Nab und Fern.
† Ständige Ausstellungskommission der deutschen Industrie. Die durch den Zentralverband deutscher Industrieller, die Zentralstelle für Vorbereitung von Handelsverträgen und den Bund der Industriellen gebildete Gemeinschaft hat beschlossen, eine ständige Ausstellungskommission der deutschen Industrie zu begründen, der die Vertretung der Interessen deutscher Aussteller im In- und Auslande und die Behandlung aller mit dem Ausstellungswesen in Berbindung stehender Fragen zur Aufgabe gestellt ist.
+ Deutsches Sängerfest in Amerika. In Newark hat das 21. Deutsch- amerikanische Sängerbundesfest unter großer Teilnahme von Sängern aus allen Teilen Amerifas begonnen. Bei dem Fest, das bis zum 5. Tuli dauert, findet auch ein Wettingen um den vor einigen Jahren vom Deutschen Kaiser gelegentlich des Brookliner Sängerfestes gestifteten Wanderpreis statt, um den sich sechs Vereine bewarben.
† Eröffnung der Vintschgau- Bahn. Unter großen Feierlichkeiten ist die neue Strecke der Vintschgau- Bahn zwischen Meeran und Mals eröffnet worden. Als Vertreter des Kaisers Franz Josef nahm Erzherzog Eugen an den Festlichfeiten teil. Aus ganz Tirol war die Leteiligung eine ungebeure. Auf allen Stationen fand festlicher Empfang des Festzuges statt. Der Ausblick aus dem Zuge war stellenweise von überwältigender Schönheit. Besonders imposant ist die Endstation auf der Gletscherwelt des Ortlers.
+ Manuel Garcia. In London ist am Sonntag der berühmte Gefanglehrer und Erfinder des Kehlkopfspiegels Manuel Gareia im 102. Lebensjahr sanft entschlafen. Am 17. März vorigen Jahres feierte der nunmehr verstorbene Manuel Garcia, der größte Gesangameister des 19. Jahrhunderts, unter großen Ehrungen seinen 100. Geburtstog.
† Töff! Tön! An der Kaiser- Wilhelm- Gedächtniskirche in Berlin stieß ein Droschfenautomobil mit einem Break zufammen, in welchem sich der Kaufmann Brandt mit seiner und einer befreundeten Familie befand. Der Kraftwagen erfaßte das Break und schleuderte es mit solcher Gewalt zur Seite, daß die Insassen auf den Straßendamm geworfen wurden. Der Kaufmann B. fiel so unglüdlich auf das Pflaster, joaß ihm das Cenic gebrochen wurde.
+ Radfahrer Robl verunglückt. Bei dem Rad- Rennen auf der Leipziger Bahn um den Preis der Stadt Leipzig fam Robl einer Schrittmachermaschine zu nabe. Er stürzte und trug einen Bruch des rechten Stirnbeins, sowie einen fo: mplizierten Knöchelbruch davon.
† Bom Blie erschlagen. Bei Stargard in Pommern flüchteten 5 Frauen, die im Walde Beeren sammelten, vor einem heraufziehenden Gemitter unter eine dichte Baumgruppe. Der Blitz schlug in diese hinein. 2 Frauen wurden erschlagen, die übrigen verletzt.
+ Stiffsfolliñonen. Bei den Oderwerken im Stettiner Safen stießen die Passagierdampfer ,, Seringsdorf" und„ Oberbürgermeister Hafen" zusammen. Es brach daber auf dem zuez genannten dichthesetz en Schiff eine Panik aus, bei der ein junger Mann über Bord sprang und ertrant. Sonſt famen Personen nicht zu Schaden. In der Nähe von Falebo kollidierten die jaranischen Dumpfer„ Binodemaru" und ,, Nichiyeimaru," der erstere ist gesunken, der letztere murde nur wenig beschädigt. Von der Besatzung und den Panagieren des Hinodemarn" werden 27 Personen vermißt; die übrigen sind gerettet.
+ Wieder ein Eisenbahnunglück. In Großhefselohe bei München stieß bei der Einfahrt in den Bahnhof ein Vorortszug auf einen anderen, der in demselben Geleise stand, der Tender und vier Wagen entgleisten, ein Wagen wurde zertrümmert. Ein Zugführee wurde schwer, ein Heizer leicht verletzt.
+ Ein Selbstmord vor der Front. In Metz trat der Musketier Lange vom 173. Regiment während der Bataillonsbefichtigung durch den kommandierenden Genera! aus der Paradeaufstellung heraus und erschoß sich mit einer Platzpatrone. Der Grund soll Lebensüberdruß sein. Er ist häufig mit Arrest bestraft. Vor wenigen Tagen hatte er seine Mutter in Dortmund verloren.
† Ein furchtbares Familiendrama. Der Handelsagent Gregor Rizzi in Roveredo tötete mit dem Rasiermesser seine Frau und drei Töchter und stellte sich dann der Polizei. Er litt seit einiger Zeit am Säuferwahnsinn.
† Große Hize in Amerika. In Newyork sind wieder Todesfälle an Hißschlag vorgekommen. Auch in anderen amerikanischen Städten hat die anhaltende Hitze Opfer an Menschenleben gefordert.
† Ein umgewehtes Zirkus- Zelt. Während eines Heftigen Gewittersturmes wurde in Aurora( Illinois) das riesige Belt des Ringlin Brother- 3irfus umgeweht. Unter den 5000 Zuschauern, die der Vorstellung beiwohnten, ent stand eine schreckliche Panik. Zwei Personen wurden auf der Stelle getötet und viele wurden von der fliehenden Menschenmenge unter die Füße getrampelt. Nur mühsam konnte sich die Menge unter der Last der schweren Zeltstücke hervorarbeiten, der Sturm, der die Gewalt eines Tornados hatte, hat in Aurora und Umgebung viele Gebäude beschädigt. Tages- Chronik. Der deutsche Generalfonsul von Herff, Generalfommissar der deutschen Ausstellung in Mailand, verunglückte auf der Fahrt zur Ausstellung mit der Droschke, deren Pferd durchging, wodurch Herr v. Heiff und Gemahlin Verlegungen davontrugen.
In Forchheim wurde eine Arbeiterfrau von ihrem Geliebten, einem Gensdarmerie- Sergeanten, erdrosselt.
In der Vale- Grube in Südwales sind zwei der verunglückten Bergleute nach acht Tagen noch lebend in einem alten Schacht, in den sie sich gerettet hatten, gefunden worden.
Aus dem Gerichtefaal.
§ Wredesche Silberaffäre. Die Straffache gegen den früheren Diener des Fürsten Wrede wegen versuchter Erpreffung wird nunmehr am 6. Juli abermals die erste Strafkammer des Landgerichts I in Berlin beschäftigen. Der erste Termin mußte vertagt werden, weil der Angeklagte Glase neue Entlastungszeugen vorschlug, deren Befundungen als erheblich erachtet wurden. Da der unter Anklage gestellte Brief des Angeklagten an den Fürsten nach Madrid gerichtet war, wird sich das Gericht auch mit der Frage zu beschäftigen haben, ob das Delikt der versuchten Erpressung nach spanischem Recht strafbar ist.
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§ Betrugsprozeß Zander. In der wetteren vers handlung wurden mehrere Urteile in Zivilprozessen, Hauptsächlich aus Anlaß der Interventionen Lüttigs, verlesen. Die Urteile gehen dahin, daß der Verkauf des Zanderschen Inventars und Mobiliars an Lüttig zivar nicht einwandsfrei und der Vertrag nach Inhalt und Fassung nicht ohne Bedenten, aber gleichwohl ein gültiger Vertrag und kein Scheinvertrag set. Der Angeklagte Lüttig betont zu wiederholten Malen, daß er die mißliche Vermögenslage Banders nicht gefannt habe, sonst hätte er den Vertrag nicht abge= schlossen. Frau von Rander ist auch des betrügerischen Banterotts angeklagt. Belastend für sie ist ein Brief, den fie an ihre Schneiderin, Frau Zorn in Berlin, geschrieben hat, fie folle den Stoff, der bei ihr liegt, wegschaffen_und darüber unter Dedadresse Nachricht geben. Die Angeklagte von Zander erklärt, sie habe die Dedadresse vorgeschlagen, um die staatsanwaltliche Briefsperre zu umgehen. Zeuge Rechtsanwalt Ulrich hat als Notar einen weiteren Vertrag zwischen von Zander und Lüttich abgeschlossen, in dem von Rander alle ferneren Finsbrüche und Rechte, die ihm aus seiner Beteiligung an Bergwerfen und anderen Industrieunternehmungen in Zukunft noch erwachsen würden, an Lüttig für die Hergabe einer Summe von 15 000 m. verpfändet. Zeuge hatte keine Bedenten, diesen Vertrag abzuschließen, weil er die verpfändeten Rechte für ganz wertlos hielt, und längere Zeit vor dent Abschluß des Vertrages feine Biändungen mehr bei Zander stattgefunden haben. Nach Ansicht des Borfiyenden wird die Verbandlung noch diese ganze Woche in Anspruch nehmen. Die gestrige Verhandlung begann mit der Berlesung einer Reihe von Briefen, die sich zum Teil zugunsten des Majors von Zander aussprechen. In einigen Briefen, die den Angeklagten als aktiven Offizier schildern, wird er als Muster aller soldatischen Tugenden bezeichnet. Mehrere Dienstboten werden ver nommen, deren Aussagen über Frau von Zander übereinstimmend ungünstig sind. In einem im Anschluß hieran zur Berlesung gebrachten Briefe macht Frau v. 3. ihrem Mann bittere Vorwürfe und schlägt ihre sofortige Scheidung vor. Frau v. Zander erklärt unter beftigem Weinen, daß sie niemand betrügen wollte und niemand betrogen habe.
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§ Intimes aus dem„ Rennfahrklub Preußen." Vier junge Leute hatten, um einem dringenden Bedürfnis abzuhelfen, in Berlin einen neuen Verein gegründet, den sie Rennfabrklub Preußen" nannten. Ein Vorstandsmitglied besorgte sich das notwendigste Requisit cin Fahrrad, sehr billig er stahl ein auf der Straße stehendes Rad. Zu dem Vereine fanden sich auch bald halbrüchige Burschen; der Vorstand" besorgte hei einem Medaillenhändler die Vereinsabzeichen und stellte diese dann nach Fälschung einer Rechnung zu einem hedeutend höheren Preise zur Verfügung. Als der ,, Vorstand" gerade einmal gemütlich beisammen war, wurde das gesamte Vereinsvermögen hervorgeholt und zu einer Kneiperei in einem Café verwendet. Die Folge war eine Anflage wegen Diebstahles, Betruges und Unterschlagung. Das Berliner Landgericht I verurteilte den Vorsitzenden, den Fahrraddieb Vogel, zu zwei Monaten Gefängnis, die anderen ,, Vorstandsmitglieder" famen mit Geldstrafen davon.
§ Die Raubmörderinnen aus dem Rarental. Vor bem Schwurgericht in Leoben hat der Prozeß gegen die Schwestern Friederike und Marie Reller begonnen, die an= geklagt sind, am 25. Januar d. J. im Rarengraben die frühere Köchin Marie Maier durch Erdrosseln und Halsschnitt ermordet zu haben.
Cokales
* Stipendium. Die Stadtverordneten Worms haben beschlossen, der Universität Gießen anfäßlich des Jubiläums ihres 300jähren Bestehens jährlich 200 it. als Zinsen von 5000 Mt.( Kapital als Zuwendung zu Stipendien fonds) zu übermachen.
Die eigentliche Staatsschuld des Großherzogtums ( b. h. nach Abzug der sichergestellten Forderungen und der noch nicht verwendeten Barbestäude aus Anlehensmitteln sich ergebende Betrag) belief sich am 1. April 1905 auf 327 233 296 Mt., wovon 277 881 209 Mt., Eisenbahn schulden und 30412 087 m., sonstige allgemeine Staats schulden waren.
** Der gestrige, der Hauptfesttag der Gießener 50er Feter nahm den beften Verlauf. Gegen 3 Uhr trafen die Herren mit ihren Familien im Philosophenwalde ein, wo bald darauf Oberstaatsanwalt Theobald eine treffliche Begrüßungsrede hielt. Nach dem gemeinschaftlichen Kaffee gaben die Festteilnehmer sich den verschiedenen Ver gnügungen und Berstreuungen hin. Der Nachmittag ver strich in der angeregtesten Weise bei Spiel, Schießen und Konzert und abends vereinigte man sich zur Familientafel. Der übrige Teil des Festes gehörte dann dem Tanz. Wie in all' den Jahren vorauf, so nahmen auch heuer wieder sämtliche Kreise an der gemütlichen Feier teil, auch das Militär, von dem Oberst v. Lindenau als Fünfziger zum Feste erschienen war, fehlte nicht.
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** Gießener Volksbad. Im Juni wurden ver. abreicht 12531 Bäder gegen 11754 im Mai 1906 und 12777 im Juni 1905 oder im Durchschnitt per Tag 418 Bäder gegen 379 im Mai 1906 und 426 im Juni 1905. Der Besuch im einzelnen hat sich wie folgt verteilt: Schwimmbad: 5489 Männer, darunter 1065 zu 10 Pfg. 1635 Frauen, 365 Wannenbäder: 1. Kl. 309 Männer, 156 Frauen. 2. Kl. 833 634 Brausebäder 1. RI. 919 Männer, 178 Frauen. 2. Kl. 1811 Dampf- und Heißluftbäder, sowie Massage zusammen 147 Männer, 36 Frauen.
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Die Personenwage wurde von 300 Personen benutzt, Tas Bad von 5 Personen besichtigt.
* Hessischer Flottenverein. Die Gesellschaftsfahrt nach Bremen- Hamburg- Riel findet bestimmt statt, auch dann, wenn die Zahl der Teilnehmer unter 200 bleiben sollte. Nichtmitglieder des Flottenvereins fönnen ebenfalls teilnehmen. In Beantwortung von verschiedenen Anfragen wird erneut darauf aufmerksam gemacht, daß sich auch Damen an der Fahrt beteiligen fönnen. Die Gutscheinhefte werden mit den näheren Angaben über die Zeit der Abfahrt usw. spätestens am 7. Juli den Teilnehmern zugehen. Das Pro gramm erfährt in so weit eine Verschiebung, als die Fahrten
nach Laboe- Sonderburg- Düppel am 16. Juli erfolgen, a 17. also die für den 16. vorgesehenen Besichtigungen 2c. stattfinden. Letter Termin für die Anmeldungen ist der 6. Juli Vormittags bei dem Reisebureau L. Lyssenhop& Co. in Mainz, Kaiserstraße 7.
* Die Lebensversicherungspolice im Ronfursverfahren. Das Reichsgericht hat entschieden, daß die Kontursmasse tein Recht auf die Lebenversicherungspolice, oder wenn der Versicherungsnehmer gestorben und der Konkurs über seinen Nachlaß eröffnet worden ist, auf die Versicherungssumme hat. Das Urteil des Reichsgerichts, dem sich wohl die Gerichte in der Hauptsache anschließen werden, ist um von so größerer Bedeutung, als bisher Juristen oft eine gegenteilige Meinung vertreten haben.
** Ein ergiebiges Arbeitsfeld für Ausgrabungen bietet der Distrift Fuchsbau in der Lindener Feldmark, wo schon vor zwei Jahrtausenden v. Chr. eine Stedlung gestanden hat. Der Oberhessis he Geschichtsverein ist denn auch raftlos bemüht, die Zeugen der längst dahingegangenen Epoche zu sammeln. In den beiden leztverflossenen Monaten wurden verschiedene Flach- und drei große Hügelgräber geöffnet. In einem Hügelgrab wurde eine große Steinfifte mit Deckplatten freigelegt, die das zerfallene Stelett eines Kindes barg. Den Toten waren zahlreiche Schmuckgegenstände, als bronzene Armbänder, Halsringe, Gürtel mit Buckel, Ohrringe mit kleiner blauer Schmelzperle u. a. mit ins Grab gelegt worden.
?? Radsport. Den großen Preis der Stadt Leipzig ( 3000 M) 100 km Rennen gewann Dickentmann ( Brennabor) in 1 Std. 11 Min. 23,4 Set., Robel stürzte infolge Karambolage seiner und Contenets Schrittmacher, wobei er sich einen Knöchelbruch des linken Fußes zuzog.
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* Das cote Kreuz in Firmen- und Warenzeichen. Mit dem 1. Juli ist die Uebergangszeit abgelaufen, die das Gesetz vom 22 März 1902 zum Schuße des Genfer Neutralitätszeichens für solche Firmen- und Warenzeichen ge währt, die vor dem 1. Juli 1901 in Gebrauch waren. Bis zum 1. Juli d. J. durften diese Zeichen unverändert fort geführt werden; vom 1. Juli ab ist es aber nicht mehr gestattet und ein Gewerbetreibender, der dieser Bestimmung entgegenhandelt, hat Bestrafung zu gewärtigen.
Zuckerrübenbau und 8uderfabriten in Hessen. Im Großherzogtum Hessen sind mit Rüben, die von den Aktionären und Fabrikgesellschaften vertragsmäßig zu liefern sind( Aktien- und Pflichtrüben) 1906: 1825 Heftar angebaut worden( 1905: 1825 Heftar), mit anderen Rüben ( Rauf und Ueberrüben) 1906: 3787 Heftar( 1905: 4229 Heftar), überhaupt sind mit Rüben angebaut worden 1906: 5612 Hektar( 1905: 6054 Hettar). Der Rückgang des Rübenbaues gegen das Vorjahr beträgt also 442 Hektar oder 7,3 Prozent. Der Rübenbau in Hessen ist in höherem Maße zurückgegangen, wie die gesamten Reichsgebiete überhaupt, wo die Abnahme nur 5,2 Prozent beträgt. Zuckerfabriken mit Rübenverarbeitung sind zur Zeit in Hessen 5 vorhanden( 1905: 5). Bei 370 Fabriken im Reiche überhaupt ist der Anteil Hessens hierbei also nur 1,4 Prozent, während von der gesamten Rübenbaufläche gar nur 1,2 Prozent auf Hessen entfallen.
* Obstpreise. Nach den Mitteilungen der Zentralstelle für Obstverwertung in Frankfurt ist Angebot und Nachfrage gegen die Vorwoche start gestiegen. In Kirschen war immer noch fein lebhaftes Geschäft. Die Preise betrugen: Erdbeeren 25 bis 40 Mt.; grüne Stachelbeeren 11 bis 14 Mt.; Kirschen 1. Qualität 18 bis 23 Mt. 2. Qualität 14 bis 18 M.; rote Johannisbeeren 9 bis 14 Mt.; weiße Johanisbeeren 8 bis 10 t.; schwarze Johannisbeeren 15 bis 18 t.; Heidelbeeren 20 bis 22 et. alles per Zentner. * Das Herausreißen und Mitnehmen von Bildern aus Zeitschriften, die in Restaurants und anderen Lokalen öffentlich ausliegen, ist strafbar. Ein Schöffengericht erkannte leghin für einen solchen Fall wegen Diebstahls auf einen Tag Gefängnis.
* Auf den Kopf. Der Rechnungsrevisor der Gemeinde Oberniederdorf fand unter den Ausgaben einen Posten Nägel aufgeführt, ohne nähere Angabe über ihre Verwendung. In den Revisionsbemerkungen schrieb er daher:„ Es ist anzugeben, wo die Nägel hingeschlagen worden sind, und prompt erfolgte nach 14 Tagen die Antwort:" Auf die Köpp."
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Butzbach, 2. Juli. Aus dem Geschäftsbericht des hessischen Fechtvereins Waisenschuh, der, wie schon gemeldet, Sonntag hier seine Landesversammlung abhielt, geht. hervor, daß in der Berichtsperiode der Verein wieder rüstig vorwärts geschritten ist. Gegenwärtig bestehen 21 3weigvereine und 12 Fechtwartstellen, je 2 mehr als im Vorjahre, die 2379,80 t. mehr erbrachten. Die Einnahmen betrugen 11 910,13 Rt., die Ausgaben 8644,51 Mt. Der Verein zählt bereits über 5000 Mitglieder; sein Vermögen beziffert sich auf 78 000 Mt. Im nächsten Jahre soll eine GesellschaftsLotterie veranstaltet werden. An den Großherzog wurde ein Huldigungetelegramm gerichtet, daß er alsbald in einer warmherzigen Danfdepesche beantwortete.
* Bad Nauheim, 2. Juli. Die Aufführung der Hüttenberger im Kurtheater fand vor ausverkauftem Hause statt und erntete großen Beifall.
* Friedberg, 1. Juli. Unter äußerst großer Beteiligung wurde heute hier das 17. Bundesfest des Maintalsängerbundes abgehalten. Außer den 28 Bundesbereinen nahmen noch teil die Frankfurter Sängervereinigung, sämtliche hiesige Vereine und Vereine aus den Nachbarorten. Der Feftzug umfaßte 67 Vereine. Am Samstag- Abend war in der Reichstrone" der Bundestag. Von Wichtig teit sind folgende Beschlüsse: 1. Die Bundesversammlung 1907 findet in Miltenberg statt; 2. das Bundesfeft 1908 wurde den vereinigten Gesangvereinen zu Offenbach übertragen, damit verbunden ist das 50jährige Jubiläum des Bundes und das 100jährige Jubiläum des deutschen Männergesangs; 3. das deutsche Sängerbundesfest in Breslau 1907 wird von zwei Delegierten beschickt, die dafür eintreten sollen, daß das nächste deutsche Sängerbundesfest nach Frankfurt a. M. kommt. Den Antrag hatte der Vertreter der Frankfurter
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