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Pfarrer Wahl- Beienheim leitete als Stellvertreter des erkrankten Defans, Kirchenrats Schrimpf, die Verhand. lungen.

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Friedberg. Zur Einquartierung in hiesiger Stadt traf die 4. Eskadron des Leib- Dragoner- Regiments Nr. 24, deren Chef der russische Bar ist, hier ein. Unter den Offizieren befindet sich auch ein in Deutschland zur Ausbildung weilender Argentinier.

* Büdingen. Die zur Linderung des durch den Zusammenbruch des Vorschuß- und Kreditvereins Ober­mock stadt bei vielen Mitgliedern dieses Vereins hervor­gerufenen Notstandes gesammelten Hilffonds sollen nunmehr in Anspruch genommen werden. Kreisrat Böckmann forderte in einer Bekanntmachung diejenigen Mitglieder aus unter Darlegung ihrer Schuld- und Vermögensverhältnisse ihre Ansprüche einzureichen, die zur Zahlung des vollen Vor­schußbetrages von 2300 Mart herangezogen worden sind. Es sollen dann die Mitglieder, deren Anträge als begrün­det anerkannt werden, zunächst nur zuschüsse zu den jähr­lichen Zins- und Tilgungsleistungen, die Kapitalbeträge aber erst nach Ausgang des Konkursverfahrens erhalten. * Darmstadt. In der Stadtverordnetensißung kam auch die für Darmstadt akute Frage der Fleischver sorgung zur Sprache, zu der Beigeordneter Müller an Hand eines längeren Erposees einige Aufklärungen gab. Da die Preissteigerung in mehr oder minder gleichem Maße in ganz Deutschland eingetreten sei, tönne eine grundle­gende Abhilfe auch nur von der Reichsregierung kommen. Die Bürgermeisterei habe sich mit einer Anfrage das hess. Ministerium gewandt, welche Maßnahmen es zu er­greifen gedense. Nach den Erfahrungen, die in anderen Staaten gemacht worden seien, werde es sich nicht empfeh= len, städtischerseits Anstalten zur Fleischversorgung zu tref= fen wie etwa die Einrichtung einer Gemeindeschlächterei. Stadtverordneter Säng empfahl, der in Mainz gegebenen Anregung stattzugeben und die ganze Frage einem zu be­rufenden hessischen Städtetag zu unterbreiten.

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Daimsta ot Der bekannte Aviatifer Guler, dec, wie seinerzeit berichtet, eine neue Flugmaschine fonstruiert hat, die besonders für militärtsche Zwecke bestimmt ist und in der ein zweiter Siz hinter dem Führersitz angebracht ist, hat mit seiner neuen Maschine mehrere wohlgelungene Flüge unternommen.

* Mainz. In der Kreiskonferenz der Sozialdemo= fraten wurde als Kandidat für die nächste Reich 3= tagswahl des Kreises Mainz- Oppenheim einstimmig Dr. David ernannt.

* Mainz. Das Inf.- Regiment Nr. 87 gedenkt auf dem Schlachtfelde von Wörth zur Erinnerung an seine dort gefallenen Offiziere und Mannschaften ein Denkmal zu er­richten. Sammelstelle für Beiträge zum Wörthdenkmal Regiments 87" ist die Volksbank in Mainz, Neubrunnen­plat.

* Mainz. Der hessische Städtetag wird sich demnächt auch mit der Frage der Fleischteuerung befassen. Die Bürgermeisteret hat dieserhalb bereits ein eingehendes Exposee ausgearbeitet, daß dem Städtetag zur Beratung und Beschlußfassung unterbreitet werden wird.

* Worms. Hier wird heute eine Ausstellung von Amateur photographien eröffnet. Die Dauer ist auf zehn bis zwölf Tage festgesetzt. GANG

* Gau- Odernheim. Der Verband der Kran­kenkassen und der Gemeinden als Träger der Kranken- Ver­sicherung im Großherzogtum Hessen hält am 18. Septem­ber hier seine fünfte ordentliche Mitgliederversammlung ab. * Nieder- Olm. Vom Großherzog be= gnadigt wurde der wegen Fahnenflucht zu 6 Monaten Gefängnis verurteilte amerikanische Staatsbürger Kaufmann und Kunsthändler W. Schultheis aus Nieder- Olm. Er war vor zirka 24 Jahren ausgewandert und jetzt mit seiner Familie zu Besuch nach der Heimat gekommen in der Mein­ung, daß er straffrei bleibe. Am Grabe seiner Mutter war er verhaftet worden.

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Gerichtet.

In nid E VED

Familienroman von Franz Wichmann.

,, Gewiß ist's ein Irrtum," verteidigte die Försterin den Ans geschuldigten, und dann alle seine anderen Frennde, Baron Rehberg, Graf Hochstein"

Um die wird es nicht besser stehen!" unterbrach der Förster sie: Ich habe sie dem Herrn Oberforstmeister auch genannt

Nun, was hat er dazu gesagt?"

Den Kopf hat er geschüttelt und gemeint: Adelsfamilien Dieses Namens fenne er gar nicht. Ich aber sei ein leicht gläubiger alter Narr, der in blinder Gutmütigkeit seinen Sohn für den besten Menschen halte!"

Ist er das denn nicht auch, unser herziger Otto?" brach Frau Adelheid aus. Ach, wenn wir ihn nur öfter sehen könnten in seiner Uniform! Die Menschen beneiden uns nur um unser Glück! Du hast ihm doch gehörig erwidert auf das alles?"

" Ich hab's ihm ordentlich gegeben, weil denn doch alles verloren war. Herz, Ihr macht mich zum Lumpen, hab' ich gesagt, denn ich war außer mir. Ich bin noch nicht sechzig Jahre alt, Goit hat mich gesund bleiben lassen und mir Kraft zur Arbeit gegeben, und ich habe geglaubt, bis zum siebzigsten Jahre dem Staate dienen zu können! Was soll ich jetzt noch auf der Wet, wenn ich jetzt nicht mehr soll arbeiten können und nichts mehr sein soll als eine Null! Erst babt ihr mir den Wald genommen und jetzt vernichtet Ihr mir die letzte Bes dingung zum Leben! Herr, das ist mein Todesurteil, habe ich gesagt, und Ihr habt's gefällt!"

Und was hat er darauf erwider?"

,,, da hat es ihn auch gepackt," fuhr der Alte fort ,,, denn er ist ganz weich geworden und hat gemeint, es tue ihm leid, und wenn es ginge, wolle man mir später eine andere Stelle, vielleicht auf einem Bureau, verschaffen, aber jetzt könne er nicht anders, weil ich weil ich den Stand entebre!"

Er griff plötzlich nach seinem Glase und begann hastig das Bier hinunterzustürzen.

Die Försterin faßte seinen Arm: Du darfst nicht so schnell trinken, in den Zorn binein, Lorenz, das schadet dir!"

,, Laß mich," knurrte er, um so schneller vergißt man, und I das ist das beste. Weißt du noch, wie ich unsern Forstwart, den Dieter, davongejagt habe des vielen Trinkens wegen? Der hat auch gesagt, er tue es, um sein verstorbenes Mädel zu vergessen. Dazumal bab' ich's für ein dummes Geschwät

* Inheiden. Bei der hier stattgehabten Gemein­deratswahl machten von 93 Stimmberechtigten 83 von ihrem Wahlrechte Gebrauch. Es wurden die seitherigen Gemeinde­ratsmitglieder Friedrich Kuhl mit 75 Stimmen, Ludwig Friedrich Reiß mit 62 Stimmen und Friedrich Raab mit 51 Stimmen wiedergewählt.

* Groß- Gerau. Seit November finden im nord­westlichen Teile des Kreises Groß- Gerau im Auftrage der Stadt Mainz Bohrungen nach Quellwasser statt, um die Ergiebigkeit dieses Gebietes für ein großes Wasserwert der Stadt Mainz und eine Anzahl Orte im Kreise Groß- Gerau festzustellen.

* Vom Odenwald. Die Forellenfischerei fällt in diesem Jahre sehr reich aus. Das Pfund Forellen wird mit 2-2,50 Mark bezahlt.

** Frankfurt a. M. Anläßlich der 40jährigen Ge­denkfeier des deutsch- französischen Krieges hat der Vorsitz­ende des Kreisfriegerverbandes, Kammerherr v. Bothmer, an den Magistrat eine Eingabe um Bewilligung eines Ehrensoldes an die bedürftigen Veteranen mit einem Ein­tommen unter 1800 Mt. gerichtet.

* Frankfurt a M. Der Fehlbetrag der Inter nationalen Ausstellung für Sport und Spiel dürfte die Heranziehung von 80 Proz. der Garantiesumme not 90

wendig machen. 1903.

* Frankfurt a. M. Die Großherzogin von Oldenburg hat das Sanatorium Hohemark verlassen, übernachtete in ihrem Salonwagen im Hauptbahnhof und fuhr am Donnerstag über Aschaffenburg nach Schwarzenbach, wo sie zur weiteren Erholung Aufent halt nohm

* Vom Westerwald. Hier sind falsche Ein­markstücke in den Verkehr gebracht und auf einem grö­ßeren Postamte verschiedentlich angehalten worden.

* Vom Westerwald. Die Flachseinte dahier liefert in diesem Jahre kein besonders gutes Gespinst, da die naßkalte Frühjahrswitterung da Wachstum un günstig beeinflußte, aber das Hervorwachsen des Un­fcautes förderte.

* Herborn. Gelegentlich der Sedanfeier gab Bürgermeister Birkendahl in seiner Feftrede befannt, daß die städtischen Körperschaften beschlossen hätten, alle Veteranen mit einem Einkommen unter 1200 Mt. dauernd von der Gemeindesteuer zu befreien.

* Marburg. Der außerordentliche Professor in der Medizinischen Fakultät der Universität Marburg Dr. Gürber wurde zum ordentlichen Professor ernannt, ferner der außerordentliche Professor der Med zin Dr. Osmann zum ordentlichen Honorarprofessor be­fördert.

* Von der Nahe. Infolge des Zerstörungswer­tes des Sauerwurmes verringern sich die Herbstaussichten im Weinbau immer mehr. 10/10

Aus aller Welt.

* Berlin. Zum Gouverneur des Schutzgebietes Deutsch- Südwestafrika ist der bisherige Gouverneur von Kamerun, Dr. Seiß, ernannt worden, zum Gouverneur von Kamerun der bisherige vortragende Rat im Retchs­folonialamt, Dr. Gleim.

* Berlin. Das kaiserliche Gesundheitsamt ver­anstaltet z. 3t. Nachprüfungen der wissenschaftlichen Grundlagen, auf denen die Kontrolle der Nahrungs­mittel beruht. Diese Kontrolle erweist sich noch immer nicht als ausreichend. Auf dem Lande und in den fleineren Städten gehts; je größer aber die Stadt, um gehalten, aber heute seh' ich's ein, daß er recht gehabt hat. und tue dasselbe. In der verfluchten Stadt hier hab' ich'a gelernt!"

Er vergrub den Kopf in den Händen und auf die Worte seiner Frau nicht mehr achtend, versant er in ein dumpis Brüten. ( Gerichtet 37 Nr. 8.) In der gegenüberliegenden Laube hatte Klara aufs neve das Gespräch auf Hellborns Vergangenheit gebrecht. Und wie kam es, daß gerade Paris diese Wandlung in Ihnen hervorbrachte?" fragte ste. on

Weil ich eben in Paris zum erstenmal den Begriff ver Großstadt in seiner ganzen furchtbaren Bedeutung erfaßte," ec widerte er. Mir erschienen fortan diese Ameisenhausen von Menschen, die man Großstädte nennt, wie Bestbeulen des Landes, hie immer weiter um sich fressen und die gesunde Volkskraft vergiften. Auf dem Lande fehlen die Arbeiter, in den Städten hungern sie und schreien nach Arbeit. Da liegt der Kernpunkt der ganzen sozialen Frage. Dieselbe findet erst dann ihre Lösung, wenn wir wieder Bauern werden. Es gibt Arbeit genug in der Welt, niemand braucht zu darben. Gebt nur jedem sein Stück Land und laßt ihn schaffen, es nährt ihn schon. Aber das wollen sie nicht, weil sie dem Vergnügen nach­laufen und, um das haben zu können, nur um des Goldes willen arbeiten. In den großen Städten ist das Vergnügen zum Zweck des Daseins geworden; nur um den Lohn schnöder Lust wird die Last der Arbeit getragen!"

" Ja," ſtimmte Klara bei, aber jede Arbeit sollte nicht Last, sondern Lust und wahre Freude sein!"

,, Damit sie das sei," fuhr Hellborn fort, muß die Arbeit wieder Lebenszweck werden und die Ruhe, die Erholung das einzig wahre Vergnügen!"

Das leuchtete auch Frau Baumert ein.

Ach, dann würde es ja wieder wie in der guten aken Beit!" rief sie.

Hellborn nickte zustimmend.

In gewisser Beziehung ja, ein Umkehren zum alten Leben in neuer, freier Focm, denn völlig zurückgehen kann und soll der Mensch nicht. Alles es Moderne ist dagegen die zeitweilige Wiedererneuerung des Alten, und das eben ist es, was unsere Beit nötig hat!",

Die Tante betrachtete ihn mit unverhohlenem Staunen. Sie wissen, das alles so flug und gelehrt zu sagen, daß man es glauben muß!"

D, wäre ich ein Mann geworden," brach Klara aus, ich fennte fein sehnlicheres Verlangen, als so sein zu können wie Sie, Herr Hellborn!"

Und warum sollten Sie das nicht können?" fragte er mit seiner tiefen. ernten Stimme. Wenn das schwächere Weib

so ärger die Nahrungsmittel Verfälschung. Es ist daher dringend notwendig, daß die Kontrolle hier noch gründ licher wird.

* Hörter. Bei der Reichstagsersatzwahl für den Wahlkreis Warburg- Hörter wurden von 19 245 Wahlberech tigten 12 023 Stimmen abgegeben. Davon erhielten Uni versitätsprofessor Dr. Martin Spahn- Straßburg( 3.) 11 301, Schäfer- Meyer( Soz.) 579, Pfarrer Dr. Hille( 3tr.) 101 Stimmen. 3ersplittert waren 42 Stimmen. Prof. Spahn ist somit gewählt.

* Oberlahnstein. Hier wurde ein Mädchen­händler verhaftet, als er mit mehreren jungen Mädchen, die sich als seine Nichten ausgaben, nach Argentinien abreisen wollte. Sie sollten angeblich in der Ausstellung von Bu enos- Aires Stellung nehmen. Die 26. Jahresversamm­

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Ludwigshafen.

lung des Allgemeinen evang.- prot. Missionsvereins, der hervorragende Theologen unter seinen Mitarbeitern zählt, findet vom 5.- 7. September in Ludwigshafen statt.

Robl- Memorial. In dem am Sonntag in Magdeburg unter dieser Bezeichnung ausgefahrenen 30 Kilo meter- Rennen belegten die Brennaborfahrer F. Ryser und B. Demte den ersten bezw. zweiten Platz.

)( Der große Sommerpreis wurde am Sonn­tag, den 28. August, in einem 50 Kilometer- Rennen Gladbeck von Jean Böschlin auf Brennabor gewonnen.

Aus dem Gerichtssaal.

Straffammer.

in

Gießen, 2. September. Wegen unlauteren Wettbewerbs stand der Kaufmann Markus Schleimer aus Friedberg unter Anklage. Um das Publikum anzulocken, veranstaltete er

Ausnahmetage, 95 Pfennigwochen, 8 Schürzentage 2c.,

ließen

Die

und zeigte dieses in verschiedenen Zeitungen der Umgegend an. Verschiedene Mitglieder des Detaillistenvereins sich Sachen holen und sie kamen zu der Ueberzeugung, daß die Waren inbezug auf Beschaffenheit und Preisbemessung nicht der Anpreisung entsprachen, weshalb sie Strafantrag stellten. Die Waren stellten eine Qualität dar, wie sie in anderen Geschäften meistens nicht geführt werden und so mit nicht als gute Ware bezeichnet werden durften. Sachverständigen waren bei der Verhandlung verschiedener Ansicht. Während der Vorsißende des Detaillistenvereins Gießen behauptete, einen Bettfolter zu 95 Pfennig, wie sie der Angeklagte angeboten hat, dürfe nicht als schwere, gute Ware bezeichnet werden, glaubten mehrere andere, die Preise würden der Ware entsprechend sein. Auch seien Schürzen dabei, die unter Herstellungspreis abgegeben wor den sind, wie sie der Angeklagte angepriesen hat. Festge stelltermaßen Angeklagte schon beim Einkauf zwei Drittel Ausschuß gekauft und die Sachen doch als gut an geboten. Nach den Ausführungen des Staatsanwalts ist das Publikum irre geführt worden, da es glaubte, für ge ringes Geld gute Ware zu bekommen, dagegen sei alles minderwertige Qualität. Er beantragte zweimal 300 und einmal 500 Mark Geldstrafe, während der Verteidiger auf Freisprechung plädierte. Da die Zeit schon sehr vorgeschrit ten war, würde das Urteil auf 8 Tage ausgesetzt..

rich Paul mit Gästen Streit angefangen, weshalb ihn der Wirt aus dem Lofal entfernte, und ihm den ferneren Ein­tritt verbot. Trotzdem kam er zweimal wieder und drohte dem Wirt, ihn mit dem Revolver zuerschießen; auch einen Arbeitskollegen bedrohte er in gleicher Weise. Das Schöffen gericht verurteilte den rauslustigen Angeklagten zu 4 Mona ten und 28 Tagen Gefängnis. Er focht das Urteil an, in­dem er die Zeugenaussagen teilweise bestritt. Es half ihm aber nichts; das Urteil wurde bestätigt. An einem Schneiderlehrling zu Grebenhain hat sich der Schneidergeselle Heinrich Orth aus& hringshausen Ge in unsittlicher Weise vergangen. Er befam 6 Monate fängnis, abzüglich 3 Wochen Untersuchungshaft.

In einer Wirtschaft zu Schlitz hat der Arbeiter Hein­

den Bund mit dem stärkeren Manne schließt, werden beide zu einer ungeahnten neuen Kraft. Und vereinte Kräfte haben immer noch mehr Gutes in der Welt geschaffen als einzelne, verlorene!" 179

Frau Baumert hatte auf das Zwiegespräch faum noch acht gegeben; sie kämpfte offenbar mit einem Entschluß.

Philosophiert ihr nur immer weiter," meinte sie, als beide eben schwiegen, ich will inzwischen zu den anderen hinüber gehen; vielleicht wäre es ja doch möglich

Wo

Den Vater umzustimmen, meinst du?" fragte Klara. denkst du hin? Jetzt, nachdem er mich hier mit Herrn Hellborn gesehen hat?"

"

,, D, ich fürchte ihn nicht!" erklärte die Tante. Er tann mir nichts tun. Er kann es mir doch nicht wehren, Adelheid zu begrüßen und zu Ottos Geburtstag zu gratulieren!"

Aber er wird glauben, ich habe dich abgeschickt! wandte das Mädchen ein.

Sei unbesorgt!" wehrte die Tante. Er kennt mich und weiß, daß ich meinen eigenen Willen habe!"

9. Kapitel. Während Frau Baumert nach der jenseitigen Laube hin überschritt, sah sie zu ihrem Unmut, daß ein anderer ihr zuvor kam und, ehe sie die Laube noch erreichte, in den Eingang der selben trat.

Es war ein Feldgendarm in dienstmäßiger Ausrüstung, auf dessen spizzer Pickelhaube sich blitzend die Sonne brach.

Das war ärgerlich, aber zur Umkehr war es zu spät, die drinnen Sitzenden mußten sie schon bemerkt haben. So betrat sie dicht hinter dem Gendarm resolut gleichfalls die Laube. Der zuerst Eingetretene war grüßend am Eingang der Laube stehen geblieben.

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Sie entschuldigen, daß ich mich hierher setze," richtete er an die Reiners das Wort, es ist im ganzen Garten sonst kein schattiger Platz mehr zu finden." musipalaid

Die Försterin, der jede Uniform imponierte, rückte sogleich beiseite.

D, gewiß, mit Vergnügen!" komplimentierte sie. Grüß Gott, Adelheid! Grüß Gott, Herr Förster!" ließ in diesem Augenblick, während der Gendarm sich setzte, Frau Baumert sich vernehmen.

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Der Förster erwiderte ihren Gruß nicht; er eine Bewegung mit der Hand, die wie eine Ablehnung aussah Kommt Ihr von denen da?" tam es ruckweise aus seinem Munde. ( Gerichtet 38 Nr. 8.)

790

Frau Adelheid stieß ihn an und meinte halblaut: Still doch, wer wird denn vor einem Fremden Lorenz Reiner beachtete ihre Mahnuna nicht. ( Fortseßung folgt.)

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