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Beit nicht immer mit der wünschenswerten Schnelligkeit und Exaktheit funktioniert und hat deshalb das Kaiser­liche Postamt um möglichste Beseitigung dieser Miß

stände ersucht.

c) Dem Großh. Ministerium des Innern wurde auf sein Ersuchen ein ausführlicher Bericht über die Hand­weberei in Oberhessen erstattet, in dem u. a. ausgeführt wurde, daß die Handweberei, sowohl in Ec zeugnissen jeder den häuslichen Bedarf, wie auch für tommerzielle Zwecke, seit Jahren zurückgegangen sei und durch den neuen Handelsvertrag mit der Schweiz noch weiter geschädigt werde.

d) Von derselben Behörde war die Handelskammer auf­gefordert worden, ihre etwaigen Wünsche für die Er­nennung eines Sachverständigen für Weinkontrolle für die Provinzen Starkenburg und Oberhessen zukommen zu lassen. Die Handels­fammer war der Ansicht, daß für dieses Amt nur eine Persönlichkeit in Betracht kommen könnte, die den Wein­baugebieten und den Handelspläßen des Weinhandels möglichst nahe ist; sie hat deshalb von dem Vorschlage einer Persönlichkeit aus dem Kammerbezirk abgesehen. e) Der Handelskammer zu Kolmar wurde das Beileid der Kammer zu dem Ableben ihres Präsidenten A. Scheurer, desgl. dem Deutschen Handels­tage die Teilnahme der Kammer anläßlich des Hin­scheidens seines Präsidenten, des Herrn Geh. Kommerzien­rat Frenzel, ausgesprochen. Der Herr Vorsitzende oidmete dem Bräsidenten des Deutschen Handelstages einen warmen Nachruf, indem er auf die großen Ber­dienste hinwies, die der Verstorbene sich um die Förderung der Interessen von Handel, Industrie und Berkehr erworben hat." Bu Ehren des Dahingeschiedenen erheben sich die Anwesenden von ihren Sitzen. 2. Wagenstandgeld für Sonn- und Feter tage. Die Handelskammer ist schon vor Jahren für eine Aufhebung des Wagenstandgeldes an Sonn- und Feiertagen eingetreten, da die Wagen an Sonntagen ntat ent- oder beladen werden können, andererseits der Eisenbahngüterverkehr an Sonn- und Feiertagen faft gänzlich zuht. Da diese Anträge stets abgelehnt worden find, so ist in neuerer Zeit vorgeschlagen worden, das Wagenstandgeld für Sonn- und Feiertage nur dann in Anrechnung zu bringen, wenn der Ent- oder Belader schon am Tage vor Sonn- und Feiertagen im Verzuge ist. Wenn die Handelskammer auch nach wie vor der Ansicht ist, daß die Erhebung eines Wagenstandgeldes an Sonn- und Feiertagen in keinem Falle gerecht­fertigt ist, so beschloß sie doch, auch diesen weniger weit gehenden Vorschlag zu unterstützen.

3. Einführung einer Zwischenstufe von 250 km für Fernsprech gebühren. Nach den Be­stimmungen der Fernsprechgebührenordnung fommt bei Ferngesprächen auf Entfernungen von über 100 bis 500 km eine Gebühr von 1 Mf. zur Erhebung. Von dem Verkehre wird die Erhebung einer Gebühr von 1 Mt. für Gespräche auf Entfernungen von wenig über 100 km bielfach als eine zu hohe Belastung empfunden, und es ist deshalb angeregt worden, in der Gebühren berechnung eine Zwischenstufe von 250 km einzuführen und bei Entfernungen von über 100-250 km nur eine Gebühr 75 Pfg. zu erheben. Die Kammer beschloß, bet dem Staatssekretär des Reichspostamts in gleichem Sinne vorstellig zu werden, da bei vielen Industrie­und Handelszweigen des Kammerbezirks das Bedürfnis nach einer solchen Zwischenstufe vorliegt. Eine dauernde Beeinträchtigung der Einnahmen aus dem Fernsprech­verkehr ist nach ihrer Ansicht von einer solchen Maß­regel nicht zu befürchten, da eine Verbilligung des Sazes für Entfernungen von über 100-250 km bor­aussichtlich zu einer Steigerung des Verkehrs führen wird, den anfänglichen Einnahme- Ausfall bald aus­gleichen dürfte.

4. Ginführung der Eichpflicht für Trink branntweinfässer. Die Kaiserliche Normal Gichungs- Kommission hat die Handelskammer um eine Auskunft darüber ersucht, ob ein Bedürfnis zur Ein­führung der Eichpflicht für Trinkbranntweinfässer bor­Itege und welche Frist in diesem Falle für die periodische Nacheichung festzusetzen wäre. Die Kammer erklärte fich entsprechend ihrem früheren Beschlusse und den Wünschen der Interessenten des Kammerbezirks für die Einführung der Eichpflicht und die periodische Nach­eichung innerhalb 5 Jahren.

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5. Bestechung von Angestellten. sprechend einer Verfügung des Großh. Ministeriums des Innern hat die Handelskammer nochmals Er­bebungen über die Bestechung von Angestellten, namentlich bet den Handlungsgehilfenorganisationen des Kammer­bezirks, angestellt. Wenn auch von den Handlungs­gehilfenberbänden Fälle von Bestechungen nicht mit­geteilt worden sind, so beschloß die Kammer doch für eine entsprechende Ergänzung des Gesetzes zur Bekämpfung des unlauteren Wettbewerbs einzutreten, da diese Unfitte in manchen Geschäftszweigen sehr verbreitet ist und ihr mit den jazigen gefeßlichen Bestimmungen durch Selbsthilfe nicht genügend entgegengetreten werden kann. ( Forts folgt.)

Lokales.

** Das Großherzogliche Paar traf heute Morgen 7 Uhr 57 Min. von Kassel fommend auf dem Gießener Bahnhof ein und fuhr 8 Uhr 02 nach Frankfurt weiter.

*** Huddes Revision vom Reichsgericht ver­worfen. Unser Reichsgerichts- Korrespondent schreibt uns: Der Feriensenat des Reichsgerichts hat in seiner heutigen Sigung( 20. Juli) die von Hudde gegen das Urteil des Shwurgerichts Gießen, das ihn wegen Raubmordes zum Tiode und 12 Jahren Buchthaus verurteilte, eingelegte Revision al: unbegründet angesehen und verworfen.

** Wechsel im Präsidium des Oberlandes Gerichts. Der bisherige Präsident des Großh. Ober. landesgerichts, Wirkl. Geheimerat Conradi- Darmstadt, ist in den Ruhestand getreten und zu ſeinem Nachfolger Landgerichtspräsident Lippold- Mainz ernannt worden. Die Ziehung

** 45. Gothaer Geldlotterie.

dieser Lotterie, welche auf dem 20. und 21. Jult stattfinden sollte, wurde auf den 17. und 18. Auguft verschoben. *** Befreundete und bekannte Gießener, welche in Frankfurt beſchäftigt ſind, haben sich dort zu einem

Stammtisch vereinigt.

*** Vichmarkt zu Gießen. Bei dem am 18. und 19. Juli stattgefundenen Markte waren aufgetrieben 1533 Stück Rinbvieh, 852 Schweine. Der nächste Markt findet am 1. und 2. August statt. Am letteren Tage auch Krämermarkt.

*

Gleislose Züge. Wie das Intelligenzblatt" mit teilt, sollen beim Kaiſermanöver praktische Versuche mit der Einführung gleisloser Züge unter Anwendung der Del­feuerung angestellt werden. Es seien bei der Aktien- Ge­sellschaft Arthur Koppel in Berlin für diesen Zweck drei Büge mit je sechs Wagen bereits in Auftrag gegeben.

** Die deutsche Musterriege auf dem ameris kanischen Bundesturnfeft in Indianapolis hat über Erwarten ihre Mission erfüllt; ihre Turner haben nicht weniger wie 8 Preise, darunter 5 erfte, errungen. Es ist das erste Mal, daß die deutsche Turnerschaft eine solche Vertretung nach der neuen Welt entsandte. Außer je einer Musterriege an Reck, Barren, Pferd ohne Pauschen( lang gestellt) und Pferd mit Pauschen führt die Riege sehr schwierige Stabübungen aus. Die Handhabung des Wettkampfes drüben gleicht dem in der deutschen Turnerschaft, nur werden an Reck, Barren und Pferd statt 3 nur 2 llebungen verlangt.

?? Grünberg, 20. Juli. Wir erhalten von zuständiger Seite die Mitteilung, daß bezüglich der landwirtschaft­lichen Winterschule die Chancen Grünbergs nicht zu­rückgegangen sind, sondern noch dieselbe günstige Aussicht wie früher besteht. Damit fallen die von anderer Seite ausgegebenen Nachrichten von der Ausscheidung Grünbergs in dieser Frage in sich selbst zusammen.

Fl. Heuchelheim, 20. Juli. Hier ist eine Ortsgruppe des deutschen Flottenvereins gegründet worden.

§ Lich, 20. Juli. Bei der Landtagswahl im fommenden Herbst wird voraussichtlich ein Licher für den Wahlkreis Lich- Hungen aufgestellt werden.

* Viernheim, 20. Juli. Der Großherzog hat sein Erscheinen zu der am 13. August stattfindenden Enthüllung des Kriegerdenkmals zugesagt.

der mit der Kassenführung beir. war, und fehrte nicht mehr zurück. Da die Revision einen Fehlbetrag von 400 Mt. ergab, wurde ein aftbefehl hinter D. erlassen. Die Nach­forschungen blieben zunächst erfolglos, bis die Polizei heute Mittag seine Wohnung öffnen ließ und Diehl entseelt vor­Revolver zwei Schüsse in die Schläfen gejagt hat. Diehl, fand. Er hatte sich erhängt, nachdem er sich zuvor mit einem der eine starke Familie hat und die Unterschlagung offenbar Nieder- Ohmen und stand im 40. Lebensjahre. aus momentaner Geldverlegenheit beging, stammt aus Aus dem Gerichtssaal.

Straffammer.

Gießen, den 20. Juli 1905. Die Verhandlung in der am letzten Dienstag auß­gefeßten Sache gegen den Steinbrucharbeiter Peter Dörr von Nieder- Ofleiden führte zur Verurteilung des Ange­flagten zu einer Zuchthausstrafe von 1 Jahr und 6 Monaten. Dörr wurde schuldig befunden, daß er es unternommen habe, den Dienstknecht Wilhelm Haupt von Ober- Dfleiden, in einem gegen ihn bei dem Amtsgericht Homberg anhängigen Alimentationsprozesse zu unwahren Aussagen unter Eid zu seinen Gunsten zu verleiten. Haupt wurde zugemutet, den Verkehr mit einem klagenden Mädchen zu beschwören, das er überhaupt nicht kannte. Das Gericht zog die Jugend und seitherige gute Führung des Angeklagten strafmindernd in Betracht; doch wurde auch straferschwerend in Berück fichtigung gezogen, daß in einem derartigen Vergehen eine große Gefahr für die Beteiligten und die Rechtsordnung liegt. Dem Zeugen, dessen Glaubwürdigkeit in der Ver­handlung angezweifelt wurde, schenkte das Gericht vollen Glauben, da seine Aussagen auch noch durch andere Momente unterstügt wurden. Nach dem Eindruck, den er in der Berhandlung gemacht hat, hielt man es für ausgeschlossen, daß er fähig sei, eine solche Sache zu erfinden.

Literarisches.

Eduard Mörikes Leben und Schaffen nebst Krauß( Stuttgart). Leipzig, Mox Hesses Verlag. Preis einer Auswahl seiner Briefe. Von Archivrat Dr. Rudolf

1,50 Mt., eleq. gebunden 2 Mt.

Kirchliche Nachrichten für Gießen. Evangelische Gemeinde.

Am 5. Sonntag nach Trinitatis, den 23. Juli. In der Stadtkirche.

Vormittags 8.00 Uhr: Pfarrer D. Schlosser. Bugleich Chriftenlehre für die Neufonfirmierten der Matthäus­gemeinde.

Vormittags 9.30 Uhr: Pfarrassistent Schulz. Vormittags 11 Uhr: Rinderkirche für die Markus­gemeinde. Bfarrasstent Schulz.

Nächsten Sonntag, den 30. Juli, findet im Haupt­gottesdienst Beichte und heil. Abendmahl für Matthäus- und Marfusgemeinde gemeinsam statt. Anmeldungen dazu werden vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten.

In der Johannesfirche. Vormittags 8 Uhr: Bfarrassistent Sattler. Bugleich Christenlehre für die Neufonfirmierten aus der Johannesgemeinde. Vormittags 9.30 Uhr: Pfarrer Euler.

Beichte und heil. Abendmahl für die Lukas- und Johannesgemeinde. Anmeldungen vorher bei dem Pfarrer ieder Gemeinde erbeten.

* Braunfels, 20. Juli. Das turnfreundliche Braun­fels feiert in den Tagen vom 22.- 24. Juli ds. Js. das 23. Turnfest des Lahn- Dill- Gaues auf einem schönen Fleck Erde, dem Herrschaftlichen Tier­garten, der unter dichtem, schattigen Blätterdach bei den längen einer Regimentskapelle und vorzüglicher Be­wirtung angenehmen Aufenthalt verspricht. Im Laufe des Sonntag Nachmittag führen alle Gaubereine­39 an der Zahl gemeinsam Freiübungen auf, um dann in Riegen zu turnen. Während dieser Zeit zeigen Braunfelser Turnerinnen, Zöglinge und die Jugend­abteilung gefällige Reigen. Der Turnverein wird auch mehrere wenig bekannte Spiele vorführen, da er dant der Unterstützung seiner Gönner über vielerlei Spiel­geräte verfügt. Auch dem Keulenschwingen nach dem Tafte der Musik wird eine halbe Stunde gewidmet werden. Die Beleuchtung des Schlosses am Abend wird einen Anblick von großartiger Schönheit bieten. Der Montag bringt das Einzel- Wetturnen und Frühkonzert auf dem Festplate, am Nachmittage das Turnen der Jugendabteilung. Der rührige festgebende Verein unseres vielbesuchten Städtchens( er zählt schon seit Jahren nahe an 200 Mitgliedern bet 1600 Einwohnern) hofft dank der Unterstüßung der Bürgerschaft mit gleichem Erfolge das erste ihm übertragene Gaufest durchzuführen, wie er es verstanden hat, in den 11 Jahren seines Bestehens aus fleinen Anfängen sich zu einem der größten und angesehensten Vereine des Lahn- Dill- Gaues Nachmittags um 5 Uhr und abends 8 Uhr: Gelegenheit emporzuarbeiten. Für die Mitglieder des Gaues Hessen dürfte es von Interesse sein, daß die Gründer des Vereins frühere Mit­glieder der Turnvereine Hungen, Lauter­bach und ich waren.

( Turnzeitung für den Gau Hessen.)

Vormittags 11 Uhr: Kindergottesdienst für die Lukas­gemeinde. Pfarrer Euler.

Abends 8 Uhr: Versammlung und Bibelbesprechung im Konfirmandensaal der Johannesfirche. Text: 1 Betr. 8-15.

Nächfifünftigen Sonntag, den 30. Juli, wird nach allen Gottesdiensten die alljährliche Kollekte für Innere Mission erhoben.

Batholische Gemeinde. Samstag, den 22. Juli.

zur hl. Beichte.

Sonntag, den 23. Juli. 6. Sonntag nach Pfingsten. Vorm. von 6.30 Uhr an: Gelegenheit zur hl. Beichte. um 7 Uhr: Die erste heil. Messe, vor und in derselben Austeilung der heiligen Kommunion.

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8 Uhr: Die zweite heil. Messe. Vorm. von 9.30 Uhr an: Hochamt mit Predigt. Nachmittags um 2% Uhr: Christenlehre; darauf Andacht.

Katholischer Gottesdienst in Grünberg findet ſtatt: Sonntag, den 23. Juli vormittags 9½½ Uhr.

§ Griedel, 20. Juli. Großfener. Heute Morgen gegen 42 Uhr fam in einer Scheune ein Schadenfeuer zum Ausbruch, dessen Bekämpfung unsere Feuerwehr sofort in angriff nahm. Als die Gefahr schon beseitigt schien, flammte eine benachbarte Scheune auf. Das Feuer sprang jetzt von Haus zu Haus und bald standen 3 Scheunen und 4 Ställe in Flammen. Kurz nach Ausbruch des Brandes erschienen auch die Feuerwehren von Butzbach und Gambach und leisteten wirksame Löschhülfe, bis es gegen 10 Uhr gelang, das Feuer den 22. Juli. Zeitweise wolf g, stellenweise Gewitter, ziem. zu lokalisieren. Leider sind bei dem Brande zwei Rinder umgekommen. Die Besiger der abgebrannten Gebäude sind stehungsursache ist noch nicht festgestellt, man vermutet indes die Landwirte Bentheim, Treut und Wagner. Die Ent­Brandstiftung.

][ Weglar, 20. Juli. Die Jubiläumsfeierlichkeiten des gültig auf den 29. und 30. Juli festges zt worden. 25jährigen Bestehens des Weglarer Ruderklubs sind ent­Regatta geht am Sonntag, den 30. Juli vor sich.

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Erda, 20. Juli. Die Kaiserin hat unserer Gemeinde zu den durch die Typhusepidemie verursachten Kosten uud zur Gründung einer evangelischen Frauenhülfe einen Beitrag von 500 mt überwiesen.

?? Frankfurt, 20. Juli. Unterschlagung im Amte und Selbstmord. Am 18. Jult wurde die Kasse des Gewerbe- und Kaufmannsgerichts einer Revision unterzogen. Während der zuständige Beamte mit ihrer Prüfung be schäftigt war, entfernte sich der Assistent des Gerichts, Diehl,

Gießener landwirts@ aftlicher Wetterdient. Voraussichtliche Bitterung in Heffen für Samstag,

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( Näheres durch die Gießener Wetterkarte.

Verantwortli: für die Politik und den Inseratenter: Albin Klein, für den übrigen Inhalt: Georg Horn, beib in Glegen.

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