f einstweilen unfrantiert,
gift abziehen!
Nr. 147.
Der Student May hatte fen, die Kretse Wehlar und Marburg 10 Bfg. sonst 15 Pfg.
Jesertionspreis: Die einspaltige Petitzeile für ganz Ober
nte das nötige Kapital
zieher aus den Händen
die Heimat. Nachdem
4.
on, Schatz
5.
CINER
Da bin ich!"
Reklamen die Petitzeile 30 refp. 40 Pfg.
Rebattion u. Saupterpedition: Gießen, Seltersweg 83. Bernsprechanschluk Nr. 362.
nwahres gestanden."
Montag, den 26. Juni 1905.
Gießener
14. Jahrgang.
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Neuelle Nachrichten
( Gießener Tageblatt)
Anabhängige Tageszeitung
( Gießener Zeifung)
für Oberhessen und die Kreise Marburg und Weylar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung.
Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberhessen.
Die Eisenbahntarif- Reform. Man hat sich ohne Not geängstigt und aufgeregt, man at ohne ernstliche Veranlassung die hunderte von Gebirgsnd Reise- und Verschönerungs- Vereine, die in den meisten eutschen Ländern und Provinzen sich verdienstlich betätigen,
Rettung des Vaterlandes und des Heimatbezirks aus verer Gefahr aufgeboten. Die Gefahr, die in einer rohenden argen Verteuerung des Reiseverkehrs, in einer tabegerückten Aufhebung der Sonntags- Fahrkarten, der Areiter Wochenkarten, der Ferien- Sonderzüge bestehen sollte, it gar nicht vorhanden. Der preußische Eisenbahnminister jerr von Budde hot Gelegenheit genommen, öffentlich u erklären, daß er an solche Maßnahmen nicht denke und sicht gedacht habe, daß die für Wohlfahrtszwecke eingeführen Vergünstigungen unverkürzt in Geltung bleiben sollen. Nachträglich sieht man ein, daß man die Gerüchte von der eabsichtigten Beseitigung der erwähnten Tarifvergünstigunen überhaupt nicht hätte glauben sollen. Herr von Budde at während seiner ministeriellen Wirksamkeit, so furz sie ist, obiele Beweise dafür gegeben, daß er für die Bedürfnisse nd Wünsche des Verkehrs das entgegenkommendste VerLänduris hot, daß man ihm nicht hätte zutrauen dürfen, er ürde um einer schematisierenden Vereinheitlichungsformel pillen bewährte Einrichtungen abschaffen, die dem Verkehr eb urid notwendig geworden sind.
um Thretwillen; seien
Als vor einer Reihe von Wochen die Delegierten der deutThen Eisenbahnbetriebs- Berwaltungen zur Feststellung eines Enheitlichen Personentarifs zusammentraten, wußte man anz genau, daß nur eine Vereinheitlichung, nicht eine Verlligung des Eisenbahn- Personentarifs in Frage sei. Zwar nd die meisten Eisenbahnverwaltungen so mit leberschüssen pricht dies den Grund. jegnet, daß sie auch eine Verringerung der Einnahmen verin diesem Falle nicht agen könnten. Aber die verkürzten Einnahmen müßten bstverständlich anderweitige Deckung erfahren, sei es durch dazu zwingen." Eue Steuern oder durch Erhöhung bereits bestehender nicht. Aber ich will inteuern, und dazu sind die Zeitverhältnisse nicht gerade anitragen. Ich werde Sie etan. Man wird ohnehin im Reich auf eine Steigerung der mit aufführen!" oll und Steuererträge bedacht sein müssen, um die laufenen Ausgaben und die wachsenden Bedürfnisse zu decken. reilich liegt der Einwand ziemlich nahe, daß eine Verbilliie Redaktion der Neuen Bertise Eng der Eisenbahntarife eine Vermehrung des Verkehrs hell mach sich ziehen und damit den Ausfall reichlich wieder den würde. Dem stehen jedoch Erwägungen anderer Art gegen, die sich folgendermaßen formulieren:„ Es ist nicht jedern Betracht nüßlich, die Beweglichkeit der Bevölkerung ua erhöhen, allzuweite Kreise an einen häufigen Wechsel des Miederlassungsorts zu gewöhnen. Die Bodenständigkeit der ilferung darf nach Lage der Gesetzgebung nicht mehr erbungen werden, denn wir erfreuen uns unbegrenzter Frei feit; es ist aber nicht gut, zum Gegenteil förmlich zu erboden, und das würde durch eine zu weit gehende Verhung des Personenverkehrs auf den Eisenbahnen gepen." Man mag diesen Rücksichten größere oder gar keine ertigung beimessen die Tatsache, daß sie vorhanden no und sich Geltung verschaffen, ist nicht wegzuleugnen. leber die Entschließungen der Delegierten der deutschen ibantarifgemeinschaft sind seinerzeit nicht genaue Prodoll- Unszüge, fondern nur einzelne Mitteilungen veröffentworden. Man hat nicht erfahren, daß Minister v. Budde fus drücklich vorbehalten hat, an den Ausnahmen nicht zu ihen, die Wohlfahrtszweden zu dienen bestimmt sind. Bon allen Beschwerden, die in jüngster Zeit mit so vieler Eftigkeit vorgetragen worden sind, bleibt also wenig rig: Der Schnellzugszuschlag und der Fortfall des Frei pt. Wir möchten gewiß nicht sagen, daß wir an irgend her Berteuerung gewohnter Ausgaben Freude hätten. Dock den Fortfall des Freigepäcks betrifft, so ist er doch nur Leiterscheinung der allgemeinen Verbilligung des Gecharifs zu beurteilen. Man kann nicht den großen VorImm hinnehmen und sich laut über den damit verbun Fatem Deinen Nachteil beklagen.
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feuchte Erde. zu dem Hügel herab und legte seine Hand auf die falte, andere ihn nicht mehr beobachten konnte, beugte er fid) Stellung.
der finden, und er soll die Strafe erleiden, bie er verdient Bei meinem Leben schwöre ich es. Ich werde deinen Mör" Ich schwöre, daß ich dich rächen werde." sagte er laut.
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großen und ganzen darf man sicher sein, daß alle en Eisenbahnverwaltungen die natürliche Neigung em, auf Vermehrung ihres Betriebes bedacht zu sein und Emutzung der Eisenbahnen so bequem wie möglich zu en Denn das ist der Weg, den Eisenbahnen Verkehr firen. Freilich sind die Eisenbahnverwaltungen auch ifstalischen Rücksichten gezwungen. Man sollte, ehe man diese Fiskalität schilt, bedenken, daß die Eisenbahnver. tangen, wie oben schon angedeutet, auf keinen Pfennig mahmen verzichten können, den nicht der Steuerzahler müßte. Gewiß: unsere Eisenbahnverwaltungen könn olle Tarife wesentlich herabseßen, ohne daß deswegen Bistus notleidend würde. Wenn aber der Eisenbahn50 oder 100 Millionen Mark jährlich weniger an den abführt, so muß dafür eine Steuer von gleichem Ereing eführt werden. Wenn man die Dinge von die. tand punkt aus betrachtet, wird man sich gewöhnen, den Bünschen Bügel anzulegen.
Der Krieg in Oftafien. Friedensunterhandlungen sind bisher nicht vom
fegerin+ Eine neue Störung soll durch die Erkrankung
des russischen Ministers Grafen Lambsdorff eingetreten sein. Es heißt, der amerikanische Gesandte in Petersburg habe aber nochmals auf
die Dringlichkeit des Waffenstillstandes hingewiesen. Der Zar soll sich daraufhin entschlossen haben, im Sinne des Präsidenten Roosevelt zu handeln. Graf Lambsdorff erhielt Befehl, dem Botschafter mitzuteilen, daß Rußland keine Ursache habe, die Idee eines Waffenstillstandes abzulehnen, da ein solcher angetan sei, weiteres Blutbergießen zu verhindern. Man erwartet die amtliche Antwort Japans auf das Schreiben des Präsidenten Roosevelt. Man betrachtet es auch als ein Zeichen für den guten Willen Rußlands, daß es Befehl gibt,
die Versenkung neutraler Schiffe einzustellen. Graf Lambsdorff übergab der englischen Botschaft in Petersburg schriftliche Instruktionen der russischen Admiralität an die in den ostasiatischen Gewässern befindlichen Kreuzer, wonach sie keine weiteren neutralen Schiffe versenken dürfen. Diese Instruktionen sollen den russischen Kreuzern durch britische Kriegsschiffe übermittelt werden. Es wurden ähnliche Befehle allerdings schon früher wiederholt auf die Beschwerden der unbeteiligten Mächte erlassen, aber nicht beachtet.
Die bedrohliche Lage der Dinge
auf dem Kriegsschauplake
dürfte die russische Regierung zum Nachgeben in dieser Beziehung beranlaßt haben. Offiziell läßt man übrigens in Petersburg erklären, die Nachricht, daß die Armee Linewitschs von den Japanern von allen Seiten umzingelt sei, sei vollständig unwahr und erfunden. Die Japaner ständen vor der Linie der russischen Südfront, die Russen Auge in Auge mit dem Feinde und bewachen jede seiner Bewegungen. Dagegen wird die gemeldete
Räumung Nord- Koreas
nicht bestritten. Nach neueren Nachrichten räumten nicht 2000, sondern 12 000 Russen, darunter ein starkes Regiment Infanterie und 16 Geschüße Nord- Korea bis zur Annäherung der Japaner, die Kyongsyong besezten. Zwischen der Poßjetbai und Wladiwostok sollen noch 30 000 Russen stehen. Die Ereignisse an der Front beschränken sich anscheinend zurzeit auf Vorpostengefechte und Truppenverschiebungen, doch stehen wichtige Dinge für die nächsten Tage zu erwarten. Bemerkenswert ist die aus Port Arthur kommende Nachricht, daß es den Japanern gelungen ist, den gesunkenen russischen Banzerfreuzer, Bajan" wieder flott zu machen.
Das Blutbad in Lodz.
Die Kämpfe, die sich in der großen polnischen Fabrikstadi abspielten, haben einen sehr bedenklichen Charakter getragen und sind außerordentlich blutig verlaufen. Zahllose Tote und Verwundete bedeckten die Straße, die wie ein Schlachtfeld aussahen. In Lodz ist das Kriegsrecht proklamiert worden.
Schon seit längerer Zeit stand Lodz unter einer dumpfen Gärung. In den Fabriken hatte es Streits gegeben. Die Gegensäge machten sich auf der Straße geltend. Renkontres zwischen Zivil und Militär nahmen kein Ende. Immer mehr spizten sich die Dinge zu, bis ein Ausbruch erfolgte, so wild und schrecklich, wie man ihn bislang kaum anderswo in Rußland erlebt hat. Es war eine Stevolution mit allen ihren charakteristischen Merkmalen, mit
das Gesindel aus den Schlupfwinkeln,
in denen es sich sonst verborgen hält, hervor, das seine Zeit in den Wirrnissen und der Auflösung der Ordnung für gekommen erachtet. Es stürmt die Branntweinläden, Plünderungen und Brandstiftungen sind an der Tagesordnung. Infolgedessen hat sich eine
Barrikaden und Straßenkämpfen. Die Frauen gossen von den Dächern herab kochendes Wasser auf die in den Gassen anstürmenden Soldaten. Zu äußerster Wut gereizt, stürmien diese gegen die Straßensperrun gen an. Allein diese waren fest und gut versichert. Die Wagen der Straßenbahn hatten das Fundament abgegeben, Droschken und Privatequipagen waren benutzt, und auf den Barrikaden standen verzweifelte Menschen, mit Gewehren, Revolvern, und wo diese fehlten, mit Messern, Dolchen und allen Arten improvisierter Waffen versehen. Im Fanatismus des Kampfes eilten von den Hausböden die Frauen herab, um in den Straßen an der Seite ihrer Ghemänner und Brüder zu kämpfen. Stellenweise gingen die Aufständischen selber zum Gegenangriff auf die Truppen vor, und es tam zu erbittertem Handgencenge, in dem Kolben, Bajonett und Messer ihre Rolle spielten. Wo das Militär den Platz behauptete, stürmte es in die Häuser und schoß erbarmungslos nieder, wen immer es als Kämpfer entdeckte. Groß sind die
Opfer des Kampfes,
und zwar auf beiden Seiten. Ueber 300 Tote und an 1000 Verwundete haben die Kämpfe gefoftet, alle Hospitäler sind überfüllt und dabei ist das Ende des Blutbades nicht abzusehen. Den Aufständischen erwachsen immer neue Mitstreiter. Wohin die Kunde von den Vorgängen dringt, übersteigt die Erbitterung alle sonstigen Erwägungen. Die Arbeiter verlassen die Fabriken und nehmen den bewaffneten Widerstand auf. Immer neue Barrikaden wachsen empor. Zugleich aber steigt
Banik der Bevölkerung
bemächtigt, und viele Bürger haben die ungaftliche Stadt verlassen, teilweise in flüchtiger Gile. Den Zurückbleibenden aber droht eine Hungersnot, da die Versorgung der Lebensmittel unmöglich ist.
Während der ganzen legten Nacht famen blutige Aufruhrsszenen vor. Fast ununterbrochen hörte man Gewehrsalven und es ereigneten sich schreckliche Vorgänge. Die Zahl der Opfer wird bis auf 2000 Tote und Verwundete angegeben; auch viele Militärpersonen sind gefallen. Zwei Bomben sind geworfen worden, aller Betrieb stockt.
Auch das Militär hat Verstärkungen herangezogen. Nach Lodz sind Truppen aus Warschau berufen. Auch
die Gärung in Warschau nimmt immer bedenklichere Gestalt an. Es herrscht dorf große Aufregung in allen Schichten der Bevölkerung, die von Gerüchten über die Verhängung des Belagerungszustandes und der zwangsweisen Entfernung eines Teiles der Bevölferung stark beunruhigt ist. Der Fortgang eines Teiles der Garnison nach Lodz kann leicht den Anlaß bieten, daß auch in Warschau der aufgehäufte Zündstoff zur Explosion geTangt.
find wie lange werden die Machthaber auf die zweifelhafte Zuverlässigkeit des Militärs und die Hilfe der Armee noch rechnen können? Schon mehren sich auch dort die Fälle von offener Aufsässigkeit. Jüngst ist eine ganze Eskadron Ulanen, die nach Ostasien obrücken sollte, mit ihren Offizieren an der Spike über die österreichische Grenze geflüchtet. Und auch Attentate fommen aus den Reihen des Militärs vor. So gaben die Soldaten auf den Ministergehilfen Baron Frederick Schüsse ab, den sie irrtümlicherweise für den Minister Bulygin hielten. Der Beamte, dem der Anschlag galt, blieb unverlegt. Aber die Tatsache, daß Soldaten auf hochgestellte Persönlichkeiten schießen, läßt die Dinge in höchst bedenklichem Lichte erscheinen,
Die Politik.
In parlamentarischen Kreisen nimmt man an, daß das Plenum des Herrenhauses die Aenderung der Kommission über das zeitweilige Mutungsverbot nicht gutheißen wird, sondern den Beschlüssen des Abgeordnetenhauses beitreten wird, so daß eine Ueberweisung dieses Entwurfs an das Abgeordnetenhaus sich erübrigen würde.
*
* Die Verhandlungen über die Marokko- Konferenz zwischen Deutschland und Frankreich haben noch kein positives Resultat ergeben, doch geht die allgemeine Meinung dahin, daß eine befriedigende Uebereinkunft erzielt wird. Der französische Botschafter Bihourd in Berlin hat eine Unterredung mit dem Reichskanzler Bülow gehabt, bei der bon beiden Seiten der gute Wille zum Entgegenkommen betont wurde.
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* Die Zurückziehung sämtlicher deutschen Truppen aus Chiua mit Ausnahme der von Kiautschou soll die deutsche Regierung nach einer vorläufig unfontrollierbaren japanischen Meldung beabsichtigen. Durch die japanischen Siege seien die deutschen Besatzungen überflüssig geworden und die Zurückziehung diene zur Verringerung der Reibungsfläche. Es wird abzuwarteu sein, ob bei dieser Nachricht nicht etwa nur der Wunsch der Vater des Gedankens gewesen ist.
Oefterreich- Ungarn
Infolge der stürmischen Proteste in Kammer und Volk hat das neue ungarische Kabinett Fejervary bereits wieder seine Demission beschlossen, die der Kaiser aber vorläufig nicht angenommen hat.
Italien.
Der viel angezweifelte Aufenthalt des Pabstes außerhalb des Vatikans scheint nun doch zur Tatsache werden zu sollen. Auf Anraten seiner Aerzte soll der Pabst beschlossen haben, sich für einige Zeit nach Castel Gandolfo zu begeben. Pius X. würde durch diese Reise mit dem Prinzip der Aufenthaltsbeschränkung auf dem Vatikan, das seit 1870 aufrechterhalten wurde, brechen.
England.
Die Differenzen über Tibet zwischen England und China sollen freundlich ausgeglichen worden sein. Japan hat in diesem Streitfall interveniert und zwar zu Gunsten Eng. lands.
Niederlande.
Ein neuer gefährlicher Aufstand ist auf der Insel Celebes ausgebrochen. Die niederländische Regierung beabsichtigt, drei Kriegsschiffe nach dem Aufstandsgebiet zu entsenden.


