Deutfcher Reichstag.
( 173. Sizung.) CB Berlin, 27. März. Das bei der zweiten Beratung des Militäretats alljährlich wiederkehrende Rededuell zwischen dem Konservativen Pauli- Potsdam und dem Sozialdemokraten zu= beil wegen der Arbeiterverhältnisse in den Spandauer Werkstätten nahm zwar die Zeit des Hauses immer noch länger als wünschenswert in Anspruch, aber ganz so gefähr= lich wie früher verlief es nicht, da sich die Kämpfenden auf einen Waffengang beschränkten. Nachdem den anderthalbstündigen Ausführungen des Herrn Zubeil der Zentrumsabgeordnete Dr. Becker- Köln, der nationalliberale Abgeordnete Lucas und von seiten der Regierung der GeneralIeutnant Sirt v. Arnim entgegengetreten waren, wurde der Rest der laufenden Ausgaben für die Heeresverwaltung ohne weitere Debatte bewilligt. Bei den einmaligen Ausgaben gab der Titel Beschaffung von Handwaffen, Artilleriematerial usw. Anlaß zu einer längeren Diskussion über die Konkurrenz und den Patentstreit der Firmen Krupp und Ehrhardt, aus der für die Allgemeinheit von wesentlichem Interesse eigentlich nur die Erklärung des Kriegsministers v. Einem ist, daß die Heeresverwaltung Krupp feine Monopolstellung zubillige, sondern ihren Bedarf decke, wo sie ihn am besten decken kann.
Preussischer Landtag.
( 169. Sigung.)
Haus der Abgeordneten.
RK Berlin, 27. März. Die erste Beratung der Berggeseknovelle hatte nicht nur zahlreiche Teilnehmer und Zuschauer im Hause und auf den Tribünen versammelt, sondern auch die Ministerpläge gefüllt. Voran, an der Ecke, saß Graf Bülow, neben ihm der Hauptbeteiligte, Herr Möller, dem sich noch drei Minister anschlossen. Unter ihnen befand sich auch zum erstenmal in diesem Hause- der neue Minister des Innern, Herr v. Bethmann- Hollweg, ein sehr großer, sehr schlanker Herr mit grauem Haar und Bart. Die Hoffnung auf eine große, eindrucksvolle Debatte wurde nur während der ersten Stunden der Sitzung, und auch da nur zum Teil, erfüllt. Von besonderer Wirkung war vor allen Dingen die Einführungsrede des Ministerpräsidenten Graf Bülow, die insofern eine gewisse dramatische Spannung aufwies, als nur ganz allmählich die opponierende Rechte aus ihrer falten Ruhe zu einigen Aeußerungen des Beifalls aufgerüttelt wurde. Dem Ministerpräsidenten lag es ob, die politische Seite der Frage zu erörtern, zu erklären, warum die Regierung sich noch während des großen Streits zur Ankündigung dieser Vorlagen entschlossen habe. Der Bergarbeiterstreif habe keinen anderen Erfolg gehabt, als die Not der Bergarbeiter und vieler anderer Arbeiter zu steigern. Das habe die Regierung veranlaßt, mit der Siebenerkommission zu berhandeln; ebensogut hätten dann aber auch die Zechenbesizer sich zu Verhandlungen verstehen können. Denn den Staat bei den großen wirtschaftlichen Kämpfen einfach auszuschalten, das geht nicht!" Der Sozialdemokratie wäre nach Ansicht des Grafen Bülow ein weit größerer Gefallen getan worden, wenn man den Streik sich hätte austoben Tassen. Aber auf solche Proben will er sich nicht einlassen, denn:„ Auf schwankendem, moorigem Boden reite ich keine Attacke!" Mit einem warmen Appell an das Haus, seine foziale Gesinnung zu erweisen, schloß der Ministerpräsident unter dem lebhaftem Beifall des Hauses. Weit schwerer wurde es dem Minister Möller, die Aufmerksamkeit auf fich zu lenken, als er in seiner langsamen, ruhigen Art die Einzelheiten der Gesetzentwürfe, besonders den Marimalarbeitstag, die Arbeiterausschüsse und das Wagennullen, besprach. Den erwarteten Widerspruch der Konservativen brachte der Abg. v. Heydebrand zu recht lebhaftem Ausdruck. Ueber Einzelheiten werde sich reden lassen, aber daß die Vorlagen während des Streifs angefündigt wurden, das habe schwere Bedenken bei seinen Freunden erregt. Die Unterstützung der kontraktbrüchigen Arbeiter müsse die Autorität der Regierung untergraben. Der Abg. Schiffer, der für den größeren Teil der Nationalliberalen sprach, schien zunächst mit dem Vorredner ganz einer Meinung zu sein, dann aber zeigte er sich doch etwas entgegenkommender in den Einzelfragen. Er gab auch zu, daß die Zechenbesitzer flüger daran getan hätten, mit der Siebenerkommission zu verhandeln. Wesentlich weiter gingen in ihrer Sympathie für die Vorlagen die Abgg. Dr. Hirsch( frs. Vp.) und Dr. Spahn( 3entr.). Leider aber sind beide nur wenig fesselnde Redner. Und so sah sich Graf Bülow veranlaßt, zum Schluß noch einmal das Wort zu ergreifen, um seine erste Rede noch etwas eingehender zu begründen und auszuführen. Er erinnerte die Nationalliberalen daran, daß einer der Thren, der Abg. v. Heyl, im Reichstag die Regierung zum Eingreifen in den Streitkampf aufgefordert habe, und erflärte es für selbstverständlich, daß weder die Arbeitgeber noch die Arbeiter nun zufriedengestellt seien. Sachlich aber halte die Regierung immer noch ihr Eingreifen für gerechtfertigt. Die Sigung wurde nunmehr auf morgen vertagt.
Nah und Fern.
Die Genickstarre ist in Czersk( Westpr.) ausgebrochen. Eine ganze Anzahl Personen, namentlich Kinder, ist erfrankt. Ein Patient ist der Krankheit bereits erlegen.
Tragische Folgen kindlichen Uebermuts. In Homburg ( Pfalz) wurden an der am Riesstollen belegenen, nicht bearbeiteten Grube ,, Konsolidiertes Nordfeld Waldmohr" durch Kinder schlagende Wetter" entzündet. Es erfolgte eine Explosion, bei der vier Knaben getötet und einer schwer verletzt wurde.
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Die Einjährigen- Schnüre„ erschmiedet" hat der Schlosser Emil Dähn, Sohn des in Schwerin i. M. ansässigen Schlossermeisters Dähn. Auf Grund seiner hervorragenden Leistungen im Kunstschmieden hat er in Hannover nach§ 89 Absatz 6b der deutschen Wehrordnung den Berechtigungsschein zum einjährig- freiwilligen Militärdienst erworben.
† Auch im Tode vereint. Bei Ichenheim am badischen Oberrhein( Bezirksamt Lahr) sind die zusammengebundenen Leichen eines Mannes und einer Frau, beide noch unerkannt, gelandet worden.
Ein neunjähriger Vatermörder. In Tunis hat ein neunjähriger Knabe seinen Vater nachts im Schlafe erschossen, weil dieser ihn geprügelt hatte. Am folgenden Morgen aina der hoffnungsvolle Knabe in den Straßen
spazieren und legte dann bei seiner Verhaftung nicht die Teifeste Reue an den Tag.„ Es ist besser so, der Vater hat mich zu stark geprügelt," sagte er.
10 000 unittliche Bilder. Die Pariser Polizei be schlagnahmte in verschiedenen Kaufläden des Palais Royal 10 000 unfittliche Bilder und Zeichnungen. Die Inhaber der Läden werden gerichtlich verfolgt.
A Ein Mordversuch in Tanger. Der Korrespondent der „ Times" in Tanger, Mr. Harris, sah sich einem Anfalle ausgesetzt, den ein Marokkaner auf ihn verübte. Dieser, von Beruf Fremdenführer, stürzte sich mit einem Dolch auf den Engländer und brachte ihm eine Verwundung bei. Der Angegriffene fam noch gut fort, da der Dolch sich in die Uhrfette verwickelte.
Kunft und Wissenschaft.
BR Ein Heilmittel gegen die Tuberkulose? Man ist allmählich gegen die Anfündigung neuer Heilmittel gegen die Tuberkulose mißtrauisch geworden. Denn groß ist die Zahl derer, die behauptet haben, sie seien imstande, der tückischen Krankheit zu wehren. Diese Zahl ist jetzt um eine Nummer erweitert worden: Der Telegraph meldet aus Rom:
Professor Guiseppe Levi in Mailand teilte dem König mit, daß er ein neues Mittel zur leichtesten und sichersten Heilung der Tuberkulose gefunden habe. Er fügte hinzu, er werde sich jetzt in das Ausland begeben, um dort Mitteilung von seiner Entdeckung zu machen, habe aber zuvor seinem Vaterlande in der Person des Königs davon Kenntnis geben wollen.
Abwarten! Hoffentlich erleben die unglücklichen Lungenfranken keine neue Enttäuschung.
KC Röntgen ein Sechzigjähriger. Professor Dr. Wilhelm Konrad Röntgen in München vollendete gestern das sechzigste Lebensjahr. Seinen Weltruf erhielt der Gelehrte vor 11 Jahren durch die von ihm entdeckten und seinen Namen tragenden Strahlen, die namentlich für die Heilkunde von außerordentlicher Bedeutung geworden sind. Seine Vaterstadt ist Lennep.
GL Ein Richard Wagner- Denkmal in Wien. In Hiezing bei Wien ist ein Komitee in Bildung begriffen, das die Errichtung eines Richard Wagner- Denkmals beabsichtigt. Das Denkmal soll in der Nähe des einstigen Wohnhauses des Meisters aufgestellt und im Stil des Grillparzer- Denkmals geschaffen werden.
Aus dem Gerichtsfaal.
§ Wegen Achtungsverletzung und Ungehorsams war der Musketier Hermann Rapsch vom 150. Infanterie- Regiment in Allenstein zu dreizehn Wochen Gefängnis verurteilt. Er hatte i er Instruktionsstunde auf die Frage des Leutnants, welches der höchste Beruf jedes gesunden und kräftigen Deutschen sei, geantwortet:" Die Soldatenschinderei". Auf die Berufung des Kriegsherrn erhöhte das Oberkriegsgericht die Strafe auf vier Monate.
§ In der Lippischen Schmähbrief- Affäre ist am letzten Verhandlungstage beschlossen worden, den Haftbefehl gegen den Angeklagten Paul Kracht aufzuheben. Dagegen wurde ein Antrag auf Haftentlassung der Frau Kracht abgelehnt. trotzdem ihr Gatte 125 000 Mark Kaution angeboten hatte. Die Zeugenaussagen sind bisher ohne Belang.
§ Der Görlitzer Prozeß wegen der Unterschleife an der Eisenbahnwerkstätte bewegt sich im alten Geleise: Der Hauptangeklagte Friedeberg leugnet blind darauf los, obwohl er von jedem Zeugen immer mehr belastet wird. Freilich beTasten sich diese zumeist auch selbst, da nicht alle ihre Hände rein gehalten haben. Unangenehme Folgen kann leicht die Zeugenschaft auch für den Materialien- Verwalter Mann haben, der zugeben mußte, von Friedeberg Geld nicht bloß erhalten, sondern auch erbeten zu haben. Das Maß seiner Gegenleistung ist noch nicht festgestellt.
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Vermifchtes.
[ Der Kaiser als Kurbeldreher.] Ein nettes Histörchen wird in Berlin erzählt und belacht. Es war beim Botschaftermahl im königlichen Schloß in Berlin. In einem der Säle findet der Botschafter einer Dreibundsmacht einen Apparat, der ihm auffällt: er hat eine stereoskopartige Deffnung und eine Kurbel. Der Kaiser erklärt das Mutoskop, das ein Gegenstück des Kinematographen ist. Der Botschafter guckt hinein, meint aber, daß es darin ganz dunkel sei. Haben Sie auch die Kurbel gedreht?" fragt der Kaiser. Der Botschafter verneint, der Kaiser dreht:„ Sehen Sie jett?" Ausgezeichnet, Majestät."-Jetzt auch?" fragt der Kaiser, der weiter dreht. Ganz famos!"- ,, Sehen Sie sich nun die Bilder weiter an, die sehr hübsch sind; aber die Kurbel müssen Sie jetzt selbst drehen. Das hat sich der Erfinder auch so gedacht." Die Herren der Umgebung lachten laut, als ihnen der Kaiser sagt:„ Unser lieber Gras will die Sache doch gar zu bequem haben."
=[ Eine Nitterburg unter dem Hammer.] Das durch feine herrliche Lage im Thüringer Walde berühmte Schloß Elgersburg wird jetzt an den Meistbietenden versteigert. E ist eines der ältesten Bergschlösser in Thüringen, das auf eine ruhmreiche Geschichte zurückblickt. Aus den Fenstern des Schlosses bietet sich eine entzückende Aussicht. Trotzdem scheint das Schloß für den bescheidenen Preis von 57 000 Mart losgeschlagen zu werden.
[ Ueber die Verbreitung des Aussakes im Deutschen Reiche] werden in den Veröffentlichungen des kaiserlichen Gesundheitsamtes Mitteilungen gemacht. Nach amtlichen Feststellungen waren am Schlusse des Jahres 1901 im Reiche 24 Aussäßige vorhanden. Am Ende des vorhergehenden Jahres waren 25 Kranke gezählt worden.
[ Seltsame Hochzeiten.] In Düren ist der seltene Fall eingetreten, daß drei Brüder drei Schwestern heirateten, und außerdem eine Schwester der drei Brüder einen Bruder der drei Schwestern.
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[ Armer Vater!] In der Uelzener Kreiszeitung finden wir eine Anzeige, die die alte Tragödie des gutmütigen und bertrauensseligen Vaters von neuem illustriert. Der Gemeindevorsteher Burmeister in Lüder bei Uelzen verkündet: „ Auf die Annonce meines Schwiegersohnes Maykuß aus Lüder in Nr. 68 der Kreiszeitung erwidere ich, daß ich einstweilen noch die Wirtschaft auf meinem Vollhof habe und mir ausdrücklich die freie Verfüauna über das zum Wirtschafts
Sammlung befchloffen E
betriebe bestimmte Gerät und Vieh" vorbehalten habe. möchten auch bi
od gewillt find, un gte Agitation Der letzte Bu lange Debatten un
werde deshalb auch wohl ohne Einwilligung meines Schwie gersohnes Pferde verkaufen dürfen. Uebrigens warne id hiermit jedermann dringend vor zu früher Hofesübergabe denn wenn es uns, die wir nur ein einziges Kind und Erben haben, so geht, wie mag es dann wohl anderen ergehen." König Lear auf dem Bauernhof...
[ Ein einträgliches Geschäft.]
Ginem Frankfurter
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Schluß erklär
Blatte wird geschrieben: Welch enormen Zulauf der Wunderzeitigte. Erst wo doktor Ausmeier in Kirchgandern hat, geht daraus hervorbi Ausschluß der Einkommen auf 130 000 Mark angegeben hat. Das firrte der D.-B.,
daß dieser Mann für das laufende Jahr sein steuerfähiges
möglich im 20. Jahrhundert...
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[ Leerstehende Gefängnisse.] Eine bisher noch ni dagewesene Erscheinung ist die vollkommene Verödung ein Gefängnisse in der Altmark. So kann z. B. aus Bism gemeldet werden, daß das dortige Amtsgerichtsgefängni in der letzten Zeit gänzlich leer war; erst in der verfleisenen Woche wurde wieder ein Handwerksbursche eingeliefert, de ..angesprochen" hatte und dabei betroffen worden war. Abe auch in anderen Gefängnissen jener Gegend ist ein auffälli ger Rückgang der Häftlinge eingetreten. Die Gefängnisver waltung in Bismarck hatte sich um Ueberlassung von Sträf lingen an andere Anstalten gewandt, mußte aber abschlägig beschieden werden, weil nirgends ein Ueberschuß daran vor handen war.
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neerhin bei Ber aboen. Die nod Streden wurden befchrieben. D geliefert, welche Sovichriften nicht
[ Eine reiche Bettlerin.] In Kaiserswalde bei Schluckenau in Böhmen fand man nach dem Ableben der
** Der Gro Redalgymnafium zu
rer an der Real ** Sudde a
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Bettlerin Barbarine Hallas in deren Wohnung und in die richt soll Hudde
Erde vergraben nicht weniger als acht große Töpfe und zweida. Krüge, sowie eine Menge Säckchen voller Geldſtücke, al Heller, Pfennige, Silbergulden, Kronen, Taler, Jünf fronenstücke usw. im Gesamtgewichte von über einen Meter. zentner.
[ Perlen werden billiger.] Denn die Perlenfischerei auf der Insel Ceylon, die jetzt in vollem Gange ist, verspricht einen so reichen Ertrag, wie man ihn bisher noch nie gehabt hat. Bei achttägigem Fischen sind fast 20 000 000 Austern gefangen worden. Sie haben einen durchschnittlichen Wer bon 56 Mart für 1000 Stück. Im Vergleich mit den Er gebnissen des vorigen Jahres sind bis jetzt fast 3 000 000 Austern mehr gefangen worden.
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Bizi bseröffnung d boraufichtlich am Frühja Krense Weglas fof, am 5. Apr ungspflichtiger Damenhofen, King Balonhof,( Wirtfo Beitellungspflichti Lannsbach, Obenh Bimar, Bah nachum. die Geftell Reſerve von Glei Salzböden, Vezber Ausgang nach We die Bestellungspflic luben, Groß- und then, Volpertshau
pz Ertragsfähigkeit des Erbsenanbaues. Die Beſizer bon Fabriken zur Haltbarmachung von Obst und Gemüse klagen sehr darüber, daß der Anbau von Erbsen nicht in genügen dem Umfang erfolge, um der Nachfrage ihrer Kunden ge nügen zu können. Sie entsenden daher Sachverständige auf das platte Land, um den Landwirten klar zu machen, welche Vorteile der Anbau von Gemüsen im Großen bietet. In
einem solchen Vortrag berichtete ein Landwirt ſelbſt, er habe Don 200 Kilogr. Erbsensaat 18 750 Kilogr. grüne Erbsen geerntet und mit 16 Pfg. für das Kilogramm an die be treffende Fabrik abgeliefert. Nehmen wir an, daß die 200 Kilogramm Saat eine Fläche von vier Morgen bedeckten, so mürde bei dem genannten Ernteertrag und Preis ein Rohgewinn von etwa 750 Mark auf den Morgen kommen. Ein so ungewöhnlich hoher Ertrag wird nun freilich nur ganz ausnahmsweise sich erzielen lassen und kann nicht als Regel Jelten; aber auch wenn nur 60-70 Zentner vom Morgen geerntet werden, so wirft er zu dem angegebenen Preiſe noch 480-560 Mark ab, auch eine hübsche Einnahme!
Sikung der Stadtverordneten Gießens.
n Gießen, 27. März 1905.
Nach faum 3 Tagen schon wieder Sizung und dazu nur 3 Punkte auf der Tagesordnung, da müssen doch besondere Vorkommnisse vorliegen, so fragten wir uns als die Tagesordnung vor uns lag.
Aufnahme eines neuen Anlehens, zu diesem 1. Punkte hatte das Finanzministerium noch ein Wörtchen mitzusprechen. Und es hat gesprochen. Die am 1. April 1905 aufgenommene Anleihe soll, da für Gießen in den nächsten 15 bis 20 Jahren große finanzielle Opfer gebracht werden müssen, jährlich mit 2% amortisiert und, von 1910 ab die ersparten Zinsen zur Abtragung mit verwandt werden; bcn 1915 ab hat die Stadt ferner das Recht der verstärkten Tilgung. Die Versammlung hatte hierzu nichts einzuwenden.
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Außerhalb der Tagesordnung fam Stadtv. Kirch auf die Berichterstattung des„ G. A.“ über seine betr. Druck- franzöfifchen Bak legung der Schuldverschreibungen in letzter Sigung getanen Aeußerungen. Er sieht seine Worte darinnen kritisiert und erklärte darum:
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Betr.: Die He
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bralbjährigen
„ Wenn auch vorauszusehen war, daß der Herr Berichterstatter als Angestellter der mit in Frage kommenden Firma deren Partei nahm und nehmen mußte, so hätte ich doch erwartet, daß er sich an den Tatsachen gehalten hätte. Dies ist aber nicht der Fall! Ich habe nicht wohnhafte, h gesagt, daß es ungehörig sei, wenn jemand die Beschlüsse Familie oder der Stadtverordnetenversammlung fritisierte( denn das ist 15. April a
jebermanns gutes Recht) sondern ich habe behauptet und dabei bleibe ich auch, daß der Inhalt und namentlich die Rechtfertigung der beiden Universitäts- Druckereien unpassend und ungehörig gewesen sei und daß ich namens der Stad verordnetenverfainmlung Verwarung gegen folch' w Von der allseitigen 8 qualifizierte Vorwürfe erhoben. stimmung, die meine Ausführungen in der Stadtverordneten versammlung fanden, hat allerdings der Herr Bericht erstatter fein Wort erwähnt!"
-
Wir bringen, was besonders betont sei, diese Worte des Herrn Kirch nur deswegen ausführlich, weil uns am andern
gegen genon
Bießen,
Groß
Prämiiert
M
Sieb- u
Tage von verschiedenen Seiten persönlich die Mitteilung eesweg 2
wurde: Stadtv. Kirch hätte in dieser Affäre schlecht abge schnitten. Man vergl. hierzu unseren Bericht in Nr. 73.
Zu Bunkt 2: Beschaffung von Bänken für die wahtgeile
und Erweiterte Mädchenschule wurden 520 Mark ohne De batte genehmigt. 650 Sigpläge sind jezt vorhanden nnd die Zahl der Schulkinder weist bereits 655 auf. Nachdem tam Stadtv. Landgerichtsrat Dr. Schäfer auf die Geldsammlung zum Theaterneubau zu sprechen. Er hofft, daß diejenigen Geldspender, welche anfangs für das Gesamtprojekt gezeichnet haben, ihre Beiträge jeßt ganz dem
in allen
bernabme
Eisen- und
Siebe un
jenigen Projekt zuweisen, was die Stadtverordneten- Ver Dirha
Alle anderen S


