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Die Negerrepublit Liberia, eines der verkommensten Staatengebilde der Welt, hat wieder einmal eine Revolu­tion durchzumachen. Der Regierung sind zur Wiederher­stellung der Ordnung, d. h. ihrer Gewalt, 500 Mann eng­lischer Truppen zur Verfügung gegeben worden.

Amerika.

Präsident Roosevelt hat eine neue Definition der Mon­roe- Doktrin aufgestellt. In einer Versammlung von ehe­amaligen Rauh- Reitern in San Antonio in Teras sagte er: die Bereinigten Staaten müßten ein solches Verhalten beob achten, daß keine schwache Macht, die sich von Uebergriffen fernhalte, die Vereinigten Staaten zu fürchten habe, und daß feine starke Macht sie unterdrücken könne. Diese seine Aus­legung der Monroe- Doktrin werde sich sicher bewähren, wenn auch jetzt noch mancher sich gegen ihre Annahme sträube.

Hof und Gesellschaft.

Der Kaiser ist an Bord der Hohenzollern" in Messina eingetroffen. Dem Kaiserschiff war der Kreuzer " Hertha" vorausgefahren, zehn italienische Torpedoboote hatten die Hohenzollern" eingeholt. Zum Empfange des Kaisers war die Kaiserin von Taormina eingetroffen, die vom Kaiser am Fallreep der Hohenzollern" empfangen wurde. Besonders herzlich wurde Prinz Adalbert von seiner Mutter begrüßt, der nach einer Trennung von Jahren wieder in die Heimat zurückkehrt. Ganz Messina ist aus Anlaß des Kaiserbesuchs festlich geschmückt. Ungehhure Menschenmengen, die mit Musikbanden durch die Straßen mogten, begrüßten die Ankunft des Kaisers mit jubelndem Buruf.

Preussischer Landtag.

( 176. Sizung.)

Haus der Abgeordncten.

RF, 8. April. Endlich gelang es heuie, ene einigung über das Aus­führungsgesez zum Reichsseuchengesetz zu erzielen. Eine komplizierte, infolge immer neuer Abände­rungsanträge beinahe verwirrende Beratung, die aber ohne Leidenschaft und auch ohne große Anteilnahme der meisten Abgeordneten geführt wurde, hatte schließlich den Erfolg, daß die Parteien auf der mittleren Linie zusammenkamen. Auch in der vielumstrittenen Kostenfrage, an der die Vorlage der konservativen Opposition wegen beinahe ge­scheitert wäre, kam Dank den Vermittelungsanträgen der freikonservativen Abgg. Gamp und v. Zedliß eine Einigung zustande, der auch der Finanzminister wohlwollend gegen­überstand. Vor der Schlußabstimmung sollte erst die schrift­liche Zusammenstellung der getroffenen Aenderungen vor­gelegt werden. Das Haus überwies daher in der Zwischen­zeit die 15 Millionen- Vorlage für Arbeiterwohnun­gen der Budgetkommission und den Antrag Bahmann( nl.) auf Errichtung einer Reichsbehörde zur Entscheidung bon 3oIlstreitigkeiten trotz des Widerspruchs des Finanzministers und der fonservativen Partei der Handels­tommission. As aber die schriftliche Zusammenstellung immer noch nicht fertig werden wollte, verzichtete man schließ­lich auf sie. Mit überwältigender Mehrheit wurde das Seuchengesetz in der Schlußabstimmung angenommen, and befriedigt trat das Haus seine Osterferien an. Der Präsident, Herr v. Kröcher, hob aber noch besonders hervor, daß nicht aus Scheu vor der Arbeit die Ferien bis Bum 10. Mai ausgedehnt würden, sondern weil der meiste Stoff noch in den Kommissionen ſtecke.

Der Detmolder Schmähbrief- Prozefs.

CB. Detmold, 8. April. In später Abendstunde bejahten die Geschworenen die Schuldfrage bez. der Frau Kracht, verneinten sie aber bez. ihres Gatten. Hierauf wurde Frau Kracht zu Jahren Zuchthaus berurteilt. Paul Kr. wurde freigesprochen. Die Verurteilte beteuerte vor wie nach dem Spruch der Geschworenen ihre Unschuld.

Das Urteil ist gesprochen. Der Prozeß, der ganz Lippe wochenlang in Aufregung hielt, ist beendet. Ist aber mit dem Verdikt der Geschworenen das Rätsel von Lemgo wirk. lich gelöst? Wer will das mit Sicherheit behaupten! Auch die Geschworenen sind nur Menschen und menschlichem Jrr­tum unterworfen. Sie sind zu ihrem Wahrspruch nach bestem Wissen und Gewissen gelangt auf Grund des vorliegenden Beweis- und Entlastungsmaterials. Ob sie aber sicher ins Schwarze mit ihrer Entscheidung getroffen haben, wird bei der verwickelten Lage des Falles wohl noch lange umstritten werden.

Hörte man den Vertreter der Nebenkläger, Dr. Nie. meyer- Essen, in seinem geistreichen Plädoyer die Schuld der Angeklagten Punkt für Bunft haarscharf begründen, mußte man ihm recht geben. Er suchte des Rätsels Lösung in der Liebe, die Martha Wippermann von frühester Jugend an Paul Kracht entgegenbrachte. Alles war erstaunt, als sie fich mit Dr. van Ohlen verlobte. Man könne sich diesen Schritt nur dadurch erklären, daß sie sich zu betäuben und den Heiß. geliebten, den zu erringen sie verzweifelte, zu vergessen suchen wollte. Sie entlobte sich denn auch bald wieder, denn ihre Liebe zu Paul Kracht war zu start. Was die Verteidigung zur Entlastung der Angeklagten anführe, daß diese doch sich und ihren Geliebten nicht mit Schmähungen überhäufen würde, wie es die anonymen Briefe tun, belaste sie im Gegen­teil sehr schwer. Sie beschimpfte sich und Paul Kracht, um eine gewisse Solidarität dadurch zustande zu bringen. Wir sind gemeinsam beschimpft, das, so dachte die Angeklagte, inußte durchschlagen. Und dieses Mittel hat sie auch beide zusammengeführt. Sie wurden beide von einem anonymen Dritten beschimpft: Mitleid und Liebe, wie nahe beieinander liegen diese Gefühle! Der gutherzige, gutmütige Paul Kracht, der noch so kurz vor der Verlobung sich in so drasti­scher Weise über seine jezige Frau ausgesprochen hatte, ergriff die dargebotene Hand. Es war erreicht. An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen! Die Frucht war die Heirat mit Paul Kracht und der Samen waren die anonymen Briefe. Und von diesem Moment, wo das wahre Ziel erreicht war, da hörte die Briefschreiberei auf. Der Anonymus beendete sein Teufelswerk. Daß er es später wieder begonnen habe, so deduziert Dr. Niemeyer, liegt an anderen Verhältnissen. Auf­fällig aber ist, daß der Anonymus in der zweiten Periode nicht mehr schlecht von der Angeklagten spricht. Wäre er cine ihr auffässige Persönlichkeit, so hätte er doch in der Ver­Heiratung der Gehaßten mit dem Jugendgeliebten erst redyt

Nahrung für seinen Groll finden müssen. Aus dem Inhalt der Briefe, die während der Haft des Angeklagten Paul Kracht zur Verhandlung gelangten, spräche die Seele eines von Gewissensqualen gepeinigten Täters, der aber die er­bärmliche Feigheit hätte, nicht zu bekennen. Während Frau Kracht in Haft saß, sei fein einziger Brief des Anonymus er­schienen. Die Liebe, die Martha Wippermann für Paul Stracht hegte, war nicht die Liebe, die sich aufopfert, die für den Geliebten in den Tod geht. nein. es ist die Liebe des trassesten Egoismus, die Liebe, die besitzen, genießen will, es ist die Liebe der Sinnlichkeit. Sie sagt sich: bekenne ich, dann verliere ich alles, was ich habe, worum ich zwei Jahre ge­fämpft habe selbst mit den Mitteln des Verbrechens, dann ver­liere ich den Mann, das Kind, dann bin ich tot, und das zu tun, bin ich nicht fähig. Man entsinne sich der dramatischen Szene, als nach den Löschblattfunden Paul Kracht zu seiner Frau sagte: Weib, bekenne, ich lasse mich von dir scheiden." Das weiß die Frau und deshalb leugnet sie so hartnäckig. Sie kämpft um ihr Glück.

Kann nach diesen Ausführungen noch ein Zweifel an der Schuld der Angeklagten bleiben? So meint der Vertreter der Nebenklage, und man muß ihm recht geben. Aber dem Justizrat Gordon, der in den Dienst der Angeklagten glän­zende Rhetorik und tiefgründige Psychologie stellte, fann man nicht unrecht geben. Er versichert, daß die Verteidiger häufig die Angeklagte ermahnt haben: Frau, wenn Sie es gewesen sind, so seien Sie doch nicht wahnsinnig und erklären Sie es. In dem einen Falle wird Ihr Mann vielleicht darüber hin­weggehen, Sic behalten Ihr Kind, aber in dem anderen. Falle sind Sie tot fürs Leben. Und wenn uns dann die Frau tieferschüttert gegenübertrat und sagte: Wäre ich es gewesen, dann würde ich es sagen", dann famen wir zurüd und sagten uns: sie kann es nicht gewesen sein." Die Neben­fläger und die Anklage sagen, die Angeklagte habe mit ihrem ganzen Feldzug bezwecken wollen, Paul Kracht zu fapern. Man habe gesagt, sie sei seit ihrer Jugendzeit in heißer Liebe zu ihm entbrannt gewesen. Zunächst glaube er diese Liebe in gewissem Sinne reduzieren zu können. Die Freun dinnen der Aegnklagten haben übereinstimmend bekundet, daß sie sich nur für Kracht interessiert habe. Wenn man jeman­den Dettschwein" nennt, so könne er darin feinen Beweis für eine außerordentlich tiefe Liebe erblicken. Und als bei einer damals stattgefundenen Gesellschaft Paul Kracht sich der Martha Wippermann zu nähern versuchte, da wurde er von dieser zurückgewiesen. Auch das sei kein Zeichen einer allzu glühenden Leidenschaft. Die Briefe feien überhaupt cher geeignet, Paul Kracht und Martha Wippermann aus­einanderzubringen. Wenn außerdem die Angeklagte, die doch nach Behauptung der Anklage mit ihren Briefen ihren jezigen Mann kapern wollte, darüber spotten sollte, daß Dr. van Ohlen sie abgefüßt habe, so wäre das auch äußerst un­flug. Man loďt feinen Mann dadurch an sich, daß man ihm die von einem anderen empfangenen Liebfosungen vorhält. Justizrat v Gordon sucht den Anonymus in einer der An­geklagten Kracht feindlichen Dame, die absichtlich die Fehler und grammatikalischen Verstöße, die sie bei der Angeklagten kenne, nachahme. Die Löschblattabdrücke konnten ins Haus geschmuggelt sein. Auch bei der Kobeaffäre habe man bei einer Haussuchung bei Herrn v. Kotze Löschblattabdrücke ge­funden, die mit der Handschrift des Anonymus überein­stimmten, der die höchsten Hofkreise mit seinen Schmäh­briefen überschwemmte. Nachher stellte sich aber heraus, daß Herr v. Kotze unschuldig war. Sollte es nicht auch die An­geflagte sein können, trotz des schweren Belastungsmaterials?

Die Geschworenen haben gesprochen. Der Prozeß ist zu Ende. Aber das Rätsel von Lemgo ist damit noch nicht be­giaben. Noch lange wird man sich den Kopf mit seiner Lösung zerbrechen und für und gegen die Unschuld Frau Krachts mit Wort und Feder Lanzen brechen. Wo die Wahr­heit liegt, wird wohl nur der Zufall, der große Detektiv, mit unbestreitbarer Sicherheit einmal entscheiden können oder auch die Stimme des Gewissens in der Brust des Anonymus.

Nah und Fern.

Die Genichstarre gewinnt immer meitere Verbreitung. Jetzt wird auch aus der Gegend von Osnabrück das Erscheinen des unheimlichen Gastes gemeldet. In Ostenwalde kamen drei Fälle von Genicstarre vor, von denen zwei tödlich ver­liefen. Den Herd der Epidemie scheint man in Galizien entdeckt zu haben, von wo sie durch Sachsengänger" nach Deutschland eingeschleppt worden ist. Nach amtlicher Mel­dung aus Königshütte sind dort vom 1. bis 6. d. Mts. drei erwachsene Personen und 20 Kinder erkrankt, ebensoviele Er­wachsene und 11 Kinder gestorben.

O Ein Duell des Sohnes Tiszas, des ungarischen Minister­präsidenten, fand in Budapest statt. Der junge, erst 18jäh­rige Graf, der bisher an der Berliner Universität Kollegien gehört hat, erhielt von seinem Gegner einen leichten Säbel­hieb über die Brust. Ministerpräsident Graf Tisza wartete vor dem Fechtsaal, in dem das Duell stattfand, auf seinen Sohn und geleitete ihn nach Hause.

Ein furchtbares Familiendrama spielte sich in Chem­niz ab. Dort fand man am Ufer des Mühlgrabens eine An­zahl von Bekleidungsgegenständen, die einer aus Mann, Frau und zwei kleinen Kindern bestehenden Familie Aurich an­gehörten. Wie man annimmt, hat der Mann im Verfol­gungswahnsinn sich und seiner Familie das Leben genommen. Die Leichen wurden später gefunden.

Die Affäre Montignofs geht ihrem Ende entgegen. Der Vergleich ist auf folgender Grundlage geschlossen: Der König von Sachsen erhöht die Apanage der Gräfin Mon­tignoso auf das Doppelte, von 30 000 Mark auf 60 000 Mart. Dafür liefert die Gräfin die Prinzessin Monika an den sächsischen Hof aus.

Von einem Jrrsinnigen erschossen. Ein tragisches Ende war dem Arzt Dr. Geisler in Hohenlohehütte bei Kattowitz beschieden. Er wurde auf dem Wege zum Lazarett ohne jede ersichtliche Veranlassung von einem Hausbesizer namens Grizibek erschossen. Der Täter war erst vor furzem aus einem Irrenhause entlassen worden.

Vierhundert Menschen verunglückt. Ein entsetzliches Unglück hat sich in Madrid zugetragen. Dort stürzte ein im Bau befindliches großes Wasser- Reservoir plößlich ein und begrub alle in dem Bauwerk und in dessen Nähe beschäftigten und befindlichen Menschen. Stündlich werden Leichen ge­borgen. Die Rettungsversuche werden mit aller Energie be­trieben. Indessen besteht keine Hoffnung, noch Menschen­leben zu retten.

Hungersnot in Serbien. In vielen serbischen Provinzen herrscht Hungersnot und nimmt von Tag zu Tag furchtbarere Formen an. In einem Dorfe bei Belgrad starben zwei Kin­

der den Hungertod. Die Regierung tut ihr Möglichstes, ver­mag aber dem furchtbaren Elend nicht zu steuern.

Jack der Aufschliter in Amerika. Immer wieder kom­men Untaten vor, die nach Art des berüchtigten Jack des Aufschlizers" verübt sind. So ist jetzt in Newyork ein Frauenzimmer auf diese Weise ermordet aufgefunden wor­den. Dort ist der Täter alsbald aufgespürt und zur Haft gebracht. Er ist als ein einundzwanzigjähriger Kellner namens Boyen ermittelt worden.

A Von dem Erdbeben in Indien werden immer mehr schreck. liche Einzelheiten gemeldet. Besonders in den im Gebirge belegenen Ortschaften hat die Katastrophe furchtbar gehaust. Da die Wege verschüttet sind und vielfach auch die telegra phische Verbindung unterbrochen ist, wird man die ganze Größe des Unheils erst später überblicken können. In Dharm­sala sind 80 Prozent der Bevölkerung ums Leben gekommen. Unter den dortigen Opfern befinden sich auch einige Euro­päer; genannt werden ein Fräulein Lorbeer von der deut­schen Mission, Frau Däuble und die Frau des Kapellmeisters Wischmann. Nicht nur in Ost- Indien, sondern auch auf den fleinen Antillen ist das Erdbeben verspürt. Der Vulkan La Souffrière ist seit der Katastrophe von 1902 zum ersten Male wieder in Tätigkeit. In ganz Westindien ist furchtbare Hite eingetreten, die Bewohner fürchten deshalb weitere Ausbrüche des Erdbebens.

Der deutsche Konsul in Bordeaux, Hans Welpert, hat sich wegen einer quälenden Nervenkrankheit mit einem Re­volver erschossen.

In der Arbeiterkolonie bei Osterfeld ist eine Familie. durch Schierling vergiftet, den die Hausfrau statt Petersilie auf dem Markte erhalten hatte.

In Spanien haben die Studenten den Besuch der Vor­lesungen eingestellt.

Aus dem Gerichtsfaal.

§ Die Tötung eines Passanten durch einen Militärposten fand vor dem Meter Kriegsgericht ihre Ahndung. Der Mus fetier Böhle, der Anfang März als Posten auf dem Bahn­hof Devant le Port den Rentner Baugenez erschoß, wurde wegen vorsätzlicher Tötung ohne Ueberlegung unter Miß­brauch der Dienstwaffe und Verlegung des Wehrreglements au 8 Monaten Gefängnis verurteilt. Mildernde Umstände wurden ihm zugebilligt.

§ Bebel als glücklicher Erbe. Das Testament des früheren Leutnants Kollmann, durch das dem Abgeordneten Bebel aus dem Vermögen des Erblassers die Summe von 400 000 Mark vermacht war, ist vom Landgericht in Ulm für rechts­gültig erklärt, und die Familie Kollmanns ist mit ihrer Klage abgewiesen. Nach dem Urteil sind keine Tatsachen erbracht, daß der Erblasser das Testament nicht in lichter Geistesverfassung errichtet habe.

§ Ein doppeltes Todesurteil fällte das Schwurgericht zu Meseriz. Es erkannte den Häusler Jozwiak aus Groß­Henschetz und dessen Ehefrau des Mordes für schuldig und verurteilte sie beide zum Tode durch das Beil.

§ Der Handel mit verbotenen Lofen hat einem Braun­schweiger Agenten eine schwere Geldstrafe eingetragen. Er hatte in der preußischen Nachbarstadt Peine nachweislich 17 Lose der Braunschweiger Landes- Lotterie abgesetzt. Nach den neueren gesetzlichen Bestimmungen kostet das pro Los eine Geldstrafe von 100 Mark, und demgemäß hat das Beiner Schöffengericht den Händler zu einer Gesamtstrafe von 1700 Mark verurteilt, an deren Stelle im Unvermögensfalle 114 Tage Gefängnis treten.

§ Der Schwiegersohn des Königs von England, der Her zog von Fife, ist vor den Polizeimeister von Brighton zitiert, weil er mit seinem Automobil gesetzwidrig schnell gefahren ist. Man ist in London begierig, was den hohen Uebeltäter für eine Strafe treffen wird.

Hessischer Landtag.

Darmstadt, 7. April.

Eine

Präsident Haas eröffnet, nach der Darmst. 3tg.", die Sigung um 10% Uhr. Der Antrag des Abg. See­linger, betreffend die Errichtung einer Halte- und Güter­verladeftelle an der Eisenbahn Lampertheim- Worms wird nach kurzer Debatte an den Ausschuß zurückverwiesen. längere Debatte entsteht über die Vorstellung des evangelischen Pfarrvereins, die Erbschafts- und Schenkungssteuer betreffend. Schließlich wird der Ausschußantrag einstimmig angenommen, die Regierung um Vorlage des diesbezüglich in Aussicht ge­stellten Gesezentwurfs zu ersuchen. Die Vorstellung der Kirchengemeinde Wallerstädten, Nachlaß bezw. Rückzahlung einer Schenfungssteuer betreffend, wird für erledigt erklärt. Entsprechend einem neuen Ausschußantrag wird hierauf be schlossen, dem vorhin zurückgestellten Antrag des Abg. See­linger feine Folge zu geben. Bezüglich der Rücäußerung Erster Kammer über die Vorstellung des Zeichenlehrers Ludw. Roth zu Friedberg, Einreihuug desselben in die Kategorie der akademischen Lehrer betreffend, wird auf dem früheren Beschluß beharrt. Die Vorstellungen über bessere Bugverbindungen von Kelsterbach und Rüsselsheim auf der Strecke Mainz Frankfurt werden für erledigt erklärt. Hier­auf tritt Vertagung auf unbeftimmte Zeit ein.

Lokales.

10. April 1905.

** Der Großherzog empfing u. a. am 8. April, Frhr. v. Norbeck zur Rabenau, bie Forstmeister Diefenbach von Schotten, Haberkorn von Alsfeld und Trautwein von Eichelsdorf und den Hochbau- Aufseher Maringer von

Gießen.

Der Großherzog und die Großherzogin empfingen am 8. April eine Deputation der Kriegertamerad­schaft Hassia", bestehend aus dem 1. Päsidenten General­leutnant z. D. Hof, dem 1. Schriftführer Medizinalrat Dr. Bogt und dem 2. Schriftführer, Oberamtsrichter und Hauptmann der Landwehr Dr. Lahr.

** Das Großh. Regierungsblatt vom 5 d. M. enthält u. a. eine Bekanntmachung, Vorarbeiten für eine Neben­bahn von Hanau nach Büdingen und eine Be­

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