Die Rede des Kaisers.
Der Monarch pries zunächst die Treue der Homburgischen Bevölkerung, welche das Andenken des landgräflichen Hauses Hessen- Homburg so hochhalte und fuhr dann fort:
Nachdem in den schönen Kuranlagen Meinen unver: geßlichen Eltern und Meinem in Gott ruhenden Herrn Großvater als Ausdruck der ihnen gezollten pietätvollen Dankbarkeit treffliche Denkmäler gewidmet sind, war es mir ein Bedürfnis des Herzens, meinerseits diesem echt deutschen Fürstengeschlechte hier in unmittelbarer Nähe der Heilquellen, die alljährlich so vielen Tausenden von Nah und Fern Gesundheit und Lebensmut von neuem spenden, ein Zeichen inniger Verehrung und treuen Gedenkens zu errichten. Und wahrlich! Die Homburger Landgrafen haben es verdient, daß ihre Persönlichkeiten und ihre Ruhmestaten im Herzen der Nachwelt einen Ehrenplatz be halten. Ist es nicht eine herrliche Reihe reckenhafter Helden gestalten, die an unserem geistigen Auge vorüberziehen? Mit einer stattlichen äußeren Erscheinung waren bei ihnen alle Vorzüge eines edlen Geistes und eines reinen Charakters verbunden.'
Kaiser Wilhelm warf nun einen Rückblick auf die Taten der einzelnen Fürsten. Er gedachte der treuen Waffenbrüder: schaft Friedrich I., des Gründers des Hauses, mit dem Großen Kurfürsten von Brandenburg am Tage von Fehrbellin. Diese Waffenbrüderschaft bewährte sich in der Folge herrlich in den Freiheitsfriegen, wo der damalige Landgraf Friedrich Karl sechs hoffnungsvolle Söhne ins Feld sendt. genen die Fremd: herrschaft, von denen Prinz Leopold bei Großgörschen fiel. Der Kaiser gedachte ferner der Frauen des landgräflichen Hauses, insbesondere der Prinzessin Marianne, Gemahlin des Prinzen Wilhelm von Preußen, die 1813 den„ Aufruf der Königlichen Prinzessinnen an die Frauen im Preußischen Staat" zur Gründung des ersten Frauenvereins erließ, der sich die Linderung der Not im Vaterlande durch opferwillige Werke barmherziger Nächstenliebe zur Aufgabe setzte.
Der Schluß der faiserlichen Rede lautet wörtlich:
Und so übergebe ich der Stadt Homburg vor der Höhe dieses Denkmal. Möge es allezeit in Ehren gehalten werden! Möge das Andenken an das erloschene Fürsten geschlecht wie die Liebe zu König und Vaterland, Kaiser und Reich ein unvergängliches Erbe der Homburger Bürger. schaft bleiben!
Die Denkmals- Uebernahme.
Stuttgart, 16. August. Bei dem Brande der Zuderfabrit in Cannstatt ist nur ein Arbeiter ums Leben gekommen. Drei sind schwer verlegt, vermißt wird niemand. Der Brandschaden beträgt 2 Millionen Mark.
Newyork, 16. August. In Chihuahua( Mexiko) wurden über 30 Arbeiter und einige amerikanische Werfführer durch die Explosion eines mit Dynamit beladenen Wagens getötet.
Nach Beendigung seiner Ansprache präsentierte die Ehrens kompagnie das Gewehr, und die Hülle des Standbildes fiel. Der Kaiser salutierte vor dem Denfmal; während der Chor Kreuzers Dir möcht' ich diese Lieder weihen" sang, betrachteten der Kaiser und die Fürstlichkeiten das Denkmal. Dann übernahm Oberbürgermeister Maß das Denkmal in die Dbhut der Stadt mit einer Danfrede, in der er namens der Bürgerschaft sagte, daß jeder in Liebe und Dankbarkeit emporblicke zum Throne, auf dem Kaiser Wilhelm mit starker Hand bie Geschicke des großen deutschen Vaterlandes leite, ohne über den großen realen Aufgaben der Politik der treuen Fürsorge für das Ideale zu vergessen.
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Sommertage in Marokko.
( Sonder- Bericht.)
Tauger, im August.
Wer im Sommer es angenehm warm haben will, aber nicht unter der Hize ersticken, mie in Deutschland, der komme nach dem Süden, nach frits. Wenn auch die Sonne in Marokko bis zu 75 Grad fich erhebt, so haben wir doch in den Küstenplätzen immer Wind und nicht nur fühlenden, sondern oft falten, besonders in Tanger, wo er von drei Seiten übers Meer muß. Ich habe im Juni und Juli mchr gefroren als mir lieb war. Nur eines wirklich warme: Tages erinnere ich mich, wo der Sirocco schwül vom Silden her wehte.
Darauf präsentierten die Truppen und das Musikkorps spielte die Nationalhymne. Der Kaiser zog eine Anzahl Personen ins Gespräch und verteilte selbst die verliehenen Drdensauszeichnungen. Zahlreiche Kränze wurden Denkmal niedergelegt. Ein Parademarsch des Regiments bon Gersdorf beschloß die Feier, nach welcher sich der Kaiser unter den Zurufen des Publikums zum Landrat von Marg begab, um bei ihm das Frühstück einzunehmen. Um 2 Uhr 20 Minuten reiste der Kaiser mit seinem Gefolge vom hiesigen Bahnhof nach Wilhelmshöhe ab.
Nab und Fern.
Die Winde sind Tangers Glüd. Ohne diese wäre Tangere Gesundheitszustand unerträglich. Zwar existiert ein: Somitee zur Gesundheitspflege, aber auf den Araber hat das feinen Einfluß. Er trinkt sein Typhuswasser ruhig weiter und überläßt es Allah, ob er es gut verdaut oder davon siirt.
† Unzurechnungsfähig. Der Mörder Thoß aus Plauen im Vogtland, der nach der bestialischen Ermordung seiner Ehefrau sich in seiner Wohnung verbarrikadierte und vom Fenster aus etwa dreihundert Revolverschüsse auf die unten tehende Polizei und Menschenmenge abfeuerte, ist für geistig unzurechnungsfähig erklärt worden und wird einer Frrenanstalt überwiesen werden.
Nebenbei hat er noch alle möglichen und unmöglichen Krankheiten, aber alle die verjagt der Wind, wenn er wetr bom Wasser herkommt und den Staub hinausblästt aufs Land, wo Raisuli wohnt, der große Räuberhauptmann, um dessen Haupt die europäische Presse eine unverdiente Aureole gewoben hat.
† Wieder die alte Unfitte. In Massen bei Finsterwalde bersuchte die neunjährige Tochter des Invaliden Köhler Feuer mit Petroleum anzumachen. Die Kanne explodierte, wobei das Kind so schwer verletzt wurde, daß es kurz darauf starb. Bei dem Versuche, die Flammen zu ersticken, erlitt auch der Vater tödliche Verletzungen und starb in der Nacht.
Er ist ein schlauer Schuft, der es verstanden hat, die Schwäche des hiesigen Gouvernements auszunüßen und ihm durch fortgesetzte Belästigung und Gefangennahme von Europäern die Notwendigkeit aufzudrängen, ihn, den Bod zum Gärtner zu machen, und ihm eine Gerichtsbarkeit in der Bannmeile Tangers einzuräumen, die er nun mit einer patriarchalischen Strenge ausübt, die häufig ein gutes Vorbild für die Polizei drüben im alten Europa abgeben würde.
† Die Maul- und Klauenseuche ist im Kreise Lyck festgestellt worden, vermutlich infolge Einschleppung durch russische Gänse. Zur Abwehr ist die Grenze für den Verkehr mit kleinen Fleischportionen und Geflügel auf dem Landwege und mit Heu und Stroh in losem Zustande, sowie mit Milch gesperrt.
find doch unsere modernen großstädtischen Marktplätze dagegeri mit ihren langen Fenſterreihen, mit ihren horizontalen Haupt gefimsen, die alle etwa in derselben Höhe die vier- und fünf stöckigen Gebäude nach oben hin begrenzen. So schematisc haben die Nürnberger Meister, denen zu allen Zeiten eine gewisse Schalkhaftigkeit innewohnte, nie gearbeitet. Die alten Nürnberger Künstler besaßen eine gewisse Freude am naiven Spiel; wer die alten Brunnen betrachtet, die so garnicht der Charakter stolzer Denkmäler an sich tragen, das Gänse männchen und den Dudelsackpfeifer, wer das originelle Gemisc von steifer Würde und naivem Humor am Tugendbrunnen aufmerksamer betrachtet, der wird bestätigt finden, daß die große Kunst der deutschen Vergangenheit mit einer gewissen naiven Ursprünglichkeit, mit einem gewissen findlichen Humor verknüpft ist.
Ist doch tatsächlich in den letzten 10 Jahren in und um Tanger nur ein einziger Totschlag an Europäern verübt worden, und auch die Raubanfälle und Diebstähle lassen sich zählen. Ein gleiches kann wohl eine europäische Stadt von 40 000 Einwohnern faum in Anspruch nehmen. Dieser eine Totschlag, die Ermordung des Franzosen Charbonniers vor ein paar Wochen hatte politischen Grund: die Andjeras, ein unbändiger Berberstamm, hatten Grund, sich an Raisuli für die schnelle Justiz, die er an einigen ihrer Stammesbrüder vollzogen hatte, zu rächen und fanden keinen besseren Weg, um eine europäische Macht auf ihn zu hezzen. Aber wie immer in Marokko hat der arme Sultan bluten müssen und die Täter, wie auch Raisuli lachten sich ins Fäustchen, denn sie waren es, die den französischen Kriegsschiffen die Nahrungsmittel teuer verkaufen und gute Geschäfte mit ihnen machen konnten.
† Der tägliche Eisenbahnunfall. Der von Brüssel abends nach Antwerpen abgegangene Personenzug fuhr bei VieuxDieu auf einen Güterzug und schnitt diesen in zwei Teile. Fünf Wagen wurden zermalmt. Einige Personen wurden verwundet. Der internationale Verkehr ist nicht gestört.
† Ein Dorf in Flammen. Das aus 25 Häusern be stehende Alpendorf Planchamp, nahe Careus- Montreux geLegen, ist einer Feuersbrunst zum Opfer gefallen. Infolge Wassermangels scheiterten alle Löschversuche. Von der Habe der Bewohner fonnte nur wenig gerettet werden.
† Eine Laune Fortunas. Ein Herr Hunziker in Thalwil ( Schweiz) hatte dem Verlosungs- Komitee der dortigen Gewerbeusstellung eine prachtvolle Eßzimmer- Einrichtung gestiftet, die den Hauptgewinn bildete. Hunziker kaufte sich ebenfalls ein Loos und was gewann er: seine Zimmereinrichtung.
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Auch den Franzosen kam der Fall nicht ungelegen, um einmal wieder etwas Macht zeigen zu können. Sie sind augenblicklich wieder mit Feuereifer dabei, Marokko friedlich zu erobern. Täglich tun sie neue Geschäfte hier auf, in französischen und arabischen Zeitungen bearbeiten sie die Bevölkerung zu ihren Gunsten, Krankenhäuser, Aerzte, Schulen verbreiten französische Anschauungen und Sprache.
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Befundet nicht auch das sogenannte Männleinlaufen, dieses alte Uhrwert am Chor der Frauenkirche, dieselbe Freude am naiven Spiel? Das interessante Uhrwerk wurde im Jahre 1509 von Georg Heuß gefertigt.
Von dem Erfolg der in Algeciras beschlossenen europäischen Polizeiverwaltung hält man hier auch nicht viel. Ja, es gibt sogar Leute, die, und das vielleicht mit Recht, fürchten, daß die Polizei hier einen allgemeinen Aufstand gegen das Europäertum heraufbeschwören könnte, und wir hier ein zweites Peking erleben würden.
† Durch Explosion in einer Feuerwerkfabrik entstand in Jersey- City eine ungeheure Panik. Tausende von Fenstern wurden durch den Luftdruck zertrümmert, das Hauptgebäude ber Fabrik und 3 Nebengebäude völlig zerstört. Die Bewohner des ganzen Stadtteils flohen entießt auf die Straße, boch wurde niemand verletzt.
Bunte Tages- Chronik.
Essen, 16. August. Auf der Zeche Mathias Stinnes wurden durch eine Gaserplosion ein Maschinensteiger und drei Arbeiter schwver, einer davon lebensgefährlich verletzt.
An alten interessanten Brunnen ist Nürnberg besonders reich. Viele dieser Brunnen offenbaren zugleich die Freude der alten Meister an mechanischen Kunstwerken, und ich meine, daß ein gewisser Zusammenhang zwischen der Industrie der mechanischen Spielzeuge ,, deren Hauptstätte heute Nürnberg ist, und jenen alten Meistern besteht, welche die kunstreichen Brunnen der alten Stadt und die merkwürdigen Uhrwerfe konstruierten. Kunst und Mechanik waren früher eng ver schwistert; auch Peter Henlein, der Erfinder der Taschenuhr, war ein Nürnberger.
Unter der Asche glimmt immer der muhammedanische Fanatismus und wenn man gesehen hat, wie in Tanger unter den Fenstern der deutschen Gesandtschaft die Araber in ihrem religiösen Fanatismus fich selbst halb totschlugen mit Beilen und Lehmkugeln, oder lebende Hammel zerrissen und ver schlangen, wird man nicht überrascht sein, wenn sie sich plötz lich gegen den Christenhund" wenden.
Aschaffenburg, 16. August. Im hiesigen Turnverein stürzte der Turner Adam Braun bei Vorführung des Riesenschwunges ab und starb an den erlittenen Verlegungen.
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Manche dieser Brunnen haben eine interessante Geschichte. Der funstreiche Neptunbrunnen, der so wunderschön mit grüner Patina bedeckt ist, wurde erst im Jah.e 1903 auf dem Hauptmarkt aufgestellt, er ist aber dennoch das Werk alter Meister, die schon einige Jahrhunderte im Grabe ruhen, Das Modell zu diesem Neptunbrunnen wurde im Jahre 1650 dem Nürnberger Goldschmied Christoph Ritter ge fertigt. Während der folgenden acht Jahre wurden die Figuren bom Bildhauer Georg Schweigger für den Erzguß modelliert und bon Wolf Hieronymus Herold gegossen. Im Jahre 1792 fehlte es der Stadl Nürnberg an Geld. Man verkaufte das wunderbare Kunst werf an den Kaiser Paul von Rußland, und nun wanderten die auf Seemuscheln blasenden Tritonen, die auf Delphinen und Seedrachen reitenden Keulenträger, die hübschen Wasser nymphen mit allem Zubehör nach Petersburg, woselbst der Brunnen vor dem Schlosse Peterhof zur bleibenden Er innerung an den Geldmangel der Stadt Nürnberg Aufstellung fand. Auf eine Anregung des Professors Friedrich Wandere wurde nun schließlich in jüngster Zeit eine getreue Kopie des Originals hergestellt, für welche Kommerzienrat v. Gerngroß die Mittel bereit stellte. Auch der Schöne Brunnen kann von manchen Schicksalen erzählen; er hat soviel Wandlungen durchgemacht, daß ihn sein Meister, Heinrich der Palier, der ihn in der Zeit von 1385 bis 1396 erbaute, vielleicht garnicht mehr wiedererkennen würde.
Uns Deutschen ist man noch am geneigtesten und uns wird man zur rechten Zeit warnen oder retten, denn von uns hofft man ja viel Gutes, wie man von den Franzosen und Engländern Böses fürchtet.
Frankfurt a. M., 16. August. Unter dem Verdacht, Mädchenhandel nach Argentinien betrieben zu haben, wurde hier die Masseuse Margarete Heins und ihre Tochter verhaftet.
Aber über dem allen weht der Schleier der Zukunft, den ein Windstoß morgen schon lüften kann, aber auch ebensogul erst in Monaten und Jahren. Dr. J. Jung.
Aus dem Gerichtsfaal.
§ Wegen Fahnenflucht und Menterei wurde der 23 jährige Arbeitssoldat Josef Kettner, früher bei der 8. Kompagnie bes 17. Infanterieregiments, vom Kriegsgericht in Landau ( Pfalz) zu insgesamt sieben Jahren Zuchthaus, fechs Jahren Ehrverlust und Entfernung aus dem Heere berurteilt.
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Die Stadt der Meisterfinger.
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Der merkwürdigste Nürnberger Brunnen ist aber weder das Werk eines Bildhauers noch das eines Erzgießers, son dern ein Wunderwerk der Ingenieurkunst. Um ihn zu sehen, wandern wir, vorbei an den altersgrauen Mauern und male rischen Tortürmen der Stadt, hinauf zur alten Burg, deren Anfänge bis ins 11. Jahrhundert zurückreichen. Kein Be sucher der Nürnberger Ausstellung dürfte wohl unterlassen, die alte Kaiserburg mit der merkwürdigen romanischen Doppel kapelle und den reichen Kunstschäßen aus alter Zeit, den fünfeckigen Turm, das älteste Baudenkmal Nürnbergs, und die grausige eiserne Jungfrau zu besuchen, von der es in der Chronik heißt: ,, wen sie umfing, der fühlt aber kein Liebesschmerz, sondern war dahin in alle Ewigkeit."
Ein Spaziergang durch die Strassen Nürnbergs. Auf dem Hauptmarkt. Beim Gänsemännchen. Das Männlein. laufen. Der Erfinder der Taschenuhr. Die Wanderungen des Neptunbrunnens. Die eiserne Jungfrau. Nürnberg, im August. Den Fremden, die zur Jubiläums- Ausstellung nach der alten Reichsstadt kommen, geht es ganz merkwürdig. Ohne die Reize der Ausstellung zu mißachten, werden sie durch die Schönheiten der alten Stadt so sehr gefesselt, daß sie sich gleichsam selbst die Stunden zum Besuch des Ausstellungsterrains abringen müssen.
Wie ist es töstlich diese alten Straßen zu durchwandern, die zierlichen Erfer und Reliefs der alten braven Nürn berger Meister zu betrachten, die alten Inschriften zu ent ziffern und in die idyllischen Höfe hineinzublicken. Jeder Teil des alten Nürnberg ist in hohem Grade malerisch, ganz besonders aber die vollkommen erhaltene, die ganze Altstadt umgürtende Festungsmauer mit den zahlreichen Türmen und Türmchen, wie der breite Festungsgraben mit den lauschigen Schmuckanlagen, den auf- und abwärts steigenden Schlangenwegen.
An dem tiefen Brunnen im vorderen Schloßhof soll man nicht achtlos vorübergehen. Es ist ein ganz wunderbares Wert, das auch moderne Ingenieure mit größtem Staunen zu erfüllen vermag. 30 Jahre lang sollen Sträflinge unter Konrad II. an der Herstellung dieses Brunnens, der eine Tiefe von 335 Fuß aufweist, gearbeitet haben. Nur die obersten sieben Reihen des runden Schachtbrunnens find aus großen Quadersteinen gemauert, während der ganze übrige Teil in den massiven Fels bis zur erwähnten Tiefe gebohrt ist. Was mag in all den wuchtigen, grauen Türmen, hinter all den massigen Steinmauern vorgegangen sein was mag heute noch hinter diesen grauen Mauern vorgehen, und welche Beziehungen haber die Menschen, die heute in dem alten, die ganze Stadt umgürtenden Gemäuer hausen, zu den längst vergangenen Geschlechtern. Diese Fragen werden immer wieder beim Durchwandern der alten Stadt den Fremben beschäftigen, und immer wieder sagen wir uns, ein Poet müsse ja geradezu romantische Geschichten von diesen Wänden herunterlesen fönnen. Er wird die Toten mit dem Odem seines Geistes wieder beleben- er wird sie durch die alten engen und frummen Gassen mit den merkwürdigen Brunnen begleiten, er wird mit ihnen andächtig in die alten Kirchen Fred Hood.
Es gibt gewiß im ganzen Deutschen Reiche nicht einen Marktplatz, der ein so schönes, in sich geschlossenes altdeutsches Architekturbild, einen so interessanten Rahmen für den Markthandel abgibt, wie der Hauptmarkt in Nürnberg mit seinem schönen Brunnen, dem Neptunbrunnen, der Frauenkirche und den schlichten Giebelhäusern, gegen deren altersgraue Flächen sich die reichgegliederte Front der Frauenkirche abbebt. Wie langweilia und eintönig
treten.
Vermischtes.
= 100 000 Mark Fehlbetrag, das ist das betrübende Resultat der in Berlin in der Nationalgalerie veranstalteten Jahrhundertausstellung. Man muß angesichts dieses petuniären Mißerfolges hoffen, daß der fünstlerische Erfolg der Ausstellung ein desto größerer ist.
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en Beleidigung, der wurde zu 90 Mt. Str urteilt.
Humor bei der Fahrkartenstener. In Mecklenburg, dem Heimatlande Reuters, ist der trockene Humor immer noch zu Hause, er äußert sich auch bei Vorfällen, die man nicht zu den angenehmen rechnen darf. Auch die Einführung der Fahrkartensteuer hat einige Proben dieses kernigen Humors gezeitigt. Man fügt sich in das Unvermeidliche und
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Linde und 20 Einzelm erbände fich für 190 t zur Beit 38 Bez eine, die ingefamt
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sucht ihm die heitere Seite abzugewinnen. ,, Dar fehlt fiefie Anwartschaft ist b Penn", sagte eine Bauersfrau sehr bestimmt, als ihr auf ihr leben. Diese Rente ab
Markstück 5 Pfg. weniger als sonst herausgegeben wurden. Als sie an die Steuer erinnert wurde, meinte sie überlegend: Ja, denn kön't de Eier awer nicht mehr vör söben Penn berföpen!" ,, Un id mutt en Penn op dat Liter Melt opslagen", fiel ein Milchmann aus der Umgegend ein, der den gesunden Gedanken schnell aufgenommen hatte.- ,, Watt, is de Fahrt na Preez dürer worn?" fragte ein Jüngling. Während der Schalterbeamte den Unkundigen über die Ur sache des Aufschlages belehrte, rief ihm ein Gefährte zu: ,, Dat is vör Extraheizung; Du faßt mal sehen, wat dat int Cupee schön warm is!"
enbung von Berficheru
Die Frau eines Landw
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nädigen Augenleider Invalidentente von Frau bei ihrer Bere derflatten laffen, fo
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