scheinende Stimme in sein Ohr schrie:

,, Du sibest hier und schläfst wie ein Murmeltier!- Wo ist meine Tochter?- He! So wach doch endlich auf; alte Schlafmüße du!"-

Friß stand im Nu auf den Füßen, als Herr Ferdinand Reinau lauter und ungeduldiger denn zuvor seine Frage wiederholte: ,, Wo meine Tochter ist, will ich wissen!"

Frit legte wie sich besinnend die Hand an die Stirn. Er mochte Sabei allerdings kein besonders geistreiches Ge­sicht machen, sonst wäre sein Herr doch schwerlich zu der schmeichelhaften Bezeichnung gekommen: Friß, du bist aber doch ein rechtes, altes Schaf, gib doch endlich Antwort, wo ist Maja--?"

Das Fräulein ging dort hinauf!"

Mehr brachte der Alte im Augenblick nicht heraus, so sehr war er erschrocken.

,, Dort hinauf," ahmte Reinau mit boshafter Ueber­treibung nach ,,, du mußt doch wissen, wo ich sie fin­den kann!"

,, Nein, das weiß ich wirklich nicht!" " Herrgott, ist das ein Kreuz, wenn der Mensch so alt und so dumm wird!" eiferte Reinau. Deinetwegen könnte Maja freilich mit dem ersten besten Landstreicher eine Liebschaft anfangen, du siehst und hörst doch nichts davon!"

Friz wußte sich nicht zu erklären, wohin sein Herr zielte und so zornig hatte er den sonst so ruhigen Mann lange nicht gesehen. Friß fonnte natürlich nicht ahnen, daß man seinen Herrn aufgestachelt hatte. Der ver­schuldete Offizier", von dem Herr Stolze senior gespro­chen, war dem biederen Manne in alle Glieder gefahren. Das wollte Reinau nicht, daß er sein gutes Geld dazu hergab, um für einen andern Schulden zu bezahlen, lieber mochte Maja den dummen Albert, wie Reinau den jungen Stolze titulierte,- vom Fleck weg heiraten. Der besorgte Vater beschloß daher, der Sache sogleich auf den Grund zugehen. Bei Frib hoffte er am ehesten Auf­tlärung zu erhalten; denn diefer begleitete das Mädchen ia stets nach Neunlinden. Reinau sah jedoch, daß der Alte völlig niedergeschmettert war durch den barschen Ton. ( 1)

Da Reichstags unglüd ums Leben tagswahl in einem lich. Dr. Delbrück gehörte, vertrat de welcher immer zm tig gewesen war. 8156, Delbrück, hörte, 6353 und Stimmen. In d 11 011 gegen 9415 Aus

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