anderen Seite her kündete die Wirksamkeit der Geschüße das Nahen des Kronprinzen von Preußen. Reichten sich diese beiden Heersäulen die Hand, so war die Umkreisung vollendet. Die Unruhe wuchs. Der König selbst ging in lebhafter Ungeduld auf und ab. Moltke allein hatte ohne Zeichen von Unruhe, sogar ohne Glas, nur mit der Karte in der Hand, beobachtet. Plöblich richtete er sich stramm auf, schob die Schärpe zurecht und trat in streng dienstlicher Haltung an den König heran.„ Das Gardekorps( der äußerste rechte Flügel der Maasarmee) greift jetzt ein", meldete er; „ ich gratuliere Eurer Majestät zu eine m der größten Siege des Jahrhunderts!" Nicht viel später wird es gewesen sein, als in der Nähe von Olly 87er auf eine Schwadron Gardehusaren stießen und begeistert ausriefen:„ Hurrah! Die Maasarmee ist da!" Die Verbindung war hergestellt.
Das war die Entscheidung. Aber es dauerte noch lange, bis die Franzosen begriffen, daß sie schon ganz verloren waren. Im Osten hielt sich die Division Lartigue den Sachsen gegenüber auf ihren Höhen mit großer Standhaftigkeit, und im Norden täten die Generale Felix Donay u. Ducrot das Aeußerste, um die Situation zu retten. Nur war der Geist der Truppen auf beiden Seiten ein ganz verschiedener. Die Deutschen: begeistert, siegesgewiß, laubbefränzt, entschlossen, das Unmögliche zu vollbringen. Unter den Augen und den Kugeln des Feindes klommen die preubei ßischen Grenadiere und Füsiliere die steilen Höhen Floing hinan. Es war eine Bravourtat, ähnlich denen von Spicherern, von Wörth, von St. Privat. Der General Sheridan sah dies Vorgehen von der Höhe von Frenois und rief mitleidig:„ Ach, die armen Teufel, sie sind zu schwach, die können niemals diese Position halten!" Und wirklich: sie mußten zurück; aber sie kamen wieder. Französische Kürassiere stürmen auf sie herab, die Preußen, ohne sich erst zu formieren, empfangen sie auf 150 Schritt mit Schnell feuer, und kaum wenden sich die Reiter, als der Angreifer ihnen schon nachstürzt. Solche Entschlossenheit war freilich unwiderstehlich. Einer von diesen Angreifern, ein 46er, wurde später gefragt, warum sie denn nicht auf Verstärfung gewartet hätten.„ Lieber Herr", antwortete er,„ das verstehen Sie nicht. Wenn wir unten sind und der Feind steht oben, so muß er runter. Und wenn der König selber sagt: wartet doch noch!- es hilft nichts, er muß runter." So die Deutschen. Was die Franzoset angeht, so lann kein Lob ihre Tapferkeit übertreiben. Aber allmäh= lich, je deutlicher ihnen die Hoffnungslosigkeit ihres Ringens zum Bewußtsein kam, bemächtigte sich ihrer eine dumpfe Verzweiflung. Dies Gefühl wurde ganz überwältigend, als in der Mittagsstunde die Eisenkette der deutschen Artillerie sich geschlossen hatte und, planmäßig und von allen Seiten zusammenwirkend, den Feind mit einem Bleihagel zudeckte. Was sichtbar ward. wurde von den mit unheimlicher Präzision treffenden Geschossen der Deutschen gefaßt. Ganze Kompagnien wurden dahingemäht. Dieser ferne unsichtbare Feind war viel entsetzlicher als ein naher, sichtbarer. Als die Garde in den Garenner Wald, den letzten Schlupfwinkel des Feindes, eindrang, fand sie keine kampffähigen Truppen mehr vor, sondern nur unendlich müde, hülflose Männer, die keinen Versuch der Gegenwehr machten und zu Tausenden die Waffen streckten. In diesen Stun den machten kleine deutsche Trupps ganze Kompagnien zu Gefangenen, und zuweilen liefen die Gefangenen den Deutschen wieder weg, die viel zu wenig zahlreich waren, um sie sicher bewachen zu können.
Aber noch in den letzten Stunden der Schlacht vollzog sich hier das grandiose Schlußschauspiel der Schlacht: der berühmte Reiterkampf vor Illy. Es war Ducrot, der die Kavallerieangriffe befahl, um dem Ansturme auf die Linie Floing Illy noch einmal einen Damm entgegenzuwerfen. In einer Terrainfalte hinter dem Garennerwalde hatte bisher die Reiterei des Generals Mangueritte gehalten. Welch eine Truppe der Stolz des Kaiserreiches! Husaren, Lanciers, Chasseurs d'Afrique, Kürassiere und Chassiers; prachtvolle Uniformen, treffliche Pferde, ausgesuchte Männer. Hier standen jene Offiziere, die die Helden der Boulevards, die Löwen der Salons gewesen waren und nun zum Todestanze wie zum Kotillon gingen. Hier sollten auch sie ihren„ To
17)
Gerichtet.
Familienroman von Franz Wichmann.
Blut und Hagel, auch das noch!" knirschte der Förster, leine Frau mit Gewalt fortziehend. Soweit ist es gekommen, daß sie öffentlich miteinander im Wirtsgarten sitzen, und die Tante macht die Kupplerin!"
„ Wenn es so ist, trägst du die Schuld daran!" sagte Frau telheid vorwurfsvoll.„ Du hast sie von dir gestoßen, daß der Armen nichts anderes übrig bleibt, als Schutz zu suchen da, tvo er sich ihr bietet!"
„ Meinetwegen denn!" erwiderte kurz der Förster.„ Was fümmert's mich noch? Sie ist mein Kind gewesen; nur sehen will ich es nicht!"
Die Försterin wies auf eine zur Rechten des Fußweges gelegenen Laube, deren Eingang ihnen zunächst lag und von dem runden Tisch aus nicht gesehen werden konnte.
„ Setzen wir uns dort hinein," meinte sie, das dichte Grün des Gaisblatts verbirgt uns und sie!" Lorenz Reiner folgte ihr.
„ Mir ist's recht," erwiderte er, am liebsten bin ich ganz ich mag die Gesichter der Menschen nicht mehr
allein, sehen!"
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Klara, die angstvoll hinübergeblickt hatte, war ihr rasches Verschwinden in der Laube nicht entgangen. Auch Hellborn war verwundert, den Förster nicht, wie er es erwartet hatte, zornig auf sich zukommen zu sehen.
„ Ihr Vater meidet Sie?" meinte er betroffen.„ Wie sonst soll ich Ihre Worte deuten? Sie sind entzweit mit Ihren Eltern, Fräulein Reiner?
Das Mädchen sah traurig vor sich nieder.
desritt von Mars- la- Tour" finden.„ Meine Herren", sagte der eben erst General gewordene Galliffet zu seinen Offizieren,„ man erweist uns die Ehre, uns als Rückzugsdeckung zu verwenden. Wahrscheinlich sehen wir uns nicht wieder, ich verabschiede mich daher von ihnen." Und sie reiten an, sie treten hinaus in den furchtbaren Feuerbereich der deutschen Artillerie, sie brausen die Höhe hinab. Viermal stürmen sie in mächtigen, tobenden, wirbelnden Gewalthausen, Lawinen gleich, auf die deutsche Infanterie nieder. Aber unbeugsam sehen die Hessen, die Thüringer, die Schlesier dieser wilden Jagd entgegen, faltblütig mahnen die Offiziere zur Ruhe, kein Schuß fällt vor der Zeit, und als die Salve erfolgt, sind die glänzenden französischen Reiterscharen dezimiert, aufgelöst, in einen wüsten Knäuel verwandelt. Der„ Vater Margueritte" ist tot, die Generale Tillard, Girard, Salignac- Fenelon gefallen. " Noch einen Versuch!" ruft Ducrot Galliffet zu.„ So viel sie wünschen. Bis feiner mehr übrig bleibt." Und stürmt wieder an und erlahmt wieder und schlägt sich endlich, verwundet, mit einem jämmerlich fleinen Häuflein zur belgischen Grenze durch, indes die blauen Lanciers und die Panzerröcke der Kürassiere und die grünen Chasseurs hau fenweise die Abhänge bedecken.
„ Der Vater hat mir die Tür gewiesen," antwortete ste ,, und wenn nicht meine Tante so menschenfreundlich gewesen wäre, mich bei sich aufzunehmen, so hätte ich nicht gewußt, wohin."
,, D, nicht der Rede wert," wehrte Frau Baumert bescheiden ab ,,, ich tat nichts als meine Christenpflicht!"
„ Und das kam meinetwegen?" fragte Hellborn. ,, An jenem Abend, ja," erwiderte Klara. „ Meinetwegen!" rief er schmerzvoll aus.„ Und ich hatte feine Ahnung davon! Seit jenem Tage war ich nicht mehr in der Stadt!"
Klara erhob plötzlich den Blick und sah ihm fragend in die Augen.
,, So war es Zufall, der Sie jetzt gerade hierher führte?" forschte sie.
Während ringsum an den Fronten die Franzosen sich noch heldenmütig schlagen, ist in Sedan selbst schon seit Stunden die völlige Demoralisation eingetreten. Die Disziplin ist zerrissen,„ Verrat!" tönt es durch die Straßen, die Führer, der Kaiser selbst werden verhöhnt, ein Chaos, ein Pandämonium entfaltet all seine Schrecken. Und nun fahren die deutschen Geschüße näher, die Granaten fallen in die Stadt, am Tore toben schon die Bayern. Da er scheint General Lauriston mit der Parlamentärflagge, und nicht lange dauerts, so reitet General Reille mit einem weltgeschichtlichen Briefe gesenkten Hauptes der Höhe von Frenois zu. Das Drama ist zu Ende
Eine neue Kaiserrede.
Welchen Wert der Kaiser selbst darauf legt, daß seine Worte nicht falsch verstanden oder ausgelegt werden, hat er dadurch bekundet, daß er bei dem Paradediner, daß er am Montag zu Ehren der Provinz Westpreußen im Marienburger Hochmeisterschloß gab, nochmals auf seine vielangegriffene Wendung vom Gottesgnadentum zurückkam und sie so umschrieb, wie er ihren Inhalt auffaßt. Der Kaiser führte hier u. a. aus:
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„ Die Provinz Westpreußen bietet in ganz besonderem Maße das Bild des Zusammenwirkens der verschiedenen Elemente, die dazu beitragen, die Stärke und die Größe des Vaterlandes auszumachen. Das Zusammenwirten dieser Elemente in dieser schönen Provinz hat dieselbe in den letzten 10 Jahren gefördert und porgebracht. Wodurch ist solches aber möglich gewesen? Dadurch, daß der Friede dem Lande erhalten wurde, der Friede, der die Folge der großen Ruhmestage war, die nunmehr vor 40 Jahren unter unserem großen Kaiser erkämpft wurden. Also die gemeinsame Arbeit aller Stände und Berufsklassen fördert das Land und die Provinz, und diese gemeinsame Arbeit möchte ich auch auf das große Vaterland übertragen sehen.
Sie sind hier versammelt in der alten Marienburg. Was lehrt uns die Marienburg und der deutsche Orden? Durch feierliches Gelöbnis waren sich die Ordensbrüder zugetan und stellten ihr Wert unter die Ob macht eines Höheren. Das soll für uns ein Vorbild sein. Das Kreuz auf seinem Gewande bedeutet die Unterordnung unter des Himmels Willen. Es bedeutet, daß Deutsch= tum und Christentum untrennbar von ein ander sind. Was sollen wir daraus lernen? Daß dies eine Illustration für das Wort ist, was ich neulich in Königsberg gesprochen habe: So wie mein seliger Großvater und wie ich uns unter der höchsten Obhut und dem höchsten Auftrage unseres Herrn und Gottes arbeitend dargestellt haben, so nehme ich das von einem jeden ehrlichen Christen an, wer es auch sei. Wer in dieser Gesinnung arbeitet, dem wird es aber klar, daß das Kreuz auch verpflich
„ Der Zufall, der mich Sie hier eintreten sehen ließ!" antwortete er einfach und offen.
Das Mädchen schwieg eine Weile und wagte nicht, ihn an zusehen. Dann sagte sie mit leiser Stimme:
„ Der Wunsch nach Versöhnung mit dem Vater, der, wie wir wußten, heute hierherkommen würde, hatte mich her getrieben!"
( Gerichtet 35 Nr. 8.) ,, Und nun bin ich es wieder, der diese versöhnung der hindert, der
,, Nein, flagen Sie sich nicht an," unterbrach sie ihn,„ ich habe ja auch so eine Versöhnung gefunden, die Versöhnung mit Ihnen!"
Frau Baumert legte die Hand auf der Nichte Arm: ,, Sprich nicht so laut; ich glaube, man hört uns drüben in der Laube. Wollen wir uns nicht weiter fort in den Schatten setzen? Die Plätze in der andern Laube sind eben leer geworden--"
" Ja," sagte Klara rasch, wir wollen dem Vater das un angenehme Bewußtsein unserer Nähe ersparen." Sie wandte sich zu Hellborn:„ Wenn es Ihnen recht ist"
„ Ja, gewiß!" Er rief den Kellner, bestellte Kaffee und Milch für den Knaben und ließ, was auf dem Tische stand in die bezeichnete Laube hinübertragen.
Der Förster und seine Frau fonnten von ihrem versteckten Platz nichts von dem kleinen Umzug wahrnehmen.
Der Förster sah und hörte ah kaum etwas von der Welt, finster und in sich gekehrt saß er da.
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te! Wir sollen in brüderlicher Liebe zusammenhalten, die Konfessionen und die Stämme. Wir sollen einem jeden Stamm seine Eigenheit und Eigenart lassen. Es sollen die Stämme und Berufsgenossenschaften die Hände in einander schlagen zu gemeinsamer Arbeit, zur Erfüllung der staatlichen Notwen digkeiten. Der Landwirt schlage in die Hand des Kaufmanns ein, dieser in die Hand des Industriellen. Der Zugehörige einer Partei ergreife die Hand des anders Ge finnten, wenn es darauf ankommt, Großes für unser Vaterland zu leisten; und eine Konfession trage die andere mit Liebe, dann werden wir dem Vorbild der großen deutschen Männer, die einst hier gestanden und gearbeitet haben, nachkommen. Dann werden wir die Schwierigkeiten, die sich uns entgegentürmen und wo werden sich die nicht finden- überwinden. Leben heißt arbeiten, ar= beiten heißt fämpfen, kämpfen heißt Schwierigfeiten überwinden, und die werden mit gegenseitiger Achtung und mit gegenseitiger Hilfe überwunden, wenn man sie als von oben uns in den Weg gelegte Prüfsteine ansieht."
„ Aber was hast du denn nur?" meinte Frau Adelheid. „ Sind wir denn nicht hierhergekommen, um einmal die häus lichen Sorgen zu vergessen und heiter zu sein? Komm, stoß' sie schenkte aus der Flasche schnell sein Bierglas wieder Otto soll leben, unser einziger!" Lorenz Reiner beobachtete die Aufforderung nicht. ,, Heiter sein, v, ia," sprach er bitter vor sich hin ,,, es ift heiter, alles zum Lachen! Ich habe auch Grund, lustig zu Jein!" ( Gerichtet 36 Nr. 8.) Frau Adelheid setzte gekränkt ihr schon erhobenes Glas wieder auf den Tisch zurück.
,, Seit du bei dem Oberforstmeister gewesen bist, haft du noch kein freundliches Wort zu mir gesprochen!" sagte ste. ,, Bei dem habe ich es auch nicht lernen können!" versetzte er. „ Er hat dich unfreundlich behandelt?" forschte ste. „ Schlimmer als das," der Fuß des Försters stampfte oen Boden, er hatte Mitleid mit mir!" „ Mitleid?
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,, Nein. das bin ich nicht!"
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Mit einem Hoch auf die Provinz Westpreußen die Kaiserrede, die sicher ein weit freudigeres Echo wecken wird als die vielumstrittenen Worte von Königsberg.
Zum Barenbesuch in Friedberg.
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Der Kaiser und die Kaiserin vom Rußland passierten in Eydtkuhnen am Montag um 2 Uhr nachmittags deutsche Grenze. In der russischen Grenzstation Wirballen fand offizieller Empfang statt. Am Dienstag erfolgte um 7 Uhr früh die Ankunft in Halle und um 12 Uhr in Kassel.
Der Hofzug passierte furz vor 3 Uhr den Bahnhof Gießen. Er wurde von Marburg ab von zwei in Gießen stationierten Lokomotiven gezogen, welche bis Friedberg von den Gießener Lokomotivführern Krauße und Birken buch geführt wurden. Er bestand aus einem Pack- und 10 Salonwagen.
Auf dem Bahnhof Gießen waren die umfassendsten Sicherheitsmaßregeln getroffen und alle Zugänge zu der MainWeserbahn gesperrt. Außerdem hatten an den Unterführungen innerhalb der Stadt Gießen Schußleute in Zivil Aufstellung genommen. Auf den Maschinen befanden sich noch Baurat Stehler und Betriebsingenieur H a m me I. Die einzelnen Wagen trugen einen dunkelgrünen Anstrich und zeigten den russischen Doppeladler in Gold. Die Straßenübergänge der Main- Weserbahn waren mit zahlreichen Zuschauern besetzt.
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In Buzz ba ch hatten sich an den Wegen längs Bahnlinie zahlreiche Erwartungsvolle aufgestellt, die den Hofzug lebhaft begrüßten. Das Zarenpaar zeigte sich den Fenstern des Salonwagens und winkte fortgesetzt. Die Bahnstrecke war scharf bewacht. Alle Flurschüßen, Polizeidiener und Bahnwärter des Bezirks patroullierten auf der Strecke, von Ostheim ab waren noch viele Schuhleute und Gendarmen am Bahnkärper postiert.
Als der Hofzug Bad Nauheim erreichte, war die ganze kaiserliche Familie an den Fenstern des Salonwagens versammelt und betrachtete interessiert den Ort, der gewissermaßen mit zu ihrem Aufenthalt gehörte. Fürst Orloff, der dem Hofzug entgegengefahren war, machte den Erklä rer. Schon von Butzbach aus waren namentlich die kaiserlichen Kinder unermüdlich im Betrachten der Gegend und Fragestellen. In höflicher, liebenswürdigerweise erwider
Wie, was sagst du, wus soll das heißen?"
,, Daß ich es nicht mehr bin, seit heute! Gin alter, unnützer Jagdhund bin ich geworden, der hinter dem Dien liegen kann und dem man nur noch aus Gnade einen Bissen zum Leben hinwirft, bis er trepiert!"
Die Försterin war schreckensbleich geworden, ihre Lippen zitterten, als sie die Frage herausstieß:
,, Du willst doch nicht sagen, daß man dich entlassen „ Sprich es nur aus! Ja, pensioniert hat man mich, in meinen Jahren, bei meiner Kraft! D, sie haben es gut ge meint, mir die Pille verzuckert, aber sie war dennoch bitter, entsetzlich bitter!"
„ Mein Gott," jammerte Frau Adelheid, und das bei unserer jetzigen Lage! Was soll nun aus Otto werden? Schreibt er nicht immer, daß man es beir: Militär nur auss halten könne, wenn man Geld habe? Aber so erzähl' doch, hat der Oberforstmeister dich darum rufen lassen?"
„ Ja, darum, weil ihm unsere Lage genügend befannt ist, die Schulder und alles! Ich entehre den Stand, hat er gesagt, das gehe nicht so fort, und ich müsse aus administrativen Erwägungen hat er gesagt- in Pension gehen!" „ Unerhört! Was wird Otto dazu sagen! Das tann seine ganze Karriere zerstören!"
„ Um die ist's am wenigsten schade!" erwiderte der Förster gallig.„ Er könnte auch sonst ein ehrlicher Mensch werden und sei's als der geringste Arbeiter! Wenn sie ihm nur den frivolen Leichtsinn austreiben wollten bei den Soldaten! Sonst sind wir umsonst an den Bettelstab gekommen!"
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ließ, war Ra seanzug mit m ferin und d ende Familiens herzog feine G lichft. Ebenso i herzogin und die fünf kaiserl belamen jedes
„ Lächerlich!" rief Frau Adelheid, in ihrem vergötterten Sohn beleidigt.„ Hat das vielleicht auch der Herr Oberforst meister gesagt? Was weiß der von unserm Otto?"
„ Mehr als du denkst. Ich habe ihm erzählt, mozu ich das Geld brauche und daß mein Sohn so viel koste. Da bat er mitleidig die Achseln gezuckt und gemeint, es sei besser, der Bursche hungere, als ich. Es sei ihm bekannt, daß er sich in schlechter Gesellschaft herumgetrieben, und schon auf der Universität habe man ein scharfes Auge auf ihn gehabt." ,, Unser Otto in schlechter Gesellschaft? Das ist doch zum Lachen!" rief die Försterin außer sich.„ Du selber weißt, welche noble Bekannten I wie den Robert von Hohlen und andere er hatte!"
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Lorenz Reiner lachte bitter auf.
,, Auch darüber hat der Oberforstmeister mir die Augen ge öffnet! Der Herr von Hohlen sei ein verbummelter Student, ein heruntergekommener Adeliger, den man wegen staatsgefährlicher Umtriebe im Verdacht habe und der kürzlich wegen Verwickelung in eine schmutzige Affäre von der Hochschule verwiefen worden sei. Davon hat der Otto uns kein Wort gesagt." ( Fortsetzung folgt.)
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