ang.
angeordne e- und
1906.
Bieken.
r. 229
ner erw
September
lebu
der
kolon
bormittag
cht, zu dien
rfcheinen. „ Reven
eier
m, folie mit ihra
Das Kom
Jugend
feitigste, inter fte Chronik Des Culturlebens und
Wochen
t ihres reichn Kunstfchmuckes igfte aller illa erten chriften d. Well Einzelne Tummer
24.
El. Porto)
mern) in Deut Porto 6 Mk.
m
ett
n
ken
Settnas
ch Hosennäss Garantie sofort echtsangabe. R
eten! Auskunf
st: Institut Sand
amhof 112 in
*
g. Bluffted
Hamburg eine bler i. D
Auf
bequeme
Möb
Herren,
pan
inder- Gard
Manufaktur
eta
Kredit- Ha
Glessen
Plockstre
35
Erstes Blatt.
anamsterbedition: Gießen, Seltersweg 88. Benching Dir. 362.
Samstag, den 29. September 1906
Gießener
15. Jahrgang
Genttobellagen: Oberbeffiiche Familienzeitung( und die Gießener Seifenblasen( wöchentlich).
Renelle Nachrichten
( Gießener Tageblatt)
Anabhängige Tageszeitung
( Gießener Beitung)
für Oberheffen und die Kreise Marburg und Weßlar; Rofalanzeiger für Gießen und Umgebung.
Enthält alle omtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen, des Cross. Beficiamtes Cichen und anderer härden on
Offene Fragen. Politische Wochenschan.]
Faft feber Tag bringt offene Fragen, sei es, daß er neme mfeift, sei es, daß er alte neu in Erinnerung bringt. Die bergangene Woche hat in dieser Beziehung besondere Frucht barleit gezeigt. Zunächst war es die braunschweigische Frage, die fich nach langer Frist wieder aufrollte. Als Brinz- Regent brecht gestorben war, hielt man für sicher, daß der Regentschaftsrat dem Landtag unverzüglich die Wahl eines neuen Regenten empfehlen und daß aus solcher Bahl Bring Friedrich Wilhelm von Preußen, der jüngste Sohn des Bringen Albrecht, hervorgehen würde. Doch nicht das Grwartete geschah. Man wollte wenigstens den Ver fuch machen, eine Verlängerung des Regentschafts- Provi und zu endgiltiger Ordnung forians zu vermeiden
der staatsrechtlichen Verhältnisse des Herzogtums zu ge langen. Der Regentschaftsrat ist in diesem Sinne bei dem hern Reichskanzler vorstellig geworden, der die Angelegen beit voor den Bundesrat bringen wird. Es ist nicht unbe dentlich, auf furze Zeit hinaus zu prophezeien. Wir wagen aber die Voraussagung, daß der Herzog von Cumberland auf einem früheren intransigenten Standpunkt verharren und feine Berufung auf den Thron von Braunschweig auch weiter unmöglich machen wird. Vielleicht bewirkt sein Verhalten, daß die Bismarcksche Theorie anerkannt wird, wonach Erbfchaftsverträge als Staats- und nicht als Familienverträge aufzufassen sind, sodaß im vorliegenden Fall der preußische Staat als Erwerber des hannoverschen Staates für diesen in die braunschweigischen Erbschaftsrechte einzutreten hätte. Einweilen freilich ist auch das noch eine offene Frage.
Der sozialdemokratische Parteitag, nach dem die vergangene Boche die„ rote" Woche genannt wird, hat sich sozusagen von Amts wegen mit offenen Fragen zu beschäftigen. Denn das ist ein Charakteristikum dieser Partei, daß fie politische und wirts schaftliche Ariome aufstellt, für die fie unbedingten Glauben bei ihren Anhängern verlangt. Die Ariome wechseln, aber der Glaube muß bleiben. Gegenwärtig ist der Generalstreif der Gegenstand parteitaktischer Erörterungen. Sind diese zu borläufigem Abschluß gebracht, so werden die Sozialdemokraten wissen, was sie von Partei wegen bis auf weiteres von dem Generalstreik zu halten haben. Im übrigen sind die Vers handlungen des jüngsten Parteitages viel ruhiger als die der borigen gewesen.
Auch die wissenschaftlichen Kongresse, sowie die wirtschaftsund sozialpolitischen Vereinigungen, die in der abgelaufenen Boche getagt haben, hielten ihre Bestrebungen der Lösung offerter Fragen zugewandt. Sogar die wissenschaftlichen Ron greffe dürften ihre Aufgaben in gleicher Weise rubrizieren. Der internationale Arbeiterschußkongreß in Bern, der Kongreß für internationales Recht in Gent der sich hauptsächlich mit dem Kriegsrecht oder eigentlich mit dem Recht des Friedfertigen im Kriege beschäftigt-, die Krebskonferenz in Heidel berg und Frankfurt a. M., sie alle arbeiten mit unermüdlichem Fleiß an der Lösung offener Fragen, durchaus darauf vorbereitet, daß fie nach Lösung einer Frage sofort auf eine neue offene Frage stoßen werden. Besonders die Arbeiteruzkonferenz in Bern hat positive Ergebnisse erzielt. Das Ser bot industrieller Nachtarbeit der Frauen dürfte mit Bearinn des Jahres 1911 internationales Recht werden. Das
Giessener Latern.
Nachdruck verboten.
Kreuz und quer durch Giessen. Ganz leise kommt der Herbst gegangen Von Busch und Baum fällt Blatt um Blatt, Ex treibt ein ungestüm' Verlangen Mich aus den Toren vor die Stadt.
Das leßte Grün im Sonnengolde, Noch einmal ganz mit Lust zu schau'n, Noch einmal
So weit bin ich mit diesen Versen gekommen, die ich, bersunken in die Schönheit des prächtigen Septembertages, ju einem tiefempfundenen Abschiedssang an den scheidenden Sommer zu geftalten dachte. Allein es sollte anders tommen. Reserve hat Rub" so tönte es mir bei meinem„ Dichter" Gamig auf Weg und Steg entgegen und ganz besonders ist
tst ein ganz außerordentlicher Fortschritt. Der Vorsitzende der Konferenz hatte so Unrecht nicht, als er sagte, daß dieser Beschluß eine neue Aera in der sozialen Geschichte der Menschheit eröffne und einen ersten Schritt bedeute auf dem Wege zur Lösung der sozialen Frage. Auch das auf dieser Konferenz getroffene Abkommen, das die Verwendung weißen Phosphors in Zündholzfabriken verbietet, ist ein großer Gewinn, obwohl erst fieben Staaten ihm beigetreten sind. Den übrigen Staaten bleibt der Beitritt offen. Daß sie ihn vollziehen, dazu wird die öffentliche Meinung sie mit unwiderstehlicher Kraft zwingen.
Die Vereinigten Staaten von Amerika haben jetzt ihre besondere offene Frage: Intervention in Kuba oder nicht? Sie möchten gern zur Intervention gedrängt sein, aber die Kubaner wollen ihnen den Gefallen nicht tun. Uebrigens muß anerkannt werden, daß es in Amerika selbst an Gegnern der Intervention nicht fehlt, von der man fürchtet, sie könnte Amerika immer weiter in eine imperialistische Politik hineintreiben.
Auf dem Balkan hat sich eine ganz frische offene Frage gemeldet: Ein angeblicher Nachkomme des Bandenführers Stander Beg, Wadro Castriotti, ist nach einer Agitationsreise durch Montenegro, Dalmatien und Serbien nach Sofia ge= tommen. Sein ftrenges Infognito hinderte ihn nicht, durch einen bestellten Interviewer zu verkünden, daß er den Bulgaren im Falle eines Konfliktes mit der Türkei mit einer Armee von 50 000 Albanejen zu Hilfe kommen werde. Wan sieht, der etwas operettenhaft auftretende Held nimmt den Mund recht voll. Die mazedonischen Führer wollen von dem wunderlichen Bundesgenossen nichts wissen, der natürlich für sich selbst den Thron von Albanien beansprucht.
Kaiser Franz Josef ist leidend. Mit lebhafter Besorgnis und inniger Teilnahme blicken alle Völker Desterreich- Ungarns auf das Krankenzimmer des hochbetagten Herrschers, dessen Verehrung ungefähr das einzige Gemeinsame aller Parteien in dem vielzerklüfteten Reiche ist. Die herzlichsten Wünsche sind auch bei uns auf seine baldige Genesung gerichtet.
In Rußland wetteifern Feldgerichte und Anarchisten mit einander. Beide fahren fort, ihre Taten Urteile und Urteilsvollstreckungen zu nennen. Die ganze russische Politik, das ganze russische Staatsleben ist eine einzige offene Frage.
Der Landwirt.
gh. Die Ruhr der Bienen. Diese Erkrankung ist in der Regel darauf zurückzuführen, daß im Winter ungeeignete Nahrung, wie Fichten- und Tannenhonig, gereicht wird. Auch dem Heidehonig wird diese Wirkung zugeschrieben, aber mit Unrecht; vielmehr eignet sich dieser recht gut zur Ernährung der Bienen im Winter. Liefert aber die Heide nur wenig Honig, so bringen die Bienen viel Fichten- oder Tannenhonig heim, und dieser ist es, der die Ruhr hervorruft. Man kann mun diesem Uebelstand vorbeugen, indem man nach dem Heimbringen der Bölker auf den heimischen Stand den auf dem Wanderstand gesammelten Honig aus den Stöcken entfernt und dafür jedem Volt 5-6 Pfund Zuckerlösung einfüttert. Der entnommene Honig kann dann ohne Bedenken im Frühling als Rot- oder Triebfutter Verwendung finden, so daß ber Imker bei diesem Verfahren keineswegs zu kurz kommt.
dies heute der Fall. Mit meiner herbstlich- pcetischen Stimmung war es deshalb nichts und ich brach mitten im Dichten jählings ab. Doch es ist gut, daß alles auf Erden einmal ein Ende nimmt und daß insbesondere nunmehr Reserve wieder auf einige Zeit der Ruhe sich erfreuen fann, denn der Mensch kann nichts schwerer ertragen, als eine Reihe bon Tagen, an denen solch geistreiche Lieder, wie das angeführte, mit jugendlichem Feuer und männlicher Ausdauer von den heimziehenden Reservemännern gen Himmel gesandt werden. Es war aber auch am Montag geradezu lebensgefährlich ein Lokal zu betreten, in welchem die stolzen Reservisten ihren Abschiebstrunk nahmen und das war in mehreren Lokalen des Defteren der Fall, da fuchtelte der bekannte Reservestock mit der boumeinden Trodde! nur so in den Lüften herum, daß man sich aller Vorsicht befleißigen mußte, um nicht etwas abzukriegen.
Doch auch dieser Kelch ist vorübergegangen und ich wende mich den von den„ Gießener Neueste Nachrichten" aufgeworfenen Preisfragen zu:„ Wer ist der populärste Mann im Kreise Gießen" und" Welches ist das interessanteste Gebäude in Gießen", indem ich mir den Kopf darüber zerbreche, ob ich im ersteren Falle den Landtagsabg- ordneten Köhler Langsdorf oder eines unserer stadtbekannten Originale bezeichnen soll und im letzteren tut mir erst recht die Wahl wehe, denn wir haben ta Gießen eine ganze Reihe von Gebäuden, die des Interessanten soviel bieten, daß sie unter ihrer Last schier zusammen zu brechen drohen. Das haben wir ja an der seligen„ Kracheburg" gesehen und gleich ihr fann es stündlich bevorstehen, daß verschiedene Häuser in
Politische Rundschau.
Deutsches Reich.
* Wie jetzt bestimmt versichert wird, tritt der stellvertretende Kolonialdirektor Deruburg seine Informationsreise nach den afrikanischen Kolonien erst im nächsten Jahre und zwar wahrscheinlich nach Schluß der kommenden Session des Reichstages an.
* Einen Angriff auf einen deutschen Beamten hat min auch die fremdenfeindliche Bewegung in Marokko gebracht. Der Ueberfall, dessen Opfer der deutsche Postvorstand in Marakesch, Herr Holze, geworden ist, vollzog sich in der Nähe bes Grabes des Wundertäters Maelain.
Einem mit Holze befreundeten mohammedanischen Kaufmann aus Fez gelang es, die Fanatiker zu vertreiben. Uebereinstimmenden Aussagen zufolge hat Holze nicht den ge ringsten Anlaß zu den Ausschreitungen gegeben. Jedenfalls wird nun bald der nötige Nachdruck auf die Durchführung der Beschlüsse von Algeciras gelegt
* Das Reichsversicherungsamt hat an alle deutscher Berufsgenossenschaften Anfragen darüber gerichtet, welche Schritte sie unternommen haben, um dem Mißbrauch geistiger Getränke unter den Arbeitern der ihnen unterstellten Betriebe entgegenzutreten. Gleichzeitig werden die Berufsgenossenschaften aufgefordert, dieser Angelegenheit fortgesetzt ihr Augenmerk zu schenken.
* Auf dem sozialdemokratischen Parteitag in Mannheim wurde die Resolution Bebel über den politischen Massenstreit angenommen. Die Resolution fand Annahme einschließlich des Zusazantrages Legien mit 323 gegen 62 Stimmen. Nach längerer Debatte über den Ausschluß der sog. Lokalisten oder Anarchosozialisten beschloß man, die Erledigung der ganzen Frage einer Besprechung zwischen Barteivorstand und Generalfommission zu überlassen. Gleichzeitig wurden damit sämt liche Anträge für erledigt erklärt. Dann wandte man sich der Maifeier zu.
* In Köln tagte der Bund der deutschen Saalbefizer. Die Delegierten nahmen einen Antrag an, nach dem die Konzertsaalbefizer nur tantiemefreie Kompositionen aufführen lassen sollen, um Reibungen mit der Genossenschaft deutscher Tonseher zu entgehen. Eine Petition an die Kriegsministerien wurde beschlossen, um Erleichterungen bei der Konzert- Er=" laubnis für auswärtige Militärkapellen zu erzielen. Ausschank alkoholfreier Getränke soll ebenso wie der Flaschenbierhandel der Konzessionspflicht unterstellt werden nach den Wünschen der Versammlung. Ferner sollen Schritte unternommen werden zur Abschaffung des Militär- Boykotts für Saalbefizer, die sozialdemokratische Versammlungen in ihren Räumen abhalten lassen.
Der
* Die diesjährige schlechte Weinernte wird eine politische Aktion in der Hessischen Kammer bringen. Der Landtags= abgeordnete Wolf hat der Ständefammer einen Antrag auf anderweitige Abschäzung der Weinberge für die Steuerdeklaration eingereicht. Er begründet den Antrag mit dem In der schlechten Ausgang der diesjährigen Weinernte. rheinischen Gegend wäre der Minderertrag so groß, daß mit einem Schaden von Millionen zu rechnen sei.
"
der Drethäusergaße", im„ talten Loch", in der„ Bachgaß" und wer weiß wo sonst noch, revoltieren und unter donner= ähnlichem Getöse ihr Leben ausbauchen. Da ich nach vielem Ueberlegen noch feine mir zusagende Antwort auf die angeregten Fragen finden fann, so nehme ich meinen Wanderstab und walle um die Schoor, teils der Zerstreuung wegen, theils um neue Anregung für die Lösung dieser schwierigen Probleme zu erhalten. Jäh wurde ich aus meinem Sinnen herausgerissen, als ich auf furze Zeit meine Zuflucht zu einem kleinen Häuschen nehmen mußte, welches den flotzen Namen„ Bedürfnisanftali" führt. Zum Tobe erschrecken fahre ich zurück, denn vor mir sehe ich zwei Damen aus Großen- Linden Ich flammle ents gt einige Entschuldigungsworte, mit welchen ich gleichzeitig den leisen Vorwurf verbinde, daß diese Stätte nur den Männern geweiht sei, worauf mir prompt erwidert wurde, daß es doch nicht angehe-- erst nach Großen Linden zurückzugehen. Diese Darlegung leuchtete mir ein und ich will diesen Umstand nicht verschweigen, denn ich bin von der unbedingten Notwendigkeit einer derartigen Einrichtung überzeugt. Unsere Stadtverwaltung würde sich den heißesten Danf unserer Damenwelt verdienen, wenn sie, wie in so vielen anderen Dingen, auch in der angedeuteten Richtung fortschrittlich und bahnbrechend wirken möchte.
Briefkasten der Laterne.
W. A. in Gießen. Sie fragen an, ob wir wöchentlich ein oder zweimal erscheinen. Das letztere trifft zu. Abonnent in Grünberg. In nächster Nummer.
T
11
MEEL
11


