Ausgabe 
20.10.1906 Erstes Blatt
 
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Frankreich.

** Die Anwesenheit des russischen Ministers Jawolsky in Paris scheint einer neuen Russenanleihe den Weg bahnen zu sollen. Jswolsky ist vom Minister Bourgeois empfangen worden und wird demnächst mit Vertretern der an den russischen Anleihen interessierten Banten eine Besprechung haben. Sollte Bourgeois zurücktreten, so würde Jswolsky seinen Aufenthalt verlängern, um mit dem Nachfolger Bourgeois in persönliche Beziehungen treten zu können. Kleine politische Nachrichten.

Berlin, 19. Oktober. Das Ermittelungsverfahren gegen den Bezirksamtmann Dr. Kersting hat keinerlei belastende Momente ergeben. Es ist angeordnet worden, daß Kersting im Anfang November die Ausreise nach Togo antritt.

Budapest, 19. Oftober. Mit Bewilligung Kaiser Franz Josefs wird demnächst die Asche des ungarischen Freiheits­Helden Rakoczy von Konstantinopel nach Budapest gebracht werden.

Madrid, 19. Oftober. Gegen den Erzbischof von Valencia wurden wegen seiner Haltung im Streit um die spanischen Bivilehe- Verordingen lärmende Demonstrationen veranstaltet.

Dof und Gefellschaft.

Von Vonn aus hat gestern morgen der Kaiser eine längere Automobilfahrt angetreten. Das Ziel ist die Ursttalsperre bei Gemünd in der Eifel.

In Berlin ist gestern Fürst Philipp zu Hohenlohe, an den der Kaiser die bekannte Depesche wegen der Hohenloheschen Tagebuch- Aufzeichnungen richtete, eingetroffen.

Der frühere russische Botschafter in Paris, Baron Mohrenheim, ist gestorben. Baron Mohrenheim hat die Alliance zwischen Frankreich und Rußland in die Wege geleitet.

Soziales Leben.

X Der Ausstand auf Rote Erde" ist beendet, nachdem die Verhandlungen ergebnislos verlaufen waren. Mit Aus: nahme von vier Arbeitern, welche gemaßregelt werden, werden alle Arbeiter auf dem Werk sofort wieder beschäftigt, die nach Ablauf von acht Tagen schriftlich oder mündlich sich bei der Direktion melden. Der Tag der Arbeitsaufnahme wird noch bekannt gegeben.

× Ausdehnung des Streiks in Oberschlesien. Der im Ausstand befindlichen Belegschaft der Grube Neuhof haben sich beim gestrigen Schichtwechsel auch die Bergarbeiter der benachbarten Viktoriagrube angeschlossen.

X Zum Schifferstreik. Die Zahl der streikenden Boots­Ieute im ganzen Elbegebiete ist auf über 3000 gestiegen. Die Mehrzahl der Privatschiffer ist geneigt, die Erhöhung der Löhne zu bewilligen. Gestern wurde der erste Schleppdampfer ,, Kronprinz Wilhelm" von Hamburg aus nach der Havel expediert, doch war die Mannschaft nicht komplett. In Ham­burg liegen 31 reisefertige Frachtfähne ohne Mannschaft. Die Eisenbahndirektion Breslau teilt mit: Die angehaltenen Sen­dungen für Schönpriesen- Umschlag können weiterrollen; die Neuannahme von Gütern ist dagegen bis auf weiteres noch Fiftiert.

Nab und Fern.

Der Fall Montignoso. Zwischen der Grafin Monti­gnoso und den Vertretern des Königs von Sachsen ist bisher feine Einigung erzielt worden. Die Gräfin ließ mitteilen, daß man ihr nicht wehren tönne, wenn sie ihr Recht, ihre Kinder zu sehen und zu umarmen, gelegentlich sich selbst nehme. Darauf erfolgte prompt die Antwort, daß dann auch die Gesetze in aller Strenge gegen die Gräfin angewendet werden würden.

Der neue Bahnhof in Leipzig wird einen Kostenaufwand von 128 Millionen Mark erfordern, die Bauzeit wird noch 7-8 Jahre dauern. Das Empfangsgebäude des Haupt­bahnhofs, der der größte Bahnhof Deutschlands wird, wird einen doppelt so großen Flächenraum bedecken als der Augustus­play in Leipzig.

Ein Zopfliebhaber. Zwei junge Russinnen unterhielten fich in Berlin vor einem Schaufenster sehr lebhaft. Plötzlich spürte eines der Mädchen, eine Studentin einer schweizerischen Universität, einen Rud am Hinterkopfe und bemerkte, daß man sie ihres prächtigen Zopfes beraubt hatte. Von dem Zopfabschneider war trotz eifrigen Suchens feine Spur zu entdecken.

Caltanisetta, 19. Oftober. Die alte Abtei Santospirito, wo bedeutende Kunstschäze lagern, wurde um Mitternacht von Räubern überfallen. Die Mönche unterhielten über eine Stunde Gewehrfeuer, bis Bauern der Nachbarschaft zu Hilfe lamen. Die Räuber mußten unverrichteter Dinge abziehen.

Aus dem Gerichtsfaal

8 Ein bedauerlicher Manöverunfall fand in Erfurt ſeix gerichtliches Nachspiel. Vor dem Kriegsgericht der 38. Divi fion hatte sich der Kanonier Otto Ullrich von der 4. Batterie des 19. Feldartillerie- Regiments wegen fahrlässiger Tötung zu verantworten. Dem Angeklagten wurde zur Last gelegt, Anfang September auf einem Felde zwischen Gorsleben und Heldrungen den Unglücksfall verschuldet zu haben, bei dem durch Entladung eines Geschützes dem siebenjährigen Sohn des Landwirts Friedrich Luze aus Gorsleben der Kopf vom Rumpfe getrennt wurde. Der Angeklagte wurde nur der Zuwiderhandlung gegen einen Dienstbefehl für schuldig erklärt und zu 7 Wochen Gefängnis berurteilt.

Einbrecherfrechheit. Eine Einbrecherbande suchte das von einem Wächter beaufsichtigte Grundstück Emserstraße 73 in Berlin heim. Da den Gaunern der Wächter im Wege war, warteten fie, bis er sich in eine nebenan gelegene Bau­bude begeben hatte, schlossen die Tür von außen zu und setzten ihn auf diese Weise gefangen. Dann machten sie sich ruhig an ihre Arbeit". Erst nach langer Zeit konnte der Wächter die Türe aufbrechen. Als er die Straße wieder betrat, waren die Einbrecher mit ihrer Beute verschwunden. Bunte Tages- Chronik.

Naumburg a. S., 19. Oktober. Die Dienstknechte Ge brüder Vogel aus Kleinjena, die d Witwe Siegler en mordeten, wurden heute im Gerichtsgefängnis hingerichtet.

§ Freigesprochen wurde vom Schwurgericht Liegnitz die Restaurateurswitwe Lucie Haberstroh, die gegen den Musik­dirigenten Mehring ein Revolverattentat verübt hatte. Die Sachverständigen Kreisarzt Dr. Lesko- Liegnitz und Assistenz arzt Dr. Wernicke- Breslau gaben ihr Gutachten dahin ab, daß die Angeklagte durch regelmäßigen Gebrauch von Morphium degeneriert sei und in überaus erregtem Zustande die Tat begangen haben dürfte.

Düsseldorf, 19. Oktober. Der Handlanger Friedrich Dombrowski hat auf offener Straße seine von ihm getrenni lebende Frau überfallen und durch Messerstiche lebensgefährlich berletzt. Er wurde verhaftet. Erst vorgestern war Dombrowski wegen Mißhandlung der Frau zu drei Wochen Gefängnis berurteilt worden.

Goldbach, 19. Oktober. Kurz vor dem Bahnhof entsprang gestern während der Reise von Berlin nach Frankfurt ein Gefangener, namens Adolf Biermann, seinem Transporteur und entfam.

§ Der blinde Ankläger. Eine Aufsehen erregende Ver. handlung fand vor der Straffammer in Mezz gegen einen achtzehnjährigen Burschen statt, der einen blinden Stiefel­puter am dortigen Bahnhofe um einen Taler geprellt hatte. Bei dieser Verhandlung war nämlich der Blinde als Haupt­zeuge. Der Angeklagte ließ sich im Juli von dem Blinden die Stiefel reinigen und fragte ihn, ob er einen Taler wechseln könne. Als der Blinde das Kleingeld abgezählt hatte und nach der Hand seines Kunden suchte, nahm ihm bieser das Geld ab und lief damit davon, ohne den Taler herzugeben. Vor einigen Wochen wollte nun der Bursche bas Manöver wiederholen, aber der Blinde erkannte ihn so­fort und bewirkte seine Verhaftung. In der Gerichtsverhand­Jung tefognoszierte der Blinde den Angeklagten mit großer Sicherheit an der Stimme und am Fuße und beschwor seine Aussage, worauf der schon wegen Betruges vorbestrafte Ans geklagte zu 1 Jahr Gefängnis verurteilt wurde.

Moskau, 19. Oftober. Im hiesigen Findelhaus wurden Unterschlagungen in Höhe von einer Million Mark fest. gestellt.

Port Bendres, 19. Oktober. In der hiesigen Dynamit fabrik fand eine Explosion statt. Zwei Personen wurden ge­tötet, zwei tödlich verletzt.

Cokales

von einem Arbeiter Namens Braun, der sich mit anderen jungen Burschen im Flobertschießen vergnügte, aus Unvorsich tigkeit so unglücklich in den Unterleib geschossen, daß an ihrem Aufkommen gezweifelt wird. Der Täter ist flüchtig.

Sihung der Stadtverordneten Gießens.

( Schluß.)

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*** Gießen, 19. Oft. 1906. Puntt 13: Beschaffung von Pflastersteinen für 1907. Dem Antrag der Bau- Deputation, die erforderlichen Quanti. täten schon jetzt zu beschaffen, damit das Brechen der Steine im Winter geschehen kann, wird zugestimmt. Punft 14: Straßenreinigung, wurde in nichtöffentlicher Sitzung beraten. Soviel uns bekannt, soll die Reinigung eine ratio­nellere werden; zu diesem Zweck sind 3 bis 4 Kehrwarte noch anzustellen. Punkt 15: Vergebung von Arbeiten und Liefe­rung für die höhere und erweiterte Mädchenschule. Hier dreht es sich in der Hauptsache um Lieferung und Bezug von Stein plättchen für 159 qm Fußboden. Die Firma Sack& Jughardt verlangt 2464 Mt., die Firma Gail 1865,25 Mt. Die leßtgenannte Firma erhielt den Zuschlag. Längere Debatten tamen beim folgenden Punkt, die innere Einrichtung der neuen höheren und erweiterten Mädchenschule. Oberbürgermeister Mecum verlag die einzelnen Bofitionen und Summen. Es sind viel Räume, die ausgestattet werden müssen, wofür 40000 Mt. gefordert werden.( Bei vielen Stadtverordneten fonnte man, ob dieser Zahl große Ver wunderung auf den Gesichtszügen lesen. D. R.) Der O.-B. erklärte noch, daß das Kuratorium die einzelnen Posten genau und wiederholt geprüft habe. Stadtv. Petri ließ sich nochmals die spezialisierte Ausgabe für das Direktor. zimmer, wofür 1200 Mt. vorgesehen sind, besonders mit­teilen! Stadtv. Jann findet 40 000 Mt nicht zu hoch; anderer Ansicht ist Stadtv. Löber. Stadtv. Schaffstädt bedauert, daß in dem Hauptvoranschlag für die ganze Schule nicht auch diese Summe mit enthalten war. Hätte man da­mals gewußt, daß so hohe Summen noch nachgefordert würden, so wäre er für einen weniger fünstlerisch ausge führten Bau gewesen. Jezt kommt ftatt 500 000 Mt. als Endsumme 600 000 Mt. heraus. Die Baulichkeiten und innere Ausstattung möchten derart schnell gefördert werden, das ist der Wunsch des Stadtv. Eichenauer, daß die Benußung des ganzen Gebäudes schon Ostern 1907 möglich ist. Dieser Wunsch wird nicht in Erfüllung gehen; der D.-B. sagt, es würde Pfingsten und Beigeordneter Georgi behauptet fest, daß es erst frühestens im Herbst 1907 möglich wird. Stadtv. Petri richtete das Ersuchen an die Bürger­meisterei, daß hierbei die Gießener Geschäftsleute in erster Linie berücksichtigt würden, und es nicht ginge wie mit den Arbeiten im neuen Schloß, wo z. B. ein Teil der Weißbinderarbeiten von einer riedberger Firma aus geführt wurde. Er finde es sonderbar, daß man nicht ein­mal umgefragt habe.( Wir erinnern an die f. 8t. erfolgte Vergebung der Obligationsscheine! D. R.) D.-B. Mecum ersucht, derartige Spendungen nicht zu kritisieren, worauf Stadtv. Petri erwiderte, daß er als Vertreter der Hand­werker hiesiger Stadt deren Interessen vertreten müsse und ihm diese solche Anfrage doch gestattet set. Auch Stadtv. Kirch tritt für die Vergebung der Arbeiten an Gießener Geschäftsleute ein. Wenn auch nicht die Stadtverordneten Versammlung, so fönnte aber doch deren Leiter und Vor­sigender sehr leicht in solchen Fällen wie hier beim neuen Schloß, manches tun, was unseren einheimischen Firm n zu fäme, unter welchen auch sehr leistungsfähige sind. Nachdem heimische Handwerk und D.-B. Mecum die Stifter noch auch von anderen Herren Wünsche laut wurden für das ent Professor Olbrich in Darmstadt gewesen sei, ging das mals in Schuh nahm, weil der Beauftragte in dieser Sache durch Vergrößerung des Schlachthofes und den Neubau Haus zu Punkt 17 der T.-D. über. Der Viehmarktplatz ist großer Kühlanlagen zu flein geworden, weshalb der Ankauf einer angrenzenden 7800 qm großen Wiese von der Ueberlassung der städtischen Wiesen hinter den Eichen an den Blockischen Stiftung genehmigt wird. Gegen Punft 18 Eisverein, wird Widerspruch auch nicht erhoben, also bewilligt leitung in die Wolfsstraße erfordert 460 Mt. Rosten. Ge wie in vergangenen Wintern. Die Einführung der Gas­nehmigt. Die Stadt tritt dem Berband von Elektrizität Verkauf vo beitrag bet. Der gegenseitige Austausch der Erfahrungen in werfen für Baden, Hessen und Pfalz mit 10 Mt. Jahres den vielen technischen Fragen läßt es wünschenswert er scheinen. Bu Punkt 21: Unterhaltung von Gräbern buro die Stadt, w.rd eine

-k- Bürgerverein Gießen. Da durch Ver­hinderung des Referenten die für den 11. Oft. bestimmt. gewesene Bürgerversammlung nicht stattfinden fonnte, so ist diese nun endgültig für Montag, den 22. d. M., 81/2 Uhr abends festgesetzt. Ist einerseits das zu be handelnde Thema analgebühren" an sich schon für Hausbesitzer und Mieter, mithin für alle Steuer­zahler gleich interessant, so ist es auch andererseits für Jedermann von Wichtigkeit, an dem Abend anwesend zu sein, da eine weitere für unsere Ernährung wichtige Frage, die Fleischteuerung, ebenfalls auf der Tages. ordnung steht und gedacht ist, ein Massenpetition an den Bundesrat zu richten, sowie den Stadtvorstand zu ersuchen, gleich vielen anderen Städten, erneut an maß­gebenden stellen vorstellig zu werden, um eine Oeffnung der Grenzen für Einfuhr von Vieh herbeizuführen.

Falkenau i. Böhm., 19. Oktober. In Bufva find nach Genuß von Wurstsuppe in 20 Familien 50 Personen erkrankt. Ein Bergarbeiter ist bereits der Vergiftung erlegen.

Budapest, 19. Oktober. Auf Antrag des Staatsanwalts berhaftete die Polizei den Ministerialbeamten Karl Filipp, der beschuldigt wird, seine Frau zu Tode geprügelt zu baben.

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Die Einweihung der Neubauten der chirurgischen und der Augen- und Ohren fliniken wird voraussicht­lich gelegentlich der Jubelfeier des 300jährigen Bestehens der Landesuniversität vor sich gehen. Die Kosten der Ge­bäude überschreiten 1/2 Million Mt.

*** Am Mittwoch traten mehrere Herren im Regierungs­gebäude zu Gießen zu einer Besprechung behufs Einführung des landwirtschaftlichen Unterrichts an ländlichen Fortbildungsschulen zusammen. Die Verhandlungen, die von dem Geh. Rat Dr. Breidert geleitet wurden, zeitigten das Ergebnis, daß beschlossen wurde, den landwirtschaftlichen Unterricht in diesem Winter an 10 ländlichen Fortbildungs­schulen einzuführen.

tt. Stadttheater Gießen. Morgen, Sonntag: Abend, geht der Schlafwagenkontrolleur" bei guter Beseßung

in Szene.

** Die Contentia hält heute Abend im Felsen­teller" eine außerordentliche General- Versammlung ab. * Der Landesverband der hessischen Obst- und Sartenbauvereine wurde Donnerstag in Frankfurt endgültig gegründet. In den provisorischen Vorstand wurde für Oberhessen Graf Diola gewählt.

* Ein Turntursus für Volksschullehrer wurde am Montag in der Turnhalle des Ludwig Georg Gymnasiums zu Darmstadt vom Lardes Turninspektor Schmuck eröffnet, an dem sich 22 Lehrer beteiligen. Die in ihm ausgebildeten Lehrer übernehmen in ihren Gemeinden später meist den gesamten Turnunterricht, wenigstens der oberen Klassen.

* Eine gute Hülfe fürs Geschäft ist die Annonze. Sie arbeitet unermüdlich und erfolgreich Tag und Nacht, sodaß sie von allen Geschäftsleuten, die vorwärts kommen, thren Kundenkreis und somit den Absatz ihrer Waren der= größern wollen, absolut nicht entbehrt werden kann. Wer die Erfahrung noch nicht gemacht haben sollte, der probiere es einmal mit dieser billigen und guten Hülfe, er wird gerade in der i Bigen Herbst- und bald beginnenden Winter saison das hier Gesagte bestätigt finden.

* Friedberg, 19. Oftbr. Im Predigerseminar wurden 8 neue Kandidaten aufgenommen. Mit den vom Sommer verbleibenden 12 Herren besuchen in diesem Winter also 20 Herren die Anstalt.

* Groß- Gerau, 19. Oft. Auf über 25 000 Mt. wird der Schaden veranschlagt, der durch den Brand des aufge­stapelten Korns entstanden ist. Er ist durch Versicherung gedeckt.

* Allendorf( bei Haiger), 19. Oft. Unvorsichtiger Schüße. Hier wurde die Ehefrau des Arbeiters Braas

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Eingabe der Gießener Handelsgärtner verlesen, worinnen diese sich beschweren, daß die Unterhaltung der Gräber nur durch den Stadtgärtner geschieht. Es bleibt beim Alten. Ein erneutes Gesuch des Louis Moll in Grünberg um Uebernahme von Attien der Eisenbahi Lich- Grünberg durch die Stadt Gießen wurde wieder abgelehnt. Die Löberstiftung hat im abgelaufener Rechnungsjahr 1906 eingenommen 3918,87 Mt. und aus gegeben 3496,83 Mt. Der Voranschlag 1907 wurde für Einnahme und Ausgabe auf 2 545,20 m. balanziert. Ein wendungen wurden nicht gemacht. Punft 24 betraf 3 Wirtschaftskonzessionen. Friedrich Laih in der Schulstraße will in seiner Frühstücksstube feinere Weine zum Ausschant bringen während der Stunden von 8 Uhr vormittags bis 9 Uhr abends. Widerspruch wurde nicht erhoben. Gastwirt Louis Bourgeois, seither Brandgasse, hat die Herbert'sche Wirtschaft in der Mäusburg übernommen. Die Versammlung hat zu dieser Konzessionsüberleitung auch nichts zu bean standen. Anders war's mit dem 3. Fall. Brauereibefizer Hans Förtsch erbaut in der Kirchstraße neue Restaurations. räume mit größerem Saal darüber und möchte schon jetzt bevor der Bau fertig ist, die Stonzession haben. Dem konnte nun nicht entsprochen werden, da dies sonst g fezwidrig wäre. Aber es ist wohl kein Stadtverordneter im Saal, so führte

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