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Reichslanden, sowie Abordnungen aus der Schweiz und aus Frankreich, teilnahmen. 72 Musikkorps waren im Zug. Das Defilieren vor dem Münster, an dessen Portal die Bischöfe von Straßburg und Metz mit der hohen Geistlichkeit standen, dauerte über drei Stunden. Eine zahllose Menschenmenge wohnte dem Zuge bei. Im Anschluß an den Zug fanden neun große Versammlungen der Teilnehmer statt. Abends war Begrüßung in der Festhalle, an der 8000 Personen, darunter zahlreiche Abgeordnete, teil­nehmen. In der gestrigen ersten Sizung wurden zu Präji­denten gewählt der Erbprinz zu Löwenstein- Wertheim, der Reichstagsabgeordnete Oberlandesgerichtsrat Wellstein und Graf Andlaw- Stotzheim. Als Ort des nächsten Katholiken­tages wurde Essen a. d. N. bestimmt.

Rufeland.

** Die Gärung und die daraus folgenden Zusammen­stöße zwischen den Aufständischen und der bewaffneten wacht gehen besonders in Polen weiter. Als in einem Hause der Mokotowskastraße in Warschau eine geheime Be­ratung stattfand, erschienen Polizeimannschaften und ver­hafteten 27 Mann. Ein Teilnehmer der Versammling suchte über das Dach zu entkommen, gab auf seine Verfolger 11 Schüffe ab, machte dann einen Selbstmordversuch, wuide aber gleichfalls verhaftet. In Mloziny bei Warschau fand zwischen Kosaken und einer 80 Mann starken Gruppe der Terroristischen Kampforganisation ein Zusammenstoß ſtatt cbei 10 Mann der letzteren getötet wurden. Auf den Weichselbahnen ist der Betrieb unterbrochen. Viele Fabriken stehen in ganz Russisch- Polen, und es ist ein allgemeiner Ausstand in Warschau, in Lodz und in anderen Städten an­gefündigt. Ueber ganz Kurland ist der Kriegszustand ver­hängt worden.

Amerika.

Die amerikanische Regierung beabsichtigt die Er­höhung der Kriegsstärke des Landheeres auf 250 000 Mann. Sie dürfte bisher höchstens 100 000 Mann betragen.

Hof und Gesellschaft.

Bei dem Gottesdienst, dem das Kaiserpaar am Sonntag in der Schloßkapelle zu Wilhelmshöhe enwohnten, trug der Verein Musica sacra aus Cassel unter Leitung des Musifdirigenten Spengler mehrere Gesänge vor. Während des Manöver- Aufenthalts in Homburg v. d. H. gedenkt der Kaiser auch der Stadt Wiesbaden einen Besuch abzustatten. Am 6. und 7. September finden im dortigen königlichen Theater Festvorstellungen statt.

Der Reichskanzler Fürst Bülow ist wieder auf Morderney zu kurzem Aufenthalt eingetroffen.

Heer und flotte.

Eine neue Mitrailleuse. In der französischen Waffen­fabrik von St. Etienne wird zurzeit ein Kugelstreu- Geschüz konstruiert. Die Mitrailleuse schleudert hundert Geschosse in der Sekunde und soll eine Treffiveite von 5000 Metern haben.

Die Engländer in der Oftfee.

( Eig. Bericht.)

Berlin, 21. Auguſt.

Die deutsche Regierung hat in anerkenneswerter Weise Veranlassung genommen, jene Uebereifrigen zur Ruhe zu mahnen, die aus der Ostseefahrt des britischen Geschwaders Kapital für die Bekundung ihrer mehr oder weniger un­überlegten Engländerfeindschaft schlagen wollten. Es kann durchaus nicht die Aufgabe eines vernünftigen Staats­bürgers sein, zur Häufung des internationalen Zündstoffs beizutragen. Es wird deshalb halbamtlich angeraten, den englischen Offizieren und Mannschaften mit Höflichkeit und Entgegenkommen zu begegnen, im Einklang mit den Ver­kehrsformen, die sich unter gesitteten Nationen herausgebil­det haben. In England habe man dieses Verfahren gegen deutsche Kriegsschiffe stets beobachtet. In der Bekanntgabe heißt es dann wörtlich:" Nicht bloß der Wunsch der amt­lichen Kreise in England und in Deutschland, sondern auch der Wunsch aller ruhig denkenden Briten und Deutschen ist es, daß der Besuch des englischen Geschwaders dazu beitra­gen möge, die Achtung zwischen den Angehörigen der beiden großen Kulturvölfer zu festigen. Wer dieser Absicht, in welcher Form auch immer, entgegenarbeitet, begibt sich in den Dienst von Bestrebungen, die weder mit den Anforde rungen des Gastrechts, noch mit der Stellung einer mächti­gen Nation in Uebereinstimmur.g zu bringen wären."

Die Vermahnung, die Gäste, die auf der Kanalflotte in die Ostsee kommen, Swinemünde und Danzig anlaufen, mit schicklicher Freundlichkeit zu begrüßen, wäre nicht nötig ge­wesen, wenn nicht in Swinemünde ein um seiner Motive willen anerkennenswerter, aber hier völlig unangebrachter patriotischer Uebereifer auf den Gedanken verfallen wäre, bom Publikum aus und aus der Mitte der Badegäste gegen die Engländer zu demonstrieren. Die Unfreundlichkeiten der englischen Presse sollten auf diese Weise vergolten werden. Man bedachte nicht, daß die Antwort an die unrechte Stelle fam. In Swinemünde erscheint ja nicht der deutsch­feindliche Teil der englischen Presse, sondern ein englisches Geschwader, dessen Offiziere und Mannschaften sich bei allen nicht eben seltenen Besuchen deutscher Striegsschiffe in erg­lischen Häfen gegen unsere Offiziere und Mannschaften an­gemein fameradschaftlich und gastfreundlich erwiesen haben. Es bedurfte nur dieses Hinweises, um die Unbesonnenen zum Taft zurückzurufen. In den Regierungskreisen wie in der Bevölkerung selbst begrüßt man die englischen Gäste mit aufrichtiger Sympathie. Veweis dafür ist, daß in Stettin die Einladung der englischen Offiziere zum Stapel­lauf der Auguste Victoria" vorgesehen ist, und daß Eisen­bahnminister v. Budde Ertrazüge veranstaltet hat, um möglichst vielen Landratten" die Möglichkeit einer Besichti­gung der englischen Kriegsschiffe zu geben, die Admiral Wilson gestattet hat. Es wäre überaus bedauerlich gewesen, wenn von irgend einer Seite aus irgend welchem Grunde cin Mißton in die tatsächlich vorhandene freundliche Harmonie gebracht worden wäre. Die Politik des Anrempelns ist nie­mals gute Politif, hier wäre sie geradezu frebelhaft gewesen. Der Kaiser selbst hat die Richtung vor­gezeichnet. Als vor einigen Tagen an die allerdings erstaunlich taktlose Verlautbarung des Privatsekretärs König Eduards, der König werde seinen Neffen von Deutsch­land auf der Reise nach Marienbad nicht besuchen, um der gröblichen Form dieser Verlantbaruna willen die Bemerkun

gemacht wurde, man könne sich nicht wundern, wenn es aus dem Wald zurückschallte, wie man hineingerufen, sagte der Kaiser: Das wird nicht geschehen!"- Man kann nichts Besseres und Klügeres tun, als der Aufforderung des Kaisers Folge geben.

Was die Sonderzüge anbelangt, so werden auf den Strecken Berlin- Swinemünde und Berlin-- Stettin init Dampferfortseyung bis Swinemünde während der Anwesen­heit des englischen Geschwaders je zwei Züge täglich laufen. Außerdem wird auf die einzelnen Tage verteilt ie ein Sonderzug von Hannover, Leipzig- Halle- Magdeburg und Breslau abgelassen werden. Von Breslau läuft ein zweiter Sonderzug über Posen. Ob von Hamburg ein oder zwei Rüge abgehen, ist noch ungewiß.

Nab und Fern.

Bei der Motorfahrt verunglückt. Der frühere Direktor des Berliner Lessingtheaters, Otto Neumann- Hofer, juhr nach einer Meldung aus Detmold mit seinem Motor- Zwei­rad bei einer scharfen Kurve gegen einen Obstbaum. Er brach ein Bein und mehrere Rippen.

Toller Hund. In Blechhammer bei Sonnenberg sind zwei Kinder und eine erwachsene Person von einem tollen Hunde gebissen. Alle drei sind zur Schußimpfung in das Pasteursche Institut nach Berlin gebracht. Es gelang, den tollen Hund zu töten.

Großes Feuer. In Lindau entstand ein Feuer, das in furzem rasch um sich griff. Acht Wohnhäuser und viele Wirtschaftsgebäude fielen dem verheerenden Element zum

Opfer.

Eine Diebinnen- Schule. In Wien wurde ein Mensch verhaftet, der seit Jahren junge Mädchen zu Diebinnen aus­gebildet und von ihren Raubzügen gelebt hatte. Es han­delte sich meist um Ladendiebstähle, die von den zu zwei gehenden Mädchen ausgeführt werden mußten. Die be­dauernswerten Geschöpfe standen ganz unter der Gewalt des Bösewichts.

Der Brand einer Mühle. In Szolnok in Ungarn brannte ein großes Mühlenetablissement nieder. Als das eine Menge Mehl enthaltende Magazin in Flammen gerier, erfolgten mehrere gewaltige Explosionen. Eine Anzahl Personen kam bei der Katastrophe ums Leben, einige an Sere wurden tödlich verletzt. Der Schaden beziffert sich a: i Willionen.

Eine Stadt in Flammen. mänien ist in Brand geraten. Bevölkerung. Viele Einwohner Leben.

Die Stadt Moniefti in Nu­Sie hat meist eine jüdische kamen bei dem Unglück ums

Ertrunkene Badegäste. Vor den Augen ihrer Ver­wandten ertranken am Strande von Torre del Lago in Toskana ein Student, ein Ingenieur und eine junge Danie. Der Student war ein preisgekrönter Schwimmer, er wurde aber von den anderen mit in die Tiefe gezogen.

Muhammedanische Missionäre in England. In Liver­pool sind zwei afghanische Missionäre angekommen, die sich das Paradies damit verdienen wollen, daß sie den Versuch machen, England zum Islam zu befehren. Beide haben ihre Aufgabe damit begonnen, daß sie die englische Sprache er­lernen, von der sie zunächst noch kein Wort können.

Aus dem Gerichtsfaal.

§ Kündigung eines Angestellten durch Telegramm. Das Warenhaus Nußbaum in Halle a. E. hatte dem bei ihn be­schäftigten Einfäufer Neuling durch ein nach Hamburg ge richtetes Telegramm, wo sich Neuling befand, seine Stellung zum 31. Juli gekündigt. Das Telegramını trug feine Unter­schrift, und Neuling legte ihm deshalb keine Bedeutung bei. Als seine Entlassung am 31. Juli erfolgte, flagte er beim Kaufmannsgericht für die Monate August und Sep­tember auf das bisher bezogene Gehalt von monatlich 275 Mark. Die beklagte Firma weist nach, daß die Original­depesche die Unterschrift Leopold Nußbaum" getragen habe, diese sei durch Schuld der Post unterwegs verloren gegangen. Da die Firma Zahlung verweigert, wird unter Umständen die Postverwaltung für zahlungspflichtig klärt werden. Vorläufig beschloß das Gericht, einen neuen Termin anzusetzen.

§ Bestraster Baumfrevel. Eine eremplarische Strafe verhängte das Schöffengericht in Erfurt über einen Arbei­ter aus Kerpulden, der an der Chaussee zwischen seinem Wohnort und Erfurt 35 junge Obstbäumchen umgetnickt hatte. Der Frevler erhielt vier Monate Gefängnis. In der Begründung wurde die hohe Strafe damit erklärt, day es nur selten gelinge, einen Baumfrevler zu überführen, und daß deshalb ein Exempel statuiert werden solle.

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Vermischtes.

Aenderungen in der Handschrift. Ein Schreibsachver ständiger hat kürzlich in einer Gerichtsverhandlung behaup tet, daß die Handschrift eines Menschen sich alle sieben Jahre ändere. Er begründete diese Ansicht wie folgt: Umstände haben einen großen Einfluß auf die Handschrift. Eine Ver­änderung ist zwischen dem 20. und dem 49. Jahre sicht­barer, als zwischen dem 21. und dem 28. In seinem 49. Jahre hat ein Mann entweder Erfolg im Leben gehabt oder Fiasko gemacht. Mangel an Erfolg schwächt die Hand­schrift, Erfolg zeigt sich in fühneren Buchstaben und Zierun­gen. Charles Dickens' Handschrift änderte sich in 21 Jahren. Das geschah nach seinem ersten Erfolge. Je mehr sein Rus wuchs, desto größer wurde die bekannte Verzierung seiner Namensunterschrift. Die Handschrift eines Mädchens än­dert sich gewöhnlich nach der Heirat.

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Weibliche Detektivs in London. In den großen Ge­schäften Londons kamen besonders bei den dort veranstal teten Saison- Ausverkäufen fortgesetzt Diebstähle vor. Selbst Damen aus der vornehmen Gesellschaft ließen sich verleiten, im Gedränge dieses oder jenes Stück der ausgelegten Waren mitgehen zu heißen. Professionierte Diebinnen hatten unter dem Kleiderrock an einem Gürtel lange Bindfaden mit Klam­mern, mittelst deren sie die Gegenstände forttrugen. Zur Ueberwachung und Ueberführung dieser ungebetenen Kun­dinnen haben jetzt die Londoner Geschäftsinhaber weibliche Detektivs angestellt und man ist mit dem Späherblick, dem nichts entgeht, sowie ihrem diskreten Benehmen, durch das jeder Skandal vermieden wird, sehr zufrieden. So ein weiblicher Detektiv verdient zirka 15 Pfund Sterling monat­lich, ungerechnet die Tantième vom Wert der eingebrachten Gegenstände. Dadurch ist ein neuer weiblicher Berufszweig entstanden.

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Der Ba Gerd Harmsdorf Menschenlemmer. Er fil Deffen abbrud wir heute den furchtbaren Rampf m gegen Blichtgefühl unb Stufe fehen wir eine Wann finlen, ein Opfer Arbeit schweifenden ung Seite steht das ruhige Menschen, der wohl f ibn umgarnenden Efrup

Der Zukunfts- Mensch. In einem englischen Blatte wird die immer größer werdende Abhängigkeit des modernen Menschen von allen möglichen Hilfsmitteln technischer Art wie folgt perfiffiert: Frage: Können Sie schreiben?" Ant­wort: Nein, ich benuße einen Maschinenschreiber." Frage: Können Sie fingen?" Antwort: Nein, ich benute einen Phonographen." Frage: Können Sie irgend ein Musik­instrument spielen?" Antwort: Nein, ich benutze einen Klavierautomaten." Frage: Können Sie nähen?" Ant­wort: Nein, ich habe eine elektrische Nähmaschine." Frage: Können Sie zeichnen oder malen?" Antwort: Nein, ich habe einen photographischen Momentapparat." Frage: ,, Sönnen Sie gehen?" rage: Rönnen Sie gehen?" Ant­wort: Nein, ich benute die Elektrische, die Eisenbahn, ein Motorrad oder ein Automobil." Frage: Können Sie schen?" Antwort: Nein, ich benutze Gläser." Frage: Kön­nen Sie hören?" Antwort: Nein, ich benutze ein Hör­rohr." Frage: Können Sie verdauen?" Antwort: Nein, ich benuße Digestivmittel." Frage: Können Sie schlafen?" Antwort: Nein, ich benuße Narcotica." Frage: Können Sie atmen?" Antwort: Nein, ich benutze einen künstlichen Respirationsapparat."

Eine teure Säuglingsflasche. In London ist kürzlich eine Nährflasche für Säuglinge um den Preis von 325 500 Mark verkauft worden. Die Flasche bildet allerdings ein Kunstwerk ganz besonderer Art, und der horrende Preis erklärt sich aus dem fünstlerischen Wert des Gegenstandes. Die Flasche ist aus Kristall geschnitten und hat die Gestalt eines seltsamen Tieres, dessen Kopf die Deffnung des Ge­rätes enthält. Das Werk ist deutschen Ursprungs und stammt aus dem 16. Jahrhundert. Der Mann, der das altertümliche Gerät zufällig im Schaufenster eines kleinen Ladens entdeckte, berechnete den Wert auf 50 Mark. Das erste Angebot bezifferte sich bereits auf 10 000 Mark. Jest hat der Kunsthändler Wertheimer die Flasche für die ange­gebene Summe erstanden.

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Ein kostspieliges Vergnügen. In einem Hotel auf dem Rigi verlangte ein Engländer, der dort abends einkehrte, der Hotelbesitzer selber solle ihm die Stiefel ausziehen. Das Hotelpersonal mußte schließlich dem Hotelier Mitteilung von dem Verlangen machen, der sich bereit erklärte, für 1000 Francs dem Engländer den verlangten Dienst zu leisten. Die Summe wurde bezahlt, und der Gast befam seinen Willen.

Baron Komura als Schiedsrichter. Auf dem Dampfer, der den Baron Komura, den japanischen Friedensbevoll mächtigten, nach Amerika brachte, hatten mitfahrende Damen Wettkämpfe um ausgesetzte Preise veranstaltet. Als dabei einmal die Leistungen dreier Damen einander gleich standen, bat man den Baron Komura um sein Urteil. Er erklärte, in seiner Heimat zolle man dem Alter die höchste Achtung, es müsse deshalb der ältesten der drei Damen der Preis zu erkannt werden.

Theater, Arzt und Sängerin. Während es im allge meinen zu den Aufgaben des Theaterarztes gehört, die plöy lichen Indispositionen" der Sängerinnen mit recht kritischem Blicke zu betrachten, erhielt der Arzt des Theaters im fran­zösischen Badeorte Royan kürzlich von der Direktion den Auftrag, die als Gast engagierte Sängerin Frau Margue­rita Carré von der komischen Oper in Paris unter allen Umständen für trank zu erklären, und zwar aus dem Grunde. meil man in Royan feinen Tenor hatte, der neben Frau Carré in Nanon" zu singen wagte. Der Arzt merkte sich ein Wort der Sängerin, die beim Verlassen des Zuges über die herrschende Hige geflagt hatte, und verdnete alsbald einen Tag Ruhe und eine Arznei. Indessen Frau Carré merkte bald, daß etwas nicht richtig sei, und bestand auf ihrem Auftreten. Schließlich blieb nichts übrig, als alles zu ge stehen. Man gab die Cavalleria", zahlte einem Teil des Publikums das Eintrittsgeld zurück und händigte Frau Carré das vereinbaric Honorar aus, da die Dame dabei blieb, daß sie von einem Theaterdirektor und nicht von einem Theaterarzt engagiert sci.

Diese

+ Ansichtspostkarten- Verkehr. Seit dem Anfang dieses Jahres sind im inneren deutschen Verkehr Ansichts­postkarten mit schriftlichen Mitteilungen auf der Vorder­seite zulässig. Für Sendungen nach dem Ausland hat diese Erlaubnis vorläufig keine Geltung. Infolge die­ser Verschiedenartigkeit ergeben sich viele Mißverhältnisse und Klagen aus den Kreisen des Publikums. Infolgedessen hat das Reichspostamit schriftliche Verhandlungen init den übrigen europäischen Postverwaltungen eingeleitet. haben zu dem Ergebnis geführt, daß briefliche Mitteilungen auf der Vorderseite von Ansichtskarten auch im Verkehr mit den europäischen Ländern zugelassen wer. den sollen. Die Freigabe erfolgt am 1. September und gilt zunächst als ein Versuch. Te linke Border hälfte der An. sichtskarten kann dann beschrieben werden, wenn sie durch einen senkrechten Elrich von der anderen Hälfte getrennt ist. Eine Ausnahme macht Großbritannien und Irland, das sich dem Abkommen nicht engeschlossen Lat. Mitteilungen auf der Bordersei von ostkarte: nach angereuropäischen Ländern sind cinstiv: en

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tges... et.

Japanische Schlauheit. Zu Anfang des Krieges in Ostasien erschien in Hongkong ein Japaner, der in den dor­tigen Banken eine größere Geldsumme hinterlegte. Dadurch bewog er eine Anzahl reicher Chinesen, eine Gesellschaft von Blockade Brechern zu gründen, um Lebensmittel in das belagerte Port Arthur hineinzuschaffen. Die Chinesen ver­langten eine Probe. Zwei gemietete Dampfer famen richtig durch die japanische Blockadeflotte hindurch und nach Hong­kong zurück, und die Beteiligten gewannen ein tüchtiges Stück Geld. Jetzt fühlten sich die Chinesen sicher, und sie gaben soviel Geld, daß zwölf Dampfer ausgerüstet werden fonnten. Sie fielen sämtlich der japanischen Flotte in die Hände. Der schlaue Japaner aber war mit seinem Gelde aus Hongkong verschwunden.

Kunft und Wiffenfchaft.

LM Heinrich Bulthaupt. Der bekannte Dichter und Dramaturg Professor Heinrich Bulthaupt ist im Alter von 50 Jahren infolge Herzschlags in Bremen gestorben. Ur­sprünglich Rechtsanwalt, wurde Bulthaupt Stadtbiblio thelar in seiner Vaterstadt Bremen und erwies sich als sehr fruchtbarer Schriftsteller. Am bekanntesten wurde er durch jeine damaturgischen Schriften, die er durch eine Vollendung des Schillerschen Fragments Die Malteser" einleitete.

aber glänzend geredtert ben Segen reblichen S

Leiden geläuterten Frau und intereffantes Gemälde der Leferwelt feffeln wird.

Die Hinri G. H. Heute Morge zu Gießen auf dem Gefö das Tobesurteil an de Kgl. Sächsischen Scharf worden.

Nachdem in den le gewefen, daß der große gezogene Will, noch in fei und die Berteidigung aufnahme des Verfahrens Befchlußlommer des Land Oberflaatsanwalt Throba in die Zelle Huddes, um das Todesurteil binnen werden würde. Als Hud Bertreter feines Verteidiger eintreten sah, dachte er, and richtete für Moment Eingetretenen. Sofort a als er unmittelbar auf de jah. Er wurde freidebleid Der Eröffnung zu. Ober er als Mensch bedauere, feine Stunde so nahe geri Bun. Mit eindringlichen S die Zeit nicht vorüberstreid mmfaffendes Geständnis fei hörte Hudde die mahnende in feinem Gesicht. Als flärte Hudde nach einigen nichts mehr zu sagen. Belle und nur die Cen Sie führten ihn in di nahmen ihm die Fffeln Tag frei bewegen. Ec ganz nach feinem Beliebe speziellen Wünsche, er m gereicht wurde; er raud einigen Wein dazu. Zu Pfund Rindfleisch. Den über seine Erlebniffe, e früher getan, daß er in d dem Zimmer gewesen, in Bfarrer Thobes begange den Todesstoß getan ununterbrochen. Den to erschien, lehnte er ab, fich, wie er bemerkte, u Derweilte längere Beit 6 ihn mit ernften, einbring aud ihm nicht ein, bo Pfarrer Thobes beteili verlaffen, nahm er fei gegenüber, die ihn fo

er

mußte sprechen, Bedürfniß zu pred merten laffen, biel Gewiffens gewaltfa ganzen Leben, man

Auge ftanden dann je geit, auch mochte er Leben bewacht, da Beständnis erfolgte begreifenden Energ

Rerben- und Muste zur Schau. Und w aufgeidlagen. Abe

einiges Bulifum ein hinter Senen ein Ber Lange noch fiel der an, daß Sudde den Heute Morgen in Der Staatsanwaltschaf Dem Gefängnishofe de bor dem Aft plazierte Guillotine gegenüber, d aufgeschlagen worden

der Guillotine ftand warzen Dede bebang