Ausgabe 
10.6.1905 Zweites Blatt
 
Einzelbild herunterladen

1885

piele u

ler.

3.

Deinen des Gen

em 20. Mai L

en.

erre ber No

mit aufgehobe

22.

caffe.

cage von ee.

eck Wwe,

!

ichteten

bequemen Lage ftattung ben ganz geredt

ter Speisen it) und eines Riedelel. Burg­Sorge getragen.

sch.

AAAAA

Original HNSTON mbinierte

treide

reidemäben.

irte!

nur eine

Renstadt 56.

ALE

1868.

gen

rung.

Rr. 135.

Zweites Blatt.

Insertionspreis: Die einspaltige Betitzeile für ganz Ober­beffen, bie Kreise Bezlar und Marburg 10 Pfg. fonft 15 Pfg. Reklamen die Betitzeile 30 resp. 40 Pfg.

Redaktion u. Haupterpedition: Gießen, Seltersweg 83. Fernsprechanschluk Nr. 362.

Samstag, den 10. Juni 1905.

Gießener

14. Jahrgang.

Abonnementspreis: abgeholt monatlich 50 Bfg., in's Haus gebracht 60 Pfg., durch die Post bezogen viertel jährl. Mr. 1.50. Gratisbeilagen: Oberhessische Familienzeitung( täglich) und die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erfd eint an elleu Werktagen nachmittags.

Neueste Nachrichten

( Gießener Tageblatt)

Anabhängige Tageszeitung

( Gießener Zeitung)

für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wetlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung.

Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberhessen.

Pfingstmorgen.

26

28

aiglöckchen läutet im Morgenwind,

Da hören's die Vöglein im Traum, Und breiten ihre Flügel geschwind,

Und jubeln von Baum zu Baum.

Die Blumen duften, es schäumt der Bach, Und tausend Zweige flüstern es nach

3m jungen Frühlingshain:

Das Fest der Freude zog ein!"

Und über der Ströme Silberband,

Weit über Berg und Tal,

Trägt es ins fonnbeglänzte Cand

Der Glocken festlicher Schall;

Da lauschen die Herzen dem heil'gen Klang,

Da ziehen im brausenden Chorgesang

Die Lieder zum Himmelszelt,

Zu preisen den Schöpfer der Welt.

Unter der Maienlaube. Skizze von Erna Baldwin. ( Nachdruck verboten.) In der duftenden Laube von Maienzweigen, in die die Beranda der kleinen Villa dort draußen vor dem Tore heut berwandelt ist, sitzt ein greises Paar am wohlgedeckten Raffeetisch. Es ist erst 8 Uhr morgens, aber schon prangen zwischen den Prunkstücken aus Großmütterchens Porzellan­schrank, die heut zu Ehren des Pfingstfestes hervorgeholt worden sind, farbenfrohe Blumensträuße, die Kinder und Enkel, wie alljährlich, dem aiten Paar in aller Frühe als Zeichen der Liebe gebracht. Auf ein Stündchen hat es im ganzen Haus von hellem Lachen und frohem Kinderjubel geschalt- jetzt ist es wieder still geworden um die beiden Alten. Die licen Besucher sind hinausgezogen in die früh­lingsschöne Gotteswelt, Pfingsten zu feiern am Herzen der grünenden, blühenden Natur. Heut Abend erst werden sie zurückkehren und den beiden, die dort einsam zurückgeblieben find, erzählen von all den süßen Wundern, die sie geschaut und erlebt.

Großvater und Großmutter aber unter der Maienlaube träumen von alten schönen Tagen, da auch sie durch die Som. merpracht dahin wandelten. Damals war's, als blühe und dufte die ganze sonnige Welt für sie allein, als sei sie nur ein Abglanz dessen, was in ihrem Innern sich regte, wo auch alles Schönste und Tiefste auferblüht war unter dem holden Sonnenschein der gegenseitigen Zuneigung. Die Böglein auf schaukelnden Zweigen schienen alle, alle nur ein einzig Lied zu kennen, das sie jauchzend zum Himmels­blau emporjubelten:

Ihr Glücklichen, singt, weil das Leben noch mait, Noch ist die goldne, die blühende Zeit, Noch sind die Tage der Rosen!"

Jahr auf Jahr ist vergangen, ein jedes hat Rosen ge­bracht, Rosen und Dornen, Freuden und Schmerzen. Viele Bflichten, Sorgen, Mühsale und Entbehrungen sind des jungen Ehepaares Teil gewesen, in allem aber haben sie

Geliebte Svinber thres Gottes führende Hand gespürt. haben ihr Haus belebt und sind eins nach dem anderen von dannen gezogen, die Eltern einsam lassend. Aber auf dem freundlich milden Antlig der alten Frau, wie in den edlen Zügen des silberhaarigen Mannes liegt immer noch etwas bon dem Sonnenglanz jener ersten Tage, nicht funkelnd und strahlend wie damals, aber still und friedvoll wie der holde Abendschein.

Sanft beugt sich die schlichte Frauengestalt zu dem Sessel ihres Mannes hinüber und mit einen: Strauß blühender Rosen, die ihr ihr jüngstes Enkelkind gebracht, berührt sie seine Hand. Heute war es, weißt du noch?" sagt sie mit ein­facher Innigkeit.

Und wie er sich zu ihr wendet, wie ihre Blicke und Hände so voll herzlich vertrauender Liebe ineinander ruhen, da füh­Ien sie, daß es auch heute noch in ihren Herzen klingt und fingt:

Noch sind die Tage der Rosen!"

Pfingstbräuche.

Das liebliche Pfingstfest ist dasjenige unserer Feste, das am wenigsten des Schmuckes von Menschenhand bedarf, da dies die Natur selbst mit verschwenderischer Pracht über­nimmt. Brangt doch die Erde ringsum in ihrem hochzeit­lichen Festgewande, dessen zarte grüne Falten durchstickt sind von tausend und abertausend der duftigsten Blüten, und der Vögel Jubelchor mischt sich mit dem rauschenden Ge­murmel der Quellen. Auch die Pfingstbräuche alter Zeit bedienten sich nur des schlichten Grüns zum trauten Sym­bol. Noch heute sehen wir in Thüringen die Brunnen zur Pfingstfeier im festlichen Schmude prangen. Schon Wochen vorher ziehen Kinder in den ländlichen Gemeinden von Haus zu Haus, um kleine Beiträge für jenen Pfingstbrauch zu sammeln. Kränze werden gebunden, Girlanden aus Tannengrün geflochten, Gewinde aus buntem Papier und fünstlichen Blumen hergestellt, Fahnen und Bandschleifen angefertigt. Am Abend vor Pfingsten werden vier schlanke Lärchenbäume aus dem Walde geholt, deren unterer Stamm von den Blättern entfleidet wird; diese Bäume werden ini Viered um den Brunnen eingerammt, und nun werden all die Kränze, Ketten und Gewinde von Baum zu Baum ge­zogen. So erhält jedweder Brunnen sein Festkleid. We­nige wissen, daß diese liebliche Sitte einem uralten Brauch aus heidnischer Vorzeit entstammt. Die alten Germane:: pflegten zur Frühlingszeit den mit verjüngter Kraft mäch­tig anschwellenden Quellen Opfer darzubringen.

Auch die Maienfeste gemahnen an die altheidnische Früh­lingsfeier. Der Maienbaum" hat nur seine Krone be­halten, sein Stamm ist spiegelblank abgeschält, damit die Riciterer nicht gar leicht haben, wenn sie sich die ver­lockenden Preise in Gestalt von Messern, Tüchern, Tabaks­pfeifen, Mügen, Geldbeuteln usw. aus seiner Krone her­abholen wollen. Die lustige Person" darf bei diesem Pfingst- Maienfeste nicht fehlen, ein komisch gekleideter Jüngling reitet auf einer Ruh rückwärts, den Schwanz als Bügel führend. Eine höchst eigenartige Erscheinung sind die sogenannten Laubmänner"; halbwüchsige Burschen sind vom Kopf bis zu den Füßen in frisches Birkenlaub gehüllt, plößlich kommen sie aus einem Gebüsch hervor, eine Gerte schwingend, und Laubmann", Laubmann" tönt es jubelnd von allen Seiten. Durch Markt und Gassen, Wiesen und Felder geht die oft tolle Jagd nach dem Laubmann". Und wenn ihn ein Mägdlein erhascht, so wird aus beiden für die Feiertage ein bergnügtes Paar und im Anschluß daran oft aus dem wilden Laubmann" ein zahmer, ge­fügiger Ehemann seiner Partnerin vom Pfingstfeſt.

In einzelnen Gegenden zeigt es sich auch, daß dem deut­fchen Volfe noch gar viel von dem Reiterblute seiner Vor­

Casseler Schirmfabrik

Seltersweg 9

==­

Th. Budde& Co. GIESSEN empfehlen:

=

Seltersweg 9

Sonnen- Schirme Touristen- Schirme

in großer Auswahl

vom billigsten bis zum besten.

Entoutcas

in Halbseide und Seide.

Regen- Schirme

für

Damen, Herren u. Kinder

in erprobten Qualität n.

In dem städtischen Hause After: weg 9 ist der untere Stocď be: ftehend aus 7 Zimmern nebst Bu behör und füblichem Nebenhaus auf 1. Oftober, auf Wunsch auch früher, zu vermieten. Näheres bei der Bürgermeisterei, Zim. Nr. 15. Drei schöne große

5- Zimmer Wohnungen

O

mit allem Zubehör per 1. Juli

fahren in den Adern steckt. Pfingstrennen sind noch an un­derten von Orten eine unentbehrliche, Nummer des Ver­gnügungsprogramms. In Oberbayern findet bereinzelt auch noch der Zug des sog. Wasservogels" statt, ein beritte­ner Maskenzug, dessen Mittelpunkt ein auf einem besonders starken Pferde sitzender Reiter ist, dem man, ein modernes deutsches Seitenstück zum griechischen Kentauren, durch Reisig und weiße Draperien die Gestalt eines Schwanes gegeben hat. Man reitet aber auch nicht nur im wilden Jagen auf den vom Alpenbauern wegen ihres lebhafteren Temperamentes bevorzugten Hengsten über die Dorfaue, um den am Ziele winkenden goldenen Dukaten samt der Blumen­frone zu erringen; denn der Pfingstritt hat vielfach auch einen religiösen Inhalt angenommen, indem die ländliche Kaval­kade sich in feierlichem Zuge um die Grenzen des Gemeinde­territoriums bewegt, wobei man durch das Absingen an­dachtsvoller, frommer Lieder den Segen des Himmels auf die Fluren herabwünscht, auf denen das Korn in grünen Wogen wallt, der Sense der Schnitter entgegenreifend.

Pfingstfreuden.

Festplauderei von Heinz Anja.

( Nachdruck verboten.

Die zehn Tage nach Himmelfahrt sind vollendet, auf dem Markt prangen die Pfingstmaien und die besorgte Familien­mutter überschlägt die Stullenanzahl, die zum Feſtausflug einzupacken ist. Herr Johann Wolfgang von Goethe kommt zu Ehren, denn alle Welt zitiert mit Wohlbehagen die Worte Es ist aus dem ersten Gesang des Reinecke Fuchs:" Pfingsten, das liebliche Fest, war gekommen." wirklich da und zur rechten Zeit, das liebliche Fest, und mehr wie in anderen Jahren übten ein fröhliches Lied die neu ermunterten Vögel; jede Wiese sproßte von Blumen in duf­tenden Gründen, festlich heiter glänzte der Himmel und farbig die Erde." Wie lange wird es noch dauern, dann verstummen die leicht beschwingten Kammermusici des Früh lings. Familienforgen treten an die Stelle der schwärme­rischen Poesie; auch der ausgiebigste Inrische Dichter pro­duziert nicht mehr in so ausgedehntem Maßstabe, wenn erst die Königin seiner Muse am Kochtopf steht und Brei für die freischende Nachkommenschaft quirlt. Aber noch vereinigen sich alle Stimmen und Stimmchen zu dem unendlichen Ka­non: Pfingsten, das liebliche Fest ist gekommen." Herr Goethe hat genau zugehört und die Sache niedergeschrieben.

An bunter Toilette mangelt es der farbigen Erde wirklich nicht. Die würzige Nelfe haucht ihren Wohlgeruch, der Goldregen läßt seine gleißenden Trauben herniedertropfen, lief am bescheidenen Grund legen die blau- und rotsammete­nen Stiefmütterchen ihren Teppich, der Schwarzdorn zeigt feusche Nöschen und schon stehen die Rosen in prunkender Fülle. Wie sollen sich da die Menschen nicht auch mit den Farben der jungen Jahreszeit schmücken. Das Gros der Schmetterlinge schläft noch in der unscheinbaren Raupen­hülle. Und doch fehlt es nicht an dem Seidenglanz, an den lichtfreudigen Farbentönen und der duftigen Grazie der Sommervögel. Die schönere und schwächere Hälfte des Menschengeschlechts ist in der Jettzeit ganz erfüllt von der hohen ihr zugewiesenen Aufgabe, ein Schmuck zu sein und eine Zier. Weiß und zart getönt sind die Gewänder, auf den schwarzen und blonden Köpfchen nicken die Frühlings­gedichte der Puhmacherin, und im Herzen regt sich, soweit es noch nicht den allerseits beliebten Halt- und Stützpunkt für sein Verlangen nach Zärtlichkeit und Liebe gefunden hat, ein Ahnen und Drängen, ein Regen und ein Rufen. Wer mit Bedacht zur Dämmerzeit durch die grünen Gassen der Parkanlagen wandelt, der wird erkennen, wie viel knospen­des Glück der Frühling zeitigt und wie viel füße Geheimnisse

auf allen

Prämiiert beschickten

Ausstellungen.

Mar Arnold

Sieb- und Drahtwaren- Geschäft

Reuenweg 2

Gießen

liefert

Neuenweg 2

d. I zu vermieten. Siervon ift Drahtgeflechte f. Einfriedigungen

eine ev. schon früher zu beseßen.

Gebrüder Zutt, Gießen. Liebigstraße 58

ift ab 1. Juli eine schöne 4 b. 5-3im­merwohnung mit allem Zubehör ebent. mit Bleiche und Garten­anteil preiswert zu vermieten

in allen Längen, Breiten und Mustern.

Uebernahme ganzer Einfriedigungen in Eisen- und Holz- Konstruktionen.

Ferner empfehle:

Siebe und Durchwürfe für

Schloßgasse 15 Landwirtschaft und Industrie 2c.

3-3immer Wohnung an ruhige Familie zu vermieten.

Näheres Lindenplay Nr. 3.

1-2 möbl. Zimmer zu vermieten. Gießen, Marktstraße 11.

Alle anderen Drahtarbeiter sauber und billigit.

Kleines Logis

zu vermieten. Näheres bei Wilhelm Löber, Bäckermſtr.

Zwei schöne 5- Zimmer- Woh­nungen im Neubau Stephan= straße 17 zu vermieten.

Näheres Bismarkstraße 26.