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und Betrugsversuchs wurde auf 5 Monate Gefängnis er­Der Bürgermeister Friedrich Kalthof aus hain­Gründau hatte eine Eheschließung vorgenommen, bei welcher der Bräutigam weder großjährig war, noch für Er wurde wegen Ver­großjährig erflärt worden war. gebens gegen das Personenstandsgesetz zu 3 Mark Geld= ftraje verurteilt.

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Bei der Revision der Kasse bei dem Steinbruchsbesitzer Ridel in Rainrod bei Schotten stellte es sich heraus, daß der Schachtmeister Friedrich Elles aus Oberruhr 300 Mr. unterschlagen hatte. Später zog er noch einige Rechnungen ein und unterschlug das Geld ebenfalls. Er wurde unter Einbeziehung der ihm am 22. Juli wegen Sprengstoffge= setzbergehens zuerkannten Gefängnisstrafe von 3 Monaten zu einer Gesamtstrafe von 3 Monaten und 14 Tagen ver­urteilt.

Direkt nach seiner Entlassung aus dem Zuchthaus ging der Agent Ludwig klar aus Mannheim in eine Friedber­ger Wirtschaft. Er gab sich als Brauereibesitzer aus, machte eine erhebliche Zeche, die er teilweise mit dem ihm kurz zuvor ausbezahlten Arbeitsverdienst beglich. Am anderen Morgen verschwand er unter Zurücklassung einer Zeche von 5 Mart, nachdem er eine Kellnerin ausstaffiert hatte, der er vorschwindelte, sie solle in Mannheim in das seinem Sohn gehörige Weinrestaurant eintreten. Der Angeklagte, welcher zuletzt 10 Jahre Zuchthaus wegen Betrugs verbüßt hat, wurde zu 1 Jahr Zuchthaus und 150 Mt. Geldstrafe und 5 Jahre Ehrverlust verurteilt.

Das Theaterj hr 1909-1910

von

Hermann Franz Ottavio.

Es heißt die kritit in ihrer wahren Würde herab­setzen, wenn man ein zu einem bloßen Panegyrifus be­rühmter Männer macht, oder sie gar eignen oder Komö­dian, en- Stolz zu nähren mißbraucht.

Ich halte es für den unverzeihlichsten Fehler eines Kri­tilers durch Nachplärren seichter Kunsturteile, die vielleicht vor 10 oder 20 Jahren beschränkte Berechtigung haben mochten, andere, in diesem Falle das Publikum, über den Wert oder Unwert eines Theaterwertes zu täuschen, durch erlogene oder gestohlene Phrasen kritisch Stroh zu dreschen, d. i. die unwahrheit zu lagen. Mit Absicht wähle ich den Aus­ugust 1910. druck: Theaterwert! Ich verstehe darunter einmal das Wert des Dichters, des Komponisten, also des Wort u. hen- Gladbach Tonfünstlers, und dann das Wert des darstellenden Künst Kolosseum zu ebteren einige lers, des Mimen, der die Wort und Tonwerte in Geschau­

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Es beweist auch jeden Mangel an Kunstverständnis, an einigermaßen treffender Urteilskraft, wenn man sich zu einem Hymnus von Millöckers Armem Jonathan" in einem Tomschwall R. Wagnerscher Kunstausdrücke, theoretischen Bombastes, der zwar gleichzeitig auf den eifrigen Gebrauch Büchmanns schließen läßt, bewogen fühlt und noch dazu soweit entgleisen fann, daß man eine mangelhafte Aufführ ung zu einer vortrefflichen Kunstleistung stempelt. Ein gün­stiges Schicksal bewahre Gießen vor Berichten, die dem ähneln, auf den ich hier anspiele.

Ich unterscheide, wenn ich auf das verflossene Spiel­jahr zurückblicke, streng zwischen zwei Perioden, die durch ein äußerliches Moment gegeben scheinen, die sich aber ganz unvergleichbar durch ihre inneren Werte scheiden: Winter­und Sommer- Saison. Den Eindruck wird mit mir jeder eifrige Theaterbesucher empfangen haben, daß die sommer­lichen Operetten Gastspiele zweifellos ein künst lerisches Fiasto, bedeuten gegen das Plus, das die Schau­spiel- Aufführungen des Winters eingebracht hatten. Ausge­nominien sind nur die wenigen rühmenswerten Aufführun gen des Bad Emser Ensembles, die ich im gan­zen anerfenne nur mit der einen Ausnahme: der Madame Sherry". Dieses seichte, unsinnige, ganz wertlose Machwert, noch dazu unzulänglich und ungenügend herausgebracht, wirfte völlig niederschmetternd; auch die Tänze der gastier­enden Schwestern Cortini konnten diesen Eindruck keines­wegs verwischen, eher noch verstärken.

Die nun folgenden Gastspiele des Bad Nauhei= mer Ensembles, das heißt des hiesigen, durch einige erste Sangesträfte verstärkten Schauspiel- Ensembles, haben durchgängig einen wenig befriedigenden Eindruck hinterlaj=

sen. Die Schuld daran lag selbstverständlich in der Wah I

der Stücke. Von den 7 aufgeführten Operetten( 6 im, 1 außer Abonnement) sind die drei erſten:" Frühlingsluft", Vogelhändler" und" Zigeunerbaron" nicht anzugreifen; doch mit der Lustigen Witwe", der Xten Wiederholung, gab sich die Theaterleitung eine Blöße: Habe ich die Aufführ­gjelbst lobend hervorgehoben, so fand ich nämlich gleich­zeitig in dieser Wiederholung die eingestandene Schwäche: das Fehlen zugträftiger, neuer Operetten, die mit dem zur Verfügung stehenden Personal durchzuführen wären. Man

Der Verlegenheit griff zu alten, abgeleierten Stücken wie Wiener Blut",

fie verwundert Sklavenjodh de

Das süße Mädel"," Der arme Jonathan".

Der erwünschte und erhoffte Beifall blieb aus; weil man 2. un verantwortliche Amputationen vornahm, die natürlich den Gesamteindruck beeinträchtigten; hin mein Leber weil man 3. die Chorizen en bis auf wenige Aus­nahmen nicht sorgfältig genug ausarbeitete. Punkte 2 und

ara foeben, fid 3 berühren sich z. T.; denn die großen Striche, meist

in

den 3. Aften waren größtenteils veranlaßt durch die Rück­sichtnahme auf den Chor. Auch die Rollen der anderen Darsteller fürzte man oft, sehr oft ohne Grund; nicht ein

Cen und tat, al mal eine zu eng begrenzte abendliche Spieldauer könnte als

fragte fie.

Grund vorgeschoben werden, da die Pausen recht Lange dauerten, während die Vorstellung spätestens furz nach 10% Uhr beendet war.

Wenn auch alle diese Gründe zusammenwirkten, den Besuch der Sommer- Gastspiele nicht gerade zu steigern, so

lick auf die aut fanden sie noch eine Verstärkung durch die hohen Ein Das ist mir be zu hoch, zu hoch vor allem im Verhältnis zu dem fünft

trittspreise. Die Preise sind für hiesige Verhältnisse

vom verlorene

lerischen Wert des Gebotenen. Eine ganz simple Multipli­tationsaufgabe zeigt doch, daß die Einnahme beträchtlich höher ausfallen wird, wenn die Parkett und 1. Rang

te angftlich übe Preise vor allem erniedrigt werden; die Anzahl der Abon­

Bruders.

nenten dürfte zwar faum wachsen, die dem gewöhnlichen Sterblichen gegenüber nur 2,80 mt. statt 4 Mt.( für 1. Parkett z. B.) zahlen, denn man mag sich das werden im Sommer nur sehr ungern auf je­Dagegen wird die An­

-

!" fagte er Sie überall hören Es wäre au den Dienstag fürs Theater binden. as einschränkte zahl der gelegentlichen Besucher nur vermehrt, vorausge t ich es tue, bei leßt, daß das Repertoire gewählt ist, daß es geeignet ist,

dergleichen."

Falten.

du, der Vate

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stellt."

Mädchen beft

Menschen anzulocken! Man berücksichtigte immer nur, daß das Publikum verwöhnt ist und anspruchsvoll sein darf, fann es sich doch mit seinen ausgezeichneten Akademischen Konzerten schmeicheln; die Gastspiele des Darmstädter Hof­theaters tönnen gleichfalls nur dazu beigetragen haben, das Berlangen nach guten Opetten- Aufführungen lauter werden 3 lassen. Lieber feine Kunst, wenn man sich dabei fragen muß, wem gilt diese Kunst?!

Vielleicht prüft man diese wiederholten Erinnerungen, che man sich im nächsten Sommer zu einer Wiederholung entschließt. Man diene den Menschen, ohne dabei mit der Kunst Blindekuh zu spielen.

Von dem darstellenden Personal will ich auch hier noch einmal neben den Spielern Fr. Seybold, Hans Wer­nert und Elsa Rosarita, die gewandte und ausgezeichnete Soubrette, Grete Bri II nennen.

So unerfreulich, im ganzen betrachtet, diese Gastspiele waren, so ward ich doch einigermaßen versönlich gestimmt durch die lette Operetten Vorstellung, Die Förster christ e 1", Gastspiel des Bad Emser En­sembles, das uns wiederum für seine Kräfte, in erster Li­nie Alma Wallee, Marta Merten, K. Melzer, Josef Ferry und Richard Helsing erwärmte und den gün­stigen Eindruck von den lobenswerten Aufführungen der " geschiedenen Frau", der" Fledermau 3" und der Dollarprinzessin" nur angenehm erweitern konnte.

Ich habe absichtlich, meinem Grundsaße treu, zuerst das weniger Angenehme erledigt; denn die vergangene Winter­Saison verdient als solche warme Anerkennung. War doch die Direktion eifrig bemüht, großen, ersten Stunstanforder ungen gerecht zu werden. Ich erwähne hier zunächst die Schiller Aufführungen," Don Carlos" und" Wilhelm Tell"; zur Erinnerung an die 150jährige Wiederkehr von Schillers Geburtstag hatte die Direktion eine Reihe von billigen Tell"-Aufführungen ermöglicht, wenn ich nicht irre 14, die einer großen Anzahl hiesiger und anderer oberhes= sischer Schulen zugute famen. Diese glückliche Maßnahme, wie gute Volt 3- und Schülervorstellungen, solange sie nur wertvollen Stücken, besonders unseren Klassikern gelten, sind immer unseres lautesten Beifalls sicher und sollten von Schule und Haus nach Möglichkeit unterstützt werden.

Auch Shakespeare, um bei den klassikern zu bleiben, war im Spielplan vertreten mit Romeo und Julia" und" Sommernachtstraum". Bedauerlich war nur, daß die Regie in Romeo und Julia" die glückliche Idee: Szenenwechsel bei offener Szene, während den Wiederhol­ungen aufgab.

Von großen Dramatitern, die sich, so ent schieden sie in vielem von einander abweichen, in ihrem und Haß gegen Gesellschafts- Lüge und Moral begegnen auf die Gestaltung des modernen Dramas den größten Einfluß ausübten, traten Ibsen( Stüßen der Gesellschaft") und O. Wilde( Frau Warrens Gewerbe") auf den Plan. Doch lernten wir von dem letzteren ein Werf kennen, das uns auch eine andere Seite dieses fünstlerischen Pfadfuchers zeigt, seine Salome".

Von den jetzt lebenden Modernen tam natürlich als Vertreter des ernsten Dramas H. Sudermann zu Wort mit seinem neuesten hosfähigen, verlogenen Komö diantenwerk Die Strandfinder"; leider ist für unsere Pro vinzbühnen die Abhängigkeit von Berlin so groß, daß man= che Stücke ihren Eingang in den Spielplan finden, die besser unaufgeführt blieben; doch leider ist der Name Sudermann" heute so gewaltig, daß sich jeder Theaterdirektor der öffent lichen Meinung und seiner Kasse gegenüber verpflichtet fühlt, des großen Dichters" neueste Schöpfung zu bringen, eine Schöpfung, für die es sich wirklich nicht lohnte, neue Dekorationen anzuschaffen. Ueber E. Hardt's preisgekrön­ten Tantris der Narr" kann man verschiedener Meinung sein; lobenswert war jedenfalls das eifrige Bemühen, ung mit diesem Wert bekannt zu machen. Um so erfreulicher war dagegen das Auftauchen H. Bahrs und Björn sons auf dem Plane. Wenn der junge Wein blüht", des nun auch verstorbenen" Norwegers letztes Werk, δας hier eingehende Würdigung fand, und Bahrs, des geist reichen Plauderers Konzert" fanden die wärmste und bei­fälligste Aufnahme; auch Björnsons großer Rivale, Ib sen, tam zu Wort mit den Stüßen der Gesellschaft". Bissiger, spöttischer wie Bahr, nicht in dem Maße elegant geistreich wie er, ist L. Thoma, dessen prächtige Sitten! Domödie" Moral", Tendenzstück durch und durch, überaus gefiel. Die Pflege des guten Schauspiels und Lustspiels zumal bei der anerkannten Seltenheit guter Lustspiele fann nicht genug empfohlen werden, und wir werden der Direktion, wie auch bisher, wenn sie auf diesem würdigen Wege weiterschreitet, unsere gerechte Anerkennung nie sagen. Gern stelle ich es fest, daß auch der französischen, klassischen Komödie schuldiger Tribut gezollt wurde; zwei Werke des größten Lustspieldichters sahen wir, Moli­eres" L'avare" und" Tartüffe". Zusammen mit dem letzt genannten Stück erlebten wir die Uraufführung eines zum Teil rekonstruierten Wertes Das Schiedsgericht" von Me nander, dem Vater des Lustspiels, in der Uebersetz­ung von Professor Körte( man vergl. darüber meine Bemerkung in Schaubühne 1910, Heft 2).

( Schluß folgt.)

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Stadttheater Gießen.

Dienstag, den 2. August 1910. Die Förster- Christel.

Operette in 3 Atten von B. Buchbinder. Musik von G. Jarno.

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Man müßte Wiener sein, um ganz zu verstehen, würdigen, wie ein solches Wert in Wien wirken muß; dann wird man auch taum staunen, wenn daneben schon eine andere Operette ihren siegreichen Einzug gehalten hat: Das Musikantenmädel". Hier wie dort verdichtet sich die Handlung, um die Gestalt eines geliebten Kaisers; und wenn dort der 2. Akt mit der geschickt eingewebten Kaiser­hymne: Gott erhalte Franz den Kaiser" zu einem über­aus wirkungsvollen Höhepunkt gestaltet ist, so hier durch die prächtige, ruhig wiegende Walzer- Melodie: Herr Kai­ser, Herr Kaiser, du liebe Majestät". Es ist klar, daß schon der Abstand der Hauptpersonen von einander, daß die Fa­bel überhaupt die Försterchristel liebt ihren Kaiser, Jo sef 2.; sie wird von dieser Verirrung bekehrt durch den Kaiser selbst und findet sich wieder in ihrer Liebe zu dem

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begnadigten Ungarn Földessy- nicht frei bleiben konnte, von sentimentalen Stellen; doch kann man ruhig gestehen, daß das Wert des Komponisten wie auch die heutige Auf­führung diese leisen länge nicht ungebührlich unterstrich, sondern, distret, erträglich behandelte. Die Operette ist reich an flangschönen Walzern und Melodien; wie z. B. neben dem schon obengenannten Lied der Christel:" Herr Kaiser...", ihr Lied mit dem Walzer- Mefrain: Ich tu nur bös, bin sonst fidel", das Zigeunerlies( Der Frauen A- B- C) mit den lockenden Klängen: Wenn es ringsumher dann dunkelt" oder die wiegenden Rhythmen: Gebt mir die Geigen der ganzen Welt" immer ihrer fortreißenden Wirkung sicher sein dürfen. Schade nur, daß man auf die " Hunde- Ballade" im 3. Afte verzichtete!

Die Aufführung wirkte nach der vergangenen des Ar­men Jonathan" wie ein frischer Regen auf ein dürres Land; das Haus war unvergleichlich viel besser besucht, ein neuer Beweis dafür, daß der gute Klang eines Namens auch beim Theater alles macht". Man wähle nur gute Operetten aus, spiele lieber nur alle 14 Tage mit sehr muten Kräften und der Erfolg wird sich auch in der Kasse bemerkbar machen.

Daß z. B. das Urteil einer hochstehenden Persönlich­feit" feinen größeren Allgemeinwert als das eines anderen Sterblichen besißt, daß es ebenso subjektiv, unmaßgeblich ist, sagen uns zahllose Beispiele; wenn sich der Kaiser für die Aufführung des Hintertreppenstückes Sherlock Holmes be­geistern und lobend äußern fonnte, so ist das eine rein persönliche Aeußerung und Anschauung, an der gar keine Kritik zu üben ist. Beutet man aber" hohe" Worte zur Re­flame aus und will sie zum allgemeinen Urteil erheben, dann wird es Sache der Kritik sein, dagegen zu Felde zu ziehen.

Denn die Aufführung der Försterchristel" durch das Bad Emser Ensembles hätte wahrlich nach den Gastspielen zu Anfang dieser Sommer- Spielzeit passieren können, ohne sich einer hohen" Empfehlung versichert zu haben.

Im Mittelpunkte des Abends stand die" Försterchrist!" Alma Waliee's, eine Prachtleistung von A- 3, die beste, hervorragend beste des Abends, noben ihrer Gonda" ( Geschiedene Frau") sicher die bedeutendste, in der wir sie fennen lernten. Ich erkenne das Spiel um so mehr an, als ich weiß, daß die Künstlerin über sehr viel Temperament, Rasse verfügt, die in dieser Rolle übermäßig entfaltet, man­ches hätten verderben können; besonders zustatten tamen ihr Charme, Reiz, Grazie und Liebenswürdigkeit ihres Wesens. Vielleicht spielt sie im 2. Atte in" Hostoilette" noch ein wenig natürlicher, etwas weniger merklich unbeholfen, so gibt es auch gar nichts, was irgend auszusetzen wäre. Voll­kommen bei Stimme, brachte sie durch angenehm unterschie­dene Betonung, leichte und sichere Tongebung all das Tro­Bige, Heitere, Lachende, Liebe, Enttäuschte und doch im= mer wieder Frohe gewandt und prächtig zum Ausdrud. Schon der Klang ihrer Stimme hat etwas für sie Gewinn­endes, angenehm Frisches und Farbenvolles, das ihr auch hier von Anfang an den reichsten Beifall, wie auch heute wieder, zuströmen ließ.

Gesanglich bedeutend ist die Rolle ihres Partners, des ungarischen Gutsverwalters Földessy, die Karl Melzer ziemlich erschöpfte, abgesehen von dem zeitweise etwas den Spiel. Ich hatte den Eindruck, als habe er das Lied ( Finale 2. Aft)" Gebt mir die Geigen" nicht ganz rein ge­sungen; doch gern will ich das flott gesungene Duett: Fal­ter, Falter hüte Dich"( 1. Aft) zusammen mit Josefine, Marta Merten hervorheben. Die letztere bestätigte auch heute wieder mein Urteil, das ich gelegentlich ihrer vortrefflichen Wiedergabe der geschiedenen Frau" und der " Dollarprinzessin" fällte: Gewandheit im Spiel, sicher und ausgiebig im Gebrauch ihres langschönen und flangvollen Organs; nur bisweilen stört das Verwischen des Konso­nanten ɓ zu w. Hertha Schroth( Minta) gibt ge­wiß die Töne sicher; beeinträchtigt aber wird sie in grö­Beren Wirkungen durch ihr wenig ausgiebiges und durch­dringendes Organ. Sehr gut zur Geltung tam der Zigeu­nermarsch( Steht ein Mädel auf der Pußta") von Karl Melzer, Marta Merten und H. Schroth, und das Bigeu­nerlied"( Will ich einen Liebsten haben) zwischen den bei­gen lettgenannten; beidesmal nahm der Chor sehr vorteil­haften Anteil an dem Gelingen der Szenen.

Erich Schönfeldee führte mit Geschick die nicht leichte Rolle des Kaisers Josef 2. durch; der Darsteller hatte eine recht gute Maste gewählt und wahrte sehr gut seine kaiserliche Würde im Tanz mit der Försterchristel.

Den Peter Walpert, das Hofschneiderlein mit dem großen Mund und dem Hasenherz spielte und sang Josef Ferry sehr gut; laut beflatscht wurde sein Duett ( 2. Aft) mit dem Refrain:" So ergreift man sacht die Zü­gel" mit Alma Wallee. Die Wiederholungen: O Gott, o Gott...." mit den entsprechenden Bewegungen zwangen unbedingt zum Lachen; wie erspielend die Töne beherrscht, meistert er, immer erfinderisch, seine Gesten und Sprünge.

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Richard Helsing, zugleich als Regisseur verant­wortlich zeichnend, lieh dem Obersthofmeister der Thea terzettel machte daraus einen Oberst, Hofmeister! seinen ganzen zappeligen Wit; auszeichnen will ich hier die Spiel­szenen mit Alma Wallee und Elly Schumann ( Baronesse v. Othegraven). Die übrigen Darsteller, die in den Ensemble- Szenen tüchtiges leisteten, mögen sich einem Gesamtlob begnügen! Das Ganze war gut zusam­mengehalten unter der musikalischen Leitung Hermann Weinac's; das ausgezeichnet gebrachte Vorspiel zum 3. Aft litt leider wieder einmal durch die Unruhe des Publi­fums. Versöhnt wenden wir dem Theater den Rücken, das nun seine Pforten für die Spielzeit 1909-10 schließt. H. F. O.

Verantwortlich: Albin Klein, Gießen.

An die verehrlichen Salem Aleikum- Raucher!

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Fabrik- Ansicht.

Infolge der den Bedarf in brauchbaren Tabaken nicht deckenden türkischen Rohtabak­ernten der letzten Jahrgänge ſehen wir uns vor die Frage geftellt, entweder die Qualität zu verschlechtern, oder den Detailpreis der Salem Aleikum-Cigarette Nr. 3 um einen halben Pfennig zu erhöhen. Da der große Konfum nur auf der guten Qualität diefer jeder bestechenden Ausstattung ent­behrenden Cigarette beruht, konnten wir uns in Anbetracht des wachfenden Verſtändniffes, welches das p. t. Publikum Qualitäts­cigaretten entgegenbringt, nur für das letztere entfcheiden und wir glauben, damit im Interesse aller Qualitätsraucher zu handeln. Salem Aleikum wird in der alten feinen Qualität unter Nr. 4 5 6 8 10 zu 45 6

ILIT

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Cigarettenfabrik Yenidze" Inh. Hugo Zietz

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