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Oktoberfest" die Augen in freudigem Glanz yeu au prühen. Drum also: Auf nach der Theresienwiese zum Oktoberfest!

Frau Bavaria, hoch oben auf steinernem Sockel, schaut Derwundert auf das bunte Gewimmel zu ihren Füßen, ist es hr auch nichts Neues, denn alljährlich fehrt das gleiche farbenfreudige Bild wieder, so hat sie doch ihr helles Ver­gnügen daran. Das, was zu ihren Füßen sich entwickelt, all­ährlich in den ersten Tagen des Oktober, ist echtes, un­berfälschtes Voltsleben, naturwahr bis ins kleinste Detail. Das Oktoberfest ist ein Fest der Bauern. Welch bunte Menge der verschiedensten Volfstrachten wogen bort unten durcheinander. Das drängt und schiebt fich durcheinander, und tritt ein derber Bauernschuh mal einen schmalen Chevreaux- Stiefel, dann klingt höchstens ein Hopplah! von frischen Lippen und die Sache ist beigelegt. Der Hinterniedertupfer- Seppl aus dem Salzkammergut ist mit einem Dirndl ,, a do", und mit heroischer Ausdauer werden alle Festesfreuden von A bis 3 durchgekostet. Erstens bis fiebentens wird durch diverse Maß'l" dem Durst minuten­lang Stillschweigen geboten, dem Hunger durch einige ,, G'selchte" and Radis". Wenn aber gar der höchstbedenkliche Fall ein­treten sollte, daß das Bier nimmer g'freut", dann muß ein Kas" dem Magen in Erinnerung bringen, daß er gegen die Aufnahme von Bier in ungeahnten Mengen niemals revol­tieren dürfe. Seppl hat eben an einem Kraftautomaten seine Bärenkräfte bewiesen, der wuchtig geschwungene Hammer trieb den Klog erstaunlich hoch, das Männlein oben drehte ich wie narrisch" und Seppls breite Brust ziert eine Kraft­medaille". Die Mirzl" hat Sehnsucht nach einem Ringel­piel, auf Deutsch heißt's Karussel" und bald quiekt die Leier bas Lied von der Liebe, die angeblich nur einmal im Leben blühen soll, und Mirzl kreischt vor Vergnügen, so schnell geht es ,, rundummadum."

mißhandelt worden ist, da er seine Haushälterin heiraten will. Die Kinder eigneten sich 53 000 Mart Wertpapiere ihres Vaters an.

Amerikanische Freiheitsfitten. Die Bewohner von Mobile haben wieder einmal versucht, einen gefangenen Neger, der ein kleines Mädchen angegriffen haben soll, zu lynchen. Die Türen des Gefängnisses wurden mit Stangen der Telephonleitung eingerannt und die Gefängnismannschaft be­schossen. Inzwischen gelang es dem Neger, sich durch eine Hintertür in Sicherheit zu bringen. Dabei wurde ein Mann getötet moire Anzahl Perinnen herletzt

,, Aha, Aha! Sie werden staunen, treten Sie näher und sehen Sie sich den lebenden Affenmenschen" an, das größte Wunder dieses und der kommenden Jahrhunderte. Es fostet Ja teine Mart, es fostet ja nur eine Bagatelle nur 10 Pfennig. Seppl und Mirzl stehen in der Bude und reißen Mund und Nase so gefährlich weit auf, daß es in der Bude anfängt, schauderhaft zu ziehen. Jessas, Jessas! is dös a Viech,, so was!" und topfschüttelnd verlassen sie die Bude, die sich schnell wieder füllt. Tunuht, Tuuht! Tuuht! ein Nebelhorn ist die reine Sphären.nusif gegen die Töne der Riesentuba, die zum Besuch der erwunder und See­ungeheuer" einladet. Mirzl ist ganz blaß geworden bei der bloßen Ankündigung der gruslichen Dinge, die man do. sehen kann; auch Seppl ist etwas betreten, in seinem Hirn wälzen sich ganz fürchterliche Vorstellungen von Seeschlangen, von tausendarmigen Ungeheuern der Tiefe und: da geh' ma nimmermehr eini," entringt es sich der Brust des naiven Sohnes des bayerischen Hochgebirges. Mirzl ist einverstanden; ihr Näschen schnuppert schon seit einiger Zeit recht lebhaft, nun hat sie heraus, was so lieblich ihr Geruchsorgan be= schäftigte: von der nahen Ochsenbraterei" quellen süße, appetitreizende Düfte, und plötzlich kommt es unisono aus des Paares Munde: i hab an Mordshunger. Die Stärkungs­pause in den Zelten um den Ort herum, wo ein ganzer Ochs am Spieß gebraten wird, nimmt der Wichtigkeit des Ge­schehnisses entsprechend eine geraume Spanne Zeit ein. Von nebenher tönen Zitherklänge und der eichengedeckte Tanzboden erdröhnt unter dem Gestampf der schuhplattelnden Paare. Juhuh, da dürf'n wir nir fehlen! Bald dreht sich Seppl und Mirzl nach einem feschen Steyrischen" im Takte. Und eine Ausdauer entwickeln diese Tänzer, da können sich unsere Salonlöwen ein Beispiel daran nehmen. Alles hat ein Ende, auch der lustigste Ländler, und weiter gehts, immer in den Rummel hinein. Dort hat Thalia ihren bäurischen Jüngern einen Tempel errichtet, und knüppeldicke voll ist's zu jeder Vorstellung, da spür'ns" den Herrgottschniger von Ober­ammergau", den G'wissenswurm" 2c. naturecht ist die Kunst der Schauspieler da oben, naturecht das Empfinden der Buschauer da unten; da muß es ja guat ausgeh'n."

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Timt verantwortltm. Das Schtafal des vielfachen Mörders Dittrich ist nun endgiltig entschieden; er ist nach erfolgtem Schriftwechsel mit der Berliner Staatsanwaltschaft auf Grund des ärztlichen Gutachtens der Jrrenstation des Waldheimer Zuchthauses, das ihn für geistesfrant erklärt, nunmehr auch wegen der beiden Frauenmorde bei Berlin außer Verfolgung gesezt worden. Dittrich ist demzufolge aus der Jrrenstation des Zuchthauses in Waldheim entlassen und in der Dresdener städtischen Heil- und Pflegeanstalt unter Beobachtung gesteit worden. Sofern er für unheilbar geistestrant erlangt wird, wird er in der Landesirren anstalt Sonnenstein interniert werden.

Allmählich ist es finster geworden, überall blizen Lichter uf, bald große, bald kleine, alle überstrahlen die elektrischen Bogenlampen. Das Gewimmel da unten wird deshalb aber aicht weniger, niemand läßt sich stören, das geht in un­etrilbter Fröhlichkeit bis in den frühen Morgen. Frau Babaria ist des Schauens für heute auch müde geworden, hr Böwe ist längst eingeschlafen, auch ihr kommt der Schlummer. Doch von der Wiese tönt es noch lange herauf, das Bauchzen und Jodeln, das Tuten und Schreien, der Lärm des Oktoberfestes.

Nab und fern.

Eifersucht und Schwefelsäure. Die in der Schönholzer ftraße in Berlin wohnende geschiedene Frou Elisabeth reer, geb. Büse, wurde von einer Frau Schmidt durch Begiezen mit Schwefelsäure im Gesicht, am Hals, Brust und beiden Armen lebensgefährlich verlegt. Die Täterin entfloh, wurde aber später in der Rostockerstraße verhaftet. Die Tat geschah, weil Frau Kreer mit dem Ehemann der Täterin ein Liebesverhältnis hatte. Frau Kreer dürfte kaum mit dem Leben davonkommen.

Gesunkener Dampfer. Der Auswander- Dampfer ,, Charterhouse" ist auf der Reise zwischen Hoihow und Hongkong gesunken; der Kapitän und 60 Passagiere sind verloren. Ein Dampfer des Norddeutschen Lloyd nahm ein Floß mit 26 der Schiffbrüchigen auf.

Bunte Tages- Chronik.

Eberswalde, 4. Oktober. In Finowkanal wurden die zusammengebundenen Leichen der Frau Rentier Rehfeldt und ihrer 28 Jahre alten franken Tochter gefunden.

Essen, 4. Oktober. Unter dem Verdacht, die Engländerin Miß Lake ermordet zu haben, wurde der Musiker Funfe Rellinghausen verhaftet. Auf die Entdeckung des Täters waren 1000 Mark ausgesetzt.

Eine nicht konzessionierte Münze ist wiederum in Berlin entdeckt worden. Fünf Arbeiter" hatten sich in Kellern etabliert, um aus alten Löffeln Zweimarkstücke herzustellen. Als die Polizei die Herren festnahm und die Werkstatt au hob, fand sie dort eine Anzahl Tiegel, Schmelztellen, Feilen, und 54 falsche Zweimarkstücke. Diese tragen das Münz­zeichen A und die Jahreszahl 1898. Sie fühlen sich fettig an und besitzen ein leichteres Gewicht als die echten Stücke. An dem Vertriebe des Falschgeldes scheint noch eine große Anzahl weiterer Personen beteiligt gewesen zu sein. Zwei Mitglieder der Bande werden von der Polizei noch gesucht. Wie einträglich das Geschäft" war, geht daraus hervor, daß zwei der Falschmünzer noch an demselben Abend von 23 falschen Zweimarkstücken 15 verausgabt haben.

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Effen, 4. Oftober. Schon wieder ereignete sich hier ein Mord. Heute morgen wurde der italienische Arbeiter Arbezzi mit durchschnittenem Halse aufgefunden. Der mutmaßliche Täter ist bereits verhaftet.

Im Wahnsinn. Bewohner eines Hauses der Dalldorfer­straße in Berlin entdeckten in der Nacht, daß die dort wohnende Arbeiterfrau Charlotte Nemack, die schon seit einiger Zeit schwer nervenkrank war, ihre 13 Jahre alte Tochter und dann sich selbst aufgehängt hatte.

Mailand, 4. Oktober. Hier wurde gestern eine Bande von Juwelendieben und Hehlern entdeckt. In einem geheimen Mauerfach fand die Polizei eine Menge aus Schmuckstücken ausgebrochener Juwelen im Werte von 250 000 Lire.

Salt Lake Citn, 3. Oktober. Das Ha der Mormonen­tirche Joseph Snaith tourde unter der anklage der Viel­weiberei verhaftet. Smith hat fünf Frauen. Den Anlaß zur Verhaftung gat die Anmeldung der Geburt des 43. Kindes Smiths.

Protest gegen den Bennett- Sieger in der Luftballon­wettfahrt, den Amerikaner Lahm, ist von Rolls( England) eingelegt worden. Da angesichts des schwachen Windes vom peranstaltenden Komitee beschlossen worden war, nicht eine Wettfahrt, sondern eine Dauerfahrt abzuhalten und Rolls 26 Stunden in der Luft gewesen sein will, Lahm aber nur 22, so ist es sehr wahrscheinlich, daß dem Protest stattgegeben verden muß und Herr C. S. Rolls- England mit seinem Ballon ,, Britannia" nachträglich zum Sieger proklamiert wird.

Newyork, 4. Oktober. Durch eine Gasexplosion im Hoch­ofen der Maryland Steel Co. in Sparrow Point wurden vier Arbeiter getötet und acht schwer verletzt.

Cokales.

* Die Darmst. 8tg." schreibt unter dem 4. d. Mts.: Der Großherzog ist heute Morgen furz nach 7 Uhr wohl­behalten wieder in Wolfsgarten eingetroffen. Woher der Fürst aber gekommen ist, gibt das amtliche Blatt nicht an. Zum Fall korell. Das Großh. Oberkonsistorium

Newyork, 4. Oktober. In Tocahontas( Virginien) wurden 60 Berglente in einer Grube verschüttet. Rettungsarbeiten find wegen Gasentwickelung fast unmöglich.

Eine grenzenlose Rohheit. Ein unbekannter Bube hat bie im Dresdener ,, Großen Garten" stehenden Marmorgruppen Quellennymphe" und" Leda mit dem Schwan" mit Alizarin­linte übergossen, die Gesichter jedoch unbesudelt gelassen. Der Schaden ist nicht gänzlich wieder zu beseitigen, da die Tinte in den Marmor tief eingedrungen ist. Schade, daß die Prügel­trafe abgeschafft ist!

Zärtliche Verwandte. Der Großindustrielle P. in Kltona- Ottensen hat beim Staatsanwalt Strafantrag gestellt, weil er von seinen eigenen vier erwachsenen Kindern schwer

Aus dem Gerichtsfaal.

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hat, wie die Darmst. 8tg." hört, unterm 24. v. M. an die evangelische Landessynode folgende Mitteilung, den Fall Korell betreffend, geiangen lassen: Wir teilen ergebenst mit, daß wir der hohen Synode bet ihrer nächsten Tagung über obige Angelegenheit eingehende Eflärung abgeben werden. Sierbei wird auch die Interpellation der Synodalen Röhler und Schaub über Verlegung des Erlasses vom 4. Dez. 1849, betr. Bewahrung des Dienstgeheimnisses, mündlich beantwortet werden."

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Beinberg, der zu ebot von fage und Der mittelrhe Om 1. Rreisvertreter ten Jahresbericht O Mitgliedern. D 14992 geftiegen. 4 107 Vereine b Vereine find im B rigenen Turnplägen Bau Rheinheffen an und 15 504 Mitgl bat 836 Witglieder

* Ruhland contra Biermer. Ein sehr interes­fanter Prozeß wird am 17. und 18. Oft. vor dem Königl. Schöffengericht in Berlin, Turmstraße 93, entschieden werden. Es betrifft die Beleidigungsklage des Prof. Dr. Ruhland, icht wohnhaft zu Wittenberg, gegen den Prof. Dr. Biermer, Prof. der Staatswissenschaften an der Universität Gießen, wegen des letteren bereits im Jahre 1903 erschienenen Streitschrift Ruhland, Köhler- Langsdorf u. Co."

§ Ein Breslauer Kaiserdeputierter vor Gericht. Am 15. b. M. verhandelt das Breslauer Schwurgericht gegen den Vorschmied Hirsch, den ehemaligen Deputierten an den Kaiser, wegen Verrufserklärung, tätlicher Beleidigung Arbeitswilliger und der Teilnahme an der öffentlichen Zusammenrottung auf dem Striegauer Plaz als Rädelsführer. Die Verteidigung hat ungefähr 50, der Staatsanwalt 25 Zeugen geladen.

§ Verurteilter Muttermörder. Zu 12 Jahren Zuchthaus berurteilte das Schwurgericht in Hannover den 25jährigen Otto Bührmann. Derselbe hatte seine 55 Jahre alte Mutter ermordet, um sich in den Besitz von Geldmitteln zu fetzer.

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** Das Schwurgericht Gießen verurteilte den Monteur Heinrich Wargand aus Frankental wegen Tot­schlagsversuchs zu 1 Juhre Gefängnis. Die Geschworenen billigten ihm mildernde Umstände zu.

* Aus Oberbeffen. hängenden wetid Früchte plagen auf u ben. Der Preis pro en teilweise nur 1,50 en die Leute die Zwet ab und verfaulen. abgefchloffen haben. D. Leibgeftern, 5. D Ihr brannte dahier die ane Heinrich Wegners die Scheune des ein gelitten. Alertshausen( R de wurde dieser Tage Banen des Baurats S Somberg a. d. Oh blen zur Land hwach, an mancher amifion. Es zeigt d it noch wenig Ve ndarm Hanselt mod und Beterin Algesheim versetzt.

A Heute Vormittag fand die Eröffnung des Hauptteils unseres neuen Bahnhofsgebäudes ftatt. Die große Empfangshalle mit dem Haupteingang, der Wartesaal 1. und 2. Klasse und der daran anschließende Speisesaal wurden dem Verkehr übergeben. Die Emfangs­halle ist 36 Meter lang und 47 Meter breit, sie enthält die Bahnsteigsperre, Gepädabfertigung, Fahrkartenausgabe und Räume für Portier und Bahnsteigschaffner. Besonders ge­schmackvoll und schön ist der neue Wartesaal 1. und 2. Klasse eingerichtet. Die hübschen Bildhauerarbeiten am Haupt­eingange und die Malereien in der Empfangshalle nehmen sich sehr gefällig aus. In den nächsten Tagen folgt weiter die Eröffnung der Fahrkartenausgabe und der Kellerwirtschaft, in etwa 2-3 Wochen des neuen Wartesaales 3. und 4. Kl., des Sperrhauses an der oberhessischen Bahnseite, der Ver­bindungshalle nach dem oberhessischen Bahnsteig und des Polizeilofals. Darnach wird sofort der alte Wartesaal 3. und 4. Al. abgebrochen und als Stationskasse und andere Räume umgebaut; bis Weihnachten soll der Rohbau fertig sein. Der öftliche Flügel des Bahnhofs wird in seiner Fassade dem Baustil des Neubaus entsprechend umgestaltet werden. Ein weiterer Neubau wird sich noch nach der Stadt ansoließen und als Lokal für die Poft eingerichtet werden. Bis alle Arbeiten und Umbauten vollendet sein werden, wird noch etwa 4 Jahr vergehen. Der Erbauer des Bahnhofs ist Architet Hofmann- Herborn.

§ Das Urteil im Weimarer Kunstdiebstahls- Prozeß ist, gestern nachmittag gefällt worden. Vom Landgericht Weimar wurde der Antiquar Bach zu einer Zuchthausstrafe von 2 Jahren wegen gewohnheitsmäßiger Hehlerei verurteilt, vor: der Untersuchungshaft wurden 6 Monate in Anrechnung gebracht.

Wie bekannt, find im Laufe des vorigen Jahres aus dem herzoglichen Schloß in Weimar eine Anzahl wertvoller Sund gegenstände, darunter einige Goethe- Manuskripte, geftah! worden. Der Verlust wurde erst bemerkt, als von Berlin aus die gestohlenen Manuskripte der Goethegesellschaft in Weimar zum Kauf angeboten wurden. Der Antiquar Bach, der als Verkäufer festgestellt wurde, behauptet, die wertvollen Manuskripte von einem herzoglichen Beamten gekauft zu haben, ohne eine Ahnung von dem unrechtmäßigen Erwerb der Dokumente gehabt zu haben. Der Prozeß hat ungeheures Aufsehen erregt, zahlreiche Personen der höheren Gesellschaft waren als Zeugen geladen.

§ Ein dreifaches Todesurteil hat gestern her oberste Gerichtshof in Mexiko bestätigt. Die 3 amerikanischen Ver­ficherungsschwindler der New York Life Insurance Company, Richardson, Harte und Mason, wurden schuldig befunden, zwei Männer Mitschel und Devers ermordet zu haben, um bas Versicherungsgeld zu erheben, und zum Tode durch Ers schießen verurteilt.

Ihre Silberne Hochzeit feiern heute die Eheleute Klaus zu Gießen, Bleichstraße 34. Der Bauer'sche Gesangverein, dessen Mitglied Klaus ift, gab ihm gestern Abend unter Leitung des Dirigenten Lehrer Görlach ein Ständchen.

§ Revision im Prozeß Rutthofer. Die vom Innsbruder Schwurgericht wegen Totschlags, begangen an ihrem Ehe­mann, zu fieben Jahren schweren Kerfers verteilte Land­rats witwe Rutthofer hat ihren Rechtsbeistand beauftragt, unter allen Umständen die Nichtigkeitsbeschwerde gegen das Urteil einzulegen Gleichzeitig bat sie den Verteidiger ge­legentlich einer Unterredung mit ihm, ihr Bapier und Blei­stift zu beschaffen da sie während ihrer Haft cine Broschüre über ihr Schicksal zu schreiben beabsichtige.

*** Wie wir aus guter Quelle vernehmen, beab­fichtigt der bekannte Verbandsredner der Kriegerkamerad­schaft Hassia, Lehrer Volk von Schadenbach, dem­nächst zurückzutreten.

* Der Offiziersrod für die Militärtapell meister soll nun doch in aller Kürze zur Einführung ge­langen, so doß die Militärkapellmeister dann den langen zweireihigen Rock, jedoch mit den gegenwärtigen Achselstücken, tragen. Im Dienst und bei Paraden behalten die Militär­tapellmeister ihre jeßige Uniform, jedoch fallen die Treffen am Kragen und den Aermelaufschlägen fort. Bekanntlich haben auch die Zahlmeisteraspiranten vor kurzem eine ähnliche Uniformierung erhalten.

§ Zu milde bestraft. Das oberfränkische Schwurgericht in Bamberg verurteilte nach zweitägiger Verhandlung den Gendarmen Schlereth aus Forchheim wegen Ermordung seiner Geliebten, der geschiedenen Tagelöhnersfrau Hofmann, zu fünf Jahren Gefängnis und Ehrverlust. Der Staatsanwalt dürfte Revision einlegen.

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Obst Ausstellung. Wie schon früher er wähnt, findet in der Zeit vom 11.- 14. Oftober im Felsenkeller zu Lauterbach die diesjährige Obstausstellung des Oberh. Obstbauvereins statt, die dazu dienen soll, die Lust am Obstbau zu weckfeu bezw. noch zu ber größern. Der Oberh. Obstbauverein wird als solcher selbst einige Sortimente, die den Verhältnissen streng angepaßt find, zusammenstellen, aus denen ersehen werden kann, welche Sorten speziell für rauhe Lagen, Feldpflanzungen, Gärten, für Einmachzwecke, Wein­bereitung usw. geeignet sind und es kann nur jedem Landwirt und Gartenbefizer empfohlen werden, das Gebotene genau zu studieren, um für die Praxis Nugen daraus zu ziehen.

* Nahezu 40 000 Rubikmeter Nuzholz, die im kommenden Wirtschaftsjabre in den hessischen Gemeindewaldungen zum Abtrieb tommen, sind von der Forst- und Kommunal- Ver­waltung zur Submission ausgeschrieben.

* Gerichte für Mietstreitigkeiten. Seitens der Hausbesizer Vereine soll dafür agitiert werden, daß aud

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Brige beginnen an Etagen nachmittags 31 Buzbach, 4. Oft. O fat täglich ganze Wag berladen, die die Lar Händler hat die Bwet 3-3.50. ben

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gerichte nach Art der Kaufmannsgerichte eingesetzt werden, um eine schnellere und billigere Rechtsprechung zu erzielen, als es bisher bei ordentlichen Gerichten der Fall ist. Die Einrichtung würde derart sein, daß unter dem Vorsiz eines

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Juristen ein Laienkollegium zur Hälfte aus Hausbesizern febr bebauert.

und zur Hälfte aus Mietern konstituiert wird.

* Ein deutscher Arbeitgeber. Verband für das Bäcker­gewerbe wurde auf einem in Berlin abgehaltenen Rongres Ler Bäckermeister Deutschlands gegründet. Der Verband umfaßt zur Zeit 30 Ortsgruppen und bezweckt die Ent schädigung und Unterstützung bei Ausständen im Bäcker­gewerbe. Für den Verband, dem sich viele Brotfabrikanten, die sonst nicht den Innungen angehören, anschlossen, kommen etwa 50000 Meister in Betracht.

* Endlich richtig. Auf den neuen hessischen 3manzigmarkstücken mit dem Bilde des Lanoesfürsten ist dessen Titel Großherzog richtig buchstabiert; die an die un

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