Vermischtes.
München hat keinen Durst mehr. Aus München, dem Eldorado der Biertrinker, tommt soeben eine betrübende Nachricht: der Bierfonsum ist in erschreckender Weise zurückgegangen! Während im Jahre 1889 noch 525 Liter Bier pro Kopf der Münchener Bevölkerung getrunken wurde, sanf der Verbrauch per Kopf im Jahre 1905 auf 296 Liter, also nahezu auf die Hälfte.
===
Ein Prozeß um zehn Pfennig. Vor der Straf fammer in Trier wurde ein Prozeß verhandelt, bei dem der Wert des Streitobjektes nur zehn Pfennig beträgt. Ein seit 30 Jahren im Bahndienst stehender Beamter hatte an der Gepäckannahme für zwei Gepäckstüde zwanzig Pfennig er halten, aber nur zehn Pfennig an die Kasse abgeliefert. Die Auflieferer des Handgepäcks stellten die Unregelmäßigkeit fest und brachten sie zur Anzeige. Bahnarzt Dr. Weiß äußerte fich dahin, daß der Angeklagte bei Begehung der Tat in einer Weise frant gewesen sei, daß man von geistiger Unzurechnungsfähigkeit oder Traumzustand sprechen fönne. Das Gericht beschloß die Einholung eines Obergutachtens über den Geistes. zustand des Angeklagten.
=
Reichtum einst und jetzt. Vermögen und Einkünfte die in früheren Zeiten als sehr beträchtlich galten, fönner vor den heute in dieser Hinsicht bestehenden Anschauunger nicht Stand halten. Es ist jüngsthin statistisch nachgewieser worden, daß die steinreichen Leute von heute sechsmal reichen oder, bei gleichem Vermögen, zwölfmal zahlreicher sind, al die reichsten Persönlichkeiten der früheren Jahrhunderte. Jm Mittelalter gab es feinen Menschen, der soviel besaß, wi jeder der fünfzig reichsten Franzosen von heute besitzt Ludwig IX., der Heilige, brauchte im Jahre 1251 nad unserem Gelde drei Millionen Francs; seine Gattin erhielt für ihre persönlichen Ausgaben 40 000 Francs. Viele Pariserinnen von heute erhalten weit mehr von ihren Männern. Franz I. gab im Jahre 1516 für seine Person und seinen Hof nur 1 200 000 Francs aus. Viele Prinzessinnen aud föniglichem Hause erhielten ein Heiratsgut von 600 000 bis 700 000 Francs. Die Tochter des reichen Grafen von Montélimar bekam( im Jahre 1262) 70 000 Francs Mitgift: die Tochter des nicht minder reichen Herrn von Gourdon nur 17 000. Der mittlere Adel und das reiche Bürgertum gaben noch weit weniger aus: hier waren 25 000 Francs die größte Mitgift eines Mädchens, und dieses Mädchen wurde als eine glänzende Partie betrachtet. Der Gouverneur von Montmirail heiratete im Jahre 1316 ein adliges Fräulein, bas ihm ganze 300 Francs in die Ehe brachte. Im 15. Jahrhundert waren 500 Francs eine anständige Mitgift für die Töchter wohlhabender Kaufleute. Die Eltern mußten aber für das Hochzeitsmahl aufkommen, und die Kosten dieses Mahles waren oft nicht viel geringer, als die Mitgift. Bei einer Hochzeit wurden für Fleisch allein 80 Francs ausgegeben, während die ganze Mitgift nur 600 Francs betrug.
Schwefelbad Langenbrücken.
Gegen Heiserkeit, chronische Haut- und Geschlechtskrankheiten u. s. w. von bestem Erfolg. Station zwischen Heidelberg und Karlsruhe. Näheres durch Prospekte. A. Sigel, Eigentümer.
Eröffnet am 23. Mai.
Dr. Ziegelmeyer, Badearzt.
Luisen- Stahlquelle König i. 0.
Nachweislich erste und stärkste Stahlquelle am Plaze.
=
Abnahme der Geburten in England. Genaue Statistiken, die nach einem neuen wissenschaftlichen Verfahren angestellt wurden, haben zu der Erienntnis geführt, daß die Geburtenziffer in England immer mehr abnimmt. Man ist nämlich dazu übergegangen, den Umstand mit zu berück fichtigen, daß die Bevölkerung mancher Gegenden eine viel größere Zahl von Frauen im besten Lebensalter einschließt, als in anderen Gegenden. Legt man diese Feststellungen zu Grunde, so ergibt sich, daß Jrland das einzige Gebiet des Vereinigten Königreichs ist, das eine Zunahme der Fruchtbarkeit während der letzten zwei Jahrzehnte zeigt, während in ganz Großbritannien eine fortschreitende Abnahme zu verzeichnen ist. Diese Abnahme der Geburtsziffer hängt ver mutlich zusammen mit der allgemeinen Steigerung des Wohl. lebens, die immer zu einer Beschränkung der Kinderzahl führt. Die englischen Statistiker sprechen die Befürchtung aus, daß die Abnahme der Geburten eine Verschlechterung der moralischen wie der physischen Eigenschaften der Nation im Gefolge haben werde.
=
Die Tat einer Bahnsinnigen. In der Gegend von Bergères wurde die 18 jährige Modistin Blenet von einer wahnsinnigen Frau aus sonderbaren Beweggründen ermordet. Die Frau, welche sehr erzentrisch gekleidet war, ers würgte das Mädchen, nachdem sie ihr erklärt hatte ,,, sie sei zu schön, um unter Menschen zu bleiben, ich werde dich meinem göttlichen Geliebten, dem„ Phöbus" opfern. Das Mädchen erlag bald den Verlegungen, die wahnsinnige Mörderin wurde zur Polizei gebracht, auch dort rief sie immer noch ihren göttlichen Geliebten Phöbus" an.
=
Die Hyänen der Brandstätte. In der russischen Stadt Sysran, die durch einen furchtbaren Brand zerstört wurde, erschienen Bauern, um nichtverbranntes Eigentum der Einwohner zu rauben. Auf die Plünderer wurden Schüsse abgegeben, einige von ihnen wurden getötet. Inzwischen sind durch einen kaiserlichen Ufas Stadt und Bezirk Sysran in den Zustand des verstärkten Schuges gesezt worden.
=
Drahtloser Diebesfänger. Ein Hochstapler hatte in Saßnitz verschiedene Zechprellereien verüht und kehrte hierauf an Bord des Postdampfers Prinz Waldemar nach Kiel zurück. Er glaubte sich geborgen, allein die Funkspruchstationen Arkona auf Rügen und Marienleuchte auf Fehmarn brachten ihm das Verderben. Die Kieler Polizei hatte auf diesem funfentelegraphischen Wege Nachricht erhalten und nahm den Zechpreller auf der Kieler Anlegebrücke fest.
=
Ein Hafen für 10 Schilling verkauft. Der Hafen von Southwold wurde von dem Stadtrai für 10 Schillinge verkauft. Southwold hat die Absicht, Geringshafen an der Nordsee zu werden. Der Hafen, der bisher wenig Bedeutung hatte, wurde zu dem erwähnten Preise an eine Gesellschaft abgetreten, die ihn ausbauen und benußen will. Das Goldstück, für das der Hafen verkauft wurde, wird eingefaßt und an die Amtsfette des Bürgermeisters gehängt werden.
Bekanntmachung.
Das Pachtgeld von Triebbterteln und anderen städtischen Grundstücken ist innerhalb 8 Tagen bei Vermeidung der Beitreibung zur hiesigen Stadtkasse zu zahlen.
Gießen, den 27. Juli 1906.
Der Stadtrechner: Doepfer.
Arbeitsvergebung.
bom
Auszug der Analyse: in 1000 Gramm Wasser sind enthalten: Zur Erbauung der veterinär medizinischen Kohlenfaures Natron 0,0739 Gramm, Chlornatrium 0,0269 Gr., Institute zu Gießen, hier des Auditoriengebäudes, Chlorkalium 0,1974 Gr., fohlensaurer Ralf 0,2721 Gr., phosphor- werden die folgenden Arbeiten des inneren Ausbaues faurer Stalf 0,0248 Gr., fohlensaure Magnesia 0,0944 Gr, Schwefel unter Zugrundelegung des Ministerialerlasses faure Magnesia 0,0194 Gr., kohlensaures Eisenoxydul 0,0835 ( Gr., Kohlensäure mit einfachen Go bonaten zu Bicarbonaten ver- 16. Juni 1893 hiermit öffentlich ausgeschrieben. bunden 0,2207 Gr., Manganorydul 0,0223 Gr., entsprechend fohlen Los I Schreinerarbeiten: 3 äußere Türen aus Eichensaures Wanganorydul 0,0368 Gr., Stahlbäder, Moor, Salz, Kohlensäure- und Süßwasserbäder zu jeder Tageszeit. Pension im Hause. König, im Mai 1906.
L. Schnauber Wwe., Besitz. des Gasthauses„ Zur Traube".
Lahnkalk- u. Marmor- Jndustrie
August Gabriel Jr. Glesson.
-
Kalkwerke: Abendstern. Telefon 84. Feinste Bau- und Düngekalke in Stücken und gemahlen.
Prima Hartbrand- Ziegelsteine D. N. F.
Gernsbach
im badischen Schwarzwald. Bekannter und gern besuchter Luft- und klimatischer Terrainkurort I. Ranges im romantischen Murgtale,
Saison von Mitte April bis Ende Oktober.
weg Pforzheim- Basel.
holz, 21 Türen aus Tannenholz 2c.
Los II Anstreicherarbeiten: 1300 qm Del- und Leimfarbenanstrich 2c.
Los III Schlosserarbeiten: Beschlag von 21 Türen 2c. Los IV Liefern und Verlegen von Linoleum: 360 qm Angebotsunterlagen fönnen auf unserem Zweigbureau Frankfurterstraße 85, eingesehen, Angebotsformulare ( feine Zeichnungen) dorther bezogen werden. Die Angebote sind mit entsprechender Aufschrift versehen, bis Samstag, den 4. Auguft, vorm. 11 Uhr dem Eröffnungstermin, auf genanntem Zweigbureau einzureichen.
Zuschlagsfrist 4 Wochen.
Großh. Baubehörde
für die Universitäts- Neubauten Gießen.
Lindenfels
Becker.
im Odenwald- Luftkurort
Hotel u. Pens. ,, Hell. Haus“
+ Der ehrliche Finder... Es ist sicher nicht ange. nehm etwas Wertvolles zu verlieren, das mag zugegeben werden, das Finden verschafft aber auch keine reine Freude, denn daran knüpfen sich eine Anzahl von Verpflichtungen, deren Nichterfüllung uns mit dem Gesez in Konflikt bringt. Die Hauptpflicht ist die Anzeigepflicht. Der Finder muß dem Verlierer oder wenn er diesen nicht fennt, der Polizeibehörde unverzüglich den Fund anzeigen. Nur bei Sachen unter 3 Mart Wert ist eine Anzeige nicht erforderlich. Der Finder muß die gefundene Sache in Verwahrung nehmen. Auslagen, die den Umständen nach erforderlich erscheinen, wie Fütterungskosten eines Hundes, Annoncenkosten zur Er mittelung des Verlierers fann der Finder ersetzt verlangen.
Der Finder fann einen Finderlohn beanspruchen. Dieser beträgt von dem Berte der Sache bis zu 300 m. 5 Prozent, von dem Mehrwerte 1 Prozent und bei Tieren ebenfalls 1 Prozent. Mit dem Ablaufe eines Jahres nach der Anzeige an die Polizeibehörde geht die gefundene Sache in das Eigentum des Finders über. Ganz andere Vorschriften gelten bei Funden in den Geschäftsräumen oder den Beförderungsmitteln einer öffentlichen Behörde oder einer dem öffentlichen Verkehre dienenden Verkehrsanstalt. Der Finder hat in diesem Falle die gefundene Sache unverzüglich an die Be hörde oder die Verkehrsanstalt oder an einen ihrer Angestellten abzuliefern. Für alle diese Funde gibt es feinen Finderlohn, feinen Auslagenersaß, feinen Eigentumserwerb. Eine Spezialvorschrift des Gesetzes betrifft den Schatzfund, d. h. eine Sache, die so lange verborgen gelegen hat, daß der Eigentümer nicht mehr zu ermitteln ist". Wird eine folche Sache gefunden, so wird das Eigentum zur Hälfte von dem Entdecker, zur Hälfte von dem Eigentümer der Sache erworben, in welcher der Schatz verborgen war, z. B. dem Grundeigentümer. Ist der Eigentümer zugleich Entdecker, so fällt ihm selbstverständlich der ganze Fund anbeim.
Runstlicher Regen für Hotelgäste. Der Besitzer eines bornehmen Hotels in Paris läßt über dem Hofe seines Hotels, der zugleich als Erholungsraum und Rauch- und Lesezimmer dient, einen fünstlichen Regen herstellen. Der Hof ist mit einem großen Zeltdache bedeckt, das sich ausnimmt, wie ein aufgespannter riesiger Regenschirm. Und vermittels eines bielfältigen Systems kleiner feiner Röhren, das seitwärts an den Dächern angebracht ist, ergießt sich ein ganz richtiger" starker Regen, vielleicht eine Stunde lang auf das Dach herab. Die Gäste könnten also ruhig unter dieſem ſizen bleiben und verspüren bald eine sehr erfreuliche Abnahme der glutvollen Temperatur.
=
Einbruchssichere Stahlgruft. Vor Jahren wurde in Newyork die Leiche des reichen Schnittwarenhändlers Stewart gestohlen, um ein Lösegeld zu erpressen. Die Witwe des jüngst verstorbenen Millionärs Russel Sage, hat um ähn lichen Vorkommnissen vorzubeugen, für ihren Gatten eine diebessichere Stahlgruft mit automatischen Alarmapparaten anfertigen lassen. Die Stahlgruft wiegt sechs Tonnen, fostel 35 000 Dollar und wird Tag und Nacht bewacht sein.
Hinterzarten PP
Höchstgelegene Station der Höllentalbahn. Gasthaus und Pension ,, Zum Adler"
mit Dependance, Bad und großem Speisesaal. 300 Fuß über dem Meer. 3/4 Stunden vom Titisee. Altes, bestrenommiertes Haus, bester Standort für Ausflüge in die Umgegend der Höllentalbahn und bequemster Aufstieg zum Feldberg. Herrliche Tannenwaldungen. Vorzügliche Küche, reelle Weine. Milchwirtschaft. Eigenes Fuhrwerk. Billige und gute Bedienung. Alfred Riesterer, Eigentümer.
Es liegt
die
-
in Ihrem Interesse, wenn Sie sich, bevor Sie eine Waschmaschine kaufen, die Original- ,, Riffel"- Dampf- Waschmaschine ansehen, denn sie ist entschieden beste Dampfwaschmaschine der Gegenwart; infolge eigenartiger Konstruktion der Trommel steht die Maschine inbezug auf Wäscheleistung und Schonung der Wäsche konkurrenzlos da.
Probemaschine auf Wunsch bei
J. Häuser, Eisenhandlung.
Neustadt 56.
Giessen.
Telephon 76.
Luftkurort Weilburg a. Lahn
bevorzugte und schönst gelegene
Aeltest. u. bestrenommiertestes Haus am Fuße der Burgruine. Sommerfrische, Hotel und Pension, Webers- Berg
Gernsbach bietet Touristen unmittelbaren Anschluss an den Höhen- Gleftr. Beleuchtung, hohe luftige Zimmer. Groger und fleiner Speise- in nächſter Nähe prachtvoller Wälder und vollständig staubfreier GeTäglich 4 mal Automobil- Verbindung mit faal, große Terrasse. Wagen( auf Wunsch) an den Bahnstationen birg8luft, schöne luftige Bimmer, groher schattiger Garten mit Terrassen Baden- Baden. Prospekte gratis durch das Fürth Reiselsheim. Telephon 5.
Bürgermeisteramt.
Befizer Ph. Rauch.
Chem Waschanstalt Gebr. Röver, Färberei.
Marktplatz 18 Giessen Marktplatz 18
Bedeutendstes Werk dieser Branche in Mitteldeutschland.
und Wald am Hause. Anerkannt vorzügliche Verpflegung bei mäßigen Pensionspretien. Näheres und Prospette durch den Inhaber Telephon Nr. 87.
Julius Janz.
Albert Hiller, Mehlis i.Thür..
Fabrikant aller Arten
Scheibenbüchsen u.Jagdgewehren
als
Drillinge, Doppel- Flinten, einläuf. Flinten, Zimmerstutzen, Bolzenbüchsen, Luftgewehre, alle Arten Vogelflinten und Teschings. Kataloge gratis und franko.
Teilzahlungen gestattet.
1906.
0
0
Mr. 30.
0
Soldatenbilder
A.:
Angenehme Passion.
Sm, Ihr Herr Bruder, der Zahnarzt, zieht
aber, wie ich gehört, die Zähne sehr langsam und schmerzder ist sehr reich der treibts nur zu haft aus."
B.:
Schlau.
diese
nicht in die ii che bringt, denn sie habe ich deshalb hier aufhängen lassen, damit meine Stichin liebe Freundin, Siehst Du, ihren
fürchtet_natlich, daß dieser die Soldaten- Bilder für seine


