Ausgabe 
11.11.1905 Erstes Blatt
 
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möchte ich gerne auch zu bem Wohlergehen anderer etwas bei­tragen. Ich beabsichtige deshalb, der Stadt als Stiftung den Betrag von 50 000 mt. mit der Bestimmung zuzuwenden, daß die Erträgnisse dieses Kapitals zur Förderung der Ernährung und Kräftigung der Gesundheit unbemittelter Schulkinder verwendet werden sollen, vorbehaltlich näherer Regelung durch statutarische Bestimmungen im Einvernehmen mit der städtischen Verwaltung.

Bücking hat bereits früher zum Andenken an seinen heimgegangenen Vater eine namhafte Stiftung errichtet, aus dessen Zinsen Bel ürftige ohne Unterschied der Konfession jährlich Unterstüßungen von 100 Mt. erhalten. Die humane Betätigung des edlen Bürgersinnes Ludwig Bückings wird gewiß von den gesamten Einwohnern Gießens dankbar empfunden werden.

tt. Stadttheater Gießen. Der Schwant Telephon­geheimnisse", der morgen hier zum ersten Male zur Aufführung gelangt, ist neben Leipzig und Frankfurt bereits

Stadttheater in Gießen.

Maria Stuart.

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Trauerspiel in 5 Aufzügen von Friedrich Schiller. In pietätvoller Weise hatte die Direktion gestern zu Schillers Geburtstag Maria Stuart" auf den Spiel­plan gesetzt. Als Schiller das Trauerspiel in Angriff nahm, da stand er noch unter der Stimmung, aus der heraus der gewaltige Wallenstein geschaffen. Breit und mächtig wogt der Strom dahin, während verklärender Schein seine in die Allwelt hinabziehenden Segel umspielt. Maria Stuart ist entschieden das bühnenwirksamste Stück, das Schiller ge schrieben. In reichem dramatischen Wellenschlage hebt er das rein Boetische stärker hervor.

Buschauern und Darstellern fommt Schiller in weitestem Maße entgegen, indem ein Funke seines Feuers zündend in

8. August Hilgardt, Meggermeister dahier mit Mathilde Schäfer hierselst. Georg Scheuer Sergeant dahier mit Ditilie Dozert hierselbst. Karl Jeckel, Kaufmann dahier mit Martha Lusche in Uzberg.

Eheschließungen.

Am 4. November. Karl Synofczit, Schneider dahier Heinrich Schuchardt, mit Raroline Domnick hierselbst. Kanalarbeiter dahier mit Auguste Röder hierselbst. Hermann Lorenz, Gerber dahier mit Elisabeth Bollrath hierselbst. Gestorbene.

Am 4. Novrmber. Minna Gottwald, 11 Mte. alt, Tochter des Taglöhners Adolf Gottwald dahier. Hermann Treppinger, 68 Jahre alt, Dampfwäschereibefizer dahier.

8 Adam Dürr, 6 te. alt, Sohn des Weißbindermeisters Konrad Dürr dahier. 9. Katharine Schudt, geb. Kalbfleisch,

Die Wahlen

über

5. Hermann Spamer, 66 Jahre alt, Hüttendirektor dahier. unde freiheitliche Entwic über eine Reihe größerer Bühnen mit durchschlagendem die Adern überspringt. So ist auch die geftrige Aufführung 61 Jahre alt, Rentnerin dahier. Katharine Gorr, geb Gegner der Volfsrechte Heiterfeitserfolge gegangen. Wir nennen von solchen Bühnen durchweg als gelungen zu bezeichnen. In der Titelrolle Schneider, 58 Jahre alt, Leichenfleiderin dahier. 10. Friedrich te Rammer, die es f

Thalia Theater in Breslau, Deutsches Landestheater in Brag, Neues Theater in Halle, Stadttheater in Königsberg, Stadt­theater in 8ürich usw.

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Frabritant und Schriftsteller Alfred Bock Gießen hat einer Reihe von Bolte bibliothefen feines Heimatkreises eine stattliche Anzahl Bände seiner Volts­romane in liebenswürdiger Weise zum Geschent gemacht.

-er Ein größeres Unglück hätte gestern Abend auf der Frankfurterstraße leicht geschehen fönnen. Gin Radfahrer fuhr in schnellem Tempo auf einen dastehen den Karrn, schwang sich aber geistesgegenwärtig auf ihn und ließ das Rad unter ihm durchlaufen. Außer einigen zerbrochenen Speichen und zerschlagener Laterne blieb das Nad heil.

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? Vom Dünsberg, 10. November. Industrie und Landwirtschaft. Martini 11. November ist wieder herbeigekommen und damit wird vor allem der Landmann an gar mancherlei Pflichten gemahnt. Bu Martini sind nicht allein die sog. Rauf- und Bielgelber für gesteigertes Acker- und Wiesenland fällig, sondern auch manche andere Beträge als Bacht- und Holzgelber sind jezt zu zahlen. In schlechten Jahren hat der fleine Landwirt wirklich seine liebe Not, alle diese Gelder herbeizuschaffen und es ist ein Glück für unsere Gegend, daß hier wenigstens bie Bigarren Industrie in vielen Octen ihren Einzug gehalten. Unsere jungen Leute können somit, sobalb ihnen der landwirtschaft lich Betrieb es gestattet, dem Verdienst nachgehen und es wird dadurch auch dem Kleinbauern die Möglichkeit geboten, seinen Verpflichtungen nachzukommen.

A Lich, 10. November Unsere Gemeinde hat die Erbauung einer zweiten Wasserleitung beschlossen. Das neue Quellgebiet liegt in der Gemarkung Albach und toftet 10 000 mt. Die Gesamtkosten sind zu 32000 Mt. veranschlagt. Den Anschluß an die staatliche Gruppen­wasserleitung zu Lauter hat die Gemeinde abgelehnt.

A Bad Nauheim, 10. November. Die Vermessungs­Die Vermessungs­und Borarbeiten zu der projektierten Bahnstrecke durch das Usatal nach Usingen sind ist in Angriff genommen worden. Die Linie wird die Orte Niedermörlen, Ober­mörlen, Langenhain, Biegenberg und Stronsberg berühren. Man glaubt, daß teine Hindernisse entgegentreten werden, zumal die Terrainverhältnisse sehr günstig sind und sämtliche Drte der Strecke den dringenden Wunsch nach einer Bahn ausgesprochen und sich zur Tragung der Baukosten bereit erklärt haben.

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war Elfriede Bayrhammer beschäftigt, die ihre Maria in guter Anlage und Durchführung gab. War ihr Spiel anfänglich etwas zögernd und suchend, so gewann sie doch schnell die volle Sicherheit und Ruhe. Nur manchmal schwankte sie noch etwas, wenn sie sich zu früh ausgab und teine Referren für den Gipfel der Steigerung zurückließ. Doch wurde dies durch echte, warme Töne, die sie in anderen Szenen fand, wieder ausgeglichen. Die Elisabeth­figur Anna Millars litt durch den zu scharf aus­geprägten müden Bug, der vielfach gut herausgearbeitete Bartien zusammenhangslos machte. Georg Mendel als Burleigh war namentlich in dem düsteren Ton des zungenfertigen Diplomaten gut. Es war, als trage er das Geschick der unglücklichen Königin sichtbar an sich. Eben­falls treffend war Otto Steinmann als Leicester, doch hätte er in seiner Schlußpartie die starken seelischen Be­Eine wegungen noch etwas mehr heraustreiben fönnen. lebensvolle Gestalt war der Mortimer Reinhold Lütt­johanns. Der Künstler hatte seine Rolle wieder mit der größten Sorgfalt bis in die kleinsten Einzelheiten aus­geführt. Adolf Lipperts Amias Paulet war im Grundgedanken gut, ließ es in der Turchführung aber zuweilen an Ausdruck fehlen. Auguste Fischer als Marias Amme und Georg Wittmann als Graf von Sarewsburg er­zielten mit einfachen Mitteln recht anerkennenswerte Leistungen. Da auch die Regie des Direktors Steingoetter, von einzelnen, unbedeutenden Inkorrektheiten abgesehen, mit Umficht zu Werke gegangen war, so blieb auch der Beifall des gut besetzten Hauses nicht aus. G. H. Standesamt- Nachrichten der Stadt Gießen.

Seborene.

Am 31. Oftober. Dem Taglöhner Heinrich Launspach ein Sohn, Ernst. Am 1. November. Ingenieur Otto Wegerbt ein Sohn; 2. Bauassistenten Martin Schütt ein Sohn, Karl Balthaser Hellmut; Laternenwärter Friedrich Schäfer eine Tochter, Marie; 3. Wirt Karl List ein Sohn. Dachdecker Ludwig Schmidt 2. ein Sohn, Ludwig;' 4. Pflasterer Karl Gerhards ein Sohn, Ernst; 6. Cigarren­fabrikanten Carl Georgi ein Sohn; 7. Lokomotivhilfsheizer Karl Hecker ein Sohn, Heinrich Wilhelm; 8. Bäcker Anton Eiler ein Sohn, Karl.

Aufgebote. Am 2. November. Heinrich Friedrich Sauerland, Eisenbahntechniker dahier mit Marie Theresia Nies in Lorch.

Ein Spruch der Wissenschaft über den Kaffee!

In seinem kürzlich erschienenen Grundriß der Toxikologie" schreibt Universitätsprofessor ionta, Jena, Seite 336:

Verhältnismäßig häufig sind chronische Kaffeevergiftungen ,, durch fahrelang fortgesetzten Mißbrauch starker Kaffeeaufgüsse zu beobachten. " Fast überall, wo man den Alkoholismus durch Einführung des Kaffees zu ,, beseitigen bestrebt ist, machen sich die Folgen des Koffeinismus bald ,, bemerkbar. In Norwegen wurde in einigen Diftriften der Mißbrauch so ,, arg getrieben, daß man daselbst ,, Anti- Kaffeevereine" gründete. Neuer= dings zeigt sich dasselbe Ueber hand nehmen auch in Deutschland.

Der Kampf g

Volz dahier. Franziska Rentmeister, 2 Jahre alt, Tochter des Taglöhners Franz Rentmeister babier.

Karl Volz, 1 Jahr alt, Sohn des Taglöhners Friedrich criten Rammer zu a

allgemeine und g Len gegen das Bolt m neben dem allgeme Aniprüche der erste Neben dem V

her Entwickelung der G

@icken 11. November. Tus dem heutigen Wochenmartt foßeten Butter per Pfb 105-1.15 St., Hühnereier per Stüd 8-9 Pfg., Enteneler St. 6-7, Bfg., Käse per St. 6-8 Bfg., Käsematte 2 St. 5-6 Bfg. Erbsen per Liter 21 Pfg., Linsen per Liter 32 Bfg., Tauben per Baar Mr. 0.80-1.00, Hühner per Stüd mt. 1.00-1.60, Hahnen, per Stüd 0.80-1.80, Enten per Stüd 1.80-2.20, Gänse per fb. per fb. 70-72 fg. per fb. Schweinefleisch 80 90 Pfg. Sometne fleisch gesalzen per funb 0.94 fg.. Stalbfleisch per fb. 70-80 500-5.50 m., Zwiebeln per 3t. Mr. 6.00-8.00, Weistraut Stüd 7-10 Pf. pe Stüd, Zentner 6-7 Mr. Aepfel per 3t. 10-25 Mr. Zwetschen be: Bentner 0,00.- 0.00, Nüsse 100 Stud 30-40 Pfg. Milch per Lite 20. Pfg. Dauer der Marktzeit von 8 Uhr morgens bis 2 Ub nachmittags. Gegenflände des Wochenmarktverkehrs dürfen bor Beginn der Marktzeit überhaupt nicht, und während der ersten brei Stunden der Marktzeit im Umberziehen fellgeboten werden.

65-70 fa., Dsenfleisch per fb. 72-82 Big., Rindfletsch Werteilung der Gemeind Pfg. Sammelfleisch per Pfd. 50-76 Pfg., Kartoffeln pro 100 Kello chwerer werdenden kom

Gießener landwirtschaftlicher Wetterdiens. Boraussichtliche Witterung in Hessen für Sonntag, den 12. November. Vorwiegend trüb, Regen, Sonne, windig, etwas wärmer.

( Näheres durch die Gießener Wetterkarte.)

Verantwortlich: für die Politik und den Inseratenteil: Ibin Klein, für den übrigen Inhalt: Georg 5orn, belle in Gieken.

Wie soll man Lebertran einnehmen?

Gewiss haben Sie schon vielfach gehört

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vormittags 10 Uhr wird im diesseitigen Geschäftszimmer Kaserne der Bedarf an Fleisch­und Wurstwaren für die Garnison Gießen auf die Zeit vom 1. Januar bis 30. Juni 1906 verdungen.

Die Lieferungs= Bedingungen liegen im Geschäftszimmer aus; dieselben können auch gegen Zahlung der Selbstkosten bezogen werden.

Schriftliche und versiegelte An­gebote sind im Geschäftszimmer spätestens zu dem angegebenen Zeitpunkte mit der Aufschrift: ,, Angebot auf Lieferung von Fleisch­und Wurstwaren" versehen abzu= geben.

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Mit diesen letzten Worten deutet Professor Kionka auf die Gefahr hin, welche das leberhandnehmen und der Mißbrauch des Bohnenkaffees für unser Volt bedeutet. Die Frage ist nun: wie begegnet man dieser Gefahr am wirksamsten im Interesse der eignen und der allgemeinen Gesundheit? Die Antwort lautet: durch konsequente Einführung eines in jeder Hinsicht vollwertigen Ersatzgetränkes, wie z. B. Kathreiners Malzkaffee, der wegen seiner großen hygienischen Vorzüge und seiner ausgezeichneten Geschmacks. eigenschaften allein in Frage kommt. Er zeichnet sich vor allen andern sogenannten Malzkaffees" durch seinen charakteristischen Kaffee- Geschmad aus, den er durch ein patentiertes Herstellungs­Verfahren erhält. Das haben Wissenschaft und Praxis in seltener Uebereinstimmung dargetan. Bei der für das ganze Leben so be­deutsamen Wahl des täglichen Getränkes sollte man unbedingt i unmöbl. u. 1 möbliert. Zimmer. und unbeirrt darnach handeln und täglich Kathreiner" trinken aber den echten, der nur in geschlossenen Paketen mit Bild und Unterschrift des Pfarrer Kneipp als Schußmarke verkauft wird. Mit diesem beginne man gleich einen lohnenden Versuch zu machen.

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