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Ein deutfches Kaiferfchlofs in Apulien. Rom, 28. April.

Kaiser Wilhelm wird in diesen Tagen einen Vorsat ausführen, den er schon gelegentlich seiner Mittelmeerreise im vorigen Jahre gefaßt batte. Er will von Sizilien aus dem alten Hohenstaufenschloß Castel del Monte in der apulischen Provinz Bari einen Besuch abstatten, das die Herrlichkeit und den Verfall der Hohenstaufenherrschaft in Stalien gesehen. Dem geistes gewaltigen Kaiser Friedrich II. dankte es sein Entstehen. Wenn dieser in seinem unter­italischen Reich weilte, bevorzugte er das jetzt zu einem fleinen Landstädtchen herabgesunkene Andria als Wohnsitz. Dort sind auch seine zweite Gemahlin Jolanthe, die 1228 starb, nachdem sie Konrad IV. das Leben gegeben, und seine dritte Gemahlin Isabella, die 1241 in Foggia das Zeitliche segnete, im Dom beigesetzt worden. Von dieser Residenz aus liebte es der Kaiser, Jagdausflüge nach den waldigen Vor­Höhen des Apenniens, hier Le Murge genannt, zu machen, und um einen passenden Ruhepunkt zu haben, gründete er 1240 das Schloß, das auf steiler Höhe thront und von dem man nordwärts bis zum Monte Gargano, ost- und süd­wärts bis zur blauen Adria und westlich bis zum aus­gebrannten Krater des Monte Vulture die Blicke schweifen lassen kann. Dort lag der Kaiser mit Vorliebe der Falken­jagd ob, über die er an Ort und Stelle auch ein auf uns überkommenes Lehrbuch in lateinischer Sprache abgefaßt hat.

Bei London passierte kürzlich ein ähnlicher Fall. Die öffent­liche Erregung gegen den feigen Lenker des Automobils, der den Tod eines kleinen Senaben verschuldet hatte und dann floh, ergriff so weite Kreise, daß der Eigentümer der Daily Mail", Alfred Harmsworth, eine Belohnung von hundert Pfund für Ermittelung des Schuldigen auswarf. Seine Ueberraschung war recht unangenehm, als es sich her­ausstellte, daß das Automobil seinem eigenen Bruder ge­hörte, der allerdings zur Zeit des Unglücksfalls sich nicht in dem Wagen befand. Der Chauffeur wurde verhaftet.

Der Roman der Materin. Eine sonderbare Geschichte wird aus Sori an der italienischen Riviera berichtet. Dort starb ein älterer Herr, der seit 1899 unter dem Namen Anton Herrmann eine Villa bewohnte. Jetzt stellte es sich heraus, daß der Tote kein Mann, sondern eine Frau war und zwar die Wiener Malerin Hermine Gärtner, die Schwester eines Innsbrucker Professors. Die Dame wußte durch einen gewaltigen falschen Schnurrbart alle Welt über ihr Geschlecht zu täuschen. Warum sie dies getan, bedari noch der Aufklärung.

Der Bau läßt auch heute noch trotz vieler Zerstörungen und jahrhundertelanger Verwahrlosung einen des großen Hohenstaufen würdigen Fürstensiz erkennen, dessen Architek­tur Kunst und Anmut vereinigt und dem es nicht an reichem Schmuck gefehlt hat. Von Bildwerken ist allerdings nur noch ein einziges Relief erhalten, eine Frau darstellend, die demütig vor einem von Kriegern umgebenen Heerführer steht. Der architektonische Schmuck ist besser weggekommen. Das Eingangsportal an der südöstlichen, dem Meere zuge= mandten Seite ist prächtig aus rotem Marmor gearbeitet, durchaus in antifer Anordnung, aber mit gotischen Einzel­heiten reich geschmückt. Im ersten Geschoß Rundbogenfen­ster, im oberen große Spitzbogenfenster, je eines an der Seite, geben den acht Innenräumen der beiden Stockwerke Licht. Die Kreuzgewölbe der Zimmer ruhen auf Halb­säulen von Marmor, unten rotweiß gesprenkelt, oben weiß. Vier Wendeltreppen führen in das obere Geschoß, dessen Zimmer etwas reicher ausgestattet sind als die unteren; Säulen und Kapitäle zeigen noch Spuren von Purpurbe­malung, die Türen sind mit rotem Marmor eingefaßt, die stark zerstörten Kamine trugen eine im einzelnen nicht mehr erkennbare Porphyrbefrömung; die Fußböden waren mit weißem Marmor und Porphyr ausgelegt, drei nach dem Hofe gehende Fenstertüren führten auf eine nicht mehr vorhan­dene Galerie hinaus.

Eine Schreckensfzene gab es bei einem Festzug in der spanischen Stadt Murcia. Auf einem Wagen, der den Zug des Baccchus darstellte, geriet eine Acetylenlampe in Brand. Ein Mädchen, das eine Göttin darstellte, konnte, weil es am Faß festgebunden war, nicht fliehen, bis einige Arbeiter es mit Lebensgefahr retteten, nachdem ihm die Beine verkohlt waren. Die Unglückliche starb unter furchtbaren Schmerzen. Andere Personen erlitten Beinbrüche und Brandwunden.

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sondern weil ein Feind ihn fällte. Und diesen Feind kennt man, will man wenigstens fennen. Sultan Abdul Hammid selbst ist es, der für den Verfolger seiner Familie, seiner höchsten Beamten, seiner treusten Diener und Anhänger gilt. Nicht weil man ihm Blutdurst nachzusagen Ursache hätte, sondern weil er feige ist. Das türkische Volk nennt den Sultan Abdul Hammid geradezu den Feigling, weil er in seiner jett 29jährigen Regierungszeit noch nicht ein ein ziges Mal sich getraut hat, seinen Vorgängern gleich, sich dem Volk zu zeigen. Selbst den traditionellen und fast mit religiöser Weihe umgebenen Umritt durch die Straßen von Konstantinopel hat er unterlassen und außer Brauch gesetzt. Einzig am Freitag beim Selamlik ist er zu sehen, verläßt er auf wenige Schritte den Yildiz- Kiosk, sein selbstgewähltes prunkvolles Gefängnis, um sich im vierspännigen Wagen nach der nahen Moschee zum Gottesdienst zu begeben. Und selbst auf diesem furzen Weg ist er von seiner Leibwache dicht umringt, werden nur Fremde als Zuschauer zugelassen, die von den Botschaftern der Mächte beglaubigt sind und für die diese Bürgschaft übernehmen. Wer einem solchen Selamlik jemals beigewohnt hat, wird den scheuen Blick nicht ver­gessen, mit dem der Beherrscher aller Gläubigen argwöhnisch um sich schaut, und wird glauben, daß Sultan Abdul Ham­mid selbst es gewesen, der den Fremden den Gebrauch von Overnaläsern verboten hat, weil er besorgte, es möchte ein­mal statt eines Fernglases ein Gewehr sich auf ihn richten. Wenn ein Fürst fast 30 Jahre lang in solcher Gemüts­verfassung lebt, so ist ihm zuzutrauen, daß die Angst ihn zu Taten treiben mag, die er selbst vorher nicht gedacht und die er nachher bereut. Dazu kommt, daß Abdul Hammid aus eigener Erinnerung weiß, wie wenig sicher unter Umständen die Kalifen in ihren Palästen sind. Er hat mit angesehen, wie Sultan Abdul Aziz vom Scheich ül Islam für wahn­finnig und deshalb des Throns verlustig erklärt wurde; er hat erlebt, daß dessen Bruder, der auch sein älterer Bruder war, Murad V., als irrsinnig in sein wunderbares Schloß am Marmarameer eingesperrt wurde, mit 40 Frauen und 3000 Bediensteten, von denen keiner je wieder das Licht der Freiheit erblicken durfte. Er hat es erlebt, daß Sultan Ab­dul Aziz, der in der Gefangenschaft noch für gefährlich galt, mit einer Schere sich die Pulsadern aufschnitt. Ob wirklich Abdul Aziz Hand an sich gelegt, ob andere ihm den letzten Dienst erwiesen haben, wird wohl für immer in Ungewissem bleiben.

Ohne Gefahr am Vesuv. Man kann jetzt die Erup­tionen des Vesuvs in der Nähe betrachten, ohne irgendwelche Gefahr dabei zu laufen. In dem großen Krater hat sich nämlich ein zweiter Regel gebildet, der höher ist, als der eigentliche Hauptfegel. In der Deffnung des fleinen Ke­gels erfolgen die Explosionen. Wenn man auf dem Rande des Hauptfraters steht, so kann man den Vorgang in aller Ruhe betrachten, da die Hauptmasse der Steine in den Hauptfrater zurückfällt.

Mit bewegtem Herzen wird Kaiser Wilhelm die Stätte betreten, die ein Jahrzehnt lang die Pracht des Hohen­staufenhofes in Apulien mit angesehen, dann aber auch Zeuge des Niederganges der deutschen Kaiserherrlichkeit gewesen ist. Als nach der Schlacht von Benevent die Macht der Hohenstaufen in Italien gebrochen war, und die Anjous Herren über Neapel und Sizilien wurden, mußten die Söhne Manfreds, Friedrichs II. Enkel, als Gefangene Karls von Anjou lange Jahre in dem von ihrem großen Ahnherrn in glücklicheren Zeiten erbauten Schlosse ihrer Freiheit nachtrauern. Noch um die Mitte des 15. Jahrhun­derts war Castel del Monte in gutem Stande und bewohn­bar; 1459 wohnte König Ferdinand mehrere Tage dort, als er seine Verwandten, die Herzöge von Andria, be­suchte. Dann ist der schöne weithinschauende Bau ver­fallen, und heute erzählt nur noch die mächtige Ruine von der Hohenstaufen Glück und Ende.

Nah und Fern.

Aus dem Gerichtsfaal.

§ Die verhängnisvolle Postkarte. Welchen Schaden ano­nyme Briefe anrichten können, ersieht man wieder einmal deutlich aus einer Wiener Gerichtsverhandlung. Der ver­witwete Cafétier Wilhelm Stranzky und seine Kassiererin Josefine Becker traten nämlich als Kläger gegen die frühere Köchin des Kaffeehauses Marie Schindler auf, die eine anonymie Korrespondenzkarte folgenden Inhalts an die Kas­siererin gerichtet hatte:

" Josefine, die Kassiererin vom Kaffeehaus Sieht heute wieder entzückend aus. Sie ist gewachsen wie eine Pinie Und hat eine klassische Nackenlinie. Aber sie hat einen scheußlichen Ruf, Weiß der Teufel, wer ihr den schuf. Die Gäste ziehen die Stirne fraus,

Sie geht schon wieder mit dem Kaffeesieder aus. Dabei spielt sie die erste Rolle, Josefine, die Tolle. Fortsetzung folgt."

Die Karte geriet aber in die Hände der Frau des Café­tiers, die sich, von Eifersucht erfüllt, die angebliche Untreue ihres Mannes so zu Herzen nahm, daß sie Selbstmord beging. Diese furchtbaren Jolgen ihrer anonymen Schrei­berei konnten der Köchin natürlich nicht angerechnet werden. Sie wurde nur wegen Beleidigung des Cafétiers und der Stassiererin zu 10 Tagen Arrest verurteilt.

§ Wegen Bigamie verurteilt. Die Straffammer in Fulda berhandelte gegen den Förster Mar Mix aus Buchenau und seine Ehefrau wegen Bigamie. Im Jahre 1898 hatte Mir sich zum erstenmale verheiratet. Später einigte er sich mit seiner Frau auf. Scheidung, verheiratete sich aber vor Be­endigung des Prozesses wieder mit einer Dame, die ihm eine Mitgift von 60 000 Mark zubrachte. Die Frau, die bon der ersten Verheiratung nichts gewußt hatte, wurde frei­gesprochen, Miy erhielt sechs Monate Gefängnis.

Der sichere Schoß" der Polizei. Einen sehr gewagten Spaß hat sich ein Stammtischfreund des Zwickauer Rats­dezernenten für das Polizeiwesen mit dem Herrn Polizeiche geleistet. Kürzlich hatte ein Gauner" die Abwesenheit des Herrn Stadtrats beim Frühschoppen benutzt und von dessen Haushälterin 200 Mart herausgeschwindelt". Er brachte vom Herrn Polizeichef den Schreibtischschlüssel" in einem Kuvert mit der Bitte des Herrn Rat, dem Schreibtisch die Summe zu entnehmen und sie ihm, der, ohne großes Geld bei sich zu haben, plöglich von liebem Besuch überrascht wor den sei, durch den Ueberbringer zu übersenden. Der Schlüs sel schloß nicht, aber die Hüterin der stadträtlichen Kasse mußte Rat und lieh sich die 200 Mark von einer Nachbarin. Auf die Ergreifung des Gauners", der es gewagt hatte, segar den Herrn Polizeigewaltigen in seinen vier Pfählen so raffiniert" zu prellen, wurde eine Belohnung von 50 Mark ausgesetzt. Sie wird nie zur Auszahlung gelangen, denn der Gauner" hat sich mittlerweile als ein guter Be­fannter des Herrn Dezernenten entpuppt. Der Herr Rat hatte nämlich am Stammtisch geprahlt, mit welcher Ruhe jeder Zwickauer das Haupt in den Schoß der Polizei legen dürfe, könne man daraus ersehen, daß er, der Herr Polizei­direktor, sein Geld nur im Schreibtisch aufbewahre. Um ihn scherzweise ad absurdum zu führen, hatte dann der Schwindler" den" Trick" in Szene gesetzt. Ob der Herr Stadtrat schließlich über die Aufklärung ebenso vergnügt gewesen ist, wie seine Haushälterin, die ihre 200 Mart wieder erhalten hat, konnte bisher nicht eruiert werden.

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Nach türkischem Thronfolgerecht erbt nicht der Sohn des Vaters Krone, sondern der Bruder, solange ein Bruder vor­handen ist. Abdul Azid selbst ist der dritte in der Reihe der Brüder, der den Thron der Kalifen bestiegen hat, und des­halb mag ihm Prinz Ahmed Kemal- eddin als ein besonders gefährlicher Verwandter erschienen sein. Angeblich war der Prinz seit Monaten frank. Das kann wahr sein. Angeblich ist er an dieser Krankheit gestorben. Das kann gleichfalls wahr sein. Aber die Undurchsichtigkeit aller Verhältnisse, die sich auf Yildiz- Kiosk beziehen, bringt es mit sich, daß man der einfachen Wahrheit unter feinen Umständen glaubt. daß man das Unheimliche und Verbrecherische für das Wahr­scheinliche hält.

§ Mordprozek Klein. In dem in Wien verhandelten Prozeß gegen das Ehepaar Johann und Franziska Klein nahm die Ehefrau Klein in ihrer Vernehmung alle ihre früheren Zugeständnisse zurück. Sie erklärt sich des Mordes an dem Armenpfleger Sikora für nicht schuldig und bezich­tigt vielmehr ihren Mann, daß er den Sikora in der Klein­schen Wohnung umgebracht habe.

Bier Menschenleben wurden vernichtet, als der Berlin­Münchener Schnellzug am Dienstag auf der Station Brei­tengizbach bei Bamberg in eine Bagnarbeitergruppe hinein­fuhr. Eine größere Kolonne von Arbeitern war unter einer Eisenbahnbrücke mit Schienenlegen beschäftigt, als ein Gü­terzug aus der Richtung von Bamberg sich näherte. Die Arbeiter traten auf ein Nebengleis. Das war ihr Unglück, denn um eine furze Kurve bog auf diesem unversehens der Schnellzug Nr. 104 von Berlin nach München. Vier Ar­beiter konnten sich nicht mehr retten und wurden zermalmt.

* Nach 29 Jahren begnadigt. Wie aus Elberfeld ge meldet wird, wurde der Fabrikarbeiter Julius Frauen­zimmer aus Wald nach 29 Jahren begnadigt aus dem Zucht. haus entlassen. Er war im Dezember 1876 wegen Ermor­dung seiner elf Monate alten Tochter vom Elberfelder Schwurgericht zum Tode verurteilt, dann aber wurde das Urteil in lebenslängliche Zuchthausstrafe umgewandelt. Der entlassene Sträfling ist jetzt 61 Jahre alt.

Mordversuch gegen die eigene Frau. In Staßfurt versuchte ein Arbeiter seine Frau, mit der er in Unfrieden lebte, während des Schlafes in Brand zu stecken. Er goß Petroleum auf den Fußboden und zündete diesen an. Durch das Geschrei des Kindes wurde die Frau geweckt, und so konnte sie sich in Sicherheit bringen.

Vermischtes.

=[ Menschliches vom Kaiser.] Eine Anzahl Züge, die uns das Charakterbild unseres Kaisers näher bringen, wer­den wieder mitgeteilt. Es war im letzten Kaisermanöver. Das IX. Armeekorps sollte die Höhen stürmen, die von der Garde gehalten wurden. Der Kaiser führt das angreifende Korps. Er wirft alle verfügbare Kavallerie ins Gefecht, um der Sturmkolonne Luft zu schaffen. Auf die Frage, wel­ches Regiment den Sturm ausführen solle, wird die be­treffende Nummer angegeben. Da kommt die weitere Frage: Wann sind die Leute heute früh ausgerückt?", und die Antwort lautet: Sie waren auf Vorposten, Ew. Maje­stät!" Wie Wetterleuchten zuckt es über des Kaisers Antlitz, allein er zwingt sich gewaltsam, und mit ruhigem Ernste be­fiehlt er: Dann gehören sie ins Quartier und micht ins Gefecht!" Gleich darauf ertönt das Signal Das Ganze halt!", und das Gefecht ist zu Ende. Aber es kann auch anders kommen. Bei seiner Anwesenheit in Lissabon wurde dem Kaiser u. a. auch das Gesuch eines Berliner Regierungs­rates vorgelegt, der sich über die Behandlung seiner Vor­gesetzten beschwerte, die ihn verhindere, seinen Dienst in ge­wohnter Weise zu tun. Die Randbemerkung des Kaisers lautete kurz und bündig: Wird's wohl aushalten bis nach meiner Reise!"

§ Der Taufschein". Eine amüsante Szene spielte sich dieser Tage vor einer Pariser Strafkammer ab. Ein Rechts­anwalt, der einen Weinfälscher zu verteidigen hatte, sagte in der Verteidigungsrede pathetisch: Nein, mein Klient hai den Wein nicht verfälscht, sein Wein ist echt. Diese Rech­nung hier beweist, daß er aus frischen Trauben hergestellt ist Diese Rechnung ist gewissermaßen die Geburtsurkunde des Weines..." Haben Sie den Taufschein auch hier?" fragte der Präsident unter schallender Heiterkeit.

Von Automobilen totgefahren wurden mehrere Kinder bei Kösteritz und in Berlin. In allen Fällen suchten sich die schuldigen Chauffeure durch die Flucht der Verantwor­tung zu entziehen, zur größten Empörung der Zuschauer.

Geheimnisvoller Codestall.

Konstantinopel, 25. Aprii.

Des Sultans Abdul Hammid zweitjüngster Bruder, Prinz Ahmed Kemal- eddin, ist plößlich gestorben. Er hat ein Alter von 58 Jahren erreicht. Von seinem Ableben hat man beinah zufällig und nebenbei Kenntnis erhalten. Selbst­verständlich sagt man, daß der Prinz nicht natürlichen Todes gestorben sei.

=[ Ein Konfurrent des klugen Hans"] hat sich wäh­rend der Osterfeiertage in einem Londoner Zirkus produ­ziert. Der Pony Theresa" übertrifft in seinen Leistungen noch das bekannte Berliner gelehrte Pferd. Er klopft mit dem Fuß die Zahlen, die ihm aus dem Publikum zugerufen werden. Das Gleiche tut er mit zweiſtelligen, auf eine Tafel geschriebenen Zahlen, die er außerdem addiert. Theresa ist jedoch nicht nur Rechenkünstlerin, sondern auch muſikaliſch begabt. Auf einem Glockenspiel spielt er, ohne einen Fehl­griff zu tun, die Nationalhymne und das Lied Home, sweet home".

Nun kann selbst in der Türkei ein kaiserlicher Prinz mit 58 Jahren ohne jede Nachhilfe an das Ende seines Lebens gelangt sein. Es ist auch nicht Landesbrauch, von dem Tode irgend eines Mannes, der nicht auf dem Thron der Kalifen fitt, viel Aufhebens zu machen. Aber wäre selbst Prinz Ahmed Kemal- eddin weit über das biblische Alter hinaus­gelangt und hätten hösische Trauerkundgebungen die Nach­richt seines Todes begleitet man würde doch geglaubt haben, er sei in seines Lebens Mitte abberufen worden, nicht weil die natürliche Erschöpfung der Kräfte ihn dabinraffte,

3. Gieße

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=[ Der Dank der Geschiedenen.] Im Bamberger Tage­blatt findet sich die folgende Anzeige: Herzlichen Dank für die mir aus Bamberg zuteil gewordenen Gratulationen hin­sichtlich meiner nach 17jährigem schweren Kampf geschiede nen Ehe. Frau G Danzig." Dieser Dank, der sicherlich aus ehrlichem Herzen kommt, läßt traurige Schlüsse auf das 17jährige Gheleben zu.

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=[ Eine Durchtunnelung des Mont Blanc] wird von einer Gruppe französischer Finanzleute geplant. Der Tun­nel würde eine Länge von 13 Kilometern bekommen und bollkommen geradlinig ausgestaltet werden. Er soll in 1050 Meter Höhe bei Chamouniy beginnen und in 1400 Meter Höhe bei Entreves auf der Südseite des Mont Blanc- Massivs endigen.

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=[ Das Opfer des Torero.] Unter eigenartigen Um­ständen hat einer der bekanntesten spanischen Stierfechter, Luis Mazzantini, auf seine blut- und ehrenreiche Laufbahn berzichtet. Seine Frau, der er in herzlicher Liebe zugetan war, erlag in Merito einem Herzleiden, während Mazzan­tini in Guatemala Triumphe feierte. Auf die Nachricht von ihrem Tode eilte er an die Leiche der Verblichenen und ließ sich feierlich die Coleta, den hinteren Haarzopf, abschnei­den zum Zeichen, daß er seinem gefährlichen Beruf endgültig Valet sagt, ein Wunsch, den seine ihn vergötternde Frau zu Lebzeiten oft vergeblich geäußert hatte. Die Coleta wurde der Toten als Armband mitgegeben.

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