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bis jetzt nur England abgesagt. Dagegen soll von Ameriko bereits eine feite Zusage eingegangen sein. Wenn es ge lingen sollte, die französische Regierung zur Beschichung der Konferenz zu bewegen, was noch immer nicht als aus. geschlossen gilt, so würde England wieder einmal in einer " glänzenden Isolierung" dastehen, da panien, das bisher noch zögert, sich sicherlich Frankreich anschließen wird. Das dann England sich weiter grollend beiseite halten würde, dari bezweifelt werden.

Hof und Gesellschaft.

*** Der Kaiser gedenkt seine Ostseefahrt, die in diesem Jahre an die Stelle der Nordlandfahrt treten soll, am 10. Juli von Swinemünde aus anzutreten. Die Fahrt soll sich bis an die schwedische Küste erstrecken.

*** Die feierliche Beisetzung des verstorbenen Fürsten Leopold von Hohenzollern hat in der Erlöser­firche in Hechingen in Anwesenheit des Kaisers und einer großen Reihe von Fürstlichkeiten stattgefunden.

Heer und Flotte.

In der Besetzung des Schuhgebietes Kiautschon sind wich­tige Aenderungen eingetreten. Aus den Stammkompagnien des 3. Seebataillons und der Stammbatterie der Marine­feldbatterie wird unter Aufhebung ihrer Zuteilung zu dem in Wilhelmshaven liegenden 2. Seebataillon ein selbständi­ges Bataillon mit der Bezeichnung als 3. Stammseebataillon gebildet, dessen Uniform die Abzeichen des 3. Seebataillons erhält. Gleichzeitig wird an Stelle der Stammkompagnie der Matrosenartillerie 5. Abteilung Kiautschou unter Aufhebung der Zuteilung zur 3. Matrosenartillerie 5. Abteilung mit dem 1. Oktober 1905 eine Stammabteilung der Matrosenartille­rie Riautschou zu zwei Kompagnien gebildet, so daß eine Kompagnie neu aufzustellen ist.

Ein völliger Umschwung im englischen Küstenverteidi­gungssystem wird durch eine Verfügung der Admiralität angebahnt. Die Verwendung von festgelegten Minen soll bon jetzt an aufgehoben werden. Diese nahmen aber in dem bisher geltenden System mit den bedeutendsten Platz ein. Was an ihre Stelle treten wird, ist bisher nicht bekannt.

Soziales Leben.

[] Weitere Lohnkämpfe im Baugewerbe sind zu verzeich nen. Die Aussperrung von 30 000 Bauarbeitern im rhei­nisch- westfälischen Industriebezirk hat eine Streifbewegung der Bauschreiner nach sich gezogen. In Hofstede und Gelsen­firchen sind schon partielle Ausstände der Schreiner ausge­brochen. In München ist eine ganze Anzahl von Baustellen und Werkstätten infolge von Lohndifferenzen mit den orga­nisierten Arbeitern geschlossen worden. Jedoch erklärten die Unternehmer, daß Leute, die die Arbeit unter der bestehen­den Arbeitsordnung fortsetzen wollen und schriftlich erklären, daß sie den das Gewerbe so unzeitgemäß beunruhigenden Organisationen" nicht angehören, sie auch aus ihren Ver diensten nicht unterstützen wollen, auch weiter nach Möglich. feit Arbeitsgelegenheit erhalten sollen.

[] Tenerungszulagen für die Bediensteten der bayerischen Staatsbahnen werden in Massenpetitionen vom Verkehrs minister erbeten. Die Lebensmittelpreise haben eine ganz abnorme Höhe erlangt, namentlich für Fleisch, Fleischwaren und Gemüse.

Verunglückte mußte mit Seilen über die Klipper heraufge­zogen werden, da man sonst keine Möglichkeit des Trans­portes hatte. Man hofft, sie am Leben zu erhalten.

A Die Best. In Manchester( England) ist ein Bestfall vorgekommen, der tödlich verlaufen ist. Der Erfranfte war Hilfskoch an Bord eines von Buenos Aires über Hamburg am 8. Juni in Middlesborough angekommenen Dampfers. Alle Vorsichtsmaßregeln sind getroffen, so daß eine Weiter­verbreitung der Seuche nicht zu erwarten steht.

A Unheil in der Artilleriekaserne. Zu Pampelona in Spa­nien warf ein Soldat eine brennende Zigarette auf einen Haufen fertiger Granaten. Die Geschosse erplodierten teil­weise und verwundeten sieben Personen, darunter eine le­bensgefährlich.

Der Mörder des griechischen Ministerpräsidenten Delyannis. Als der Attentäter dem Untersuchungsrichter zugeführt werden sollte, machte er einen Selbstmordversuch. Er beabsichtigte, sich durch einen Sturz aus dem Fenster zu töten, wurde jedoch von den Wächtern noch im legten Augen­blid rücfgerissen.

Vermischtes.

=[ Der Bierverbrauch in Bayern.] Im Jahre 1904 hat München erheblich weniger Bier gebraut, als im Vorjahr, denn es verbrauchte dazu 35 000 HI. Malz weniger. Wäre die Ausfuhr nicht etwas gestiegen, würde der Ausfall noch wesentlich größer sein, denn München vertrank weniger als im Vorjahr, nämlich rund 100 000 HI. Bier weniger als 1903, obwohl in diesem Jahr es doch auch wieder um 9000 Menschen zugenommen hat. Diese stetige, nun seit etwa 20 Jahren mit großer Regelmäßigkeit unausgesetzt sich voll­ziehende Abnahme des Jahresverbrauches traf also auch im Vorjahre zu. 1903 brauten 26 Brauereien aus 1 335 088 SI. Malz 3 270 966 HI. Bier, von denen in München 1 745 495 HI. verzapft wurden, während 1 545 450 HI. aus­geführt wurden. 1904 brauten 25 Brauereien aus 1 300 324 SI. Malz 3 185 794 HI. Bier, von denen in München 1 648 510 I. verbraucht wurden, während 1554 182 HI. ausgeführt wurden. Mitte der 80er Jahre kam auf den Kopf der Bevölkerung Münchens noch ein Jahresverbrauch von über 500 Liter Bier. Im letzten Jahr ist der Verbrauch gegen das Vorjahr von 339 Litern auf den Kopf um 24 Liter auf 315, also um volle 7 Prozent, gesunken. Was soll das werden?

=[ Der Retter von hundert Menschen durch Selbstmord geendet.] Allgemeines Erstaunen verursacht der Selbstmord des Fährmanns Gustav Leonhard, der auf der Insel Valen­tinswerder bei Tegel seit vier Jahrzehnten ansässig war. Leonhard hatte mehr als hundert Menschen das Leben ge­rettet. Im Sommer wie im Winter war er unermüdlich auf dem Posten, um Personen, die mit dem Boote gekentert oder im Eis eingebrochen waren, Hilse zu bringen, was ihm häufig nur mit großer eigener Gefahr gelang. Jetzt wurde Leon­hard, der ein Alter von 63 Jahren erreicht hat, in seiner Laube auf Valentinswerder erhängt aufgefunden. Die Mo­tive zu dem freimillinen Tode find unbekannt.

Hessischer Landtag.

Darmstadt, 15. Juni. Nachdem die Kammer zunächst einige kleine Vorlagen erledigt hatte, ging sie zur Beratung des Gesezentwurfs über die Gemeindeftenerreform über. Staatsminister Rothe erklärte, durch den Entwurf solle das Gemeinde­steuerwesen in ein einfaches und gerechtes System gekleidet werden. Der Entwurf stelle die Besteuerung auf die Grundlage der Leistungsfähigkeit, wolle aber auch die Leistungen der Gemeinden an die Steuerzahler durch die Heranziehung des Bruttovermögens entsprechend berück­A Am Grabe der Mutter getötet. Ein Schlossergeselle in fichtigen. Staatsminister Rothe spricht dem Ausschuß und Kiel hatte eine Freiheitsstrafe zu verbüßen gehabt. Bei sei­ner Rückkehr aus dem Gefängnis erfuhr er, daß seine Mut ter inzwischen gestorben war. Der Unglüdliche nahm sich das

Nah und Fern.

ſehr zu Herzen. Er begab sich nach dem Grabe der Mutter

und erschoß sich auf dem Hügel.

Gasexplosion. In der Gasanstalt des Zentralbahnhofes in Mainz richtete eine Explosion große Verwüstungen an. Zwei Arbeiter wurden schwer verletzt. Das entstandene Feuer konnte bald bewältigt werden.

Mord an einer Greisin. In dem Dorfe Viraach bei Hohenheim wurde eine seit zwei Tagen vermißte 70jährige Frau mit eingeschlagenem Schädel tot aufgefunden. Der Mörder, dessen Motive bei der Untat nicht klar sind, ist be reits verhaftet.

Zugentgleisung. Auf der Strecke Magdeburg- Debis. felde fuhr gestern ein Güterzug im Bahnhof Debisfelde auf eine Reihe leerer Wagen und entgleiste. Die Lokomotive und 14 Waggons sind schwer beschädigt. Mehrere Wagen sind vollständig zertrümmert. Der Lokomotivführer, der Zugführer und zwei Schaffner des Zuges sind leicht verletzt.

Attentat gegen einen Professor. Ein Student der Me dizin namens Donici machte einen Mordangriff auf den Universitätsprofessor Manolescu in Bukarest im Kranken­saale. Der Professor bemerkte, daß ein junger Mann einen Stevolver gegen ihn richte. Im selben Augenblick erdröhnte auch schon ein Schuß, der aber sein Ziel verfehlte. Der Attentäter wollte noch einen zweiten Schuß abgeben, konnte aber noch rechtzeitig von den anwesenden jungen Leuten daran gehindert werden. Donici gab an, daß er sich an Pro­fessor Manolescu rächen wollte, weil ihn dieser beim Rigo­rosum habe durchfallen lassen.

Dreifacher Mörder. In Berditschew( Rußland) ermor­dete der Gendarmerieunteroffizier Leleko den Rittmeister Markowski und die Gendarmeriewachtmeister Zukanow und Palei durch Revolverschüsse. Lelefo war wegen Trunken­heit aus dem Dienste entlassen worden, und sein Verbrechen war eine Tat der Rache.

Ein heldenmütiger Knabe. Bei einem gemeinsamen Ausflug auf das Stockhorn im Berner Oberland glitt ein vierzehnjähriges Mädchen aus und stürzte den felsigen Ab. hang hinunter. Die älteren Burschen, welche die jüngeren Bersonen der Gesellschaft zu dem gefährlichen Aufstieg ver­leitet hatten, machten sich auf und davon. Der aus demsel ben Orte wie das Mädchen, aus Höfen, stammende zwölf. jährige Knabe Eduard Tanner handelte anders. Er kletterte der Abgestürzten mit Lebensgefahr nach, fand sie verletzt, aber lebend auf und verband so gut wie es ging die bluten den Wunden. Mit letzter Kraft flomm er dann abermals durch die Felsen zu einer Sennhütte und holte Hilfe. Die

besonders dem Berichterstatter Abg. Dr. Gutfleisch namens der Großh. Regierung für die gründliche, fleißige objektive Arbeit den Dank aus. Abg. Ülrich weist da­

rauf hin, daß die Besteuerung des Bruttovermögens den

wirtschaftlich Schwächeren mehr als den kapitalfräftigen be­laste. Er will eben nicht, wie es der Entwurf vorsieht, das im Grundbesitz, Gewerbebetrieb und Rapital angelegte Bruttovermögen als Quelle der Steuer in Anspruch ge­nommen sehen, vielmehr, daß das Einkommen aus diesen Bermögensteilen von der Steuer getroffen werde. Freiherr von Heyl habe jüngst in der ersten Kammer bereits im Voraus Kritik an dem Entwurf geübt, um gegen den Finanzminister scharf zu machen. Ulrich ist die Auffassung des Finanzministers, daß die unteren Klassen gegenüber den oberen entlastet werden müssen, weit sympathischer als die des Herrn von Hey, der stets über den auf den Wohl­habenden lastenden Steuerdruck flage. Die Scharfmacherei des Herrn v. Heyl habe ja bereits die offizielle Abfuhr er­erhalten in jenem Erlaß, in dem der Großherzog seine Uebereinstimmung mit der Steuerpolitik des Finanzministers deutlich erklärte. Hierauf tritt Vertagung auf Freitag, Vormittag 9 Uhr ein.

16. Juni.

Die Sigung wird durch Präsident Haas 9 Uhr eröffnet. Das Haus setzt die Generaldebatte über die Ge­mindesteuerreform fort. Abg. Molthan erklärt namens des Zentrums dessen Einverständnis mit dem Ent­wurf, da er die Berechnung der Grundsteuer nach dem ge­meinen Wert vorsieht. Bedenken äußert er hinsichtlich des Verbots des Schuldenabzuges bei Rap talvermögen und stellt ferner einen Antrag auf Besteuerung der Komsumber­eine in Aussicht. Abg. Windecker spricht sich im wesent­lichen für die Regierungsvorlage aus und polemistert gegen die gestrigen Ausführungen des Abg. Ulrich, namentlich auch, soweit sich sich gegen Freiherrn v. Hyl gerichtet haben. Sollte man bei der Kapitalsteuer, die ja ohnedies den Kapitalisteu nur zur Hälfte heranzieht, auch noch den Schuldabzug geftatten, so würde das eine ungerechte und durch nichts gerechtfertigte Bevorzugung der Kapitalisten gegenüber den Gewerbetreibenden und dem Grundbesiz be­deuten. Finanzminister na uth legt nochmals die Stellung der Regierung dar und befämpft die Ausführungen des Abg. Ulrich und des von Abg. Schönberger erstatteten Minoritätsberichts. Abg. Dr. Sutfleisch erstattet Be­

Beamtenfategorien, die vor dem Infrafttreten der jebigen Herren: Theodor richt über die Vorstellungen von Pensionären verschiedener War Frant, Dres Pensionsgefeße pensioniert wurden. Er beantragt im nächst Induftrie in B jährigen Budget Mittel zur Aufbesserung dieser Pestonsbeiniglicher Rommerzie züge einzustellen. Abg. Schönberger legt in längeren in Dresden, ftell Ausführungen seinen ablehnenden Standpunft zu der Be Frankfurt a. M meindesteuer- Vorlage dar. Hierauf tritt Bertagung auf bieae, Banfier, in

Dienstag Vormittag 10 Uhr ein.

Lokales.

17. Jnut 1905.

Berlin; Georg Liebel,

Friedrich Reinhardt, Georg Schreiber, G Blaut in Leipzig; Deutschland) in Berl Bant in München; Defterreichischen Ba bber Widüler- Küpper

Das Großherzogliche Paar ist heute per Automobil über Gießen nach oben solms zu längerem Aufenthalt gereift. Wie uns telephonisch mitgeteilt wird, passierten die Herrschaften 2.10 Uhr Abendstern.

*

** Handelskammer- Wahlen. Am 27. Juni finden Wahlen zur Handeskammer Gießen statt.( 5. Inserat.) ** Immer mehr Bahnen entstehen um Gießen, denn jetzt hat auch der Bezirksausschuß in Kassel die Ge nehmigung zur Vornahme allgemeiner Vorarbeiten für eine N benbahn Niederaula- Alsfeld mit einer Abzweigung nach Schliß erteilt.

Der Kriegerverein Gießen veranstaltet morgen Sonntag im Licher Wald ein Wald fest.

P. Gestern Nachmittag verunglückte ein Gießener Arbeiter am Oswaldsgarten dadurch, daß er auf einen in Fahrt befindlichen, beladenen Kohlenwagen steigen wollte und dabei stürzte. Die Räder gingen über seinen Fuß hinweg und fügten ihm schwere Verlegungen bei, sodaß die Ver­bringung des Arbeiters in die Klinik nötig wurde.

? Reiskirchen. Ein recht wertvolles Spielzeng wußte sich hier am dritten Pfingstfeiertage ein 7jähriger Knabe zu verschaffen. Er entwendete in einem Hause nahe der Bahnstation eine Taschenuhr und zertrümmerte sie durch Spielen gänzlich

§§ Bobenhausen, 16. Juni. Auf unserem gestrigen Pfingstmarkte wurde das Paar Ferkel 1. Qualität mit 70-75 Mt. bezahlt, geringere im sechswöchigen Alter galien 50 Mt., bessere 50-60 mt. Der Handel war flott.

§§ Ober- Ohmen, 16. Juni. Rowdy. In der ver­gangenen Nacht wurde hier ein 17jähriger Bursche in die Untersuchungshaft abgeführt, der am zweiten Rirchweihtage ein hiesiges junges Mädchen auf dem Heimwege überfallen und mißhandelt, wenn nicht gar vergewaltigt hat.

§ Schotten, 15. Juni. Unser Pingst- Prämierungs­martt am Dienstag war mit 500 Ferkeln befahren, für die außerordentlich hohe Preise gezahlt wurden, je nach Alter 55--80 mt. pro Paar.

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Wetzlar, Die letzte Nummer der Korrespondenz der Landwirtschaftskammer und des Landw. Vereins besagt über die Obsternte- Aussichten im Kreise Wezlar: Beeren Obst: mittel, Kirschen: gut, Zwetschen: mittel, Mirabellen sehr gut, Aepfel: mittel, Birnen: sehr gut.

Eine

X Wetzlar, 16. Juni.( Schöffengericht.) Geldstrafe von 10 Mart erhielt ein Gastwirt von & rofdorf, weil er am 24. April anf dem Tanzboden bei einer öffentlichen Tanzbeluftigung, jugendliche Personen männlichen Geschlechts unter 17 Jahren duldete. Gegen dieses Urteil legte M. Berufung ein, welche aber heute er­folglos bleibt. Dieselbe Uebertretung wird dem Gastwirt Gerhard K. von Launsbach zur Last gelegt. R. erhielt deswegen auch eine Strafe ron 10 Mt., legte aber hier­gegen Berufung ein. Auch in diesem Falle bleibt die ein­gelegte Berufung erfolglos. ( W- l. Anz.)

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** Höchst, 16 Juni. Ein granfiger Fund. Die Höchster Polizei gibt bekannt: Am 14. Juni, nachmittags

gegen 3 Uhr wurden an einem Abhange der sog. Frosch. fuhle an der Sodener Bahn in Höchst die Leichenteile eines 6jährigen Knaben gefunden. Vermutlich wurde die Leiche, die fast völlig verwest ist und deren Gesichtszüge infolge dessen nicht mehr erkennbar sind, verborgen gehalten und erst in den letzten Tagen heimlich an diesen Ort gebracht. Augenscheinlich liegt ein Verbrechen vor. Die Kleidung ist noch erkennbar und besteht aus dunkelgrauem Joppen- Anzug mit gleichfarbigem 3 uggurt. Die Polizei ersucht um Mit­teilungen, wo das Verschwinden eines Kindes befannt ge­worden ist. Da in der Offenbacher Gegend nichts von dem Verschwinden eines Knaben verlautet, andererseits der Mord aber, falls es sich um einen solchen handelt, weiter zurückliegt, so neigt die Polizei der Ansicht zu, daß der ge fundene Knabe der 6jährige Franz Bürkel aus Mannheim ist, der im Oktober v. J. von seinen Eltern einem Manne, der sich Friedrich Hartley aus Hannover nannte, übergeben wurde, der das Rind adoptieren wollte. Seit der Beit fehlte jede Nachricht über den Verbleib des Kindes. Der Mann wird folgendermaßen beschrieben: 38 bis 40 Jahre alt, mittel groß, fräftig, dunkelbraune Haare, dunkle Augen, gesundes Gesicht, dunkelbrauner, ziemlich starker Schnurr- und Kinn­bart, trägt goldenen Zwicker.

§ Mühlheim, 16. Juni.

Ein tollwütiger Hund

biß hier 3 Personen und 5 Hunde, ehe es gelang, seiner habhaft zu werden.

Geschäftliches.

7 000 000 mt. Aktien der Bank für Bran Industrie in Berlin. Wie aus der in unserer heutigen Nummer veröffentlichten Bekanntmachung ersichtlich ist, sind obige Aftien zum Handel an der Berliner Börse zugelassen worden und werden Mittwoch, den 21. d. M., daselbst zur Einführung gebracht. Als Einführungsfurs ist ein Rurs bon 106-108% gedacht. Die Bant hat in dem am 31. März abgelaufenen Geschäftsjahr 6% Dividende verteilt, wobei sie ihren Vortrag von ca. 41000 Mt. auf etwa 116 000 Mt. erhöhte, was also noch ca. 1% des Aftien­tapitals ausmacht. Die Gesellschaft ist im Jahre 1899 mit dem Sig in Berlin und einer Zweigniederlassung in Dresden errichtet worden. Der Vorstand besteht aus den Herren: Regierungsrat a. D. Richard Chrzcicinski, Berlin

Kirgliche Am Sonn 11. vormittags: De Text: J 22. nachmittags: B Text:

Gottesdienst vorm. 10 Uhr.

Slescaer lam Borausfichtlich Joen 18. Juni. Bei behr schwül ( Näheres dur

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