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[ Den größten Rosenbaum Europas,] der augenblich wieder in der prachtvollsten Blüte steht, besitzt der Gärtner Wehrle in Freiburg i. Br. Der Rosenbaum( Wildstamm) wurde vom Besitzer im Jahre 1881 mit der Teerose Chromatella ofuliert. Die Veredelung machte gleich gute Fort
me, flar, tief schritte und trug im folgenden Jahre schon 27 Rosenblüten.
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Im Jahre 1897 bedeckten die Zweige des Baumes einen Flächenraum von 83 Quadratmetern und trugen 6200 Pnospen, 1898 7400 Anospen, 1899 über 8000 Anospen, und im Jahre 1900 nahm der Riesenabum schon einen Flächencaum von 89 Quadratmetern ein mit der enormen Blütenzahl von über 10 000. Die Höhe des Stammes beträgt 1,10 Meter, der Umfang des Stammes 34 Zentimeter, die Länge ber Krone 34 Meter. Das an Draht gezogene Zweigwerk bildet eine Laube.
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[ Die jaure Gurkenzeit] scheint für die deutsche Presse bies Jahr recht frühzeitig zu beginnen. Man findet in den Spalten der Blätter schon eine ganze Reihe alter Befannter, denen von jeher die Aufgabe zufällt, die gähnende Leere Das Schwein, das ju füllen, zu holdem Kranze vereint. Säuglinge frißt, ist bei Soest aufgetaucht( sonst pflegt seine Heimat Ungarn zu sein), zweiföpfige Kinder, siebenfüßige Hasen erblicken allerorten das Licht der Welt und mun hat man sogar das übliche vertvilderte Mädchen entdeckt. Bei Alostergrab im böhanischen Erzgebirge fanden angeblich Holzfäller ein ungefähr 13 Jahre altes Mädchen, das nur einige Feben auf dem Leibe hatte, auf Fragen nur unartifulierte Laute ausstieß und augenscheinlich seit Jahren im Balde gelebt hat. Sonderbar, daß es jetzt erst entdeckt wor en ist! Nun fehlt nur noch die Seeschlange, dann steht die aure Gurkenzeit in vollster Blüte.
[ Als eine schwarze Woche] muß für Berlin der Zeit. abschnitt vom 30. April bis zum 6. Mai bezeichnet werden. Nach den Mitteilungen des Berliner Statistischen Amtes ind in der genannten Woche nicht weniger als 27. Selbstmorde gemeldet worden. Bis dahin betrug in einer Woche Sie höchste Zahl der Selbstmorde 22.
Lokales.
22. Mai 1905.
** Der Prozek Hudde beginnt am 5. Juni. Um den voraussichtlich starken Zubrang zu der Verhandlung zu regeln, werden Eintrittstarten ausgegeben werden. Die Ausgabe erfolgt vom 29. Mai ab.
× Sanitätstolenne. Am Dienstag Abend 9 Uhr fand im Restaurant Sauer, Neustadt, eine gut besuchte Versammlung der Sanitätefoloane vom Roten Kreuz statt, in welche: Oberarzt Dr. Flath einen Vortrag über die moderne Bundbehandlung hielt. Die Anwesenden folgten den Ausführungen des Bortragenden mit großem Interesse. Ferner wurde mitgeteilt, daß am 25. Juni eine Uebung im Anneroder Bald stattfindet, sowie noch eine Uebung in Gemeinschaft zit der Gießener Feuerwehr. Ber Tag dieser gemeinschaftlichen Uebung wird noch festgesezt werden.
*** Gestern Namiteg hielt ber landwirtschaftliche Bezirksverein Gießen im Café Ebel unter Vorfiß des Provinzialdirektors Dr. Breidert eine gut besuchte Hauptver ammlung ab. Die Verhandlungen drehten sich in der Hauptsache um die landwirtschaftliche Binterschule und die Wander Koch- und Haushaltungsschule, deren Errichtung beschlossen wurde. Auf die Einzelheiten fommen wir in einem ausführlichen Bericht noch einmal zurüd.
*
** Die Giekener Berkehrsverhältnisse. Der Bfeilern auf die Bürgerverein Gießen hat auf morgen, Donnerstag Abend, eine öffentlige Bürgerversammlung nach dem Café Leib einberufen, um eine allgemeine Aussprache über die schwebenden Bahnprojekte herbeizuführen. Referenten find Professor Dr. Sommer und Handelstammersyndikus Dr. Anipper gesonen. Bei der großen Bedeutung, die die in Frage fieboen Projekte für das gesamte Leben Gießenz und seiner Umgebung haben, ist es eine unabweis. bare Pflicht jeden Bürgers, auf der Versammlung zu er scheinen und ach Kräften zur Berwirklichung der neuen Verbindungen, deren Notwendigkeit ja erwiesen ist, beir zutragen. Jedermann ist auf der Versammlung herzlich willfommen. Der Bürgerverein als solcher gibt auch in dieser Angelegenheit feinerlei Marshroute, sondern will auch gier nur durch Herbeiführung einer öffentlichen und allgemeinen Aussprache flärend wirken.
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P Der böse Alkohol. Gestern Abend 10 fand man Den Fuhrtnecht eines Gießener Bauunternehmers in total betruntenem Zustand vor den Rädern seines mit Steine schwer beladenen Wagens liegenb in der Sentenbergerstraße vor. Die Pferde waren glücklicherweise, beim Herunterfallen des Senechte vom Wagen stehen geblieben, andernfalls er überfahren worden wäre. Der Knecht wurde im Haftlofal untergebracht, während die Pferbe dem Eigentümer durch Schußleute zugeführt wurden.
P Jn vergangener Nacht mußtes mehrere Obdachlose in Bolizeigewahrsam genommen werden.
Geschäfts- Verlegung und Empfehlung
Hiermit die ergebene Anzeige, daß ich mein
Weißbinder u. Lackierer- Geschäft
hauses, und eine egt bitte ich mit feine Nachtrube uf.] In Camp enanzünder eine Hettelchen befeftigi Bortolongone tags tam in dai diefe Schwalbe
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nach meinem neu erbauten Hause
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( Ecke des großen Steinwegs)
Bei dieser Gelegenheit erlaube ich mir, mich in allen in mein
mherzig und be Fach schlagenden Arbeiten, unter sorgfältigster und billigster Ausführ-|
en Juftizministerung bestens zu empfehlen.
Ich bin unschul erurteilt worden 16. April 1885 Gemeinde Sar
tt befohlen!" Di
Hochachtungsvoll
Eduard Kohlermann, Giessen,
Weikbindermeister.
* Eine efelerregende Geschichte. Vor der Straffammer in Hanau stand am Montag der Bäckermeister Karl Kaltenschnee von Hanau, Hirshftr. 22, wegen Vergehens gegen das Nahrungsmittelgesetz. Die in der Verhandlung zu Tage geförderten Tatsachen sind mehr wie efelerregend, der reiche Säckermeister hat in seinem Geschäft nicht die allermotwendigsten Forderungen der Reinlichkeit erfüllt. Sein Mehlboden war nicht verschalt, sodaß das Mehl direkt unter den Ziegeln lag und fortgesetzt durch eindringenden Staub und herabfallende Spinngewebe ver unreinigt wurde. Eine Tür hatte der Mehlboden auch nicht, Razen und Hühner liefen ungehindert ein und aus und täglich fanden die Bäckergehilfen die Extremente dieser Tiere im Meble vor, das aber trotzdem verbacken werden mußte, nachdem es einmal durchsiebt war. Dazu fam ferner, daß die Mehlkammer direkt über den Schweineställen und den Aborten lag, deren Dünfte in den Mehlraum einströmten. Wenn Kaltenschnee seinen Schweinen das Futter bereitet und gebracht hatte, dann wusch er in der Regel seine dabei beschmußten Hände in der Backstube in dem lauwarmen Wasser, das zum Anmachen des Teiges verwendet wurde, und goß diese schmußige Brühe in den Teig. Die Backtücher, auf die die frischgeformten Backwaren gelegt wurden, sollen nur sehr selten gewaschen worden sein, infolgedessen waren sie mit einer dicken Schmußtrufte bedeckt gewesen, ebenso die Backbretter. Das Brot, das eben aus dem Badofen gehoben worden war, wurde gewöhnlich zum Erkalten auf die ungescheuerten Fußbodenplatten des Hofes geftellt; dabei kam es nicht selten vor, daß die im Hofe umber laufenden Schweine die Brote beschnupperten und benagten Die also verunreinigten Brote wurden aber nicht etwa beseitigt, sondern gleich den anderen zum Verkauf gebracht. In der Verhandlung wurden 27 8eugen, meistens frühere Gehilfen Kaltenschnees, und 4 Sachverständige vernommen. Das Gricht verurteilte den Angeklagten zu 300 Geldstrafe. Der Staatsanwalt hatte drei Monate Gefängnis beantragt. Bemerkt sei noch, daß dieser Bäckermeister seit Jahren das Brot in das Spital geliefert hat. Das Urteil, fügt die " Kleine Presse", der wir dies entnehmen, mit Recht hinzu, erscheint außerordentlich gelind.
Die Furcht des Heiratskandidates. Die Furcht vor der he ist teineswegs ein Probuft unserer heutigen Beit, sondern man hat zu allen Zeiten Bedenken dagegen erhoben. So frischt einer unserer Mitarbeiter folgende Erinnerung auf: Der alte Bauer plant dem Sohne den Hof zu übergeben und legt ihm nahe, daß er in dem Falle fi au nach einer Frau umsehen müsse. Der Sohn fraut sich aber ganz gedenkli hinter dem Dhren, erwägt das Für usb Wider und weist schließlich:" Joa Voatter, dou boast gont tau, dou hoaft mei Motter gebeurat, aich soll awer e weltfremd Mensch heurate!"
Laubach, Landrat von Schüchtern, ist an einer Blind§ Laubach, 22. Mai. Graf Wilhelm zu Solmsbarmentzündung erkrankt. Nach den letzten Nachrichten soll er sich jedoch bereits auf dem Wege der Besserung befinden. ? Laubad), 22. Mai. Der Fischereiprozek gegen die hemische Fabrik Friedrichshütte ist endgültig zu Ungunsten der Kläger entschieden.
Stodhausen, 22. Mai. Schrecklicher Tod. Heute Morgen warf sie unweit Sisfirchen der Ortsbiener Bipp- Niederhausen vor den Schnellzug Gießen- Coblenz usb wurde getötet. Der Zug riß ihm glatt den Kopf vom Körper ab.
? Braunfels, 23. Mai. Unglücksfall oder Selbst mard? Der vermiste Bureaugehilfe Herm. Buchholz dahier ist in einem Weiber als Leiche aufgefunden.
? Marburg, 23. Mai. Die hiesige Fleischerinnung bezieht von jest ab alle 14 Tage einen Waggon Ochsen aus
Berlin.
§ Büdingen, 23. Mai. Mit Beginn des nähten Monats wird die Rouneburg dem Touristenbesuch wieder geöffnet werden.
A Alsfeld, 23. Mai. Ein überaus rege Bans tätigkeit wird sich im Laufe dieses Jahres hier entfalten. Mit dem Bau des städtischen Schlachthauses wurde bereits begonnen, ebenso mit einem weiteren Teil der Kanalisation. 8 der teilweisen Renovierung der Balpurgiskirche sind die Wittel bewilligt. Die Erbauung des voriges Jahr beschlossenen Kreiskrankenhauses tommt dies Jahr ebenfalls zur Ausführung, nachdem der Stadtvo.ftand nunmehr den Bauplay, ein 7 Morgen umfassendes Gelände, fostenlos zur Verfügung geftellt hat.
K Stammheim. Hier erhängte sich der Spezereihändler David Kassel.
K Frankfurt, a. M.( Heu und Strohmar ft.) Man notierte: Seu 3.10-3.50 mt. Stroh, 2.60-000 r. Ves per 50 kilo. Tendenz: in Heu flau, in Stroh fest. K Aus Nassau, 23. Mai. Die Masernepidemie beraslakt wielfed die Schliekuna der Soulm.
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K Aus Rheinhessen, 23. Mai. Allgemein wird über das massenhafte Auftreten von Rebstichlern geklagt. In mehreren Orten sollen die Schulkinder dagegen aufgeboten
werden.
Aus dem Gerichtssaal.
Straffammer.
-
Gießen, den 23. Mai 1905. Wegen Betrugs im Rückfall wurde der Dienstknecht Raspar Raöß von Qued born zu 4 Jabren Zuchthaus und 450 Mt. Seldstrafe verurteilt und ihm die bürgerlichen Ehrenrechte auf 5 Jahre aberkannt. Er hatte sich in in Langgöns und Muschenheim als Knecht verdungen und ist nach Dehändigung des Mietgeldes verschwunden, ohne seinen Dienst anzutreten; auch hat er einen Spezereihändler um 8 garren und Flaschenbier beschwindelt. Der Gaft wirt Georg Grein von Romrod hat sich an einem Mädchen unter 14 Jahren unfittlich vergangen. Es wurden drei Fälle als erwiesen angenommen und der Angeklagte zu 1 Jahr 9 Monaten Zuchthaus nebst 3 Jahren Eheverlust berurteilt.- 8u 1 Jahr Zuchthaus und 150 Mt Geldftrafe, sowie 3 Jahren Ehrderluft wurde der in Gießen wohnhafte Taglöhner Heinrich Jung aus Lüzellinden wegen Urfundenfälschung und Betrugs verurteilt. Er hatte versucht, auf Grund einer gefälschten Urkunde, von einem Landwirt zu allendorf a. d. Lahn 5 Mark zu erschwindeln, was ihm aber nicht gelang. Auf Privatflagesache des Wirts Georg Funt in Frankfurt a. M. wurde der jest in Jugenheim wohnhafte Gastwirt Jakob Witmer von Friedberg durch das dortige Schöffengericht wegen des Vorwurfs des Die von eineids zu einer Woche Gefängnis verurteilt. dem Angeklagten eingelegte Berufung wurde kostenpflichtig zurückgewiesen. Der Schuhmacher Maier Schwab und der Handelsmann Hermann Gottlieb von Grebenau hatten sich gegenseitig wegen Beleidigung verklegt, weshalb sie das Schöffergericht isfeld zu je 20 Mart Geldstraf verurteilte. Schwab wollte freigesprochen sein und socht deshalb das Urteil an. Das Berufungsgericht ließ aber nur eine Renderung bezüglich der Kosten eintreten und verwarf die Berufung im übrigen.
Brief: und Fragelaften der Redaktion. Kr., Gießen, Afterweg. Wir werden Ihre Einwendungen unserem Gemährsmanne übermitteln. Ihre Drohung läßt uns vollständig falt.
Arbeitsnachweis der Stadt Gießen. Gartenstraße Nr 2( Bürgermeistereigebäude) Zimmer Nr. 14, Es tönnen eingestellt werden:
2 landwirtschaftliche Knechte, 2 Spengler, 1 Möbel( ausschreiner, 8 Schreiner( auswärts), 5 Lackierer wärts), 10 Saneiber, 1 Suhmacher( auswärts) 1 Waschfran, 1 Installateur, 1 Glaser, 1 Verkäuferin, mehrere Postaushelfer für Sonntags, 2 Hausburschen, 8 Dienstmädchen, 1 Lauffrau.
Lehrlinge: 2 Schlosser, 1 Spengler, 2 Buchbinder, 1 Lackierer, 1 Schreiner, 1 Läcker, 2 Echuhmacher, Schneider, 1 Friseur, 2 Glaser, 1 Schreiber. Es suchen Arbeit:
1
1 landwirtschaftl. Arbeiter, 1 Gärtner, 1 Feld- oder Gartenarbeiterin, 1 Wäscherin, 1 Dienstmädchen( 14 Jahre ait) 1 Laufmädchen, 1 Hauz oder Bureaudiener, 1 Kassier oder Portier, 1 Packer, 1 Kellner.
Sieteuer landwirifgaflicher Wettersteuft. Berausfitli itterung in Hessen für Donnerstag, trüb, nach etwas milderer Nacht am Stellenweise in Oberhessen geringer
den 25. Mai. Meist Tage fortdauernd fühl. Regen.
( Näheres durch die Gießener Wetterfarte.)
Berantwortlis: kr bie Bolitik und den Inseratenter: Ibin Iein, fir bem Abrigre Jubalt: Georg Horn, beth. in Giles
Gegründet 1883.
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