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eine

Verschiebung der militärischen Uebungen in den Krei­sen Alsfeld und Lauterbach um mindestens 8-14 Tage, da sich durch die regnerische Witterung die Ernte immer mehr * Stadtverordneten Versammlung. Am nächsten Donnerstag, nachmittags 4 Uhr, findet Sibung der Stadtverordneten mit folgender Tagesordnung sta, t: 1. Mitteilungen. 2. Baugesuch Flick für die Bis marchstraße. 3. Baugesuch Hofmann bei der Veterinär­Klinik.- 4. Hoftor Kaplaneigasse 7. 5. Ortsbausa bung für die Lonystraße. 6. Eigentum am Stadtkirchturm u. der Friedhofstapelle auf dem Nahrungsberg.- 7. Halte­stelle der Straßenbahn an der Braugasse. 8. Uebersicht über die wirklichen Einnahmen und Ausgaben des Real= 9. An­gymnasiums und der Oberrealschule für 1909. lage eines israelitischen Friedhofes. 10. Volfsbad für 11. Gesuch des Ernst Heinrich Beutner um Er­Frauen. laubnis zum Schankwirtschaftsbetriebe Plockstraße 13.

* Zu den Stadtverordnetenwahlen. Im Herbst finden bekanntlich Stadtverordnetenwahlen statt. Wahlberechtigt sind nur hiesige Ortsbürger oder solche Be­wohner, die schon drei Jahre in Gießen wohnen. Jeder, der noch keine 3 Jahre hier wohnt, kann sich sein Wahl- recht sichern, wenn er sofort das Ortsbürgerrecht erwibt. Nichthessen müssen das hessische Staatsbürgerrecht erwer­ben, um bei den Landtagswahlen ihr Wahlrecht ausüben zu können. Man kann die hessische Staatsangehörigkeit er­werben, ohne daß man seine bisherige Staatsangehörigkeit aufgibt.

* Amtsgerichtsneubau. In dem kommen den Frühjahr wird ein neues Gebäude für das Amtsge richt hinter dem Landgericht errichtet werden. Der Bauplatz stellt sich im ganzen auf 60 000 Mt.

* Stadtheater, Gießen. Die Aufführung der Försterchrist!", mit der die Operettengastspiele dieses Jahr schließen, gilt als Mustervorstellung des Emser Kurtheaters. Der Herzog von Anhalt, der bekanntlich als fompetent gelten kann, da er sich an seinem Hof­theater in Dessau mit regem Interesse und aktiv an der Regie beteiligt. wohnte jüngst in Ems einer Vor­stellung des Werkes bei und sprach Direktor Steingoetter seine lebhafteste Anerkennung über Aufführung, Zu­sammenspiel und Ausstattung aus. Ueber die zweite Aufführung von Försterchristl am Emser Kurtheater schreibt die Emser Zeitung":" Die bei ihrer Erstauf­führung mit so großem Beifall aufgenommene Jar no'sche Operette Die Försterchrift!" fonnte vor gutbe­seztem Hause einen neuen Triumph feiern, der bor allem wieder der Vertreterin der Titelrolle Frl. Alma Walle zu danken war. Mit ihrem naturfrischen Tem: perament und der ihr eigenen reizenden Komik riß sie das Publikum wiederholt zu stürmischen Beifall hin. Viel Heiterkeit erregte es, als im ersten Afte ein junges Reh auf der Bühne erschten und sich erstaunt, aber ohne Scheu in dem neuen Revter" umschaute. Es schien seiner Rolle, wie auch besonders dem guten Fut­ter der Försterchristel Geschmack abzugewinnen, wurde bald heimisch und machte munter Inspektionspromena den nach den Kulissen, dem Souffleurkasten und äugte zutraulich nach dem Zuschauerraum. Noch ein Neuling auf den Brettern, zeigte es jedoch für die Huldigung, die ihm das Publikum für sein schauspielerisches Talent darbrachte, wenig Verständnis und schlug sich seit wärts in die Büsche". Zweifellos wird das reizende Werk am heutigen Abend auch hier in Gießen einen durchschlagenden Erfolg erringen.

* Verkauft wurde von dem Restaurateur Bez das Gebäude Wilsonstraße 15 zum Preise von 23 000 mt. an den Werkmeister Männche.

6)

Gerichtet.

Familienroman von Franz Wichmann.

In der Tür erschien die dralle, rotwangige flachshaarige Magd. Die geröteten Augen Klaras und der Anblick des er­regten Försters schienen ihr zum Bewußtsein zu bringen, daß sie störe. Unbeholfen blieb sie auf der Schwelle stehen und wagte nicht zu sprechen.

,, Was willst du, Lina?" fragte der Förster.

Die Magd streckte die plumpe, schmutzige Hand aus, in der sie einen zusammengefalteten Bettel hielt.

,, Den Zettel hat der Matthias heimgebracht aus dem Walde!" brachte sie stockend hervor.

Der Förster nahm zögernd und verwundert das Papier. Der Forstaufseher pflegte doch sonst kein Freund vom Schreiben zu sein.

,, Vom Matthias?" wiederholte er. Was soll das? Warum tommt er nicht selbst?"

,, Mein Gott," rief Klara, die auf den Zettel geblickt hatte, plöglich, das ist ja Ottos Schrift! Es wird dem Bruder doch nichts zugestoßen sein?"

Im gleichen Augenblick kam auch Frau Adelheid, die nach der Magd suchte, ins Zimmer.

,, Wo steckst du denn, Lina? Wie lange brauchst du wieder! Mach', daß du in die Waschküche kommst!"

* Verhaftung. Am Freitag abend wurde ein junger von auswärts zugereister Tagelöhner festgenommen, welcher mehrmals Frauen auf der Straße in grober Weise belästigte.

** Hessische Landbank. In der am 20. Juli stattgefundenen Vertreterversammlung des 28. ordent= lichen Verbandstages des Hessischen Raiffeisenverbandes sprach Herr Landgerichtsdirektor Klingebiel- Marburg über die Errichtung einer hessischen Landbank. Redner führte nach einer uns zugegangenen Notiz aus, daß das bisher hin ausgeschobene Projekt jetzt seiner Verwirklichung entgegen­gehe, da es gelungen sei, eine größere Genossenschaft, die Magdeburger Güterbant, dafür zu interessieren. Bereits am 15. März, gelegentlich der Versammlung der Unterve bands­direktoren in Kassel habe eine Besprechung mit der Ge­neraldirektor der Genossenschaft, Herrn Dr. Czarnowsky= Magdeburg, stattgefunden, gelegentlich welcher festgestellt worden sei, daß die Prinzipien und Ziele der Magdebur ger Güterbant und des Raiffeisenverbandes dieselben seien und speziell auf die Bekämpfung des Güterwuchers hinaus­gingen. Herr Dr. Czarnowsky- Magdeburg legte darauf der Versammlung in Fulda die Grundsäße der Magdeburger Güterbank nochmals flar, und die Versammlung von zirka 500 Vertretern beschloß hierauf einstimmig, die Gründung der Hessischen Landbank im Anschluß an die Magdeburger Güterbank unverzüglich in die Wege zu leiten. Die Ein­stimmigkeit des Beschlusses läßt erkennen, daß in allen Tei­len des Hessenlandes das dringende Bedürfnis vorliegt, daß der Güterspekulation und dem Güterwucher auf dem Wege der Selbsthilfe Einhalt geboten werden müsse. Ebenso zeigt es sich wiederum, daß die bewährten Führer des Raiff­eisenverbandes für Hessen: Herren Dekonomierat Rererodt­Kassel, Landgerichtsdirektor Klingebiel- Marburg und Pfar= rer Meyenschein- Altenhaßlau, durch zielbewußtes und schnel­les Handeln auch auf diesem für die Landwirtschaft höchst wichtigen Gebiete Mittel und Wege im Auge haben, die zu einem befriedigenden Ziele führen können.

Während die Magd sich entfernte, trat sie zu ihrem Mann. ,, Was sagte Klara? Kommt der Zettel wirklich von Otto? Was ist's mit ihm? Er wird vielleicht erst später heim­fommen?"

Lorenz Reiner hatte das Papier vollends entfaltet und einen Blick darauf geworfen. Alle Farbe wich aus seinem wettergebräunten Gesicht.

Er er" Seine Stimme flang wie gebrochen; das Blatt zitterte in der Hand des starken Mannes. Gleich der mächtigen Eiche der Waldes, deren Stamm bis zum Grunde erbebt, wenn der Sturm heulend in ihre Krone greift, taumelte er und griff in die leere Luft.

Um Gottes willen, Vater!" rief Klara, ihm beispringend. Was ist denn? Mein Gott!" schrie auch die Försterin voll Schrecken auf.

,, Erer" fam es mühsam über Reiners Lippen, ..er geht!"

,, Geht? Was sagst du, er geht?" mischten die Stimmen von Mutter und Tochter sich in verwunderter Frage.

Der Förster hatte schwankend den Tisch erreicht und stützte

sich schwer mit der Faust auf dessen Kante.

**

Für die preußische Klassenlotterie sind folgende Ziehungstage festgesetzt worden: Die zweite Ziehung findet am 12. und 13. August, die dritte am 9. und 10. September, die vierte am 7. und 8. Oktober und

die fünfte in der Zeit vom 8. November bis 8. Dezember

Olympische Spiele in Gießen.

Seit Freitag prangten an den Gießener Anschlagtafeln Plakate, die zum Besuch der Olympischen Spiele" auf dem neu eröffneten Sportplatz des Gießener Sport­die vereins von 1900 aufforderten. Dieser Verein hatte Veranstaltung des Bezirksfestes des 8. Bezirks des West­deutschen Spielverbandes übernommen. Die Wettkämpfe fan­den unter Aufsicht und nach den Regeln der Sportbehörde für Athletit statt. Leider machte der Himmes ein ungün stiges Gesicht; während der Vorfämpfe des Morgens und am Nachmittag regnete es fast ununterbrochen, was einen bedauerlichen Einfluß auf die Zahl der Besucher und auf

die Resultate der Konkurrenzen hatte; trotzdem stehen die Resultate des 8. Bezirks im allgemeinen absolut nicht hin­ter den anderen Bezirken zurück. Des morgens fanden die Ausscheidungsfämpfe statt. Die Resultate sind fol­

gende:

Schleuder ballwerfen: Noll( Gießen Sport­verein 1900) 47.60 Meter, Wenzel( G. 1900) 42 Meter, Glaser( Fußballklub Bad- Nauheim) 36.5 Mtr. Drei­sprung: Wenzel( G. 1900) 11,25 Mtr., Clarius( G. 1900) 11.13 Mtr., Flick( F. C. Jahn- Siegen) 10.90 Mtr. 100 Meter Lauf: 1. Vorlauf: 1. Wenzel( G. 1900), 2. Beuter( Jahn); 2. Vorlauf: 1. Riedel( G. 1900), 2. Cernikow( V. f. B. Marburg); 3. Vorlauf: 1. Clarius ( G. 1900), 2. Kölsch( Jahn); 4. Vorlauf: 1. Noll( G.1900), 2. Sprengel( Bad Nauheim); 1. Zwischenlauf: 1. Riedel, 2. Beuter; 2. Zwischenlauf: 1. Noll, 2. Sprengel; End= Diskus lauf: 1. Noll, 2. Riedel, 3. Sprengel. werfen: 1. Noll( G. 1900) 32.30( Außer Konkurrenz 36.75), 2. Wenzel, 3. Mews( Jahn). 800 Meter=

,, Er geht wieder zurück in die Hauptstadt!" vollendete er mit Anstrengung endlich. Hölle und Teufel, er geht ohne meine Erlaubnis! Was soll das heißen? Bin ich denn ein Narr geworden? Mein Sohn geht ohne ein Wort des Ab­schieds, weil er da lest doch, da steht's! weil er es hier nicht aushalten kann in dieser kleinlichen Atmosphäre, so schreibt er! D, Gott, der Sohn fann es nicht mehr aushalten im Hause seiner Eltern!"

,, Fasse dich, Vater," bat Klara, zu Tode erschrocken ,,, gewiß ist nicht er schuld, sondern sein Freund!" Die Försterin fiel ihr in die Rede:

,, Aber begreifst du denn nicht, daß es für Otto-" Der Alte hörte sie nicht.

,, Er geht, er geht und ich stehe hier!" schrie er auf. Die Hetzpeitsche her, die Hunde hinaus! Sie sollen ihn suchen, ihn stellen, er soll nicht gehen, nicht in die Stadt, in die verfluchte Stadt, ich verbiete es ihm, ich-"

Die Wut erstickte ihm die Stimme, mit dröhnender Wucht Jank er auf den nächsten Stuhl.

,, So besinn' dich doch, Lorenz!" begann die Försterin nach minutenlanger Pause von neuem. Folgen wir ihm denn nicht in furzer Zeit selbst in die Stadt? Er mochte nicht müßig hier warten, es trieb ihn zu seinen Studien zurück­

Willst du ihn noch verteidigen?" fuhr der Förster auf. ,, Gegen das Unrecht, das man ihm tut, gewiß!" ereiferte lie sich. Er ist gegangen, weil- weil du"

,, Weil ich ein ehrliches Wort mit ihm gesprochen habe, meinst du?" vollendete er.

,, Aber nein! Begreifst du denn nicht? Weil- weil wir -" Sie würgte förmlich an den Worten. ,, Ach, ich kann es nicht sagen, weil ihr es nicht fühlt nicht versteht! Weil wir ihm nicht gebildet genug sind!"

,, Mutter, wie kannst du nur so etwas sagen? Der Vater- Doch Frau Adelheid ließ die Tochter nicht aussprechen. ,, Ja, es ist so, wenn ihr's denn wissen wollt," fuhr sie fort. Ich habe es gleich gefühlt, wie er heute ins Haus fam, es ist so und er konnte gar nicht anders!"

Der Förster erwiderte nichts, er war aufgesprungen und hatte mit heftiger Bewegung die Tür geöffnet.

Wo ist der Matthias?- Matthias, he!" Schwere Schritte stampften gleich darauf durch den Haus­gang und auf der Schwelle stand der Gerufene. ,, Herr Förster!"

-

Lauf: 1. Addi( G. 1900) 2 Min. 22 Set., 2. Kühn 2.23 ein Fünftel, 3. Kölsch( Jahn) 2.26.Hochsprung 1. Noll( G. 1900) 1.62, 2. Wenzel 1.60, 3. Gries( Bad­400 Meter- Lauf: 1. Kölsch 56 Set., Nauheim). 2. Riedel. Stab hochsprung: 1. Noll 2 Mtr. 98 Zentimeter, 2. Gries( Bad- Nauheim) 2,92, 3. Salzmann ( Bad Nauheim) 2,84 Mtr. 400 Meter Stafette. 1. Gießener Sportverein 1900 erste Mannschaft( Clarius, Riedel, Wenzel, Noll) 48 Sefunden, 2. Gießener Sport= Weitsprung: verein 1900 zweite Mannschaft.

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Jahr 2 bis 3 m werden.

* Grünbe endlich einmal bef borlichen Regentag telmäßige Auffahr so daß ein sehr hielten sich gans für das Paar Fe

Wenzel, 2. Hütteneß( Marburg), 3. Riedel.- 3000 Me ter Stafette( 3 Mann a 1000 Meter) 1. Gießener Sportverein 1900 10 Min. 28 drei Fünftel Set., 2. Gieße ner Ballspielklub 10 Min. 32 vier Fünftel Sekunden. E3 war dies wohl das Schönste des Tages. Drei­tampf( 100 Meter Lauf, Kugelstoßen, Weitsprung): 1. Wenzel 15 Punkte, 2. Lang( Gießener B.-C.) 12 Punkte, 3. Wilhelm( G. B.-C.) 9 Punkte.- 110 Meter Hür denlauf: 1. Ernst Schmidt( Sportverein 1900), 2. Rie­del. Olympische Stafette( 1. Mann 800 M., 2. 400 Mtr., 3. 200 Mtr., 4. 200 Mtr.): 1. Sportverein Gießen 1900 4 Min. 34 ein Fünftel Set., 2. Ballspielklub Gießen 1904 34 Min. 43 vier Fünftel Set. 200 Me ter Lauf: 1. Riedel, 2. Kölsch. 1500 Meter=

,, Wo hast du den Otto getroffen?" herrschte dieser ihn an. ,, Den Otto? Im Walde beim Mühlentobel. Er- er war-"

Das weitere wollte dem Forstaufseher nicht heraus, er Stockte und wollte wieder gehen.

ferer 60-65 Mt., Paar 90-100 M liche schwache Befa obwohl etwas ged * Grünbe findet für den Be in der Turnhalle find zirta 800 M berpackungsfurjus verbunden.

Lauf: 1. Steuber( Jahn Siegen), 2. Beuter( Jahn), 3. Hermann( Germania Siegen). Die Preisverteilung fand abends auf Hardt's Terrasse statt.

Hus Hessen und Nachbargebiet

* Vom Lande. Bekanntlich werden in verschiede­nen Orten, die unter der Hamsterplage zu leiden haben, Prämien für eingefangene Hamster bezahlt. In einem Orte hiesiger Gegend hatten auch mehrere Knaben ein Nest mit 9 Hamstern ausgehoben. Der Bauer, dem der Acker ge hörte, nahm aber zum großen Verdruß den jungen Ham sterjägern 4 dieser Schädlinge ab und ließ sich hierfür die Prämien zahlen. Ob das die Jungen in ihrer Jagd nach den der Landwirtschaft großen Schaden verursachenden Tiere ermuntert, glauben wir nicht.

* Buzba

Bautätigkeit eine über der Bahn er fleiner Villen. J Wald und bildet fhones Bild. * Bad N auf der Frankfurt Mörlen überfuhr, durch die Gießene Kaution von 5000

* Marbu wohner der Vorf Sonntag nachmitt ftorischen Gruppen vom Grün durch Oberbürgermeister etwa 30 Kinderp * Frant der Eichwaldstraß Schwämme, weld mahl genoß. Da vergiftung. Ein geftorben, die drei fahr. Also Vorsi * Mainz zahl opferwilliger Ueberlandflug de

* Klein- Linden. Unser Radfahrerverein be­ging sein Sommerfest, verbunden mit einem Wettfahren nach Weylar und zurück. Es erhielten Preise: in der 1. Gruppe: 1. Preis Fr. Linter- Gießen, 2. Fr. Jung 1., 3. Herm. Hinterlang; 2. Gruppe: 1. Preis Julius Jung, 2. Fr. Jung 2., 3. Phil. Lenz. An das Rennen schloß sich eine Feier in der Deutschen Eiche".

* Großen Linden. Der hiesige Kaninchen- u. Geflügelzuchtverein hält am 7. August seine 3. Ausstellung in den schön gelegenen Räumen des Gastwirts H. Fischer ab. verbunden mit Prämiierung, Preisschießen, Konzert u. Tanz.

* Lüßellinden. Unser langjähriger Gemeinde­vorsteher Joh. Hölz wurde am Sonntag unter Beteiligung der ganzen Gemeinde beerdigt.

* Lich. Ein merkwürdiges altes Bauwerk wurde gelegentlich der Kanalisierung einer Stadtgasse aufgefunden. Es handelt sich um einen gemauerten unterirdischen Gang, der nach dem Södelhof, einer ehemaligen Freistätte für Ver­folgte, führte. Das Mauerwert befindet sich etwa 2 Mtr. unter der Oberfläche und ist gut erhalten.

* Lich. Eine Versammlung, die sich mit dem Elet­trizitätswerk Lißberg befaßte, fand im Holländischen Hof" statt. Ihr wohnten bei der Provinzialdirektor Dr. Usin ger, Oberingenieur Müller, Ingenieur Schiffmann, zahl reiche Bürgermeister und Interessenten, insbesondere inbe tracht kommende Großabnehmer. Die erstgenannten Herren gaben Aufklärungen über die Absichten der Provinz; Versammlung war darin einig, daß das Elektrizitätswerk bald zustande kommen müsse. Sehrt- Grünberg und die Bür­germeister Fendt- Hunge., Dörmer- Lich und Niklaus Stein­heim schlugen vor, die Provinz solle die noch fehlenden 600 000 mt., wenn irgend möglich, auch noch aufbringen.

die

* Alsfeld. Die neu errichtete Wanderhaushalt­ungsschule für den Kreis Alsfeld findet viel Anklang. Der

Aber einer hielt ihn zurua.

,, Halt, ich habe dich noch mehr zu fragen! Also er war was war er? Warum stockst du? Hat er dir noch etwas gesagt?"

-

,, Sprich, Matthias!" redete ihm auch die Försterin zu. Doch die Verlegenheit des Gefragten schien nur noch zu zunehmen.

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Ich weiß nicht, ob Lorenz Reiner verlor die Geduld.

,, Wird's bald?" rief er heftig. Was war er?"

,, Er war nicht allein," platte Matthias heraus. ,, Freilich, sein Freund war bei ihm, der Herr von Hohlen," bemerkte Klara.

,, Und die Damen!" fügte Matthias rasch und unüberlegt hinzu.

,, Die Damen?" riefen Förster und Försterin zugleic.) in jähem Erstaunen.

Der Forstaufseher faßte jetzt Mut, da das Schlimmste einmal heraus war.

,, Nun ja, die schönen Fräuleins aus der Hauptstadt, die mit im Wagen saßen"

..Himmel und Hölle!" tohte der Förster. Doch er bezmone nich, um weiter zu fragen: Sie haben mit dir geredet? Was sagten sie denn? Na, wird's. bald?"

Matthias wurde von neuem verlegen; nur mit Unter­brechungen berichtete er:

-

,, Ausgelacht haben sie mich, die Damen, daß ich auf dem Lande bei den Bauern leben möchte, ich sei ein so hübscher, schmucker Kerl, ja, Kerl' haben ste gesagt,- und könnte in der Stadt mein Glück machen. Ich sollte nur mit kommen, es solle mir schon gut gehen. Und dabei haben die Rackers mich so verflixt angeschaut-"

Er stockte, da er Klara ganz blaß werden sah. ,, Mutter, Mutter!" rief das Mädchen erschrocken. ,, Mein Gott, was ist denn dabei?" erwiderte diese. Irgend ein paar Bekannte wahrscheinlich, die sie unterwegs getroffen haben! Junges Blut will lustig sein! Einen Studentenstreich fann man doch nicht so ernst nehmen!"

fort:

Matthias faßte sich bei ihren Worten ein Herz und fuhr ( Gerichtet 15 Nr. 8.)

Ja, so haben die jungen Herren auch gesagt. Das Leben sei schön und lustig, man müsse es nur zu genießen wissen. Und darum wollten sie mit ihren Fräuleins wieder in die Hauptstadt fahren und und"

,, Was?" stieß der Förster mit klangloser Stimme hervor. ,, Das andere habe ich vergessen, es war so schön ge

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