Hof und Gefellschaft.
Die vorläufige Beisehung des Prinzen Karl von Baden findet am Freitag im Mausoleum zu Karlsruhe statt. Nach dem Wunsche des Verstorbenen soll die Trauerfeier möglichst einfach gehalten werden. Später werden die irdischen Ueberreste des Prinzen auf einer seiner Befizungen definitiv beigesetzt werden.
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Ein Erlaß des Fürsten Karl Günter zu Schwarzburg- Sondershausen beauftragt und bebollmächtigt das fürstliche Ministerium, während seiner Erfrantung alle seiner Beschlußfassung unterliegenden Regierungsangelegenheiten im Namen des Fürsten zu erledigen.
*** Auf einer Jagd bei Arronches wurden der König und der Kronprinz von Portugal von einem gehezten Eber angegriffen. Des Königs Pferd wurde getötet, der König tam jedoch ohne Schaden davon. Der Kronprinz entging ebenfalls wie durch ein Wunder einem gewaltsamen Tode. Marquis Deferra und Graf Demelza wurden ernstlich verwundet, drei Treiber getötet.
Deer und flotte.
Große Unterschlagungen von Uniformstüden und Proviant find in dem Ulanenregiment Nr. 16 in Salzwedel aufgedeckt worden. Eine Anzahl Verhaftungen ist bereits erfolgt. Desgleichen erfolgten mehrfache Beurlaubungen von Offizieren. Ein Kriegsgerichtsrat ist zur weiteren Untersuchung in Salzwedel eingetroffen. Auch gegen die in Gardelegen liegende zweite und fünfte Schwadron des Regiments ist die gleiche Untersuchung eingeleitet. Die Unterschlagungen wurden durch anonyme Briefe an das zuständige Generalkommando aufgedeckt.
Winterreise der aktiven Schlachtflotte. Vom 9. bis 16. Dezember wird die aktive Schlachtflotte eine Winterreise nach den nordischen Gewässern antreten.
Ein neues Tauchboot hat Holland, der bekannte Erfinder des nach ihm benannten Unterseebootes erfunden. Das neue Boot wird, wie Holland behauptet, eine völlige Umwälzung in der Seekriegführung bewirken. Es wird die feindlichen Kriegsschiffe mur feeuntüchtig und unlenkbar machen, ohne fie jedoch zu zerstören, so daß vor allen Dingen die furchtbaren Opfer an Menschenleben vermieden werden würden. Er verfichert, eine Flottille seiner Tauchboote würde einen unblutigen Sieg über die stärkste Panzerflotte der Welt erringen. Die Techniker des amerikanischen Marineministeriums prüfen bereits die neue Erfindung.
Nab und fern.
+ Museumsdiebstahl. Aus der Münzsammlung des Düsseldorfer historischen Museums wurden 28 foftbare Münzen im Werte von etwa 4000 Mark gestohlen. Der noch un entdeckte Dieb hat sich vermutlich nachts im Museum einschließen lassen und ist morgens mit seinem Raub verschwunden.
† Erdrutsch am Kyffhäuser. In der Nähe von Frankenhausen ist durch eine im Erdreich plötzlich entstandene Spalte ein etwa 20 Meter hoher Baum von der Erde verschlungen worden. Die Senfung hat sich nach unten trichterförmig erweitert; man schäßt die Tiefe auf 30 Meter. Das Rohr des Wasserwerks wurde zerstört, man befürchtet den Einsturz eines benachbarten Hauses. Absperrungsmaßregeln wurden getroffen.
† Für die Opfer von Annen. Der neue Chef der Kruppschen Werke, Krupp von Bohlen und Holbach, und seine Gattin, stellten für die durch die Roburitexplosion in Annen Geschädigten 20 000 Mark zur Verfügung. Das Kruppsche Gußstahlwerk in Annen stiftete die gleiche Summe. Geheimrat Mendelssohn Bartholdy in Berlin spendete 10 000 Mart.
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† Ein Deserteur niedergeschossen. Ein Deserteur, der in die Kaserne in Hamburg zurückgebracht wurde, suchte zu entfliehen. Der begleitende Unteroffizier gab drei Schreckschüsse ab. Als der Deserteur weiter floh, schoß der Unteroffizier dreimal scharf. Eine Kugel durchbohrte den Flüchtigen auf der rechten Seite vollständig. Er brach zusammen und wurde ins Militärlazarett gebracht. Die Wunde scheint tödlich zu sein.
† Raubmörder Hennig hingerichtet. Das Verbrechen, das der Lederarbeiter Rudolf Hennig am 4. Dezember v. J. nahe Berlin verübt hatte, hat endlich seine Sühne gefunden. Hennig ist gestern früh in Plößensee Hingerichtet worden.
Bis zum letzten Augenblick hat der Mörder um seinen Kopf gefämpft. Als ihm die Hinrichtung angekündigt wurde, reichte er nochmals ein Wiederaufnahmegesuch ein, das aber abgelehnt wurde. Hennig verbrachte die letzte Nacht in größter Unruhe, spielte den wilden Mann und war für den Trost des Geistlichen unzugänglich. Bis zu seinem letzten Augenblicke leugnete er und sträubte sich gegen die Vollstredung; erst als das Urteil verlesen und er zum Richtblod geführt wurde, verließ ihn die Kraft, und ganz gebrochen mußten ihn die Gehilfen auf die Richtbank legen. In zwei Minuten war die Exekution zu Ende.
+ Ein Veteran des Zuchthauses ist der 75 fährige Johann Ollesch aus Krastau in Oberschlesien, der dieser Tage im Buchthaus in Brieg starb. Der Verstorbene hatte bis zum Zahre 1901 nicht weniger als 43 Jahre 7 Monate im Zucht, hause und 3 Jahre 6 Monate im Gefängnis zugebracht. Am 15. Mai ds. Js. wurde er von der Straffammer in Kreuzburg wegen schweren Diebstahls zu weiteren 6 Jahren Buchthaus verurteilt, zu deren Verbüßung er der Strafanstalt in Brieg überwiesen worden war.
† Der Eisenbahnunfall von heute. Hinter dem Schlesischen Bahnhof in Berlin fuhr ein Zug in eine Stredenarbeitertolonne und tötete drei Arbeiter, während einer schwer verlegt wurde. Die Arbeiter konnten wegen des Herrschenden Nebels den Zug nicht sehen; auch den Zugbeamten blieben die Arbeiter unsichtbar, bis der Zug in die Kolonne hineingefahren war.
† Gräßliche Todesart. In einer Wachsfabrik in Mainz Hürzte der 15jährige Arbeiter Jakob Hellwig aus Brezzenheim in einen Kessel siedenden Wachses und wurde schrecklich ver brannt. Der Verunglückte lag bis zum Hals in der kochenden Maffe, sodaß sein ganzer Körper mit furchtbaren Brand wunden bedeckt war, obgleich man ihn sofort herausziehen konnte. Bei vollem Bewußtsein wurde der Aermste nach dem Rochusspital gebracht, wo er einige Stunden später unter entsetzlichen Dualen seinen Geist aufgab.
† Dem ficheren Tode entronnen. Auf der Station Erdbergerlände bei Wien fam ein Schaffner beim Rangieren zu Falle, und der ganze Zug, der aus Lokomotive und fünf Waggons bestand, ging im langsamen Tempo über den Körper des Schaffners. Die Situation des Mannes, der bei vollem Bewußtsein war, war die denkbar schrecklichste, aber der Zug ging über ihn, ohne ihm Verlegungen zuzufügen
Kreuzstern
† Ein Denkmal Kaiser Karls des Großen wurde in Wien am Petersplatz durch den Erzherzog Leopold Salvator in Vertretung des Kaisers Franz Joseph enthüllt. Bei der Feier waren zugegen der Minister des Innern Frhr. v. Bienerth, der Kultusminister Dr. Marchet, der Statthalter und die Spigen der Zivil- und Militärbehörden.
† Mann über Bord. Den Seemannstod gefunden hat der Matrose Wilhelm Schulz vom Torpedoboot S. 120". Das Fahrzeug befand sich bei schwerem Wetter auf einer Uebungsfahrt in der Ostsee, als einige Meilen von Saßniz entfernt der am Deck beschäftigte Matrose plötzlich über Bord fiel. Der Leutnant z. S. Georg Schmidt sprang sofort dem Verunglückten nach, ohne sich zuvor seines Delzeuges und der Stiefel zu entledigen. Leider blieb dieser Akt der Selbstaufopferung ohne Erfolg. Der Matrose konnte bei dem hohen Seegang nicht gerettet werden, während es gelang, den tapferen Offizier wieder an Bord zu holen.
Bunte Cages- Chronik.
Berlin, 5. Dezember. Vor einem Hause der Kaplerstraße erschoß der Steinträger Albert Struve seine Ehefrau und dann sich selbst. Seit längerer Zeit lebte das Strubesche Paar in Ehescheidung. Die Frau wollte von einem weiteren Busammenleben mit ihrem Manne nichts wissen, da sie bei ihm unter brutalen Mißhandlungen zu leiden hatte.
Hamburg, 5. Dezember. Gestern abend wurde der Kauf mann Hermann Detgen von seiner früheren Buchhalterin er. schossen. Das Mädchen tötete sich darauf selbst.
Newyork, 5. Dezember. Aus Clifton wird gemeldet, daß durch einen Dammbruch etwa die Hälfte der Stadt zerstört und 18 Personen ums Leben gekommen seien.
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Prinzessin Friedrich Karl von Hessen einen Bes abzustatten. Wegen des Ablebens des Prinzen Karl Baden ist auf Allerhöchsten Befehl eine Hoftraut bom 3. bis zum 10. Dezbr. einschl. angeordnet worde * Am 10. November d. J. wurde der Station diener in der Hessisch- Preußischeu Eisenbahngeme schaft Franz Samstag zu Eberstadt wegen schwächter Gesundheit mit Wirkung vom 1. Dezbr. 190 an in den Ruhestand versetzt.
p. Mittwoch, den 12. d. M., vormittags 9 lbr b ginnend, findet eine Sigung des Provinzial- Au schusses der Provinz Oberhessen mit folgender Tage Ordnung statt: 1. Wirtschaftsbetrieb des Peter Wate famp zu Gießen, Steinstraße 76; hier Antrag
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* Gefechtsschießen mit scharfer Munition hält das Kaiser Wilhelm- Regiment Nr. 116 im Gelän zwischen Alten- Buset, Daubringen, Trais- Lumda un Großen- Bused, vom 7. bis 14. Dezember ab.
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*** Zu der am Sonntag abgehaltenen lle bune der Sanitäts- kolonnen werden uns noch nad stehende Einzelheiten mitgeteilt: Sonntag Nachmitta 2 Uhr fand in der Nähe Daubringens eine gemein schaftliche Uebung der Gießener Freiwilligen Sanität Kolonne und der Gießener Eisenbahn- Sanitäts- Solonn statt. Es wurde angenommen, ein Zug set unwe Daubringens entgieift und und die Mannschaften hätte die Aufgabe, den Verwundeten schnell die erste Hül zukommen zu lassen und sie dann so rasch wie möglic mittelst eines Sanitätszuges nach Gießen zu bringer Trotz der Schwierigkeit des Geländes waren die Be wundeten schnell verbunden, den steilen, schlüpfcige Abhang hinauftransportiert und in die bereitstehenden provisorisch von den Mannschaften zu Krankentranspon wagen hergerichteten Waggons verbracht. Aus de
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Ruhe und Sicherheit, mit der die Mannschaften und des Berei arbeiteten, darf man schließen, daß sie auch im Enſt Eelin zu einer falle mit der gleichen Umsicht tatkräftig eingreifentlicher Grörte werden. Zu der llebung hatten sich zahlreiche Gifte auf wohner von Daubringen und Lollar eingefunden, sowie Mitglieder der Freiw. Sanitäts- Kolonne Marburg. Das Regierungs- Organ, die" Darmstädter Zeitung", bringt in legter Nummer einen Erlaß des Großherzogs betreffs der Vervollkommnung der Für sorge für Säuglinge und Wöchnerinnen. In Eingange des unterm 4. Dezember datierten Eclasses heißt es: Die heute vollzogene Taufe des Erbgroßhung herzogs, Unseres geliebten Stindes, veranlassen Mich und die Großherzogin, Meine Gemahlin, dem Gedanken des Ausbaues der Fürsorge für Säuglinge und Wöchnerinua sowie für Schwangere aus den unbemittelten Ständen durch Schaffung einer unter Unseren besonderen Schus zu stellenden Zentrale für Säuglingspflege und Mutte schut näherzutreten.
* Der Großherzog besuchte gestern Vormittag mit dem Prinzen Gitel Friedrich von Preußen das Hessische Landesmuseum. Um 11 Uhr fuhren dann beide in Begleitung des Generals der Kavallerie von Scholl, General Adjutanten des Kaisers, im Automobil nach Frankfurt a. M., um dort dem Prinzen und der
Nur 10 Pfennig
* Ein schöner Zug. Am Denkmal der ber storbenen Prinzessin im Herrngarten find Sträußchen von Veilchen und Maiglöckchen niedergelegt worden ein sinniges Zeichen dafür, daß man an dem frohen Tage der Taufe des Erbgroßherzogs unser Prinze chen" nicht vergessen hat.
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Bahnbauten. Der Kreistag des Kreise Wetzlar behandelte in seiner legten Sigung eingehend die Eisenbahnverhältnisse dieses Kreises. Wir ent nehmen dem Wetzl. Anz. u. a. das Folgende: Dari Kreistag beklagt auf das lebhafteste die jahrzehntelang andauernde Nichtberücksichtigung des Bedürfnisses des Kreises nach weiteren Eisenbahn- Anschlüssen Die Ho nung, daß wenigstens mit der Herstellung einer Staat bahn durch das Solmsbachtal mit der bisherigen Zurücksetzung des Kreises Weglar gebrochen werde, it für dieses Jahr gescheitert, da der Bahnbau in de diesjährigen Nebenbahn- Vorlage wider Gwa ten feme Aufnahme gefunden hat. Der Kreistag gibt aber den festen Vertraueu Ausdruck, daß die Herstellung Solmsbachtalbahn mit dem Anschluß an die Libel, Biefed Usingen- Weilmünster in Grävenwiesbach in der näch
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Der Kreistag hält eine Weiterführung Linie Grävenwiesbach- Alshausen- Wegla nach Nordes etwa mit der Linienführung Weglar- Aßlar- Bechlinger -Hohensolms- Gladenbach mit Anschluß an die Li
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Niederwalgern- Herborn für ein dringendes Bedürfninger, Allendo
zur Aufschließung des Hohensolmser Landes, dessa Armut den ungünstigsten Verhältnissen in der Gre und dem Westerwald um nichts nachsteht.-- Der Streist e flärte außerdem den weiteren Aufschluß des Süde des Kreises durch die Erbauung einer Staatsbahn b Wezlar nach Buzzbach durch die Bürgermeisterein Schöffengrund und Rechtenbach für geboten. Die Lint ist zwar der Privatunternehmung freigegeben, hat ale faum Aussicht auf Ausführung, da die Bahn nur d Glied des Staatsbahnneges ertragsfähig sein wird, sei denn, daß die Staatsbahnverwaltung sich entschlies im Süden der Stadt Weglar einen besonderen, dem Hauptbahnhofe Wetzlar durch eine staatliche Bahn linie verbundenen Bahnhof zu erbauen, der als Ausgangs punkt der Kleinbahn, oder mehreren stleinbahnen dienen
fönnte.
foftet das neue, von der Maggi- Gesellschaft in den Handel gebrachte kleine Probefläschchen. Jede Hausfrau, die MAGGI's Würze noch nicht kennt, sollte einen Versuch damit machen.
Man verlange aber ausdrücklich MAGGI's 10 Pfg. Fläschchen.
Beigel, Lang- G Eleinmüller W
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