* Im Weimarischen Landtage wurde der Staatsvertrag über die preußisch- weimarische Lotterie- Gemeinschaft ohne Debatte angenommen.
* Von einer besonderen Feier des hundertjährigen Bestehens des Königreichs Württemberg soll ebenso wie in Bayern abgesehen werden. König Wilhelm II. hat in erster Linie bei einer vor längerer Zeit erfolgten Anregung eine derartige Feier abgelehnt.
* Zu e nem neuen sächsischen Wassergesez hat die Regierung in Dresden einen Entwurf ausgearbeitet, der demnächst den Landtag beschäftigen soll. Der Entwurf stellt alle öffentlichen, d. h. alle ständig fließenden Gewässer, unter die Aufsicht des Staates. Der gewerbsmäßige Betrieb von Fähren ist an die Erlaubnis der Verwaltungsbehörden gefnüpft, die Regelung der Flößerei bleibt im bisherigen Umfange dem Staate vorbehalten. Die Hochwasserschußarbeiten sind den Gemeinden zugewieseu. Die Unterhaltung des Strombettes der Elbe liegt dem Staate ob, die Unterhaltung der Ufer jedoch den Gemeinden. Alle nicht ständig fließenden Gewässer werden als Privatgewässer betrachtet. Sie unterliegen einer Reihe von Beschränkungen, die hauptsächlich im Interesse der algemeinen Wohlfahrt und öffentlichen Sicherheit gegeben sind.
Schweiz.
** Die Bundesversammlung hat zum Bundespräsidenten für das Jahr 1906 den bisherigen Vizepräsidenten Forrer, zum Vizepräsidenten Müller gewählt.
frankreich.
** In der Deputierten fammer ist ein Gelbbuch über Marokko zur Verteilung gelangt. Es reicht mit 368 Schriftstücken vom 3. März 1901 bis 4. Dezember 1905 und betrifft im wesentlichen Verlegungen des Gebietes von Algier durch Marotkaner. Ein Schreiben Delcassés an den französischen Botschafter in Berlin vom 23. Juni 1901 gibt diesem Nachricht von der ersten Unterredung mit dem deutschen Botschafter Fürsten Radolin über die Marokkosache; in dieser Unterredung habe der deutsche Botschafter die besondere Lage Frankreichs inbezug auf Marokko wegen der Nähe Algeriens anerkannt.
** Energische Schritte die Regierung gegen den Sklavenhandel in en fran hen Kolonien unternehmen. Präsident Loubet unterze... einen Erlaß des Kolonialministers, durch welchen den gegenwärtig in den französischen Besitzungen von Westafrika sowie in Französisch- Kongo von den Eingeborenen betriebenen Sklaventausch und Sklavenhandel ein Ende gemacht werden soll. Bisher waren von bem Verbot des Sklavenhandels nur die Franzosen betroffen. Nunmehr sollen alle diejenigen, welche Sklavenhandel treiben, ohne Ansehung der Nationalität und der Rasse mit Gefängnis und Geldbuẞe bestraft werden.
Norwegen.
** Die Wahl eines eigenen Königs soll durch eine feiera liche Krönung noch besonders sanktioniert werden. Der Termin für die Krönung König Haakons ist auf den 24. Juni 1906 festgelegt worden.
Türkei.
** Die von den Mächten geforderte mazedonische Finanzreform hängt noch immer in der Luft. In einer von den Botschaftern der Pforte überreichten Kollektivnote lehnen die Botschafter eine weitere Modifikation der Forderungen ab, haben aber gegen die Einstellung der Militärausgaben in das mazedonische Budget nichts einzu wenden, falls ein Defizit aus den Zolleinnahmen gedeckt wird. Die Zurückziehung der internationalen Flotte ist noch nicht verfügt.
Hof und Geleitschaft.
** Die Verlobung der Miß Alice Roosevelt wird fett offiziell angefündigt. Die Tochter des Präsidenten hat feinen Fürstensohn mit ihrer Hand beglückt, sondern einen Landsmann zu ihrem fünftigen Gemahl erforen, nämlich das Mitglied des amerikanischen Kongresses Nicholas Longworth. Die Hochzeit soll Mitte Februar stattfinden.
** Die Verlobung des Königs von Spanien mit der Prinzessin Eugenie von Battenberg soll im Februar stattfinden. Die spanische Königsfamilie hat bereits ihre Zustimmung zu der Verlobung gegeben.
Deer und flotte.
Explosion im Artilleriedepot. Auf der Feste„ Kronprinz" bei Metz ereignete sich im Artilleriedepot eine ſtarfe Explosion, wodurch 4 Arbeiter schwer und 2 leicht verlegt wurden. Dse Entstehungsursache ist noch nicht aufgeklärt.
D
Deutscher Reichstag.
( 12. Sizung). CB. Berlin, 14. Dezember. In der heutigen Sitzung wurde das deutsch- englische Handelsprovisorium sowie der deutsch= bulgarische Handelsvertrag in dritter Lesung angenommen. Die wirtschaftliche Vereinigung, die es infolge der geringen Pansenz der Abgeordneten leicht gehabt hätte, die glatte Erledigung der beiden Vorlagen zu verhindern, verzichtete darauf, die Drohung des Grafen Reventlow wahr zu machen, und ließ die Entscheidung von einem schwach besetzten Hause fällen. Dann folgte die Fortsetzung der Etatsberatung, die zunächst eine Erwiderung des Grafen von Stolberg Wernigerode auf die letzten Aus: führungen des Grafen Posadowsky über das Anwachsen der Sozialdemokratie brachte. Er nahm die Großgrundbesitzer gegen den Vorwurf in Schutz, daß sie übermäßigen Lugus trieben, und bestritt im Allgemeinen, daß eine materielle Lebensanschauung zur Herrschaft gekommen ſei. Graf Stolberg glaubt nicht, daß das deutsche Volk seinen Jdealismus verloren habe, sondern ist überzeugt, daß es ihn gegebenen Falles ebenso beweisen wird, wie in den Jahren 1813 und 1870. Dann sprach Abg. Bebel beinahe 2 Stunden. Er machte dem Grafen Posadowsky ein Kompliment, daß dieser, wenn auch spät, Verständnis für die Schäden der kapitalistischen Gesellschaftsordnung ge= wonnen hätte. Dann behandelte er alle Fragen der inneren Politik die den Gegenstand der vorausgegangenen Diskussion gebildet haben, und ebenso die äußere Politif. Lebhafter wurde die Stimmung, als Bebel sich gegen den Vorwurf des Landesverrats verteidiate. den ihm de- Reichs
fanzler gemacht habe. Dabei erklärte er, er bleibe dabei, daß die Arbeiter, wenn sie freudig in den Krieg ziehen sollten, zu gleichberechtigten Bürgern gemacht werden müßten. Als Herr Bebel die Rednertribüne verließ, meldeten sich gleichzeitig der Reichsfanzler und der Staatssekretär des Innern zum Wort. Natürlich erhielt den Vortritt Fürst Bülow, der weniger gegen den Vorredner im besonderen, als gegen die Sozialdemofraten im allgemeinen polemisierte. Er verlas eine Menge von Ausführungen ihrer Presse zum Beweise, daß sie, die den Frieden immer im Munde führten, durch ihre Agitation, durch die Diskreditierung der Regierung den Frieden gefährdeten und versah seine Zitate mit manchmal Heiterkeit hervorrufenden Anmerkungen. Der Kanzler fand aber auch im gegebenen Moment die Ausdrücke tiefgehender Empörung, die ihm bei der Mehrheit starken Beifall eintrug, während die Sozialdemokraten starken Widerspruch äußerten. Sach= lich bemerkenswert war, daß der Kanzler, der neulich die tiefgehende Abneigung der öffentlichen Meinung in England betont hatte, heute erklärte, daß die Mehrheit der verständigen Leute sowohl in England, wie bei uns eine Zuspigung der Verhältnisse verwürfen. Nach dem Fürsten Bülow erhielt als dritter Redner des Zentrums der Abg. Erzberger das Wort, der die Kolonialpolitik fritisierte.
Soziales Leben.
X Der Zug der Arbeitslosen in London. Abermals fand eine der beliebten Demonstrationen von Arbeitslosen statt. Mehrere tausend Mann versammelten sich mittags am Themseufer und marschierten später nach dem Hause des Premierministers Campbell- Bannermann am Belgrave Square. Die Teilnehmer am Zuge trugen Banner mit den Aufschriften: Wir wollen Arbeit, keine Almosen, und: Wir wollen nicht verhungern. Bei dem Empfang der Abordnung drückte der Premierminister Campbell- Bannermann sein aufrichtiges Mitgefühl mit der Lage der Arbeitslosen aus, erklärte aber, bevor er eine endgiltige Antwort erteilen tänne, müsse er sich mit seinen Ministerkollegen besprechen. Der Präsident der Lokalverwaltung John Burns, der dem Empfang beiwohnte, drückte ebenfalls sein Interesse für die Arbeitslosen aus. Der Zug begab sich dann nach dem Hyde Part, wo eine Demonstration veranstaltet wurde.
X Lohnbewegung der Baumwollspinner. 3000 Arbeiter der großen Baumwollspinnerei Leipzig haben ihrer Direktion die Forderung einer Lohnerhöhung und des ZehnStundentages vorgelegt. Bei Ablehnung dieser Gesuche tritt der Ausstand ein.
Nab und Fern.
† Vier Millionen Branden schädigung. Die Entschädigungen, welche der Eisenbahnfisfus an die durch den Waldbrand bei Primfenau vom August v. J. betroffenen Forstbesitzer zu zahlen hat, betragen 4 200 000 Mark, von denen 1 300 000 Mark durch Forstverkäufe gedeckt sind. Unter den 37 Schadenersatzberechtigten befinden sich der Graf zu Dohna, die Stadt Bunziau. der Forstfiskus und Herzog Ernst Günther von Schleswig- Holstein.
† Der Mörder des Försters. Als Mörder des Försters Grunert in Eisleben, der bekanntlich von einem Wilderer erschossen wurde, ist jetzt der Arbeiter Hildebrand aus Hornburg verhaftet worden. Er hat die Tat bereits eingestanden. Seine Spießgesellen Deckert nnd Bäldchen sind bereits in Haft; der erstere hat im Gefängnis Hildebrand als den Täter benannt, sodaß auch dieser ergriffen werden konnte.
† Zugentgleisung. Siebzehn Wagen eines Güterzuges der Strecke Hamburg- Köln sind bei der Station Bohmte nahe Osnabrück entgleist und schwer beschädigt. Die Strecke ist gesperrt. Der Verkehr wird durch Umsteigen aufrechterhalten. Menschen wurden nicht verletzt.
† Selbstmord als Brandursache. In München hat sich ein 40 jähriger Mann in seiner Wohnung erschossen. Durch den in unmittelbarer Nähe abgefeuerten Schuß waren zuerst die Kleider des Selbstmörders, hierauf das Bett und dann die Einrichtung in Brand geraten, sodaß die Feuerwehr eingreifen mußte. Die Leiche des Selbstmörders wurde halb verkohlt aufgefunden.
† Die trügerische Eisdecke. Auf dem Nachhausewege von der Schule sind in Honigfelde bei Elbing drei Kinder ertrunken. Sie hatten zur Abkürzung des Weges eine schwache Eisdecke betreten und waren eingebrochen.
† Aufdeckung eines Gaunerstreiches. Durch die VerHaftung eines flüchtigen Buchhalters aus Krefeld ist man einem Gaunerstreich auf die Spur gekommen. Der Buchhalter war beschuldigt, 25 000 Mart unterschlagen zu haben. Die Fälschungen gestand er ein bis auf zwei Quittungen von 5000 Mart, die er entschieden abstritt. Es stellte sich nun heraus, daß ein Agent in Krefeld die Flucht des Buchhalters benutzt hatte, um dessen Unterschrift zu schen und die 5000 Mark zu unterschlagen. Der Agent ist nun ebenfalls verhaftet worden.
† Koburger Familiengeheimniße. Die frühere Großherzogin Melitta von Hessen, die jetzige Gemahlin des russischen Großfürsten Kyrill, ist aus dem foburgischen Familienverbande ausgetreten. Wahrscheinlich nicht ganz freiwillig.
Eine
† Seeschlacht zwischen Aufrührerbanden. griechische Freischärlerbande hatte Bulgaren auf einer Insel im See von Genniga ausgefundschaftet. Sie fuhren darauf über den See nach der Insel, wo ihnen die Bulgaren auf Kähnen aus Baumstämmen entgegenkamen. Es kam zur förmlichen Seeschlacht, die vier Stunden dauerte. Nachdem auf beiden Seiten Tote und Verwundete waren, neigte sich der Sieg auf Seite der Griechen, die einige Tröge der Bulgaren zum Sinfen brachten. Die Sieger nahmen dann Besig von dem Inselchen.
† Einbruch in ein Grafenschloß. Eine Einbrecherbande, deren Mitglieder noch nicht bekannt sind, drang nachts In das Schloß des Grafen Lonyay bei Bodrogolassy ein und richtete darin große Verwüstung an. Gestohlen sind fast sämtliche Juwelen der Erzherzogin Stefanie samt der Kasse. Sodann nahmen die Einbrecher in der Bahnstation die kleine Handkasse mit.
† Drohender Einsturz einer Stadt. Der größte Teil ber französischen Stadt Pont- en- Royans im Departement Isère ist dem Einsturz nahe. Infolge seit Wochen andauernder Regengüsse hat sich von dem die Stadt beherrschenden Berg Trois- Chateaux ein riesiger Felsblock losgelöst, den man auf 50 000 Kubifmeter schäßt. Er hat sich 150 Meter vorgeschoben und steht nun dicht über der Stadt. Militär ist zur Hilfeleistung abgesandt worden.
+ Schiffsunfall. Der Dampfer Las Palmas" ist bei der Einfahrt in den Hafen von Venedig aufgelaufen. Bei den Versuchen, ihn wieder flott zu machen, ertranfen ein Offizier und sieben Mann der Besatzung.
† Jugendliche Galgenzierde. Die neunzehnjährige Mabel Rogers ist in Vermont( Verein. Staaten von Amerika)
Cokale ** Rommenden Sonntag, b er Johannesfirche bie Chriftb leinkinder Bewahranftalt flatt. pt. Berzollung der Bo
wegen Ermordung ihres Gatten gehängt worden. Trotzdem en 24. b. Mis. und am 1. We ihr Verbrechen klar erwiesen war, haben sich über 50 000 erzollung der Boffflücke bei den
Leute gefunden, die durch Petitionen die Freilassung der Mörderin erwirken wollten. Das ist in Amerifa Mode, hat aber diesmal nichts geuüßt.
† Hohes Alter. Die älteste Frau von Newyork, Ester Kleinbaum, ist im Alter von 108 Jahren unter Hinterlassung von mehr als 150 Nachkommen gestorben. Frau Kleinbaum war mit 86 Jahren von Warschau nach Amerika gekommen, sie ist nie frank gewesen, war feine Abstinenzlerin und bewegte sich viel in frischer Luft.
Hus dem Gerichtsfaal.
§ Ein Oberst verurteilt. Vor dem Kriegsgericht in Erfurt wurde der Oberst von Donop, Kommandeur des 96. Infanterie- Regiments in Gera zu sechs Jahren Gefängnis und Dienstentlassung verurteilt. Gleichzeitig erhielt der Oberzahlmeister Michaelis vier Wochen Gefängnis und Amtsent hebung. Beide hatten die Unterhaltungskosten eines nicht etatsmäßigen dritten Pferdes aus Staatsmitteln bestritten.
Der Landwirt.
der Zeit von 11-12 Uhr bor Reine Bereinigung
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Die Beit
bom 10. bis einschließlic inneren deutschen Verkehr die Ber zu einer Bofpaletabreffe nicht gef landverkehr empfiehlt es fich ebem Balet befondere Begleitpapi Eprengarbeiten. Be Bießener Theaterneubau traf mar fungsmoner, die mittelft Tynan Bei den Explosionen werden groß Johannestraße und die Anlagen deshalb Absperrmaßregeln getroffen 2ie Korteffelfäule Borantili gang gewaltig auf maturgemäße Folge des naffen Co i in den Mieten nachzusehen. Nim berband, fo ift jgt noch viel tepeifelanteffeln ist absolut nichts a biefe einfäuern wie die Futterfarto die belannten Schnitzelgruben. Si handen, so sticht man am beften i Breite oben 2 Meter, unten 1,40, 55 bis 6 Meter. Die Kartoffeln waschen, die faulen ausgefchieden der Rübenschneidemaschine gemahle Hier werden fie fo feft wie mög 1 wird etwa 1 Meter höher als d fehr gut mit Stroh zuged dt. V wie bei Schnitzeln. De Kartoffe und bald fällt der Berg zufa Riffe find sorgfältig zuzutreten. bleiben fie bis in den Sommer hi lufte sind hierbei nicht größer, als wer Miete. Dieses Verfahren
gk. Der Gemüsegarten im Spätjahr. Man sollte nie. mals den Garten von der Gemüseernte bis zum Frühjahr unberührt liegen lassen, vielmehr im Herbst, oder bei offenem Wetter auch im Winter umgraben und womöglich auch düngen. Das gegrabene Land darf nicht geharft werden, sondern muß in rauher Furche bis zum Frühjahr liegen bleiben. Eine beliebte Art der Gartenbearbeitung ist das sogenannte Schollern. Dieses besteht darin, den einige Zentimeter tief gefrorenen Boden anfzubrechen. Jedoch ist man nicht immer in der Lage, diese Arbeit auszuführen; hingegen fann man leicht jeden Herbst ,, Felggruben" auswerfen und braucht nicht auf stärkeren Frost zu warten. Man hebt eine einen Spatenstich breite Furche aus, läßt an dieser einen gleichfalls einen Spatenstich breiten Streifen stehen, hebt roiederum eine Furche aus und deckt die ausgehobene Erde auf den Streifen, sodaß ein Dämmchen gebildet wird. So wird fortgefahren, bis die Ganze Fläche in dieser Weise bearbeitet ist. Nun können Luft und Frost die Erde gründlich durchdringen, die Winterseuch tigkeit fließt nicht ab, sondern versichert in den Gruben, und wenn die Frühlingssonne die Dämmchen durchdringt, werden sie bald mürbe und trocken sein, so daß das Graben alsbald geschehen kann.
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Vermischtes.
Der gefährliche Fahrgast. Auf dem Hamburger Dampfer Pallanga wurde bei einem heftigen Sturm der Käfig einer mitfahrenden Menagerie zertrümmert, und eine Löwin entsprang aus dem Gefängnis. Die Seeleute flohen
Hals über Kopf vor dem sie verfolgenden Tiere. Es gelang ihnen, sich unter Deck zu flüchten. Das Tier war Herr an Deck des Schiffes. Sein Gebrüll übertönte das Toben des Sturmes. Als die Löwin nach dem Hinterdeck gegangen war, tamen die mutigsten Seeleute wieder an Deck. Sie trugen auf langen Stangen ein Netz. Dieses breiteten sie aus und trieben damit das wütende Tier in eine Ecke, wo es gelang, es in das Netz zu verwickeln. Es war nun hülf= los und konnte in den Käfig zurückgeschleppt werden.
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Vom Friseur zum Do tor. An der Wiener Universität wurde dieser Tage ein Friseur, Jakopljevie, zum Doktor der Rechte promoviert. J. fam aus seiner slavonischen Heimat als Friseurgehülfe nach Wien, wo er später en selb= ständiges Friseurgeschäft betrieb. In seinem Wissensdrange benutzte er die freie Zeit, die ihm sein Beruf übrig ließ, zum Studium und er legte die Gymnasial- und Universitätsprüfung ab. Hierauf studierte er Rechte an der Universität, wo er vor drei Jahren die erste Staatsprüfung ablegte. Nachher absolvierte er den Abiturientenfurs an der Wiener Handelsakademie und setzte seine juristischen Studien bis zur Beendi= gung fort, wobei ihm sein Friseurgeschäft den Lebensunterhalt bot. Am 17. November 1905 machte er das letzte Rigorosum und wurde nun zum Doktor der Rechte promoviert. Ein beachtenswertes Beispiel dafür, was man durch Willenskraft und Ausdauer erreichen kann.
Heiratsmarkt in Belgien. In den belgischen Flecken Arlon besteht seit alter Zeit die Sitte, den im Dezember stattfindenden Jahrmarkt als Heiratsmarkt zu betrachten, an dem fich die fünftigen Ehepaare der ganzen Gegend fennen lernen. Aus allen Dörfern der Umgebung strömen die jungen Burschen und Mädchen an diesem Tage in Arlon zusammen, und auf der Hauptstraße entwickelt sich ein Korso, der mit gegenseitiger scharfer Musterung beider Parteien eröffnet wird. Die Herrenwelt sucht dabei möglichste Gleichgiltigkeit zur Schau zu tragen, vor allem niemals den Zweck des Dortseins einzugestehen. Abends beim Tanz fommen sich die Paare näher, und beim Aufbruch im Morgengrauen begleitet der auserwählte Kavalier scine Schöne dann am Arm nach Hause. Am Neujahrsmarkt in Arlon, am 4. Januar, wird das Verlöbnis offiziell beGegelt, worauf zu Ostern die Hochzeit folgt.
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Opfer russischer Justiz. Ein geborener Schweizer und französischer Untertan, Mare Séchaud, der nach zwölfjähriger Zwangsarbeit in Sibirien von dort entflohen ist, hat seine Leidensgeschichte aus dieser Zeit veröffentlicht. Der Aermste wurde durch seine in Rußland lebende Mutter ala Diener einer polnischen Familie engagiert, tam aber bei seiner Ankunft in Rußland gerade zur Verhaftung dieser Familie als politische Verbrecher und mußte ihr Los widerstandlos teilen. Erst nach zwölfjähriger Zwangsarbeit gelang ihm mit einen Kameraden die Flucht nach Wladiwostok. In schlichten und ergreifenden Worten frommer Ergebung erzählt der Arme die Geschichte seines harten Loses. Die Schweiz, beren Bürger er nicht ist, konnte nichts für ihn tun, als eine Geldsammlung veranstalten und seinen Lebensabend materiell sicherstellen. Dagegen hat jetzt, auf die Veranlassung der Schweiz hin, die Pariser Liga der Menschenrechte eine diplo matische Aktion eingeleitet, die bei der russischen Regierung Aufklärung und Entschädigung für das Opfer dieses schweren Justizfehlers energisch verlangt. Von dem Buche des ehemaligen Sträflings sind in der Schweiz inzwischen an 4000 Exemplare abgesett morden.
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ampfehlenswert, wenn die Kartoffel Eine humorvolle Zähl gelegentlich der Volkszählung bo tehenden Manne. Unter Berwandt worstand stand das Wort„ nein", b war unterstrichen„ ledig und„ be beruf bezeichnete er- ba er glaub Wherangezogen werden als imm war deutsch" und unter Staatsar bebeutungsvollen Worte„ bezable
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er nicht Soldat gewesen ist, hatte e Dienstzeit" die Zeit angegeben, in Wible als Anecht gebient hatte.
-h. Nibba, 14. Dez. Vo bereits mitgeteilten fei ergänzend 2004 Berfonen, vorübergehend Einwohnerzahl mithin 2018 und 1027 weiblide. Evangelisch 1837, fo Som Dansberg, 14 Dez Ghriftbäumen wächst von Jah
diefelben waren in der vorigen git. Da aber die ausgedehnten bungen am Dünsberg diese N a bermögen, so find mit Recht Sdee gekommen, Fitenpfl
en machen zur Beit schon ein Se händler bezahlen recht gerne d tlich 25 g.
+ Frantart, 14. Dez. Die bief e haben fit allem Anschein nach Se haben nur 27 Firmen fidh an biefe Busverlaufstage 1903 ins
T60 Firmen.
19. Sigung der Großh. Gießen für die Kreise Gie Lauterba ( Brototoll. Anwesend die Herren: Kommer Gießen, be mergienrat Heichelheim, Friedb Ringspor, Nowad, Röhr, Star wie der Eyndifus Dr. Knippe Aus dem Geschäftsb Men:
der dem Großh. Minifter Entwurf vor Boschrifte ftung und Bereidigung erforderliche Genehmigung Auf die Beschwerde einer wedmäßige Anschliffe ihre Be und Entladefristen h bei der Kgl. Eisenbahndir Bewilligung befferer Ans friften beantragt. dem Großh. Amtsgericht mehreren Fällen Gutachten Bandel mit Modewaren Hattet.
Kenderung des Brau Reichstage in Berbindung mit form der Reichsfinanzen bonberung der Brauffeuer b ereien bes Sandelstammerbez bigung aber bie aufünftigte


