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Domänen des großherzoglichen Hauses" wurde Kapitel 2 " Kameral und Forstdomänen", zugleich mit den bekannten Streichungsanträgen des Abg. Best beraten, wobei die Ab­geordneten Weber und Uebel verschiedene Schäden in der Forstverwaltung besprachen.- Abg. Dr. Heidenreich( ntl.) erörterte die ungünstige Lage der Schälwaldbesitzer, beson­ders im Odenwald und beantragte einen Zusah, nach dem alle Gemeinden, die gezwungen sind, ihre Schälwaldungen in Hochwald zu verwandeln, von der vom Finanzausschuß beantragten Erhöhung ihrer Beiträge zu den Unkosten zu befreien sind.( Der Ausschuß hatte nämlich zu diesem Ka­pitei beantragt, bei dem Erlös aus verfaustem Holz usw. 50 000 Mt. mehr anzusehen, und zu diesem Behuse die Beiträge der Gemeinden zu den Besoldungen des Forst= personals um 50 Pfg. für den Hektar zu erhöhen.) Abg. No ack( ntl.) sprach sich ebenfalls für eine Vermin­derung der Oberförstereien aus. Abg. Orb( Soz.) wandie sich gegen einzelne Ausführungen des Vorredners und verlangte eine Besserstellung der Forstwarte, deren Einnahmen nicht im Verhältnis zu denen der Oberförster ständen.

Minister Dr. Braun bemerkte, daß ihm der Zusatz antrag Heidenreich sympathisch set. Geheimrat il­brand begrüßte den letzteren Vorschlag des Finanzmini­sters sehr sympathisch, da er auch den gesetzlichen Bestimm ungen entspreche.

Nach weiteren unwesentlichen Bemerkungen der Abgg. Molthan( 3tr.), Raab( Soz.) erklärte Vizepräsident Korell, daß nach einem Beschluß des Seniorentonvents Organisa­tionsfragen nicht mit in die Erörterung gezogen werden sollen. Der Antrag Haas- Osann und Genossen über die Re­organisation und Vereinfachung der Staatsverwaltung solle dementsprechend einem besonders zu wählenden Ausschuß überwiesen werden. Die nächste Blenarsizung soll nach dem Beschluß des Seniorentonvents am Montag stattfinden, dann sind für Dienstag und Mittwoch wieder Nachmittags­sizungen vorgesehen. Abg. Dr. sann ersuchte im Anschluß an diese Bemertungen, auch die Frage der Be­amtengehaltsverbesserung jetzt nicht mehr in die Debatte zu

ziehen.

Nach kurzen Ausführungen der Abgg. Haud, Pennrich, Dr. Weber, Ulrich und Uebel wurde der Ausschußantrag auf Erhöhung der Forstverwaltungskosten von 50 000 Mt. mit dem Zujayantrag Heidenreich angenommen. Ohne De­batte genehmigt wurde dann gegen die Stimmen der So­zialdemokraten der Ausgabetitel Zivilliste des Großher­30gs" mit 1 265 000 Mt. und als Beitrag der Staatstasse an die Kabinettskasse zur Bestreitung der Ordenskosten 5142

der Holzverkleidung ab, während die in verschwenderischer Weise angebrachten Lampen an den Abenden für einen prachtvollen Lichteffekt forgen. Ein Besuch ist an sich schon lohnenswert.

*)(* Der Biograph" bringt diesmal wieder, wie immer, ein erstklassiges Programm, dessen abwechselungs volle und reichhaltige Zusammenstellung einzig dastehen dürste. Näher auf die einzelnen Nummern des Programms einzugehen, würde der Reichhaltigkeit wegen zu weit führen. Auf jeden Fall bietet ein Besuch in jeder Beziehung ge nußreiche Stunden, was eben nur bei einem weltstädtisch geleiteten Theater, wie es der Biograph mit Recht ist, in so vollkommener Weise geleistet zu werden vermag.

*)(* Kinematograph. Der Kinematograph dürfte auch in der kommenden Woche seine alte Anziehungs fraft nicht verfehlen. Sein neues Programm bietet nämlich u. a. diesmal die Vorführung des Dramas Kleopatra", das allein eine volle Stunde währt und für welches ein erstklassiger, 550 Meter langer Kunstfilm zur Verfügung steht. Das Drama verseht uns in die Zeit der Ptolomäer in Aegypten und dürfte deshalb ganz besonders interessant sein. Jedem funstsinnigen Besucher wird ferner die Wieder­gabe der Stimme des großen italienischen Opernsängers Caruso interessieren, dessen letztes Gastspiel an der Berliner Kgl. Oper einen so ungeheueren Erfolg brachte. Dieses Pro­gramm dürfte geradezu einzig in seiner Art genannt wer­den und dem Kinematograph viele neue Freunde erwerben.

** Dr. Bruno Wille aus Friedrichshagen wird am kommenden Montag über das Thema:" Wie uns die Kunst befreit" sprechen.( Näheres siehe Inseratenteil.) Schon öfter sprach Bruno Wille in Gießen und hat sich dadurch hier wie anderswo viel Freunde und Verehrer erworben, zumal seine Vortragsweise und flare Aussprache eine form vollendete ist. Trug ihm vor Jahren sein Wert Die Offen­barungen des Wachholderbaumes" den Schillerpreis ein, so erhielt er im vergangenen Jahre den Reclam Preis von 30 000 Mt. für den besten deutschen Roman, für sein Wert: Die Abendburg".

*)(* Feuer. Ein im Felde an der Marburger straße befindlicher Strohschober fing plötzlich Feuer und brannte ungeachtet aller Bemühungen der herbeieilenden Heuerwehr nieder. Nach der Untersuchung ist die Ursache des Brandes auf zwei Knaben zurückzuführen, welche die große Feuergefährlichkeit des Strohes nicht abgehalten hatte, in der Nähe mit Zündhölzern zu spielen.

* Fußballklub. Der Gießener Fußballklub, wel­cher sich in unserem Sportsleben bereits einen größeren Ruf

sin traf gestern abend 10 Uhr 42 Min. hier ein. Der Kron­-h- Frankfurt a. M., 5. März. Die Kronprinzes= prinz ist heute morgen kurz nach 7 Uhr hier eingetroffen. Die Herrschaften, die dem Reiterfest im Hypodrom beiwoh­nen werden, wohnen, wie in früheren Jahren, im Frank­furter Hof.

Aus aller Welt

-h Berlin, 5. März. Frau von Schönebeck, die Heldin der Allensteiner Offiziers- Tragödie, ist gestern nach­mittag in ihrer Wohnung in der Goethestraße 87 aufs neue verhaftet worden. Die Verhaftung erfolgte durch Be­amte der Charlottenburger Kriminalpolizei auf Antrag der Staatsanwaltschaft in Allenstein. Frau von Schönebeck wurde in das Charlottenburger Gerichtsgefängnis eingeliefert, in dem sie vorläufig verbleiben soll. Das Verfahren gegen sie wegen Anstiftung zum Morde an ihrem Gatten, dem Ma­for von Schönebeck, wird dann seinen Fortgang nehmen. = h Berlin, 5. März. Der für morgen geplante so­zialdemokratische Wahlrechts- Spaziergang nach Treptow iſt vom Berliner Polizeipräsidenten verboten worden.

= h Bremen, 5. März. Zum Prozesse gegen die Dienstentlassung des Lehrers Holzmeier fand gestern abend eine öffentliche Versammlung statt. Nach Beendigung der Versammlung schlossen sich etwa 2000 Personen zu einem Demonstrationszuge zusammen und marschierten durch die Hauptstraßen der Stadt zu dem Hause des Schulinspektors Bohm und darauf bis zu dem Hause des Reichstagsabge­ordneten und Schulvorstehers Hormann, wo sie Hochrufe auf Holzmeier ausbrachten.- Die Nachforschungen der Be­hörden bezüglich der Affäre des Telegramms an Bebel ha­ben den Erfolg gehabt, daß durch die Indiskretion eines Lehrers 35 Lehrer bekannt wurden, die an der Absendung des Telegramms an Bebel beteiligt gewesen sein sollen. Ein Lehrer wurde sofort aus dem Dienst entlassen.

Mark bewilligt. Beini Titel Lokalverwaltungskosten" wur- erworben hat, wire it une einen mitalici Oeffentlicher Sprechsaal.

den für die Oberförstereien 429 599 Mr. bewilligt und da­zu ein Ausschußantrag angenommen, 7 Oberförsterstellen nur auf den Inhaber zu bewilligen, und ferner die Regier­ung zu ersuchen, in Verbindung mit den übrigen Vorschlä­gen zur Vereinfachung der Staatsverwaltung, eine sämtliche Verwaltungsobjekte umfassende Neuorganisation der Forst­verwaltung vorzunehmen und den Landständen vorzulegen. Die Forderung für die Forstassistenten mit 26 956 Mart wurde bewilligt und ein Antrag der Ausschußminderheit, 5 Assistentenstellen nur auf den Inhaber zu bewilligen, ab­gelehnt.

Lokales.

Gießen, 5. März 1910.

** Schwurgericht. Die Situngen für das 1. Vierteljahr 1910 beginnen kommenden Montag. Es wird ver­handelt am Montag gegen Elisabeth Löwer aus Gießen wegen Kindesmord; am Dienstag gegen Briefträger Hein­rich Löwenstein aus Wieseck wegen Verbrechen im Amte; am Mittwoch gegen den Knecht Joh. Heinrich Gerhardt aus Laubach wegen Notzuchtsversuchs; am Donnerstag gegen Fr. Ludwig Engel und Franz Bender aus Vilbel wegen Raub; am Freitag gegen den Kutscher Georg Schnauz aus Bad Nauheim wegen Notzuchtsversuchs..

* Studemtisches. Eine neue studentische Ver­bindung ist dieser Tage entstanden und zwar sind die bei­den schwarzen Korporationen Normannia und Hasso­Guestfalia" zu der Verbindung" Thuringia" verschmolzen, welche die Farben dunkelblau- weiß- helbgrün trägt.

!! Vom Gel d. Wir machen hiermit unsere Leser noch einmal darauf aufmerksam, daß die Einlösung und Umwechselung der älteren Geprägeformen der Fünfzig pfennigstücke mit der Wertangabe 50 Pfg." nur bis zum 30. September 1910 bei den Großh. Kassen erfolgen darf.

** Neues Cafe. Mit dem soeben eröffneten Cafe Ernst Ludwig gegenüber dem Stadttheater hat die Gesellig­feit ein Stelldichein gefunden, dessen gediegene Ausstattung sicherlich nicht verfehlen wird, die Aufmerkſamicit weiterer Kreise zu erregen. Die modern geschnitzten Möbel und das vornehm abgetönte Gold der Decke bieten in ihrer fünst= lerischen Ausführung geradezu etwas Einzigartiges. Stil­voll setzt sich das Grün der Tapete gegen den roten Ton

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Der Fall Welshofen.

Kriminalroman von M. Kossak. ( Nachdruck verboten.)

eigenen Spielplatz zur Verfügung stellen können. Für den selben kommt das Gelände an der Rodheimerstraße in Be­tracht, das in einer Größe von 1300 Quadratmeter sogar noch die Anlegung eines Tennisplates gestatten wird. Die geschaffenen neuen Einrichtungen werden nicht verfehlen, dem Klub das Interesse weiterer Kreise zuzuwenden.

** Von der Straßenbahn überfahren wurde heute Nach­mittag gegen 3 Uhr in der Schulstraße Frau Gelzenleuchter, wohnhaft im Stadtpostamisgebäude. Die Aermste verliert den Verletzungen nach eine Hand.

*)(* Diebst a h 1. Ein Unbekannter schlich sich in eine Wohnung am Seltersweg und entwandte aus dersel­ben verschiedene Kleidungsstücke, die er bei einem Althänd­ler in Geld umsetzte.

Lina verbreitete sich darauf noch des langen und brei­ten über den Charakter und die schlechten Eigenschaften der Verdi, aber Brümmel hörte kaum noch hin, da er sich den Kopf darüber zerbrach, wie er es wohl anzufan­gen hätte, die Italienerin betrunken zu machen. Sollte er seine Freundin Lina ins Vertrauen ziehen? Es er­schien ihm indessen nicht geraten, da die biedere Küchenfee wahrscheinlich im höchsten Grade entrüstet sein würde, wenn sie erfuhr, daß der Herr v. Smetana ein Spitel" war, und daß seine Aufmerksamkeiten für sie selbst einen Zwed hatten, der ganz und gar nicht ihrer Person galt.

Vom Tage. Der Unbekannte, der, wie bereits gemeldet, auf dem Felde an der Marburgerstraße einen Selbstmordversuch verübte, ist der Landwirt Fels aus Ha­ckenheim. Er ist bereits in der Klinit seinen schweren Ver­legungen erlegen.

Ob es nicht ganz lustig wäre, Fräulein Lina, die Verdi einmal betrunken zu machen uns dann zuzuhören, was sie uns erzählt?" fagte er, vorsichtig tastend.

Hus Hessen nad Nachbargebiet.

* Kesselb a ch. Hier fand die Wahl des Bürger­meisters statt. Von den beiden Kandidaten, Landwirt K. Schwalb und Küfermeister Jakob Becker, erhielt der erstere den Sieg mit 54 gegen 36 Stimmen. Von 92 Wählern machten 90 von ihrem Wahlrecht Gebrauch.

Lina sah ihn ein wenig mißtrauisch an. Die Verdi ist eine alte Person und gar nimmer schön," meinte sie in schnell erwachter Eifersucht.

Schön!" erwiderte der Detektiv verächtlich. Wie tann solch eine schwarze Italienerin überhaupt schön sein? Andere könnten das vielleicht finden, aber mein Geschmack"

Großen Linden. Wegen des Rücktritts des Rechners J. Luh fand hier eine außerordentliche General­versammlung des Spar- und Vorschußvereins statt. Ge­wählt wurde Wilhelm Keßler 1. mit 29 Stimmen. Die Ge­genkandidaten Ludwig Menges 10. und Wilh. Engel 1. er­hielten zusammen 18 Stimmen.

hier traf Lina ein feuriger Blick aus Herrn v. Sme­tanas Augenie nun mein Geschmack ist dergleichen nicht. Ich liebe mehr das blo.de Genre, blaue Augen und rosige Wangen, und ein freundliches munteres Wesen. Aber sehen Sie, Fräulein Lina, ganze lustig denke ich es mir doch, so alle Geheimnisse der Signora von ihr aus­plauschen zu hören. Und nicht nur lustig, sondern nüßlich fanns sein für Sie nämlich. Denn wer fann wissen wenn die Verdi solch eine diebische und heimtückische Per­son ist, ob Sie nicht noch Unannehmlichkeiten durch sie haben? Wenn irgend eine Kostbarkeit fehlt, so schiebt die Verdi es am Ende noch auf Sie- da wärs gut, wenn man wüßte, wessen man sich von ihr zu versehen hat, um beizeiten vorbauen zu können."

Von diesem Gesichtspunkt aus hab ich das noch nicht angesehen," meinte Lina nachdenklich. Auf was Sie auch alles kommen, Herr v. Smetana".

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,, Ja, wenn es das Wohl einer Dame gilt, die ich so hoch verehre", dann denke ich eben daran, wiei ch ihr Schlim­mes ersparen könnte", sagte Brümmel bescheiden. Also, was meinen Sie, Fräulein Lina, wie fangen wir's an, die Verdi allein, ohne die Signora, herzubekommen?" Lina dachte nach.

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M. E. Bei versicherungspflichtiger Beschäftigung erwirbt auch eine bereits 52 Jahre alte Frau nach Verwendung von 200 Wochenmarken im Falle des Eintritts der Er= werbsunfähigkeit den Anspruch auf Invalidenrente.

3eugnis. Nach Beendigung des Dienstverhältnisses ist der Arbeitgeber zur Ausstellung eines Zeugnisses über die Art und Dauer der Beschäftigung verpflichtet, das auf Verlangen auch auf Führung und Leistungen auszudehnen iſt. 2. Grünberg. Am besten ist es, wenn Sie solche Verträge von einem Notar aufnehmen lassen, doch können Sie sich auch dieserhalb an das dortige Amtsgericht wen­den.

Je nun, so schwer wär das am Ende nicht. Die Signora hat sich's ausgemacht, in jeder Woche einen Abend für sich zu haben. Dann tritt sie nicht auf, sondern be­sucht Bekannte, und das Scheusal, die Verdi bleibt zu Hause. Uebermorgen, Mittrood, ist wieder solch ein Abend. Aber wie wollen Sie es nur anfangen, mit der Verdi zu reden und trinken?"

Miete. Wenn der Mietzins nach Jahren bemessen ist, haben Sie jährige Kündigung auf Quartalsschluß, andernfalls monatliche, spätestens am 15. auf den letzten. Nach Krofdor f. Uebermitteln Sie uns Ihre Kran­tentassensazungen, die wir zur Prüfung der Frage benöti­

,, Das lassen Sie nur meine Sorge sein, ich will mirs schon überlegen. Nur das müssen Sie mir versprechen, Fräulein Lina nämlich so zu tun, als kennten Sie nich nicht ,, wenn ich herkomme. Sie müssen sich's nicht an­merken lassen, daß Sie mich schon gesehen haben. Wollen Sie? Es gilt Ihr Wohl, Fräulein Lina."

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Frau L. Wir empfehlen Ihnen von dem Rechte der Weiterversicherung Gebrauch zu machen. Vorausgesetzt, daß Sie die vorgeschriebene Wartezeit zurückgelegt haben, ist es nur notwendig, daß Sie zur Aufrechterhaltung der Anwart­schaft innerhalb 2 Jahren 20 Marten der niedrigsten Klasse fleben. Versäumen Sie aber nicht die Karte zwei Jahre nach dem Ausstellungstage umzutauschen oder zur Verlän­gerung der Bürgermeisterei vorzulegen.

Die Köchin versprach es. Die ganze Geschichte kam ihr zwar nicht recht geheuer vor, es war etwas dabei, was sie nicht begriff, aber andererseits reizte sie ihre Phan­tasie. Vor allem aber schmeichelte es ihr, daß ihr Ver­ehrer sich so besorgt um ihr Wohl zeigte, und dies allein genügte, um sie seinem Vorschlag günstig zu stimmen. Man besprach noch, daß Brümmel um halb acht Uhr- um sieben spätestens pflegte Anita Brusio auszugehen- der Entreetür klingeln sollte und daß Lina es einzurich­ten hätte, daß der Herr v. Smetana die Verdi in ihrer Gesellschaft finde.

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Um jeden Argwohn der Köchin zu ersticken, erwies sich Brümmel als der liebenswürdigste Kurmacher von der Welt. Als wahrer Tausendsassa erzählte er ihr allerhand Schnur­ren, sagte ihr fauftdicke Schmeicheleien und trieb dazwischen seine Kühnheit so weit, ihr ein paar feurige Küsse auf die draflen, roten Wangen zu drücken.

Fräulein Lina spielte zwar die Verschämte und schalt den fecken Herrn von Smetana ob seiner etwas zu über­mütigen Art ihr zu huldigen, aus, aber sie ließ sich die­selbe dessenungeachtet, ganz gern gefallen.

Verantwortlich: Albin Klein, Gießen.

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Lungen- u. Halskranke sowie alle, die an Asthma, Atemnot,

Susten, Heiserkeit, Lungen- u. Kehlkopffatarrh, Luftröhren- u. Bronchial fatarrh, Lungenfpitenaffektionen 2c. 2c. letben, werden auf diesen Tee auf mer sam g macht, worüber viele Tausende Anerkennungsschreiben vorliegen, welche sich mit lobenden Worten über den aussprechen. zu haben tn Patet n zu 1 bei E. König, Goslar, Bahnhofstr. 19.( Stonigstee ist russischer Knöterich.) Versuchsproben gegen Ginsendung von 20 Pf. franko.

Warum sind Sie so schön, Fräulein Lina?" fragte Brümmel als Erwiderung auf ihre sittsamen Vorwürfe,

schmachtend. ,, Kann ich dafür, daß Sie mir den Kopf verdrehen?"

Was die Männer auch auf alles zu sagen wissen!" meinte Lna undi schlug ihren Verehrer scherzend auf den Mund. Im Stillen dachte sie: ,, Er ist doch wirklich recht fesch, der Herr v. Smetana!"

Zwei Tage darauf saß die Köchin mit der Verdi ge­mütlich um die Abendstunde in Anitas Salon. So etwas war lange nicht passiert.

,, Wissen Sie was, Fräulein Verdi"- meinte Lina vertraulich ,, wir wollen uns auch mal einen vergnüg­lichen Abend machen. Im Speiseschrank steht noch ein schönes Stück Gansbraten, das bring ich uns hierher und dazu mach ich eine Tasse Tee- ein bissel Sognak ist auch dada plauschen wir dann zusammen. Nicht wahr?"

Die Verdi sah sie mißtrauisch an, sie war an solche Freundschaft der Kollegin nicht gewöhnt. Lina aber wußte kraft der Schlauheit, die in jedem Weibe steckt, wenn es gilt, ein gewünschtes Ziel zu erreichen, alle ihre Bedenk­lichkeiten zu überwinden.

,, Wir sind nun doch einmal in demselber Hause, warum sollen wir da nicht Freundinnen sein? Mit den Feind­seligkeiten macht man sich bloß das Leben unnüz sauer; das müssen Sie doch auch einsehen", sagte sie, und die Verdi sah es ein. Sie hatte sich in letzter Zeit recht vereinsamt gefühlt, weil die Herrin im Verkehr mit ihr doch beträchtlich vorsichtiger und unnahbarer gewesen war als früher, und die Aussicht mit der Köchin zusammen über jene zu klatschen, besaß eine gewisse Anziehungskraft für sie.

Luisa Strozzi, spa Das nur für mich gesungen v

Giess Zweit

Leider wurde der Gedankenaustausch der schönen See len durch sprachliche Schwierigkeiten start beeinträchtigt. Lina verstand kein Wort italienisch und die Verdi redete ein fürchterliches Kauderwelsch, wenn sie sich der deutschen Sprache bediente. Dessen ungeachtet unterhielten sie sich ganz flott und die Köchin hörte aus dem Wortschwall des Italienerin immer so viel heraus, daß diese auf ihre Herrin schimpfte und sie gemeinster Undankbarkeit gegen sie, ihre intimste Vertraute, bezichtigte.

( Fortsetzung folgt.)

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