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Wir fühlen uns gedrungen, es Ihnen an diesem| Tag dankbar zu bezeugen, daß Sie der Gemeinde in unermüdlicher Arbeit und aufopfernder Hingabe gedient haben. In der Geschichte der Gemeinde werden die für ihre Entwicklung so bedeutsamen, ja zum Teil entscheidenden Dinge, zu denen Sie den Anstoß gaben, und die Sie mit so großer Umsicht und Tattkraft durch­führten, eingetragen bleiben. Wir denken da z. B. an die Lösung der finanziellen Abhängigkeit der firchlichen von der bürgerlichen Gemeinde, durch welche das firch­liche Gemeindeleben erst zu voller Selbständigkeit tam, an die Einteilung in vier Gemeinden, an die Erbauung der Johanneskirche, die Erneuerung der Stadtkirche,

und vieles andere.

Sie haben durch Ihre kraftvollen Predigten eine große Gemeinde um sich gesammelt, Sie sind in großer Treue den Armen und Kranten nachgegangen, viele haben bei Ihnen Zuflucht, Troft und Hilfe gesucht und gefunden.

Für das alles gebührt Ihnen warmer, herzlicher Dant und das umsomehr, als Sie diesen Tag nicht, wie Sie und mir gewünscht hätten, in ungebrochener Gesundheit und Rüftigteit begehen fönnen, sondern von der Ueberlaft der Mühen, Sorgen und Arbeiten gebeugt, Ihrer Amtstätigkeit gegenwärtig entzogen sind. Wir befehlen Sie in den Schutz des treuen Gottes. Er verleihe Ihnen die Kraft, in Geduld auszuharren unter dem, was er Ihnen auferlegt hat, und erfülle unseren innigen Wunsch, daß es Ihnen vergönnt sein möge, bald wieder und noch lange Ihres Amtes unter uns zu walten.

*

** Der Spießgeselle Huddes, Otto Walther, ist wegen des Einbruchs in das Pfarrhaus zu Herdorf zu 2 Jahren Gefängnis verurteilt worden. Walther wurde unmittelbar nach dem Einbruch verhaftet, während Hudde entkam. Wegen des Einbruchs in Heppenheim haben sich beide Verbrecher demnächst vor dem Gießener Gericht zu berantworten. Ebenso wird dies Gericht über Hudde's Ein­bruchsdiebstähle in Norath und Schwalbach verhandeln.

*** Eine allgemeine Gastwirteversammlung findet am Donnerstag, den 13. April, nachmittags 4 Uhr, im Hotel Schütz" in Gießen statt, in welcher der Direktor und Stadtverordnete C. Reinemer aus Darmstadt einen Vortrag über die Bestrebungen und Erfolge der Gastwirte bereine und Verbände, wirtschaftliche Einrichtungen des Bundes Deutscher Gastwirte, sowie über die Bundessterbe­lasse und die Haftpflicht der Gastwirte nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch halten wird. Es soll dadurch den Gastwirten Gelegenheit gegeben werden, diese Bestrebungen und Ein­richtungen aufs Eingehendste kennen zu lernen.

* Vom Vezberg. Turmstiege. Der wetterumbraufte Wartturm der früheren Beste unseres 309 Meter hoch­gelegenen Ortes dürfte noch manches Jahrhundert begrüßen. Doch wird die großartige Aussichtsstelle verhältnismäßig wenig besucht. Einmal liegt dies an den beiden nahen, un­gleich schöneren Fernsichtspunkten Gleiberg( 313 Meter) und Dünsberg( 493 Meter), dann aber auch daran, daß in dem Turm immer noch ein Treppenaufgang fehlt. Wäre er eimmal da, so bildete er sicherlich einen fräftigen Anziehungs­punkt für wanderluftige Fremde. Es muß deshalb Bestreben fein, einen solchen zu schaffen.

Das Ganturnfest des Caues Hessen findet am 2. und 3. Juli in Alsfeld flatt. Der Festplatz befindet sich auf einer Wiese an der Schwalm.

** Berichtigung. Zu unserer geftrigen Notiz über den Oberhessischen Geschichtsverein bemerken wir berichtigend,

Bekanntmachung.

Die Heberolle über die Beiträge zur land- und forft­wirtschaftlichen Berufsgenossenschaft für das Jahr 1904 liegt von heute an während vierzehn Tagen auf der unterzeichneten Bürgermeisterei zur Einsicht offen. Innerhalb einer weiteren Frist bon zwei Wochen, nach Ablauf der Offenlegungsfrist, kann der in der Heberolle als beitragspflichtig in Anspruch Genommene gegen die Beitragsberechnung bei dem Vorstande der land- und forstwirtschaft­lichen Berufsgenossenschaft Einspruch erheben( s.§ 15 der Verordnung bom 31. Mai 1902).

Gießen, den 6. April 1905.

Großh. Bürgermeisterei Gießen. J. V.: Curschmann.

Bekanntmachung.

Der Entwurf des Vorauschlags der Stadt Gießen für das Rechnungsjahr 1905( vom 1. April 1905 bis Ende März 1905) sowie die Voranschläge des Stadterweiterungsfonds, des Elek­trizitätswerkes und des Gas- und Wafferwer fes für dieselbe Beit liegen nach Vorschrift des Artikel 83 der Städteordnung vom 10. bis 18. April ds. J8. auf dem Bürgermeisterei- Bureau, Zimmer Nr. 15, zur Einsicht der Beteiligten offen. Gießen, den 8. April 1905.

Großh. Bürgermeisterei Gießen.

mecum.

Wirtschafts- Webernahme.

Einem geehrten Publikum, meiner werten Nachbarschaft, sowie Freunden und Bekannten die ergebene Mitteilung, daß ich die

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durch Kauf übernommen habe und das Geschäft in unveränderter Weise fortführen werde. Zum Ausschant gelangt das so wohl be: fömmliche

Bier aus dem Gießener Brauhaus sowie garantiert naturreiner Mepfelwein und vorzügliche

Weiß- und Rotweine. Durch prompte Bedienung und burch

Berabfolgung befter Speisen und Getränke hoffe ich, bei meinem neuen Unternehmen das geschäftliche Vertrauen, wie auch früher, meiner geehrten Gäste zu erwerben.

Hochachtend

daß nicht der Verein als solcher, sondern nur sein Museum nach dem Landgraf Philipps- Plaz umgezogen ist.

H Klein- Linden, 10. April. Leßten Sonntag ver­anstaltete der hiesige Babelsberger Stenographen- Verein ein Preisschreiben für seine Zöglinge.

r. Krofdorf, 10. April. Die Kreissparkasse Wetz: lar hat nunmehr in allen Bürgermeistereiorten des Kreises Nebenstellen eingerichtet, welche mit Beginn des neuen Rechnungs­jahres um drei weitere vermehrt wurden. Troßdem sich die Bahl der Spar- und Darlehnskassen von Jahr zu Jahr vermehrt, indem solche oft selbst in kleineren Gemeinden init gutem Erfolge bestehen, so werden gerade oben genannte Nebenstellen gern benutzt, da sie den Verkehr mit der Kreis­faffe, welcher durch die Entfernung von Weßlar sehr erschwert war, erleichtern. Auch die hiesige Nebenstelle, welche dem Rentmeister Ehrig unterſtellt ist, hat in der furzen Zeit ihres Bestehens einen guten Ausschwung genommen und wird auch von dessen Nachbarorten gerne benutzt.

w Wezlar, 10. April. Der hiesige Nuderverein, welcher sich in den letzten Jahren selbst auf größeren Regatten mit gutem Erfolg hat betätigen fönnen, blidt in diesem Jahre auf eine 25jährige Tätigkeit zurück. Wie in der Hauptversammlung am Mittwoch Abend beschlossen wurde, soll diese Jubelfeier im Laufe des Sommers durch eine größere Regatta auf der Lahn festlich begangen werden. Die Art und Ausdehnung dieser Feier bleibt jedoch einer besonderen Generalversammlung vorbehalten.

Londorf. Metzger Höchst dahier erwarb das früher Bürgermeister Webersche Anwesen für 17 625 Mt. Meßger Höchst gedenkt um eine Schank- Konzession für seinen neuen Besitz einzukommen.

?? Elpenrod, 10. April. Der Konsum- Verein Elpenrod bot sich aufgelöst. Als Liquidatoren sind L. Bern­hard, H. Philipp, E. Schmidt 1. und H. Langohr bestellt.

** Elbenrod. In dem Verfahren zur Anlegung des Grundbuch für die Gemarkung Elbenrod beginnt die Anmeldungsfrist am 15. April 1905 und endigt am 14. Juli 1905. Die Anmeldungsfrist erstreckt sich auch auf die Rechte an Bergwerken.

§ Reinhardshain, 10. April. Lzten Sonntag feierte das Johannes Müllersche Ehepaar seine Goldene Hochzeit.

K Von der Bergstraße, 10. April. Froft in Blüten. Durch die Kälte in den letzten Nächten der vorigen Woche ist di Aprikosenblüte ganz, die Pfirsichblüte größtenteils ver­

nichtet worden.

K Frankfurt, 10. April. Freund Adebar stattete gestern Nachmittag einem Dienstmädchen, das in einem Straßen­bahnwagen nach Hause fahren wollte, daselbst einen Besuch ab. Der Wagen mußte halten. Die Rettungswache erschien und brachte Mutter und Kind nach der Entbindungsanstalt.

K Mainz, 10. April. Provinzialdirektor Frhr. v. Gagern feierte heute seine Silberne Hochzeit.

K Mainz. 10. April. Der Prozeß gegen den Domprobst Malzi ging heute zu Ende. Der Staats­anwalt beantragte wegen Mißhandlung des Werner 20 Mt., wegen Mißhandlung der Käthe Zimmermann 100 Mt. Geld­Strafe und wegen des versuchten Sittlichkeitsvergehens eine aeringe Freiheitsstrafe nach dem Ermessen des Gerichts. Nachdem der Verteidiger gesprochen und Domprobst Malzi in einer längeren Rede sich verteidigt, zog sich das Gericht zu einer zweistündigen Beratung zurück. Um 8 Uhr ver­Das Gericht nahm die fündete der Vorsitzende das Urteil.

Keine Trunksucht mehr.

| Anflage in allen Fällen als erwiesen an und verurteilt Malzi wegen Mithandlung zu 150 Mt. Geldstrafe und wegen Vergehen aus§§ 174 und 176 zu 1 Jahr Gefängnis. Aus dem Gerichts[ aal.

Straffammer.

Gießen, den 7. April 1905. Wegen eines schweren, zwei einfacher Diebstähle, eines Diebstahlversuchs und drei Betrügereien, verurteilte die Straffammer den Dienstknecht Emmerich Schäfer von Groß­Erda zu 5 Jahren Zuchthaus und zehnjährigem Ehrverlust. Der Angeklagte fand zu Nieder- Florstadt in Diensten, wo er einem Mittnecht den Koffer aufbrach und mit dem Inhalt, der einen Wert von etwa 80 Mf. hatte, verschwand. Er mietete sich dann zu Gießen unter falschen Angaben in drei verschiedenen Häusern ein, wo er ebenfalls unter Mitnahme was er erwischen fonnte, verschwand.- Die Witwe Elisabethe Friedler von Rirfeld entwendete dem Landwirt Schaub dorten ein Gebund Stroh im Werte von 70 Bfg. Da Rückfalldiebstahl vorliegt, wurde sie zu 3 Monaten Ge­Unter der Anklage des Diebstahls fängnis verurteilt. und des Betrugs, sowie der Unterschlagung wurde der Kaufmannsgehilfe Heinrich Andreas Sprendel von Bad­Nauheim zu einer Gefängnisstrafe von 3 Monaten ver­urteilt. Er war in einem Bementgeschäft zu Bad Nauheim mit Führung der Geschäftsbücher betraut, bei welcher Ge­legenheit er die Unredlichkeiten beging. Die Eheleute Otto Seipel von Lißberg hatten sich wegen Hausfriedensbruch und Bedrohung zu verantworten. Sie sind mit ihren Mietleuten in Streitigkeiten geraten und wollten dieselben plößlich zum Ausziehen veranlassen. Die Türen und Fenster wurden bei der bittersten Kälte ausgehängt und die Rohre von Defen und Herd entfernt. Erst auf wiederholte Aufforderung seitens der Gendarmerie und der Ortspolizei, wurde die Wohnung Das Gericht erkannte auf je wieder instand gesetzt. 14 Tage Gefängnis.

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Brief- und Fragetaften der Redaktion. Langjähriger Abonnent in Gleiberg. I. A. 55 bedeutet Blutadern, I. C. 49 rege Herztätigkeit.

Marttberichte.

teken 11. April. Auf dem heutigen Wochenmarkt lofteten Butter fb. 1.05-1.15 Mt., Hühnereter per Stüd 5-6 Bfg., Enteneler St. 0 Bfa. Käse per St. 6-8 Pfg., Käsematte 2 St. 5-6 Pfg. 07. 0.80-1.00, Hühner per Stad mr. 1.00-1.60, Hahnen, per Stüd 0.80-1.80, Enten per Stitd 1.80-2.20, Gänse per fb. 00-00 fg., Dchsenfleisch per fb. 70-80 Bfg., Rindfletsch per Pfd. 62-68 Pfg. per fb. Schweinefleisch 66-76 Big. Schweine fletsch gefalzen per funb 0.80 Bfg., Ralbfleisch per Bfb. 70-74

per Erbsen per Liter 21 Pfg., Linsen per Liter 32 Pfs., Lauben per Paar

Bfg. Hammelfleisch per Pfd. 50-74 Pfg., Kartoffeln pro 100 Kello 6.00 b. 650 Mt., Zwiebeln per Rt. Mr. 8.00-10.00, Wetstraut 10-15 Bf. per Stüd, Zentner 3-4 Mt. Aepfel per Zentner 6-10 Mr. Zwetschen ver Zentner 0,00-0.00 Nüsse 100 St. 00-00 fg. Milch per Liter 18. Pfg. Dauer der Marktzett von 8 Uhr morgens bis 2 Uhr nachmittags. Gegenflände bes Wochenmarktverkehrs dürfen vor Beginn der Marktzeit überhaupt nicht, und während der ersten bret Stunden der Marktsett im Umberaieben fellaeboten werben.

Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienft. Boraussichtliche Witterung in Hessen für Mittwoch, den 12. pril. Trüb, fühler besonders tagsüber, vielfach Regenfälle, stellenweise mit Gewitter.

( Näheres durch die Gießener Wetterfarte.)

Verantwortlich: für die Politik und den Inseratenteil Ib in Klein, für den übrigen Inhalt: Georg Horn, belbe in Gießen.

Bekanntmachung.

Wegen Vornahme von Kanalisationsarbeiten wird Eine Probe von dem wunderbaren die Seitenstraße zwischen den Häusern Westanlage Cozapulver wird gratis geschickt. Nr. 9 und 27 von heute an bis auf weiteres für den Kann in Kaffee, Thee, Essen oder Spirituosen Fuhr- und Fahrradverkehr gesperrt. Gießen, den 8. April 1905.

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Gastwirte- Versammlung.

Alle w. Herren Gastwirte werden hiermit zu einer allgemeinen Gastwirte- Versammlung eingelo den, welche Donnerstag, den 13. April 1905, nachm. 4 Uhr, im Hotel Schüt" in Gieken stattfindet.

In dieser Versammlung wird Herr Direktor u. Stadtverordneter C. Reinemer aus Darmstadt

einen VORTRAG halten über die Bestrebungen und Erfolge der Gastwirte- Vereinigungen, fowie über die so segensreich wirkende Sterbe­kasse des Bundes Deutscher Gastwirte und die folgenschwere Haft­pflicht der Gastwirte nach dem bürgerlichen Gesetzbuch.

Der interessante und lehrreiche Vortrag über so wichtige, gewerb­Itche Angelegenheiten dürfte sicherlich alle Gastwirte von Nah und Fern veranlassen, dieser Versammlung beizuwohnen.

Um zahlreiches Erscheinen aller w. Herren Geschäfts- Kollegen ersucht

Der Verein der Gastwirte f. Gießen u. Umgebung.

( E. V)

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