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Der Eistönig im Gefängnis. Der frühere amerika­nische Eiskönig" Charles Morse wurde gestern von einigen Sheriffs nach dem Gefängnis von Atlanta übergeführt, wo er feine fünfzehnjährige Freiheitsstrafe verbüßen wird. Während des Nachmittags erschien eine ganze Reihe von Freunden, um Abschied von dem Mann zu nehmen, der noch vor kurzer Zeit 100 Millionen im Vermögen gehabt hat. Seine Gattin, die ihm die ganze Zeit über hilfreich zur Seite gestanden hat, wird in unmittelbarer Nähe des Gefängnisses eine kleine Villa beziehen.

Dynamicattentat gegen einen Schwachsinnigen. In Kö­nigshütte wurde in der Nacht gegen den in der Wohnung seiner Stiefmutter schlafenden schwachsinnigen Arbeiter Stiller ein Dynamitattentat verübt. Gegen 11½ Uhr er­plodierte in der Schlafftube eine Dynamitpatrone, wobei Stiller lebensgefährlich verletzt wurde. Die Mutter befand sich während der Explosion nicht in der Wohnung. Das Mobiliar wurde völlig zerstört. Der Tat verdächtig erscheint der Grubenarbeiter Ogermann, der mit der Mutter des Schwachsinnigen ein Verhältnis unterhält.

Sonntag Schadenfeuer in einem Bahnhofsgebände. obend nach 8% Uhr entstand auf dem Hauptbahnhof in Hildesheim Feuer, und zwar in den über den Wartesälen Itegenden Räumlichkeiten, die das Personal des Bahnhofs­wirts benutzt. Das Feuer drohte große Ausdehnung an= zunehmen. Auch erforderten die ein- und ausfahrenden Rüge eine möglichst schnelle Bekämpfung des Feuers. Es wurden sofort vier Hydranten angelegt und aus acht Schlauchleitungen Wasser gegeben. So war es möglich, nach etwa 1½stündiger Tätigkeit jede Gefahr zu beseitigen. Der Wartesaal ist samt den darüber liegenden Räumen aus­gebrannt; das Dach des Hauptbahnhofgebäudes zur Hälfte zerstört. Der Reiseverkehr konnte ohne nennenswerte Ver­Spätungen aufrecht erhalten werden.

Eine zweistimmige Sängerin. Daß ein Mann Sopran fingt, indem er Falsettöne hervorbringt, gehört nicht gerade zu den Seltenheiten. Eine Sopranistin aber, die gleichzet­tig über einen Tenor mit durchaus männlichem Klange ver­fügt, ist bisher wohl unerhört. Ueber einen solchen zwet­stimmigen Kehlkopf verfügt die kanadische Soprantenoristin Dolly Toye, die gegenwärtig London mit ihrer merkwür­digen Stimme in Erstaunent versetzt. Der Umfang ihrer beiden Stimmen beträgt vier und eine halbe Oktave, denn ihr Sopran reicht angeblich bis zum zweigestrichenen F, während der tiefste Ton ihres Tenors das A unterhalb des großen sein soll. Fräulein Tone selbst erzählt in einer englischen Fachzeitschrift, daß die erfahrensten Laryngo­logen Neuvorks und Londons erklärt haben, ein solcherKehl­topf sei ihnen noch nie vorgekommen. Sie erzählt ferner, daß sie durchaus keine Mühe beim Ausbilden ihrer beiden Stimmen gehabt habe. Sie will vielmehr durch einen Zu­fall ihre seltsame Fähigkeit entdeckt haben und berichtet von vielen Fällen, wo man sie für einen Mann gehalten hat, wenn man siesingen hörte, ohne sie zu sehen. Ja, sie will sogar einmal ihre eigene Schwester haben glauben lassen, deren Bräutigam( der einen guten Tenor hatte) sei ge= kommen und finge. Auch auf dem College, wo sie einmal zum Scherz, als sie allein war, Tenor sang, alaubten die Lehrerinnen, ein Mann sei in das Frauenkolleg einge= drungen, und glaubten der Erzählung Fräulein Tones erst, als sie sich mit eigenen Ohren von dem seltsamen Phä nomen überzeugt hatten. Noch jetzt, wo sie bereits längere Reit auf der Bühne singt, wird sie zuweilen für einen Mann aehalten, bis sie auch Sovran finat, ja, fie behauptet selbst ein Konzertagent fei in stesen Irrtum verfallen und habe durchaus Herrn Toye für eine Tournee in Europa enga= geren wollen.

Der Uebergang vom alten in das nene Jahr ist dem Zeitpunkte nach unter den Völkern der Erde sehr verschie den. Wenn in unserer Gegend in der Silvesternacht nach mitteleuropäischer Deit der Augenblick gekommen ist, an dem man sich beim Klange der Glocken Glückwünsche zuruft, dann ist es in Warschau bereits 1 1hr, in Mosfant und Jerusalem bereits 22 Uhr, in Kalkutta und Bombay 4 Uhr morgens. In Belgrad ist es, wenn zur Mitternacht bei uns die Zeiger übereinanderstehen, 12 11hr 27 Min., in Budapest 12 Uhr 2 Min., in Wien 12 Uhr 12 Min, in Teheran 2 Uhr 35 Min früh, in Jokohama 8 1hr 27 Min. vormittags, in Peking 6 1hr 54 Min. früh, in Melbourne 8 Uhr 45 Min. vormittags. In Mailand hingegen ist es, wenn wir den Jahresübergang haben, erst 11 1hr 42 Min. nachts, in Marseille 11 1hr 27 Min. nachts, in Paris 11 1hr 15 Min., in London 11 Uhr 6 Min., in Bern und Basel 11 Uhr 36 Min. nachts, in Madrid 10 Uhr 50 Min. abends, in Lissabon 10 Uhr 30 min. abends, in Washington 6 1hr abends, in San Franzisko 3 Uhr nachmittags.

Mädchenranb in der Chicagoer Chinesenstadt. Das Ver­schwinden mehrerer weißer Mädchen in der Chicagoerr Chi­nesenstadt erregt in Chicago großes Aufsehen. Die Polizei stellt in dem Chinesenviertel umfangreiche Nachforschungen nach mehreren weißen Mädchen an, von denen angenommen wird, daß sie in chinesischen Opiumhöhlen festgehalten werden. Der Polizei ist nämlich von einigen Mädchen, die sich in Opiumhöhlen aufgehalten hatten, mitgeteilt worden, daß eine ganze Anzahl weißer Mädchen von Chinesen gefangen gehalten werden. Die Mädchen seien von Chinesen, denen fie zufällig in Restaurants begegneten, nach der Chinesen= stadt verschleppt worden, wo sie unter schweren Mißhand­lungen zu leiden hätten.

Ueber wichtige Geschäftsgeheimnisse bringt eine ameri­fanische Zeitung einige Bemerkungen. Eine der wichtigsten sei die Fabrikation der Druckerschwärze, mit der Onkel Sams Dollarnoten gedruckt werden. Die Herstellung der Druckerschwärze sowohl wie die des Papiers wird sorgfältig gehütet, um Fälschungen zu vermeiden. Das Papier der englischen Banknoten ist gleichfalls außerordentlich schwer herzustellen, und das Geheimnis ist nur dem Gouverneur der Bank von England und drei anderen Personen bekannt. Von privaten Geschäftsgeheimnissen ist das berühmteste wohl die Herstellung des Likörs der Chartreuse- Mönche. Es heißt, daß der Likör als Zutaten über 50 verschiedene Kräuter enthält.

Der Polizeihund wird immer vielseitiger. Neuerdings wird er auch anonymen Briefschreibern gefährlich. Ein

Geist der Frauen sich würdigeren Dingen zuwenden werde: Sehr drollig ist die Veranlassung, die sie zu ihrem Vor­schlage führte. Sie las nämlich in den Zeitungen, daß zahlreiche englische Frauen sich an dem Wahlkampfe be­teiligten, wobei sie damit begannen, sich ,, Wahlkampf- Tois tetten zu bestellen. Samt wurde als der modernste und eleganteste Stoff für schicke Wahlkampfstoiletten bezeichnet. Diese Mitteilungen verdrossen Frait Steel gewaltig. Wie dürfen, so fragt sie, die Frauen sich anmaßen, Stimm recht zu verlangen, wenn die Frage ,, Samt oder Nicht­Samt" für sie die erste aller Wahlkampfsfragen ist? Also furz und gut: man besteuere den weiblichen Kleiderlurus, und die Frauen werden aus sehr reellen Gründen auf en­dere Gedanken kommen müssen. Leider vergißt die Dame ein Mittel anzugeben, durch das sich in der Frauenklei­dung die Grenze zwischen Bedürfnis und Lurus bestint­men ließe.

Millionärstochter und Kellner. Wie aus Philadel­phia gemeldet wird, ist die 16jährige Tochter eines dor­tigen Millionärs mit einem 50jährigen Sellner namens Gowan durchgebrannt, der noch dazu verheiratet ist. As das junge Mädchen plötzlich aus dem Hause ihrer Eltern verschwand, vermutete man zuerst, daß sie Selbstmord be­gangen habe, wie sie in einem hinterlassenen Briefe an­gedeutet hatte. Aber aus weiteren Briefen, die in der Wohnung des gleichzeitig verschwundenen Kellners gefun­den wurden, geht deutlich hervor, daß die 16jährige für den bejahrten Garcon eine heftige Leidenschaft gefaßt hatte. Die Familie des Millionärs wohnte in dem feinsten Hotel in Philadelphia, dessen Gästen es oft aufgefallen war, daß der frühreife Backfisch so riesige Quantitäten Giswasser trank. Das Rätsel ist iebt gelöst: Gowans Haupttätigkeit bestand darin, die Gäste mit Eiswasser zu bedienen, und da das Mädchen ihn immer um sich haben wollte, bestellte sie alle Augenblicke ein Glas Eiswasser. In einem Brief drohte die Kleine sich zu töten, wenn der Kellner sie nicht zu sich nehmen wolle. ,, Ueberlege Dir das, Fred, und sage mir Deine Antwort, wenn Du mir das Eiswasser bringst", schloß dieser Brief. Bisher ist keine Spur von dem flüch­tigen Paare entdeckt worden.

Eine kleine Neberraschung. Eine hübsche Geschichte aus der Pariser Belagerungszeit wird in der ,, Frff. 3tg." erzählt: Ein Braten war eine Seltenheit und nur den sehr Begüterten erreichbar. Sie können sich daher denken, mit welcher Freude wir meinen ältesten Sohn begrüßten, als er zu Weihnachten mit einer zierlich in Staniol verpackten Wurst bei uns erschien, die er in einer Charcuterie für 30 Francs erstanden hatte. Die Verspeisung dieser Wurst war ein Familienfest. Im Kamin prasselte ein lustiges Feuer und im Zimmer verbreiteten zwei Dellampen ihr mild- freundliches Licht. Selbst der Kanonendonner von den Außenwerken schwieg, und alle Not war für eine furze Zeit vergessen. Meine Frau hatte die ansehnliche Wurst in etwa fünf Zentimeter lange Stücke zerschnitten und verteilt und während wir mit unhöflichem Heißhunger darüber herfielen noch einiges, was zur Obliegenheit der Hausfrau gehört, geordnet. Sie war also die lebte, die das Stückchen Wurst verspeiste. Aber schon beim ersten Bissen ließ meine Frau die Sabel sinken und winfte mir, ihr ins Nebenzimmer zu folgen. Dort zeigte sie mir mit Fingers, das schreckensbleichem Antliß das Stück eines sie in der Wurst gefunden hatte. Ein kalter Schrecken überrieselte mich, und mir famen alle Schaudergeschichten ins Gedächtnis, die die Zeitungen von ausgegrabenen und verspeisten Kindesleichen erzählt hatten. Ich bat meine Frau, vorerst über den Fund zu schweigen, und eilte so­fort zu dem Wurstverkäufer, in dessen Laden sich einDubend Leute aufgeregt drängten, denn gerade hatte der Koch eines herzoglichen Hauses einen Bärenschinken für etwa 200 Fres. erstanden. Ich bat den Ladeninhaber um eine kurze Unter­redung unter vier Augen, und in seinem Bureau, in das er mich führte, brachte ich meine Vorwürfe unter Vorzeigung des Fingers mit entsprechendem Nachdruck zu Gehör. mein Herr!" erwiderte der getränkte Verkäufer ,,, wie unge­recht beschuldigen Sie mich! nur gerade Ihrem Sohne habe ich die Wurst ausnahmsweise zu dem billigen Preis von 30 Francs gelassen. Sie enthält durchaus kein Menschenfleisch sondern das eines Affen aus dem Jardin des Plantes."

Schottische Gerichtswige. Der schlagfertige Witz der Schotten, der sie selbst vor den Schranken des Gerichts nicht verläßt, wird durch Anekdoten des Sheriffs Guy, eines wohlbekannten schottischen Richters, lustig veranschaulicht. Einmal nahm ein Anwalt in Dunblanc eine gescheite junge Lehrerin in ein scharfes Kreuzverhör, konnte aber nicht das geringste aus ihr herauskriegen. Sie war ihm völlig gewachsen. Endlich, ein wenig pifiert, meinte der Anwalt: Frau Soundso, Sie sind wirklich sehr klug." Die Lehrerin antwortete mit lieblichem Lächeln: Wie schade, daß ich un­ter Eid stehe, sonst würde ich Ihr Kompliment erwidern."

Eine köstliche Geschichte erzählt der in Ostende erschei­nende Carillon". Eines Tages erschien auf dem Jahrmarkt zu Gent ein armer Teufel von Tierbändiger, der für wenige Centimes einen alten abgearbeiteten Löwen sehen ließ, dem jeder Esel ungestraft hätte eins mit dem Huf versetzen fönnen. Der Tod des Löwen bedeutete für seinen Hern den Anfang eines Hungerlebens, und so verfiel er auf folgen­den Ausweg. Ein halb verhungertes Individuum wurde in die Haut des toten Löwen gesteckt und mußte nun im Käfig unter der Peitsche des Bändigers Wunder der Dressur vollbringen, die ihm einen reichen Applaus seines Publi­fums eintrugen. Einen so vorzüglich dressierten Löwen hatte man noch nie gesehen. Indessen wurde die Situation des verkleideten Beherrschers der Wüste unangenehm, als der Bändiger einen anderen Käfig öffnete, in dem ein Tiger wilde Sprünge machte. Potverdikke", sagte der Löwe im Genter Patois: Jetzt bin ich verrakt". Wie groß aber war das allgemeine Erstaunen, als man plötzlich den Tiger antworten hörte: 3um Teufel, der Kerl ist auch aus Bent!" Ein homerisches Gelächter bemächtigte sich des Pub­likums, und es hätte nicht viel gefehlt, daß infolge des hei= teren Tumultes die ganze Bude zusammengestürzt wäre.

de Vernezobre erbaute ,, Prinz Albrecht- Palais in der Wil Die Prinzessin Agathe Charlotte helmstraße bewohnt. Pauline Marie von Ratibor ist am 24. Juli 1888 zu Schloß Rauden bei Ratibor in Schlesien geboren, also 21 Jahre alt, und die älteste Tochter des Herzogs Viktor von Ratibor, Fürsten von Corvey und Prinzen zu Hohenlohe- Schillings fürst( Neffen des Reichskanzlers Fürsten Chlodwig Hohen­lohe), aus dessen Ehe mit der Gräfin Marie Breunner- En fevoirth. Die fünftige Prinzessin Friedrich Wilhelm von Preußen ist, wie ihre Eltern, fatholischen Glaubens. Das alte fränkische Dynastengeschlecht der Hohenlohe, dessen Ge­schichte mit der der Hohenzollern seit fast 500 Jahren aufs engste verbunden ist, ist eine der Familien des deutschen hohen Adels, die den Herrscherhäusern ebenbürtig sind. In jeder Generation haben denn auch Ehen zwischen den Hohen lohe und Mitgliedern dieser Herrscherhäuser stattgefunden. So war die Mutter der Deutschen Kaiserin Auguste Vit toria, die Herzogin Adelheid zu Schleswig- Holstein, eine Brinzessin Hohenlohe- Langenburg. Erbpring Ernst zu Hohenlohe hat die Prinzessin Alexandra von Großbri tannien und Irland, Prinzessin von Sachsen- Coburg- Go­tha, zur Gemahlin.

Drabtnachrichten und Deaestes.

Amnestie für Sachsen- Weimar.

o Weimar, 4. Januar. Der Großherzog hat anläßlich seiner heutigen Vermählung eine Amnestie erlassen. Diese umfaßt alle bis zum 1. Januar ergangenen Verurteilungen wegen Uebertretungen und Vergehen, die mit Haft oder Ge­fängnis bis zu zwei Monaten oder mit Geldstrafen bis zu 300 Mark geahndet sind.

Ein Sozialdemokrat als Stadtverordnetenvorsteher. Berlin, 4. Januar. Von der Schöneberger Stadtver­ordnetenversammlung wurde gestern der freisinnige Land­tagsabgeordnete Reinbacher zum ersten und der sozial­demokratische Reichstagsabgeordnete Molkenbuhr zum stell­vertretenden Vorsitzenden gewählt.

Auf der Flucht erschossen.

Berlin, 4. Januar. Bei der Verfolgung von Ein­brechern erschoß der Kriminalschußmann Brummer einen Einbrecher, als dieser ihn mit einem Hammer niederschlagen wollte. Der Erschossene wurde als der 21jährige Bauarbeiter Hermann Schröder aus Bernau festgestellt.

Entsetzlicher Unglücksfall.

München, 4. Januar. Einem Motorführer im Schlier­seer Grubengebiet der aus der Maschine heraussehenwollte, wurde durch ein Blech, das von der Lokomotive beim Vor­beifahren zurückgebogen worden war, der Kopf glatt ab­geschnitten. Ein zweiter Motorführer in der gleichen Grube wurde durch Auspuffgase betäubt und bewußtlos auf der Maschine gefunden.

Der englische Bergerbeiterstreik.

London, 4. Januar. Daily Telegraph meldet, daß die Zahl der ausständigen Bergleute in Northumberland und Durham bereits auf 40 000 angewachsen sei.

Russische Vorsichtsmaßregeln.

Petersburg, 4. Januar. In den letzten Tagen wur den von der politischen Polizei 1136 Verhaffungen vorge­nommen. 400 Studenten erhielten vom Stadthauptmann unentgeltliche Fahrkarten nach verschiedenen Städten un­ter der Bedingung, daß sie während der Beerdigungsfeier des Großfürsten Michael Petersburg verlassen.

Vermißte Touristen.

Wien, 4. Januar. Seit Donnerstag werden drei junge Handelsakademiker, die einen Ausflug auf den hohen Schneeberg unternommen hatten, vermißt. Man ist in Sorge um sie, da in der vorigen Woche in dieser Gebirgs­gegend große Schneefälle und heftige Schneestürme ein­getreten sind.

Verbrannte Armenhänsler.

Bern, 4. Januar. Beim Brande des Armenhauses famen zwei alte Frauen in den Flammen um. Die eine erstickte im Rauch, die andere wurde beim Wegräumen des Schutts als verkohlte Leiche gefunden.

Handel und Verkehr.

Frankfurt, 3. Januar. Viehmarktpreise vom 3. Ja nuar. Breise für 1 Bentner: Rinder: Ochsen: a) vollfleischige ausgemästete höchften Schlachtwertes höchftens 6 Jabre alt ( Lebendaewicht) 43-46 m.,( Schlachtgewicht) 77-85 Mr., b) junge fleischige, nicht ausgemäftet und ältere ausgemäftete ( Lebendgewicht) 38-42 Mr.,( Schlachtgewicht) 74-77 Mt., c) mäßig genährte junge, gut genährte ältere( Lebendgewicht) 35 bis 37 Mt.,( Schlachtgewicht) 69-73. Bullen: a) vollfleischiae, ausgewachsene, höchsten Schlachtwertes( Lebendgewicht) 40-41 Mark,( Schlachtgewicht) 67-68 Mr., b) vollfleischige jüngere ( Lebendgewicht) 37-39 Marf,( Schlachtgewicht) 62-65 Mark. Färsen und Kühe a) vollfleischige, ausaemäftete Färfen höchften Schlachtwertes( Lebendgewicht) 35-41 mf.,( Schlachtgewicht) 68-71 Mr., b) vollfleischige ausgemäftete Rühe höchsten Schlacht­weries bis zu 7 Jahren( Lebendgewicht) 34-40 Mt.,( Schlacht­gewicht) 65-70 mt., c) ältere ausgemäftete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe und Färfen( Lebendgewicht) 26 bis 33 Mr.,( Schlachtgewicht) 52-64 m., d) mäßig genährte Kühe und Färfen( Lebendgewicht) 21-25 Mt.,( Schlachtgewicht) 41-49 Mf., e) gering genährte Kübe 11. Färfen( Lebendaewicht) 16-20 Mr.,( Schlachtgewicht) 34-40 Mt., a) feinste Maft( Vollm.) Mast) u. beite Saugfälber( Lebendgew.00-00 Mt.,( Schlachtgew.) 00-00 Mr., b) mittlere Maft- und gute Saugfälber( Lebend­gewicht) 45-50 Mt.,( Schlachtgewicht) 83-90 Mr., c) geringe Saugfälber( Lebendgewicht) 45-49 Mt.,( Schlachtgewicht) 76 bis 83 Mr. Schafe: a) Maftlämmer und jüngere Masthammel ( Lebendaewicht) 30-32 Mr.,( Schlachtgewicht) 72-74 Mr., b) ältere Masthämmel und gut genährte Schafe( Lebendgewicht) 22-25 Wf.,( Schlachtgewicht) 65-68 Mt., c) mäßig genährte Hammel und Schafe( Merzschafe)( Lebendgewicht) 00-00 mt.,

Fall, der sich der Gend.- und Schußmannsztg." zufolge Verlobung im preußischen Königshause. Schlachtaewicht) 00-00 m., a) vollfleischige Schweine über 2 3tr,

in Fichtelberg in Bayern zugetragen, beweist das. In der dortigen Kirche wurden in letter 3eit verschiedene Droh- und Schmähbriefe, die sich gegen den Pfarrer richte­ten, vorgefunden. Auf Veranlassung der Staatsanwaltschaft in Baireuth wurde der Schutzmann Frank in Bamberg mit seinem Polizeihund, Lord" nach Fichtelberg beordert. Der Hund folgte einer Spur, die in die Wohnung eines Mäd­chens führte, das schon längst als Miturheberin dieser Briefe verdächtig war. Lord" verbellte die Frauensperson, die mit einem Burschen befreundet ist, der vor kurzem von der Strafkammer in Baireuth als Verfasser anonymer Schmähbriefe vier Monate Gefängnis erhielt.

Eine ganz radikale Frauenrechtlerin ist Frau Annie Steel, eine frühere Inspektorin im englischen Erziehungs­wesen. Eine Toilettensteuer, so will diese Dame, soll den weiblichen Sinn umbiegen, soll die Aenderung des weib­lichen Geschlechts beschleunigen. Frau Steel behauptet, baß weit über die Hälfte aller Frauentoiletten sowie die bazu verwandten Stoffe als reiner Lurus anzusehen sei. Weder echte Valenciennes- Spitzen noch imitierte Mechelner gehörten zu den Bedürfnissen sie seien offenbar Lurus Da nun England, wie auch alle anderen Staaten, fortge­sett Geld braucht und da alle anderen Luxusaufwendungen Besteuert werden, warum, so fragt Frau Steel, soll denn gerade dieser luxuriöseste aller Luxusse", die Frauenklei­bung, steuerfrei bleiben? Vor allem erhofft Frau Steel aber Don Besteuerung des Luxus in der Frauenkleidung, daß der

Der dritte Sohn des verstorbenen Brinzen Albrecht von Preußen, Prinz Friedrich Wilhelm von Preußen, hat sich, wie wir bereits meldeten, mit der ältesten Tochter des Herzogs Viktor von Ratibor Prinzessin Agathe von Ra­tibor und Corvey verlobt. Der Kaiser gab die Verlobung bei dem Familiendiner am Neujahrstage im Königlichen Schloß bekannt. Prinz Friedrich Wilhelm Viktor Karl Ernst Alexander Heinrich von Preußen wurde am 12. Juli 1880 in Kamenz geboren und ist der dritte und jüng­ste Sohn des 1906 verstorbenen Prinzen Albrecht, Re­genten von Braunschweig, und der 1898 verstorbenen Prin­zessin Marie von Sachsen- Altenburg. Der Prinz hat in Bonn studiert und mehrere Jahre beim 1. Garde- Regi ment z. F. Dienst getan, wo er bis zum Major aufrückte. 1908 wurde er beurlaubt, um die Geschäfte der inneren Staatsverwaltung kennen zu lernen und sich gleichzeitig für die Uebernahme der großen, von seinem Vater hinter­Tassenen Besitzungen vorzubereiten, für die der Kaiser ihn an Stelle feiner beiden älteren im Auslande lebenden Brüder bestimmt hatte. Er war längere Zeit bei der Re­gierung und beim Oberpräsidium in Königsberg i. Pr. tätig und übernahm dann die väterlichen Besißungen. Seit­dem residiert er im Sommer in Schloß Kamenz in Schle= sien, wo er auch die Obliegenheiten als Amtsvorsteher wahrnimmt und auf dem Landratsamte arbeitet, während er im Winter das schöne, im 18. Jahrhundert vom Baron

( Lebendgewicht) 58-60.50 ml.,( Schlachtgewicht 75-76 M.. b) vollfleischige Schweine bis zu 2 Zentner( Lebendgewicht) 59-60.60 Mr.,( Schlachtaew.) 74-77 f., c) fleischige Schweine. ( Lebendgewicht) 59-60 Mt.,( Schlachtgewicht) 73-76 Mt.

Die Zeitungs- Annonce ist ein wichtiger Faktor im Ge­schäftsleben unserer Zeit geworden. In weiten Kreisen von Industrie und Handel sieht man deshalb dem alljährlich um die Jahreswende erscheinenden Beitungs- Katalog der Annoncen- Expedition Rudolf Mosse mit besonderem Interesse entgegen. Der Inserent findet in diesem Buche in übersichtlicher Anordnung alle wünschenswerten Anga­ben. In Verbindung mit Rudolf Mosse's Normal- Beilen­messer bietet dieser Zeitungs- Katalog die einzige sichere und bequeme Handhabe für eine korrekte Zeilenberechnung und für eine Kontrolle der Anzeigen- Rechnungen. Mit der so eben erschienenen Ausgabe für das Jahr 1910 widmet die Firma Rudolf Mosse ihren Geschäftsfreunden wieder eine elegante Schreibmappe mit einem Notizkalender für jeden Tag des Jahres. Die Schreibmappe enthält ferner eine Reihe für das Geschäftsleben wichtiger Gesetzesbestimmun gen, Porto- und Stempeltarife, Zinstabellen usw. In einem besonderen Abschnitt zeigt die Annoncen- Expedition Rudolf Moffe an Reproduktionen auffälliger Annoncen- Entwürfe, die sie in ihrem eigenen Zeichenbureau für ihre Kunden hergestellt ist, wie sie bestrebt ist, ihre Dienste auch auf diesem Gebiete den inferenten immer mertvoller zu machen,