einem Zahnarzt, wo dem Kinde zwei Zähne gezogen werden. Sich weitere drei Zähne ziehen zu lassen, weigert sich das Mädchen. Dann führt die Dame es auf einen Friedhof, wo fie ihr ein Grab mit der Aufschrift Hermann von Sassen" als das ihres Großvaters zeigt. Von dort gehen sie durch die Straßen bis vor ein Wäschegeschäft, wo dem Mädchen feine Leibwäsche gezeigt wird, wie sie sie einstmals tragen würde. Die ermüdete Kleine will nun nach Hause und vers abschiedet sich von der Dame. Ganz verwirrt und erschöpft tommt sie zu Hause an und erst am nächsten Tage berichtet fie mit großer Zungenfertigkeit von ihrem Erlebnis. Für die ärztliche Wertung des Vorfalles muß noch in Betracht gezogen werden, duß die Umfrage der Polizei bei allen Bahnärzten und Dentisten ohne Erfolg bleibt und daß ein Schuhmachermeister Boas, dessen Firmenschild das Kind vom Hause des Zahnarztes aus gesehen haben will, nicht zu er mitteln ist.
Mystische Vorstellungen:
Daß
Was wollte die Dame mit dem Kind? Sicher ist nur eines: daß ihre Hartnäckigkeit in der Verfolgung des Blanes nichts zu tun hat mit den Absichten, die die übrigens nur 18 Jahre alte Dame vorgegeben hat. Auf eine rein ver. brecherische Entführung und die Ausnügung des Kindes für berbrecherische Zwede scheint es nach allem nicht abgesehen zu sein. Näher liegt, daß hier mystischer Aberglaube sein Wesen treibt. Die Erforschung des Aberglaubens steht ja heute noch in den Anfängen, und die verschlungenen und dunklen Wege, auf denen sich diese seltsam schiuernde Phantastil ergeht, sind noch nicht alle aufgespürt. es sich hier um dunkle Vorstellungen handelt, dafür tönnte sprechen, daß die Entführerin das Kind vor ein Grab gestellt hat. Wer weiß, ob nicht die Seele eines Abgeschiedenen beschworen werden und ihr wichtige Geheimnisse entlockt werden sollten? Vielleicht sollte seine Fürsprache im Himmel für ein großes Wert, für ein neues Beginnen erfleht merden. Vielleicht aber sollte die Seele Heilung von schwerem Leid bringen. Die zwangsweise dem Mädchen entfernten Zähne find vielleicht als ein Totenopfer zu betrachten. Und es ist nicht ausgeschlossen, daß Vorstellungen, wie sie der Sage vom armen Heinrich zugrunde liegen, auch hier mitwirken, daß etwa die Zähne eines unschuldigen Mädchens, wie dort das Blut, Heilung spenden. Möglicherweise werden sie zerrieben und gegessen.
Perverse Antriebe:
Nicht von der Hand zu weisen ist auch die Erklärung, daß bei diesem Vorgange sexuelle Verkehrtheiten ihr Opfer fuchten, wobei festzuhalten ist, daß diese seelischen Abarten oft mit abergläubischen Antrieben durchwirkt sind. Einen ge= wissen Anhaltspunkt für diese Deutung bietet die besonders eingehende Betrachtung der feinen Leibwäsche in der Auslage eines Geschäftes. Man muß hier an den Fetischismus denken und es ist nicht ausgeschlossen, daß das Ziehen der Zähne gewisse Empfindungen auslöst. Man denke an den Fall des Lehrers Dippold. Obwohl der Schmerz, der bei solch Entarteten gewisse Gefühle auslöst, in diesem Falle durch das Unempfindlichmachen des Zahnfleisches unwirksam blieb. Dieses Moment gibt der ersten Diagnose mystischen Aberglaubens noch mehr Wahrscheinlichkeit.
Hysterie im Kindesalter:
Allein diese Betrachtung wäre immer nur halb, wenn man dabei das Seelenleben des Kindes ganz außer acht ließe. Gerade bei Mädchen in den Entwicklungsjahren werden oftmals seelische Erkrankungen beobachtet, die man als eine phantastische Verlogenheit bezeichnen fann: Verlogenheit, nicht im Sinne bewußten, flaren Lügens, sondern in dem pathologischen Sinne, daß sie gewisse dunkle Vorstellungen, halb verwischte Erinnerungsbilder aus Gelesenem und Gehörtem zu bunten Berichten zusammenfügen, in denen Wahres und Unwahres, Erlebtes und Erdachtes oft unlösbar durcheinander flutet. Noch streiten sich die Psychiater, ob es seelische Erkrankungen gibt, die sich ausschließlich in dieser phantastischen Verlogenheit zeigen. Anerkannte Forscher neigen zu der Ansicht, daß jene Verlogenheit nur ein Symptom jener unergründeten Krankheit voller unbegrenzter Möglichfeiten ist, die man als Hysterie bezeichnet. Und die Hysterie findet sich sehr häufig gerade bei Frauen und bei Mädchen in den Uebergangsjahren. Die tiefe Erschöpfung des Mädchens, ihre Verwirrtheit machen einen seelischen Affekt in hohem Grade wahrscheinlich und die große Zungenfertigkeit nach der Erholung beweist nur, daß sich die krankhaften Vorstellungsinhalte, wie so häufig, bereits fixiert haben.
Schlußfolgerung:
und zur Zeit desselben an schwerer Hysterie und moralischem Schwachsinn gelitten hat, die Persönlichkeit der Wilhelmine Wagner sich in einem anderen Lichte darstellen würde, als dies in der schwurgerichtlichen Hauptverhandlung der Fall gewesen ist. Dieser Umstand erscheint auch gegenüber den früher erhobenen Beweisen geeignet, eine eventuelle Freisprechung zu begründen.
Darum ist, wie bei allen Kinderaussagen, auch hier Vore ficht und kritische Prüfung durchaus geboten. Natürlich reicht diese Ansicht nicht zur vollkommenen Deutung des Falles aus, weil hier gewisse reale, von mehreren Seiten zu kontrollierende Tatsachen vorliegen: die Besuche der Dame, das Fehlen der Zähne. Man fommt vielleicht der Wahrheit am nächsten, wenn man den Fall in dieser Weise analysiert: Eine Dame nähert sich einem Kinde, aus abergläubischen, sexuell- perversen, bielleicht verbrecherischen Motiven. Das Kind aber stellt die Borgänge vielleicht bewußt, wahrscheinlich aber in frankhafter, hysterischer Umdichtung dar.
Der Giftmordprozeß Feusler.
( Dritter Tag.)
§ München, 27. Oftober.
Die zu Beginn der heutigen Verhandlung vernommenen Beugen stellen der Wagner ein sehr schlechtes Zeugnis aus. Die Wagner foll dem Trunke stark ergeben gewesen sein, und stets und gern Unfrieden gestiftet haben; mit ihrer Wahrheitsliebe war es auch nicht weit her, auch wird sie von einer Beugin als eine rachsüchtige Person geschildert, der man alles zutrauen fönne. Von Interesse ist die Aussage des früheren Anstaltsdirektors des Weiberzuchthauses Würzburg, Schlegel, welcher befundet:" Es besteht die Gepflogenheit, bei der Einlieferung der Strafgefangenen, fie vorführen zu lassen, an fie einige Worte zu richten und ihnen ins Gewissen zu reden, daß sie einen Fehler begangen haben und sich nun bessern sollten. Diesen Versuch machte ich auch bei der Heusler. Schon bei der ersten Vorführung erklärte fie, daß fie wohl nicht lange im Zucht! use bleiben werde, da e3 ihr in Kürze gelingen würde, den Beweis für ihre Unschuld zu erbringen. Ich machte fie darauf
aufmerksam, daß es nicht so rasch gehe, aber fie blieb bei ihren Unschuldsbeteuerungen. Die Unschuldsbeteuerungen nahmen aber nicht ab, sondern verstärkten sich, je länger fie in der Anstalt blieb. Sie ieb dabei, daß fie un schuldig sei. So erinnere ich mich noch ganz genau des Vorganges, als ich ihr vom Tode der Minna Wagner Mitteilung machte. Um Gotteswillen, rief fie aus, fie wird doch noch ein Geständnis abgelegt haben! Als ich das verneinte, brach fie in fich zusammen. Die Unschuldsbeteuerungen machte fie in gleicher Weise auch vor den Aufsehern und dem Anstalts. geistlichen. Im übrigen hat fie fich willig geführt, arbeitete fleißig und war bescheiden. Als ich ihr einmal nahe legte, Schritte zu ihrer Begnadigung zu tun, erklärte fie: Da müßte ich mich ja eines Verbrechens bezichtigen, das ich nicht getan habe. Lieber zehnmal tot, als das tun." Der im Anschluß hieran vernommene Anstaltsgeistliche Dr. Heine mann schildert die Angeklagte, die er während ihres ganzen Aufenthaltes in dem Zuchthause beobachtete, als eine durch aus wahrheitsliebende Person, an deren Unschuld zu zweifeln er nicht den geringsten Grund habe.
Zu Beginn der heutigen dritten Sigung waren sämtliche zu der Verhandlung geladene Sachverständige erschienen, 15 an der Zahl, so daß der Sachverständigenraum einem fleinen psychiatrischen Kongresse gleicht. Unter den Sachs verständigen befindet sich auch der Münchener Gerichtsarzt Hans von Gudden, der Sohn des bei dem bayerischen Königsdrama ums Leben gefommenen Leibarztes Königs Ludwig II., Geheimrat Dr. v. Gudden. Da die Beweisaufnahme vorauss sichtlich erst am Montag zu Ende gehen wird, werden die Sachverständigen fast sämtlich wieder entlassen.
Die ganze gestrige Verhandlung brachte nur eine interessante Aussage; es fand hierdurch die Frage der Angeklagten Heusler am Morgen nach der Vergiftungsaffäre:„ die Minna hat sich doch nicht etwa Salzsäure in den Kaffee getan" eine befriedigende Aufklärung. Die Angeklagte Heusler war von der Erkrankung der Minna Wagner schon an demselben Abend unterrichtet worden, an der Abendtafel. Die oben erwähnte Aeußerung, die in dem 1. Prozeß so ungeheure Sensation erregte, fällt nach dieser Aufklärung als völlig belanglos in fich zusammen. Ueber den Charakter der Minna Wagner ist nach der ersten Verhandlung so viel ungünstiges zutage getreten, daß man die Glaubwürdigkeit der ehemaligen Hauptbelastingszeugin starf anzweifeln muß. Wenn in der zweiten Verhandlung nachgewiesen werden kann, daß Wilhelmine Wagner schon vor dem fraalichen Vorfalle vom 20. Juli 1902
Nah und Fern.
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† Der blinse Passagier". Mit dem Berliner Frühzuge traf in Ludwigsluft i. Mecklenburg ein 10jähriger Schultnabe aus Charlottenburg ein. Er hatte fich in Charlottenburg heimlich in ein Abteil geschlichen und dann die Fahrt, im Abort versteckt, nach Ludwigslust mitgemacht. Da er ohne Geldmittel und Fahrkarte war, wurde er in Schuzhaft ge nommen und seine Eltern telegraphisch benachrichtigt. Nach feiner Angabe wollte er sich nach einem Hafenplag begeben, um von dort aus die Fahrt über das große Wasser anzutreten.
† Gescheiterter Bostdampfer. Auf der Fahrt von Marseille nach Algier ist bei der Insel Menorca der Postdampfer Isaac Pereire" gescheitert. Sämtliche Passagiere und die Mannschaft konnten gerettet werden.
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† Ein Raubmord ist in Herford begangen worden. Aus der Werre wurde der 50 jährige Zimmermann Drokfeld mit neren Rüden- und Kopfverlegungen als Leiche gelandet. Ale Wertsachen fehlten. Der Tote ist der Untersuchung zufolge ermordet, beraubt und nach Unkenntlichmachung in den Fluß geworfen worden. Von dem Täter fehlt jede Spur. † Der gelbe Jack" auf Kuba. Die amerikanischen Beamten auf Kuba find eifrig mit der Beaufsichtigung des gelben Fiebers beschäftigt. Die Fälle sind auf einen meiten Raum verbreitet, die beiden ersten Fälle wurden im Sommer in der Stadt Havana wahrgenommen. Die Seuche nimmt gegenwärtig anscheinend rasch zu, obschon im allgemeinen eine Abnahme im Herbst einzutreten pflegt.
+ Ehetragödie. Der Doppelfelbstmord eines jungen Ehepaares in Rostock erregt dort großes Aufsehen. Der 30 jährige Kaufmann Thomsen und seine Ehefrau wurden in ihrer Wohnung erschossen aufgefunden. Thomsen war seit längerer Zeit in einem Rostocker Kaufhause tätig. Bede Eheleute stammten aus Schleswig- Holstein; der Vorfall ist um so rätselhafter, als die Lebensmüden in guten Verhält nissen lebten.
Sagen pflegt; recht viele von denen, die mit dem Strafgesez in scharfen Konflikt gekommen find, haben den aufrichtigen Wunsch, mit der schlimmen Vergangenheit zu brechen und wieder achtungswerte und nüßliche Mitglieder der mensch= lichen Gesellschaft zu werden. Wir sagen absichtlich achtungswert. Denn der reuige Sünder, der die eigene Vergangenheit zu überwinden vermag, ist es wirklich, ist es schon nac dem Bibelwort mehr als der, der niemals gestrauchelt und gefallen. Unsere Pflicht aber ist es, dem gefallenen Bruder zu helfen, damit er sich wieder aufrichten könne. Die Vor schriften der Religion weisen uns dazu an, und unser eigenes Interesse empfiehlt es uns auf das dringlichste. Schon die Rücksicht auf unsere Sicherheit und auf unseren Vorteil ge= bietet uns, mit allen Kräften dazu beizutragen, daß der Be Strafte nicht zum Gewohnheitsverbrecher werde, der den größten Teil seines Lebens in der Gefangenschaft auf Kosten der Gesellschaft verbringt und die furzen Freiheitspausen nur zu mehr oder minder erfolgreichen Angriffen auf die Gesellschaft mißbraucht. Indem wir ihn bessern, indem wir ihm die Wege zu einem ordentlichen Leben ebnen, retten wir seine Seele und wahren das nationale Vermögen vor Schädigungen.
+14 000 Mark Belohnung steht auf die Ergreifung des Mörders des Gutsbesizers Reid aus Günnigfeld dei Wattens scheid. Davon hat der Sohn des Ermordeten 5000 Mark gestellt; den Rest von 9000 Mark brachte das landwirtschaft liche Kafino in Wattenscheid, dem der Ermordete angehörte, durch Sammlungen auf.
† Schauerlicher Leichenfund. In einem Hause der Schaafenstraße in Köln wurde, in einem Sad verpackt, die Leiche des Schlossers Repol in zerstückeltem Zustande aufgefunden. Der Sad mit der Leiche war ordnungsmäßig verpackt nach Frankfurt a. M. adressiert. Die Geliebte Repols, eine Stundenarbeiterin, ist verschwunden.
Bunte Tages- Chronik.
Leipzig, 27. Oktober. In der Brockhausschen Buchdruckerei hat heute nacht eine heftige Explosion von aus Kohlen ausströmenden Gasen stattgefunden. Dadurch, daß auch ein Gasrohr sprang, entstand Großfeuer, das die Feuerwehr erst nach zwei Stunden bewältigen konnte. Der Schaden ist bes deutend.
Pforzheim, 27. Oktober. Jm Hochbergwald wurde ein Liebespaar erschossen aufgefunden. Es sind der 19 Jahre alte Bäcker Rieger und die 16 jährige Tochter des Bäders Zoller. Beide wurden seit vorgestern vermißt.
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Der Großhe inigungsfommiffär fi fie zu Friedberg ir bei dem Minifte Rovember ernannt.
Der Großherzog eltor Filder von Als old, ben Präfidenten Großb. Regi 27. Dit, hat folge ren der Gerichtsvoll
Wie wir berichtet Bürgervereins Gie gierung und an de Heifhteuerung Chefe Eingabe, die da b, ift jegt an folger gelegt worden: in Bießener Anzeigers" mer in den Papierge rg, Boos, Bahnh Harfiftr., Ddel, Neu R. Joh. Bolt, Grün on Daniel Heil handlung von Häufer Reuenbaue, in dem Gef ille. Wir empfehlen Bitition recht zahlreich Slot tatfächlich zu godfen und bei ihrem
Der falsche Hauptmann von Köpenid hat nach seiner Ergreifung den ihn vernehmenden Polizeibeamten seine Tat in allen Einzelheiten bekannt und ganz nebenbei erwähnt, er habe nach Verbüßung seiner jüngsten langjährigen Zuchthaus: strafe die Absicht gehabt, sich in Wismar durch Arbeit seinen Lebensunterhalt zu gewinnen und es wirklich dahin zu bringen, daß er in Bernau ein kleines Geschäft leiten fönne. Die landespolizeiliche Ausweisung habe ihn daran gehindert, und auch in Berlin habe er die Ruhe der Verborgenheit nicht finden können. Erst dadurch sei ihm der Gedanke gefomunen, wieder den Weg des Verbrechens zu gehen, burch einen großen Coup" mit einem Male reiche Mittel zu gewinnen.
Zabrze, 27. Oktober. In der Konfordiagrube der Donners. mardhütte wurden zwei Bergleute durch zu Bruche gehende Gesteinmassen verschüttet und getötet.
München, 27. Oktober. Der Verein für Gründung alkoholfreier Gasthäuser in München ist in Konkurs geraten.
Trient, 27. Oftober. Ein furchtbarer Brand hat das an der Südwesttiroler Grenze gelegene Bergdorf Zoanna zerstört.
Wilhelm Voigt als Erzieher.
Das braucht nicht buchstäbliche Wahrheit zu sein. Zweifel find gestattet. Es ist möglich, daß in dem falschen Hauptmann auch sonst die Verbrecherneigung erwacht wäre und seine schwachen guten Vorsäge überwunden hätte. Was aber für diesen einzelnen Mann vielleicht nicht zutrifft, das trifft ganz gewiß bei sehr vielen anderen zu. Schon oft und eindringlich ist darüber geflagt worden, daß die polizeiliche Ueberwachung der entlassenen Strafgefangenen durch die Art ihrer Handhabung die unglücklichen aus der Arbeitsgelegenheit herausreißt, die fie schwer genug gefunden haben, fie unität und flüchtig macht, fie förmlich zwingt, auch gegen ihren Willen Feinde der menschlichen Gesellschaft zu bleiben.
Der falsche Hauptmann, der die Köpenicker Stadtkasse gebrandschazzt hat, ist ein alter Sträfling. Er hat siebenundzwanzig Jahre, fast die Hälfte seines Lebens, hinter Zuchthausmauern zugebracht. Nicht jeder, der im Zuchthaus ge feffen hat, ist eine aeborene Verbrechernatur, wie man дu
Wir sind weit davon entfernt, den ausführenden Polizei organen daraus einen Vorwurf zu machen. Wir verkennen durchaus nicht die Schwere und Zwiespaltigkeit ihrer Aufgabe. Denn schließlich hat der Arbeitgeber ein Recht, zu wissen, wen er auf seine Arbeitsstätte nimmt, die Gefahren zu kennen, denen er sich dadurch aussetzt, daß er einem schwer Bestraften Unterkunft gewährt. Nicht jeder Arbeitgeber ift großherzig genug, über eingewurzelte Vorurteile und Bedenken hinwegzugehen, nicht jeder darf sich solche Großherzigkeit gestatten. Auch die Arbeiterschaft hat einen gewissen Anspruch darauf, befragt zu werden, ob sie die Gesellschaft gewisser Elemente fich gefallen lassen will. Doch alle diese Erwägungen, die an sich berechtigt find, heben die religiöse und soziale Pflicht nicht auf, von der wir oben gesprochen haben. Diese Pflicht bleibt bestehen, und wir müssen auf ihre Erfüllung bedacht sein.
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befürchten ist. Unfere Sande mefter und damit in ih breitungen zu der große geleitet. Die Feier Emmerfemefters abgehal banntlich die Einweihun barbunden werden. Der fit, teilweise ist das Bildhauerarbeiten find
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Am Samsta Wagner- Dresden auf Sereins und des Ortsge Gesundheitspfleg Anidauung." Bet das Referat natürlich n d es solte auch wei felbft bemerkte, als ei
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Wir bilden uns nicht ein, daß wir den Stein der Weisen besä und anzugeben vermöchten, wie das zweigeteilte Interesse der Gesellschaft dem Bestraften gegenüber Interesse an seiner Besserung und Zurückführung zu ordent lichem Lebenswandel und das Interesse an der Beschüßung bor einer etwaigen Erneuerung seiner Angriffe wahr zunehmen wäre. Es gibt dafür teine einfache Formel. Die Sache ist überaus kompliziert. Aber unlösbar fann und darf die Schwierigkeit nicht sein. Man ist im Laufe der Zeit über größere Hindernisse fortgekommen. Und hier lohnt die Größe der Aufgabe jede Mühe. Indem wir dem entlassenen Straj gefangenen die Rückkehr zur Gesellschaft wehren, füllen wir die Gefängnisse und Zuchthäuser auf unsere Stoften, berauben wir das Land zahlreicher Kräfte, die nutzbar für sich und andere sein könnten. Es liegt auf der Hand, daß das un bernünftig und herzlos zugleich ist. Wir wollen aber nicht unvernünftig, wir wollen nicht herzlos sein.
Kunst und Wiffenfchaft.
Störung des Orga funden, so wird diese der Befunde aber hat Etörung garnicht erit muffen wir das bas jer manigfaltiger geht ein fortwährendes ue Bellen werden g bieden. In dem g
Matar felbft für die Bellen: durch die Ory angiame Verbrennung
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Bor allem berwarf der form, zu der er au empfabi dafür erhöhte Gemüse, schon aus de u Blutbildung une Luger der verkehrten dere Faftoren zur Die falsche Kleidung, st not least die Be Verbofität hervorgeru zu bemerken, daß der richtigen
N. Eröffnung der Berliner Handelshochschule. Jm Bei sein des Kronprinzen sowie von Vertretern der Reichs, Staats- und städtischen Behörden, von Vertretern der Hoch schulen, Handelshochschulen, sowie angesehener Mitglieder kaufmännischer Korporationen wurde das Institut eröffnet. U. a. waren auch erschienen Handelsminister Delbrüd, Staatssekretär des Reichspostamts Kraette, Minister von Bethmann- Hollweg, Minister für öffentliche Arbeiten v. Breiten bach, Kriegsminister von Einem. Der Präsident der Aeltesten Berliner Kaufmannschaft Kaempf sprach die Eröffnungsrede, die mit einem Hoch auf den Kaiser schloß. Weitere An sprachen hielten u. a. der Rektor der neuen Hochschule, Professor Dr. Jastrow und Handelsminister Delbrück, der im Auftrage des Kaisers eine Anzahl Ordensverleihungen befanntgab. Die Immatrikulation an der Handelshochschule Berlin umfaßte 81 Studierende. Mit den bei der ersten Immatrifulation aufgenommenen 58 Studierenden ergibt dies die Zahl von 139. Für Studierende, die aus besonderen Gründen bis zum 1. November nicht eintreffen konnten, wird ein nachträglicher Immatrikulationstag befannt gemacht werden. O. Antrittsvorlesung des amerikanischen Profeffors Burge in Berlin. In Gegenwart des Kaisers fand in der Aula der Königlichen Friedrich Wilhelms- Universität die Antrittsvorlesung des ersten Roosevelt- Professors John William Burgez von der Columbia University in Newyort ftatt. Um 124 Uhr fuhren der Kaiser und die Kaiserin, sowie Prinz August Wilhelm mit ihrem Gefolge an der Universität vor. Professor Burgeß verlas ein begrüßendes Schreiben des Präsidenten Roosevelt und sprach dann über die wissenschaft liche Verbrüderung zwischen Deutschland und der amerikanischen Union. Professor Burgeß dankte zum Schluß dem Kaiser, worauf der Rektor Professor Dr. Kaftan das Wort zu einer furzen Erwiderung nahm und ein begeistert aufgenommenes Hoch auf den Kaiser ausbrachte. Dann erhob sich der Kaiser und forderte mit lauter Stimme die Kommilitonen" auf, in ein dreifaches Hurra auf Präsident Roosevelt einzustimmen. Mit Begeisterung wurde der faiserlichen Aufforderung Folge geleistet.
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