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sollte. Außerdem wurden ihr Geld, ein Paar Stiefel,| Mehl, Kaffee und Zucker verabreicht, ihren Ver­sprechungen fam sie jedoch nicht nach, sodaß Ermittelungen angestellt worden, wodurch sich herausstellte, daß die ganzen Angaben auf Schwindel beruhen. Die Frau ift anfangs der 30er Jahre, mittelgroß, hat dunkel blondes Haar schmales blasses Geficht und war be kleidet mit schwarzer Taille mit weißem Besak am Stragen; filbergrauen Rock; schwarze Schürze und sie sprach schwäbischen Dialekt.

* Azbach. In der hiesigen Gemeinde- Chronik befinden sich Aufzeichnungen über ein großes Branbunglüd, welches vor genau 100 Jahren, am 11. Rovember 1806 unser Dorf heimsuchte. Wir finden darin folgende Mit­teilung: Am 11. November 1806 entstand aus Unvorsichtig feit in dem Hause und Scheuer des Johannes Geyer nach mittags 2 Uhr Feuer, welches in 8 bis 12 Stunden 21 Häuser, 30 Scheunen, 68 große und fleine Stallungen berbrannte und 7 Häuser beschädigte. Die Einwohner waren damals fast alle im Feld und konnte so schleunig teine Hülfe fommen. Der Schaden an Gebäuden ist auf 21 195 Rthl. geschäßt worden.

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§ Bad Nauheim. Nunmahr haben auch die Orte Offen­heim, Leidbecken, Reichelsheim, Staden, Assenheim und Nieder­Florstadt ihren Anschluß an das staatliche Gruppen­wasserwert erklärt.

* Lich, 17. Nov. Die vor etwa 5 Monaten stattge­habte Beigeordnetenwahl, aus der Jakob Heller fiegreich hervorging, hat nach mehrfacher Reklamation der unterlegenen Partei wiederholt die Behörde beschäftigt. Vorige Woche hat nun der Provinzialausschuß endgültig be­stätigt, daß Seller Beigeordneter ist.

* Schotten. Folgende niedliche Geschichte hat sich dieser Tage in einem Drte des Vogelsbergs zugetragen. En Fuhrmann fand früh morgens in einem Straßengraben Hut, Stock, Rock, Hosen und Stiefel. Die Sachen lieferte ec im nächsten Dorfe auf der Bürgermeisterei ab. Rasch berbreitete sich jetzt das Gerücht von einem Raubmord und die Gendarmerie stellte Ermittelungen an. Jazwischen begann man im Nachbarort manches zu munteln. Dort war ein ehrbarer Handwerksmann schwer bezecht heimwärts gewandert; den weichen Straßengraben hielt er für sein Bett und zog sich aus. Als er bald ernüchtert erwachte, fand er seine Kleider nicht wieder und so fam er halbnackt heim. Der erschrockenen Gattin rief er zu:" Set frou, deß aich noch om Lewe sei, Räumer hu match überfann." Andern morgens schlich er nach besagtem Straßengraben, aber seine Kleider waren verschwunden. Nach wenigen Tagen erschien die Gendarmerie bei ihm, und nun flärte sich die Geschichte zur allgemeinen Heiterkeit balb auf.

* Alsfeld. Besizwechsel. Das hiesige Hotel zur Krone" ging zum Preise von 105 000 Mark an an Herrn Schrödel, derzeit Inhaber der Schott'schen Weinstube in Gießen, über. Die lebernahme soll bereits am 15. Dezember erfolgen.

* Fulba, 20. November. Auch in Fulda wollen die Metzgermeister jetzt mit den Fleischpreisen herabgehen. Der Abschlag soll 10 Pfennig für das Pfund betragen und erster Tage in Kraft treten.

Bürgerverein Giessen.

Das Ortsbaufiatut.

Die gestern Abend im Gasthause Bum Löwen" abge­haltene öffentliche Bürgerversammlung beschäftigte eine tief in unser tommunales Leben einschneidende Frage: das Drts. baustatut. Gießen ist in den letzten Jahren verhältnismäßig schnell gewachsen, und es ist daher begreiflich, daß manches, das einft zeitgemäß wor und den Umständen und Verhältnissen

Berichtigung!

Rechnung trug, im Laufe der Jahre zur drückenden Fessel| geworden ist; verschiedene Bestimmungen sind geradezu zu Härten geworden. Die Versammlung zeigte evident, daß in der Bürgerschaft ein dringendes Bedürfnis bestand, eine all­gemeine Aussprache über die Baubestimmungen herbeizu­führen. Eine Revision des Ortsbauftatuts ist zwingende Not­wendigkeit, dies hat man auch an maßgebender Stelle, in der Stadtverwaltung, erkannt. Die unten wiedergegebene Eingabe an die Stadtverordneten- Versammlung beschränkt sich denn auch darauf, nur um Milderung einiger Härten einzukommen, da eine durchgreifende Aenderung der baulichen Bestimmungen in nicht allzuferner Zeit zu erwarten ist. Wie großes Interesse man der Sache entgegenbringt, geht auch daraus hervor, daß mehrere Stadträte in der Versammlung erschienen waren, um sich über die Ansichten der Einwohner­schaft zu orientieren. In Verhinderung des Vorsitzenden des Raufmann Bürgervereins, Lehrer V. Müller, eröffnet E. Horst die Versammlung. Er bemerkt, daß der Vor­stand des Bürgervereins wiederholt in Gemeinschaft mit Sachverständigen zusammengetreten sei, um über die Materie zu beraten, daß man das Drtsbaustatut Punkt für Punkt durchgenommen habe und das Resultat dieser Beratungen der Versammlung jetzt unterbreite. Bugleich gab er einen furzen Ueberblick über die Lage unserer Bauverhältnisse und erteilte dann dem Referenten, dem Architekten Seuling, das Wort.

Architekt Seuling weist auf das Unzeitgemäße des Drtsbauftatuts hin, er ist vor allem dafür, daß der Be bauungsplan der Stadt Gießen weiter ausgedehnt werde. In flarer sachlicher Weise begründet er die gewünschten Abänderungen. Seine Begründung war um so durch­schlagender, als er sich vielfach darauf beschränkte, einfach auf die offen zu Tage liegenden Unzuträglichkeiten hinzu­weisen. Nachdem die Versammlung dem Referenten den Dant abgestattet hatte, brachte der Leiter der Verhandlungen Kaufmann E. Horst, folgende Eingaben an die Stadt­verordnetenversammlung zur Verlesung:

An die

verehrliche Stadtverordnetenversammlung!

Eine vom Bürgerverein einberufene Versammlung ist nach einer Besprechung des Ortsbaustatutes zu der Ueber­zeugung gelangt, daß dasselbe einer Abänderung und Vervollkommnung bedarf. Wenn auch eine Gesetzesvorlage betr. die Abänderung der allgemeinen Bauordnung in nächster Zeit zu erwarten ist, so fann es nach ähnlichen Vorgängen zu urteilen, doch noch ziemlich lange dauern und dadurch den Bauenden die in§ 1 der allgemeinen Bauordnung garantierte Baufreiheit noch lange vorbe= halten bleiben, bis der Entwurf Gesezeskraft erlangt. Deshalb wurde unterzeichneter Vorstand beauftragt bei verehrl. Stadtvorstand dahier rorftellig zu werden, daß doch u. a. recht bald zu einigen Stellen des Ortsbau­Statutes Busäße und Aenderungen beschlossen und im gefeßlichen Wege rechtskräftig gemacht werden.

Zunächst dürfte eine wesentliche Erweiterung des Bebauungsplanes vorzusehen sein, da bei den jetzigen Berhältnissen das Gelände zu teuer und die Bautätigkeit dadurch zuviel beschränkt wird. Gleichzeitig dürften baldigst für lange Jahre ausreichende Quartiere für Billen, geschlossene Bauweise, Fabriken 2c. geschaffen resp. festgelegt werden.

Eine genügende Anzahl Straßen dürfte gleich mit vorl. Befestigung versehen werden, damit die Schwierig­keit des Transportes der Baumaterialien gehoben und Pferde, Wagen und Material mehr geschont wird. Straßen unter 10 Meter sollten vermieden und bei der Projeftierung gleich die eventuelle Anlage der elektr. Bahn zu beachten sein. Zur gerechteren Verteilung der Straßentoften- Beiträge dürften längere Strecken der Bes rechnung zu Grund zu legen sein, und sollte bei normalen

Christ bescherung

"

Straßenanlagen ein bestimmter Betrag pro Ifd. Meter nicht überschritten werden.

zu fördern, in be gang entfchieden Edhaben entsteht. in follegiales rafdhere Erledigun Nach der Borle regende Debatte e hende Eingabe Bu en Bunft bemertt gere Romplexe B

Dem§ 28 des jeßigen Statuts sollte mehr Beachtung geschenkt werden, damit Bauten, wie solche von Werthein Nordanlage, Sad& Jughardt Südanlage, H. W. Rin Oftanlage für die Zukunft nicht gestattet werden.

Betr.§18 empfiehlt sich müssen massiv gebaut werden" zu streichen, damit nicht wegen jeder Fachwerts ausführung erst zeitraubende und Kosten verursachende Diepensgefuche erfordeclich sind.§ 21 ift alsdann be abgeänderten§ 18 anzupassen.

Falegen foll, um

dürfte für Baifone und Erker die Ausladung auf 2/3 bes Abstandes von der Grenze, äußerft 1,30 m, und bei Vor

In Bezug auf die Bestimmungen der Drtsbaupolizeiben. Bu derglei

5 der in den

derbolt eingetreter

gärten bis zu 1/3 der Tiefe zuzulassen sein. Das Verlangen immung der nach Haus, Durchfahrten" wolle man, weil nicht mehr batte genehmigt.

zeitgemäß, fallen lassen, sofern nicht Hintergebäude ingewiefen, die dur Betracht kommen, und dürfte da, wo eine Durchfahrt Baben gezeitigt w

erforderlich ist, die Breite mit 1,30 m als genügend er achtet werden. Die frühere Begründung der Sprigen

Etraße und baut b

in Gießen ift

einfuhr kommt faum noch in Betracht, weil Feuerlöscht auf die früher geräte bestimmungsgemäß 20 m entfernt fteben sollen, abtrat Löberi und dafür die Höfe in den meisten Fällen zu klein sind. ttoffen würden, w

§ 15 würde zu streichen sein.

ordnetenverfammlun

In§ 16 fönnte betr. der Größe der Hofräume Bunfte werden ohn einfach gesagt werden, daß 1/5 unbebaut bleiben muß. betr. Befreiung von Bei Gebäuden an zwei Straßen fönnen nach dem Darm revisor Grünig, daß

Städter Ortsbauftatut Hofräume in Fortfall fommen.

Der Anfang der Verbuzarbeiten sollte bei der Rch bauabnahme gleich festgelegt und auf dem bezügl. Schein vermerkt werden, sodaß kein weiteres Gesuch 2c. erforder lich ist.

Für Läden, Werkstätten und sonstige Räume, die gewerblichen Zwecken dienen, fönnten mildere Bestimmungen wie für Wohnräume plaßgreifen. Schließlich wird no bringend gebeten, die Erledigung der Baugesuch rascher Ein blühendes, gesundes

und fräftiges Kind."

" Ich glaube, daß es kaum ein besseres Mittel gibt zur Stärkung und Kräftigung für schwächliche und kränkliche Kinder, als Scotts Emulsion." So schreibt uns Herr J. Viehl. Der Leser wird gewiß mit Interesse auch vom übrigen Inhalt des Schreibens Kenntnis nehmen:

Kreuznach, Mühlenftr. 85, den 22. Jan. 1905. Mein Töchterchen Lina fing an zu fränkeln, bekam Darm fatarrh und bald stellte sich noch die englische Krankheit bei ihm ein. Alle möglichen kräftigenden Mittel schlugen fehl, und die Kleine nahm von Tag zu Tag ab, so daß wir schon auf alles ges faßt waren. Das erste, was einen sichtlichen Einfluß auf sie aus übte, war Scotts Emulsion. Sie nahm dieselbe sehr gern und zeigte bei weiterem Gebrauch bald eine Zunahme, fing an, sich auf die Beinchen zu stellen und ist jetzt ein blühendes, gesundes und fräftiges Kind geworden; die Zähne hat sie in der letzten Zeit be tommen, ohne daß wir etwas davon gewahr wurden. Ich glaube, daß es faum ein besseres Mittel gibt zur Stärkung und Kräftigung für schwächliche und kränkliche Kinder, als Scotts Emulsion. ( gez.) Jakob Viel.

Scotts Emulsion ist für jedes Kind zuträglig, während gewöhnlicher Lebertran oder eine schlechte Emulsion bon fleinen Kindern nicht vertragen werden. Ein weiterer Vorzug ist ihre Schmackhaftigkeit; das Einnehmen macht feine Schwierigkeiten, im Gegenteil, sie wird von Kindern fast stets mit großer Vorliebe ge nommen. Endlich ist Scotts Emulfion nicht nur selbst sehr nahrhaft sondern regt auch den Appetit an für die übrige Kost.

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Stleidungsstücken, Stoffen und dergl. zuwenden zu wollen, A. Ch. Otto, g besonders aber auch Geldgaben, die uns die gleich- Damen jeden Standes finden mäßigste Bescherung für unsere Kleinen ermöglichen. freundl. Aufnahme.( Größte Dis­Eine Lifte zur Erhebung von Beiträgen wird nicht fret.) fran Kraft, Hebamme, Undenheim, Rheinhessen. herumgegeben.

Vielmehr bitten wir, die uns zugedachten Gaben recht bald an eine der nachbenannten Vorstandsdamen gelangen zu lassen.

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Gießen, den 19. November 1906.

Der Vorstand der Kleinkinder: Bewahranstalt. Dr. Naumann, Kirchenrat.

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